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-thommy-
Lektor Wagner


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BeitragVerfasst am: 25.12.2018 01:40    Titel: Christmetten in der Heiligen Nacht, 24.12.2018 Antworten mit Zitat

Christmette in der Heiligen Nacht
24.12.2018
Um 22.00 Uhr in der Ev. Kirche Wittgenborn
Und um 23.00 Uhr in der Ev. Kirche Wächtersbach
Thema: Jesus besucht den Weihanchtsgottesdienst


*Orgelvorspiel

* Lied EG 24, 1-3   Vom Himmel hoch

* Begrüßung:  Thomas
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Liebe Gemeinde,
zur Christmette in der Heiligen nacht heiße ich sie alle ganz herzlich willkommen.
Liebe Gemeinde,
aus der warmen Wohnung haben wir uns spät auf den Weg gemacht durch das nass kalte hierher in die Kirche, um noch einmal die Botschaft dieser heiligen Nacht zu hören und mit allen Sinnen in uns aufzunehmen. Dabei war der Weg hierher schon ein erster Anfang, auch wenn Sie es noch nicht so bewusst erlebt haben. Draußen im Freien sind sie gewesen. Ein großer Teil der Weihnachtsgeschichte spielt eben da. Die Hirten auf dem Felde und auch die Unterkunft der heiligen Familie war nicht unbedingt mit unseren kuscheligen Wohnungen vergleichbar. Das Lukasevangelium erwähnt das nur beiläufig mit einem Halbsatz, „denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Ich wünsche uns allen eine Mutmachenden Christmette in dieser heiligen Nacht.

Orgelmusik:

*Das Licht: Thomas
Es war einmal ein kleines Licht. Weil es Angst vor dem Verlöschen hatte, machte es sich auf die Suche nach einem großen Licht, das bleibt.
Bald traf es ein Licht, das bleibt. „Wohin gehst du?" „Ich habe Angst vor dem Verlöschen und suche ein Licht, das bleibt." So gingen sie miteinander. Unterwegs kam noch ein Licht dazu, und noch eins – zuletzt waren es viele. Die kleinen Lichter waren sehr müde.
Auf einmal sahen sei einen Stein, der im Dunkeln leuchtete. „Stein woher hast du dein Leuchten?" „Geh weiter – und ihr werdet sehen." Dann kamen sie zu einem Stück Holz. „Holz, woher hast du dein Leuchten?" „Geht weiter – und ihr werdet sehen." Und zu einem Blütenbaum. „Blütenbaum, woher hast du dein Leuchten?" „Geht nur weiter – gleich werdet ihr sehen." So gingen sie mit letzter Kraft. Plötzlich standen sie vor einem großen, hellen Licht.
Es war um ein Kind, das in der Krippe lag. Den kleinen Lichtern klopfte das Herz. Sie wagten sich nicht weiter. „Fürchtet euch nicht", sagte das Kind, „ich bin das Licht der Welt. Wer zu mir kommt, wird nicht im Finstern leben." Und es lächelte ihnen entgegen und segnete sie. Da wurde ihre Flamme stark und still. Auf dem Rückweg und zu Hause erzählten sie allen von dem großen Licht, das bleibt und das sie jetzt in sich tragen.

*Lied EG 45, 1-2     Herbei o ihr Gläubgen

*Weihnachten wie hast Du Dich verändert:  Thomas
Was habe ich mich früher auf´s Christkind gefreut
im Dezember, nachts in den Himmel geschaut.
Wir haben gebacken, gebastelt, gesungen und gelacht
und so die Zeit bis zum heiligen Abend verbracht.
Da gab es dann liebevoll gemachte Geschenke,
für das Puppenhaus neu tapezierte Wände.
Oder auch ein schönes neues Kleid
lag für meine Puppe bereit.
Wir haben alle zusammen gespielt und gesungen
bis die Müdigkeit uns zum Schlafen gezwungen.
Nach dem Kirchgang zur Weihnacht, da war es soweit
da stand schon die Ente mit Klößen bereit.
Am Nachmittag ging es hinaus in den Wald,
es hatte gefroren, die Hände waren so kalt.
Am warmen Ofen haben wir uns wieder gewärmt,
und schmatzend vom Bratapfel geschwärmt.
Doch heute, was hat sich gewandelt die Zeit,
liegen Stollen und Weihnachtsmänner ab August schon bereit.
Und Ende Oktober da klingeln die Kassen,
auch Weihnachtslieder dröhnen laut in den Gassen.
Da macht sich so etwas wie Hektik dann breit
Man hört immer wieder „ Hab gar keine Zeit,
Weihnachtsfeier heute hier morgen dort,
muss Geschenke noch kaufen, entschuldige ich muss fort.“
Geschenke zu machen ist eine Sache für sich
Denn jeder hat alles, braucht eigentlich nichts.
Dinge die heut unterm Tannenbaum liegen
sind PC, Videospiele und Tickets zum Fliegen
Auch Handy und Blueray sind sehr beliebt
aber auch Spielzeug, das mit sich selber spielt.
Nach so viel Geränne, Gehetze und zeitlicher Not
ist man Heiligabend fix und fertig, beinahe schon tot.
Wo ist sie geblieben, die ruhige Zeit
in der ich mich immer aufs Christkind gefreut?

* Lied EG 37, 1+2     Ich steh an deiner Krippe hier

* Schriftlesung:   Lukas 2, 1-20  Inge
1 Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.
2 Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.
3 Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.
4 Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war,
5 damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.
6 Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.
7 Und  sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.
9 Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
12 Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
13 Und alsbald war da bei dem Engel  die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
14  Ehre sei Gott in der Höhe und  Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.
15 Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.
16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.
17 Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.
18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten.
19 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.
20 Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.
Amen

* Glaubensbekenntnis: Thomas
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 48     Kommet ihr Hirten ihr Männer und Fraun

* PREDIGT: Thomas
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde,

Ich möchte Ihnen eine Geschichte erzählen:

Als Jesus nach einigen Jahren Abstinenz mal wieder seine Welt besuchte, nahm er sich vor diesmal die Sache andersherum aufzuziehen. Diesmal wollte er nicht selbst die Welt verändern, sondern Menschen zu diesem Zweck aussenden und ausbilden. Damals bei seiner Geburt hatte das doch auch geklappt. Da waren die Hirten, die losgingen, einfach nur weil es der Engel zu ihnen gesagt hatte. „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; euch ist heute der Heiland geboren.“ Der Engel damals war richtig erfolgreich mit diesem Satz, die Hirten haben es in alle Lande getragen. Sie waren von der Krippe in alle Lande gezogen, „priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.“

Ohne sie hätte er es später viel schwerer gehabt.

Nun, so war das damals. Ihr wisst ja, was daraus geworden ist. Die Menschheit war seither durch finstere und finsterste Zeiten gegangen. In Jesu Namen hatten sie furchtbare Kriege geführt und schreckliche Gewalttaten begangen. Er hatte einige Male mit kaltem Grausen auf seine Welt gesehen.

Aber nun schien sich doch das Blatt zu wenden. Europa wurde vereint, der kalte Krieg war zu Ende. Man erklärte sich selbst zu „zivilisierten“ Menschen und war mächtig stolz auf die modernen Errungenschaften und auf die Globalisierung. Jesus dachte: Das guck ich mir mal an. Vielleicht hören sie mir ja diesmal zu.

Und so kam er dann zurück auf die Erde. Vorweihnachtszeit in einer deutschen Großstadt.

Überall Lichter. Viele Menschen vor bunten Buden. Gemütliche Atmosphäre. Und überall Bilder von damals - seinem Stall. Zwar nicht ganz naturgetreu. Aber immerhin. Sie erinnern sich noch. Also wann, wenn nicht jetzt, dachte sich Jesus. „Ihr seid das Licht der Welt. Leuchtet – es ist alles in euch drin. Fürchtet euch nicht!“


Er fing an bei dem Aufsichtsrat einer großen Automobilfirma. „Junge“, dachte er, „da steckt aber Geld hinter!“ Und er blickte hoch zu 56 Stockwerken aus Stahl und Glas, blank poliert wie für den Empfang der englischen Königin. „Bin doch bloß ich“, grinste er und dann ging er hinein und fuhr mit dem Fahrstuhl 56 Stockwerke hoch. „Damals in Babel ging das schief mit dem hohen Turm“, erinnerte er sich. Aber er fand, dieser hier wirkte recht stabil. Nur konnte er sich des Eindrucks nicht erwehren, dass auch hier Anmaßung und Eitelkeit am Werke waren. Zehn Männer in Schlips und Kragen erwarteten ihn an einem mächtigen Rauchglastisch. Sie saßen in hohen Ledersesseln und drehten sich um sich selber. Die Luft roch nach teurem Parfum und nach den Zigaretten, an denen sie gierig sogen. Vor jedem lag ein dicker Stapel Papier. Und einige hielten vor sich einen Blechkasten zum Aufklappen, in den sie aufgeregt mit den Fingern hackten und angespannt starrten. „Das sind Laptops“, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende, als er den neugierigen Blick Jesu sah. „Aber nun zur Sache. Bitte.“ Dabei machte er eine Bewegung mit der Hand, die wohl einladend wirken sollte.

Jesus holte tief Luft und sprach ein kleines Stoßgebet zu seinem Vater im Himmel. Dann begann er: „Euch ist viel gegeben. Gebt es weiter. Ihr seid das Licht der Welt. Es ist eure Aufgabe, andere zum leuchten zu bringen.“ Die zehn Männer schauten ihn mit hochgezogenen Brauen erwartungsvoll an. „Das wissen wir selber“, sagte schließlich einer von ihnen. „Ohne uns wäre es hier zappenduster. Wir beschäftigen 100 000 Mitarbeiter. Allein schon dadurch haben wir natürlich enormen politischen Einfluss. Aber wir zeigen auch gerne, was wir haben. Sie haben sicher unser Haus gesehen: Es ist ja weithin sichtbar. Und unser Stern leuchtet buchstäblich über das Land.“ Die anderen lachten und klopften auf den Tisch, das sollte wohl Zustimmung signalisieren. Nun wollte Jesus fortfahren. Von Gerechtigkeit wollte er ihnen erzählen und von sozialer Verantwortung, aber da hatte die hübsche Sekretärin ihn schon am Ärmel und schob ihn freundlich, aber bestimmt vor die Tür. „Das hier ist nichts für Gutmenschen“, sagte sie, „das hier ist der Kapitalismus.“

Kapitalismus. Aha. Da wäre doch eigentlich der Satz mit dem Kamel und dem Nadelöhr angebracht, aber wer sich Gerichtsurteile kaufen kann, der kapiert wahrscheinlich nicht wie arm er eigentlich ist. „Na gut – wenn sie mir nicht zuhören wollen, dann probiere ich es halt woanders. Dann müssen eben andere leuchten. Und so versuchte Jesus es woanders. Er ging zu den Kirchenleitenden Gremien der EKD, die Versammlung der Bischöfe wollte er sprechen. „Ihr seid das Licht der Welt.“ – die würden es ja wohl verstehen, die hatten ja schließlich studiert. Er wollte ihnen begreiflich machen, dass die Liebe unter Christenmenschen das höchste Gut wäre und dass die Sorge um das Geld nicht der Gemeinschaft der Glaubenden zerstören dürfe. Die Kirche müsse wieder den einfachen, direkten Weg zu den Menschen finden, damit sie Licht für die Welt sein könne - das war es, was er ihnen sagen wollte. Die Herren und Damen Bischöfe sahen müde aus und traurig. Sie hatten verkniffene Lippen und Augen, mit schweren Lidern und dicken Tränensäcken. Fast hatte Jesus Lust, ein paar Späße zu machen, nur damit diese armen Menschen mal wieder was zu lachen hätten. Aber er besann sich auf sein Amt und blieb mit einiger Mühe ernst. „Ihr seid das Licht der Welt.“, sagte er. Aber es fiel ihm schwer, das zu glauben. Sie sahen ihn mit ihren müden Augen an und nickten schwerfällig. „Natürlich“, sagten sie, „das wissen wir doch. Wir kennen unsere Bibel.“ Und dann erzählten sie ihm, was sie alles auf die Beine stellten, um Licht für die Welt zu sein: Große Kirchentage, riesige Events mit Live-Musik, Lasershows und Öffentlichkeitskampagnen. Nun verstand er auch, warum sie so müde waren. „Sieh, dies ist unsere letzte Plakataktion.“ Und sie zeigten ihm eine Seilbahn vor blauem Himmel. „Was ist Glück?“ stand drauf. Und unten rechts, ganz klein, das EKD-Symbol. „Und?“, fragten sie, „Gefällt es dir? Wir haben ganz Deutschland damit plakatiert. Das hat uns Millionen gekostet.“ „Nein“, sagte Jesus nur, „es gefällt mir nicht.“ Und damit ließ er sie stehen und ging.
Jesus versuchte es weiter und dachte: „Dann werde ich es jetzt bei den einfachen Menschen versuchen, so wie damals.“ Jesus ging zur Arbeitsagentur und sah dort einen jungen Mann, höchstens 20 Jahre alt, der sich aufgeregt mit seiner Sachbearbeiterin stritt. Es ging offenbar um Geld. Und Jesus trat zu ihm und flüsterte: „Du bist das Licht der Welt.“ Aber der junge Mann sah ihn nur mit leeren Augen an, schwieg und ging fort. Vielleicht sollte ich es mal in einer kleinen Stadt versuchen. Da wo die Menschen noch zuhören können. Und so kam Jesus nach Husum. Nachdem er über den Weihnachtsmarkt geschlendert war, traf er eine alte Frau. Er sah sie, wie sie sich in der Stadt mit ihren Einkaufstaschen quälte und er konnte sehen, dass ihr jeder Schritt weh tat. Da ging er zu ihr, nahm ihr die Taschen ab und sagte: „Du bist das Licht der Welt. Laß es leuchten, es ist tief in dir drin. Glaub mir.“ Doch sie schüttelte nur den Kopf. „Komm du erstmal in mein Alter, mein Junge, dann leuchtest du auch nicht mehr. Dann wartest du nur noch, dass dein Lebenslicht ausgeht.“

Langsam hatte Jesus die Nase voll. Dass Menschen, denen es so gut ging, so mutlos sein konnten, damit hatte er nicht gerechnet. Und dass eine Welt, die so reich war, so voller Glanz und Licht, inwendig so arm und verdunkelt sein konnte, das machte ihm Kummer und das tat ihm weh. Es müsste doch möglich sein, dass in einer zivilisierten Welt alle satt werden. Es sollten doch alle in eine solche Gesellschaft einen Platz und eine Perspektive haben! Müsste nicht jeder Mensch Licht und Freundlichkeit finden können? Es müsste doch möglich sein, dass ihr diesen Traum festhaltet und das Wort der Liebe Gottes nicht wegwerft wie ein kaputtes Spielzeug. Sie haben es immer noch nicht kapiert, dachte er sich und war kurz davor zum äußersten zu greifen. Wenn nichts mehr hilft, dann muss eben ein Wunder her. Das wäre an sich kein Problem. Aber es war genau das gleiche wie damals – am Ende haben ihm die Wunder mehr Schwierigkeiten gemacht als alles andere. Aber lieber nichts überstürzen. Erst mal in Ruhe nachdenken. Abstand gewinnen. Früher ist er dafür immer an den See gegangen. Und, wo er schon mal da war, dann sollte es schon gleich die Nordsee sein. Er besuchte die Nordseeküste und sah einige Tage lang zu, wie das Wasser kam und ging. „Was für eine witzige Idee“, dachte er erheitert und bewunderte nicht zum ersten Mal die kreative Schaffensfreude Gottes, seines Vaters. Als er vom Deich zurückkam, war es überall hell erleuchtet. Lange Lichterschlangen an den Häusern, überall Bäume mit blinkenden Lichtern. Jesus war geblendet. So hatte er das nicht gemeint mit dem Licht der Welt. Ihm ging es mehr um das Innere Licht, das von tief drinnen kommt und wärmt. Das leuchtet, nicht blendet. Wenn man vor lauter Licht nichts mehr sehen kann, dann stimmt doch was nicht. Vielleicht ist das der Grund, warum sie den Satz nicht mehr kapieren.

Einen Versuch habe ich noch, dachte er sich und kam direkt hierher – zu uns nach Wittgenborn/Wächtersbach.

Und nun kommst du: Nun stell dir mal vor, nicht ich, sondern er selbst stünde hier und sagte dir: „Du bist das Licht der Welt. Du sollst mit Liebe und Freundlichkeit, mit offenem Herzen und offenen Händen diese Welt heller machen. Du bist das Licht. Ich will in dir leuchten.“ Nun stell dir vor: Nicht ich, sondern er selber würde dir hier und heute erzählen, wie er es meint, was er sich wünscht und was dein Auftrag ist.

Nun stellt euch das mal vor: Jesus käme in diese Welt und würde das heute und hier jedem einzelnen von euch sagen. Und er würde jeden einzelnen meinen: die Alten und die Jungen, die Reichen und die Armen, die Pastoren und die, die Sonntags lieber ausschlafen: „Du bist das Licht der Welt. Durch dich will ich leuchten. Du musst mich nur noch rein lassen.“

Dann müsste es hier doch den ein oder anderen geben, der kapiert, was er meint, oder?

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 46     Stille Nacht

* Fürbittengebet: Thomas und Inge
Thomas
Wenn wir es zulassen, dass, das Licht der heiligen Nacht bei uns ankommt, können wir selber zu Engeln werden, dass heißt: zu Boten Gottes für Menschen in Not und in Angst, in Unfrieden und im Dunkel der Hoffnungslosigkeit. Denn auch und gerade ihnen soll das Weihnachtslicht leuchten. Darum wollen wir beten.
Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

1 Teelicht anzünden  

Inge
Darum wollen wir beten, für die Kinder auf der ganzen Erde: dass ihre Hoffnungen nicht enttäuscht werden; dass sie in eine freundliche Welt hineinwachsen und erfahren, dass sich das Leben lohnt. Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

2 Teelicht anzünden  

Thomas
Darum wollen wir beten, für alle in Partnerschaft, Ehe und Familie; dass sie auch in Enttäuschungen nicht aufgeben, dass sie Konflikte im Geist Jesu Christi durchstehen und immer wieder Wege zueinander finden.
Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

3 Teelicht anzünden  

Inge
Darum wollen wir beten, für alle, die allein sind, dass sie sich nicht verschließen und dass sich Menschen finden, die auf sie zugehen und die sich nicht beirren lassen.
Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

4 Teelicht anzünden  

Thomas
Darum wollen wir beten, für alle, die für Glauben, Wahrheit und Gerechtigkeit verfolgt werden und leiden müssen, dass sie die Hoffnung auf eine Welt des Friedens nicht verlieren und dass ihr Leiden und ihr Opfer nicht vergeblich sind.
Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

5 Teelicht anzünden  

Inge
Darum wollen wir beten, für alle Vielbeschäftigten und Erfolgreichen, die in ihrer Arbeit aufgehen, dass sie bei allem, was sie tun, die schwächeren nicht übersehen, dass sie die nicht vergessen, die sie mögen und auf sie warten.
Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

6 Teelicht anzünden  

Thomas
Darum wollen wir beten, für alle Kranken, alle Alten und für alle, die heute sterben, dass die Schmerzen sie nicht überwältigen und dass sie nicht allein gelassen werden, sondern Menschen haben, die sie spüren lassen, dass Gott ihnen Nahe ist.
Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

7 Teelicht anzünden  

Inge
Darum wollen wir beten, für alle die nicht mehr Glauben können, dass sie ihren Platz an der Krippe entdecken und erfahren, dass Gott niemand wegschickt, sondern jeden annimmt, wie er ist.
Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

8 Teelicht anzünden  

Thomas
Für uns selber beten wir, für jede und jeden einzelnen hier, dass keiner ungesegnet von hier weggeht und dass wir alle zu Engeln Gottes werden, zu Boten seiner Nähe, seiner Freundlichkeit und seines Friedens.
Gott, Vater unseres Bruders Jesus Christus und unser Vater – hab Dank, dass dein Licht uns leuchtet. Dank dafür, dass wir deine Boten für die Welt sein dürfen. Lass es geschehen . Wir bitten dich dazu um deinen Geist. Mach selber wahr, worum wir dich in Jesu Namen und mit seinen Worten bitten.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:  Thomas
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. AMEN.

* Lied EG 54     Hört der Engel helle Lieder

* Bekanntmachungen:

* Votum: Thomas
Es segne Euch der Herr in dieser Nacht,
da so viel Neues an das Ohr der Erde dringt.
Er rühre eure Ohren an mit zarter Hand,
damit sie offen, stets zu lauschen,
wer da klopft und für sich wirbt.
Er lasse eure Gier nach Neuem wachsen,
damit ihr staunend fragt und forscht
nach jenem Kind, das Könige von fernen Thronen lockt.
Er komme zu euch jetzt als Wort
Und frohe Botschaft – doch einst
Als Gegenüber, das liebend euch umfängt.
Bis dahin halte segnend Er die Hand
Wohl über Leut’ und Land:
Der Vater – Gott genannt
Der Sohn – hier keine Herberg’ fand
Der Geist – uns unbekannt.
So geht in diese Nacht mit Gottes Segen:

* Segen: Thomas
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.

* Lied EG 44     O du fröhlich

Orgelnachspiel

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BeitragVerfasst am: 25.12.2018 01:40    Titel: Re:


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