Willkommen auf der Seite von Prädikant Wagner

 Predigten und Andachten zu vielen Anlässen
Willkommen auf der Seite von Prädikant Wagner Foren-Übersicht
Benutzergruppen Check your PMs Login
Registrieren
    Intro   Portal   Index  Wichtige SeitenHomepage  Foto AlbumFoto Album  KarteKarte 


Die Suche hat 46 Ergebnisse ergeben.
Willkommen auf der Seite von Prädikant Wagner Foren-Übersicht
Autor Nachricht
  Thema: Abendgottesdienst am Drittl.Sonntag im Kirchenjahr, 11.11.18
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 10

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 11.11.2018 20:29   Titel: Abendgottesdienst am Drittl.Sonntag im Kirchenjahr, 11.11.18
Abendgottesdienst am Drittletzter Sonntag
im Kirchenjahr
18.00 Uhr Ev. Kirche Kempfenbrunn
11.11.2018
Text: Lukas 18, 1-8

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Thema heute: Die Kraft des Betens.

*Lied EG 147 Wachet auf ruft uns die Stimme

*Eingangspsalm:
Psalm EG 735
Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Die Welt ist nicht so, wie sie sein sollte.
Manchmal denken wir: Gott ist weit weg,
er kennt mich nicht und hört nicht, wenn ich
bete.
Lasst uns Gott um Erbarmen bitten:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Dann aber erleben wir, dass wir bekommen,
was wir zum Leben brauchen, dass Gott für uns
da ist, dass er uns kennt und hört, wenn wir
beten.
Dafür lasst uns Gott loben:

*Kollektengebet:
Lasst uns beten:
Gott, du Trost der Traurigen und Stärke der
Schwachen, höre die Bitten der Menschen,
die in Bedrängnis und Not nach dir rufen,
dass sie deine Hilfe erfahren und dich loben und
preisen. Wir bitten dich durch Jesus Christus,
unseren Herrn,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt
und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
G: AMEN

* Schriftlesung: Lk 17, 20-24
20 Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man's beobachten kann;
21 man wird auch nicht sagen: Siehe, hier ist es!, oder: Da ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.
22 Er sprach aber zu den Jüngern: Es wird die Zeit kommen, in der ihr begehren werdet, zu sehen einen der Tage des Menschensohns, und werdet ihn nicht sehen.
23 Und sie werden zu euch sagen: Siehe, da!, oder: Siehe, hier! Geht nicht hin und lauft ihnen nicht nach!
24 Denn wie der Blitz aufblitzt und leuchtet von einem Ende des Himmels bis zum andern, so wird der Menschensohn an seinem Tage sein.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 246, 1-4 Ach bleib bei uns Herr Jesu Christ

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde!
"Ich habe so darum gebetet, damals, dass ich wieder eine Stelle in meinem erlernten Beruf finde", sagte der Mann, "Gott aber hat einfach nicht gehört! Viele Monate bin ich arbeitslos gewesen. Dann konnte ich an einer Umschulungsmaßnahme teilnehmen für einen neuen Beruf, zu dem ich keinerlei Neigung verspürt habe. Heute bin ich zwar wieder im Arbeitsleben, aber dass ich nicht mehr machen kann, was ich gelernt habe, tut immer noch weh. Und irgendwie hadere ich auch noch mit Gott, dass er mich diesen Weg geführt hat."

Eine Mutter erzählt: "Meine Tochter war 15, als ich ihr Vertrauen verloren habe. Ich weiß bis heute nicht, warum und ob ich irgendeinen Anlass dazu gegeben hatte. Sie zog sich auf einmal ganz in sich zurück. Sie sprach nur noch das Nötigste mit mir und ließ mich nicht mehr teilhaben an ihrem Leben, was sie beschäftigt, was sie denkt und wer ihre Freunde sind... Wie oft habe ich gebetet, dass sie zu mir zurückfindet, dass es wieder wie früher ist, wir wieder miteinander sprechen können. Nichts ist besser geworden seitdem? Es ist, als ob meine Gebete ins Leere gegangen wären. Heute ist meine Tochter 18. Sie lebt noch bei uns, aber sie behandelt mich wie eine Fremde. Furchtbar ist das. Lange kann ich das nicht mehr ertragen."

Wovon würden wir sprechen, wenn es um unser Beten geht und darum, ob Gott uns erhört oder geschwiegen hat? Wollten wir nicht gesund werden - die Krankheit ist bis heute geblieben. Wollten wir nicht diese Last ablegen können, die uns schon so viele Jahre quält - liegt sie nicht noch immer auf unseren Schultern? Und von wie vielen verpassten Chancen könnten wir erzählen - und wir hatten doch zu Gott gefleht, dass er uns einmal nicht vergisst, uns gewährt, worum wir ihn bitten. Dabei gibt es doch genug Menschen, die würden bezeugen, dass Gott ihnen geholfen hat, dass ihre Gebete gehört und er ihnen geschenkt hat, was sie ihn gebeten haben. Vielleicht sind ja auch unter uns jetzt solche, die was das Beten angeht weniger von enttäuschter Hoffnung als von Erfüllung und guten Erfahrungen berichten könnten. Aber woran liegt das? Beten diese Menschen anders? Können sie's besser? Haben sie ein "Rezept" wie man bei Gott "erfolgreich" betet?

Das sind gewiss sehr heikle Fragen. Sie sind besetzt mit vielen Gefühlen, mit Schmerz, Traurigkeit und Enttäuschung. Trotzdem: Es liegt auch viel Verheißung darin, vielleicht zu einem Beten zu finden, das bei Gott etwas erreicht, unser Leid wendet und ein wenig mehr Glück und Zuversicht in unser Leben bringt. Darum fragen wir wirklich einmal, wie wir beten?

Manche Menschen sind in ihrem Gebet sehr zaghaft. Ganz tief in ihrem Innern haben sie Angst davor, Gott mit ihren Sorgen zu behelligen. Der große Gott hat doch gewiss anderes zu tun, als ihre Bitten anzuhören! Und die sind auch noch so persönlich! Darf man denn seine eigenen Wünsche vortragen? Ist das nicht unangemessen, Gott um Kleinigkeiten wie die eigene Genesung anzugehen, wenn in der großen Welt Millionen nichts zu essen und kein Dach über dem Kopf haben?

Andere bleiben nicht beharrlich bei ihrem Beten! Kaum haben sie ein-, zweimal ihre Wünsche vor Gott gebracht, da lassen sie ihre Bitten schon wieder fallen. Und sie sagen dabei: Gott hört ja doch nicht. - Aber vielleicht hätte Gott zu seiner Zeit doch geholfen? Vielleicht will er auch durch unsere Treue beim Beten sehen, wie ernst es uns ist und wie wichtig unsere Anliegen? Wenn wir unseren Wunsch wieder und wieder aussprechen, spricht das nicht wirklich dafür, dass uns etwas sehr viel bedeutet?
Viele Menschen trauen sich auch gar nicht, mit ihren eigenen Worten zu Gott zu kommen. Sie meinen, im Abendgebet, das sie seit ihrer Kindheit sprechen, wäre auch alles eingeschlossen, was sie beschäftigt und was sie sich von Gott erhoffen. Aber ist Gott nicht unser Vater? Würden wir mit unserem menschlichen Vater in vorgefertigten Worten reden? Ja, müssen wir bei unserem Vater denn wirklich darauf achten, dass unsere Worte wohlgesetzt sind? Wird er uns nicht auch verstehen, wenn wir einfach aussprechen, wie uns in unserem Herzen zumute ist?

Dann gibt es sicher auch noch die Menschen, die beim Beten einfach nicht mehr so unbefangen und hoffnungsvoll sind. Zu oft sind sie schon enttäuscht worden. Und vielleicht ist heute eine gewisse Bitterkeit und Resignation in ihnen. Doch: Sie beten noch - aber ohne all zuviel Vertrauen. Sie haben das Gespräch mit Gott nicht ganz eingestellt - aber es liegt nicht mehr viel ehrliche Erwartung darin. Groß und alles überragend steht ihre Erfahrung dem Glauben an die Macht des Gebets im Weg. Wir wollen jetzt auf den Predigttext zu diesem Sonntag hören, er steht bei Lukas 18, 1-8. Ich finde, er kann uns hier weiterführen. Er spricht über ein Beten, das bis zu Gottes Ohr vordringt, ein Beten, das erreicht, was es will:

Er sagte ihnen aber ein Gleichnis darüber, dass sie allezeit beten und nicht nachlassen sollten, und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der fürchtete sich nicht vor Gott und scheute sich vor keinem Menschen. Es war aber eine Witwe in derselben Stadt, die kam zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht gegen meinen Widersacher! Und er wollte lange nicht. Danach aber dachte er bei sich selbst: Wenn ich mich schon vor Gott nicht fürchte noch vor keinem Menschen scheue, will ich doch dieser Witwe, weil sie mir so viel Mühe macht, Recht schaffen, damit sie nicht zuletzt komme und mir ins Gesicht schlage. Da sprach der Herr: Hört, was der ungerechte Richter sagt! Sollte Gott nicht auch Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er's bei ihnen lange hinziehen? Ich sage euch: Er wird ihnen Recht schaffen in Kürze. Doch wenn der Menschensohn kommen wird, meinst du, er werde Glauben finden auf Erden?

Liebe Gemeinde, ziemlich unverschämt diese Witwe! Sollen wir es ihr wirklich gleich tun? Und ziemlich fragwürdig, wie sich dieser Richter verhält! Soll er etwa ein Bild für unseren himmlischen Vater abgeben?

Aber lassen wir uns davon nicht beirren. Wir wissen doch, wie anstößig Jesus immer wieder erzählt hat, um aufhorchen zu lassen und am Ende seine Botschaft in die Ohren und die Herzen zu sagen. Denken wir doch nur an die Arbeiter im Weinberg: Gewiss war es nicht richtig, den ganzen Tag müßig herumzustehen und dann nur noch eine Stunde zu arbeiten - aber so wird deutlich, wie gütig Gott ist, und dass er möchte, dass alle Menschen leben können und ihr Auskommen haben! Oder denken wir an den Verlorenen Sohn: Ist das nicht empörend? Alles hat er durchgebracht und verprasst und doch nimmt ihn der Vater auf mit offenen Armen. Aber erkennen wir nicht gerade an dem, was uns in dieser Geschichte aufregt, wie lieb der Vater im Himmel alle seine Kinder hat - und eben auch die, die sich von ihm abgewendet haben?

Und genau so ist es auch hier: Fragen wir nicht nach der Unverschämtheit der Witwe oder nach dem fragwürdigen Verhalten des Richters. Fragen wir, was uns über rechtes, "erfolgreiches" Beten gesagt wird: "Schaffe mir Recht!", so spricht die Witwe kein bisschen ängstlich oder ehrfurchtsvoll vor dem hohen Richter! Sie weiß, was sie will und sie trägt es vor. Auch hat sie keine Scheu, ihre eigene Sache zu vertreten: Um ihr Recht geht es. Sie will etwas für sich! - Wie geht es weiter: "Aber er wollte lange nicht!", heißt es. Die Frau aber lässt nicht locker. Wir können uns vorstellen, dass sie immer wieder vorstellig wird. Vielleicht lauert sie dem Richter sogar auf, wenn der zum Feierabend auf dem Weg nach Hause ist? Vielleicht besucht sie ihn sogar in seinem Haus, um ihm zu zeigen, dass er sie nicht los wird, dass sie nicht aufsteckt, bis er ihr gibt, was sie von ihm fordert? Und er tut's: "Ich will dieser Witwe, weil sie mir so viel Mühe macht, recht schaffen", sagt schließlich der Richter. Beharrlichkeit führt zum Ziel! Die Frau lässt sich nicht abwimmeln. Ihre enttäuschenden Erfahrungen können sie nicht entmutigen. Sie bleibt dran und erreicht, was sie will: ihr Recht!

Aber erinnern wir uns: Der Richter wird ungerecht genannt! Gott aber ist gerecht! Darum hat unser Beten zu ihm gewiss noch viel mehr Verheißung! "Sollte Gott nicht auch Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er's bei ihnen lange hinziehen?"

Liebe Gemeinde, lassen wir uns von Jesu Worten ermutigen, dazu anstoßen, dass wir mit einem neuen, anderen Beten vor Gott kommen: Dass wir nicht zaghaft und ängstlich unsere Bitten vortragen, sondern wie Menschen, denen es ausdrücklich erlaubt ist, auch ganz persönliche Dinge, Fragen und Wünsche auszusprechen. Dass wir beharrlich beim Beten sind, nicht gleich aufgeben, wenn die Hilfe ausbleibt oder sich nicht erfüllt, was wir von Gott erflehen. (Martin Luther hat - ähnlich unverschämt wie die Witwe in der Geschichte - gesagt: "Du musst Gott im Gebet die Ohren reiben, bis sie heiß werden!") Dass wir auch unsere ganz eigenen Worte beim Beten finden; sie müssen nicht wohl bedacht und trefflich formuliert sein. Der Vater versteht die Sprache seines Kindes! Und schließlich lassen wir uns von Jesu Worten dahin führen, dass wir niemals die Hoffnung verlieren. Es gibt ja doch hinter allem Beten und Erhören einen Vorbehalt, den der himmlische Vater macht: Er wird uns niemals geben, was schlecht, was nicht dienlich für uns ist. Darum wollen wir auch da, wo vermeintlich gar keine Antwort auf unser Gebet kommt, nicht das Vertrauen verlieren. Gott hat uns gehört. Gott wird uns antworten - aber dann und so, wie er es für richtig hält.

Ich wünsche den beiden Menschen, von denen ich am Anfang gesprochen habe, dass auch sie zur rechten Zeit und auf eine sie beglückende Weise erleben, dass Gott ihr Gebet erhört. Ich wünsche uns allen, dass wir bei unserem Gebet ein bisschen dem Beispiel der Witwe in der Geschichte Jesu folgen - und dadurch - und immer wieder in unserem Leben - die Wahrheit dieses Wortes erfahren: "Sollte Gott nicht auch Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er's bei ihnen lange hinziehen?"
Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 152 Wir warten dein o Gottes Sohn

* Fürbittengebet:
Lasst uns beten zu Gott,
der in Jesus der Welt seine Liebe geschenkt hat,
lasst uns rufen:

G.: Herr, erbarme dich.

Für alle, die das Warten aufgegeben und sich in
einem unveränderlichen Alltag
eingerichtet haben, dass sie sich neu
auf den Weg machen, um die Spuren deiner
Gegenwart zu suchen.
Für sie rufen wir zu dir:

G.: Herr, erbarme dich.


Für alle, die müde geworden sind an ihrem
Leben:
für die Mütter und Väter, die sich aufzehren in
Mühe und Arbeit für ihre Familien.
Für die Menschen, die Zeit und Kraft aufopfern
für andere, dass sie deine Hilfe spüren und
neuen Mut gewinnen.
Für sie rufen wir zu dir:

G.: Herr, erbarme dich.

Für alle, die enttäuscht und resigniert sind,
weil ihr Eintreten für eine bessere Welt scheinbar
ohne Wirkung bleibt.
Für die Menschen, die unsere Umwelt schützen
und bewahren wollen.
Für die Menschen, die für den Frieden eintreten,
dass sie den Glauben an deine
Friedensverheißung
und an deine Segenszusage nicht verlieren.
Für sie rufen wir zu dir:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir beten für uns,
weil wir oft hoffnungslos, müde und enttäuscht
sind.
Stärke uns und mach uns bereit, zu warten auf
dein Reich, das mitten unter uns ist und das du
uns verheißen hast. Tröste und
ermutige uns mitzuhelfen,
dass die Zeichen deiner Nähe und Liebe
in der Welt sichtbar werden.
Für sie rufen wir zu dir:

G.: Herr, erbarme dich.

-------------------stilles gebet-----------------------------

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 487 Abend ward bald kommt die Nacht

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Eigene Gemeinde

Wochenspruch: Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils! 2. Kor. 6, 2

Nächster Gottesdienst

Sonntag, 18. November 2018 mit Pfrin. Ehlers

9:30 Uhr Gottesdienst zum Volkstrauertag


Abkündigungen

Sonntag, 18. November 2018

9:30 Uhr Kindergottesdienst in Kempfenbrunn im Gemeindehaus

* Votum:
Möge Gott uns stärken,
dass wir unsere Gaben nutzen,
zu heilen
und nicht zu schaden,
zu helfen
und nicht zu behindern,
zu segnen
und nicht zu fluchen,
miteinander an Gottes Gerechtigkeit zu bauen.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gottesdienste am 23. Sonntag nach Trinitatis, 04.11.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 11

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 04.11.2018 12:56   Titel: Gottesdienste am 23. Sonntag nach Trinitatis, 04.11.2018
Gottesdienst am 23. Sonntag nach Trinitatis
09.00 Uhr Kirchraum im DGH Hesseldorf mit Totengedenken
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach mit Totengedenken
04.11.2018
Text: Johannes 15, 18-21

* Lied EG 136, 1 O komm du Geist der Wahrheit

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde in Schlierbach, ich heiße Sie und euch alle herzlich willkommen zum GD 23. S. n. Trinitatis.
Das Thema dieses Gottesdienstes lautet: Glaube stößt auf wenig Gegenliebe. In Jesus Christus begegnen sich die irdische und die himmlische Welt.
Das führt zu unvermeidlichen, heftigen Konflikten zwischen diesen Welten. Sie treffen Jesus selbst, aber auch alle Menschen, die ihm nachfolgen.
Auf Jesus Christus hinweisen, zu ihm hinführen,
ihn bezeugen im Reden, im Tun, wenn es sein soll, im Leiden:
dazu sind wir berufen.
Wie oft vergessen wir aus Angst oder aus Bequemlichkeit unsere Berufung.
Nimm von uns, Gott, unsere Trägheit, unsere Furcht vor den Menschen, und gib, dass wir dir dienen
mit allem, was wir tun und lassen.
Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen
Ich wünsche uns allen hier, heute Morgen einen mutmachenden Gottesdienst.

*Lied EG 324, 1-5 Ich singe dir mit Herz und Mund

*Eingangspsalm:
Es ist niemand heilig wie der Herr, außer dir ist keiner,
und ist kein Fels, wie unser Gott ist.
Laßt euer großes Rühmen und Trotzen,
freches Reden gehe nicht aus eurem Munde;
denn der Herr ist ein Gott, der es merkt,
und von ihm werden Taten gewogen.
Der Bogen der Starken ist zerbrochen,
und die Schwachen sind umgürtet mit Stärke.
Die da satt waren, müssen um Brot dienen,
und die Hunger litten, hungert nicht mehr.
Die Unfruchtbare hat sieben geboren,
und die viele Kinder hatte, welkt dahin.
Der Herr tötet und macht lebendig,
führt hinab zu den Toten und wieder herauf.
Der Herr macht arm und macht reich;
er erniedrigt und erhöht.
Er hebt auf den Dürftigen aus dem Staub
und erhöht den Armen aus der Asche,
daß er ihn setze unter die Fürsten
und den Thron der Ehre erben lasse.
Denn der Welt Grundfesten sind des Herrn,
und er hat die Erde darauf gesetzt.
Es ist niemand heilig wie der Herr, außer dir ist keiner,
und ist kein Fels, wie unser Gott ist.
Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Herr Jesus Christus! Wie gern teilen wir unser Leben in Bereiche ein, die mit dir zu tun haben und in die anderen, die allein uns gehören. In der Kirche lassen wir uns von dir etwas sagen - im Alltag gilt ein anderes Wort, ein anderes Gesetz. So machen wir dir keine Ehre. So sind wir schlechte Zeugen deiner guten Sache! So bestreiten wir dir deine Herrschaft über unser ganzes Leben und rufen um erbarmen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Gott will Menschen, die in ihrem Denken, Reden und Handeln zeigen, dass sie von Gott und seiner Güte leben. Alles was wir tun und sagen soll den Ruhm deines Namens verkünden. Unser ganzes Leben, unser Alltag und unser Sonntag soll Zeugnis und Hinweis auf Gott sein und ihn preisen.In der Gemeinschaft der Völker singen wir sein Lob:

*Kollektengebet:
Lasst uns beten:
Allmächtiger, ewiger Gott,
lenke du unsere Schritte, wie es dir gefällt.
Zeige uns unsere Aufgaben in dieser Welt
und gib uns Kraft und Mut, sie zu erfüllen.
Durch Jesus Christus, unseren Herrn,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert
in alle Ewigkeit.

G: AMEN

* Schriftlesung: Römer 13, 1-7
Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet.
Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt der Anordnung Gottes; die ihr aber widerstreben, ziehen sich selbst das Urteil zu.
Denn vor denen, die Gewalt haben, muß man sich nicht fürchten wegen guter, sondern wegen böser Werke. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so tue Gutes; so wirst du Lob von ihr erhalten.
Denn sie ist Gottes Dienerin, dir zu gut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst: sie ist Gottes Dienerin und vollzieht das Strafgericht an dem, der Böses tut.
Darum ist es notwendig, sich unterzuordnen, nicht allein um der Strafe, sondern auch um des Gewissens willen.
Deshalb zahlt ihr ja auch Steuer; denn sie sind Gottes Diener, auf diesen Dienst beständig bedacht.
So gebt nun jedem, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer gebührt; Zoll, dem der Zoll gebührt; Furcht, dem die Furcht gebührt; Ehre, dem die Ehre gebührt.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 351, 1-3 Ist Gott für mich so trete

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.
Predigt zu Johannes 15,18-21

18 Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat.
19 Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt.
20 Gedenkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten.
21 Aber das alles werden sie euch tun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.

Liebe Gemeinde, zwei Menschen mit ganz unterschiedlichen Auffassungen treffen sich. Sie kommen ins Gespräch, erzählen von ihren Erlebnissen und Erfahrungen. Dabei wird deutlich, wie die Erfahrungen sie geprägt haben und welche Einstellungen und Meinungen sie sich gebildet haben.

Der eine hat viel Schönes erlebt, hat eine unbeschwerte Kindheit gehabt, dann selber eine eigene Familie gegründet, eine gute Arbeit gefunden und behalten, alles läuft nach Wunsch. Dieser Mensch ist rundum zufrieden, er denkt positiv, freut sich am Leben.

Bei dem anderen ist es genau umgekehrt. Schon die Kindheit war schwer. Keiner hat sich so richtig um ihn gekümmert, überall musste er sich alleine durchbeißen. Viele Träume sind geplatzt, viele Enttäuschungen gab es. Eine eigene Familie hat er nicht, und Arbeit findet er nur hin und wieder mal als Gelegenheitsarbeiter. Aber lange hält das nie. Dieser Mensch ist im Laufe der Jahre hart und bitter geworden. Das Leben ist ihm eine Last, skeptisch und mürrisch betrachtet er alles, was auf ihn zukommt. Es wird sowieso nichts Gutes für mich sein, denkt er.

Wenn diese zwei Menschen sich begegnen, dann prallen zwei Welten aufeinander. Jeder hat eine andere Sicht vom Leben und den Dingen gewonnen. Es fällt ihnen schwer, die Erfahrungen des anderen nachzuvollziehen. Sie sprechen unterschiedliche Sprachen. Der eine glaubt an das Gute, sieht alles positiv, der andere erwartet nichts mehr vom Leben, er hält die Welt und die Menschen für abgrundtief schlecht. Wenn diese beiden über ihre Ziele und den Sinn des Lebens sprechen, dann kommen sie nie und nimmer auf einen gemeinsamen Nenner.
Zwei Welten prallen aufeinander. So ist das auch bei dem, was Johannes in seinem Evangelium beschreibt. Hier scheint es so, als seien die irdische und die himmlische Welt zwei Mengen, die überhaupt nichts gemeinsam haben, zwei entgegengesetzte Pole. Als Jesus Christus auf die Welt kam, sind diese beiden Welten dichter zusammengerückt. In ihm bildet sich eine Schnittmenge. Aber das geschieht nicht ohne Reibungen. Die „Welt“ entwickelt Abwehr, versucht, das Neue und Andersartige zu bekämpfen und zu verdrängen. Christen gehören durch die Taufe in den Herrschaftsbereich Jesu Christi, in die Schnittmenge. Jesus hat uns dazu berufen. Dadurch ist die Gemeinsamkeit mit der übrigen Welt geringer geworden. Sie bleibt gottlos. Wenn sie dann gegen den Bereich des Göttlichen kämpft und ihn wieder hinausdrängen will, dann trifft diese Ablehnung nicht nur Jesus Christus selbst, sondern auch alle, die zu ihm gehören.

An dieser Stelle des Johannesevangeliums bereitet Jesus seine Jünger auf seinen Abschied, sein Leiden, Sterben und Auferstehen vor. Er kündigt ihnen an, womit sie zu rechnen haben, was auf sie zukommt. Sie sollen nicht erwarten, dass sie sich mit ihrem Glauben beliebt machen und auf Gegenliebe stoßen. Die, die ohne Gott leben, werden sie nicht verstehen und als Fremdkörper betrachten. Fremdheit verunsichert, stößt auf Abwehr und Ablehnung. Diese Ablehnung kann so stark sein, dass Hass entsteht. Dass merken wir gerade wieder in unserer Zeit ganz deutlich. Stärkere negative Gefühle als Hass kann es gar nicht geben. Dieser Hass kann sich in Verfolgung, Zerstörung und sogar in dem Willen zum Töten entladen. An Jesus ist das so geschehen, und viele Christen hat dieses Schicksal in der Nachfolge Jesu auch so getroffen und es trifft sie auch heute noch.

Eigentlich haben Menschen überhaupt keinen Grund dafür, Jesus zu hassen. Das betont Jesus auch in seiner Rede ein paar Verse weiter, wenn er das Psalmwort zitiert: „Sie hassen mich ohne Grund.“ Gott hat Jesus Christus doch aus Liebe zur Welt gesandt. Er wollte sie für sich gewinnen, um ihre Gegenliebe werben. Jesus ist ganz offen und ehrlich den Menschen gegenübergetreten, ohne Macht und Gewalt. Er hat lieber Leiden auf sich genommen, als Leiden zu verursachen. Er wollte Liebe verkündigen, wollte, dass das Miteinander durch Liebe geprägt ist. In dem Abschnitt vor dem heutigen Predigttext ist dies ausdrücklich ausgeführt und bestätigt.

Da der Predigttext so deutlich vom Hass spricht, ist es sinnvoll, sich noch ein bisschen ausführlicher mit diesem Begriff bzw. diesem Gefühl zu beschäftigen.
Wie steht es eigentlich bei uns Christen mit dem Hass?

Haben Sie schon mal jemanden gehasst? Darf ich als Christ überhaupt Hass als Gefühl zulassen? Wenn wir Hass empfinden, müssen wir uns dessen schämen, ihn verstecken oder unterdrücken?

Hass gegenüber Dingen oder Tätigkeiten kennen wir schon eher, und das finden wir auch nicht so schlimm. Manche Schüler sagen: „Ich hasse diese Hausaufgaben.“ Oder eine Hausfrau sagt: „Ich hasse das ständige Putzen.“, Ich sage, ich hasse das Bügeln und kaufe mir zunehmend Bügelfreie Hemden. Oder ein Arbeiter sagt: „Ich hasse diese monotone Arbeit.“ Für alle diese Ausbrüche gibt es Verständnis. Aber darf man einem anderen Menschen an den Kopf schleudern: „Ich hasse dich!“? Da muss uns schon jemand etwas ganz, ganz Schlimmes angetan haben. Da hat mich jemand schwerwiegend verletzt, mir das Liebste genommen, mir unendlich wehgetan. Dann könnte es vielleicht tatsächlich zu einem solchen Ausbruch kommen: „Ich hasse dich!“ Am häufigsten geschieht das, wenn eine große Liebe enttäuscht wurde und zerbricht. Wenn eine tiefe Kränkung erfolgt ist, dann kann Liebe in Hass umschlagen, dann können Wut und Rachegefühle entstehen. Vernünftiges Denken und Nüchternheit sind in solchen Momenten ausgeschaltet.

Wenn man über die Entstehung von Kriegen nachdenkt, dann wird deutlich, dass das Schüren von kollektivem Hass in der Bevölkerung ein wichtiges Mittel zur Vorbereitung eines Krieges ist. Der Gegner wird schlecht gemacht, als unmenschlich dargestellt, als böse bezeichnet, und es wird dazu aufgefordert, das Böse zu bekämpfen.
Wir sollten als Christen jegliche Form des Hasses zu vermeiden suchen, den kollektiven wie auch den individuellen. Hass setzt sich an die Stelle der Liebe, und das ist schlecht. Unser Handeln folgt dann einem ganz anderen Gesetz, als es sollte. Christliches Handeln soll von Liebe geprägt sein. Und unser Gesicht spiegelt auch immer etwas von unseren Empfindungen wider. Hass macht hässlich, und wer möchte schon hässlich sein? Ein liebevolles, gütiges Gesicht ist ein erfreulicher Anblick. Ein von Hass verzerrtes Gesicht ist entstellt, die Schönheit ist weg.

Was kann man aber gegen Hassgefühle tun? Es wäre bestimmt falsch, sie einfach so stehen zu lassen und sich damit abzufinden. Richtig wäre es, sie zu bearbeiten, den Verstand einzuschalten und zu überlegen: Was ist genau passiert? Worin besteht die Kränkung und Verletzung? Warum hat der andere mir das angetan? Gibt es einen Grund? Lässt sich das Geschehene erklären? Habe ich selbst etwas dazu beigetragen?
Als Christen können wir die Angelegenheit auch im Gebet vor Gott tragen. Wir können vor Gott unsere Klage und Verzweiflung äußern. Kann ich mit jemand anderem darüber sprechen? Ist mit dem Betroffenen eine Aussprache möglich? Durch Reden und Reflektieren wird der Druck möglicherweise kleiner. Schließlich stellt sich die Frage: Kann ich irgendwann dazu kommen, dem anderen zu verzeihen, was er mir angetan hat?

Es ist wichtig, eine solche Begebenheit so zu verarbeiten, dass die Macht des Hasses verschwindet und dass ich mit der Verletzung zu leben lerne, ohne dass es mich zu sehr belastet. Vielleicht lässt sich langfristig Hass durch Liebe und Vergebung überwinden. Ein Versuch dahin gehend ist wichtig und lohnend.

Wir leben in einem Land christlicher Kultur und Prägung. Deshalb sind wir wegen unseres Glaubens normalerweise nicht dem Hass und der Verfolgung durch andere Menschen ausgesetzt. Anderen Brüdern und Schwestern im Glauben ergeht es da teilweise leider anders. Sie bekommen das, was Jesus im Predigttext ankündigt, leidvoll zu spüren. An diese Glaubensgeschwister sollten wir denken und für sie beten, dass sie gestärkt und ermutigt werden.

Wenn wir als Christen leben, dann sollte sich das darin äußern, dass wir unser Leben nicht von Hass bestimmen, sondern unser Miteinander durch einen liebevollen Umgang geprägt sein lassen. Die Liebe Gottes soll auch durch uns in die Welt hineinwirken. Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 351, 5-6+9 Der, der hat ausgelöschet

* Fürbittengebet:
Herr, unser Gott, wir sind heute hier hergekommen, um eine Stunde der Besinnung und der Erhebung zu haben.
Wir wollten hier in deiner Kirche Kraft und Mut finden, Trost und Erbauung. Aber was wir heute gehört haben, hat uns vielleicht auch erschreckt: Du gibst nicht nur Kraft und neuen Lebensmut, du willst auch unser klares Zeugnis haben, dass Jesus Christus unser Herr ist und wir von ihm unsere Seligkeit empfangen.
Weil du uns durch Jesus Christus erlöst hast, gehört dir, Gott, unser ganzes Leben. Du willst, dass wir dir mit unserem ganzen Wesen dienen und uns mit unserem Reden und Handeln zu dir bekennen - zu jeder Zeit und überall.
Wir bitten dich, lass es uns wenigstens versuchen, dein Wort, dein Gesetz und deinen Anspruch auf unsere Zeit und unser ganzes Leben nach Hause mitzunehmen und dort zu verwirklichen. Wenn wir wieder denken: Das hat ja nichts mit meinem Glauben zu tun, dann rede du uns hinein! Wenn wir wieder so reden, als gelte dein Wille bei unserer Arbeit oder in unserer Freizeit nichts, dann erinnere uns daran, dass du der Herr der Welt, aller Menschen und jeder Stunde unseres Lebens bist. So lass uns eins werden mit dir, mit uns selbst und ein rechtes Bild und glaubhaftes Zeugnis für dein Evangelium abgeben.
Wir bitten dich für unseren verstorbenen Bruder Heinrich Werth aus Hesseldorf der im Alter von 87 Jahren verstorben ist. Nimm ihn auf in dein Himmlisches Heiligtum und tröste du die, die zurückbleiben. Mache uns offen und bereit für deinen Trost.
Guter Gott, lass uns aber auch erkennen, wie gut es ist, wenn Menschen eins mit sich selbst sind: Wenn ihr Denken, Reden und Handeln zusammenstimmt und sie sich nicht verstellen oder verbiegen müssen. Schenke uns Geborgenheit in unserem Glauben. Mach uns Freude daran, zu dir zu gehören. Gib uns Mut in allen Lebenslagen und -bereichen deine Kinder zu sein. Und Herr, mach uns dankbar, dass wir durch Jesus Christus deine Kinder sein dürfen.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte

* Bekanntmachungen:
Die heutige Kollekte ist bestimmt für das Projekte der Suchthilfe der Diakonie Hessen.

Leider hat die GNZ veröffentlicht, dass die Gedenkfeier zum 9. Nov. am 8. Nov. stattfinden würde. Dies ist falsch.

Wie schon im Kirchenblättchen richtig angekündigt, findet die Gedenkfeier am Freitag, 9. Nov 2018, um 19.00 Uhr in der katholischen Kirche mit verschiedenen Texten und mit Musik von Detlef Steffenhagen statt. Anschließend gehen wir zur ehemaligen Synagogein der Bleichgartenstraße, um die Kerzen für die uns bekannten vierzehn Wächtersbacher Mitbürger abzustellen, von denen wir wissen, dass sie umgekommen sind, nur weil sie Jüdinnen und Juden waren.

Der nächster Gottesdienst ist am kommenden Sonntag, 11. November um 16 Uhr in Wächtersbach. Wir feiern einen Familiengottesdienst an St. Martin mit dem Kinderchor und dem Kindergarten. Die Kinder des Kindergartens laufen Laterne nach dem Gottesdienst, es gibt für alle Punsch und Würstchen im Anschluss und der neue Pfarrer Herr Fabian Böhme wird im Gottesdienst vorgestellt. Herzliche Einladung an alle.

Am 29.10.2018 wurde auf dem Friedhof in Hessledorf, Heinrich Werth der im Alter von 87 Jahren verstorben ist, beerdigt. Am Ende eines Menschenlebens suchen wir Trost und Halt in der Heiligen Schrift im Psalm 23 heißt es:
Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.
AMEN

„Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginn der Ewigkeit in Gottes gnädigen Händen“. AMEN

* Votum:
Gott sei das Haus,
das uns Geborgenheit schenkt.
Gott sei der Berg,
der uns Gewissheit sichert.
Gott sei der Weg,
der uns führt.
Der Friede Gottes erfülle und schütze uns.
Damit segne uns Gott.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Reformationsgottesdienst zum 501. Geburtstag am 31.10.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 16

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 31.10.2018 20:44   Titel: Reformationsgottesdienst zum 501. Geburtstag am 31.10.2018
Reformationsgottesdienst am 31.10.2018
19.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
Text: Matthäus 5, 1-12

* Lied EG 473, 1+2 Mein schönste Zier und Kleinod bist

* Begrüßung: Thomas
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Liebe Gemeinde,
ganz herzlich begrüße ich Sie zum Gottesdienst am Reformationstag. Wir wollen diesen Gottesdienst heute Abend als Geburtstag unserer Kirche feiern, wir wollen einige Stellen betrachten aus dem Leben von Dr. Martin Luther. Lassen Sie uns diesem Mann heute unter uns sein, wir wollen ihm gedenken, zurückgehen zur Entstehung unserer Kirche, dazu lade ich Sie herzlich ein.

Ich wünsche uns allen einen Mutmachenden Abendgottesdienst.

*Lied EG 341, 1-3 Nun freut euch liebe Christengemien

*Eingangspsalm: Inge

Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

In der Angst rief ich den HERRN an; und der HERR erhörte mich und tröstete mich.
Der HERR ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun?
Der HERR ist mit mir, mir zu helfen; und ich werde herabsehen auf meine Feinde.
Es ist gut, auf den HERRN vertrauen und nicht sich verlassen auf Menschen.
Es ist gut, auf den HERRN vertrauen und nicht sich verlassen auf Fürsten.
Alle Heiden umgeben mich; aber im Namen des HERRN will ich sie abwehren.
Sie umgeben mich von allen Seiten; aber im Namen des HERRN will ich sie abwehren.
Sie umgeben mich wie Bienen, sie entbrennen wie ein Feuer in Dornen; aber im Namen des HERRN will ich sie abwehren.
Man stößt mich, dass ich fallen soll; aber der HERR hilft mir.
Der HERR ist meine Macht und mein Psalm und ist [a ] mein Heil.
Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des HERRN behält den Sieg!
Die Rechte des HERRN ist erhöht; die Rechte des HERRN behält den Sieg!
Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen.
Der HERR züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis.
Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich durch sie einziehe und dem HERRN danke.
Das ist das Tor des HERRN; die Gerechten werden dort einziehen.
Ich danke dir, dass du mich erhört hast und hast mir geholfen.
Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.
Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen.

Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

Kommt lasst uns anbeten:

Halloween an Reformation: Thomas

Immer wieder sind viele Menschen und auch Theologen verärgert dass die Menschen Halloween am Reformationsfest feiern. Es wird behauptet das Halloween ein Produkt der USA ist. Nun habe ich mich mal schlau gemacht und folgendes von einer Freundin zur Entstehung zum lesen bekommen.

Halloween gründet sich auf das alte keltische Fest „Samhain“. Da die Kelten einen anderen Kalender als wir heute hatten war der 31. Oktober für die Kelten der letzte Tag im Jahr. In dieser Nacht, so glaubten die Menschen damals, würden die Geister, also, die Seelen der Toten, zu ihren Häusern zurückkehren. Jene Geister, die trotz der großen Feuer nicht den Weg nach Hause fanden, irrten umher, spukten durch die Nacht und erschreckten friedliche Menschen. Es waren Iren, die vor vielen Jahren begangen „Samhain“ mit dem Katholischen Feiertag „Allerheiligen“ zu vermischen. So entstand Halloween, die Nacht, in der man sich am Vorabend des 1. November mit furchtbaren Masken und Kostümen verkleidet, um das eigene Haus vor bösen geistern zu beschützen. Irische Auswanderer nahmen diesen Brauch mit nach Amerika, von wo aus er sich fast in der ganzen Welt verbreitete. Auch das Wort Halloween stammt aus dem Englischen: Der Abend vor Allerheiligen,
„All Hallows`Eve“ und schließlich zum heutigen Halloween.
Also kein von den USA gemachtes Fest des Konsums wie es immer heißt.

*Lied EG 243, 1-2 Lob Gott getrost mit Singen

* Lesung aus Galater 5, 1-6 Inge

1 Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!
2 Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, so wird euch Christus nichts nützen.
3 Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden lässt, dass er das ganze Gesetz zu tun schuldig ist.
4 Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid aus der Gnade gefallen.
5 Denn wir warten im Geist durch den Glauben auf die Gerechtigkeit, auf die man hoffen muss.
6 Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnitten sein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.

Selig sind die Gottes Wort hören und bewahren Halleluja

* Glaubensbekenntnis: Thomas

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 362, 1-4 Ein feste Burg ist unsere Gott

* PREDIGT:
- Kanzelgruß:Thomas
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Predigttext: Matthäus 5, 1-12 Inge
1 Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; und seine Jünger traten zu ihm.
2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:
3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
6 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
8 Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
9 Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
10 Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen.
12 Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.

Thomas
Liebe Gemeinde,
Die Deutschen mögen keine Reformen, schrecken zurück, wenn sie angekündigt werden und fahren lieber weiter im vertrauten Fahrwasser. So eine landläufige Meinung. Grund dafür ist die Befürchtung, dass wenn einer Reform sagt, er Einschränkungen und finanzielle Belastungen meint. Die Folge: Notwendiges unterbleibt.

So aber soll es mit unserem Glauben nicht sein, wenn Reformation angesagt ist. Diese Reform hieß und heißt bis heute:
• Besinnung auf das Wesentliche
• Hinwendung zu Gott
• Christus als Weg und Wahrheit und Leben erkennen.

Mit einem Ruck hatte Luther die Kruste der Zeiten weggerissen und den unverstellten Blick auf den funkelnden Diamanten des Evangeliums ermöglicht.
Und das hieß: Die Antwort auf die Frage, „wie selig werden?“, oder mit Luther gesprochen: „Wie kriege ich einen gnädigen Gott?“ lautete:
Allein durch den Glauben werden wir selig,
allein aus Gnade,
allein mit Jesus Christus und
allein die Heilige Schrift verbürgt das.

Damals waren die Menschen froh und fühlten sich von Lasten, sich die Seligkeit durch eigene Leistung erwerben zu wollen, befreit. Nicht der Kauf eines Ablasszettels, nicht die Aneinanderreihung guter Taten, nicht die Angst vor der Hölle bewirken die Seligkeit. Vielmehr schürt das noch die Angst, es könnte nicht genug sein.
Eine Szene in dem bekannten Luther-Film beschreibt das.

Man sieht Luther im nächtlichen Gebetskampf, verzweifelt ringend um die Zuneigung Gottes, immer wieder zurückgeworfen auf das Gefühl, nicht zu genügen. Er ringt mit seinen finsteren Gedanken wie mit Dämonen. Sein Beichtvater Johann von Staupitz wird unfreiwillig Zeuge seiner Qual. Er tritt in die Zelle, reisst sich sein Kruzifix von der Halskette, drückt es Luther in die Hand und sagt. „Martin, Du brauchst nur eines: Sage einfach: DEIN bin ich Christus, rette mich!“

Luther stellt dem Gedanken, das Heil verdienen zu müssen, die ihm schließlich geschenkte Offenbarung entgegen: Nicht was Du tust hilft zur Seligkeit. Nein: Glaube an den HERRN Christus und Du bist selig. Gott in SEINER Gnade schenkt Dir SEINE Liebe.
Die geschichtsmächtige Bewegung der Reformation begann.
Was aber bleibt von dieser Reformation?

Die Themen von damals sind verblasst, kirchliche Insiderthemen, so scheint es. Daran ändert der Jahrestag der Augsburger Konsenserklärung zur Rechtfertigung zwischen Protestanten und Katholiken nichts. Sie hat die Grabenkriege zwischen den Konfessionen beendet, die im 16. Jahrhundert die Kirche entzweit hat.

Die Frage nach der Seligkeit treibt heute Menschen nicht mehr um, vielmehr geht es um das gelingende Leben, um Glück. Nichts dagegen. Aber die entscheidende Frage bleibt dann offen. Menschen wenden sich von der Kirche ab, weil sie die Beantwortung ihrer Fragen nicht mehr von ihr erwarten und den Zusammenhang zwischen ihrem irdischen Glück und dem geschenkten Heil nicht mehr spüren.
Wir brauchen heute eine neue Reformation der Herzen. Und die fängt naturgemäß bei jedem Einzelnen an.
Eigentlich ist das nichts anderes als Buße.
Täglich, wie Luther meinte:
Hinwendung meines Lebens zu Gott
Von IHM alles erwarten.
Den Weg mit Jesus gehen, SEINER Wahrheit vertrauen.

Dazu gehört die in der Bibel zu lesen und das persönliche Gebet pflegen. Schlimm genug, das sagen zu müssen im Land der Reformation. Das ändert aber nichts daran, dass es richtig ist, wo doch heute Kinder biblische Geschichten nicht mehr kennen.
Richtig, in einem Land, dem die Bibel verloren zu gehen droht. Indiz dafür ist für mich, als damals vor ein paar Jahren bei der Markteinführung der technischen Errungenschaft von E-books, der Trendsetter mit dem Slogan warb: „Buch der Bücher“ Es hat kaum jemanden aufgeregt. Ich dachte immer, „Buch der Bücher“ sei die Bezeichnung für die Heilige Schrift.
Bibel lesen ist also die Empfehlung der Stunde. Die Bibel bringt uns nämlich die Stimme Jesu ganz nahe.

Der O-Ton Jesu in den Seligpreisungen der Bergpredigt führt uns zur Reformation des Herzens.
Empfangen und Senden als Grund und Haltung des Glaubens werden in den Seligpreisungen beschrieben, diesen Kernworten des Glaubens.
Immer wieder hat man in der Auslegungsgeschichte der Bergpredigt gemeint, das sei eher eine Zukunftsvision auf das künftige Reich Gottes, als eine Handlungsanweisung für Christen heute. Und natürlich sollen die Worte kein Leistungsprogramm für einen permanenten Marathon Christen zum Erwerb der Gottesgunst sein. Der würde scheitern an seiner eigenen Anstrengung. Und doch ist die Bergpredigt die verbindende Klammer des himmlischen und des irdischen Reiches Gottes.

Als meine Ur Oma im Sterben lag, sagte sie plötzlich laut und vernehmlich: „Sterben ist gar nicht schwer, ich bin jetzt schon selig“.
Das ist das Geheimnis Gottes und des Reiches Gottes hier und jetzt und dort und dann, die gemeinsame Überschrift: Selig – zu Gott gehörig.
Das empfangen wir als Geschenk Gottes. Diese „Seligsprechung“ passiert sozusagen von vorneherein. Schon bei unserer Taufe hieß es: „ICH habe Dich erlöst, ICH habe Dich bei Deinem Namen gerufen, Du bist MEIN“ (Jes. 43,1).
Ungewöhnlich, wir sind es von unserer katholischen Schwesterkirche gewohnt, dass besondere Menschen, nach Lebensleistungen eines Heiligmäßigen Lebens, selig- oder gar heiliggesprochen werden. Aber eben im Nachhinein.
Jesus legt diese Grundgedanken des Reiches Gottes in unser Herz, wenn wir auf Empfang schalten.

Irgendwie muss es ja in uns hinein, in unser Herz, in unser Denken, in unsere Seele: Du gehörst zu Gott, in Jesu Namen.
Da sind wir nur Empfangende, Menschen, die wissen, vor Gott sind unsere Hände leer, geistlich arm eben. Luther brachte es auf den Punkt mit seinem letzten Vermächtnis: „Wir sind Bettler, das ist wahr“ Aber trotzdem dürfen wir wissen: „dem, der Gott nichts bieten kann, bietet Gott die Freundschaft an“. So heißt es in der deutschen Version eines Gospelsongs.

Weil das so ist und wenn das für uns so ist, sind wir die Leuchtfeuer des kommenden Reiches Gottes, hier und jetzt.
Kleine Lichter vielleicht nur, aber dennoch. Christen können mit ihrem Glauben auf Sendung gehen.

Wir haben die himmlische Vision, ja Triebkraft im Herzen,
jetzt schon aufscheinen zu lassen, ja, Reich Gottes irdisch erlebbar zu machen, wohin Jesus mit SEINEN Worten führen will, hier zum erfüllten Leben, dort zum ewigen Leben.
Jeder, auch der Nichtglaubende kann spüren, dass die Ideen der Bergpredigt helfen und den Menschen gut tun. Eigentlich muss man sich wundern, dass nicht mehr daraus gemacht wird in Richtung Barmherzigkeit, Sanftmut, Frieden, Gerechtigkeit, Nachgeben, nicht immer zurückschlagen, teilen.

Sehen wir einmal die Zusagen Jesu in den Seligpreisungen als Beschreibung und Interpretation des „Selig seid Ihr“: Kinder Gottes, Gott schauen, satt werden, getröstet, das Erdreich besitzen, Barmherzigkeit erlangen,
im Himmelreich sein. Das alles hieße dann selig sein.
Die Worte lassen es spüren, schon jetzt,
ja, wir sind Kinder Gottes,
ja, Jesus hat uns Gott als den liebenden Vater schauen lassen,
ja, das Evangelium hebt das Oben und Unten vor Gott auf,
ja, wir sind getröstet,
ja, wir leben von der Barmherzigkeit,
ja, zwar besitzen wir das Erdreich nicht, aber wir spüren immer Zeichen der Macht der Liebe gleichzeitig spüren wir aber, da ist zwar eine Kraft in uns, aber zugleich ist es erst ein Anfang.
Tausend Beispiele unseres täglichen Erlebens zeigen uns, wie weit himmlisches und irdisches Gottesreich auseinander klaffen,
natürlich in uns und bei anderen auch,
im eigenen Privatleben
im Leben der Kirche, einer Gemeinde
in der Politik, in der Gesellschaft
und global.

Manche Probleme scheinen erst modern dazugekommen zu sein. Und schließlich: Scheitern gehört eben auch dazu, scheitern an den hohen Idealen. Aber trotzdem sind wir weiter als Kind Gottes geliebt.
Wir haben etwas empfangen und dürfen unverdrossen die Spuren des Reiches Gottes in unseren Alltag zeichnen, Spuren vielleicht nur, manchmal ein Leuchtfeuer, an dem andere sich orientieren. Meist aber haben wir mit uns selbst genug zu tun, die Spuren Gottes im eigenen Leben zu sehen, überwältigt von SEINER Barmherzigkeit und Geduld mit uns. Und dann damit, davon etwas auszuleben.

„Fange bei mir an“ kann denn auch die wichtigste Bitte sein, wenn wir die Seligpreisungen lesen.

„Fange bei mir an“.

HERR, fülle meine leeren Hände, meinen Sinn, meinen Glauben mit DEINER „Seligsprechung“, jeden Tag neu, dass ich DEINE Kraft spüre, DEINEN Impuls,
Lass mich barmherzig sein,
gib’ Kraft im Leiden, hilf Leid lindern,
mach mich zu einem sanftmütigen Menschen,
halte die Sehnsucht nach Gerechtigkeit wach,
schenk mir ein reines Herz,
mache mich zu einem friedfertigen Menschen,
gib mir Mut, von meinem Glauben zu reden.
Liebe Gemeinde, soviel steckt in uns und
möchte mit Gottes Hilfe Kraft entfalten.
Wagen wir die Reformation des Herzens heute neu.
AMEN

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. AMEN.

* Lied EG 341, 5-7 Nun freut euch liebe Christengemien

Beichtgebet: Thomas

In deine Hände lege ich meine unruhigen Gedanken, meine Ängste, meine Gefühle, mein Leben.
In deinen Schoß lege ich meinen müden Kopf, die Früchte meines Tuns und meine Sorgen.
Unter deinen Mantel lege ich meinen schutzlosen Leib,
meine verwundete Seele, meinen angefochtenen Geist.
In deine Hände lege ich meine Freunde, meine Feinde, mein Leben. Amen.
In einem Augenblick der Stille können Sie an das denken, was Sie inner¬lich beschäftigt, an das, was Sie belastet und bedrückt, aber auch an das, was Ihnen innerlich Zuversicht und Lebensmut gibt.
Augenblick der Stille

Absolution: Thomas
So frage ich euch, begehrt ihr Vergebung der Sünden, so antwortet ja nach Gottes Willem:
G: Ja, mit Gottes Willen
"Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen;
und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten."
Das sagt Christus zu seinen Jüngern.
Weil auch ihr seine Jünger seid, darum seid ihr frei, einander zu vergeben. So tut das auch, und lasst es die anderen spüren.

Wenn ihr aufrichtig bereut und bekennet, wird Gott euch durch Jesus Christus vergeben.

Im Namen des Vater und des Sohnes und des heiligen Geistes,
AMEN.

Hände reichen: Thomas

Wir reichen uns die Hände, suchen eine rechte und linke Hand und halten sie einen Augenblick lang fest. Eine Hand liegt in deiner Hand. Du spürst die Nähe und den Halt.

Jesus, umarme uns, schicke uns deine Botinnen, die uns trösten, wenn wir traurig sind, die ihre Freude mit uns teilen.
Jesus, umarme uns, schicke uns deine Engel, die bei uns sind, wenn wir Angst haben, die sagen: Fürchte dich nicht.

Jesus, umarme uns, schicke uns deine Boten, die uns in unseren Sorgen begleiten und uns mit ihrer Hoffnung anstecken.

Eine Hand liegt in deiner Hand und du spürst die Nähe und den Halt. Komm, sagt die Hand, ich halte dich fest. Wie gut, wenn ein Mensch dem anderen Menschen die Hand reicht. AMEN

* Lied EG 599 Selig seid ihr

* Fürbittengebet:

Thomas
Christus, lieber Herr und Meister,
du hast uns den rechten Sinn deines Wortes aufgetan.
Mehre und stärke unser Verständnis
und hilf dazu, dass wir auch danach leben und tun.
Dir sei Lob und Dank samt dem Vater und dem Heiligen Geist
in Ewigkeit.

Inge
Wandle uns, Christus, und erneuere deine Kirche.
Wir danken für die Reformation: Erneuerung des Glaubens
aus dem lebendigen Wort der Predigt
und den Gaben von Taufe und Abendmahl.
Wir danken für die Reformation:
Erneuerung der Gemeinden
aus dem Leben und Wirken
der Väter und Mütter im Glauben.

Thomas
Wir bitten um Reformation:
um einen wachen Umgang mit der Heiligen Schrift,
um lebendigen Gottesdienst,
um Gottesfurcht und Gottesliebe und um mehr Gottvertrauen.
Wandle uns, Christus, und erneuere deine Kirche.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn:

Vater unser: Thomas
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
AMEN.

* Bekanntmachungen: Inge
Kollekte: Für neue Gesangbücher der Gemeinde.

Gottesdienste sind am kommenden Sonntag, 04.11.2018
09.00 Uhr in Hesseldorf
10.00 Uhr in Wächtersbach

Der Wochensspruch steht im 1. Korintherbrief 3, Vers 11
„Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus“.

* Votum: Thomas
Möge dann und wann
deine Seele aufleuchten
im Festkleid der Freude.
Möge dann und wann
deine Last leicht werden
und dein Schritt beschwingt
wie im Tanz.
Möge dann und wann
ein Lied aufsteigen
vom Grunde deines Herzens,
das Leben zu grüßen
wie die Amsel den Morgen.
Möge dann und wann
der Himmel über deine Schwelle treten.

* Segen: Thomas
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.

* Lied EG 487 Abend ward bald kommt die Nacht
  Thema: Gottesdienst am 22. Sonntag anch Trinitatis, 28.10.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 19

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 28.10.2018 11:56   Titel: Gottesdienst am 22. Sonntag anch Trinitatis, 28.10.2018
Gottesdienst am 22. Sonntag nach Trinitatis
9.30 Uhr Ev. Kirche Kempfenbrunn mit Totengedenken
28.10.2018
Text: Matthäus 18, 15-20

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist mit deiner Kraft

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Liebe Gemeinde herzlich willkommen zum GD am 22. S. n. Trinitatis
Das Thema dieses Gottesdienstes heute lautet: Aus der Befreiung durch Christus leben.

*Lied EG 452, 1-3 Er weckt mich alle Morgen

*Eingangspsalm:
Freuet euch des Herrn und seid fröhlich, ihr Gerechten,
und jauchzet, alle ihr Frommen.

Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind,
dem die Sünde bedeckt ist!
Wohl dem Menschen, dem der Herr die Schuld nicht zurechnet, in dessen Geist kein Trug ist!
Denn als ich es wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen.
Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir,
daß mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird. Darum bekannte ich dir meine Sünde und meine Schuld verhehlte ich nicht.
Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Übertretungen bekennen. Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde.
Deshalb werden alle Heiligen zu dir beten zur Zeit der Angst.
Darum, wenn große Wasserfluten kommen, werden sie nicht an sie gelangen.
Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten,
daß ich errettet gar fröhlich rühmen kann.

Freuet euch des Herrn und seid fröhlich, ihr Gerechten,
und jauchzet, alle ihr Frommen.
Kommt lasst uns anbeten!

*Aufforderung zum Bittruf:
Wir wissen es, Herr, täglich leben wir davon,
dass du uns aus Erbarmen unsere Schuld vergibst.
Aus uns selbst sind wir nichts, können wir nichts und
haben wir nichts. Alles ist von dir, ein Geschenk
deiner Güte. Wir aber verhalten uns immer wieder so,
als könnten wir unser Leben selbst machen und
verdankten uns selbst alles. Darum bitten wir:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Gott ist gnädig! Jeden Morgen neu lädt er uns ein,
uns allein auf ihn zu verlassen. Er beschenkt uns mit allem,
was wir zum Leben brauchen - und noch viel mehr als wir wirklich nötig haben kommt aus seiner Güte. Wir haben allen Grund, dankbar zu sein und Gott zu preisen. Lobsinget Gott, erhebt seinen heiligen Namen!

*Kollektengebet:
Herr, unser Gott, du hast uns in Jesus Christus dein Herz geöffnet. Wir sind mit dir in Ordnung, du willst uns unsere Schuld nachsehen und uns nicht strafen. Keines Lebens Länge kann nun reichen, dir in Dank und Freude zurückzuerstatten, was du uns schenkst. Aber hilf uns zu einem Leben, das an den Mitmenschen das Gute tut, das du uns zuerst getan hast. Dass wir die Gaben an sie weitergeben und ihnen Vergebung gewähren, die wir zuerst von dir empfangen haben durch unseren Herrn Jesus Christus.
G: AMEN

* Schriftlesung: Römer 7, 14 - 25
Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so gebe ich zu, daß das Gesetz gut ist.
So tue nun nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Denn ich weiß, daß in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht.
Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. Wenn ich aber tue, was ich nicht will, so tue nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt.
So finde ich nun das Gesetz, daß mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt. Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen.
Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüt und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist.
Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe?
Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn! So diene ich nun mit dem Gemüt dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde.

(Lob sei dir, o Christus. Halleluja.)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 404, 1-3+6+8 Herr Jesu, Gnadensonne

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Predigt zu Matthäus 18,15-20
15 Sündigt aber dein Bruder an dir, so geh hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen.
16 Hört er nicht auf dich, so nimm noch einen oder zwei zu dir, damit jede Sache durch den Mund von zwei oder drei Zeugen bestätigt werde.
17 Hört er auf die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und Zöllner.
18 Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein.
19 Wahrlich, ich sage euch auch: Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel.
20 Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.

Liebe Gemeinde,
schon immer richten Menschen ihren Blick wehmütig zurück. Früher sei alles besser gewesen, sagen sie. Die Jugend war höflicher. Die Ehen waren besser. Die Politiker waren fähiger und die Winter schneereicher. War es wirklich so? Ein Sprichwort sagt: „Die Erinnerung malt mit goldenem Pinsel.“ Sie neigt dazu zu verklären. Und doch ist diese Nostalgie verständlich. Wie sieht die Gegenwart aus? Oft nur Probleme und schlechte Nachrichten, im Nahen wie im Fernen. Wir hören davon, dass ein Bekannter schwer erkrankt ist, dass eine Ehe zu scheitern droht. Die Arbeitslosenzahlen erreichen ungeahnte Höhen, auch wenn im Moment mal ein Tiefstand erreicht sei wie lange nicht. Und erst die Welt im Großen! Da scheint es nur Probleme und Konflikte, Unfrieden und Katastrophen zu geben. Allein diese Terrorangst und diese Bombenbedrohung in den USA, die Gewalt die bis Gelnhausen und Wächtersbach die schon um sich greift, wie in dieser Woche zu lesne war mit dem Überfall einer jungen Frau die das Geld der Firma in einer Bank einwerfen wollte und überfallen wurde. Dass die Welt bei genauerer Betrachtung in früheren Zeiten anders aber nicht besser war, wird dabei leicht übersehen.

Wie auch immer: Die Sehnsucht nach Frieden und Harmonie ist groß; sie ist verständlich. Doch wo lassen sich solche Oasen finden? Schön wäre es, wenn die Kirche eine wäre. In gewisser Weise kann die Kirche auch eine Oase sein: Aus dem Alltag kurz auszubrechen, sich einfach fünf Minuten in eine Kirche zu setzen, zur Ruhe zu kommen, das ist wohltuend und kann die Gedanken ordnen. Genauso der Gottesdienst: beten, singen, die Musik, das Evangelium, die gute Botschaft Gottes hören. Doch auch die Kirche ist keine Insel der Seligen, kein Ort ungetrübter Harmonie. Es gibt in ihr wie überall den mal offen, mal weniger offen ausgetragenen Streit der Meinungen. Der Kirche gelten die Verheißungen Gottes, weil sie aus Menschen besteht, werden Fehler gemacht, gibt es Versagen, werden Menschen aneinander schuldig. Auch das ist die Kirche.
War das schon immer so? Man mag die Hoffnung hegen, dass zumindest für die Kirche gilt: Die früheren Zeiten waren besser. Das ist nicht ganz falsch: Fast alle Menschen gehörten früher in unserem Land der Kirche an, und die Geschichten der Bibel waren ihnen bekannter, als sie heute sind. Doch war die Kirche eine Oase des Friedens? Hat es zumindest am Anfang der Kirche paradiesische Zustände gegeben, in der die Gemeinde der ersten Christen, wie es in der Apostelgeschichte heißt, „ein Herz und eine Seele“ war?

Der Predigttext zum heutigen Sonntag aus dem Matthäusevangelium belegt anderes; er beschreibt, wie man als christliche Gemeinde mit einer Konfliktsituation umgehen soll. Ein Mitglied der Gemeinde wird an einem anderen schuldig. „Sündigt aber dein Bruder an dir“, so heißt es im Matthäusevangelium. Sündigen - man kann sich vieles darunter vorstellen und sollte die Zehn Gebote zur Hand nehmen: Gewalt, Ehebruch, Diebstahl, Lüge oder üble Nachrede, Neid – worauf auch immer. Auch das gibt es in der Kirche – in Gedanken, Worten und Werken.
Wie empfiehlt das Matthäusevangelium, mit einer solchen Situation umzugehen? Es gibt den Rat, zunächst das Gespräch zwischen beiden Beteiligten zu suchen - in einem kleinen, geschützten Bereich. Das ist klug und doch nicht selbstverständlich, auch heute.

Wegen Kleinigkeiten verklagen sich Nachbarn, man wendet sich an den Rechtsanwalt an die Zeitung und ganze Fernsehabende gibt es mit Nachbarschaftsstreitigkeiten vom feinsten, keine nachgestellten Szenen, nein das echte Leben unter Erwachsenen wird da gezeigt, anstatt zuerst ein klärendes Gespräch zu führen fetzt man sich vor laufender Kamera. Einfach klingt dieser Vorschlag des Evangeliums, doch ist er oft schwierig umzusetzen: in der Gemeinde, am Arbeitsplatz oder in der Familie. Es ist schwer, über Konflikte und Verletzungen offen zu sprechen. Auch deshalb, weil Sprechen etwas anderes ist als Schimpfen oder Vorwürfe machen. Das Matthäusevangelium beginnt mit einem guten Vorschlag. Teilweise wird er in unserer Zeit auch im Rechtswesen angewandt: bei Jugendlichen als so genannter Täter-Opfer-Ausgleich, bei dem beide Seiten an einem Tisch zum Gespräch zusammengebracht werden. Unsere Erfahrung zeigt, dass durch ein Gespräch Konflikte gelöst werden, Schuld eingestanden und verziehen werden kann.

Wir Menschen aber sind schwach. Es fällt uns schwer, Schuld einzugestehen. Auch diese Erfahrung steht hinter dem Predigttext. Wenn ein Gespräch unter vier Augen nichts gefruchtet hat, so empfiehlt er, einen oder mehrere „Zeugen“ hinzuzuziehen. Manche Konflikte lassen sich besser lösen, wenn sie von anderen, nicht unmittelbar Beteiligten, begleitet werden. Denn vielleicht sind beide Parteien zu befangen, um sich in die Lage des anderen zu versetzen. Ein Dritter kann dann helfen.

Doch Matthäus hat wohl auch die Erfahrung gemacht, dass das Modell, Zeugen hinzuziehen, nicht immer zu einem Ergebnis führt. Die letzte Instanz ist für ihn dann die Gemeinde. Dort werden Streit und Schuld öffentlich, beides kann dann von vielen bedacht werden. Hier endlich sollte Einvernehmen herzustellen sein. Hier liegt für die frühe Christenheit die letzte Instanz und der letzte Versuch zu Einigung und Versöhnung. Doch auch er kann scheitern. Was uns das Matthäusevangelium für einen solchen Fall vorschlägt, mag uns zunächst befremden. „Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide oder Zöllner.“ Das heißt: Man ist fertig mit ihm, man stößt ihn aus der Gemeinschaft aus, so wie Heiden und Zöllner zur Zeit Jesu in der jüdischen Gemeinschaft nicht erwünscht waren. Die Frage liegt nahe: Wie verträgt sich das mit dem Liebesgebot der Bibel, mit der Mahnung Jesu zur Vergebung? Dieser letzte Weg der Ausgrenzung hatte in der Geschichte der Christenheit hochproblematische Folgen: Mit Bezug auf diese Bibelstelle haben die Kirche und ihre Mächtigen Menschen als Ketzer gebrandmarkt und diskriminiert, kritische Christen – wie Martin Luther - ausgeschlossen. Auch die evangelische Kirche hat sich oft nicht besser verhalten.
Der Vorschlag des Matthäus, wie Christen Konflikte bearbeiten sollen, ist klug und maßvoll. Aber wir kennen auch die Erfahrung: Es gibt Fälle, da ist alles Bemühen um Einigung und Ausgleich vergebens; Trennung kann, nicht nur in Ehen oder im Beruf, dann die bessere, die ehrlichere Lösung sein. Das ist eine schmerzliche Einsicht. Dies gilt auch für Trennungen innerhalb der Kirche: Doch dieser Schritt darf nie leichtfertig oder aus einer Haltung der moralischen Überlegenheit getan werden. Es ist besser, alles daranzusetzen, dass es zu schmerzhaften Konflikten, zu Schuld und Trennung nicht kommt. Und wenn es doch einen scharfen, endgültigen Schnitt geben muss, sollte dabei immer noch Liebe zu erkennen sein und eine Möglichkeit zur Einigung offen gehalten werden.

Damit nehmen wir einen wichtigen Gedanken des Matthäusevangeliums auf. Es erschöpft sich auch an dieser Stelle ja nicht in der Beschreibung der Konfliktbearbeitung in der Gemeinde. Die Verse, die darauf folgen, ermutigen. Jesus sagt uns zu, dass wir erhört werden, wenn wir in Gemeinschaft etwas ernsthaft von Gott erbitten. Er sichert uns zu, dass er bei und mit uns ist, wenn wir uns in seinem Namen versammeln – und mögen wir auch nur wenige, nur „zwei oder drei“ sein. Die Aussicht, erhört zu werden, und das Versprechen, dass Jesus bei uns ist, erleichtern es uns, in einer Welt mit ihren Widersprüchen und Konflikten zu bestehen. Auch als Christen in und mit der Kirche. Gott hilft uns; er ist mit uns. Wir brauchen nicht allein auf unsere Kraft zu vertrauen. Jesus ist mitten unter uns – auch in Situationen, wenn Versöhnung schwer fällt und ernste Entscheidungen notwendig sind. Denn auf Jesus zu vertrauen heißt, in seinem Geist der Liebe zu handeln und einander von Herzen zu vergeben. Das ist möglich, so unvollkommen diese Welt, Menschen, Christen und die Kirche auch sein mögen. Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 302, 1-3 Du meine Seele singe

* Fürbittengebet:
Himmlischer Vater, heute bitten wir dich um wache Sinne, dass wir sehen und erkennen können, wir gut du zu uns bist.

Wir bitten um die rechte Demut, die nicht nur von geschenkter Gnade spricht, sondern so lebt und handelt, wie es beschenkten Menschen zukommt.

Wir bitten dich um Herzen, die sich für andere öffnen, die nach dem fragen, was die Nächsten bewegt, sorgt, ängstigt und was sie brauchen.

Wir bitten dich um Hände, die ihnen geben, was sie nötig haben und um das Vertrauen in dich, dass du uns immer wieder von allem darreichst, was wir mit anderen teilen.
Stärke den Glauben im Hintergrund unseres Handelns: Dass wir erkennen und wissen, dass nichts von alledem, was wir sind und haben durch unser eigenes Verdienst und Vermögen herkommt. Festige in uns den Glauben an Jesus Christus, der allein alles für uns verdient und uns mit dir ins Reine gebracht hat. Lass unser Vertrauen in ihn immer noch wachsen, dass uns nichts von unserem Weg hinter Jesus her abbringen und kein Geld und Gut der Welt von seiner Seite ziehen kann.

Sei auch bei denen, die meinen, durch Leistung und eigene Verdienste deine Liebe gewinnen zu können. Schenke ihnen eine Stunde, in der sie begreifen, dass sie nur von deiner Barmherzigkeit leben und selbst ihr Bemühen noch von deiner Kraft gespeist ist.

Besonders befehlen wir dir die Menschen an, die deine Güte über sich nicht oder nicht mehr sehen und glauben können, vielleicht weil sie behindert, krank oder einsam sind. Lass sie auch wieder andere Tage erleben und stärke in ihnen das Wissen, dass in deiner ewigen Welt einmal alles zu einem herrlichen und gerechten Ausgang kommen soll.

Heute bitten wir dich um rechtes, christliches Verhalten dann, wenn wir uns über unsere Mitmenschen geärgert haben oder mit ihnen im Streit liegen. Dass wir alles tun, zu schlichten und den Anstoß, soweit es an uns liegt, auszuräumen. Hilf uns, dass wir zur Versöhnung und zum gerechten Ausgleich beitragen und so dem Frieden zwischen den Menschen dienen, den du zuerst mit uns geschlossen hast.

Besonders gedenken wollen wir heute Morgen unserem Bruder Friedhelm Adam Ernst Weigand der am 16.10.2018 im Alter von 64 Jahren verstorben ist. Herr Weigand wurde am 26.10.2018 im Wald der Stille Lohrhaupten beigesetzt. Nach diesem Tod fragen wir uns nach dem Sinn des Lebens und nach dem Sinn des Sterbens. Wir bitten dich für die Familien und Freunde unseres verstorbenen, schenke ihnen Kraft und Hoffnung. Mache ihren Weg der Trauer zu einem Weg des Vertrauens, dass wir bei dir Herr geborgen sind. Schenke uns die Kraft den Tod im Leben zu ertragen und zu tragen, auch wenn wir glauben daran zu zerbrechen. In der Bibel heißt es, leben wir dem Herrn so leben wir dem Herrn, sterben wir dem Herrn so sterben wir dem Herrn. Nimm unseren verstorbenen Bruder auf in deinem Himmlischen Heiligtum. Ihnen den Angehörigen möge dieser Vers Kraft geben in der Zeit des Trauerns: „Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginn der Ewigkeit, in Gottes gnädigen Händen“.

--------------------------------Stilles Gebet--------------------------------------

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Eigene Gemeinde

Wochenspruch: Bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte. PS. 130,4

Nächster Gottesdienst

Mittwoch, 31. Oktober 2018

19:00 Uhr Reformationsgottesdienst in Bieber in der Laurentiuskirche
Nach dem Gottesdienst sind alle herzlich eingeladen. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.
Es wäre schön, wenn aus allen drei Kirchengemeinde möglichst viele Gemeindeglieder an diesem Gottesdienst teilnehmen könnten. Die Laurentiuskirche ist groß genug!
Um eine gemeinsame Anfahrt für möglichst viele Gäste zu gewährleisten treffen wir uns in:
Kempfenbrunn: 18:30 Uhr / Parkplatz Pfarrhaus
Flörsbach: 18:40 Uhr / SKG - Halle
Lohrhaupten: 18:30 Uhr auf dem roten Platz
Hier können alle auf die Autos verteilt werden

Sonntag, 04. November 2018 mit Lektorin Atzert

9:30 Uhr Kempfenbrunn

* Votum:

Hier geht es nicht
um solche kleinen Dinge:
Daß wir versäumen,
was der Anstand lehrt,
ob ich der Neugier Drängen
nicht bezwinge,
ob ich nicht achte,
was beachtenswert...

Das sind nur Schwächen,
gern und leicht verziehen,
gehn meist nur mich
und meinen Nächsten an
und bleiben selbst,
wo sie zur Schuld gediehen,
wovon ein Mensch
den andern lösen kann.

Doch gibt's auch Schulden,
die mir zu begleichen
bei keinem Menschen
jemals möglich sind:
Wenn meine Jahre
ungenutzt verstreichen
für Gottes Wink und Auftrag
taub und blind.

Wenn ich nicht spüre,
daß ich die Geschenke,
die er mir gab,
nicht nur für mich empfing;
wenn ich an den
von Zeit zu Zeit nur denke,
der für mein Heil
in Schmach und Leiden ging.

Hier geht's um mehr!
Hier kann nur Gott vergeben.
Doch wenn sich Reue
zu Bekennen fügt,
dann schenkt er neues,
todbefreites Leben,
und ich erfahre,
was zum Glück genügt.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gottesdienste am 21. Sonntag nach Trinitatis, 21.10.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 25

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 21.10.2018 11:14   Titel: Gottesdienste am 21. Sonntag nach Trinitatis, 21.10.2018
Gottesdienst am 21. Sonntag nach Trinitatis
9.15 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
21.10.2018
Text: Jeremia 29, 1.4-7.10-14


* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist mit deiner Kraft

* Begrüßung:

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde
ich begrüße Sie und Euch alle ganz herzlich zum Gottesdienst am 21. Sonntag nach Trinitatis.
Thema dieses Gottesdienstes: Liebe mutet neue Wege zu.

Ich wünsche uns einen Mutmachenden Gottesdienst

*Lied EG 455 Morgenlicht leuchtet

*Eingangspsalm:
Die Furcht des Herrn ist rein und bleibt ewiglich.

Die Rechte des Herrn sind Wahrheit, allesamt gerecht.
Sie sind köstlicher als Gold und viel feines Gold,
sie sind süßer als Honig und Honigseim.
Auch lässt dein Knecht sich durch sie warnen;
und wer sie hält, der hat großen Lohn.
Wer kann merken, wie oft er fehlet?
Verzeihe mir die verborgenen Sünden!
Bewahre auch deinen Knecht vor den Stolzen,
dass sie nicht über mich herrschen;
so werde ich ohne Tadel sein
und rein bleiben von großer Missetat.
Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes
und das Gespräch meines Herzens vor dir, Herr,
mein Fels und mein Erlöser.

Die Furcht des Herrn ist rein und bleibt ewiglich.

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Kaum einer von uns, der keine Feinde hat -,
Menschen, von denen er sich missverstanden,
bedroht und gekränkt fühlt.
Wir können das ruhig zugeben.
Wir bringen unsere Angst, unseren Hass,
unsere dunklen Gedanken vor Gott
und bitten ihn um Erbarmen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Jesus sagt:
„Liebt eure Feinde
und bittet für die, die euch verfolgen,
damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel.“
Im Vertrauen auf ihn,
bereit, ihm zu folgen,
singen wir Gottes Lob:

*Kollektengebet:
Lasst uns beten:
Gott, du unendliche Liebe,
wir hören die guten Worte,
die du uns ins Gedächtnis rufst
und neu ans Herz legst.
Wir hören sie und denken: Ja, aber….
Böses mit Gutem überwinden: Ja, aber….
Unsere Feinde lieben: Ja, aber….
Gott, wir wissen, wie sehr wir deine Worte brauchen,
und haben erfahren, wie schwer es ist, sie zu leben.
Vergib uns unser halbherziges „Ja“,
sei barmherzig mit unseren Versuchen,
die neuen Wege deiner Liebe zu gehen.
Stärke uns,
lass uns die Zumutung annehmen,
ohne „Wenn und Aber“ zu lieben,
gib uns die Kraft, deinen Frieden zu leben.

G: AMEN

* Schriftlesung: Matthäus 5, 38-45
Jesus macht ganz ungewöhnliche Vorschläge, wie Menschen den Angriffen von anderen und ihren Ansprüchen wirkungsvoll begegnen können. Man muss damit nicht sofort einverstanden sein. Man kann diese Worte für unrealistisch und ärgerlich halten. Aber sie gehören zum Kern unseres Glaubens. Einmal gehört, vergisst man sie niemals. Wer sich auf sie einlässt, kann erstaunliche Erfahrungen machen. Das bezeugen sogar Menschen, die gar keine Christen sind! In der Bergpredigt macht Jesus ganz ungewöhnliche Vorschläge.

38 Ihr habt gehört, dass gesagt ist »Auge um Auge, Zahn um Zahn.«
39 Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar.
40 Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel.
41 Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei.
42 Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will.
43 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« und deinen Feind hassen.
44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen,
45 damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 377, 1-3 Zieh an die Macht, du Arm des Herrn

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Textlesung: Jeremia 29,1.4-7.10-14
Dies sind die Worte des Briefes, den der Prophet Jeremia von Jerusalem sandte an den Rest der Ältesten, die weggeführt waren, an die Priester und Propheten und an das ganze Volk, das Nebukadnezar von Jerusalem nach Babel weggeführt hatte:
So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu den Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen: Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und esst ihre Früchte; nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter, nehmt für eure Söhne Frauen und gebt eure Töchter Männern, dass sie Söhne und Töchter gebären; mehrt euch dort, dass ihr nicht weniger werdet.
Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's auch euch wohl.
Denn so spricht der HERR: Wenn für Babel siebzig Jahre voll sind, so will ich euch heimsuchen und will mein gnädiges Wort an euch erfüllen, dass ich euch wieder an diesen Ort bringe.
Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe das Ende, des ihr wartet.
Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten und ich will euch erhören. Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR, und will eure Gefangenschaft wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, wohin ich euch verstoßen habe, spricht der HERR, und will euch wieder an diesen Ort bringen, von wo ich euch habe wegführen lassen.


Liebe Gemeinde!
Wir spüren es deutlich: Es geht auf das Ende des Kirchenjahres zu. Es sind die ernsteren Texte und Themen der Bibel dran: Verbannung, Gefangenschaft, Leid und Tod. Wir schreiben das Jahr 594 vor Christus. Der Prophet Jeremia verfasst in Jerusalem einen Brief an den Rest des Volkes Israel, seiner Priester und Ältesten, die aus ihrer Heimat weggeführt wurden und jetzt als Verbannte in Babylon leben müssen. Er will sie trösten, ihnen Mut machen und die Verheißung Gottes weitersagen: „Ich will euch gnädig sein, eure Gefangenschaft wenden und euch wieder nach Hause führen - wenn die Zeit da ist.“ Und er sagt ihnen, wie sie sich in der Fremde verhalten sollen, dass sie die Jahre bis zum Ende ihrer Gefangenschaft gut überstehen und nicht untergehen. - Ein guter Brief! Mit beherzigenswerten Vorschlägen. Aber was soll uns das - über 2600 Jahre später?
Wir wollen den Brief des Propheten einmal so lesen, als wäre er an uns geschrieben. Was der Zeit des Jeremia entspricht und nur in ihr verständlich ist, wollen wir so übertragen, dass es in die Welt unserer Tage passt. Wir wollen dem Brief aber nicht seinen Ernst nehmen, vielmehr soll deutlich werden, dass es in ihm auch um Schuld geht, um Gefangenschaft und um Strafe. Aber wir wollen auch die Worte der Hoffnung hören, die uns Mut machen wollen und Zuversicht, dass Leid, Gefangenschaft und Tod einmal vergehen werden.
Wir wollen sehen, ob uns ein Brief des Propheten Jeremia, wie er an uns geschrieben sein könnte, das darin enthaltene Wort Gottes näher bringt und ob er auch für uns heute eine Botschaft hat, auf die wir hören können. Wir gehen dazu diesem Brief an uns Abschnitt für Abschnitt entlang. Das hört sich dann so an:
Dies sind die Worte des Briefes, den der Prophet Jeremia an uns hier in der Kirchengemeinde von ................ sendet, an die Ältesten (Kirchenvorsteher), den Pfarrer und an alle Glieder der Gemeinde, die in einer Gesellschaft und einer Welt leben müssen, die ihnen häufig fremd sind und deren Lebensweise und Werte sie oft nicht verstehen und nicht mit ihrem Glauben vereinbaren können.


Liebe Gemeinde, ist es nicht so? Fragen wir uns nicht, warum in unserer Welt die einen hungern müssen, während die anderen im Überfluss leben und nicht wissen, was sie mit ihrem Geld noch an sinnlosem Zeug kaufen sollen? Und können wir das verstehen, warum in unserem Land die Erlaubnis zum Bau von Moscheen erteilt wird, aber in muslimischen Ländern die Errichtung einer christlichen Kirche undenkbar ist, ja, schon ein solches Vorhaben als todeswürdiges Verbrechen gilt? Und meinen wir nicht oft, wir wären eigentlich die Dummen, wenn wir immer wieder versuchen, nach unserem Glauben, eben christlich zu handeln, wenn wir dann erleben müssen, dass andere ganz ohne Skrupel nur ihren eigenen Vorteil wahrnehmen. - Aber hören wir weiter:
So spricht der HERR, euer Gott, zu euch, denen ich das Leben in dieser Welt, die nur auf Zeit eure Heimat ist, geschenkt habe: Baut Häuser und wohnt darin; geht eurer Arbeit nach und genießt deren Früchte. Ihr Männer nehmt euch Frauen, ihr Frauen nehmt Männer und bekommt Söhne und Töchter. Auch eure Söhne sollen Frauen nehmen und eure Töchter Männer, dass sie auch wieder Söhne und Töchter haben; mehrt euch in dieser Welt, dass ihr nicht weniger werdet. - Es ist Gottes Wille - auch wo wir ihn nicht verstehen - dass wir in dieser Welt leben sollen. Es ist kein göttliches Versehen, dass es auch viel Böses gibt, dass Menschen ganz anders glauben als wir, dass wir unterschiedliche Sprachen haben, Gesellschaftssysteme und eine eigene Prägung durch unsere Geschichte. Vor allem ist es kein Irrtum gewesen, wenn Gott uns als freie Menschen geschaffen hat mit der Möglichkeit zu entscheiden, mit der Wahl zwischen Gut und Böse. Aber das Leben jedes Einzelnen, auch unser persönliches Leben!, kann mithelfen, dass unser Glaube, unsere christlichen Werte in der Gesellschaft gesehen und wahrgenommen werden. Dass sie Einfluss gewinnen und den Willen unseres Gottes und seiner Sache bekannt machen. Auch das Wunder, dass aus uns Kinder und Enkel kommen, soll dem dienen. Durch die Erziehung, die wir unseren Nachkommen angedeihen lassen, kann auch der Einfluss unseres Glaubens in der Welt größer werden. Darum sollen wir alles, was uns wert und heilig ist, an unsere Kinder und Kindeskinder weitergeben.
Suchet das Beste für die Menschen in eurer Umgebung, in allen Bezügen und Beziehungen, in denen ihr lebt, denn ich habe euch euren Platz genau dort gegeben. Betet für eure Mitmenschen; denn, wenn es ihnen wohl geht, so geht's auch euch wohl. - Wir sollen uns nicht anpassen, nicht so werden wie die anderen, die oft ohne Maßstab, Richtung und Ziel ihre Tage verbringen. Halten wir fest, woran wir glauben! Geben wir nicht leichtfertig auf, was an unserer christlichen Überzeugung in unserer Welt und Gesellschaft Anstoß erregt und Ärgernis. Sagen wir die Wahrheit, auch wo die Menschen sie nicht hören wollen. Meiden wir die Lüge, auch wenn sie uns Unannehmlichkeiten erspart. Wir stehen dort, wohin Gott uns gestellt hat. Es ist genau unser Platz, an dem wir leben sollen. Lassen wir uns nicht von dem abbringen, was unser Halt ist. Lassen wir uns die Mitte nicht nehmen, wir verlieren uns sonst selber. Wenn wir unsere Mitmenschen auch nicht von dem überzeugen können, was uns im Innersten trägt, so können wir doch für sie beten! Und das sollen wir tun. Und wir wollen es auch tun. So wird unser Leben (noch) nicht von stetem Glück erfüllt sein, aber erträglich. - So geht der Brief an uns weiter:
Wenn eure Zeit in dieser oft fremden Welt um ist, dann will ich mein gnädiges Wort an euch erfüllen und euch in eine Heimat führen, in der ihr wirklich zu Hause sein könnt. - Vergessen wir es nie: Uns ist mehr verheißen als dieses Leben, in dem wir heute sind. Um Jesu Christi Willen wartet eine Herrlichkeit auf uns, von der wir heute nur träumen können: Das Land ohne Tränen, ohne Leid, ohne Sorgen, ohne Krankheit, ohne Not und Tod. Einer des anderen Bruder und Schwester, einer unser aller Vater ... ewig ... ohne Ende.
Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides. Dort wo ihr meint, alles wäre zu Ende, geht es weiter in der Ewigkeit meiner neuen Welt. - Alle Schuld wird vergeben sein. Einer, Jesus Christus, hat sie für uns ans Kreuz getragen und abgetan. Gottes Verheißung für uns ist das Leben, nicht der Tod. Wo wir vom Ende sprechen, beginnt unser Leben in Gottes Reich.

Wenn ihr nicht ablasst, alle eure Bitten im Gebet vor mich zu bringen, dann will ich euch erhören. Wenn ihr mich von Herzen sucht, dann werdet ihr mich finden, spricht der HERR. Ich werde, wenn die Zeit da ist, eure Gefangenschaft in dieser Welt beenden und meine Menschenkinder sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, wohin sie das Schicksal zerstreut hat, spricht der HERR, und will euch nach Hause bringen, dorthin, von wo ich euch einmal ausgesandt habe. - Wir wollen unser Leben, das uns Gott bestimmt hat, aushalten, auch dort wo es schwer ist. Wir wollen immer wieder die Hände falten und Gott sagen, was uns bedrückt uns quält. Wir wollen ihm aber auch danken, wenn er uns mit guten Gaben beschenkt und wir Freude erfahren. So werden wir auch schon in diesem Leben Gottes Nähe spüren und unter seinem Segen sein. Und einmal wird für uns der Morgen des Tages anbrechen, der keinen Abend mehr hat. Wir werden frei sein von allem, was uns hier noch beschwert. Und wir werden daheim sein dort, wo wir das wirkliche, das wahre Leben haben. Und alle Geschwister, alle Kinder des einen Vaters werden bei uns sein und keiner von uns wird mehr an die Zeit in dieser Welt denken, denn sie ist - für uns - für immer vergangen. AMEN

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 322, 2-7 Ermuntert euch und singt mit Schall

* Fürbittengebet:
Lasst uns beten:
Barmherziger Gott,
deine Liebe trägt uns,
deine Liebe fordert uns heraus.
Deine Liebe mutet uns neue Wege zu.
Denn du willst Zukunft und Hoffnung für uns, für alle.

Wir bitten dich, Gott,
für Menschen, die in Lebenskrisen stecken.
Lass sie den Halt finden, den sie brauchen,
und einen Weg für sich erkennen in schwerer Zeit.

Wir bitten dich, Gott,
für Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten,
dass sie die Kraft bekommen, neu anzufangen,
und anderen begegnen, die sie willkommen heißen und aufnehmen.

Wir bitten dich, Gott,
für alle, die unter Gewalt und Terror leiden –
Gewalt, die jetzt geschieht
oder auch vor langer Zeit erlitten wurde.
Dass sie Worte finden
für das, was ihnen geschieht
oder damals geschehen ist.
Dass andere zuhören und sich bewegen lassen.

Barmherziger Gott,
deine Liebe trägt uns,
deine Liebe fordert uns heraus.
Deine Liebe traut uns neue Wege zu.
Denn allen gehören Zukunft und Hoffnung.
Dir sei Lob und Dank – alle Zeit.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 170 Komm Herr Segne uns

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Eigene Gemeinde

Wochenspruch: Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Röm. 12, 21

Nächste Gottesdienste

Sonntag, 28. Oktober 2018 mit Pfrin. Ehlers

9:15 Uhr Gottesdienst in Lettgenbrunn

10:30 Uhr Gottesdienst in Lohrhaupten

* Votum:
Wusstest du schon?
Gott ist dir nah.
Er ist für immer ganz für dich da.
In deiner Angst spendet er Licht,
in der Wüste verlässt er dich nicht.

In deinen Freuden lädt er zum Tanzen dich ein,
deine Erwartungen lässt er mit Sehnsucht genähret sein.
In deiner Not hält er ein Taschentuch bereit,
in deinem Kampf beschwichtigt er den Streit.
Er ist Begleiter auf all deinen Wegen
darum geh hin in seinem Segen ...

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Abendgottesd. m. Abendmahl am 20. S.n. Trinitatis, 14.10.18
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 35

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 14.10.2018 18:45   Titel: Abendgottesd. m. Abendmahl am 20. S.n. Trinitatis, 14.10.18
Abendgottesdienst mit Abendmahl
am 20. Sonntag nach Trinitatis
18.00 Uhr Ev. Kirche Kempfenbrunn
14.10.2018
Text: 1. Kor. 7, 29-31

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist mit deiner Kraft

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde,
ich begrüße Sie und Euch alle ganz herzlich zum Abendgottesdienst mit Abendmahl heute am 20. Sonntag nach Trinitatis. Thema dieses Gottesdienstes: Von Gott kommt alles her.
Ich wünsche uns allen einen mutmachenden Gottesdienst

*Lied EG 447, 1-3 Lobet den Herren

*Eingangspsalm:

Psalm 119 (EG 748 im Wechsel)
Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Wir suchen nach Klarheit, um nicht den rechten Weg für unser Leben zu verlieren. Dein Wort, Gott, ist klar. Aber wir vertrauen dir oft nicht. Stattdessen gehen wir eigene Wege. Oftmals in die Irre.
Wir bitten um dein Erbarmen und rufen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Deinen Sohn hast du, Gott, in diese Welt gesandt,
damit wir verstehen, wie deine Wege mit uns aussehen sollen.
Liebe soll Hass verdrängen, Geduld die Ungeduld
und Licht die Dunkelheit.
Dafür loben wir dich.
Wir finden unseren Weg.
Dir sei Ruhm und Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Lasst uns Gott lobsingen:

*Kollektengebet:
Guter Gott, wenn wir heute hier Gottesdienst feiern,
hören wir auf dein Wort.
Lass es uns hören als Ermutigung, das zu ändern,
was zu ändern ist,
und das zu belassen, was schon Bestand hat vor dir.
Dann wird alles gut.
Gestärkt gehen wir mit dir in die neue Woche.
G: AMEN

* Schriftlesung: Markus 10, 2-9

2 Und Pharisäer traten zu ihm und fragten ihn, ob ein Mann sich scheiden dürfe von seiner Frau; und sie versuchten ihn damit.
3 Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten?
4 Sie sprachen: Mose hat zugelassen, einen Scheidebrief zu schreiben und sich zu scheiden.
5 Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Herzens Härte willen hat er euch dieses Gebot geschrieben;
6 aber von Beginn der Schöpfung an hat Gott sie geschaffen als Mann und Frau.
7 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird an seiner Frau hängen,
8 und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.
9 Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.

(Wahrhaft, würdig und Recht, billig und heilsam ist es, das Wort des gekreuzigten zu hören und zu bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 295 Wohl denen die da wandeln

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Predigttext 1.Korinther 7,29-31

29 Das sage ich aber, liebe Brüder: Die Zeit ist kurz. Fortan sollen auch die, die Frauen haben, sein, als hätten sie keine; und die weinen, als weinten sie nicht;
30 und die sich freuen, als freuten sie sich nicht; und die kaufen, als behielten sie es nicht;
31 und die diese Welt gebrauchen, als brauchten sie sie nicht. Denn das Wesen dieser Welt vergeht.

Liebe Gemeinde,

ein erstaunlicher Text, oder? Eigentlich möchte man kopfschüttelnd die Bibel Beiseitelegen und sich dem Sportteil der Zeitung zuwenden, wenn nicht beim zweiten Nachdenken der Reiz des Textes sich auftäte. Irgendwie verrückt dieser Text. Es heißt nicht, wie wir es in jeder „Apothekenrundschau“ lesen können: „Lebe Dein Leben!“, „Mach Dein Ding!“. Der Reiz des Textes liegt in den Zumutungen, die uns verwirren.
Lebe so, als hättest du es nicht!
Leben, ja, aber nicht so verbissen!
Gebrauch der Welt, ja, aber aus einer den Überblick verschaffenden Distanz.
Kaufen, ja, aber nicht sich verkaufen.
Eine Frau haben, ja, aber sie nicht besitzen.
Wer soll das verstehen?
Folgen wir dem Denken des Paulus.
Er ist der Grundüberzeugung, dass wir nicht für uns selbst leben, nicht unser eigener Mittelpunkt sind und auch nicht der Mittelpunkt anderer, sondern dass unser Leben im Mittelpunkt der Liebe Gottes steht. Im Umkehrschluss heißt das:
Des Christen Herz gehört allein Gott; und das hat Konsequenzen. Der Glaube justiert alles menschliche Dichten und Trachten neu. Davon spricht Paulus in unglaublichen Sätzen der Freiheit. Sätze aber nicht aus Geringschätzung und Abwertung gegenüber den gegenwärtigen Mühen der Menschen.
Weil Gott diese Welt liebt, darum sollen wir als seine Werkzeuge seine Liebe in dieser Welt auch leben, genau dort, wo Gott uns hinstellt. Vom Lohn der Mühen lesen wir im letzten Buch der Bibel. In der Offenbarung, Kapitel 21, heißt es: „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“
Paulus befreit seine Leser und Hörer von der klein machenden Angst um die tägliche Daseinsvorsorge, von der Selbstverliebtheit und Selbstzentriertheit, von Angst und Gewalt; ja, sogar den Tod überwindet der, der auf Gott vertraut.
Paulus‘ Botschaft ist die einer großartigen Befreiung des Menschen von sich selbst und seinen alltäglichen Nöten zu rückhaltloser Liebe allen, sogar den Feinden gegenüber. Hört auf, um euch selbst zu kreisen. Hört auf mit der Kleinlichkeit eurer Liebe, die mehr Fessel eurer selbst und anderer ist.
Dann nennt er ein Beispiel: Eine Frau haben, als hätte man keine! Wie bitte? Wie soll das gehen? Werden nicht beide eins, sollen sie nicht ein Leben lang zusammenbleiben, bis der Tod sie scheidet? Und dann dieser ärgerliche Satz! Was meint Paulus wohl?

Paulus macht Ernst mit der eigenen Freiheit und der Freiheit des anderen, der - wie ich selbst - nicht irgendjemandes Besitz ist. Ja, Ehe ist nicht Eigentumsanspruch an den jeweils anderen. Ehe ist andauerndes Ausrichten auf die Bedürfnisse des anderen. Liebe braucht Raum, um mit der richtigen Distanz den anderen ganz zu sehen. Ein Liebesklumpen kann keine Bewegung zulassen. Und eine Beziehung braucht Bewegung, sonst erstickt sie. Dauerndes Werben braucht die Liebe. Sie braucht Spannung und Entspannung. Sie braucht das Ja-Wort als Grundsatz, aber sie braucht auch den streitbaren Dialog um den rechten Weg heute und morgen.
Das ist das Geheimnis einer dauerhaften, lebendigen Beziehung, in der nicht einer von beiden untergeht und nach Jahrzehnten bis zur Unkenntlichkeit verheiratet ist. Nur so gelingen wahre Beziehungen zwischen aufrecht bleibenden Menschen. So meint es dieser Satz wohl. Wie finden Sie das, liebe Gemeinde? Noch nicht überzeugend? Nun, dann hören Sie auf folgendes Zitat:
„Lasst Raum zwischen euch. Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel.
Lasst sie ein wogendes Meer zwischen den Ufern eurer Seelen sein. Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich, aber lasst jeden von euch auch allein sein.
So wie die Saiten der Laute allein sind und doch von derselben Musik erzittern.
Gebt eure Herzen, aber nicht in des anderen Obhut. Denn nur Gottes Hand kann eure Herzen umfassen.
Und steht zusammen, aber nicht zu nah; denn die Säulen des Tempels stehen für sich, und die Eiche und die Zypresse wachsen nicht im Schatten des anderen.“
Das finde ich überzeugend! Paulus argumentiert nicht von sich aus. Er schaut auf die Beziehungen von Menschen einzig von Gott her. Er ist das Maß. Gott überwindet menschliches Erkennen und nennt es Stückwerk. Er allein umfasst unser Herz ganz und erfasst deshalb menschliches Streben allein ganz. Wer miteinander recht und glücklich leben will, denke alles von Gott her. Deshalb kann Paulus sagen: Habt einander als Menschen, die Gott gehören. Geht mit euch selbst um als Personen, die Gott gehören. Die Würde des Menschen hat genau darin ihren Grund. Von dort her bekommt alles die Achtung voreinander. Wer die Würde eines Gottesgeschöpfes verletzt, bekommt es mit Gott selbst zu tun. Das war und ist Glaubensgut über Generationen hinweg. Die Achtung vor Gottes Wort und die Hoffnung in die Macht des Heiligen bringt uns doch auch heute hier im Gottesdienst wieder zusammen.

„Gott liebt diese Welt, er rief sie ins Leben.
Gott ist‘s, der erhält, was er selbst gegeben.
Gott gehört die Welt.“

So singen wir gleich. Der Liederdichter Walter Schulz versteht Gottes Liebe so, dass sie uns stärkt und herausfordert, uns für diese vorfindliche Welt einzusetzen, ihr nicht zu entfliehen in den stillen Winkel der Gleichgültigkeit.
Paulus schreibt nicht, um die Menschen zu irritieren. Paulus geht es um die Vollendung der Sache Jesu. Entschiedene Menschen braucht das Land. Deshalb fordert Paulus heraus. Ein Christ lebt in der Welt, aber er geht nicht in der Welt auf. Der Christ bezieht Stellung im privaten wie im gesellschaftlichen Leben. Denn Gleichgültigkeit ist die Sache des Paulus sicher nicht. Haben, als hätte man nicht -, das kann nur der, der von sich selbst absieht, der auf den anderen in neuer Weise aufmerksam wird und dessen Würde entdeckt. Dem anderen Menschen und sich selbst in Würde begegnen, ist Aufgabe der jungen Gemeinde in Korinth damals und der Gemeinden heute.
Unsere Gemeinden können die alten Paulusworte gut gebrauchen. Dass die Glieder der Gemeinde sich von Gott her verstehen, ist der Grund, auf dem sich alles andere aufbaut. Aber was strahlt davon auf den Einzelnen und die Gesellschaft über? Warum muss Paulus ein ums andere Mal dies in Briefen betonen?
Gemeinden sind vergesslich. Verlassen den Gottesweg. Straucheln. Fallen. Geben auf. Zu schwer ist die Umsetzung der göttlichen Wahrheit. Zu klein ist das Gottvertrauen. Deshalb immer wieder der Appell: Glaubt und handelt! Immer wieder mag Paulus Geschichten des gelingenden Gottvertrauens aufschreiben. Gottvertrauen, das Mut macht, scheinbar unmögliche Dinge zu tun, etwa sich zu lösen vom Gelingen-Müssen aus eigener Kraft.

Wir werden die Erde nur im Vertrauen auf Gott bewahren können. Göttliche Weisheit wird uns beistehen, wenn unser kleines Herz mutlos wird. Göttliche Kraft wird uns stärken, wenn wir vor dem Berg der weltweiten Armut stehen und nicht weiterwissen. Gott wird uns so lange um oder auf den Berg tragen, bis uns die Idee kommt, wie wir den Berg abtragen können. Gott verbindet die Bruchstücke unserer Taten der Nächstenliebe zu einem wunderbaren Ganzen, in dem das Versprechen einer gerechten Gesellschaft erfüllt ist. Hier findet jeder sein Glück im Glück des anderen. Aufrecht begegnen sich die Geschöpfe. In Achtung voreinander als Geschöpfe Gottes leben Menschen, lieben einander, lachen und weinen.
Paulus ist überzeugt, dass in Kürze der Herr Jesus wiederkommt, um Gottes Reich zu vollenden. So sind seine scheinbar unzumutbaren Forderungen zu verstehen. Für kurze Zeit wünscht er sich gewaltige Anstrengungen in den Gemeinden. Verweigert euch den Sitten und Gesetzen der Zeit, haltet dagegen mit eurem Vertrauen in Gott alleine. Und er wird euch nicht alleine lassen. Denkt alles, was ihr tut, von Gott her, auch und gerade in der Wartezeit, bis er wiederkommt und sein Versprechen erfüllt, dass alle Menschen wie Brüder und Schwestern angstfrei und in Würde beieinander leben – in der Familie, an der Arbeit, in Staaten und Religionen.
Vertraut auf Gott. Ihm gehört diese Welt. Ihm gebühren Ehre und Ruhm. Worauf noch warten? Gott ist doch mit uns, „am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag“. Ob vor oder nach der Sportseite der Zeitung. Amen.
-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN

* Lied EG 409 Gott liebt diese Welt

ABENDMAHL

Danksagung (Präfation):

Wahrhaft würdig und recht ist es,
dich zu loben, Gott
und dir für die Gaben zu danken,
die wir an deinem Tisch empfangen:
Kraft und Mut,
um aufzutanken für den Alltag,
Brot und Wein,
die uns ein Stückchen Himmel öffnen,
überall dort,
wo wir´s in deinem Namen teilen.
Dafür loben wir dich, Gott und singen!

Lied Sanctus

Einsetzungsworte:
Unser Herr Jesus Christus / in der Nacht, da er verraten ward / nahm er das Brot / dankte und brach's / und gab's seinen Jüngern / und sprach: Nehmet hin und esset / das ist mein Leib (+) / der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl / dankte / gab ihnen den / und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus / dieser Kelch ist das neue Testament (+) in meinem Blut / das für euch vergossen wird / zur Vergebung der Sünden . Solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis.

Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. AMEN.

Lied EG 190.2 "Christe, du Lamm Gottes"

Friedensgruß: Thomas
Der Friede des Herrn sei mit euch allen. Keiner sei gegen den anderen, keiner in sich verschlossen. Vergebt, wie euch vergeben ist, nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zum Lobe Gottes.

Austeilung

Lobpreis:
Danke Gott,
dass du es bist,
der uns mit unseren Schwächen versöhnt.
Danke,
dass du es bist,
der auch das Kleine
zum Leuchten und Glänzen bringt.
Danke,
dass du uns in Wein und Brot so nahe bist
und ein Wort der Versöhnung für uns übrig hast.

* Fürbittengebet:
Lasst uns beten:
Herr, unser Gott, du siehst und hörst uns.
Du kennst uns, einen jeden.
Du liebst uns, eine jede.
Du hilfst uns immer und immer wieder.
Du bist der, der uns fordert und uns Zumutung ist.
Doch immer begegnest du uns als unser Heiland.
Dafür danken wir dir.
Erwartungsvoll sind wir, wenn das Wesen der Welt vergeht und wir schauen dürfen, wozu du uns frei machen willst,
dann, wenn der Glaube diese Welt verzaubert.
Mach uns frei dazu.
Gib uns den rechten, aufrichtigen, tätigen Glauben
an dich, an deine Wahrheit.
Gib ihn allen Menschen.
Da ist keiner, der es nicht nötig hätte,
mit glaubenden Augen zu sehen.
Zu wunderbar wird die Zukunft sein,
auf die wir ungeduldig warten.
Milch und Honig werden fließen und das Leid hat ein Ende. AMEN

* Lied EG 562 Segne und behüte uns

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Stationäre Altenhilfeeinrichtungen der Diakonie Hessen (im Gebiet der EKKW)

Wochenspruch: Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. Micha 6,8

Nächster Gottesdienst:

Sonntag, 21. Oktober 2018 um 9:30 Uhr mit Lektor Ziegenbein

* Votum:
Der GOTT der Liebe,
der uns seine Gnade zugewandt hat,
festige in uns die Liebe
zu unseren Schwestern und Brüdern, zu Freundinnen und Freunden.
Herr,
segne meine Hände,
dass sie behutsam seien,
dass sie halten können,
ohne zur Fessel zu werden,
dass sie geben können
ohne Berechnung,
dass ihnen innewohne die Kraft,
zu segnen
und zu trösten.
Herr,
segne meine Augen,
dass sie Bedürftigkeit wahrnehmen,
dass sie das Unscheinbare nicht übersehen,
dass sie hindurchschauen durch das Vordergründige,
dass andere sich wohlfühlen können
unter meinem Blick.
Herr,
segne meine Ohren,
dass sie deine Stimme zu erhorchen vermögen,
dass sie hellhörig seien
für die Stimme der Not,
dass sie verschlossen seien
für den Lärm und das Geschwätz,
dass sie das Unbequeme nicht überhören.
Herr,
segne meinen Mund,
dass er dich bezeuge,
dass nichts von ihm ausgehe,
was verletzt und zerstört,
dass er heilende Worte spreche,
dass er Anvertrautes bewahre.
Herr,
segne mein Herz,
dass es Wohnstatt sei Deinem Geist,
dass es Wärme schenken und bergen kann,
dass es reich sei an Verzeihung,
dass es Leiden und Freude teilen kann.
Lass mich DIR verfügbar sein,
mein Gott,
mit allem, was ich habe und bin.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.
  Thema: Gottesdienst am 20. Sonntag nach Trinitatis, 14.10.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 36

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 14.10.2018 18:41   Titel: Gottesdienst am 20. Sonntag nach Trinitatis, 14.10.2018
Gottesdienst am 20. Sonntag nach Trinitatis
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
14.10.2018
Text: 1. Kor. 7, 29-31

* Lied EG 136, 1 O komm du Geist der Wahrheit

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde,
ich begrüße Sie und Euch alle ganz herzlich zum Gottesdienst heute am 20. Sonntag nach Trinitatis. Thema dieses Gottesdienstes: Von Gott kommt alles her.
Ich wünsche uns allen einen mutmachenden Gottesdienst

*Lied EG 447, 1-3 Lobet den Herren

*Eingangspsalm:

Psalm 119 (EG 748 im Wechsel)
Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Wir suchen nach Klarheit, um nicht den rechten Weg für unser Leben zu verlieren. Dein Wort, Gott, ist klar. Aber wir vertrauen dir oft nicht. Stattdessen gehen wir eigene Wege. Oftmals in die Irre.
Wir bitten um dein Erbarmen und rufen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Deinen Sohn hast du, Gott, in diese Welt gesandt,
damit wir verstehen, wie deine Wege mit uns aussehen sollen.
Liebe soll Hass verdrängen, Geduld die Ungeduld
und Licht die Dunkelheit.
Dafür loben wir dich.
Wir finden unseren Weg.
Dir sei Ruhm und Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Lasst uns Gott lobsingen:

*Kollektengebet:
Guter Gott, wenn wir heute hier Gottesdienst feiern,
hören wir auf dein Wort.
Lass es uns hören als Ermutigung, das zu ändern,
was zu ändern ist,
und das zu belassen, was schon Bestand hat vor dir.
Dann wird alles gut.
Gestärkt gehen wir mit dir in die neue Woche.
G: AMEN

* Schriftlesung: Markus 10, 2-9

2 Und Pharisäer traten zu ihm und fragten ihn, ob ein Mann sich scheiden dürfe von seiner Frau; und sie versuchten ihn damit.
3 Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten?
4 Sie sprachen: Mose hat zugelassen, einen Scheidebrief zu schreiben und sich zu scheiden.
5 Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Herzens Härte willen hat er euch dieses Gebot geschrieben;
6 aber von Beginn der Schöpfung an hat Gott sie geschaffen als Mann und Frau.
7 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird an seiner Frau hängen,
8 und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.
9 Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.

(Wahrhaft, würdig und Recht, billig und heilsam ist es, das Wort des gekreuzigten zu hören und zu bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 295 Wohl denen die da wandeln

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Predigttext 1.Korinther 7,29-31

29 Das sage ich aber, liebe Brüder: Die Zeit ist kurz. Fortan sollen auch die, die Frauen haben, sein, als hätten sie keine; und die weinen, als weinten sie nicht;
30 und die sich freuen, als freuten sie sich nicht; und die kaufen, als behielten sie es nicht;
31 und die diese Welt gebrauchen, als brauchten sie sie nicht. Denn das Wesen dieser Welt vergeht.

Liebe Gemeinde,

ein erstaunlicher Text, oder? Eigentlich möchte man kopfschüttelnd die Bibel Beiseitelegen und sich dem Sportteil der Zeitung zuwenden, wenn nicht beim zweiten Nachdenken der Reiz des Textes sich auftäte. Irgendwie verrückt dieser Text. Es heißt nicht, wie wir es in jeder „Apothekenrundschau“ lesen können: „Lebe Dein Leben!“, „Mach Dein Ding!“. Der Reiz des Textes liegt in den Zumutungen, die uns verwirren.
Lebe so, als hättest du es nicht!
Leben, ja, aber nicht so verbissen!
Gebrauch der Welt, ja, aber aus einer den Überblick verschaffenden Distanz.
Kaufen, ja, aber nicht sich verkaufen.
Eine Frau haben, ja, aber sie nicht besitzen.
Wer soll das verstehen?
Folgen wir dem Denken des Paulus.
Er ist der Grundüberzeugung, dass wir nicht für uns selbst leben, nicht unser eigener Mittelpunkt sind und auch nicht der Mittelpunkt anderer, sondern dass unser Leben im Mittelpunkt der Liebe Gottes steht. Im Umkehrschluss heißt das:
Des Christen Herz gehört allein Gott; und das hat Konsequenzen. Der Glaube justiert alles menschliche Dichten und Trachten neu. Davon spricht Paulus in unglaublichen Sätzen der Freiheit. Sätze aber nicht aus Geringschätzung und Abwertung gegenüber den gegenwärtigen Mühen der Menschen.
Weil Gott diese Welt liebt, darum sollen wir als seine Werkzeuge seine Liebe in dieser Welt auch leben, genau dort, wo Gott uns hinstellt. Vom Lohn der Mühen lesen wir im letzten Buch der Bibel. In der Offenbarung, Kapitel 21, heißt es: „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“
Paulus befreit seine Leser und Hörer von der klein machenden Angst um die tägliche Daseinsvorsorge, von der Selbstverliebtheit und Selbstzentriertheit, von Angst und Gewalt; ja, sogar den Tod überwindet der, der auf Gott vertraut.
Paulus‘ Botschaft ist die einer großartigen Befreiung des Menschen von sich selbst und seinen alltäglichen Nöten zu rückhaltloser Liebe allen, sogar den Feinden gegenüber. Hört auf, um euch selbst zu kreisen. Hört auf mit der Kleinlichkeit eurer Liebe, die mehr Fessel eurer selbst und anderer ist.
Dann nennt er ein Beispiel: Eine Frau haben, als hätte man keine! Wie bitte? Wie soll das gehen? Werden nicht beide eins, sollen sie nicht ein Leben lang zusammenbleiben, bis der Tod sie scheidet? Und dann dieser ärgerliche Satz! Was meint Paulus wohl?

Paulus macht Ernst mit der eigenen Freiheit und der Freiheit des anderen, der - wie ich selbst - nicht irgendjemandes Besitz ist. Ja, Ehe ist nicht Eigentumsanspruch an den jeweils anderen. Ehe ist andauerndes Ausrichten auf die Bedürfnisse des anderen. Liebe braucht Raum, um mit der richtigen Distanz den anderen ganz zu sehen. Ein Liebesklumpen kann keine Bewegung zulassen. Und eine Beziehung braucht Bewegung, sonst erstickt sie. Dauerndes Werben braucht die Liebe. Sie braucht Spannung und Entspannung. Sie braucht das Ja-Wort als Grundsatz, aber sie braucht auch den streitbaren Dialog um den rechten Weg heute und morgen.
Das ist das Geheimnis einer dauerhaften, lebendigen Beziehung, in der nicht einer von beiden untergeht und nach Jahrzehnten bis zur Unkenntlichkeit verheiratet ist. Nur so gelingen wahre Beziehungen zwischen aufrecht bleibenden Menschen. So meint es dieser Satz wohl. Wie finden Sie das, liebe Gemeinde? Noch nicht überzeugend? Nun, dann hören Sie auf folgendes Zitat:
„Lasst Raum zwischen euch. Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel.
Lasst sie ein wogendes Meer zwischen den Ufern eurer Seelen sein. Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich, aber lasst jeden von euch auch allein sein.
So wie die Saiten der Laute allein sind und doch von derselben Musik erzittern.
Gebt eure Herzen, aber nicht in des anderen Obhut. Denn nur Gottes Hand kann eure Herzen umfassen.
Und steht zusammen, aber nicht zu nah; denn die Säulen des Tempels stehen für sich, und die Eiche und die Zypresse wachsen nicht im Schatten des anderen.“
Das finde ich überzeugend! Paulus argumentiert nicht von sich aus. Er schaut auf die Beziehungen von Menschen einzig von Gott her. Er ist das Maß. Gott überwindet menschliches Erkennen und nennt es Stückwerk. Er allein umfasst unser Herz ganz und erfasst deshalb menschliches Streben allein ganz. Wer miteinander recht und glücklich leben will, denke alles von Gott her. Deshalb kann Paulus sagen: Habt einander als Menschen, die Gott gehören. Geht mit euch selbst um als Personen, die Gott gehören. Die Würde des Menschen hat genau darin ihren Grund. Von dort her bekommt alles die Achtung voreinander. Wer die Würde eines Gottesgeschöpfes verletzt, bekommt es mit Gott selbst zu tun. Das war und ist Glaubensgut über Generationen hinweg. Die Achtung vor Gottes Wort und die Hoffnung in die Macht des Heiligen bringt uns doch auch heute hier im Gottesdienst wieder zusammen.

„Gott liebt diese Welt, er rief sie ins Leben.
Gott ist‘s, der erhält, was er selbst gegeben.
Gott gehört die Welt.“

So singen wir gleich. Der Liederdichter Walter Schulz versteht Gottes Liebe so, dass sie uns stärkt und herausfordert, uns für diese vorfindliche Welt einzusetzen, ihr nicht zu entfliehen in den stillen Winkel der Gleichgültigkeit.
Paulus schreibt nicht, um die Menschen zu irritieren. Paulus geht es um die Vollendung der Sache Jesu. Entschiedene Menschen braucht das Land. Deshalb fordert Paulus heraus. Ein Christ lebt in der Welt, aber er geht nicht in der Welt auf. Der Christ bezieht Stellung im privaten wie im gesellschaftlichen Leben. Denn Gleichgültigkeit ist die Sache des Paulus sicher nicht. Haben, als hätte man nicht -, das kann nur der, der von sich selbst absieht, der auf den anderen in neuer Weise aufmerksam wird und dessen Würde entdeckt. Dem anderen Menschen und sich selbst in Würde begegnen, ist Aufgabe der jungen Gemeinde in Korinth damals und der Gemeinden heute.
Unsere Gemeinden können die alten Paulusworte gut gebrauchen. Dass die Glieder der Gemeinde sich von Gott her verstehen, ist der Grund, auf dem sich alles andere aufbaut. Aber was strahlt davon auf den Einzelnen und die Gesellschaft über? Warum muss Paulus ein ums andere Mal dies in Briefen betonen?
Gemeinden sind vergesslich. Verlassen den Gottesweg. Straucheln. Fallen. Geben auf. Zu schwer ist die Umsetzung der göttlichen Wahrheit. Zu klein ist das Gottvertrauen. Deshalb immer wieder der Appell: Glaubt und handelt! Immer wieder mag Paulus Geschichten des gelingenden Gottvertrauens aufschreiben. Gottvertrauen, das Mut macht, scheinbar unmögliche Dinge zu tun, etwa sich zu lösen vom Gelingen-Müssen aus eigener Kraft.

Wir werden die Erde nur im Vertrauen auf Gott bewahren können. Göttliche Weisheit wird uns beistehen, wenn unser kleines Herz mutlos wird. Göttliche Kraft wird uns stärken, wenn wir vor dem Berg der weltweiten Armut stehen und nicht weiterwissen. Gott wird uns so lange um oder auf den Berg tragen, bis uns die Idee kommt, wie wir den Berg abtragen können. Gott verbindet die Bruchstücke unserer Taten der Nächstenliebe zu einem wunderbaren Ganzen, in dem das Versprechen einer gerechten Gesellschaft erfüllt ist. Hier findet jeder sein Glück im Glück des anderen. Aufrecht begegnen sich die Geschöpfe. In Achtung voreinander als Geschöpfe Gottes leben Menschen, lieben einander, lachen und weinen.
Paulus ist überzeugt, dass in Kürze der Herr Jesus wiederkommt, um Gottes Reich zu vollenden. So sind seine scheinbar unzumutbaren Forderungen zu verstehen. Für kurze Zeit wünscht er sich gewaltige Anstrengungen in den Gemeinden. Verweigert euch den Sitten und Gesetzen der Zeit, haltet dagegen mit eurem Vertrauen in Gott alleine. Und er wird euch nicht alleine lassen. Denkt alles, was ihr tut, von Gott her, auch und gerade in der Wartezeit, bis er wiederkommt und sein Versprechen erfüllt, dass alle Menschen wie Brüder und Schwestern angstfrei und in Würde beieinander leben – in der Familie, an der Arbeit, in Staaten und Religionen.
Vertraut auf Gott. Ihm gehört diese Welt. Ihm gebühren Ehre und Ruhm. Worauf noch warten? Gott ist doch mit uns, „am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag“. Ob vor oder nach der Sportseite der Zeitung. Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 409 Gott liebt diese Welt

* Fürbittengebet:
Lasst uns beten:
Herr, unser Gott, du siehst und hörst uns.
Du kennst uns, einen jeden.
Du liebst uns, eine jede.
Du hilfst uns immer und immer wieder.
Du bist der, der uns fordert und uns Zumutung ist.
Doch immer begegnest du uns als unser Heiland.
Dafür danken wir dir.
Erwartungsvoll sind wir, wenn das Wesen der Welt vergeht und wir schauen dürfen, wozu du uns frei machen willst,
dann, wenn der Glaube diese Welt verzaubert.
Mach uns frei dazu.
Gib uns den rechten, aufrichtigen, tätigen Glauben
an dich, an deine Wahrheit.
Gib ihn allen Menschen.
Da ist keiner, der es nicht nötig hätte,
mit glaubenden Augen zu sehen.
Zu wunderbar wird die Zukunft sein,
auf die wir ungeduldig warten.
Milch und Honig werden fließen und das Leid hat ein Ende.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte uns

* Bekanntmachungen:
Die Kollekte ist bestimmt Stationäre Altenhilfeeinrichtungen der Diakonie Hessen.

Wir feiern Gottesdienst am kommenden Sonntag, 21.10.2018 um 09.00 Uhr in Weilers und um 10.00 Uhr hier in Wächtersbach.

Durch die kommende Woche geleite uns der Wochenspruch aus Micha 6, Vers 8:
„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott“.

* Votum:
Der GOTT der Liebe,
der uns seine Gnade zugewandt hat,
festige in uns die Liebe
zu unseren Schwestern und Brüdern, zu Freundinnen und Freunden.
Herr,
segne meine Hände,
dass sie behutsam seien,
dass sie halten können,
ohne zur Fessel zu werden,
dass sie geben können
ohne Berechnung,
dass ihnen innewohne die Kraft,
zu segnen
und zu trösten.
Herr,
segne meine Augen,
dass sie Bedürftigkeit wahrnehmen,
dass sie das Unscheinbare nicht übersehen,
dass sie hindurchschauen durch das Vordergründige,
dass andere sich wohlfühlen können
unter meinem Blick.
Herr,
segne meine Ohren,
dass sie deine Stimme zu erhorchen vermögen,
dass sie hellhörig seien
für die Stimme der Not,
dass sie verschlossen seien
für den Lärm und das Geschwätz,
dass sie das Unbequeme nicht überhören.
Herr,
segne meinen Mund,
dass er dich bezeuge,
dass nichts von ihm ausgehe,
was verletzt und zerstört,
dass er heilende Worte spreche,
dass er Anvertrautes bewahre.
Herr,
segne mein Herz,
dass es Wohnstatt sei Deinem Geist,
dass es Wärme schenken und bergen kann,
dass es reich sei an Verzeihung,
dass es Leiden und Freude teilen kann.
Lass mich DIR verfügbar sein,
mein Gott,
mit allem, was ich habe und bin.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.
  Thema: Gottesdienst am 17. Sonntag nach Trinitatis, 23.09.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 44

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 23.09.2018 18:23   Titel: Gottesdienst am 17. Sonntag nach Trinitatis, 23.09.2018
Gottesdienst am 17.Sonntag nach Trinitatis,
23.9.2018
09.30 Uhr Ev. Kirche Kempfenbrunn mit Totengedenken
Text: Epheser 4,1-6

Orgelvorspiel

Lied EG + 34 Komm Heiliger Geist

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde,
herzlich Willkommen zum Gottesdienst am 17. Sonntag nach Trinitatis.
Das Thema heute Morgen lautet: Drei besondere Arten von Mut.
Ich wünsche uns einen Mutmachenden Gottesdienst heute am 17. Sonntag nach Trinitatis.

Lied EG 302, 1-3 Du meine Seele, singe

Eingangspsalm Psalm 25 (Spangenberg)

Ich habe Sehnsucht nach Dir, Gott,
ich möchte mit Dir reden,
weil ich allein nicht fertig werde.
Sag mir, was ich tun soll.
Nimm mich an der Hand,
wenn Du mir Deine Worte erklärst.
Du bist für mich wie ein großer Freund,
wie ein Bruder;
es gibt keinen Tag,
an dem ich nicht an Dich denke.
Ich bitte Dich: Nimm mich so, wie ich bin,
auch mit all meinen Schwächen
und decke sie zu,
damit nur Du allein davon weißt.
Mit Dir durchs Leben gehen:
Das bringt Sinn und Freude.
Auf Dich kann ich mich verlassen.
Ich glaube, Du sagst jedem klar,
was das Leben wert ist,
Hauptsache,
wir Menschen wollen uns nach Dir richten.
Du bietest allen Deine Freundschaft an.

Ich bin froh darüber.
Komm zu mir,
ich weiß manchmal nicht mehr aus noch ein.
Lass mich nicht allein.
Ich brauche Dich, und ich vertraue Dir.

Kommt, lasst uns anbeten

Aufforderung zum Bittruf
Zuversicht auf Gott setzen,
das fällt oft schwer.
Misstrauisch und ängstlich legen wir uns und andere fest
auf Rollen, aus denen wir nicht fallen dürfen,
auf Regeln, die immer gelten sollen.
Wir trauen Gott keine Veränderung zu
in unserem Leben.
Wir rufen:

Aufforderung zum Lobpreis
Gott spricht Menschen an,
Menschen verändern sich,
schenken dem Leben Vertrauen,
wachsen auf dich hin, Gott.
Wir singen:

Kollektengebet
Gott, unser Herr und Heiland,
wie oft hören wir ein Nein,
plagen uns mit Versagen und Versagungen!
Und doch ist hinter allem Nein
und selbst hinter deinem Nein
dein tiefes, heimliches Ja.
Lass es uns hören
im Wort deiner Dienerinnen und Diener.
Lass es uns hören
in der Lebendigkeit und Freiheit deiner Kinder.
Lass es uns erfahren und weitergeben
in guten und in bösen Tagen,
dass wir dich anbeten und loben und verherrlichen,
den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist
von Ewigkeit zu Ewigkeit.
AMEN.

Schriftlesung: Matthäus 15, 21-28

21 Und Jesus ging weg von dort und zog sich zurück in die Gegend von Tyrus und Sidon.
22 Und siehe, eine kanaanäische Frau kam aus diesem Gebiet und schrie: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Meine Tochter wird von einem bösen Geist übel geplagt.
23 Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten seine Jünger zu ihm, baten ihn und sprachen: Lass sie doch gehen, denn sie schreit uns nach.
A) Es kann auch übersetzt werden: »Stell sie zufrieden«.
24 Er antwortete aber und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
25 Sie aber kam und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir!
26 Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht recht, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde.
27 Sie sprach: Ja, Herr; aber doch fressen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen.
28 Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter wurde gesund zu derselben Stunde.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren – Halleluja

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Lied EG 321 Nun danket alle Gott


PREDIGT:
- Kanzelgruß
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Predigttext: Eph 4,1-6
[1] So ermahne ich euch nun, ich, der Gefangene in dem Herrn, dass ihr der Berufung würdig lebt, mit der ihr berufen seid, [2] in aller Demut und Sanftmut, in Geduld. Ertragt einer den andern in Liebe [3] und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens: [4] ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; [5] ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; [6] ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen.

Liebe Gemeinde.
In der gestrigen Wochenendausgabe einer Zeitung wurden unter dem Titel " Du sollst deinen Nächsten nicht zu nahe an dich heranlassen" drei Geschichten erzählt, bei denen einem das Lachen im Hals stecken bleibt und die zeigen wie weit es doch in unserer Gesellschaft gekommen ist.
Da passierte einem Mann ein Missgeschick, das dem ein oder anderen unter uns vielleicht auch schon mal passiert ist. Der Mann schließt seinen Geldbeutel, das Handy und den Autoschlüssel im Wagen ein, nach 30 Sekunden so vom Hersteller eingestellt verriegelt der Wagner wenn die Tür zu ist. Als er eine junge Frau um ein paar Cent zum Telefonieren bitten wollte, bekam ihm das schlecht. Er fand sich im Krankenhaus wieder. Die junge Frau hatte gerade einen Selbstverteidigungskurs absolviert und hielt den Mann für einen Sittenstrolch der ihr ans Leder wollte als er sie ansprach.
Schlimm erging es auch einem alten Mann, der seine beiden kleinen Enkel bei einem Verkehrsunfall verloren hatte. Nachdem er auf einem seiner Spaziergänge mit Hilfe von Schokoriegeln Kontakt zu Kindern gesucht hatte, wurde die Polizei alarmiert und das Gelände weiträumig umstellt. Bis sie eingriff, hatten Treusorgende Väter dem angeblichen Kinderschänder schon eine Abreibung vom feinsten verpasst.
Und schließlich war da noch die Studentin, die sich bei einem Meinungsforschungsinstitut etwas dazu verdiente. Als sie bei einer alten Dame klingelte um ihr ein paar Fragen zu stellen, wurde sie aus der halb geöffneten Tür von einem Strahl Reizgas empfangen und in die Besenkammer gesperrt, wo die alte Dame die Betrügerin für die Polizei aufbewahrte.
Erst drauf hauen und dann reden, das ist nicht zum Lachen. Erst verurteilen und dann vielleicht verstehen, das ist nicht zum Lachen. Angst und Misstrauen grassieren in unserer Gesellschaft, in der inzwischen zwei Drittel der Menschen allein im Haushalt leben. Und wo der vorauseilende Argwohn regiert, reduziert sich das Ansehen einer Person dann schnell darauf, dass er ja eine Unperson sein könnte, der alles zuzutrauen ist.
Das ist das wirkliche Leben, oder der ganz normale Wahnsinn, wie man will. Und der findet auch bei uns in der Kirche statt. Nicht erst seit gestern. Denn die Worte des Apostel Paulus passen zu solchen Geschichten. Ertragt einer den anderen in Liebe, demütig, sanftmütig, geduldig. Ach ja, so sollte es sein.
Ich kenne manche, die andere Erfahrung machen. Sie rufen mich an oder schreiben mir in Facebook oder in Whats Ap. Sie erzählen Geschichten, in denen erst verurteilt und dann nicht mehr zugehört wird. Sie brechen innerlich zusammen an der Wand aus Ablehnung, Vorurteilen und Schuldzuweisungen ihrer christlichen Nachbarschaft. Sie ertragen es nicht länger, wie Christenmenschen miteinander umgehen. Da ist der Bibelkreis, der zwar tiefschürfend über Zachäus nachdenkt, aber einem Mitglied dann zu verstehen gibt, dass man einen Zachäus wie ihn in einem solchen Kreis nicht haben will, und einen Vorbestraften nicht in der Diakonie, und den und den nicht länger in einem kirchlichen Amt. Schließlich geht es um die äußere Glaubwürdigkeit. Und so lange das so ist, wird es das unter uns geben: Den ängstlich gesenkten Blick, die vor den Mund gehaltene Hand, und die in der Tasche geballte Faust.
Liebe Gemeinde, das ist ein Skandal. Mögen sich draußen die Menschen ihrem Argwohn, ihren Ängsten, ihren Vorurteilen und Vorverurteilungen hingeben, sich so ein Zusammenleben irgendwann endgültig unmöglich machen und den gleichen Amok laufen, vor dem sie sich schützen wollen. Mögen sie irgendwann einmal merken, dass das, was in der Kirche durch Apostel wie Paulus gepredigt wird, doch nicht so blöd ist. Aber wie sollen sie's merken, wenn es bei uns genauso zugeht; wenn sie bei uns genau die gleichen schmerzlichen Erfahrungen machen. Erst draufhauen, dann fragen. Der Anschein genügt. Das ist ein Skandal.
Denn hier ist Kirche Jesu Christi. Hier ist die Gemeinschaft des Jesus von Nazareth, der den Seinen ein neues Gebot gibt: Dass ihr euch liebt untereinander wie ich euch geliebt habe. Hier fordert der Christus die Liebe unter uns ein, die er jedem von uns schenkt und zuspricht. Wir können uns nicht an den Tisch des Herrn setzen und dem anderen die Tischgemeinschaft verwehren. Wir können uns nicht Gottes Gnade und Vergebung zusprechen lassen und einander die Barmherzigkeit verweigern. Wir können nicht zur Familie Gottes gehören und andere aus der Familie ausschließen. Wir können nicht den Gott predigen, der uns Menschen ins Herz schaut und eine Kirche sein, der ihre Fassade und der äußere Schein wichtiger ist.
Darum ermahne ich euch nun, dass ihr einander ertragt in der Liebe. Dazu gehört mehr Mut, als zum Reizgas zu greifen. Unser Predigttext nennt drei Arten von Mut:
Demut. Den Mut, den anderen wert- und hochzuschätzen, auch wenn er schwierig ist und in meinen Augen verkehrt.
Sanftmut. Den Mut großzügig zu sein, zu vergeben ohne die Angst ausgenutzt zu werden und als Schwächling dazustehen.
Langmut. Den Mut zum Aushalten. Die Geduld, die dem anderen Zeit lässt.
Ich denke, für diese drei Arten von Mut, muss der Zeigefinger nicht mahnend erhoben werden. Erinnern wir uns nur einmal, wie wohltuend das war, wenn uns jemand mit solchem Mut begegnet ist. Wie gut das war, als seine Tür uns offen stand und er Platz für uns hatte. Wie er zu uns hielt, wenn uns andere die Tür vor der Nase zumachten. Erinnern wir uns, wie gut das war, wenn wir aufatmen konnten, weil eine auf uns lastende Schuld vergeben wurde. Was für eine Wohltat das war, wenn uns Zeit gelassen wurde, obwohl wir die Geduld der anderen strapazierten. Kurz gesagt: Welch eine Wohltat, Menschen mit solchem Mut, solcher Demut, Sanftmut und Langmut in unserer Nähe zu haben und gehabt zu haben.
Und wenn sie uns ausgegangen sein sollten, dann erinnert uns Paulus an den einen Geist, an die eine Hoffnung, an die eine Taufe, an den einen Herrn, an den einen Gott. Dann ist es vielleicht wieder einmal Zeit, sein Wort zu lesen und zu hören. Dann ist es bestimmt wieder einmal Zeit die Hände zu falten zum Gebet. Unser Predigttext endet ja in einem Lobpreis an den Gott, der über allen, durch alle und in allen ist.
Das heißt, wenn uns die Worte fehlen, dann ist es Zeit einfach einmal still zu werden, bis all die ängstlichen, verwirrten, argwöhnischen Stimmen leiser werden und schließlich ganz verstummen. Damit wir überhaupt wieder Schallraum haben für den Lobgesang, den alles Lebendige seinem Schöpfer singt. Auch wir sind lebendig. Es singt auch in uns; dieses Gebet zu dem, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden. Wir sind etwas besonderes, jeder einzelne von uns ist ein Geschenk Gottes und gleich lieb bei dem Vater. Er nimmt uns mit all unseren Ecken und Kanten so an wie wir sind. Wir müssen uns bei ihm nicht verstellen. Er trägt uns in allen Lebenslagen und durch alle Lebenslagen hindurch.
Dann ist es Zeit, wieder Schallraum zu gewinnen für das Evangelium vom menschenfreundlichen Gott. Zeit, dass Kirche Schallraum für dieses Evangelium und für nichts als dieses Evangelium ist, damit es Resonanz finden kann in unseren ängstlichen Herzen. Mut haben wir heute bitter nötig, Mut wie Demut, Sanftmut, und Langmut. Damit wir Menschen werden, die statt in ihrem Misstrauen und ihren Ängsten, eingewurzelt sind in der Liebe durch unseren Herrn Jesus Christus. Amen.
-Kanzelsegen
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

Lied EG 347 Ach bleib mit deiner Gnade

Fürbittengebet dazwischen EG 178 (11)

Jesus Christus,
du bist der Anfänger und Vollender unseres Glaubens,
darum bitten wir dich für deine Kirche,
dass sie den Glauben wagt
gegen alle niederschmetternden Prognosen,
gegen alle Mittelkürzungen
und gegen alle Gleichgültigkeit ihrer Mitglieder.
Herr, hilf ihr.
Wir rufen:

EG 178 (11) Herr, erbarme dich

Wir bitten dich für alle, denen Verantwortung übertragen wurde
in Politik und Wirtschaft,
in Kirche und anderen Bereichen,
dass sie es wagen, die bösen Geister zu vertreiben -
zwischen den Völkern,
zwischen den Konfessionen und Religionen.
Herr, hilf ihnen.
Wir rufen:

EG 178 (11) Herr, erbarme dich

Wir bitten dich für alle,
die selbst von bösen Geistern geplagt werden, -
sei es ein äußerer widriger Umstand
oder innere Niedergeschlagenheit oder körperliches Leiden.
Herr, hilf ihnen.
Wir rufen:

EG 178 (11) Herr, erbarme dich

Wir bitten um deine Kraft für uns,
dass wir uns aufmachen und Glauben riskieren, -
bis sich dein Himmel öffnet.
Herr, hilf uns.
Wir rufen:

EG 178 (11) Herr, erbarme dich

Wir bitten dich um deine Kraft für die Angehörigen unserer verstorbenen Schwester Gisela Rohmann die im Alter von 79 Jahren am 03.09.2018 verstorben ist und die wir gestern zur ewigen Ruhe im Wald der Stille beigesetzt haben. Mache uns Mut und gib uns Kraft den Verlust zu tragen und zu ertragen. Lass uns das gute und schöne was wir mit ihr erlebt und gelebt haben immer im Herzen tragen. Hilf uns zu begreifen, dass das Leben ein Ende haben muss und nimm unser Schwester auf in deinem Himmlischen Heiligtum. Lass uns Trost erfahren in den Worten:
„Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginn der Ewigkeit, in Gottes gnädigen Händen. Wir rufen und singen:

EG 178 (11) Herr, erbarme dich

In der Stille nennen wir die Namen derer, für die wir ganz persönlich um Gottes Beistand bitten.

S t i l l es Gebet

Alle bisher unausgesprochenen Bitten tragen wir mit dem Gebet vor Gott, das uns Jesus gelehrt hat.

Vater unser
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

Lied EG 562 Segne und behüte

Bekanntmachungen:
Kollekte: Eigene Gemeinde
Wochenspruch: Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. 1. Joh. 5., 4

Nächste Gottesdienste

Sonntag, 30.09.2018 mit Pfrin. Ehlers

9:30 Uhr Gottesdienst zum Erntedankfest mit Abendmahl in Kempfenbrunn

14:00 Uhr Gottesdienst zum Erntedankfest mit Abendmahl in Flörsbach in der SKG Halle
Abkündigungen

Wer sich fragt, warum haben am Freitag, 21. September 2018, zwischen
18.00 -18.15h im gesamten Kirchenkreis Gelnhausen die Kirchenglocken geläutet?
Auch bei uns in Kempfenbrunn?
Damit erinnerten die Kirchen an den internationalen Tag des Friedens.

Gemeinde um Erntegaben für diese Gottesdienste bitten.

Votum
Nicht, dass jedes Leid dich verschonen möge,
noch dass dein zukünftiger Weg stets Rosen trage,
keine bittere Träne über deine Wege komme
und kein Schmerz dich quäle -
dies alles wünsche ich dir nicht.
Sondern:
dass dankbar du allzeit bewahrst die Erinnerung an gute Tage.
Dass mutig du gehst durch Prüfungen,
auch wenn das Kreuz auf deinen Schultern lastet,
auch wenn das Licht der Hoffnung schwindet.
Was ich dir wünsche:
dass jede Gabe Gottes in dir wachse,
dass einen Freund du hast,
der deiner Freundschaft wert.
Und dass in Freud und Leid
das Lächeln des Mensch gewordenen Gotteskindes
dich begleiten möge.
Segen
Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gottesdienst am 15. Sonntag nach Trinitatis, 09.09.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 47

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 09.09.2018 21:08   Titel: Gottesdienst am 15. Sonntag nach Trinitatis, 09.09.2018
Gottesdienste am 15. Sonntag nach Trinitatis
09.09.2018
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
Text: Matthäus 6, 25 - 34


* Lied EG + 34 Komm Heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde, ich heiße Sie und Euch alle ganz herzlich willkommen zum Gottesdienst am 15. Sonntag nach Trinitatis. Das Thema heute Morgen lautet: Sorget euch nicht. Ich wünsche uns allen einen Mutmachenden Gottesdienst.

*Lied EG 432 Gott gab uns Atem

*Eingangspsalm:
Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn,
er wird's wohl machen.

Hoffe auf den Herrn und tu Gutes,
bleibe im Lande und nähre dich redlich.
Habe deine Lust am Herrn;
der wird dir geben, was dein Herz wünscht,
und wird deine Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht
und dein Recht wie den Mittag.
Sei stille dem Herrn und warte auf ihn.
Entrüste dich nicht über den, dem es gut geht,
der seinen Mutwillen treibt.
Steh ab vom Zorn und las den Grimm,
entrüste dich nicht, damit du nicht Unrecht tust.
Lass ab vom Bösen und tu Gutes,
so bleibst du wohnen immerdar.
Denn der Herr hat das Recht lieb
und verlässt seine Heiligen nicht.

Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn,
er wird's wohl machen.

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
"Sorgt nicht", sagt Jesus.
Wir könnten sorgloser leben,
aber wir trauen uns nicht.
Darum stehen sie auf gegen uns:
Sorgen und Klagen, Kummer und Zorn.
Wir bitten um Gottes Erbarmen

*Aufforderung zum Lobpreis:
"Sorgt nicht", sagt Jesus.
Klein anfangen
mit schlichtem Vertrauen:
Gott kann es erwecken,
einmal und immer wieder,
auch in uns.
Mit allen, die darauf warten,
lasst uns singen:

*Kollektengebet:
Jesus Christus hat gesagt:
"Sorgt euch nicht um euer Leben!
Ängstigt euch nicht!
Euch soll es um das Reich Gottes gehen;
dann wird euch das andere dazugegeben."
Darum beten wir:

Gott. Wir fürchten,
wenn wir uns auf dich einlassen,
wird unser Leben noch schwerer;
wenn wir uns für deine Sache mühen,
kommen wir selber zu kurz.
Mach uns frei von der Angst.
Gib uns Freude an deinem Reich
und las uns erfahren, dass dir allein die Zukunft gehört.
Das gewähre uns durch Jesus Christus.
G: AMEN

* Schriftlesung: Lukas 12, 16-21
Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, dessen Feld hatte gut getragen.

17 Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle.
18 Und sprach: Das will ich tun: ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen, und will darin sammeln all mein Korn und meine Vorräte
19 und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut!
20 Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast?
21 So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 361, 1-3 Befehl du deine Wege

* PREDIGT:
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Textlesung: Matthäus 6, 25 - 34
Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?
Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.
Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen?
Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.
Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.

Liebe Gemeinde!
Eine Zumutung ist das! "Sorget nicht!"
Die Benzinpreise steigen wieder.
Das Gespenst der Altersarmut geht um im Land.
Unsere Kinder wird eine Welt hinterlassen die Angst macht.
Der Frieden ist an vielen Orten der Welt gefährdet oder es herrscht gar Krieg. Und der Unmut ist so groß wie lange nicht mehr.
Die ganz persönlichen Nöte sind alle Morgen neu.
Unsere Gesundheit ist angeschlagen.
Die Gemeinschaft in vielen Ehen und Familien ist kurz vor dem Zerbrechen.
Und so vieles andere beschäftigt uns, quält uns, raubt uns den Schlaf... Und da heißt es:
Sorget nicht!?
Ja, wer möchte denn nicht manchmal vor lauter Sorge um die Zukunft verzweifeln und Glauben und Hoffnung fahren lassen? Gibt es nicht zu viele Gründe, sich Sorgen zu machen, ja, sich zu ängstigen: Wo will das denn alles noch hinaus? Wie soll das denn noch weitergehen? Wird nicht alles für uns nur immer schwerer und schlimmer?
Sorget nicht...das Leben ist mehr als Speise und Kleidung... Gewiss, das stimmt ja auch. Wer sich immer nur Gedanken macht, der bringt sich leicht um jegliche Freude. Wenn ich immer nur das Schlimmste erwarte, dann wird es nur umso sicherer eintreffen. Du vergiftest mit deinem Pessimismus auch noch das wenige Schöne, das dir das Leben bietet. - Ja, das Leben ist mehr als unser Essen, der Leib ist mehr als was wir anziehen. Wenn wir doch nur alles ein wenig leichter nehmen könnten! Wenn uns nur nicht ständig die Angst überfiele. Wenn ich doch ruhig schlafen könnte, wenn ich an Morgen denke. Sorget nicht, euer Leben ist mehr...; wie leicht sagt sich das! Aber wie schwer lässt sich das beherzigen.
Wie verlernt man die Sorge? Wie gewinnen wir Mut und Zuversicht?
Ich kenne einen, der besitzt bestimmt fünf Lebensversicherungen. Vollkasko beim Wagen, Unfall-, Haftpflicht-, alles geregelt und gesichert. Da kann nichts passieren - dachte er. In der Ernährung ist er vorsichtig: Streng fettarm, fast salzlos, nie im Übermaß! So verlangt es die Gesundheit. Damit kann einer 100 Jahre alt werden - meinte er. Vor ein paar Monaten hat er erfahren, dass er Krebs hat. Das, womit er nicht gerechnet hat, ist eingetreten. Er kann nicht damit fertigwerden.
Eine Mutter kannte ich einmal, die brachte sich fast um vor Sorge um ihre Kinder. Als sie noch klein waren, war sie immer mit Hilfe und Zuspruch um sie herum. Jeder Augenblick der Kleinen war überwacht. Es konnte ihnen nichts geschehen. Vor Gefahren wurden sie behütet, drohte Streit, dann griff die Mutter ein. Später nannte man die Kinder ein wenig unselbständig, bis... Bis zu der Zeit, wo sie ausbrachen, nacheinander, in unterschiedlichem Alter, aber alle, ohne Ausnahme! Sie wollten nur nocheins: Raus aus der behüteten Nähe der Mutter, endlich eigene Erfahrungen machen, auch einmal auf die Nase fallen, nur nicht mehr länger so betuttelt werden... Und, soweit ich den Lebensweg der Kinder noch weiterverfolgen konnte, es hat ihnen nichts geschadet, ja, es ist ihnen gut bekommen!
Und noch einen kennen wir alle: Es war ein reicher Kornbauer, der hatte eine gute Ernte gehabt. Und da er die Fülle der Gaben nicht mehr in seinen Scheunen und Vorratshäusern unterbringen kann, lässt er neue bauen. Dann lagert er all sein Korn und seine Früchte und spricht zu sich selbst: Nun sei guten Muts, iss und trink und lass dir's wohlgehen. Du hast jetzt dein Auskommen für viele Jahre; mach dir keine Sorgen mehr! - Aber in der Nacht spricht Gott zu ihm: Du Narr, noch heute Nacht wird man deine Seele von dir fordern.
Man fragt sich wirklich: Was nützen uns eigentlich all die Sorgen, die wir uns machen und die uns aufreiben?
Einen ganz anderen kennen wir noch. Jesus nennt ihn unseren "himmlischen Vater". Und ich weiß niemand und nichts, dem ich meine Ängste und meine Sorgen, meine Zweifel und alles, was mir zusetzt und mich um den Schlaf bringt lieber anvertrauen möchte, als einem "Vater", dem einen Vater aller Menschen. Er sieht nach uns. Kein Schritt, den wir tun, den er nicht wüßte. Kein Gedanke, den er nicht kennt. Kein Schmerz, der ihm nicht auch wehtut. Kein Leid, an dem er nicht mitträgt. Keine Sorge, die ihm nicht auch schwer aufliegt. Kein Augenblick, in dem er uns allein ließe, der Vater. Darum: Sorget nicht! Euer himmlischer Vater weiß ja, dass ihr all dieser Dinge bedürft! Er wird euch Lebensunterhalt geben. Er wird euch mit allem versorgen, was ihr braucht. Er wird euch auch Morgen darreichen, was euch nötig ist. - Aber eben nicht das, was ihr wollt! Der Vater kennt wohl die Wünsche seiner Kinder, aber er erfüllt sie nicht alle. Er weiß wohl um jede Not, aber er erspart sie uns nicht immer. Er führt uns sogar einmal ins Leiden - aber er führt uns auch hindurch. Sorget nicht! Einer sorgt für euch, der weiß, was ihr braucht, um als Mensch zu leben. Und selbst wo uns der Vater aus diesem Leben gehen heißt, entlässt er uns nicht aus seiner Fürsorge: Er führt seine Kinder in sein ewiges Haus. Wirklich: Wer den Vater kennt, hat keinen Grund zur Sorge. Was soll uns geschehen? Was könnte uns von seiner Liebe trennen, die den einzigen Sohn leiden und sterben lässt, damit wir begreifen: Der Vater will, dass wir leben! Schon gar keinen Grund haben wir zur Sorglichkeit, die aber auch alles Schöne verdirbt und in alles Gute das Gift der bösen Erwartungen bringt. Sorget nicht, der Vater, der uns alles schenken will, der uns in dieser und der anderen Welt in seiner Nähe haben will, der wird uns nicht in den kleinen Sorgen und Ängsten des Alltags versinken lassen. Wir sind unter den Augen des Vaters, und genauso auch alle, die wir liebhaben und um die wir uns Sorgen machen.
Liebe Gemeinde, die Jagd um den Lebensunterhalt wird uns weiter in Atem halten. Manchmal werden wir uns fragen, wie das wohl noch weitergeht. Auch vor Arbeitslosigkeit ist jetzt keiner von uns gefeit. Der Frieden braucht weiter unseren Einsatz und seine Bedrohung unsere ganze Aufmerksamkeit. Vielleicht wird unser Kind keine Möglichkeit haben, einen Beruf zu lernen. Mancher von uns wird sein Leid noch lange mitschleppen müssen. Einige werden durch Krankheit und Zeiten der Dunkelheit gehen. So wie unsere Schwester Roswitha Naumann, die es nie leicht hatte, auf der Straße lebte und am Ende dann in einem Seniorenstift verstarb. Aber: Nichts von alledem geschieht als blindes Schicksal! Nichts ist zu gering, als dass es nicht dem Vater im Himmel am Herzen läge und Sorgen machte. Was er schon versieht, in der Hand hält und zum Besten wendet, das muss uns keine Gedanken, schon gar keine Ängste mehr machen. Wir sind frei, das Notwendige - ohne Sorge, ohne Angst und ohne Hast - zu tun.
"Trachtet vielmehr zuerst nach Gottes Reich und seine Gerechtigkeit". Jetzt kann es uns gelingen, dem nachzudenken, was Gottes Sache unter den Menschen dient. Vielleicht bekommen wir Herz und Hände einmal los vom Eigenen - und tragen an der Sorge des Nachbarn mit. Vielleicht auch lösen sich manche Schwierigkeiten, wenn erst die Sorglichkeit uns nicht mehr so verkrampft und wir so gebannt auf uns selbst und unser Leben starren. Sorget nicht! - Wir haben einen Vater im Himmel, der sieht nach uns und allem, was uns begegnet. Ich wünsche uns ein wenig von der gelassenen Zuversicht, der frohen Sorglosigkeit der Kinder, die wissen, dass ihr Vater in der Nähe ist und seine guten Augen nach ihnen sehen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 408 Meinem Gott gehört die Welt

* Fürbittengebet:
Lasst uns beten und unaufhörlich bitten:
um alles, was wir von Herzen wünschen,
um alles, was wir zu brauchen meinen,
bitten wir Gott, er wolle es uns geben.
Um Brot auf dem Tisch, jeden Tag,
um Speise und Trank,
um Kleidung für den Leib,
um eine gute Gesundheit,
um einen sicheren Weg,
um ein bewohnbares Haus für jeden Menschen. Wir singen:

G: Lied EG 178, 9 Kyrie Eleison

Lasst uns beten
um das Licht unserer Augen,
um die Luft, die wir atmen,
um die Stimme, mit der wir sprechen,
um Sonne und Regen zu seiner Zeit,
um die Keimkraft der Natur.
Lasst uns beten um all die selbstverständlichen Dinge,
die uns immer wieder gegeben werden
von Gott, unserem Schöpfer und Vater. Wir singen:

G: Lied EG 178, 9 Kyrie Eleison

Erbitten wir auch, was wir am meisten brauchen:
die Sympathie und Zuneigung unserer Mitmenschen.
Wir bitten
um die Treue unserer Freunde,
um die Treue unseres Gottes,
die Großmut aller, die wir beleidigt haben,
die Liebe derer, die wir lieben. Wir singen:

G: Lied EG 178, 9 Kyrie Eleison

Lasst uns auch beten
um die sichere Zukunft unserer Kinder,
um glückliche Tage für unsere Alten,
um die Freude an unserer Arbeit,
Geduld bei Misserfolg,
Friede auf Erden. Wir singen:

G: Lied EG 178, 9 Kyrie Eleison

Für alle, die Mangel leiden am Allernotwendigsten,
wollen wir bitten:
Um Genesung unserer Kranken,
um eine neue Chance des Lebens für die Gescheiterten,
um Vertrauen und Energie für die Enttäuschten.
Lasst uns beten:
Die verloren umhergehen, mögen der Freundschaft begegnen;
den Mißhandelten und Unbegabten soll Recht widerfahren. Wir singen:

G: Lied EG 178, 9 Kyrie Eleison

Und lasst uns beten, dass wir selbst das Gute tun,
dass wir die Wahrheit den Lügen vorziehen,
dass wir einander nicht im Stich lassen, wenn wir etwas dabei gewinnen,
dass wir nicht übelnehmen, was gut ist,
dass wir einander nicht verleumden und verspotten. Wir singen:

G: Lied EG 178, 9 Kyrie Eleison

Wir bitten dich für unsere verstorbene Schwester Roswitha Naumann und unseren verstorbenen Bruder Willi Weigel, nimm die beiden auf in dein Reich. Schenke ihnen die ewige Ruhe und tröste du uns die wir zurück bleiben müssen. Hilf uns den Schmerz zu ertragen und lehre uns begreifen das wir leben und zu sterben. Wir singen:

G: Lied EG 178, 9 Kyrie Eleison

Zu ihm, der unsere Fragen kennt, bevor wir sie ausgesprochen haben,
beten wir:
Herr, unser Gott, nimm an unsere Fürbitten
und mach uns bereit für alles, was von dir kommt,
durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte uns

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Diakonie Katastrophenhilfe (Info-Zettel liegen in der Kirche)


Wochenspruch:
Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch. 1. Petr. 5, 7

Nächste Gottesdienste:

Sonntag, 16. September 2018 mit Lektorin Kempf

9:15 Uhr in Lettgenbrunn
10:30 Uhr in Lohrhaupten

Abkündigungen:

Mittwoch, 12. September 2018

19:00 Uhr Frauenkreis in Lohrhaupten im Gemeindehau

Samstag, 15. September 2018

16:00 Uhr Kindergottesdienst in Lohrhaupten im Gemeindehaus

* Votum:
Gott segne euch, die ihr warten könnt;
er öffne euch Seine Türen zu Seiner Zeit.
Gott segne euch, die ihr lauschen könnt;
er senke in eure Ohren Sein gutes Wort.
Gott segne euch, die ihr staunen könnt;
er erfülle eure Herzen mit Seinem Licht.
Gott segne euch, die ihr glauben könnt;
er lasse euch Seine Verheißung schauen.
Gott segne euch, die ihr lieben könnt;
er mache euch zu Feuern in Kälte und Dunkelheit.
Es segne und behüte euch Gott,
der Allmächtige und Barmherzige,
der da war,
der da ist
und der da kommt.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Taufgottesdienst am 15. Sonntag nach Trinitatis, 09.09.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 51

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 09.09.2018 21:06   Titel: Taufgottesdienst am 15. Sonntag nach Trinitatis, 09.09.2018
Taufgottesdienst von Luisa Hess
am 15. Sonntag nach Trinitatis
am 09. September 2018 um 09.15 Uhr
in der Ev. St. Johanneskirche Lettgenbrunn
Text: Psalm 91, 11

Lied EG + 34 Komm Heiliger Geist

Begrüßung:
Wir feiern diesen Taufgottesdienst im Namen des Vaters, der uns auf allen Wegen begleitet,
im Namen Jesu, der uns alle kennt und für uns da sein will,
und im Namen des Heiligen Geistes, der mitten unter uns ist. Amen.

Wir wollen in diesem Taufgottesdienst heute morgen Luisa Hess taufen.
Unser kleine Täufling Luisa, seine Eltern, Katrin und Markus, Luisa`s Bruder Lukas, die Patin Manuela, Verwandten und Freunde begrüße ich deshalb ganz besonders herzlich heute zum Taufgottesdienst von Luisa.
Ich wünsche uns einen Mutmachenden Gottesdienst.

Lied EG 610 Herr deine Liebe

Eingangspsalm:
HERR, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zu-schanden werden, errette mich durch deine Gerechtig-keit!

Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends!
Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!
Denn du bist mein Fels und meine Burg,
und um deines Namens willen wollest du mich leiten und füh-ren.
Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir heimlich stellten; denn du bist meine Stärke.
In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott.

HERR, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zu-schanden werden, errette mich durch deine Gerechtig-keit!

(Ps. 31, 1-6)
Kommt lasst uns anbeten

Gebet :
Herr Jesus Christus, so vieles bewegt uns heute morgen,
am Tag der Taufe von Luisa. Wir denken an all das, was nun hinter uns liegt, an die große Freunde und Aufregung, als Lui-sa zu ihrer Familie kam, an die Hoffnungen und Ängste in den ersten Tagen und Wochen.
Wir denken auch an das, was vor uns liegt, an die Verantwor-tung, die wir für Luisa tragen.

Herr,wir wissen, wie viel Zuwendung, wie viel Liebe Luisa braucht, damit sie voller Vertrauen aufwächst.
Doch wir wissen auch, Herr, dass unsere Liebe begrenzt ist,
zeitlich und räumlich, aber auch in ihrer Kraft und Tiefe.

So werden auch Stunden und Tage kommen, wo Luisa unsere Liebe entbehren muss, wo wir ihrem Herzen ferne sind.

Herr Jesus Christus, lass Luisa immer dann,wenn wir ihr nicht nahe sind, die Wahrheit deiner Verheißung erfahren,
die auch heute über diesem Kind ausgesprochen wird:
"Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende".
AMEN

Lesung Markusevangelium:
Gottes Liebe gilt jedem Menschen von Anfang an, selbst wenn ein Mensch noch gar nichts von Gott weiß, noch gar nichts wissen kann. Deshalb taufen wir auch schon kleine Kinder. Und wir denken dabei an eine Geschichte, die uns im Markus-Evangelium erzählt wird:
Einmal brachten Leute Kinder zu Jesus. Er sollte sie segnen. Aber die Jünger wiesen sie zurück. Als Jesus das merkte, wurde er zornig und sagte zu ihnen: „Lasst die Kinder doch zu mir kommen und hindert sie nicht daran. Denn für Menschen wie sie, ist Gottes Türe weit offen. Und ich sage euch: Wer sich Gott gegenüber nicht wie ein Kind öffnet, der wird nie ei-nen Zugang zu Gott finden.“ Dann nahm er die Kinder in die Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.

Lesung Mt 28, 18-20:
Hört den Tauf- und Missionsbefehl Jesu am Ende des Matthäusevangeliums:
Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Taufversprechen der Eltern und Paten:
Uns sind Kinder anvertraut. Euch als Eltern und als Patin. Es ist gut, dass Luisa Menschen haben wird, die für sie Verant-wortung tragen, auf die sie sich verlassen kann. Wir sind auch dafür da, dass Luisa erfährt, dass sier zur Familie Gottes ge-hören soll, dass sie eingeladen ist zu einem Leben mit Gott und in seiner Gemeinde. Daher frage ich Euch Eltern und Pa-tin: Möchtet Ihr, dass Luisa getauft wird auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, Möchtet Ihr sie begleiten auf ihren Wegen in diese Welt hinein? Möchtet Ihr Luisa helfen, dass sie ihre eigenen Weg ins Leben findet und auch dann zu ihr stehen, wenn dieser Weg anders aus-sieht, als Ihr ihn Euch vorstellt? Möchtet Ihr Eurem Kind und Patenkind die Möglichkeiten geben, von Jesus Christus zu er-fahren, in dem Gottes Liebe ein menschliches Gesicht be-kommen hat, weil diese Liebe auch ihr gilt und sie als Kind Gottes leben soll?

So antwortet: Ja, dazu sind wir bereit mit Gottes Hilfe!

Verlesen des Taufspruchs:
Luisa, über Dir wird in der Taufe diese Verheißung ausge-sprochen: DeinTaufspruch lautet:
„Denn er hat seinen Engeln befohlen, das sie dich behü-ten auf allen deinen Wegen“.
(Ps. 91,11)

Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied vom Liedzettel: Vergiss es nie

Taufe:
Im Namen dessen, der uns bei unserem Namen ruft,
(etwas Wasser ins Taufbecken füllen)
im Namen dessen, zu dem Gott bei seiner Taufe sprach: »An dir habe ich Wohlgefallen!«,
(weiteres Füllen des Taufbeckens mit Wasser)
im Namen dessen, der in der Taufe gegenwärtig ist und Ge-mein¬schaft wirkt –,
(noch einmal Wasser ins Taufbecken gießen)
im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geis-tes.

Taufe Luisa:
Als Zeichen dafür, dass Gott dieses Kind ganz persönlich ruft, nennen Sie als Patin den Namen des Kindes.
Patin:
Luisa

Luisa, ich taufe dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Gott Vater Sohn und heiliger Geist gebe dir seinen Gnade, Schutz und Schirm vor allem Argen, stärke und Hilfe zu allem guten, das du bewart wirst zum ewigen Leben,
Friede sei mit dir (+). AMEN.

Taufsegen:
Noch ehe deine Füße eigene Schritte tun, weiß Gott den Weg für dich Luisa und führt dich deine Pfade. Noch ehe deine Lip-pen die ersten Worte sprechen, ist Sein Wort über dir, und sagt: Du bist mein geleibtes Kind. Noch ehe das Leben dich fordernd empfängt, weiß Er sich gefordert, deine Hilfe zu sein. Mögest du auf all deinen Wegen beschützt und bewahrt sein. Der Wind stärke dir den Rücken. Die Sonne erwärme dein Gesicht. Der Regen erfrische dein Leben. Alle Orte sollen dir Heimat werden. Alle deine Wege mögen zu guten Zielen füh-ren. Das wünsche ich dir im Namen Gottes des Vater und des Sohnes und des heiligen Geistes: AMEN


Anzünden der Taufkerzen: mit Lukas zusammen
Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Die Taufkerze brennt heute bei der Taufe von Lea und soll sie immer darin erinnern, dass ihr mit der Taufe das Licht des Lebens versprochen wird.
Damit wir die Kerzen alle noch sehen, bitte ich sie, sie auf den Altar zu stellen.

Tauferinnerung von Lukas:
Mit Taufwasser von Luisa segnen und freier Text dazu.

Taufkerze von Lukas anzünden.

Freie Worte
Segen für die Eltern und Paten:
- Gott segne euch Eltern. Er hat euch euer Kind geschenkt. Er helfe euch, ihm zu zeigen, Gott und die Menschen zu lie-ben.
- Gott segne die Patin. Sie haben eine große Verantwortung übernommen. Er helfe ihnen, diese Aufgabe zu erfüllen.
- Gott segne den stolzenm Bruder. Du hast eine Schwester die dich braucht und die du lieb hast. Das sieht der liebe Gott sehr gerne.
- Gott segne uns alle. Er helfe uns, dass wir sein Wort in der Gemeinde hören und nach seiner Liebe leben. Amen.

Lied EG 577 Kind du bist uns anvertraut

PREDIGT:
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Got-tes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Katrin, lieber Markus, lieber Lukas, liebe Patin Manuela, liebe Verwandte und Freunde von Luisa, liebe Gemeinde!

1. Einmaligkeit und Dankbarkeit

Es gibt wunderschöne Worte, die ausdrücken, was viele von uns beim Anblick eines kleinen Kindes bewegt.
»Du bist zur Welt gekommen, Luisa.
Einmalig, mit einem unverwechselbaren Äußeren, einem We-sen, das nur du hast.
Wir schauen dich an und wissen, dass wir vor einem Geheim-nis stehen, dem Geheimnis des lebens, vor dem Geschenk deines Lebens. Dafür empfinden wir tiefe Dankbarkeit,
und wie vor deiner Geburt spüren wir jetzt, dass wir das Ei-gentliche deines Lebens nicht in Händen halten.«

Luisa ist euer zweiter Sonnenschein. Sie schreit nur dann, wenn sie Hunger hat. Das kann ich sehr gut verstehen. Lukas der Bruder von Luisa ist stolz auf seine kleine Schwester und liebt sie. Er ist ihr beschützer.

Zu Luisas Taufspruch den wir gleich hören habe ich uns eine Wahre Geschichte mitgebracht.
Nach der Konfirmation ist er in den Küsterdienst an der Ha-nauer Marienkirche gegangen, war mit auf Küsterrüstzeiten gefahren. Und irgendwann hat er sich entschieden, dass er mit dem Glauben ernst machen wollte. Dass er ganz bewusst als Christ leben wollte. Er hatte quasi genau die Antwort ge-geben, die auf die Taufe als Baby irgendwann einmal folgen soll, damit die Taufe einen Sinn hat. Und genau an diesem Tag, als er das getan hatte, als er ganz intensiv gebetet hatte, genau an dem Tag fuhr er mit dem Fahrrad von der Marien-kirche Hanau nach Hause in den Tümpelgarten und da pas-sierte es: Er legte sich heftig mit dem Fahrrad auf Höhe des Sportgeländes der 1860 auf die Nase. Es ist nichts Schlim-mes passiert, aber Schürfwunden, Verstauchungen, und das Fahrrad war Schrott. Eine halbe Stunde vorher hatte er ganz intensiv gebetet und Gott gesagt, dass er an ihn glauben woll-te, dass er Jesus in seinem Leben nachfolgen wollte. Und dann liegt er da auf der Straße mit kaputtem Fahrrad. Und er überlegt ganz ernsthaft: Soll ich den Glauben nicht am besten direkt wieder an den Nagel hängen? Was bringt das schon – wenn Gott mich noch nicht einmal vor Fahrradunfällen be-schützt? Er hat sich die Frage ganz ernsthaft gestellt. Aber dann hat dieser Junge, der später Lektor und dann Prädikant wurde, mit dem Glauben doch weiter gemacht, obwohl seine Eltern dagegen waren. Die hatten mit Kirche und Glauben so gar nichts am Hut. Weil er begriffen hat, dass Glaube keine Versicherung ist gegen die Unglücksfälle des Lebens. Keine Garantie, dass im Leben immer alles glatt geht. Sondern ein letztes Vertrauen auf Gott und eine letzte Geborgenheit bei Gott, auch wenn man Leid und Unglück erfährt.
Darum ihr liebenliebe Gemeinde geht es auch in Luisas Taufspruch, aus Psalm 91 Vers 11 wo es heißt:

„Denn er hat seinen Engeln befohlen, das sie dich behü-ten auf allen deinen Wegen“.

2. Bewahrung im Unglück
In der Zeitung stand einmal folgende Kleinanzeige:
„Ich danke Gott und dem Fahrer des blauen Mercedes,
der uns durch seine schnelle Reaktion vor einem schlimmen Unfall bewahrt hat.“
Am nächsten Tag stand an der gleichen Stelle der Zeitung ei-ne Antwort, eine Kleinanzeige mit dem Text:
„Schwein gehabt. Der Mercedesfahrer“.
Eine gefährliche Situation, in der zwei Menschen ganz knapp einem Unglück entgangen sind. Und die beiden betrachten das ganz unterschiedlich: „Ich danke Gott“ auf der einen Sei-te, auf der anderen Seite „Schwein gehabt“. Es kommt also ganz auf meine Einstellung an, wie ich solche Situationen be-trachte und
mit ihnen umgehe. Jemand hat einmal gesagt:
„Ein Atheist ist ein Mensch, der niemanden hat, dem er „Dan-ke“ sagen kann.“
Da ist viel Wahres dran: Wenn ich an Gott glaube, dann habe ich eine Adresse, an die ich mich wenden kann mit meinem Dank. Mit meinem Dank für die Geburt von Luisa. Mit meinem Dank, wenn ich vor etwas Schlimmem bewahrt worden bin. Wenn ich nicht an ihn glaube, dann bleibt als Reaktion nur ein „Schwein gehabt“.
Wenn ich an Gott glaube, habe ich jemanden, dem ich danken kann für Schutz und Bewahrung in meinem Leben. Von die-sem Schutz, dieser Bewahrung ist in Luisas Taufspruch und in dem ganzen Psalm ausführlich die Rede. Aber es gibt ja – leider – auch die Erfahrung, dass Leid und Unglück passieren, dass man nicht auf Händen getragen wird, sondern zu Boden stürzt. In solchen Situationen von Leid und Unglück kann ich
sagen „Pech gehabt“. Oder ich kann so damit umgehen, wie es die Menschen in der Bibel getan haben: Ich kann mein Leid, meine Traurigkeit, auch meine Enttäuschung und meine Zweifel Gott klagen. Denn zum Glauben gehören beide Erfah-rungen: Die Erfahrung von Schutz und Bewahrung, für die ich Gott danke. Aber auch die Erfahrung von Leid, von Dingen, die ich nicht verstehe – und die mir das Glauben vielleicht manchmal schwer machen.
„Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen“.
Dieser Satz allein genommen hört sich so an, als gäbe der Glaube eine Garantie, dass einem kein Unglück, nichts Böses geschehen könnte. Aber wenn man den Psalm genauer liest, dann merkt man: Da ist ja ganz viel von Unglückserfahrungen die Rede: Und so ist der Glaube ja nicht eine naive
Vorstellung, dass einem nichts Schlimmes zustoßen könnte. Sondern das Vertrauen: Auch in Leid und Unglück, ist Gott bei mir.

3.) Engel sein
Der Taufspruch von Luisa ist ein beliebtes Bibelwort. Weil es von Gottes Schutz spricht. Aber wohl auch, weil es so ein schönes, anschauliches Bild ist: Engel, die einen auf Händen tragen. Heutzutage sind Engel wieder ziemlich „in“. Es gab mal eine Zeit in den 70 ern bis in in den Anfang der jahrtau-sendwende, da waren Engel verpöhnt. Ihr kennt sie ja alle die Bilder und Figuren. Am bekanntesten sind die Putten, kleine dicke süße Engel. Ich hatte mal ein solches Köstum an als ich noch 30 kg mehr hatte. Eine aufgeklärte und intelligente Frau hat mir einmal davon erzählt, dass sie in einer bestimmten Si-tuation ihres Lebens ihren Schutzengel gesehen hat. Ich kann nicht beurteilen, ob das wirklich so war. Aber warum nicht? Ich bin davon überzeugt das in meinem Leben, mein Schutz-engel ganz schön zu tun hat und auch noch zu tun haben wird.
Unser Wort „Engel“ kommt vom griechischen Wort „Angelos“ - und das heißt übersetzt. Bote oder Gesandter. Engel sind Bo-ten, Gesandte Gottes. In der Bibel sind nicht die Engel selbst wichtig, sondern wichtig ist, dass von Gott her etwas bei den Menschen ankommt: Seine Botschaft, sein Schutz, seine Nä-he.
Ein Pfarrer wollte einmal einen Hausbesuch bei einer alten Dame machen. Die Dame erwartete in dem Moment aber nicht den Pfarrer, sondern ihre Enkeltochter. Und deswegen fragte sie, als der Pfarrer klingelte, durch die Gegensprechan-lage: „
Bist du es, mein Engel?“ „Nein, bin ich nicht, aber ich komme von der gleichen Firma“ bekam sie zur Antwort.
Wir sind von der gleichen Firma. In dem Sinn können und sol-len wir alle Engel sein. Nicht, dass wir alle so lieb wären wie ein Engel oder so aussehen wie ein Engel oder mit einer En-gelsgeduld gesegnet wären.
Sondern dass wir Boten Gottes sein sollen. Menschen, die anderen etwas von Gott weitersagen und weitergeben. Men-schen, die anderen Nähe schenken. Und vielleicht spürt der andere durch unsere Nähe etwas von Gottes Nähe. Sie Kath-rin und Markus als Eltern und sie Manuela als Patin haben das übrigens vorhin erklärt, dass sie Engel sein wollen. Dass sie nämlich Luisa den Glauben an Gott, den Glauben an Je-sus Christus nahe bringen wollen.
Die frohe Botschaft an ihren Sonnenschein Luisa weiterge-ben, Botschafter Gottes, Engel sein wollen. Und auch das
Umgekehrte kann gelten: Ich weiß nicht, ob „Engelchen“ zu den Kosenamen gehört, mit denen sie Luisa anreden. Aber auch das kann und soll so sein, dass Luisa für sie und für an-dere ein Engel, ein Botschafter Gottes ist. Ein indische Dich-ter hat einmal gesagt:
»Jedes Kind bringt die Botschaft mit auf die Welt, dass Gott sich von den Menschen noch nicht hat entmutigen lassen.«
Dass Er noch mit uns zu tun haben will.
Hoffentlich kommt die Botschaft bei uns an und wir reagieren darauf und antworten auf Gottes Botschaft.
Nach der glücklichen Geburt von Luisaa kann man sagen: „Schwein gehabt.“ Oder man kann Gott dafür danken. Wenn man so ein süßes einzigartiges Kind anguckt, kann man sa-gen: Ganz süß, und man kann staunen und den Schöpfer lo-ben, der hinter diesem Wunder steht. Engel sein für andere, Botschafter Gottes sein für andere – das können und das sol-len wir.
Sie als Eltern, Lukas als Bruder, Sie als Patin und Luisa selbst werden es einmal sein. Ihrr Engelchen ist ein von Gott ange-nommenes und geliebtes Kind. Er hat ja zu Luisa gesagt und er will das Luisa behütet und beschütz wird auf all ihren We-gen. Er wird sie tragen und stützen und in allem was sie tut wird er bei ihr sein. Amen

Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. AMEN.

Lied: EG 200,1+2+4 Ich bin getauft auf deinen Namen

Fürbittengebet:
Prädikant
Wir bitten dich, liebender Gott, für Luisa.
dass sie deine Liebe stets spürt, dass stets Menschen da sind, die zuhören können, dass Menschen da sind, die ihren Glauben stärken,dass sie offen sind für deine frohe Botschaft und darin Hilfe für ihr Leben finden, dass sie deinen Segen spüren und ein Segen für andere Menschen sein kann.

Manuela
Wir bitten dich, sanfter Gott, für Luisa, dass sie viel Liebe und Geborgenheit durch die Menschen erfahre, die sie so anneh-men wie sie ist, denen sie vertrauen kann und die für sie im-mer da sind und ihr helfen, dass sie im Vertrauen wachsen kann
und dass sie lieben lernen kann von ganzem Herzen. Das Lu-isa getragen wird in Liebe und dass auf all ihren Wegen Gott an ihrer Seite ist.

Lukas
Wir bitten dich, lieber Gott, für die Familie und die Patin um deinen Beistand, damit sie Luisa mit Güte, Weisheit und Ge-duld begleiten und dass sie für sie beten und ihr Christsein vorleben.

Manuela
Wir bitten dich, lieber Gott, für uns alle, dass wir uns der Ver-antwortung für dieses Kind bewusst sind und dass wir allen Kindern eine Welt übergeben, in der sie gut und gerne leben mögen.

Lukas
Wr bitten dich, lieber Gott, das wir uns der Verantwortung für die Schöpfung bewusst sind und mit den Rohstoffen behut-sam umgehen für die nächsten generationen. Das uns, den Kinder eine Welt hinterlassen wird, in de wir gut leben können.

Prädikant
Wir danken dir, dass du Luisa mit Namen gerufen und in die Gemeinschaft der Kirche eingeführt hast.
Amen

In der Stille bringen wir vor dich Herr, was uns in dieser Gottesdienstlichen Stunde besonders am herzen liegt.

Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

Lied EG 562 Segne und behüte

Bekanntmachungen:
Kollekte: Diakonie Katastrophenhilfe (Info-Zettel liegen in der Kirche)

Wochenspruch:
Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch. 1. Petr. 5, 7

Nächste Gottesdienste:
Sonntag, 16. September 2018 mit Lektorin Kempf

9:15 Uhr in Lettgenbrunn
10:30 Uhr in Lohrhaupten


Abkündigungen:

Mittwoch, 12. September 2018

19:00 Uhr Frauenkreis in Lohrhaupten im Gemeindehaus

Samstag, 15. September 2018

16:00 Uhr Kindergottesdienst in Lohrhaupten im Gemein-dehaus

Votum:
Schwestern und Brüder,
erhebt euch zum Segen,
fasst die Hände der Menschen zu beiden Seiten:
Geht hin im Namen des lebendigen und fürsorgenden Gottes,
der uns seinen Geist schenkt.
Geht hin, um euch allem entgegenzustellen,
was das Leben von Kindern, Frauen und Männer versklavt.
Geht hin, um euch daran zu freuen,
dass wir einander haben,
geht hin, um das neue Leben aus Gottes Geist zu feiern.
Gott segne euch!

Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein An-gesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gottesdienste am 13. Sonnntag nach Trinitatis, 26.08.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 61

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 26.08.2018 18:21   Titel: Gottesdienste am 13. Sonnntag nach Trinitatis, 26.08.2018
Gottesdienste am 13. Sonntag nach Trinitatis
09.15 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn mit Taufaufgebot
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
26.08.2018
Text: Mathäus 21, 28-32

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Votum:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Der Wort und Treue hält und der nicht Fahren lässt das Werk seiner Hände. AMEN

* Begrüßung:
Liebe Gemeinde, ich heiße Sie alle und Euch alle ganz herzlich willkommen zum Gottesdienst am 13. Sonntag nach Trinitatis. Das Thema unseres Gottesdienstes heute Morgen lautet: Am Sonntag sind wir eingeladen, uns zu besinnen, zur Besinnung zu kommen. Wir sind eingeladen, den gewohnten Trott zu unterbrechen und Jesus Christus nachzufolgen. Ich wünsche uns allen hier, heute Morgen einen mutmachenden Gottesdienst.

*Lied EG 168, 1-3 Du hast uns Herr gerufen

*Eingangspsalm:
Psalm 113 EG 745 im Wechsel mit der Gemeinde
Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Wir verurteilen andere und sind doch selbst nicht ohne Schuld. Wir hören Gottes
Gebot, wollen aber unser Leben nicht ändern. Wir zeigen mit den Fingern auf andere, um von uns und unserer Ablehnung abzulenken.
Wir bitten Gott um erbarmen und rufen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Noch gewährt uns Gottes Güte Zeit, uns zu besinnen, auf das wichtige im Leben eines Christen. Darum können wir umkehren und verantwortlich vor ihm leben. Wir dürfen bei Gott immer wieder neu beginnen.
Wir loben Gott und singen:

*Kollekten Gebet:
Lasst uns beten:
Gott, wir bitten dich, lass uns zu Besinnung kommen, das wir dein Wort hören und annehmen.
Lass uns einen neuen Anfang wagen mit dir und Deinem Sohn, damit wir Jesus nachfolgen, auf dem Weg Der Liebe und der Besonnenheit, auf dem Weg der Offenheit und des erständnisses, auf dem Weg der Achtung voreinander, dass bitten wir dich durch deinen lieben Sohn der mit dir in der Einheit des heiligen Geistes lebt und leben schenkt, heute, morgen und in alle Ewigkeit.
G: AMEN

* Schriftlesung: Lukas 18, 9-14
9 Er sagte aber zu einigen, die sich anmaßten, fromm zu sein, und verachteten die
10 Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.
11 Der Pharisäer stand für sich und betete so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner.
12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme.
13 Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig!
14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 251, 1-3 Herz und Herz vereint zusammen

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.
Liebe Gemeinde,

viele von Ihnen gehen regelmäßig sonntags in die Kirche. Manche sind fast immer da, andere sehe ich alle vierzehn Tage, drei Wochen, und ich hoffe, Sie kommen gerne. Denn ob Sie's glauben oder nicht, manchmal muss ich Sie regelrecht in Schutz nehmen für Ihren Gottesdienstbesuch.
Folgende Szene passiert mir immer wieder einmal: Da besuche ich jemand aus meiner Gemeinde zum runden Geburtstag und lande, mit leckeren Häppchen oder Kaffee und Kuchen bewaffnet, auf dem Sofa neben einem entfernten Neffen oder Schwager des Geburtstagskindes. Ich frage ihn, wo er wohnt, oder nach seinen Kindern und merke, wie er im Laufe des Gesprächs an seinen Knöpfen spielt. Neben einem Lektor zu sitzen, das scheint ihm selten zu passieren, und ihm ist nicht ganz wohl dabei. Das Gespräch gerät ins Stocken, aber nach einer ganzen Weile platzt es dann aus ihm heraus: »Wissen Sie, Herr Wagner, meine Frau und ich, wir gehen ja nicht all zu oft in die Kirch.« Ich nicke verständnisvoll. »Aber, ... wir sind auch anständige Leute, und mindestens genauso anständig wie die, die jeden Sonntag in die Kirche rennen und immer fromm tun. So gut wie die sind wir allemal.« Oft weiß er dann eine Geschichte zu erzählen von Leuten, die fromm dahergeredet, aber dann im Alltag ganz anders gehandelt haben. »Am Ende, Herr Wagner, kommt's doch darauf an, was einer tut, und nicht, was einer sagt.« Dem kann man ja kaum widersprechen.
Trotzdem fühle ich mich in dem Augenblick immer ganz unwohl in meiner Haut. Ich möchte so gerne über Sie und die anderen Gottesdienstbesucher etwas Gutes sagen, aber ich weiß, es hat überhaupt keinen Sinn. Dieser Mann steht unter Druck. Er meint, er müsste sich mir gegenüber rechtfertigen, warum er nicht in die Kirche geht. Deshalb muss er einfach schlecht über die Kirchgänger reden und denken. Und hat er nicht recht? Kommt es nicht tatsächlich mehr darauf an, was einer tut, als was er sagt? Würde unser Mann öfter in die Kirche gehen, dann hätte er jetzt vielleicht sogar eine Jesusgeschichte parat. Die steht bei Matthäus im 21. Kapitel und ist heute unser Predigttext:

28 Was meint ihr aber? Es hatte ein Mann zwei Söhne und ging zu dem ersten und sprach: Mein Sohn, geh hin und arbeite heute im Weinberg. 29 Er antwortete aber und sprach: Nein, ich will nicht. Danach reute es ihn, und er ging hin. 30 Und der Vater ging zum zweiten Sohn und sagte dasselbe. Der aber antwortete und sprach: Ja, Herr! und ging nicht hin. 31 Wer von den beiden hat des Vaters Willen getan? Sie antworteten: Der erste. Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr. 32 Denn Johannes kam zu euch und lehrte euch den rechten Weg, und ihr glaubtet ihm nicht; aber die Zöllner und Huren glaubten ihm. Und obwohl ihr's saht, tatet ihr dennoch nicht Buße, so daß ihr ihm dann auch geglaubt hättet.

Liebe Gemeinde
Ein hatte Mann zwei Söhne: Wenn Sie Geschwister oder mehrere Kinder haben, wissen Sie, damit fängt's schon an. Neid, Eifersucht, das Vergleichen und die ewige Konkurrenz um die Liebe der Eltern. Die Bibel weiß: kaum sind die ersten Geschwister auf der Welt, da erschlägt einer den anderen, weil Gott die Gabe von Abel freundlich ansieht und die von Kain nicht. Jakob und Esau, die Zwillinge, sollen sich schon im Mutterleib gestritten haben. Passen Sie auf, wenn am Heiligen Abend die Geschwister stolz ihre selbstgemachten Geschenke überreichen. Passen Sie nur auf, sonst sind Enttäuschung und Streit vorprogrammiert. Serben und Albaner, Protestanten und Katholiken, immer wieder gibt es Streit und Konkurrenz, und damit man sich besser fühlt, denkt man schlecht über die anderen oder bringt sie gleich um.
In Israel zur Zeit Jesu war für viele fromme Juden sehr klar, was der Wille Gottes war. Die Gebote, an die sie sich hielten, gaben eine eindeutige Richtschnur ab. Sie halten war gut, sie brechen war schlecht. Das eigene Volk im Auftrag der Römer ausbeuten, wie die Zöllner das taten, war in jedem Fall schlecht, mit einer Sexualität ohne Liebe Geld verdienen wie die Prostituierten auch. Dem hätten auch Jesus oder Johannes der Täufer zugestimmt. Der Schluss lag nahe: wer Schlechtes tut, ist eben ein schlechter Mensch, und wer Gutes tut, ein guter. Und es tut immer gut zu wissen, dass man ein guter Mensch ist. Ganz besonders, wenn der Lektor neben einem sitzt.
Aber genau hier spielt Jesus nicht mehr mit. Natürlich kommt es aufs Tun an und nicht auf fromme Sprüche. Da hätte er dem Mann auf dem Sofa recht gegeben. Aber die, die Schlechtes tun, darauf festzunageln und sie zu schlechten Menschen zu erklären, das ist nicht Gottes Wille. Denn Gott glaubt daran, liebe Gemeinde, dass Menschen sich ändern können. Niemand ist ein hoffnungsloser Fall für ihn. Darum haben Johannes und Jesus die Umkehr gepredigt, und Zöllner und Prostituierte sind ihnen gefolgt. Das war ja wirklich nicht in Ordnung, was die getan haben, aber Jesus ist überzeugt, sie können sich ändern, und Gott will, dass sie sich ändern. Gott will die Versager und die Schuldiggewordenen nicht in ihrem selbstgemachten Elend festhalten, ihm ist nichts lieber, als sie da herauszuholen. Daher ist es eben nicht Gottes Wille, dass wir anderen ihre Schuld nachtragen, schon gar nicht, damit wir uns als bessere Menschen fühlen können. Die Frommen, die, die Sünder und Heuchler öffentlich kritisieren, aber ihnen nicht aus ihrer Schuld heraushelfen, die es gar nicht mal versuchen, die sind im Grunde froh drum, dass es so bleibt, wie es ist, dass sie schlecht über andere und darum gut über sich denken können.
Ihnen erzählt Jesus die Geschichte von den zwei Söhnen, eine Alltagsgeschichte, von der so mancher ein Lied singen kann. Es gibt die braven Ja-Sager und die, die immer erst rebellieren müssen. Aber dann erlebt man die erstaunlichsten Dinge. Bei uns Menschen wird ein Nein schnell zum Ja und ein Ja schnell zum Nein. So sind wir oft, und deshalb hat niemand Grund, auf sein Ja zu Gott oder zur Tugend stolz zu sein. Wichtiger als unser Ja zu Gott ist Gottes Ja zu uns, und das gilt auch denen, die Fehler machen, versagen oder schuldig werden. Es macht einfach keinen Sinn, die Welt in schwarz und weiß einzuteilen. Vielleicht sollte ich das dem Mann auf dem Sofa mal so erklären: »Sie haben recht. Die Leute, die sonntags in die Kirche gehen, verhalten sich unter der Woche oft wirklich schlimm. Die werden zornig ohne Grund, die halten Versprechen nicht ein, die nehmen sich keine Zeit für Menschen, die sie brauchen, die denken manchmal nur den eigenen Vorteil. Tatsächlich, so sind die. Aber die wissen auch genau, dass sie am nächsten Sonntag wiederkommen dürfen, dass sie trotz ihrer Schuld neu anfangen dürfen. Und deshalb kommen die immer wieder gern. Und weil sie es erlebt haben, wie sie selber sich geändert haben, darum trauen sie auch anderen zu, sich zu ändern. Darum tragen sie auch anderen ihre Schuld nicht nach, sondern wenn sie für die eigenen Fehler um Vergebung bitten, bitten sie auch um die Kraft, ihren Schuldigern zu vergeben. So sind die eben. Ein komisches Völkchen, da haben Sie recht. Aber immerhin nicht nachtragend, wenn man schlecht über sie denkt. Einfach etwas lockerer und nicht so festgelegt.« Ich glaube, so werde ich das dem Mann auf dem Sofa das nächste Mal erklären. Ich hoffe, das ist in Ihrem Sinne. Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 262, 1-4 Sonne der Gerechtigkeit

*Taufaufgebot nur in Lettgenbrunn:
Am 09. September 2018 taufen wir hier in der Ev. Kirche Lettgenbrunn Luisa Hess die am 15.05.2018 das Licht der Welt erblickte. Gott der als Licht der Welt in diese Welt gekommen ist, leuchtet unserem Täufling und seiner Familie. In jedem Kind wird die große liebe Gottes erfahrbar und die Freude die damit verbunden ist. In den Kinderaugen sehen wir das Licht das Jesus Christus verkörpert.
Wir wollen für Luisa beten:
Lieber Vater, wir bitten dich für unseren Täufling um Schutz und Begleitung auf all ihren Wegen. Lass du Luisa viele Fußabdrücke in dieser Welt hinterlassen. Hilf den Eltern Katrin und Markus, Luisas Bruder Lukas und der Patin Manuela, dass sie Luisa im Christlichen Glauben erziehen und ihr Vorbild sind. Lass ihr Leben getragen sein von Liebe, Respekt, Achtung, Hoffnung und Glauben.
Dankbar sind wir Herr, für Luisa die du angenommen hast und die du liebst. AMEN

*Lied EG 206, 1 Liebster Jesu wir sind hier

* Fürbittengebet:
Wir bringen unsere Fürbitten gemeinsam vor Gott und wollen zwischen den Gebetsversen dass Kyrie eleison singen, es ist im EG die Nummer 178, 9.

So lasst uns erheben und beten:

Jesus Christus, du bist den Weg gegangen,
den uns der Vater gewiesen hat.
Wir möchten dir folgen und singen:

EG 178, 9 Kyrie eleison...

Du hast verlässlich geredet.
Im gesprochenen Wort, im Gespräch kommst du
uns nahe. Löse uns die Zunge, wenn wir aus Furcht
und Stolz verstummen. Wecke Worte in uns die
wecken und befreien, wir singen:

EG 178, 9 Kyrie eleison...

Du hast Ungewohntes, Unerwartetes getan, um
Menschen zu helfen, und dich, wenn nötig, über
Vorgegebenes hinweggesetzt. Gib uns den Mut
Und die Hoffnung, Ungewohntes zu tun,
wenn es dem Leben dient und anderen Menschen
gut tut. Wir singen:

EG 178, 9 Kyrie eleison...

Du hast uns Menschen dich selbst gegeben,
du hast dich verschenkt. Hilf uns
loszulassen und abzugeben.
Hilf uns gerecht zu sein. Wir singen

EG 178, 9 Kyrie eleison...

NUR LETTGENBRUNN
Du hast Luisa das Leben geschenkt, sei du bei ihr auf all ihren Wegen. Nimm deine schützende Hand nicht von ihr. Lass uns dankbar sein für dieses Leben und lass uns staunen über das unfassbare und einzigartige Geschenk was die Geburt eines Kindes ist. Segne die Eltern, den Bruder und die Patin. Wir singen:

EG 178, 9 Kyrie eleison...

Den weg, den du gegangen bist, Jesus, soll unser Weg sein.
Dein Geist soll uns treiben, dass wir ihn gehen, zur
Freude des Vaters.
Wir beten in der Stille weiter was uns in dieser Gottesdienstlichen Stunde besonderes am Herzen liegt......
Stilles Gebet

Das Unaussprechliche und Namenlose legen wir in die Worte, die Jesus Christus uns gelehrt hat und beten:

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Diakonie Hessen

Wochenspruch: Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.
Mt. 25,40

Nächste Gottesdienste

Sonntag, 02. September 2018 in Lohrhaupten mit Pfrin. Ehlers

10:00 Uhr Gottesdienst zu den Konfirmationsjubiläen mit Abendmahl

Kein Gottesdienst in Lettgenbrunn

Sonntag, 09. September 2018 in Lettgenbrunn mit IHNEN

9:15 Uhr Gottesdienst mit Taufe

* Votum:
Nicht, dass jedes Leid dich verschonen möge,
noch dass dein zukünftiger Weg stets Rosen trage,
keine bittere Träne über deine Wege komme
und kein Schmerz dich quäle -
dies alles wünsche ich dir nicht.
Sondern:
dass dankbar du allzeit bewahrst die Erinnerung an gute Tage.
Dass mutig du gehst durch Prüfungen,
auch wenn das Kreuz auf deinen Schultern lastet,
auch wenn das Licht der Hoffnung schwindet.
Was ich dir wünsche:
dass jede Gabe Gottes in dir wachse,
dass einen Freund du hast,
der deiner Freundschaft wert.
Und dass in Freud und Leid
das Lächeln des Mensch gewordenen Gotteskindes
dich begleiten möge.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Taufgottesdienst am Samstag, 25.08.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 66

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 25.08.2018 19:30   Titel: Taufgottesdienst am Samstag, 25.08.2018
Taufgottesdienst am Vortag des
13. Sonntag nach Trinitatis
14.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
Taufe von Leano Volkmann
Samstag, 25.08.2018
Text: Psalm 118, 6

* Lied EG + 34 Komm Heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
AMEN. Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat. AMEN

Liebe Taufgemeinde,
was für ein schöner Tag heute. Liebe Stephanie, lieber Jan, lieber Julien, lieber Leander, liebe Patin Meike, lieber Familie und liebe Angehörigen, liebe Freunde der Familie. Heute ist der große Tag von Leano, den wir heute taufen werden. Es gibt nichts schöneres als ein Kind der Obhut Gottes zu übergeben. Ich wünsche uns allen einen mutmachenden Taufgottesdienst

*Lied EG 161 Liebster Jesu wir sind hier

Eingangspsalm:
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Gott du kennst mich. Du achtest auf mich Herr.
Nie gibst du mich verloren.
Ich sitze oder stehe, ich liege oder gehe,
du hältst deine Hand über mir.

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Alle meine Wege sind dir bekannt, alles was ich denke und sage. Du kennst es. Mein ganzes Leben liegt offen wie ein Buch vor dir.
Wenn ich in Schwierigkeiten bin, willst du mich begleiten.
Wenn ich nicht aus noch ein weiß und mich am liebsten
Verstecken möchte, so bleibt dir meine Not nicht verborgen.

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Du achtest auch mich.
Du gibst mich nicht verloren.
(Nach Psalm 139)
Kommt lasst uns anbeten:
*Taufe:

Gebet:
Herr Jesus Christus, heute Mittag bringen wir dir Leano um ihm das Sakrament der Taufe zu spenden. Wir nehmen ihn heute in die Gemeinschaft und in die Nachfolge Jesu Christi auf. An so viele Dinge denken wir heute zurück. An den Moment der Geburt von Leano. Gerade einmal 4 Wochen und 6 Tage ist er auf dieser Welt. So zerbrechlich die kleinen Händchen, die kleinen Füßchen. So vieles bewegt uns heute Mittag hier in Wächtersbach. Wohin wird die Reise des kleinen Sonnenscheines gehen? Was für Wege muss er gehen? Leano steht am Anfang seines Lebens und darf sich getragen und geliebt fühlen. Er hat wunderbare Eltern und zwei wunderbare Brüder. Liebende Großeltern und eine tolle Familie. Wir wissen aber auch, dass wir Leano`s Leben in deine gnädige Hand legen dürfen und dass Leano geborgen ist in deinem Schutz.
Herr, wir wissen, wie viel Zuwendung, wie viel Liebe Leano braucht, damit er voller Vertrauen aufwachsen kann. Doch wir wissen auch, Herr, dass unsere Liebe begrenzt ist, zeitlich und räumlich, aber auch in ihrer Kraft und Tiefe.
So werden auch Stunden und Tage kommen, wo Leano unsere Liebe entbehren muss, wo wir seinem Herzen ferne sind.

Herr Jesus Christus, lass Leano immer dann, wenn wir ihm nicht nahe sein können, die Wahrheit deiner Verheißung erfahren, die auch heute über seiner Taufe ausgesprochen wird:
"Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende".
AMEN

Lesung Markusevangelium:
Gottes Liebe gilt jedem Menschen von Anfang an, selbst wenn ein Mensch noch gar nichts von Gott weiß, noch gar nichts wissen kann. Deshalb taufen wir auch schon kleine Kinder. Und wir denken dabei an eine Geschichte, die uns im Markus-Evangelium erzählt wird:
Einmal brachten Leute Kinder zu Jesus. Er sollte sie segnen. Aber die Jünger wiesen sie zurück. Als Jesus das merkte, wurde er zornig und sagte zu ihnen: „Lasst die Kinder doch zu mir kommen und hindert sie nicht daran. Denn für Menschen wie sie, ist Gottes Türe weit offen. Und ich sage euch: Wer sich Gott gegenüber nicht wie ein Kind öffnet, der wird nie einen Zugang zu Gott finden.“ Dann nahm er die Kinder in die Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.

Lasst uns gemeinsam unseren christlichen Glauben bekennen:

Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 577 Kind du bist uns anvertraut

Lesung Mt 28, 18-20:
Hört den Tauf- und Missionsbefehl Jesu am Ende des Matthäusevangeliums:

Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Taufversprechen der Eltern und Paten:
Uns sind Kinder anvertraut. Euch Stephanie und Jan vor allem als Eltern und dir Meike als Patin. Es ist gut, dass Leano Menschen haben wird, die für ihn Verantwortung tragen, auf die er sich verlassen kann. Wir sind auch dafür da, dass Leano erfährt, dass er zur Familie Gottes gehören soll, dass er eingeladen ist zu einem Leben mit Gott und in seiner Gemeinde. Daher frage ich Euch Stephanie und Jan und dich die Patin Meike: Möchtet Ihr, dass Leano getauft wird auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, Möchtet Ihr ihn begleiten auf seinen Wegen in diese Welt hinein? Möchtet Ihr ihm helfen, einen eigenen Weg ins Leben zu finden und auch dann zu ihm stehen, wenn dieser Weg anders aussieht, als Ihr ihn Euch vorstellt? Möchtet Ihr Eurem Kind und Patenkind die Möglichkeiten geben, von Jesus Christus zu erfahren, in dem Gottes Liebe ein menschliches Gesicht bekommen hat, weil diese Liebe auch ihm gilt und er als Kind Gottes leben soll?

So antwortet: Ja, dazu sind wir bereit mit Gottes Hilfe!

Verlesen des Taufspruchs:
Leano, über Dir wird in der Taufe diese Verheißung ausgesprochen: Dein Taufspruch lautet:
Der Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun. (Psalm 118, 6)

Taufe:
Im Namen dessen, der uns bei unserem Namen ruft,
(etwas Wasser ins Taufbecken füllen)
im Namen dessen, zu dem Gott bei seiner Taufe sprach: »An dir habe ich Wohlgefallen!«,
(weiteres Füllen des Taufbeckens mit Wasser)
im Namen dessen, der in der Taufe gegenwärtig ist und Gemein-schaft wirkt –,
(noch einmal Wasser ins Taufbecken gießen)
im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Taufe Leano:
Als Zeichen dafür, dass Gott dieses Kind ganz persönlich ruft, nennen Sie als Patin den Namen des Kindes.
Patin::
Leano

Leano, ich taufe dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Gott Vater Sohn und heiliger Geist gebe dir seinen Gnade, Schutz und Schirm vor allem Argen, stärke und Hilfe zu allem guten, das du bewart wirst zum ewigen Leben,
Friede sei mit dir (+).
AMEN.

Taufsegen:
Noch ehe deine Füße eigene Schritte tun, weiß Gott den Weg für dich Leano und führt dich deine Pfade. Noch ehe deine Lippen die ersten Worte sprechen, ist Sein Wort über dir, und sagt: Du bist mein geleibtes Kind. Noch ehe das Leben dich fordernd empfängt, weiß Er sich gefordert, deine Hilfe zu sein. Mögest du auf all deinen Wegen beschützt und bewahrt sein. Der Wind stärke dir den Rücken. Die Sonne erwärme dein Gesicht. Der Regen erfrische dein Leben. Alle Orte sollen dir Heimat werden. Alle deine Wege mögen zu guten Zielen führen mein lieber Leano. Das wünsche ich dir im Namen Gottes des Vater und des Sohnes und des heiligen Geistes: AMEN
Anzünden der Taufkerzen von Leano:
Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Die Taufkerze brennt heute bei der Taufe unserem Täuflinge und soll sie immer daran erinnern, dass mit der Taufe ihr das Licht des Lebens versprochen wird.
Damit wir die Kerzen alle noch sehen, bitte ich sie, sie auf den Altar zu stellen.

Tauferinnerung für Julien und Leander:
Julien und Leander, mit dem Wasser von Leano segnen und dann ihre Taufkerzen anzünden.

Freie Texte sprechen.

Segen für die Eltern und Patin:
- Gott segne euch die Eltern Stephanie und Jan. Er hat euch dieses dritte Kinder geschenkt. Er helfe euch, ihm zu zeigen, Gott und die Menschen zu lieben.
Gott segne dich die Patin Meike, du hast eine große Verantwortung übernommen. Er helfe dir, diese Aufgabe des Patentamtes zu erfüllen.
- Gott segne euch Julien und Leander, dass ihr weiterhin so toll auf euren kleinen Bruder aufpasst und für den kleinen Bruder da seid.
- Gott segne uns alle. Er helfe uns, dass wir sein Wort in der Gemeinde hören und nach seiner Liebe leben. Amen.

* Lied EG + 60 Vergiss es nie

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
„Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen“. AMEN.

Lieber Leano, liebe Stephanie, Lieber Jan, lieber Julien, lieber Leander, liebe Taufgemeinde,

was habe ich schon für Namen bei Taufen gehabt.
Da waren schon welche dabei wo ich dachte, den würde ich für mein Kind nicht nehmen wollen. Ich weiß das einige von euch nicht glauben wollten das Leano der Name des Kindes ist. Wenn ihr euch fragt wieso der Name? Ganz einfach. Leano ist nach seinem großen Vorbild und Vorreiter benannt. Jetzt überlegt jede und jeder hier, wen meint der denn? Na ist doch klar. Nach seinem Vorbild „Leander“ ist er benannt. Und dass man beide Namentlich verwechselt ist nicht schlimm, dass passiert Steffi und Jan auch. Und an den Großvater der Appell: Er heißt nicht Leandro, grinsen und zwinkern

Das ist euer drittes Kind. Leano ist euer dritter Sonnenschein. Also euer Haushalt besteht aus 4 Männern und zwei Frauen, Steffi und die Hündin. Und was sagte Julien beim Taufgespräch von Leano als ich sagte das 4 Kind wird ein Mädchen, nö lieber noch einen Bruder, ist besser zum Spielen.
Eigentlich war ja der Geburtstermin Freitag der 13.07.2018. Aber Leano wollte noch nicht. Er wartete noch eine gute Woche und hatte es dann um so eiliger am 19.07.2018 auf die Welt zu kommen. Kaum hatte Steffi den Jan geweckt, so gegen 02.00 Uhr morgens, ging es um 02.10 Uhr nach Bad Orb die Kinder abgeben, da war es 02.20 Uhr. Gegen 02.30 Uhr seid ihr in den Main Kinzig Kliniken angekommen und um 02.55 Uhr erblickte Leano das Licht der Welt. Das ging sehr schnell und in dieser Zeit schafft man nicht einmal, sich volllaufen zu lassen.

Es gibt wunderschöne Worte, die ausdrücken, was viele von uns beim Anblick eines kleinen Kindes bewegt.
»Du bist zur Welt gekommen, Leano.
Einmalig, mit einem unverwechselbaren Äußeren,
einem Wesen, das nur du hast.
Wir schauen dich an und wissen,
dass wir vor einem Geheimnis stehen,
vor dem Geschenk deines Lebens.
Als ich Leano beim Taufgespräch am 26.07. abends in
meinem Arm hielt, spürte ich das erste Mal in meinem Leben was es heißt, vor diesem Geheimnis eines Menschenlebens zu stehen. Wie wunderbar es ist zu sehen und zu spüren was aus Liebe entsteht. Ich war beflügelt von dem Leben und diesem großartigen Geschenk, dass ihr euch gemacht habt.
Dafür empfinden wir tiefe Dankbarkeit,
und wie vor deiner Geburt Leano, spüren wir jetzt,
dass wir das Eigentliche deines Lebens nicht in Händen halten.

Ja, einmalig und unverwechselbar ist Leano. er ist jetzt knapp 5 Wochen alt. Das ganze Leben liegt noch vor dir Leano.
Ich habe uns einen Zollstock mitgebracht.
In vielen Kinderzimmern gibt es Messlatten, an denen man eintragen kann, wie groß ein Kind ist.
Kleine Kinder finden es immer wieder spannend zu schauen, wieviel sie wieder in welchem Zeitraum gewachsen sind.

Wisst ihr Steffi und Jan wie groß Julien, Leander und Leano sind?
(Steffi und Jan antworten lassen und laut wiederholen, dann am Zollstock zeigen.)

Jetzt wo Leano auf der Welt ist, wird er jeden Tag ein wenig größer, manchmal nicht wirklich wahrnehmbar. Dann sieht man es erst an den Kleidern, die plötzlich in der Waschmaschine geschrumpft sind. Das ist bei mir heute noch so….lach…..Wachsen, das Größerwerden von Leano, es hat begonnen. So wie bei euren beiden anderen Kindern auch. Als ich Leander wieder gesehen habe, war ich erstaunt wie groß er schon geworden ist. Auch Julien hat einen Sprung nach oben gemacht.
Ihr werdet das in Zukunft immer wieder erleben, wie die drei wachsen. Bei Leano könnt ihr bald schon im Stehen Markierungen auf dem Zollstock machen.
In den ersten Lebensjahren von Leano gibt es unterschiedliche Wachsstumsschübe. Von einem Tag auf den anderen lernen Babys und Kleinkinder ganz viel. So viel wie der Mensch in den ersten Lebensjahren wächst, sich weiterentwickelt und lernt – so viel lernt er in seinem ganzen Leben nicht mehr in so kurzer Zeit.
Leano wird immer ein Stückchen größer, er wird immer mehr lernen und verstehen, immer ein bisschen selbständiger werden.
Er lernt Laufen und Sprechen, den Löffel selber halten, er geht irgendwann in den Kindergarten, dann irgendwann die erste Übernachtung bei Oma oder Opa oder bei der Patin. Ihr seid froh, dass ihr das Kompetenzzentrum Bad Orb habt. In Steffis Mama und in Jans Eltern alles auf einem Grundstück gebündelt. Leander und Julien können durch den Garten von
der einen zur andern Oma laufen. Auch Jans Schwager ist eine große Hilfe. Ihr seid aber auch sehr dankbar für die tolle Unterstützung von Juliens Großeltern, die für Julien und für euch alle da sind. Die euch als Familie annehmen als sei es die eigene.

Später geht Leano er in die Schule und danach kommen die vielen eigenen Wege.
In den ersten Lebensjahren wächst ein Mensch in vielerlei Hinsicht. Wenn Leano dann auf eigenen Füßen steht und er sein eigenes Leben führt, dann ist er erwachsen.

Viele Markierungen könnt ihr bei Leano in den nächsten Jahren machen, bis er dann groß ist.
Ihr, liebe Steffi, lieber Jan, habt erlebt, habt nun dieses Geschenk eurer Liebe empfangen.
Nicht nur Leano ist im Bauch seiner Mama gewachsen und wächst mit jedem Tag nun weiter, sondern auch innerhalb eurer Familie ist mit dem neuen Erdenbürger etwas gewachsen, was vorher nicht da war. Es ist so wunderbar und einzigartig wenn Leano durchs Leben turnt, so wie es Julien und Leander auch tun. Zu sehen wie sie wachsen und ihre Umwelt wahrnehmen.
Und ihr erlebt: Da gibt es nicht nur die Liebe, die ihr als Eltern Leano entgegenbringt, sondern auch die Liebe, die von diesem Kind an euch zurückgegeben wird. Die strahlenden Augen von Leano, wenn er weint und ihr ihn dann hochnehmt, ihn tröstet, ihn knuddelt. Es ist so schön wenn ihr als Eltern dann die Liebe von Leano spürt.

Ihr habt für Leano eine wunderbaren Taufspruch ausgesucht. Im Psalm 118 heißt es im 6 Vers:

„Der Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun“. “.
Heute hat sich Gott zu Leano, seinen Eltern und zu seiner Patin bekannt.
Das ist großartig, dass sich Gott, den wir nicht sehen, der aber uns sieht, in unsere Gemeinde kommt und zwar nicht mit leeren Händen, sondern mit einem Versprechen. Und dieses Versprechen lautet: Ich werde bei Leano sein, Leano braucht sich nicht zu fürchten. Ich der Herr bin bei ihm und darum braucht er keine Angst vor den Menschen zu haben. Dieses ist das große Angebot an unseren kleinen süßen Leano und dieses Versprechen findet sich auch wieder in dem Taufspruch, den Leano heute bekommen hat: „Der Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun“. Wenn wir Menschen uns auf Gott verlassen und unsere Leben in seine Hand legen, können wir getrost sein, dass er seine Hand nicht von uns nimmt. Wir wissen heute noch nicht was Leano alles für Wege gehen muss. Was er an Angst und Entbehrung erleben wird. Aber mit seinem Taufspruch kann er gestärkt und mit erhobenem Haupte durch sein Leben gehen.

Dieser wunderschöne Vers soll über dem Leben von Leano stehen und ihm immer ein Wegweiser sein. Der Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun.
Möge Leano in seinem Leben immer wieder erfahren, dass Gott ihn liebt, möge er Menschen zur Seite haben, die ihm auf dem Weg des Glaubens, auf dem Weg der Hoffnung und auf dem Weg der Liebe begleiten und stärken.

Möge Gott uns allen immer wieder den Mut und die Kraft schenkt, uns für sein Wort zu öffnen und im Glauben die Hoffnung und die Liebe zu sehen. Amen.

-Kanzelsegen:
„Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN“.

*Lied EG 200, 1+2+4 Ich bin getauft auf deinen Namen

* Fürbittengebet:
Uns allen sind als Eltern und Großeltern, als Patin und Freunden Kinder anvertraut. In dieser Verantwortung beten wir zu dir, Herr.

Dass wir uns immer genügend Zeit für Leano nehmen, damit er nicht ohne unsere Hilfe und Fürsorge in dieser Welt leben muss.

Hilf uns Herr, dass wir als Erwachsene wenn wir Fehler machen sie auch zugeben und dass wir unsere Schwächen eingestehen, damit Leano fähig wird zur Wahrheit und zur Liebe und zum gegenseitigen Respekt. Schenke den Eltern die Kraft ihm in Liebe und Achtung zu begegnen, auch wenn einmal dunkle Wolken über unser Leben hinweg ziehen.

Liebender Vater, wir bitten dich lass uns darauf achten das wir Leano den Raum schenken, den er braucht um seine Fähigkeiten und Talente ausleben zu können. Lass ihn zu einer Persönlichkeit heranwachsen.

Wir danken dir, dass du Leano mit Namen gerufen
und in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen hast.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte

* Bekanntmachungen:

* Votum:
Der GOTT der Liebe, der uns seine Gnade zugewandt hat,
festige in uns die Liebe zu unseren Schwestern und Brüdern, zu Freundinnen und Freunden.
Herr, segne meine Hände, dass sie behutsam seien,
dass sie halten können, ohne zur Fessel zu werden,
dass sie geben können ohne Berechnung,
dass ihnen innewohne die Kraft, zu segnen
und zu trösten.

Herr, segne meine Augen, dass sie Bedürftigkeit wahrnehmen,
dass sie das Unscheinbare nicht übersehen, dass sie hindurchschauen durch das Vordergründige, dass andere sich Wohlfühlen können unter meinem Blick.

Herr, segne meine Ohren, dass sie deine Stimme zu erhorchen vermögen, dass sie hellhörig seien für die Stimme der Not,
dass sie verschlossen seien für den Lärm und das Geschwätz,
dass sie das Unbequeme nicht überhören.

Herr, segne meinen Mund, dass er dich bezeuge, dass nichts von ihm ausgehe, was verletzt und zerstört, dass er heilende Worte spreche, dass er Anvertrautes bewahre.

Herr, segne mein Herz, dass es Wohnstatt sei Deinem Geist,
dass es Wärme schenken und bergen kann, dass es reich sei an Verzeihung, dass es Leiden und Freude teilen kann.
Lass mich DIR verfügbar sein, mein Gott, mit allem, was ich habe und bin.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe ein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.
  Thema: Taufgottesdienst am 12. Sonntag nach Trinitatis, 19.08.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 68

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 19.08.2018 10:39   Titel: Taufgottesdienst am 12. Sonntag nach Trinitatis, 19.08.2018
Taufgottesdienst am 12. Sonntag nach Trinitatis
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
mit Taufe von Nala Mahlia Lohrey und Emily Kaufer
19.08.2018
Text: Joshua 1, 9 & 1. Mose 28, 15a

* Lied EG + 34 Komm Heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
AMEN. Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat. AMEN

Liebe Gemeinde,
ich begrüße Sie und Euch alle ganz herzlich zum Taufgottesdienst heute am 12. Sonntag nach Trinitatis.
In diesem Gottesdienst heute taufen wir Nala Mahlia und Emily Unsere Täuflinge, ihre Eltern, die Großeltern, die Paten und Verwandte und Freunde begrüße ich deshalb ganz besonders herzlich heute zum Taufgottesdienst. Ich wünsche uns allen einen mutmachenden Gottesdienst

*Lied EG 334 Danke für diesen guten Morgen

Eingangspsalm:
(Unter Gottes Schutz)
Wer unter dem Schutz des höchsten Gottes lebt
und bleiben darf bei ihm, der alle Macht hat,
der sagt zum HERRN:
»Du bist meine Zuflucht,
bei dir bin ich sicher wie in einer Burg.
Mein Gott, ich vertraue dir!«

Du kannst dich darauf verlassen:
Der HERR wird dich retten vor den Fallen,
die man dir stellt, vor Verrat und Verleumdung.
Er breitet seine Hügel über dich,
ganz nahe bei ihm bist du geborgen.
Wie Schild und Schutzwall deckt dich seine Treue.
Du musst keine Angst mehr haben
vor Gefahren und Schrecken bei Nacht,
auch nicht vor Überfällen bei Tag,
vor der Seuche, die im Dunkeln zuschlägt,
oder dem Fieber, das am Mittag wütet.

Du sagst: »Der HERR ist meine Zuflucht.«
Beim höchsten Gott hast du Schutz gefunden.
Darum wird dir nichts Böses geschehen,
kein Unheil darf dein Haus bedrohen.
Gott hat seinen Engeln befohlen,
dich zu beschützen, wohin du auch gehst.
Sie werden dich auf Händen tragen,
damit du nicht über Steine stolperst.
und Schlangen können dir nicht schaden,
du wirst sie alle niedertreten.

Gott selber sagt:
»Er hängt an mir mit ganzer Liebe,
darum werde ich ihn bewahren.
Weil er mich kennt und ehrt,
werde ich ihn in Sicherheit bringen.
Wenn er mich ruft, dann antworte ich.
Wenn er in Not ist, bin ich bei ihm;
ich hole ihn heraus und bringe ihn zu Ehren.
Ich gebe ihm ein langes, erfülltes Leben;
er wird die Hilfe erfahren, auf die er wartet.«
(Ps. 91,1-6.9-16)
Kommt lasst uns anbeten:

*Taufe:

Gebet:
Herr Jesus Christus, so vieles bewegt uns heute Morgen, am Tag der Taufe von Nala Mahlia und Emily.
Wir denken an all das, was nun hinter uns liegt, an die Freunde und Aufregung, als Nala Mahlia im April 2013 und Emily am 09.05.2018 zu ihren Familien kamen, an die Hoffnungen und Ängste in den ersten Tagen, Wochen und Monaten.
Wir denken auch an das, was vor uns liegt, an die Verantwortung, die wir für diese beiden Kinder tragen.
Herr, wir wissen, wie viel Zuwendung, wie viel Liebe Nala Mahlia und Emily brauchen, damit sie voller Vertrauen aufwachsen können.
Doch wir wissen auch, Herr, dass unsere Liebe begrenzt ist,
zeitlich und räumlich, aber auch in ihrer Kraft und Tiefe.

So werden auch Stunden und Tage kommen, wo Nala Mahlia, wo Emily unsere Liebe entbehren muss, wo wir ihren Herzen ferne sind.

Herr Jesus Christus, lass Nala Mahlia und Emily immer dann, wenn wir ihr nicht nahe sind, die Wahrheit deiner Verheißung erfahren, die auch heute über der Taufe unserer beiden Mädchen ausgesprochen wird:
"Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende".
AMEN

Lesung Markusevangelium:
Gottes Liebe gilt jedem Menschen von Anfang an, selbst wenn ein Mensch noch gar nichts von Gott weiß, noch gar nichts wissen kann. Deshalb taufen wir auch schon kleine Kinder. Und wir denken dabei an eine Geschichte, die uns im Markus-Evangelium erzählt wird:
Einmal brachten Leute Kinder zu Jesus. Er sollte sie segnen. Aber die Jünger wiesen sie zurück. Als Jesus das merkte, wurde er zornig und sagte zu ihnen: „Lasst die Kinder doch zu mir kommen und hindert sie nicht daran. Denn für Menschen wie sie ist Gottes Türe weit offen. Und ich sage euch: Wer sich Gott gegenüber nicht wie ein Kind öffnet, der wird nie einen Zugang zu Gott finden.“ Dann nahm er die Kinder in die Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.

Lesung Mt 28, 18-20:
Hört den Tauf- und Missionsbefehl Jesu am Ende des Matthäusevangeliums:
Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Ich darf nun Familie Lohrey und die Paten bitten aufzustehen

Tauffrage:
Liebe Jasmin, liebe Paten Madelein und Marion.
Ihr wollt, dass euer Kind Nala Mahlia getauft wird. Damit übernehmt ihr die Aufgabe, euer Kind im christlichen Glauben zu erziehen und ihm durch Wort und Beispiel zu helfen, Gott und die Menschen zu lieben. So frage ich euch, die Mutter und die Paten:
Seid ihr dazu bereit, so antwortet: "Ja"

Eltern und Pate: "Ja".
Verlesen des Taufspruchs:
Nala Mahlia, über Dir wird in der Taufe diese Verheißung ausgesprochen: Dein Taufspruch lautet:
„Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“. (Joshua 1, 9)

Sie dürfen wieder Platz nehmen.

Ich darf nun Familie Kaufer und die Paten bitten aufzustehen

Tauffrage:
Liebe Anastasija, lieber Christian, liebe Paten Maria und Sergej.
Ihr wollt, dass euer Kind Emily getauft wird. Damit übernehmt ihr die Aufgabe, euer Kind im christlichen Glauben zu erziehen und ihm durch Wort und Beispiel zu helfen, Gott und die Menschen zu lieben. So frage ich euch, die Mutter und die Paten:
Seid ihr dazu bereit, so antwortet: "Ja"
Eltern und Pate: "Ja".

Verlesen des Taufspruchs:
Emily, über Dir wird in der Taufe diese Verheißung ausgesprochen: Dein Taufspruch lautet:
'Siehe, ich bin mit dir, ich behüte dich, wohin du auch gehst‘
(1. Mose 28, 15a)

So lasst uns füreinander und miteinander unsern Glauben bekennen.

Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 209 Ich möchte das einer mit mir geht

Taufe:
Im Namen dessen, der uns bei unserem Namen ruft,
(etwas Wasser ins Taufbecken füllen)
im Namen dessen, zu dem Gott bei seiner Taufe sprach: »An dir habe ich Wohlgefallen!«,
(weiteres Füllen des Taufbeckens mit Wasser)
im Namen dessen, der in der Taufe gegenwärtig ist und Gemein-schaft wirkt –,
(noch einmal Wasser ins Taufbecken gießen)
im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Ich darf Familie Lohrey mit den Paten nach vorne bitten.

Taufe Nala Mahlia:
Als Zeichen dafür, dass Gott dieses Kind ganz persönlich ruft, nennen Sie als Pate den Namen des Kindes.
Pate::
Nala Mahlia

Nala Mahlia, ich taufe dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Gott Vater Sohn und heiliger Geist gebe dir seine Gnade, Schutz und Schirm vor allem argen, stärke und Hilfe zu allem guten, das du bewart wirst zum ewigen Leben,
Friede sei mit dir (+).
AMEN.

Anzünden der Taufkerzen:
Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Die Taufkerze brennt heute bei der Taufe unserem Täuflinge und soll sie immer daran erinnern, dass mit der Taufe ihr das Licht des Lebens versprochen wird.
Damit wir die Kerzen alle noch sehen, bitte ich sie, sie auf den Altar zu stellen.

Taufsegen:
Deine Füße haben die ersten Schritte gemacht Nala Mahlia, Gott wird weiter mit dir unterwegs sein auf all den Wegen die noch kommen. Jedes Wort das über deine Lippen kommt, ist Sein Wort über dir, und sagt: Du bist mein geliebtes Kind Nala Mahlia. Noch ehe das Leben dich fordernd empfängt, weiß Er sich gefordert, deine Hilfe zu sein. Mögest du auf all deinen Wegen beschützt und bewahrt sein. Der Wind stärke dir weiterhin den Rücken. Die Sonne erwärme auch weiter dein Gesicht. Der Regen erfrische weiterhin dein Leben. Alle Orte sollen dir Heimat werden. Alle deine Wege mögen zu guten Zielen führen. Das wünsche ich dir Nala Mahlia im Namen Gottes des Vater und des Sohnes und des heiligen Geistes: AMEN

Ich darf Familie Kaufer mit den Paten nach vorne bitten.

Taufe Emily:
Als Zeichen dafür, dass Gott dieses Kind ganz persönlich ruft, nennen Sie als Pate den Namen des Kindes.
Pate:
Emily

Emily, ich taufe dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Gott Vater Sohn und Heiliger Geist gebe dir seinen Gnade, Schutz und Schirm vor allem Argen, stärke und Hilfe zu allem guten, das du bewart wirst zum ewigen Leben,
Friede sei mit dir (+).
AMEN.

Anzünden der Taufkerzen:
Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Die Taufkerze brennt heute bei der Taufe unserem Täuflinge und soll sie immer daran erinnern, dass mit der Taufe ihr das Licht des Lebens versprochen wird.
Damit wir die Kerzen alle noch sehen, bitte ich sie, sie auf den Altar zu stellen.

Taufsegen:
Noch ehe deine Füße eigene Schritte tun, weiß Gott den Weg für dich Emily und führt dich deine Pfade. Noch ehe deine Lippen die ersten Worte sprechen, ist Sein Wort über dir, und sagt: Du bist mein. Noch ehe das Leben dich fordernd empfängt, weiß Er sich gefordert, deine Hilfe zu sein. Mögest du auf all deinen Wegen beschützt und bewahrt sein. Der Wind stärke dir den Rücken. Die Sonne erwärme dein Gesicht. Der Regen erfrische dein Leben. Alle Orte sollen dir Heimat werden. Alle deine Wege mögen zu guten Zielen führen. Das wünsche ich dir Emily im Namen Gottes des Vater und des Sohnes und des heiligen Geistes: AMEN

* Lied EG + 60 Vergiss es nie

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
„Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen“. AMEN.

Liebe Tauffamilien, liebe Paten, liebe Verwandte und Freunde von Nala Mahlia und Emily, liebe Gemeinde!

I. Einmaligkeit und Dankbarkeit
Es gibt wunderschöne Worte, die ausdrücken, was viele von uns beim Anblick eines kleinen Kindes bewegt.
»Ihr seid zur Welt gekommen, Nala Mahlia und Emily.
Einmalig, mit einem unverwechselbaren Äußeren,
einem Wesen, das nur ihr habt.
Wir schauen euch an und wissen,
dass wir vor einem Geheimnis stehen,
vor dem Geschenk eures Lebens.
Dafür empfinden wir tiefe Dankbarkeit,
und wie vor eurer Geburt spüren wir jetzt,
dass wir das Eigentliche eures Lebens nicht in Händen halten.«

Ja, einmalig und unverwechselbar sind unsere beiden Täuflinge. Nala Mahlia ist schon 5 Jahre, 4 Monate und 16 Tage alt und hat schon einige Wege zurückgelegt, Emily ist heute 3 Monate und 10 Tage alt und noch ganz klein. Und doch liegt das ganze Leben noch vor ihnen beiden.
(Zollstock hochheben)

Wachsen
Ich habe uns einen Zollstock mitgebracht.
In vielen Kinderzimmern gibt es Meßlatten, an denen man eintragen kann, wie groß ein Kind ist.
Kleine Kinder finden es immer wieder spannend zu schauen, wieviel sie wieder in welchem Zeitraum gewachsen sind.

Wissen Sie, wie groß ihre Kinder sind?
(Eltern antworten lassen und laut wiederholen, dann am Zollstock zeigen.)

II. Phasen des Wachsens
Seit Nala Mahlia und Emily auf der Welt sind, werden sie größer, manchmal nicht wirklich wahrnehmbar. Dann sieht man es erst an den Kleidern, die plötzlich in der Waschmaschine geschrumpft zu sein scheinen. Wachsen, das Größerwerden Ihres Kindes, damit sind Sie vertraut.
Sie werden auch in der Zukunft immer erleben, wie Nala Mahlia und Emily größer und größer werden – immer ein Stück mehr wachsen.

III. Wachsen in vielerlei Hinsicht
In den ersten Lebensjahren eines Kindes gibt es unterschiedliche Wachsstumsschübe. Von einem Tag auf den anderen lernen Babys und Kleinkinder ganz viel. So viel wie der Mensch in den ersten Lebensjahren wächst, sich weiterentwickelt und lernt – so viel lernen sie in ihrem ganzen Leben nicht mehr in so kurzer Zeit. Nala Mahlia hat schon einige Wachstumsschübe hinter sich, Emily ist noch ganz am Anfang.
Nala Mahlia und Emily werden immer ein Stückchen größer, sie werden immer mehr lernen und verstehen, immer ein bisschen selbständiger werden.
Sie lernen Laufen und Sprechen, den Löffel selber halten, sie gehen in den Kindergarten, dann irgendwann die erste Übernachtung bei Oma oder Opa oder bei den Paten.
Später gehen sie in die Schule und danach kommen die vielen eigenen Wege.
In den ersten Lebensjahren wächst ein Mensch in vielerlei Hinsicht. Wenn unsere Kinder dann auf eigenen Füßen stehen und ihr eigenes Leben führen, dann sind sie erwachsen.

Viele Markierungen können sie im Laufe dieser Zeit bei den Zollstöcken von Nala Mahlia und Emily machen.

Heute mit der Taufe von Nala Mahlia und Emily beginnt der Weg des Glaubens für diese beiden Kinder. Denn in der Taufe sagt Gott ganz klar „ja“ zu ihnen: Du bist mein Kind, du gehörst zu mir.
Um in den Glauben hineinzuwachsen brauchen diese beiden Kinder ihre Eltern und Paten, ihre Großeltern, Verwandten und Freunde, die ihnen von Gott erzählen. In die Fußstapfen von Jesus zu treten und den Weg in ein Leben als Christ zu gehen, ist ein Wachstums Prozess den die beiden, Nala Mahlia und Emily nicht ohne die Hilfe der Erwachsenen schaffen.

Liebe Gemeinde,
Taufsprüche können helfen im Glauben zu wachsen!
Die Taufsprüche, die sie, liebe Eltern für ihre Kinder ausgesucht haben, können Nala Mahlia und Emily helfen, im Glauben zu wachsen.
Die Worte aus Joshua 1, Vers 9, dem Taufspruch für Nala Mahlia, heißt es:
„Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“. (Joshua 1,9)
Nala Mahlia, bis heute bist du schon einige Wege gegangen, deinen Weg des Lebens hast du schon begonnen. Immerhin bist du schon 5 Jahre, 4 Monate und 16 Tage alt. Viele Wege hast du noch vor dir. Bei einigen Wegen wissen wir genau, wie der Weg aussieht, wir sehen ihn deutlich vor uns und wissen auch genau, wohin wir gehen müssen und wo wir ankommen? Aber wissen wir das wirklich? Natürlich kennen wir den Weg, wenn wir gleich nach Hause gehen. Wenn wir jemanden den Weg beschreiben müssten, könnten wir das ganz bestimmt, dass kannst du bestimmt auch schon super. Aber wissen wir wirklich, ob wir auch zu Hause ankommen? Höchstwahrscheinlich, aber sicher? Wir wissen nicht, was uns auf diesem Weg nach Hause begegnet. Und so ist es mit all unseren Wegen an jedem neuen Tag. Wir wissen nicht, ob uns Wege wirklich ans Ziel bringen oder in einer Sackgasse enden.
In deinem Taufspruch Nala Mahlia heißt es übertragen: „Ich bin dabei. Du kannst dich auf mich verlassen. Ich bin an deiner Seite.“ Und hier verspricht dass nicht irgendeiner, das verspricht Gott dir Nala Mahlia. Es gibt keinen besseren Wegbegleiter als ihn. Und dieses Versprechen, es soll auch dir, Nala Mahlia als Taufspruch auf deinem Weg stütze sein. Jasmin Nicole als deine Mama, auch deine Paten Madelein und Marion und die ganze Familie werden alles tun, um dich zu unterstützen um dir zu helfen, die richtigen Wege zu gehen. Sie werden alles tun, um dich vor schlimmen Wegen und Unheil zu bewahren. Gut so, wenn Nala Mahlia immer wieder Menschen findet, die mit ihr unterwegs sind.
Unser Auftrag ist es, dir von diesem Gott zu erzählen, der die Wege seiner Menschen mitgeht, durch dick und dünn, sogar dann, wenn Menschen sich längst aus dem Staub gemacht haben und wir meinen, völlig alleine zu sein. Er ist da. Du bist ein so wunderbares Kind, du hast Phantasie, du bist aufgeweckt und quirlig. Du bist ein so mitfühlendes Kind Nala Mahlia und der Sonnenschein deiner Familie. Du bist einzigartig und ein Geschenk im Leben deiner Familie. So wie du bist bist, bist du absolut in Ordnung. Ein geliebtes Kind, getragen in der Hand Gottes und behütet.
Du kannst dich auf Gott verlassen, so wie du dich auf deine Familie verlassen kannst. Du bist nicht alleine.

Auch der Taufspruch von Emily kann für ihren Glauben richtungsweisend sein.
Im ersten Buch Mose 28 Vers 15 a heißt es:
'Siehe, ich bin mit dir, ich behüte dich, wohin du auch gehst‘
(1. Mose 28, 15a)
Wunderbare Worte die sie liebe Eltern als Taufspruch ausgesucht haben. Gott verspricht hier Emily jedenfalls, was er auch dem Jakob im 1 Buch Mose versprochen hat. 'Siehe, ich bin mit dir, ich behüte dich, wohin du auch gehst‘
Emily wird das vermutlich nicht immer spüren, - dass Gott mit ihr geht. Der Taufspruch sagt aber ganz klar, Gott ist immer und überall in Emilys Leben dabei.
Es wird sicherlich auch Tage geben, da wird Emily vergessen haben, dass da einer ist der mit ihr geht. Dann kann sie sich ihren Taufspruch ansehen und sich daraus die Kraft und das Wissen holen, dass Gott doch da ist. Und ja, ich wünsche unserem kleinen Sonnenschein, eurem ersten Kind Emily, dass sie auf allen ihren Wegen auch immer wieder die Erfahrung macht, da ist einer, der geht mit mir. Der geht hinter mir und vor mir und neben mir: Da merkt Emily auf einmal: Der Himmel über ihr ist offen.
Gottes Engel sind da.
Gott selbst begleitet sie auf ihrem Weg.

Dass ist eine so kraftvolle Zusage, die bei Mose steht. Und mit diesem Vers geht Emily gestärkt und geschützt ihren Weg ins Leben. Sie ist einzigartig und wunderbar. Sie ist ein von Gott geliebtes Kind. In den Kindern sehen wir das große Geheimnis was Leben ausmacht und wie Leben entsteht. Wir sehen wie aus Liebe so wunderbares Leben wird. Sie sind als Familie zurecht stolz auf ihren kleinen Sonnenschein. Ich habe bei unserem Taufgespräch ihre Augen gesehen und das Strahlen beim Anblick von Emily.

Und Gott verspricht der kleinen: „Ich bin bei dir und ich beschütze dich, wo du auch hingehst. Niemals lasse ich dich im Stich.
So gestärkt können sie heute nach der Taufe ins Leben gehen. Mit dem Wissen, dass Gott da ist und mit Emily alle Wege des Lebens geht.
Liebe Tauffamilien, liebe Gemeinde,
im Glauben zu wachsen bedeutet auch im Frieden mit Gott und mit seinen Mitmenschen zu leben.
Wenn es uns gelingt unsere Kinder zu Menschen zu erziehen, die sich für den Frieden einsetzen, dann kann damit das Reich Gottes hier auf unserer Erde wachsen.
Mögen unsere Täuflinge Nala Mahlia und Emily in ihrem Leben immer wieder erfahren, dass Gott sie liebt, mögen sie Menschen zur Seite haben, die sie auf dem Weg des Glaubens begleiten und stärken.
Möge Gott uns allen immer wieder den Mut und die Kraft schenkt, uns für sein Wort zu öffnen und im Glauben zu wachsen. Amen.


-Kanzelsegen:
„Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN“.

* Lied EG 200, 1+2+4 Ich bin getauft auf deinen Namen

* Fürbittengebet:
Wir bitten dich, liebender Gott, für Nala Mahlia und Emily,
dass sie deine Liebe stets spürt,
dass stets Menschen da sind, die zuhören können,
dass Menschen da sind, die ihnen ihren Glauben stärken,
dass sie offen sind für deine frohe Botschaft
und darin Hilfe für ihr Leben finden,
dass sie deinen Segen spüren und ein Segen für
andere Menschen sein können.

Wir bitten dich, sanfter Gott, für Nala Mahlia und Emily,
dass sie viel Liebe und Geborgenheit durch die
Menschen erfahren, die sie so annehmen wie sie sind,
denen sie vertrauen können und die für sie immer da sind
und ihnen helfen, dass sie ihnen Vertrauen.

Wir bitten dich, lieber Gott, für die Familie und die Paten,
um deinen Beistand, damit sie Nala Mahlia und Emily mit Güte,
Weisheit und Geduld begleiten und
dass sie für sie beten und ihnen Christsein vorleben.

Wir bitten dich, lieber Gott, für uns alle,
dass wir uns der Verantwortung bewusst sind,
die wir für diese Welt haben
und dass wir den Kindern eine Welt übergeben,
in der sie gut und gerne leben mögen.

Wir danken dir, dass du Nala Mahlia und Emily mit Namen gerufen und in die Gemeinschaft der Kirche eingeführt hast.


Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte

* Bekanntmachungen:
Die Kollekte ist für die Jugendarbeit und der Schulseelsorge bestimmt. Gott segne Geber und Gabe.
Nächste Gottesdienste sind am kommenden Sonntag, 26.08.2018 um
10.00 Uhr in Wittgenborn und um
18.00 Uhr in Wächtersbach mit verabschieden von unserer Vikarin Enikö Somogyi mit einem Glas Sekt oder Orangensaft nach dem GD.

Herzlich laden wir ein zum „Kirchhoffest“ am 2. September 2018, dieses Mal feiern wir ein Kirchhoffest auf dem Vorplatz der Kirche und kein Kirchenstraßenfest. Wir beginnen um 11.00 Uhr mit einem Festgottesdienst.

Es gibt Gegrilltes und für Vegetarier Grillkäse, die Kita backt Waffeln, ein großes Kuchenbuffet und ein großes Programm mit den Chören, Honey Crew, Bilderbuch-Kino etc.

Am Ausgang der Kirchen liegen Listen für Helfer und Kuchenzettel. Herzliche Bitte an alle, die einen Kuchen backen wollen oder mithelfen wollen sich einzutragen.


* Votum:
Der GOTT der Liebe,
der uns seine Gnade zugewandt hat,
festige in uns die Liebe
zu unseren Schwestern und Brüdern, zu Freundinnen und Freunden.
Herr,
segne meine Hände,
dass sie behutsam seien,
dass sie halten können,
ohne zur Fessel zu werden,
dass sie geben können
ohne Berechnung,
dass ihnen innewohne die Kraft,
zu segnen
und zu trösten.
Herr,
segne meine Augen,
dass sie Bedürftigkeit wahrnehmen,
dass sie das Unscheinbare nicht übersehen,
dass sie hindurchschauen durch das Vordergründige,
dass andere sich wohlfühlen können
unter meinem Blick.
Herr,
segne meine Ohren,
dass sie deine Stimme zu erhorchen vermögen,
dass sie hellhörig seien
für die Stimme der Not,
dass sie verschlossen seien
für den Lärm und das Geschwätz,
dass sie das Unbequeme nicht überhören.
Herr,
segne meinen Mund,
dass er dich bezeuge,
dass nichts von ihm ausgehe,
was verletzt und zerstört,
dass er heilende Worte spreche,
dass er Anvertrautes bewahre.
Herr,
segne mein Herz,
dass es Wohnstatt sei Deinem Geist,
dass es Wärme schenken und bergen kann,
dass es reich sei an Verzeihung,
dass es Leiden und Freude teilen kann.
Lass mich DIR verfügbar sein,
mein Gott,
mit allem, was ich habe und bin.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gottesdienst am 10. Sonntag nach Trinitatis, 05.08.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 84

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 05.08.2018 16:13   Titel: Gottesdienst am 10. Sonntag nach Trinitatis, 05.08.2018
Gottesdienst am 10. Sonntag nach Trinitatis
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
05.08.2018
Text: Johannes 4, 19-26

*Orgelvorspiel

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde,
ich heiße Sie und euch alle ganz herzlich willkommen zum Gottesdienst am 10. Sonntag nach Trinitatis. Das Thema unseres Gottesdienstes heute lautet:
Kann man im Aldi fromm werden? Ich wünschen uns allen einen Mut machenden Morgengottesdienst.

*Lied EG 455 Morgenlicht leuchtet

*Eingangspsalm:
Im Wechsel mit der Gemeinde: Psalm 32 EG 717
Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
"So spricht der Herr, dein Erlöser, der Heilige Israels:
Ich bin der Herr, dein Gott, der dich lehrt, was dir hilft,
und dich leitet auf dem Wege, den du gehst.
O daß du auf meine Gebote gemerkt hättest,
so würde dein Friede sein wie ein Wasserstrom
und deine Gerechtigkeit wie Meereswellen."
Mit Israel bitten wir Gott um Erbarmen und rufen:


*Aufforderung zum Lobpreis:
"Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen,
aber meine Gnade soll nicht von dir weichen,
und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen,
spricht der Herr, dein Erbarmer."
Mit Israel danken wir Gott für seine Gnade und singen:

*Kollektengebet:
Lasst uns beten:
Bei dir, Gott, ist Gnade. Deinen Namen hast du Israel offenbart und in deinem Sohn Jesus Christus uns Menschen dein Heil geschenkt.
Wir bitten dich – mit all unserer Schuld: Schenke uns deinen Heiligen Geist, dass wir jetzt dein Wort hören und dich im Geist anbeten. Dir sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit.
G: AMEN

* Schriftlesung: Römer 11, 17-24
17 Wenn aber nun einige von den Zweigen ausgebrochen wurden und du, der du ein wilder Ölzweig warst, in den Ölbaum eingepfropft worden bist und teilbekommen hast an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums,
18 so rühme dich nicht gegenüber den Zweigen. Rühmst du dich aber, so sollst du wissen, dass nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich.
19 Nun sprichst du: Die Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft würde.
20 Ganz recht! Sie wurden ausgebrochen um ihres Unglaubens willen; du aber stehst fest durch den Glauben. Sei nicht stolz, sondern fürchte dich!
21 Hat Gott die natürlichen Zweige nicht verschont, wird er dich doch wohl auch nicht verschonen.
22 Darum sieh die Güte und den Ernst Gottes: den Ernst gegenüber denen, die gefallen sind, die Güte Gottes aber dir gegenüber, sofern du bei seiner Güte bleibst; sonst wirst du auch abgehauen werden.
23 Jene aber, sofern sie nicht im Unglauben bleiben, werden eingepfropft werden; denn Gott kann sie wieder einpfropfen.
24 Denn wenn du aus dem Ölbaum, der von Natur wild war, abgehauen und wider die Natur in den edlen Ölbaum eingepfropft worden bist, wie viel mehr werden die natürlichen Zweige wieder eingepfropft werden in ihren eigenen Ölbaum.

(Selig sind die Gottes Wort hören und bewahren. - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.
* Lied EG 288 Nun jauchzt dem Herren
* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Als Predigttext hören wir auf Worte aus Johannesevangelium Kapitel 4, Verse 19-26

19 Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist.
20 Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten soll.
21 Jesus spricht zu ihr: Glaube mir, Frau, es kommt die Zeit, dass ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.
22 Ihr wisst nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden.
23 Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben.
24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
25 Spricht die Frau zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen.
26 Jesus spricht zu ihr: Ich bin's, der mit dir redet.


Liebe Gemeinde,
I. Wortlos können wir nicht lange leben

Glaube wird nicht wortlos weitergegeben.
Aber manchmal im Leben werden wir wortlos.
Funktionieren nur noch. „Wozu das alles?“, stöhnen unsere Gedanken auf. „Ich kann nicht mehr,“ pflichtet die Seele bei.
Eine Frau schleppt sich den Berg hinauf. Wasser holen.
Wenn wir nur noch funktionieren, funktionieren müssen, wird das Leben unerträglich.
Glaube braucht das Gespräch. Aber wie soll man da hineinfinden?
Glaube entsteht, wo uns Christus anspricht. In evangelischer Tradition ist dieses Gespräch Gottes mit uns sehr stark auf die Predigt konzentriert. Die Predigt ist – wenn wir es mit einem Telefonat vergleichen – sozusagen „Gottes Anruf“. Zum Gespräch wird eine Predigt dann, wenn ich den „Anruf“ entgegennehme. Glaube wächst, wenn ich spüre: Das Gespräch hat etwas mit mir und meinem Leben zu tun.
Jesus lässt sich an einem Brunnen nieder.
Wenn wir Gottes Anruf annehmen. Was da geschieht, geschehen kann: Davon handelt unsere Predigt heute. Ihr Thema ist ein Gespräch, das Jesus mit einer Frau geführt hat.
Glaube entsteht, wenn wir hinter die Oberfläche der alltäglichen Dinge schauen. Glaube entsteht und bleibt lebendig, wenn wir mit Gottes Wort im Ohr hinter die Dinge des Alltags schauen können. Das ist ein Blick, ein Tiefenblick, den wir kaum noch üben.
Aus diesem Blick kommt uns das zu, was in den wortlosen Situationen fehlt:
Geist.
Wahrheit.
Innere Lebendigkeit.

Wenn wir nur noch funktionieren sind wir auf reine Körperlichkeit reduziert. Das kann ein Mensch nicht lange aushalten. Geistlose Existenz ist für uns wie Blumen ohne Wasser.
Wortlos, geistlos können wir nicht lange leben.
Wenn sie so wollen, können sie die heute Predigt auch als kleine Meditationsanleitung für den Alltag verstehen.
II. Begegnung

Wir besuchen einen Ort, den sie bis heute mit Sicherheit in keinerlei Weise mit Glaube und religiösen Themen in Verbindung bringen würden. Danach mag es anders sein.
Im Johannes-Evangelium treffen wir im 4. Kapitel auf die Begegnung zwischen Jesus und einer Frau aus Samarien. Jesus hatte sich ermüdet an einem Brunnen niedergelassen. Eine Frau kommt, Wasser zu schöpfen. Jesus spricht diese Frau, deren Namen wir nicht erfahren, an und bittet sie um Wasser. „Wie, ein Jude fragt eine wie mich wegen Wasser?“. Sie gibt es ihm mit erstauntem Gesicht. „Wasser kann viel bedeuten“, sagt Jesus dann sinngemäß. Und verwickelt sie ein Gespräch über die Symbolkraft von Wasser.

III. Beim ALDI fromm werden?

Ganz im Sinne einer modernen Wagner-Inszenierung verändern wir jetzt die Bühne. Wo würde das Gespräch zwischen Jesus und der Frau, die ja zum Einkaufen gegangen ist, heute stattfinden?
Gehen wir los. Wir betreten einen Discounter. Wir gehen einkaufen. Da wir sparsam sind, aber auf Qualität nicht verzichten wollen und weil wir uns nicht für besser als andere halten, gehen wir zum ALDI.
Vor uns der erste, lange Gang. Menschen eilen an uns vorbei. Wir haben Zeit. Wir bleiben stehen und versuchen einmal, dass, was wir von unserem Glauben wissen, mit dem, was wir sehen, in Verbindung zu bringen. Dazu brauchen wir kein Studium. Uns reichen die Stücke, Bruchstücke, Erinnerungsstücke unseres Glaubens.
Rechts sehen wir das verlockende Angebot: Milka Schokolade mit ganzen Nüssen. De Beukela Kekse. KAFFEE Gebäck. Links beginnt die Reihe mit Schnaps und endet mit Wein. Was wird einem Christenmenschen einfallen? Etwa diese Zeile aus dem Vater-Unser „Und führe mich nicht in Versuchung“.
Was ist Religion für sie, liebe Gemeinde? Ist Glaube für sie mit Warnung, Verbot und Vorschrift verbunden? Erwarten sie von Gottes Anruf klare Vorschriften?
Was spräche dagegen, fiele uns beim Eingang des Discounters dieser Vers ein: …dass der Wein erfreue des Menschen Herz (Psalm 15). Evangelium heißt „frohe Botschaft“. Glaube ist Einladung zum Leben.
Rechts, beim Schokoladenregal könnten wir darüber nachdenken, wie oft wir diese „Seelentröster“ brauchen. Nur sie wissen, wie sie Schokolade essen: Stück für Stück genießend. Mancher stopft sie wahrlich in sich rein.
Wenn unser Jakobsbrunnen-Gespräch beim ALDI stattfinden würde, fragte Jesus vielleicht: Frau, warum kaufst du so viel Schokolade. Und sie würde ihn irritiert anschauen. „Hab ja kaum was, was schön ist.“ Nein, noch ist sie bereitet, tiefer zu gehen mit ihren Gedanken.
Ich habe nun keine platte Konsumkritik vor, die in etwa besagen würde: Bete und du musst keine Schokolade mehr essen… Anders hielte ich es für besser: Ich genieße Schokolade und mach mir ab und zu bewusst, was meinem Leben Süßigkeit gibt. Und wem ich diese Süße im Leben weitergeben könnte. Glaube, und darauf zielt das Gespräch Jesu ab, hebt uns aus der bloßen Existenz heraus.
Unsere Samariterin schiebt ihren Wagen schnell weiter. Fast, als wollte sie flüchten. Am Ende des ersten Ganges stehen die Putzmittel. Da kann er ja wohl nichts dagegen haben, wenn eine Hausfrau Putzmittel kauft.
Sie ahnen es, liebe Gemeinde, natürlich könnten wir nun angesichts der meterlang aufgetürmten Reinigungsmittel über unser Bedürfnis nach Reinheit sprechen.
In der Bibel nimmt Jesus den Wasserkrug in die Hand:
„Warum holst du Wasser“?
„Sollen wir verdursten? Wir trinken es. Wir waschen uns damit“.
„Ist das alles. Lebst du nur, dass du trinkst und dich wäschst?“
„Hat er etwa meine stille Klage gehört: Ich kann nicht mehr?“ Die Frau läuft nicht weg.
Sie lässt sich beim Einkaufen Jesu Frage nach dem Grundsinn ihres Lebens gefallen. Sie läuft nicht davon. Sie ahnt das Tor zur Freiheit, das in dieser Frage liegt. Endlich stellt sie mir jemand. Erste Wassertropfen benetzen den vertrockneten Geist.
So beginnt Glaube. Du musst vor der Frage, warum du lebst, nicht davonlaufen. Das ist die evangelische, die ermutigende Botschaft, die in dieser kleinen Szene von damals liegt. Wenn du dich dieser Frage stellst, wirst du nicht ohne Antwort bleiben.
In unserer Geschichte ist es Jesus, der spricht:
„Es gibt etwas, dass dich wirklich rein macht. Es gibt ein lebendiges Wasser, das deiner Seele guttut. Ein Wasser, das in dir zur Quelle wird und dein Leben in Ordnung bringt.“ In unserer Geschichte, wie Johannes sie erzählt, ist es Gott, der sich der Frau zuwendet. Sie ahnt es. Das ist der Anfang.
Wir könnten nun durch den ganzen Laden laufen. Bei den Konserven mag uns der Gedanke kommen: Was weiß ich eigentlich noch von meinem Glauben? Hatte der Pfarrer damals nicht immer im Konfirmanden-Unterricht gesagt: Wir lernen auf Vorrat? Aber wo ist dieser Vorrat geblieben? Konserven haben ein Verfallsdatum. In Sachen Glauben ist das bei vielen Menschen schon längst überschritten.
Vor der Tiefkühltruhe mag uns der Gedanke kommen: Kann man Leben wirklich einfrieren?
Das Wurst- und Käseregal zur Rechten könnte uns Anlass geben, über unsern Umgang mit den Geschöpfen nachzudenken.

Vor dem Obst- und Gemüsestand – und hier kommen wir der Realität wohl am nächsten – blitzen immer mehr auch tatsächlich ethische Überlegungen in uns auf. „Bio“ soll darauf stehen und natürlich soll es auch „fair“ gehandelt sein und nix kosten.
Kann man beim ALDI fromm werden? Das will ich jetzt nicht ausschließen, liebe Gemeinde.
Nun habe ich den Discounter noch aus einem anderen Grund als Bühne für unsere biblische Szene gewählt. Jesus trägt in dieser Geschichte das Thema „Religion“ sozusagen auf den Markt. Da ist kein Tempel, keine Kirche, kein Gemeindesaal, kein Raum, in dem wir für gewöhnlich unseren Glauben wohnen lassen und ihm Gestalt geben.
„Früher war das hier eine heilige Stätte“, sagt die Frau zwar. Aber Jesus antwortet:
„Es kommt die Zeit, dass ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.“, und er fügt hinzu: „Ihr wisst nicht, was ihr anbetet“.
Sätze, die wir ohne Abstriche in unsere Zeit holen können.
Zeit, sich endlich einmal im Laden umzuschauen.
Wie viel Religionen und Konfessionen sind mit uns gleichzeitig im Laden?
Evangelische, Katholische, Freikirchler, Konfessionslose, Islamis, Buddhisten, Atheisten.
Wir wissen es nicht. Aber immerhin kann man durchaus feststellen:
ALDI führt die Menschen zusammen. Unsere Religionen trennen uns. Das ist kein Vorwurf. Nur ein Denkanstoß. Jesus begegnet diesen Menschen mit Respekt. Er belehrt sie nicht. Er tritt mit ihnen ins Gespräch. Nicht absichtslos. Er will ihre Augen, ihre Sinne, ihr Herz für Gott öffnen. In Liebe. Ohne Herrschsucht. Ohne Bevormundung. In Freiheit.
In unserer Geschichte heißt es: Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
Das kann nur in Freiheit, in Liebe und mit Respekt geschehen. Davon handelt die Begegnung Jesu mit der namenlosen Frau am Jakobsbrunnen beim Einkaufen des Wassers.
Es gelingt, wenn wir Glauben und Leben dort zusammenbringen, wo wir sind. ALDI ist ja nur ein Beispiel für viele Räume, in denen wir uns angewöhnt haben, Religion draußen zu lassen, obwohl sie gegenwärtig ist. Aber wollen wir das sehen?
Es wird Zeit, den Laden wieder zu verlassen. Es ist ja schon ziemlich lange her, dass wir uns vor dem Süßigkeiten-Regal die ersten Fragen haben stellen lassen.
Aber ehe wir hinausgelangen, müssen wir an der Kasse vorbei. Das ist wie beim „Jüngsten Gericht“. Jetzt wird alles offenbar, was wir durch den Lebensmittel-Laden geschoben haben. Stück um Stück dessen, was wir auf das Band legen, erzählt von uns: Was wir brauchen, genießen, verschlingen.
Zur Rechten und Linken teilt man sich auf. Wie beim „Jüngsten Gericht“. Man spekuliert noch, ob man strategisch so günstig steht, dass man die vielleicht bald sich öffnende Kasse vor den anderen erreicht. Allein das sagt viel über uns aus.
Und dann liegt alles auf dem Band. Wird notiert. Festgehalten. Berechnet. Ob das beim Jüngsten Gericht ähnlich sein wird: Alles liegt auf dem Band. Und man kriegt die Rechnung.
Vor einer Weile konnte ich dies an einer Kasse beobachten. Eine sehr junge Frau, deren Kleidung und unsichere Haltung in etwa ihren Seelenzustand ahnen ließen, hatte zu viel eingekauft. Es fehlten ihr gut zwanzig Euro. Kein Kreditinstitut hatte ihr eine Plastikkarte ausstellen wollen. Planlos griff sie einzelne Stücke aus dem Einkaufswagen heraus und legte sie mit hochrotem Kopf auf das Band zurück. Da aber zog der hinter ihr stehende Mann sein Portemonnaie hervor. „Ich zahle das für sie“, sagte er.
Diese einfache Szene sagt mehr aus über das, was Jesus im Jüngsten Gericht für uns tun wird als tausend Seiten kluge Dogmatik.
Glaube entsteht, wenn wir hinter die Oberfläche der alltäglichen Dinge schauen und sie auf diese Weise mit Gottes Wort ins Gespräch bringen.
Das ist ein Blick, ein Tiefenblick, den wir kaum noch üben. Heute wollte ich sie dazu animieren: Nehmen sie einfach irgendetwas, was ihnen wichtig ist in die Hand. Versuchen sie, unter die Oberfläche zu schauen. Es kann sein, dass sie sehr schnell bei ganz wichtigen Lebensthemen ankommen. Das tut dem Geist gut und verhindert, dass wir innerlich austrocknen.
Die Frau, der Jesus begegnet war, hat danach ihr ganzes Dorf bekehrt.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 331, 1-4 Großer Gott wir loben dich


* Fürbittengebet:

Lasst uns beten:
Herr, du hast dir Israel erwählt
und der Welt deinen Sohn Jesus Christus geschenkt.
Du willst Leben und Heil für uns.
Doch das Leben ist bedroht und Unheil herrscht immer wieder.
Darum kommen wir zu dir und bitten dich:
Hilf, Herr, dass Menschen nie wieder Menschen wegen ihrer Religion verfolgen und töten.

Bewahre deine Kirche vor Rechthaberei und Überheblichkeit.
Schenke ihr Menschenfreundlichkeit und Liebe zu den Nächsten.
Bewahre die Politiker vor Ignoranz und Menschenverachtung.
Schenke ihnen einen klaren Kopf und deinen Heiligen Geist.
Bewahre die Wohlhabenden vor Raffgier,
und die Armen schütze in ihrem Elend.
Schenke ihnen, was sie brauchen, um erfüllt leben zu können.

Bewahre uns, Gott, in deinem Heil und in deiner Liebe,
und schenke uns deinen Heiligen Geist,
der uns hilft, miteinander Leben und Glauben zu gestalten.

Wir bitten dich für unseren Täufling Leano und seine Familie, sei du der Weg und segne sie. Du hast den kleinen vor 17 Tagen angenommen und hälst deine schützende Hand über ihm.

In der Stille bringen wir vor dich, was uns persönlich bewegt


Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn Jesus Christus

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 588 Tragt in die Welt nun ein Licht


* Bekanntmachungen:
Die Kollekte für den heutigen Sonntag ist bestimmt, für die Schneller Schulen.
Gott segne Geber und Gabe.


Ich lade ein zu den Schulanfangsgottesdiensten am Dienstag den 07.08.18 um 9.30 Uhr in Spielberg, sowie am Mittwoch, 08.08.18 um 08.30 Uhr in der Kath. Kirche hier in Wächtersbach.

Am kommenden Sonntag, 12.08.2018 feiern wir Gottesdienste:

09.00 Uhr in Weilers
10.00 Uhr in Wächtersbach
18.00 Uhr Wittgenborn.

Als Wochenspruch geleite uns durch die vor uns liegende Woche aus Psalm 33, der 12 Vers.
„Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe gewählt hat“.

*Taufaufgebot:
Am 25.August 2018 taufen wir hier in der Ev. Kirche Wächtersbach Leano Volkmann der am 19.07.2018 das Licht der Welt erblickte. Gott der als Licht der Welt in diese Welt gekommen ist, leuchtet unserem Täufling und seiner Familie. In jedem Kind wird die große liebe Gottes erfahrbar und die Freude die damit verbunden ist. In den Kinderaugen sehen wir das Licht das Jesus Christus verkörpert.
Wir wollen für Leano Volkmann beten:
Lieber Vater, wir bitten dich für unseren Täufling um Schutz und Begleitung auf all seinen Wegen. Lass du Leano viele Fußabdrücke in dieser Welt hinterlassen. Hilf den Eltern Stephanie und Jan, Leano`s Brüdern Julien und Leander und der Patin Meike dass sie Leano im Christlichen Glauben erziehen und ihm Vorbild sind. Lass sein Leben getragen sein von Liebe, Respekt, Achtung, Hoffnung und Glauben.
Dankbar sind wir Herr, für Leano den du angenommen hast und den du liebst. AMEN

* Votum:
Mit uns nehmen wir Gottes Segen
und teilen ihn aus,
wem immer wir begegnen:
Gott allen Trostes und aller Verheißung,
segne uns und behüte uns.
Begleite uns mit deiner Liebe,
die uns trägt und fordert.
Lass dein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig,
denn deine Gnade schafft neues Leben.
Wende dein Angesicht uns zu
und schenke uns Frieden.

* Segen:
So gehet hin im Frieden in die kommende Woche.
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gottesdienste am 8. Sonntag anch Trinitatis, 22.07.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 101

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 22.07.2018 11:09   Titel: Gottesdienste am 8. Sonntag anch Trinitatis, 22.07.2018
Gottesdienste am 8. Sonntag nach Trinitatis
09.15 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
22.07.2018
Text: 1. Kor. 6, 9 - 14. 6,18-20

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

*Lied EG 441, 1-4 Du höchstes Licht

*Eingangspsalm:
Du, Herr, segnest die Gerechten,
du deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.

Herr, höre meine Worte,
merke auf mein Reden!
Vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott;
denn ich will zu dir beten.
Herr, frühe wollest du meine Stimme hören,
frühe will ich mich zu dir wenden und aufmerken.
Denn du bist nicht ein Gott, dem gottloses Wesen gefällt;
wer böse ist, bleibt nicht vor dir.
Die Ruhmredigen bestehen nicht vor deinen Augen;
du bist feind allen Übeltätern.
Du bringst die Lügner um;
dem Herrn sind ein Greuel die Blutgierigen und Falschen.
Ich aber darf in dein Haus gehen durch deine große Güte
und anbeten vor deinem heiligen Tempel in deiner Furcht.
Herr, leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen;
ebne vor mir deinen Weg!
Laß sich freuen alle, die auf dich trauen;
ewiglich laß sie rühmen, denn du beschirmest sie.
Fröhlich laß sein in dir,
die deinen Namen lieben!

Du, Herr, segnest die Gerechten,
du deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.


Kommt lasst uns anbeten:


*Aufforderung zum Bittruf:
Laßt uns um Erbarmen bitten den Herrn,
dessen Barmherzigkeit kein Ende hat,
dessen Güte alle Morgen neu ist,
der den Elenden hört und vom Tode errettet.
Wir rufen um erbarmen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Christus spricht:
"Ich bin das Licht der Welt.
Wer mir nachfolgt,
der wird nicht wandeln in der Finsternis,
sondern wird das Licht des Lebens haben."
Mit allen Christen laßt uns singen:

*Kollektengebet:
Gott, in deinem Licht
wachsen Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit.
Wir bitten dich:
Sende dein Licht in unsere Dunkelheit,
daß unsere Härte der Güte weicht
und die Lüge der Wahrheit,
daß wir dem Leben gerecht werden als Kinder des Lichtes
im Geist unseres Herrn Jesus Christus.
G: AMEN

* Schriftlesung: Mt. 5, 13-16
13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.
14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein.
15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.
16 So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

* Lied EG 166, 1-4 Tut mir auf die schöne Pforte

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Textlesung: 1. Kor. 6, 9 - 14. 6,18-20
Oder wißt ihr nicht, daß die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Laßt euch nicht irreführen! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben. Und solche sind einige von euch gewesen. Aber ihr seid reingewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes. Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber es soll mich nichts gefangennehmen. Die Speise dem Bauch und der Bauch der Speise; aber Gott wird das eine wie das andere zunichte machen. Der Leib aber nicht der Hurerei, sondern dem Herrn, und der Herr dem Leibe. Gott aber hat den Herrn auferweckt und wird auch uns auferwecken durch seine Kraft. Flieht die Hurerei! Alle Sünden, die der Mensch tut, bleiben außerhalb des Leibes; wer aber Hurerei treibt, der sündigt am eigenen Leibe. Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe.

Liebe Gemeinde!
Ein wenig befangen ist man als Prediger dieser Verse schon! Ich hätte ihnen nun wirklich lieber leichter verdauliche Kost vorgesetzt! Und beim besten Willen, uns auch einmal harte Worte gefallen zu lassen, das führt denn doch zu weit: „Knabenschänder, Unzüchtige, Hurerei, Götzendiener, Ehebrecher ..." Wer von uns müsste sich da angesprochen fühlen? Was also sollen wir aus diesen Worten des Paulus mitnehmen in die neue Woche, in unser Leben?
Mich hat mindestens der Schluss dieser Verse zum Nachdenken angeregt und ich glaube, da liegt für uns alle etwas drin - wenn es vielleicht auch nicht so richtig gut ankommen und uns gefallen wird. Ich meine diese zwei Sätze: „Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe."
Als aufgeklärte, moderne Menschen, die wir sind, wissen wir es ja: Man kann Leib und Seele nicht von einander trennen, so als wäre das Leibliche die eine, das Seelische die andere Seite unseres Wesens, unserer menschlichen Natur. Und nicht anders sieht es ja schon die Schöpfungsgeschichte in der Bibel, wenn sie vom Menschen als „einer lebendigen Seele" spricht (Gen. 2,7).
Seltsam ist aber vor diesem Hintergrund, dass wir Christen doch in der Praxis unseres Lebens die Einheit von Leib und Seele immer wieder auseinandernehmen. Und dafür gibt es eine Menge von Beispielen:
Da antwortet eine auf die Frage, wie es ihr denn gehe, so: „Mir geht es seelisch zur Zeit nicht so gut!" Dabei hätte sie ja schon die Frage darauf aufmerksam machen können, dass dem Frager auch an ihrem Äußeren schon aufgefallen war, dass sie nicht so ganz auf der Höhe ist.
Da sprechen wir oft solche oder ähnliche Sätze: „Das tut mir in der Seele weh!" Oder: „Ich will in den Ferien einmal die Seele baumeln lassen." Oder auch: „Körperlich bin ich eigentlich ganz zufrieden, wenn nur die seelischen Belastungen meiner Arbeit nicht wären."
Immer tun wir so, als wären das zwei voneinander unabhängige Bereiche: Der Körper und die Seele. Aber das ist nicht so! Und - wie gesagt - wir wissen das auch: Wenn's innen in der Seele weh tut, dann leidet unser ganzer Mensch! Wenn uns das Herz schwer ist (wie wir das oft ausdrücken), dann gehen wir auch gebeugter als sonst. Die Psyche hat viele - bei den Menschen unterschiedliche - körperliche Reaktionen zur Folge: Die eine bekommt stumpfe, spröde Haare, ein anderer hat schlechte Haut, eine Dritte kriegt „Kreuz"-schmerzen (die wohl nicht umsonst so heißen!), eine Vierte Herzrhythmusstörungen.
Aber es gibt zu dieser Sache noch einen Gedanken, der hat eine ganz enge Beziehung zu uns als religiöse Menschen, als Christinnen und Christen: Wir meinen auch oft und reden entsprechend, dass wir Gott eigentlich nur den Anspruch auf unsere Seele zugestehen müssen: Wenn wir in den Gottesdienst gehen, dann tun wir etwas für die „seelische Erhebung", vielleicht sagen wir auch: für unseren „Geist", aber damit meinen wir dasselbe. Wenn wir die Bibel aufschlagen, erwarten wir gewiss keine Steigerung unseres körperlichen Wohlbefindens. Da suchen wir Hilfe oder eine Antwort, die unser Herz betrifft. Und auch noch das müssen wir ansprechen: Es scheint uns eigentlich auch eher unangenehm, Gott in unseren körperlichen Bereich hineinsehen zu lassen, am Ende gar in unsere Sexualität! Nein, das ist nicht die Einflusszone Gottes! Das ist nicht seine Zuständigkeit!
Die andere Seite ist nun wieder, dass wir es doch sehr wohl spüren, dass eines mit dem anderen ganz eng zu tun hat: Wenn ich aus einem bösen Herzen heraus böse an meinem Mitmenschen handle, dann kann ich Gott doch nicht verweigern, dass er mein Handeln verurteilt. Und ganz sicher wünsche ich mir insgeheim, wenn ich in der Bibel Rat für mein Leben suche, dass auch die Beschwerden meines Körpers positiv beeinflusst werden. (Und das ist ja auch so! Wenn ich in der Heiligen Schrift etwa Trost in meiner Trauer, eine Antwort auf eine quälende Frage oder Vergebung meiner Schuld finde, dann werden sich auch die körperlichen Symptome bessern! Von daher ist es nun eigentlich eher kindisch, wenn wir als Christenmenschen meinen, Gott hätte nur mit unserer Seele zu tun und solle sich aus dem Bereich des „rein Körperlichen" heraushalten - als gäbe es einen solchen Bereich überhaupt.
Jedenfalls hören wir heute dieses Wort Gottes an uns: „Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe." Und vielleicht können sie jetzt doch mit mir sehen, dass dieses Wort wichtig ist und uns sehr wohl einen wesentlichen Anstoß geben kann.
Man spricht in dieser Zeit oft von „ganzheitlicher" Medizin oder Therapie. Dahinter steht eben die Auffassung, dass man den Menschen nicht in zwei Teile aufspalten kann, die wenig oder gar nichts miteinander zu schaffen hätten. Wir sind eine „lebendige Seele"! Wer nur das eine oder das andere bedenkt, bespricht und behandelt, der lässt den Menschen nicht „ganz" und damit nicht unversehrt, der zerteilt ihn, der löst die Einheit auf, aus der wir bestehen, oder besser: die wir sind.
Sprechen wir heute also auch einmal von einer „ganzheitlichen Religiosität". Sagen wir und bekennen wir uns dazu: Wir sind Christinnen und Christen - ganz! - mit Leib und Seele. Vielleicht sollten wir so weit gehen, dass wir von unserer Leibseele reden oder unserem Seelenleib. Denn es ist oft gar nicht möglich, noch zu trennen: hier ist unsere Seele, hier aber unser Leib betroffen. Denken sie doch nur an eine Lüge, die wir aussprechen. Obwohl das doch zuerst mit unserem Gewissen zu tun hat - was wir sicher eher dem „Seelischen" zuordnen würden - werden wir doch momentan auch mit unserer Haltung und unserem Gesicht zeigen, dass wir nicht die Wahrheit sagen. (Von den ganz Abgebrühten spreche ich heute einmal nicht, denn die sind nicht unter uns.)
Was könnte das nun bedeuten, wenn wir uns in Zukunft mehr darum bemühten, Gottes Herrschaft über unseren ganzen Menschen, unser ganzes Leben anzuerkennen? - Mir fallen dazu einige Dinge ein:
Wir hätten z.B. nicht mehr für unsere Laster die Ausflüchte und Entschuldigungen parat, die wir immer gern vorbringen: Das hätte doch nun wirklich nichts mit Gott und unserem Glauben zu tun, wenn wir dem Alkohol zu sehr zusprechen. Oder: Wir könnten doch wohl auch als starke Raucher gute Christen sein und Gott liebte doch sowieso alle Menschen und achte nicht auf diese eher leiblichen, weltlichen Sachen.
Gewiss liebt Gott uns alle, die er uns nach seinem Bild geschaffen hat, sonst hätte er auch das „Experiment Mensch" schon lange - und sicher zu unserem Unheil! - beendet. Andererseits aber ist unser „Leib der Tempel des heiligen Geistes". Oder sagen wir es so: Wir können mit uns als der Einheit von Körper und Seele eben nicht alles machen, was wir wollen. Gott hat uns geschaffen. Er hat ein Recht auf uns. Wir sollen ihm dienen und unseren Mitmenschen. Wenn wir uns also mit Alkohol oder Nikotin selbst schädigen, dann schwächen oder zerstören wir unsere Möglichkeiten zum Dienst Gottes und unserer Nächsten.
Aber ich denke auch an unsere Neigung, Gott sozusagen damit abzuspeisen, dass wir „aber doch alle 14 Tage in die Kirche gehen" oder „am Morgen die Tageslosung lesen" oder „abends in unserem Bett ein Nachtgebet sprechen". Als Einheit von Geist und Körper, als „Seelenleib", der wir sind, hat Gott eben nicht nur Anspruch auf die paar Minuten täglich oder die Stunde alle zwei Wochen, in denen wir uns - wie wir meinen - in einen Bereich begeben, der Gott angeht.
Und noch ein Gedanke kommt mir dazu in den Sinn: Unser Glaube müsste auch über Jesus Christus ganz neu nachdenken und über das, was sein Tod am Kreuz für uns bedeutet: Die Erlösung durch sein Opfer am Kreuz ist doch für uns auch so etwas, das eher in die religiöse Ecke unseres Denkens und unseres Lebens gehört. Vielleicht sagen wir: Es wird von uns dahin verbannt!
Die Vergebung, die aus Jesu Opfer kommt, hat mit dem „Christlichen" zu tun, mit „Kirche" und mit dem „Abendmahl", bei dem sie uns durch den Pfarrer, die Pfarrerin vermittelt wird. Und das alles betrifft eben unsere Seele und damit eine geistliche Zone, die mit dem sonstigen Leben in der Welt nur sehr entfernt zusammenhängt. So meinen wir jedenfalls.
Aber unser Herr Jesus Christus hat uns nicht nur für die Stunden geistlicher Erhebung erlöst. Die Rettung, die am Kreuz für uns geschehen ist, schenkt uns nicht nur hin uns wieder am Tisch des Herrn Vergebung von unserer Schuld. Wir - und eben ganz!- sind „teuer erkauft". Unser ganzer Mensch ist erlöst und für all unsere Zeit und in allen Lebensbereichen, in denen wir uns bewegen: Bei der Arbeit, in der Freizeit, wenn wir froh sind, traurig oder verzweifelt, ob bei Tag oder Nacht, an Werktagen oder am Sonntag, im Büro, der Schule, der Werkstatt oder der Kirche.
„Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe."
Es tut Not und es tut gut, dass wir uns und unseren Glauben überdenken. Wir sind eine lebendige Seele. Körper und Geist sind eine Einheit. Ganz sind wir und gehören unserem Gott. Jesus Christus hat uns am Kreuz frei gemacht von aller Schuld. Wir können eins sein mit uns, mit ihm und unseren Nächsten.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 389 Ein reines Herz

* Fürbittengebet:
Herr, wir bitten um deinen Segen für deine Gemeinde
in allen Teilen der Erde.
Leuchte du selbst in unserem Tun und Lassen,
daß wir mit allen deinen Jüngern
Licht der Welt und Zeugen deiner Liebe werden.

Herr, wir bitten um deinen Segen für die Staaten und ihre Verantwortlichen.
Stärke sie mit Weisheit und Mut,
daß ihren Worten Taten der Gerechtigkeit folgen,
daß sie die Würde des Menschen achten
und zäh und geduldig für den Frieden wirken.

Herr, wir bitten um deinen Segen für die Glücklichen und Erfolgreichen.
Lehre sie in ihrer Leistung deine Gaben erkennen,
daß sie dir danken und sich der Schwächeren annehmen.

Herr, wir bitten um deinen Segen für die Leidenden und die Müden.
Gib ihnen neue Kraft und neue Freude,
daß sie nicht in Neid, Trotz, Verzweiflung ersticken,
sondern in Geduld und Hoffnung ihr Schicksal bestehen.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 588 Tragt in die Welt nun ein Licht

* Bekanntmachungen:
Nur Lohrhaupten:
Aus unserer Gemeinde ist am vergangenen Freitag, 20.07.2018 im Alter von 77 Jahren Siegfried (Siggi) Raupach verstorben. Der Termin zur Beisetzung wird noch bekannt gegeben.

„Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginn der Ewigkeit in Gottes gnädigen Händen“. Amen

Kollekte: Eigene Gemeinde

Wochenspruch: Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Eph. 5, 8.

Nächste Gottesdienste

Sonntag, 29. Juli 2018 Lektorin Srocke

9:15 Uhr Kirchweih – Gottesdienst in Lettgenbrunn


Kein Gottesdienst in Lohrhaupten!!


Nächster Gottesdienst in Lohrhaupten

05.08.2018 um 10:30 Uhr

* Votum:
Mit uns nehmen wir Gottes Segen und teilen ihn aus, wem immer wir begegnen:
Gott allen Trostes und aller Verheißung, segne uns und behüte uns.
Begleite uns mit deiner Liebe, die uns trägt und fordert.
Lass dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,
denn deine Gnade schafft neues Leben.
Wende dein Angesicht uns zu und schenke uns Frieden.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.
 
Seite 1 von 4 Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4  Weiter
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde


Willkommen auf der Seite von Prädikant Wagner letztes Thema RSS feed 
Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Dein eigenes kostenloses Forum
phpbb template by zig zag web design
© 2005 Copyright zig zag web design. All rights reserved.


Kostenloses Forum mit Portal, Shoutbox, Album Galerie, Smilies, Styles, Cash » kostenloses phpbb forum

© 2007-2009 phpBB 6 & Gooof.de, ein Kostenloses Forum mit unvorstellbaren Möglichkeiten. kostenloses phpbb forum

Forum-Tools: Impressum - Datenschutzerklärung - Sitemap - Archiv - Portal - Smilie Album
Links: Webtools : Support : Kostenloses Forum : Free Forum : phpBB3 : Gratis-Board : Entdecken web tracker