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  Thema: Eiserne Hochzeit Bartel, 11.06.2019
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 11.06.2019 21:04   Titel: Eiserne Hochzeit Bartel, 11.06.2019
Eiserne Hochzeit
der Eheleute Tilly und Christian Bartel
11.06.2019
19.00 Uhr Gaststätte Grüner Stern Ilnhausen
Text: Offenbarung des Johannes 2, 10


Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat,
der Wort und Treue hält und der nicht
fahren lässt das Werk seiner gnädigen Hände. AMEN

Liebe Tilly, lieber Christian, das ich heute hier bin hat eure Tochter Bettina eingefädelt. Heute feiern ihr euer Eisernes Hochzeitsjubiläum, wir wollen mit Gott, eurer Familie, den Angehörigen und mit euren Freunden diesen Besonderen Tag feiern. In unserer schnelllebigen Zeit ist es schon etwas Besonderes, wenn ein Paar ein Ehejubiläum feiert, 65 Jahre seid ihr zwei nun als verheiratetes Paar unterwegs, durch Höhen und Tiefen hindurch. Ich freue mich, dass ich diesen Tag mit euch gemeinsam begehen darf und es war selbstverständlich dass ich heute hier her komme.

*Eingangspsalm:
Der HERR ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße
um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir
folgen mein Leben lang, und ich werde
bleiben im Hause des HERRN immerdar.

*Gebet:
Herr Jesus Christus, in dir begegnen wir dem guten und treuen Gott. Voll Vertrauen bitten wir dich für die Eheleute Tilly und Christian, die sich vor 65. Jahren das Jawort gegeben haben.
• Für Tilly und Christian, die voll Dankbarkeit auf 65. Jahre schauen, in denen sie in Liebe einander verbunden sind: dass sie noch viele Jahre füreinander ein Segen sind!
• Für ihre Kinder, für die Enkel und Urenkel bitten wir dich Herr, lass sie Zeugen der Gemeinschaft und des Zusammenhaltes sein. Von Tilly und Christan können die nachfolgenden Generationen lernen, dass es geht, dass Mann und Frau so lange gemeinsam durch das Leben gehen.

Voter im Himmel, in deiner Hand stehen wir alle verzeichnet. Wir bitten dich: Sei Tilly und Christian, die heute ihre Eiserne Hochzeit feiern, weiterhin nahe! Und gib uns allen die Kraft, einander beizustehen! Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN

* Lied EG 316, 1 Lobe den Herren

* Ansprache:
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Textlesung: Offenbarung des Johannes 2, 10

Liebe Tilly, lieber Christian, liebe Festgemeinde.

Wer sich aufmacht, so wie ihr beide, Tilly und Christian, der überlegt, wo er lang gehen will im Leben. Der macht sich Gedanken um die Richtung, um das Ziel. Dieser Tag heute, die Feier eurer eisernen Hochzeit, lässt zurückschauen und lässt gleichzeitig den Blick in die vor euch liegende Zukunft schweifen. Christian ist aus Lichenroth und Tilly aus Oberreichenbach. Am 05. Juni1954 habt ihr geheiratet, weil nachwuchs unterwegs war. Ihr habt vier wunderbaren Kindern das Leben geschenkt und das in Zeiten wo es nicht einfach war. Euer Leben bestand aus Arbeit und das Rund um die Uhr. Christian als Maurer unterwegs und Tilly zog die Kinder auf und managte das Familienunternehmen „Die Bergwirts Tilly“ und das über 40 Jahre lang. Immer fremde Leute im Haus, dauernd da sein für andere. Und dann als Köchin nebenbei noch gearbeitet. Wenn ein Paar wir ihr so viel getragen und ertragen habt in guten und in bösen Tagen, kann ich nur voller Bewunderung sagen, ihr seid ein Vorbild für dass was Liebe und Leben, Alltag und Gewohnheit immer wieder trägt und dann ein solches Jubiläum gefeiert werden kann.
Als Spruch für euer Ehejubiläum habe ich euch einen Vers aus der Offenbarung des Johannes Kapitel 2, Vers 10 ausgesucht:
„Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“.
Ich finde das ist ein wunderbarer Vers. Die Kraft eurer Bindung ist jetzt zu spüren. Nach 65 Jahren sehe ich in euren beiden Augen immer noch so ein funkeln. Und auch feucht sind die Augen.
Eure Liebe ist euch vom Himmel gegeben worden und diese Liebe wird noch immer vom Vater im Himmel getragen. Ihr ward und ihr seid euch treu geblieben und das wollt ihr auch bis zu eurem letzten Atemzug. So viele Junge Paare hätte ich heute Abend gerne hier dabei, damit sie sehen und hören wie es geht einen so langen Weg gemeinsam zu gehen. Ohne den Glauben kann eine Liebe nicht wachsen und reifen. Heutzutage ist es schon ein großes Geschenk, wenn man auf ein Ehejubiläum zurückschauen kann. Bei all den Dingen die das miteinander schwer machen, habt ihr es aber geschafft euer „Ja“ zueinander bis heute gemeinsam zu leben.
Was den Rückblick angeht, so habe ich von einem Engechen einiges erfahren und weiß, dass ihr viel Grund zur Dankbarkeit und zur Zufriedenheit habt:
- Eure Ehe hatte Bestand und ist bis heute von Liebe und Respekt getragen, gegen viele Höhen und Tiefen die ein Leben so bereitet hat, aber eure Liebe hat gesiegt. Auch wenn der Alltag Einzug erhalten hat, achtet ihr beide aufeinander und seid füreinander da. In guten und in schweren Tagen.
- die Gemeinschaft eurer Kinder, der ganzen Familie ist euch sehr wichtig. Dankbar seid ihr für die schönen Momente mit den Enkeln und Urenkel die ihr liebt.
- das Miteinander als Ehepaar habt ihr gemeistert. Auch die ein oder andere Sinnkrise die ihr beide sicherlich schon hatten, haben euch als Paar getragen und gelebt und ihr habt euch und eure Liebe nicht aufgegeben, sondern habt den Weg der Liebe nicht aus den Augen verloren. Gemeinsam seid ihr, Tilly und Christian stark.
- Zu der Dankbarkeit kann deshalb auch der Stolz auf das Geleistete kommen. Ihr beide habt für eure Liebe gekämpft und den Kampf gewonnen. Ihr habt euch ein schönes Zuhause geschaffen und leben mit denen die euch wichtig sind zusammen.
Das was ihr beide bis heute erreicht habt auf eurem gemeinsamen Weg war nicht immer leicht. Aber ihr habt es geschafft. Da können sich so mansche Paare eine Scheibe abschneiden. Ihr ziehe meinen Hut vor Menschen die durch alle Höhen und Tiefen hindurch nie vergessen, dass ein Band, das Band der Liebe immer zwischen euch steht. Wohin der Weg geht ist ungewiss, aber im Vertrauen auf Gott, auf seine Liebe und auf seinen Schutz auf dem Weg seid ihr nicht alleine, Tilly und Christian. Er ist euer Wegbegleiter, er, euer Gott.

So wünsche ich euch beiden das eure Liebe zueinander niemals aufhört, dass sie auch in den nächsten Jahren getragen wird von dem Vers den ich über eure Eisern Hochzeit gestellt habe.

„Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“.

Gottes Segen begleite, behüte und beschützte euch, er gebe euch Kraft und Halt, vertrauen und noch viele schöne Jahre im Kreise eurer Lieben.
AMEN

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 316, 2 Lobe den Herren

*Trauerneuerung und Versprechen:
Liebe Tilly, lieber Christian, ich darf euch bitten zu mir zu kommen.

Gott hat euch euren Weg als Paar gesegnet, er war euer Wegbegleiter und dass soll er auch in Zukunft sein.

Vor 65 Jahren habt Ihr, versprochen, einander zu lieben, zu achten und zu ehren, in guten und in schlechten Tagen, in Gesundheit und Krankheit, so lange euch eure liebe trägt. Das habt ihr gehalten. So segne ich euch heute:

Segen frei

* Fürbittengebet:

Von dir, Gott, kommt alles Gute, so lass uns vor dir erinnern,
was du uns geschenkt hast, dass wir Tillys und Christians Liebe erlebten, dass uns Verzeihung widerfuhr, dass wir uns miteinander freuten, dass wir miteinander lachten.
Gott der Allmächtige hat euren Weg vor 65 Jahren zusammengeführt.

Lasst uns Bitten, dass Tilly und Christian glücklich bleiben.
Er hat Ihnen den Weg gezeigt, miteinander zu gehen, zusammen zu fühlen, zu denken, und in guter Ehe zu leben.

Es war ein langer Weg, voll gegenseitigem Vertrauen, mit viel Freude, wohl aber auch mit Entbehrungen, Mühe und Arbeit. Auch die ein oder andere Erkrankung kreuzte euren Weg.
Lasst uns bitten, für "Alle" die Tilly und Christian wohlwollend begleitet haben, die Kinder, Enkel und Urenkel, die ganze Familie und die Freunde.

Für alle die Ihnen Halt, Unterstützung und Freundschaft geben. Dass sie gute Freunde haben mit denen Sie über vieles und geradeaus reden können, dass sie Abstand halten, wenn nur Zweisamkeit gewünscht wird, dass Sie aber da sind wenn Sie gebraucht werden.

Der Herr versöhne Euch, denn das Leben bringt immer auch Enttäuschungen mit sich, trotz allem guten Willen, er möge zum Besten wenden was nicht zu ändern ist.
Er gebe Euch ein großes Maß an Zuversicht für eure weiteren Lebensjahre. Er schenke Euch Gesundheit.


Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Votum:
Fasst euch an den Händen zur linken und zur rechten und jetzt spürt ihr es……………

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Taufgottesdienst am Pfingsmointag, 10.06.2019
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 10.06.2019 17:12   Titel: Taufgottesdienst am Pfingsmointag, 10.06.2019
Taufgottesdienst am Pfingstmontag
10.30 Uhr Ev. Johanneskirche Lettgenbrunn
mit Taufe von Maila Brill
10.06.2019
Text: 1. Korinther 13, 13

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
AMEN. Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat. AMEN

Liebe Gemeinde,
ich begrüße Sie und Euch alle ganz herzlich zum Taufgottesdienst heute am Pfingstmontag hier in der Johanneskirche Lettgenbrunn.
Heute taufen wir Maila, die ich ganz herzlich begrüße mit ihren Eltern, Doreen und Dirk, der Paten Karolin und Dennis, den Großeltern, den Verwanden und den Freunde. Ich wünsche uns allen einen mutmachenden Taufgottesdienst

*Lied EG + 60 Vergiss es nie

Eingangspsalm:
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Gott du kennst mich. Du achtest auf mich Herr.
Nie gibst du mich verloren.
Ich sitze oder stehe, ich liege oder gehe,
du hältst deine Hand über mir.

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Alle meine Wege sind dir bekannt, alles was ich denke und sage. Du kennst es. Mein ganzes Leben liegt offen wie ein Buch vor dir.
Wenn ich in Schwierigkeiten bin, willst du mich begleiten.
Wenn ich nicht aus noch ein weiß und mich am liebsten
Verstecken möchte, so bleibt dir meine Not nicht verborgen.

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Du achtest auch mich.
Du gibst mich nicht verloren.
(Nach Psalm 139)

Kommt lasst uns anbeten:

*Taufe:

Gebet:
Herr Jesus Christus, heute bringen wir dir Maila um ihr das Sakrament der Taufe zu spenden. Wir nehmen sie heute in die Gemeinschaft und in die Nachfolge Jesu Christi auf. An viele Dinge denken wir heute zurück. An den Moment der Geburt von Maila. An die vielen schlaflosen Nächte, an die ersten Tage und Stunden.
So vieles bewegt uns heute Morgen hier in Lettgenbrunn. Positives und negatives. Wir wissen aber dass wir alles in deine gnädige Hand legen dürfen und das Maila geborgen ist in deinem Schutz.
Herr, wir wissen, wie viel Zuwendung, wie viel Liebe Maila braucht, damit sie voller Vertrauen aufwachsen kann. Doch wir wissen auch, Herr, dass unsere Liebe begrenzt ist, zeitlich und räumlich, aber auch in ihrer Kraft und Tiefe.
So werden auch Stunden und Tage kommen, wo Maila unsere Liebe entbehren muss, wo wir ihrem Herzen ferne sind.

Herr Jesus Christus, lass Maila immer dann, wenn wir ihr nicht nahe sein können, die Wahrheit deiner Verheißung erfahren, die auch heute über ihrer Taufe ausgesprochen wird:
"Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende".
AMEN

Solo Sängerin

Lesung Markusevangelium:
Gottes Liebe gilt jedem Menschen von Anfang an, selbst wenn ein Mensch noch gar nichts von Gott weiß, noch gar nichts wissen kann. Deshalb taufen wir auch schon kleine Kinder. Und wir denken dabei an eine Geschichte, die uns im Markus-Evangelium erzählt wird:
Einmal brachten Leute Kinder zu Jesus. Er sollte sie segnen. Aber die Jünger wiesen sie zurück. Als Jesus das merkte, wurde er zornig und sagte zu ihnen: „Lasst die Kinder doch zu mir kommen und hindert sie nicht daran. Denn für Menschen wie sie, ist Gottes Türe weit offen. Und ich sage euch: Wer sich Gott gegenüber nicht wie ein Kind öffnet, der wird nie einen Zugang zu Gott finden.“ Dann nahm er die Kinder in die Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.

Lasst uns gemeinsam unseren christlichen Glauben bekennen:

Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Solo Sängerin

Lesung Mt 28, 18-20:
Hört den Tauf- und Missionsbefehl Jesu am Ende des Matthäusevangeliums:

Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Taufversprechen der Eltern und Paten:
Uns sind Kinder anvertraut. Euch Doreen und Dirk vor allem als Eltern und euch Karolin und Dennis als Paten. Es ist gut, dass Maila Menschen haben wird, die für sie Verantwortung tragen, auf die sie sich verlassen kann. Wir sind auch dafür da, dass Maila erfährt, dass sie zur Familie Gottes gehören soll, dass sie eingeladen ist zu einem Leben mit Gott und in seiner Gemeinde. Daher frage ich Euch Doreen und Dirk und euch die Paten Karolin und Dennis: Möchtet Ihr, dass Maila getauft wird auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, Möchtet Ihr sie begleiten auf ihren Wegen in diese Welt hinein? Möchtet Ihr ihr helfen, einen eigenen Weg ins Leben zu finden und auch dann zu ihr stehen, wenn dieser Weg anders aussieht, als Ihr ihn Euch vorstellt? Möchtet Ihr Eurem Kind und Patenkind die Möglichkeiten geben, von Jesus Christus zu erfahren, in dem Gottes Liebe ein menschliches Gesicht bekommen hat, weil diese Liebe auch ihr gilt und sie als Kind Gottes leben soll?

So antwortet: Ja, dazu sind wir bereit mit Gottes Hilfe!

Verlesen des Taufspruchs:
Maila, über Dir wird in der Taufe diese Verheißung ausgesprochen: Dein Taufspruch lautet:
Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, aber die Liebe ist die größte unter ihnen. (1. Korinther 13, 13)

Taufe:
Im Namen dessen, der uns bei unserem Namen ruft,
(etwas Wasser ins Taufbecken füllen)
im Namen dessen, zu dem Gott bei seiner Taufe sprach: »An dir habe ich Wohlgefallen!«,
(weiteres Füllen des Taufbeckens mit Wasser)
im Namen dessen, der in der Taufe gegenwärtig ist und Gemein-schaft wirkt –,
(noch einmal Wasser ins Taufbecken gießen)
im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Taufe Maila:
Als Zeichen dafür, dass Gott dieses Kind ganz persönlich ruft, nennen Sie als Pate den Namen des Kindes.
Pate:
Maila

Maila, ich taufe dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Gott Vater Sohn und heiliger Geist gebe dir seinen Gnade, Schutz und Schirm vor allem Argen, stärke und Hilfe zu allem guten, das du bewart wirst zum ewigen Leben,
Friede sei mit dir (+).
AMEN.

Taufsegen:
Noch ehe deine Füße eigene Schritte tun, weiß Gott den Weg für dich Maila und führt dich deine Pfade. Noch ehe deine Lippen die ersten Worte sprechen, ist Sein Wort über dir, und sagt: Du bist mein geleibtes Kind. Noch ehe das Leben dich fordernd empfängt, weiß Er sich gefordert, deine Hilfe zu sein. Mögest du auf all deinen Wegen beschützt und bewahrt sein. Der Wind stärke dir den Rücken. Die Sonne erwärme dein Gesicht. Der Regen erfrische dein Leben. Alle Orte sollen dir Heimat werden. Alle deine Wege mögen zu guten Zielen führen meine liebe Maila. Das wünsche ich dir im Namen Gottes des Vater und des Sohnes und des heiligen Geistes: AMEN

Anzünden der Taufkerzen von Maila:
Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Die Taufkerze brennt heute bei der Taufe unserem Täuflinge und soll sie immer daran erinnern, dass mit der Taufe ihr das Licht des Lebens versprochen wird.
Damit wir die Kerzen alle noch sehen, bitte ich sie, sie auf den Altar zu stellen.

Segen für die Eltern und Paten:
- Gott segne euch die Eltern Doreen und Dirk. Er hat euch dieses Kind geschenkt. Er helfe euch, ihm zu zeigen, Gott und die Menschen zu lieben.
Gott segne euch die Paten Karolin und Dennis, ihr habt eine große Verantwortung übernommen. Er helfe euch, diese Aufgabe des Patentamtes zu erfüllen.
- Gott segne uns alle. Er helfe uns, dass wir sein Wort in der Gemeinde hören und nach seiner Liebe leben. Amen.

* Lied EG 577 Kind du bist uns anvertraut

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
„Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen“. AMEN.

Liebe Maila, liebe Doreen, lieber Dirk, liebe Taufgemeinde,

Wer hat gesagt das, dass Leben einfach ist? Niemand, das wisst ihr beide sehr gut Doreen und Dirk. Plötzlich schreit Maila ohne, dass es dafür einen Grund gibt. Dann überlegt man, was hat sie denn nur. So wie auch bei unserem Taufgespräch. Erst war alles gut und sie albert und witzelt und plötzlich weint sie. Mag sie die Klamotten nicht? Weil sie vielleicht zahnt? Hat sie Hunger, obwohl es noch keine Stunde her ist das sie gegessen hat? Nachts dann alles zwei Stunden ist sie da und die Nächte werden zur Qual. Ja so ist das mit einem Kind. Aber wenn man sie dann in den Armen hält, so wie ich am Abend des Taufgespräches spürt man wie einzigartig und wie wunderbar Leben ist. Ihr habt eine so wunderbare Tochter, die laut Aussage ihres Papas Dirk, eine Pupskönigin ist. Euch beide zu beobachten ist wunderschön. In eueren Augen sieht man die Liebe zu Maila und die tiefe Verbundenheit ist spürbar.

Es gibt wunderschöne Worte, die ausdrücken, was viele von uns beim Anblick eines kleinen Kindes bewegt.
»Du bist zur Welt gekommen, Maila.
Einmalig, mit einem unverwechselbaren Äußeren,
einem Wesen, das nur du hast.
Wir schauen dich an und wissen,
dass wir vor einem Geheimnis stehen,
vor dem Geschenk deines Lebens.
Dafür empfinden wir tiefe Dankbarkeit,
und wie vor deiner Geburt spüren wir jetzt,
dass wir das Eigentliche deines Lebens nicht in Händen halten.

Ja, einmalig und unverwechselbar ist Maila. Maila ist in 5 Tagen
8 Monate jung und hat das ganze Leben noch vor sich.
(Zollstock hochheben)

Wachsen
Ich habe Maila einen Zollstock mitgebracht.
In vielen Kinderzimmern gibt es Meßlatten, an denen man eintragen kann, wie groß ein Kind ist.
Kleine Kinder finden es immer wieder spannend zu schauen, wie viel sie wieder in welchem Zeitraum gewachsen sind.

Seit Maila auf der Welt ist, wird sie größer, manchmal nicht wirklich wahrnehmbar. Dann sieht man es erst an den Kleidern, die plötzlich in der Waschmaschine geschrumpft zu sein scheinen. Wachsen, das Größer werden von Maila, dass geht so schnell und dann fragt man sich, wo bleibt die Zeit.
Doreen und Dirk werden auch in der Zukunft immer erleben, wie Maila größer und größer wird.
In den ersten Lebensjahren eines Kindes gibt es unterschiedliche Wachstumsschübe. Von einem Tag auf den anderen lernen Babies und Kleinkinder ganz viel. So viel wie der Mensch in den ersten Lebensjahren wächst, sich weiterentwickelt und lernt – so viel lernt er in seinem ganzen Leben nicht mehr in so kurzer Zeit.
Hannah ist schon nicht mehr ganz klein aber sie wird immer noch ein Stückchen größer, sie wird immer mehr lernen und verstehen, immer ein bisschen selbständiger wird Maila werden.
Später geht sie in den Kindergarten, dann in die Schule und danach kommen die vielen eigenen Wege.
In den ersten Lebensjahren wächst ein Mensch in vielerlei Hinsicht. Wenn unserer Kinder dann auf eigenen Füßen stehen und ihr eigenes Leben führen, dann sind sie erwachsen.

Viele Markierungen könnt ihr im Laufe der Zeit bei dem Zollstock von Maila machen.

Heute mit der Taufe von Maila beginnt der Weg des Glaubens für dieses Kind. Denn in der Taufe sagt Gott ganz klar „ja“ zu ihr: Du bist mein geleibtes Kind, du gehörst zu mir.
Um in den Glauben hineinzuwachsen braucht Maila ihre Eltern und die Paten, ihre Großeltern, Verwandte und Freunde, die ihnen von Gott erzählen. Da bin ich mir sicher das Oma Inge das vorbildlich tun wird. In die Fußstapfen von Jesus zu treten und den Weg in ein Leben als Christ zu gehen, ist ein Wachstumsprozess den Maila nicht ohne die Hilfe der Erwachsenen schafft.
Denn nur wenn der Weg des Glaubens für Maila weitergeht, wenn sie den Glauben in ihrem Alltag mit den Menschen, die sie lieben erlebt, kann sie im Glauben wachsen.
Der Glaube lebt von der Gemeinschaft, die wir miteinander teilen.
Dort, wo Menschen zusammen sind und über Gott nachdenken, ihm einen Platz in ihrem Leben geben, da wächst unser Glaube.
Das kann im Gottesdienst geschehen oder zu Hause beim gemeinsamen Gebet oder aber in der Natur, wo wir Gottes Schöpfung ganz unmittelbar erleben.
Wie groß unser Glaube ist, lässt sich nicht messen.
Auch der Glaube von Maila wird, wenn sie größer ist, nicht mit einer Markierung an ihrem Zollstock festzumachen sein.

Liebe Gemeinde,
Taufsprüche können helfen im Glauben zu wachsen!
Der Taufspruch, den Doreen und Dirk, für Maila ausgesucht haben, soll helfen dass Maila, im Glauben wachsen kann.
Im 1. Brief an die Korinther im 13. Kapitel heißt es im Vers 13
„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen“. (1. Kor. 13, 13)

Im Glauben zu wachsen bedeutet auch, nie die Hoffnung aufzugeben, am Glauben festzuhalten und die Liebe niemals aus den Augen zu verlieren.
Denn eines ist doch ganz klar, ohne Glauben gibt es keine Hoffnung, ohne die Hoffnung keinen Glauben, aber ohne die Liebe gibt es keinen Glauben und keine Hoffnung.
Wir haben so viel Liebe in uns, dass wir sie uneingeschränkt 365 Tage im Jahr rund um die Uhr weitergeben können. Ohne die Liebe wäre unser Leben nicht möglich. Ohne Liebe könnte Maila nicht behütet und zufrieden aufwachsen. Ohne die Liebe von Doreen und Dirk wäre Maila nicht auf dieser Welt.
Wenn es uns gelingt unsere Kinder zu Menschen zu erziehen, die am Glauben, an der Hoffnung und an der liebe festhalten, dann kann damit das Reich Gottes hier auf unserer Erde wachsen. Die Erfahrungen von Hass, Gewalt, Leid und Trauer können überwunden werden mit dem gelebten Glauben an die Liebe Gottes, die für uns in Jesus Christus Mensch geworden ist.

Dieser wunderschöne Vers soll über Mailas Leben stehen und ihr immer ein Wegweiser sein. Glaube, Hoffe und Liebe.
Möge Maila in ihrem Leben immer wieder erfahren, dass Gott sie liebt, mögen sie Menschen zur Seite haben, die sie auf dem Weg des Glaubens, auf dem Weg der Hoffnung und auf dem Weg der Liebe begleiten und stärken.

Möge Gott uns allen immer wieder den Mut und die Kraft schenkt, uns für sein Wort zu öffnen und im Glauben die Hoffnung und die Liebe zu sehen. Amen.

-Kanzelsegen:
„Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN“.

*Lied EG 206, 1-3 Liebster Jesu wir sind hier

* Ring und Trauversprechend er Großeltern Inge & Ralf Brill

Ihr beide Inge und Ralf seid schon viele Jahre gemeinsam auf dem Weg eurer Ehe, eurer Partnerschaft, eurer Liebe. Ihr musstet schon viele Wege gehen. Wege die mit Freude versehen waren, aber auch Wege der Krisen und des Leides.
Über euren heutigen Ringsegnungstag stelle ich den dritten Vers aus Jeremia 31, dort heißtes:
„Der Herr ist mir erschienen von ferne. Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte“.
Was auch immer kommt, geht immer aufeinander zu und ein jeder von euch gebe ab und zu. Nur gemeinsam ist Leben und Liebe möglich. Nur wenn beide bereit sind Wege aufeinander zu zu gehen ist Liebe auch nach so vielen Jahren noch getragen von Achtung und Respekt. Nie aufzuhören nach dem anderen zu fragen und aufeinander acht zu geben. Dazu gebe Gott euch seinen Geist und seine Kraft. AMEN

Ringwechsel:
Ein Ring ist rund,
er hat keinen Anfang und kein Ende.
Deshalb ist er ein altes Symbol
für die Liebe Gottes,
die das Leben rund werden lässt
und kein Ende findet.

Tragt auch in Zukunft Eure Ringe
Mit den eingefügten Namen
Zum Zeichen, dass auch Eure Liebe
alle Grenzen überwindet
und Euch immer wieder verbindet,
bis Gott Euch zu sich ruft.

Gebet zum Trausegen:
(Zum Segen reicht euch nun die [rechte] Hand.)
Barmherziger Gott, siehe gnädig auf diese Eheleute.
Lass sie unter deinem Schutz ihr Leben führen, in der Liebe wachsen und in guten und bösen Tagen beieinander die Treue halten. Dein Segen sei und bleibe bei ih¬nen. Wir bitten dich durch Jesus Christus, unseren Herrn. AMEN

Trausegen (stehend):
GOTT, Vater, Sohn und Heiliger Geist segne eure Ehe. Er erleuchte euch durch sein Wort und erfülle euch mit seiner Gnade, dass ihr bleibt in seiner Gemeinde und das ewige Le¬ben erlangt.

* Lied EG 209, 1+2 Ich möchte das einer mit mir geht.

* Fürbittengebet:
Thomas
Uns allen sind als Eltern und Großeltern, als Paten und Freunden dieses Kind anvertraut. In dieser Verantwortung beten wir zu dir, Herr.

Dass wir uns immer genügend Zeit für Maila nehmen, damit sie nicht ohne unsere Hilfe und Fürsorge in dieser Welt leben müssen.

Karolin
Hilf uns Herr, dass wir als Erwachsene wenn wir Fehler machen sie auch zugeben und dass wir unsere Schwächen eingestehen, damit Maila fähig wird zur Wahrheit und zur Liebe und zum gegenseitigen Respekt. Schenke den Eltern die Kraft ihr in Liebe und Achtung zu begegnen, auch wenn einmal dunkle Wolken über ihr Leben hinweg ziehen.

Thomas
Liebender Vater, wir bitten dich lass uns darauf achten das wir Maila den Raum schenken, den sie braucht um ihre Fähigkeiten und Talente ausleben zu können. Lass sie zu einer Persönlichkeit heranwachsen.

Karolin
Wir bitten dich für Inge und Ralf, dass sie auch weiterhin den Weg ihrer Ehe, ihrer Liebe und Partnerschaft in Achtung und Respekt gemeinsam gehen. Schenke ihnen Freude und Glück in ihrem weiteren Leben und sei du auf dem Weg der Wegweiser.

Thomas
Wir danken dir, dass du Maila mit Namen gerufen
und in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen hast.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 590 Komm Herr segne uns

* Bekanntmachungen:
Wochenspruch: Es soll nicht durch Herr oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. Sach. 4, 6 b

Kollekte: Eigene Gemeinde

Nächster Gottesdienst in Lettgenbrunn
ist am 16. Juni 2019 mit Lektor Bender um 9:15 Uhr

* Votum:
Der GOTT der Liebe, der uns seine Gnade zugewandt hat,
festige in uns die Liebe zu unseren Schwestern und Brüdern, zu Freundinnen und Freunden.
Herr, segne meine Hände, dass sie behutsam seien,
dass sie halten können, ohne zur Fessel zu werden,
dass sie geben können ohne Berechnung,
dass ihnen innewohne die Kraft, zu segnen
und zu trösten.

Herr, segne meine Augen, dass sie Bedürftigkeit wahrnehmen,
dass sie das Unscheinbare nicht übersehen, dass sie hindurchschauen durch das Vordergründige, dass andere sich Wohlfühlen können unter meinem Blick.

Herr, segne meine Ohren, dass sie deine Stimme zu erhorchen vermögen, dass sie hellhörig seien für die Stimme der Not,
dass sie verschlossen seien für den Lärm und das Geschwätz,
dass sie das Unbequeme nicht überhören.

Herr, segne meinen Mund, dass er dich bezeuge, dass nichts von ihm ausgehe, was verletzt und zerstört, dass er heilende Worte spreche, dass er Anvertrautes bewahre.

Herr, segne mein Herz, dass es Wohnstatt sei Deinem Geist,
dass es Wärme schenken und bergen kann, dass es reich sei an Verzeihung, dass es Leiden und Freude teilen kann.
Lass mich DIR verfügbar sein, mein Gott, mit allem, was ich habe und bin.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe ein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.
  Thema: Pfingstgottesdienst mit Abendmahl am 09.06.2019
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 09.06.2019 19:00   Titel: Pfingstgottesdienst mit Abendmahl am 09.06.2019
Pfingstgottesdienst mit Abendmahl
am 09. Juni 2019
10.30 Uhr Ev. Kirche Kempfenbrunn
Text: Apostelgeschichte 2, 1-13
[/align]

Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Herzlich willkommen zum Pfingstgottesdienst. Wir wollen heute das Abendmahl feiern. Das Thema heute lautet: Sind wir alle Voll des Weines?

Lied EG 134, 1-3+6 Komm o komm du Geist des Lebens

Eingangspsalm:
Dies ist der Tag, den der Herr macht;
laßt uns freuen und fröhlich an ihm sein.
O Herr, hilf!
O Herr, laß wohlgelingen!
Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!
Wir segnen euch, die ihr vom Hause des Herrn seid.
Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet.
Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!
Du bist mein Gott, und ich danke dir;
mein Gott, ich will dich preisen.
Danket dem Herrn; denn er ist freundlich,
und seine Güte währet ewiglich.

Dies ist der Tag, den der Herr macht;
laßt uns freuen und fröhlich an ihm sein.
Ps 118,24; 25-29
(Kommt, lasst uns anbeten:)

Aufforderung zum Bittruf:
Gott hat uns seinen Geist gegeben,
den Geist der Hoffnung und der Geduld,
den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
Wir bekennen, dass wir ihn verleugnen
durch Ungeduld und Verzagtheit,
durch Streitsucht und Unverstand.
Wir bitten Gott um Erbarmen:


Aufforderung zum Lobpreis:
So spricht Gott:
"Ich will euch ein neues Herz
und einen neuen Geist in euch geben.
Ich will meinen Geist in euch geben
und Leute aus euch machen,
die in meinen Geboten wandeln
und meine Rechte halten und danach tun."
Dankt ihm, freut euch an seiner Barmherzigkeit:

Kollektengebet: (stehend)
Gott, unser Schöpfer,
vielerlei Sprachen trennen die Menschen,
aber dein Evangelium verkündet deine Liebe allen Völkern.
Dein Geist stärke uns, die gute Nachricht auszurufen,
daß alle Menschen einstimmen in das Lob deiner Herrlichkeit.
Durch unseren Herrn Jesus Christus.
AMEN.

Schriftlesung: (stehend) Apostelgeschichte 2,1-13
1 Dann kam der Pfingsttag. Alle, die zu Jesus gehört hatten, waren an einem Ort versammelt.
2 Plötzlich kam vom Himmel her ein Rauschen
wie von einem starken Wind.
Das Rauschen erfüllte das ganze Haus, in dem sie sich aufhielten.
3 Dann erschien ihnen etwas wie züngelnde Flammen.
Die verteilten sich und ließen sich auf jedem Einzelnen von ihnen nieder.
4 Alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt. Sie begannen,
in fremden Sprachen zu reden – ganz so, wie der Geist es ihnen eingab.
5 In Jerusalem lebten auch fromme Juden aus aller Welt,
die sich hier niedergelassen hatten.
6 Als das Rauschen einsetzte, strömten sie zusammen.
Sie waren verstört, denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.
7 Erstaunt und verwundert sagten sie: "Sind das denn nicht alles Leute aus Galiläa, die hier reden?
8 Wie kommt es, dass jeder von uns sie in seiner Muttersprache reden hört?
9 Wir kommen aus Persien, Medien und Elam.
Wir stammen aus Mesopotamien, Judäa, Kappadozien,
aus Pontus und der Provinz Asien, 10 aus Phrygien und Pamphylien. Aus Ägypten und der Gegend von Zyrene in Libyen, ja sogar aus Rom sind Besucher hier.
11 Wir sind Juden von Geburt an und Fremde, die zum jüdischen Glauben übergetreten sind. Auch Kreter und Araber sind dabei. Wir alle hören diese Leute
in unseren eigenen Sprachen erzählen, was Gott Großes getan hat." 12 Erstaunt und ratlos sagte einer zum anderen: "Was hat das wohl zu bedeuten?"
13 Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

Glaubensbekenntnis: (stehend)
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

Lied EG 557 Ein Licht geht uns auf

PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde!
Sie sind voll von süßem Wein. So haben wir es vorhin in der Lesung die auch heute Predigttext ist von Ingrid Brill gehört. Dies ist nicht nur eine Vermutung oder Behauptung, die mit entsprechender Technik (Röhrchen-Pusten!) leicht überprüft werden könnte. Es ist Spott. Warum wird nicht nur über scheinbar Betrunkene, sondern vor allem auch über offensichtlich und tatsächlich Betrunkene überhaupt gespottet? Warum gibt es so viele Witze darüber? Die müssen nicht immer bös‘ gemeint sein, – das kommt auf die Situation an. Jedenfalls gibt es sie.
Einen davon kenne ich durch meinen Opa, der im Krieg bei der Marine war: Käpten X und Steuermann Y sind sich nicht grün. Eines Tages schreibt Käpten X ins Logbuch (d.h. ins Schiffstagebuch, wo alle wichtigen Ereignisse festgehalten werden): "Steuermann Y war heute blau." Am nächsten Tag schreibt Steuermann Y ins Logbuch: "Käpten X war heute nüchtern."
Ich möchte, dass Sie heute Abend in Ihr Tagebuch schreiben können: "Prädikant Wagner war heute nüchtern." Deshalb möchte ich heute eine Ernüchterungspredigt halten. Wenn Sie so wollen: eine Anti-Pfingstpredigt.
Wenn der Tag x gekommen ist, wird Folgendes übrig geblieben sein von der Flamme des Heiligen Geistes: ausgebrannte Berufschristen also Pfarrerinnen und Pfarrer, die in den Jahren davor für immer größere Gemeinden zuständig gewesen waren. Fusionen und Zusammenschlüsse Land auf und Land ab. Und das Licht in Leerstehenden Pfarrhäusern, das zu bestimmten Zeiten angezündet wird, am besten mit Energiesparlampen. Und wenn es brennt, dann kommt die Menge zusammen, dann versammeln sich die Leute andächtig und sehnsüchtig davor.
Die Menschen, die dann noch Pfarrerin und Pfarrer werden, werden sich nicht mehr den Luxus unterschiedlicher Meinungen und Stielarten in Bezug auf den Glauben leisten. Sie predigen nicht mehr in verschiedenen Sprachen, sondern verwenden eine Einheitspredigt, weil die acht Stunden Vorbereitungszeit für eine eigene nicht drin sind. Sie versuchen nicht mehr, mit ihren eigenen Worten von Gott zu reden … oder gar die unterschiedlichen Hörergruppen – Alte und Junge, Kranke und Gesunde – jeweils in ihrer Sprache anzusprechen …
Man kann es auch positiv sehen: sie helfen sich gegenseitig, indem sie ihre Predigten ins Internet stellen. Sie lernen die Predigtsprache der Kolleginnen und Kollegen schätzen … so dass bei Predigttausch tatsächlich die Predigten getauscht werden und nicht die Prediger-Personen. Sie lernen überhaupt, sich helfen zu lassen, von jedem Menschen, dem Glaube und Kirche am Herzen liegt.
Das große Brausen hat sich dann auch gelegt. Kirchenmänner und -frauen sind nicht mehr Hans Dampf oder Grete Dampf in allen Gassen. Sie kehren vor der eigenen Tür. Wischen Staub auf ihrer eigenen Seele. Merken, dass sie Menschen sind, die gehasst und geliebt werden können. Und vielleicht sogar selber hassen und lieben.
Sie lassen es dann auf keinen Fall mehr zu, dass man sie Geistliche, Geistlichkeit nennt, – als ob es Menschen geben könnte, die vom Heiligen Geist auf Dauer erfüllt sind. Die Begeisterung überlassen sie dem Fußball. Und lassen sich lieber Kleriker nennen: d.h. die durch das Los Bestimmten. Das heißt: Irgendjemand muss den Job halt machen, stellvertretend für alle andern.
Dann stößt es nicht mehr auf ratloses Staunen und Entsetzen, wenn typische Berufskrankheiten auftreten. Dann wird man offen darüber sprechen, sie nicht mehr schamhaft verschweigen. Beim Personal der Friedhöfe und Krematorien hält man es ja auch nicht für erstaunlich, wenn einer trinkt, um den Geruch des Todes, den Pietätsdruck und die Einblicke in vielerlei Kummer und Nöte aushalten zu können.
Wenn es dann tatsächlich noch bezahlte Berufschristen geben wird, dann werden sie vielleicht neu fortgebildet, zu Fachleuten im Umgang mit der Droge Gott, der Droge Heiliger Geist: sie müssen wissen, wo sie zu finden ist: wo sie in der Natur vorkommt; wie sie synthetisch gewonnen werden kann aus Bibelwort und Glaube. Weil es ja immer noch Menschen gibt, die sie brauchen. Die unter Entzugserscheinungen leiden.
Diese Fachleute klären aber auch auf über die Gefahren des Missbrauchs, der mit Gott und seinem Namen getrieben wird: Man kann Gott missbrauchen wie ein Medikament, um die harte Wirklichkeit zu verklären, um das falsche Leben besser ertragen zu können. Vielleicht können wir nicht anders – wir brauchen Gott. Die Aufgabe dieser Fachleute wäre es dann, Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten, damit wir lernen, mit dieser Abhängigkeit zu leben und die für uns richtige Dosis von Gott zu erwischen. Und weil Gott pur einfach zu stark ist, würden die Fachleute passende Lösungsmittel empfehlen: Stille, Lachen, gerechtes Handeln. Für sich selber und im Interesse ihrer eigenen Gesundheit würden sie ihren eigenen Genuss der Droge auf ein verträgliches Maß begrenzen, – einen nüchternen Glauben üben und pflegen. Vielleicht nehmen sie sich den Alkoholiker zum Vorbild, der nachdem er eine Entziehungskur gemacht hatte und wusste, welche Grenze er für sich selber ziehen musste, die Verantwortung für das Weinregal im Supermarkt übernahm, anderen den Wein verkaufte, den er selber nicht trinken durfte.
Zum Schluss noch eine Anekdote: Pfarrer Johann Z möchte sich einmal ganz auf den Heiligen Geist verlassen. Er will vollkommen unvorbereitet auf die Kanzel gehen – der Heilige Geist wird ihm dann schon die richtigen Worte eingeben. So hat er es der Gemeinde bei der Begrüßung auch angekündigt. Nun steht er oben. Er horcht eine Weile. Dann verlässt er schweigend die Kanzel. Zum Glück setzt der Organist geistesgegenwärtig sofort mit dem Predigtlied ein. Die Küsterin fragt den Pfarrer: "Und? Hat der Heilig Geist nichts zu Ihnen gesagt?" "Doch," sagt der Pfarrer. "Er hat gesagt: Johann, du bist faul gewesen."
Zu mir, liebe Gemeinde, hat der Heilige Geist das nicht gesagt. Er weiß, was ich diese Woche gearbeitet habe und auch noch hätte arbeiten können, anstatt eine eigene Predigt zu schreiben. Aber er hat zu mir gesagt: Du hast noch nicht wirklich verstanden, wer ich bin. Wenn Du mich verstanden hättest, würdest Du freiwillig und spontan ein Fest für mich feiern, und das nicht nur, wenn Pfingsten im Kalender steht.
Amen
-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. AMEN.

Lied EG 136, 1-3 O komm du Geist der Wahrheit


ABENDMAHL
Danksagung (Präfation):

Wahrhaft würdig und recht ist es,
dich zu loben, Gott
und dir für die Gaben zu danken,
die wir an deinem Tisch empfangen:
Kraft und Mut,
um aufzutanken für den Alltag,
Brot und Wein,
die uns ein Stückchen Himmel öffnen,
überall dort,
wo wir´s in deinem Namen teilen.

Gott, unser Vater,
in der Menschwerdung deines Sohnes
willst du uns Versöhnung schenken
und uns mit dir verbinden.

Durch Jesus Christus sind wir
hinein genommen in deine Liebe.
Zeichen dafür sind uns Brot und Wein,
in denen du uns gegenwärtig sein willst
durch deinen Sohn Jesus Christus,
unseren Herrn und Bruder.
Dafür loben wir dich, Gott und singen!

Lied Sanctus

Einsetzungsworte:
Unser Herr Jesus Christus / in der Nacht, da er verraten ward / nahm er das Brot / dankte und brach's / und gab's seinen Jüngern / und sprach: Nehmet hin und esset / das ist mein Leib (+) / der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl / dankte / gab ihnen den / und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus / dieser Kelch ist das neue Testament (+) in meinem Blut / das für euch vergossen wird / zur Vergebung der Sünden . Solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis.

Vater unser: (stehend)
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
AMEN.

Lied EG 190.2 "Christe, du Lamm Gottes" (stehend)

Friedensgruß:
Der Friede des Herrn sei mit euch allen. Keiner sei gegen den anderen, keiner in sich verschlossen. Vergebt, wie euch vergeben ist, nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zum Lobe Gottes.
(Einladung zum Händereichen)
Austeilung:

Lobpreis:
Lobe den Herrn, meine Seele,
und was in mir ist, seinen Heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht,
was er dir Gutes getan hat:
Der dir alle deine Sünden vergibt und heilet
alle deine Gebrechen,
der dein Leben vom Verderben erlöst und dich
krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.

Fürbittengebet: (stehend)

Herr, unser Gott.
Wir suchen dich in der Ferne,
doch du bist uns durch deinen Geist ganz nah.
Durch ihn gibst du den Schwachen Kraft.
Durch ihn tröstest du die Traurigen
und ermutigst die Verzagenden.
Mach uns zu geistesgegenwärtigen Menschen,
die mit offenen Augen durch diese Welt gehen.

Dein Geist schafft Verständigung und Vertrauen.
Wir bitten dich für alle Menschen, die sich nicht mehr verstehen.
Schenke uns mehr Verständnis füreinander:
in unseren Familien,
zwischen den Ehepartnern, zwischen Eltern und Kindern,
aber auch im öffentlichen Leben.
Wir bitten dich für die Einheit der Kirche:
Gib, daß wir uns nicht abfinden mit ihrer Trennung
und aufeinander zugehen.

Dein Geist will uns zu freien Menschen machen.
Befreie uns von der Sorge um uns selbst
und schenke uns das Vertrauen, daß du für uns sorgst.
Hilf, daß wir uns nicht krampfhaft wichtig nehmen
und mehr Humor haben.

Lied EG 562 Segne und behüte


Bekanntmachungen

Kollekte: Projekte der Missionswerke

Wochenspruch: Es soll nicht durch Herr oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. Sach. 4, 6 b


Nächster Gottesdienst:

Pfingstmontag, 10. Juni 2019

9:30 Uhr Gottesdienst in Kempfenbrunn mit Vorstellung des neuen Konfirmandenjahrgangs mit Pfrin. Ehlers

Segen:

Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gottesdienste am Sonntag Exaudi, 02.06.2019
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 02.06.2019 11:13   Titel: Gottesdienste am Sonntag Exaudi, 02.06.2019
Gottesdienste am Sonntag Exaudi
09.00 Uhr DGH Weilers
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
02.06.2019
Text: Matthäus 21, 14-17

* Lied EG 136, 1 O komm du Geist der Wahrheit

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Der Wort und treue hält und er nicht fahren lässt,
dass Werk seiner gnädigen Hände. AMEN

Liebe Gemeinde,
zum Gottesdienst am Sonntag Exaudi heiße ich Sie und Euch alle ganz herzlich willkommen. Das Thema heute Morgen lautet: Gott zu loben, bedeutet unbefangen staunen zu können und die Grenzen der eigenen Wahrnehmung zu überwinden.
Ich wünsche uns einen Mutmachenden Gottesdienst.

*Lied EG 302, 1-2+8 Du meine Seele singe

*Eingangspsalm:
Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder. Halleluja.

Er schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm.
Der Herr lässt sein Heil kundwerden;
vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.
Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel,
aller Welt Enden sehen das Heil unseres Gottes.
Jauchzet dem Herrn, alle Welt, singet, rühmet und lobet!
Lobet den Herrn mit Harfen, mit Harfen und mit Saitenspiel!
Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem Herrn, dem König!
Das Meer brause und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen. Die Ströme sollen frohlocken,
und alle Berge seien fröhlich vor dem Herrn;
denn er kommt, das Erdreich zu richten.
Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit
und die Völker, wie es recht ist.

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder. Halleluja.

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Gottes Namen loben -
mit unseren Liedern, unseren Worten, unseren Taten:
Wie oft stehen wir uns dabei selbst im Weg,
fürchten uns vor dem Urteil der anderen,
meinen, wir hätten dazu wenig Grund.
Darum brauchen wir Gottes Geist,
der uns die Furcht nimmt,
der uns die Augen öffnet
für die Wunder und Schönheiten seiner Schöpfung.
Wir rufen um erbarmen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Gottes Namen loben
mit unseren Liedern, unseren Worten, unseren Taten:
Das können wir,
weil Gott uns in Jesus seine Liebe offenbart hat,
weil sein Geist in uns stark sein will,
stärker als alle Menschenfurcht,
stärker als unser Versagen.
Darum loben wir Gott mit allen,
die mit uns im Glauben verbunden sind:
Wir können aufatmen und singen:

*Kollektengebet:
Vater im Himmel,
du lässt uns jeden Morgen neu die Sonne schauen.
Wir bitten dich:
Mach uns froh in deiner Güte, damit wir dich ehren,
jetzt mit unserem Singen und Loben
und dann mit allem, was wir in dieser Woche reden und tun.
Durch Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes
lebt und Leben schenkt von Ewigkeit zu Ewigkeit.
G: AMEN

* Schriftlesung: Matthäus 11, 25-30
25 Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart.
26 Ja, Vater; denn so hat es dir Wohlgefallen.
27 Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.
28 Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. 29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. 30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

(Wer Ohren hat zu hören, der höre - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 243, 1-5 Lob Gott getrost mit Singen

* PREDIGT:
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Predigt zu Matthäus 21,14-17

14 Und es gingen zu ihm Blinde und Lahme im Tempel und er heilte sie.
15 Als aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder, die im Tempel schrien: Hosianna dem Sohn Davids!, entrüsteten sie sich
16 und sprachen zu ihm: Hörst du auch, was diese sagen? Jesus antwortete ihnen: Ja! Habt ihr nie gelesen »Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet«?
17 Und er ließ sie stehen und ging zur Stadt hinaus nach Betanien und blieb dort über Nacht.

Liebe Gemeinde,
ein Sprichwort sagt: „Kindermund tut Wahrheit kund.“ Und der Predigttext liest sich wie der Beweis dafür: Die Kinder im Tempel singen das Lob Gottes.
Sie sprechen aus, singen, schreien heraus: Hosianna dem Sohn Davids. Gelobt sei Gott für den Erlöser, für Jesus, den Christus.
Für sie ist es ganz offensichtlich, dass Jesus der Messias ist, der verheißene Sohn Davids.
Denn Jesus heilt Blinde und Lahme. Er tut, was so ohne Weiteres niemand zu tun in der Lage ist. Und er erweist so seine göttliche Autorität und Vollmacht: Er gibt Menschen das Augenlicht wieder und lässt Gelähmte wieder gehen. Er erweitert den Horizont und schenkt Bewegungsfreiheit –, so lassen sich die Gebrechen in einem übertragenen Sinn verstehen.
Man möchte es den Erwachsenen, den Hohenpriestern und Schriftgelehrten, ebenfalls wünschen, dass Jesus sie heilt, dass er ihre Augen öffnet, damit sie sehen, was so offenbar geschieht. Man möchte ihnen wünschen, dass er ihnen Bewegungsfreiheit gibt – geistige Bewegungsfreiheit, damit sie aus ihrer Lähmung heraus in Bewegung versetzt werden.
Man möchte ihnen wünschen, dass sie in das Lob der Kinder einstimmen:
„Hosianna dem Sohn Davids!“
Man möchte es ihnen wünschen, den Hohenpriestern und Schriftgelehrten. Aber es geht ihnen wie vielen Erwachsenen: Sie haben verlernt zu staunen. Sie sind gefangen in Traditionen, und der Blick ist verstellt, weil sie meinen, alles genau zu wissen. So sehen sie, ohne zu erkennen: Die Augen sind blind, der Verstand gelähmt.
Es kann nicht sein, was nicht sein darf!
Und so ist es natürlich ein Ärgernis für sie, dass die Kinder in Jesus den verheißenen Erlöser erkennen und Gott dafür lauthals loben: „Hosianna dem Sohn Davids!“
Aber die Kinder sagen die Wahrheit: „Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet“, so bekommen sie von Jesus zu hören, die Hohenpriester und Schriftgelehrten.
Gewiss kennen auch sie den Vers aus Psalm 8, mit Sicherheit sogar. Aber so wenig sie das Eine erkennen, so wenig können sie auch das Andere verstehen. Die Einzelteile liegen sozusagen offen vor ihnen, aber sie vermögen die Teile nicht zusammenzufügen.
So sehen sie, ohne zu erkennen: Die Augen sind blind, der Verstand gelähmt.
Es kann nicht sein, was nicht sein darf!

Liebe Gemeinde, wir haben es leichter als die Hohenpriester und Schriftgelehrten damals: Wir bekommen bereits die Deutung der Geschichte mitgeliefert. Uns bleibt die Probe erspart, ob wir erkennen, was doch so offensichtlich vor Augen ist, und ob wir uns den richtigen Reim darauf machen.
Und trotzdem haben wir große Schwierigkeiten, unsererseits in das Lob der Kinder einzustimmen: „Hosianna dem Sohn Davids!“
Wir überlassen es ihnen gerne, das Lob Gottes. Wir freuen uns daran, wenn die Kleinen im Kinderreim Gott loben, wenn sie als Kindergottesdienstkinder im Gottesdienst der Erwachsenen singen. Wir freuen uns daran und finden es niedlich. Aber wenn es darum geht, selbst einzustimmen und Gott zu loben, bleiben viele Erwachsene stumm.
Ist es uns zu schlicht? Ist es uns peinlich? Oder entgeht uns wirklich, was wir doch erkennen könnten:
Die Kinder sagen die Wahrheit: „Hosianna dem Sohn Davids!“ Gelobt sei Jesus Christus, der von Gott gesandte Erlöser.
Auch wir sehen, ohne zu erkennen: Die Augen sind blind, der Verstand gelähmt.
Auch wir haben unsere eingefahrenen Denkweisen und Traditionen.
Auch wir meinen, es letztlich besser zu wissen.
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir meinen, es nicht nötig zu haben. Wozu brauchen wir einen Erlöser?
Ähnlich mag es auch den Hohenpriestern und Schriftgelehrten gegangen sein: Ihnen ging es gut; ihre Augen waren in Ordnung, ihre Gliedmaßen voll beweglich. Sie litten keine Not. Sie waren die Führungselite ihrer Zeit.
Und die Starken, die brauchen doch keinen Erlöser; die sind doch selbst Erlöser, die andere freimachen können durch ihre Leistungskraft, durch ihren Einfluss, durch ihr Geld.
Sie könnten es; wir könnten es –, tun wir es auch?
Die Leistungskraft steigern, den Einfluss vermehren und natürlich auch das Geld, verstellen unseren Blick und lähmt unser Erkennen: Damit sind wir aber nur mit uns selbst beschäftigt.
„Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht.“ – So klingt wie der Leitspruch der Leistungsträger in unserer Gesellschaft.
Und das beginnt bereits im Kindesalter: Schule und Sportverein, Nachhilfe und Nebenjob.
Es fehlt uns nichts; aber wir wollen auch nichts vermissen. Wir leisten uns viel, wir leisten uns allerhand; aber auf das Lob Gottes meinen wir verzichten zu können.
Aber wenn wir an den Erwartungen scheitern, an den Anforderungen anderer und den Ansprüchen an uns selbst –, dann bleibt vielen nur das Selbstmitleid und manchen vielleicht noch nicht einmal das.
Brauchen wir wirklich keinen Erlöser?
Man möchte es uns wünschen, das Staunen neu zu lernen darüber, wie gut es uns geht und wie viele Möglichkeiten wir haben.
Man möchte es uns wünschen, dass wir aus dem Staunen heraus über Wege nachdenken, wie vielen anderen dieselben Möglichkeiten eröffnet werden können, damit es ihnen auch gut geht.
Man möchte es uns wünschen, dass uns die Augen geöffnet werden, dass unser Verstand und unser Herz in Bewegung kommen, dass wir angerührt werden von der Schönheit der Welt und berührt werden von der Not der Menschen, die uns brauchen.
Man möchte es uns wünschen, dass wir einstimmen in das Lob der Kinder: „Hosianna dem Sohn Davids!“
Einstimmen aus der tiefen Einsicht heraus, dass sie die Wahrheit sagen. Gott öffnet durch Jesus Christus unsere Augen füreinander und beseitigt die Lähmung unserer Herzen. Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 287 Singet dem Herrn ein neues Lied

* Fürbittengebet:
Gott, mit den Wundern des Lebens umgibst du uns.
Wir hören den Gesang der Vögel, das Lachen der Kinder,
sehen das neue Grün in den Bäumen,
die Farbenpracht der Blumen
und spüren den Hauch des Windes,
die wärmenden Strahlen der Sonne.
Deine Schöpfung singt das Lied vom Leben.

Gott, deine Wunder des Lebens sind in Gefahr,
wenn wir nur unseren Nutzen daraus ziehen
und anderen vorenthalten, was du allen zugedacht hast.
Dann wird der Gesang in den Bäumen leise,
das Lachen vergeht.
Der Himmel verdunkelt sich, Klage wird laut.

Gott, in Jesus Christus bist du unseren Weg gegangen,
nahe allem, was menschlich ist zwischen Geburt und Tod.
In seinem Namen sind wir bereit,
andere zu achten und anzunehmen
und begegnen einander erwartungsvoll.
Wir erkennen die Melodie des ewigen Lebens.

Gott, wir versperren Christus den Weg,
wenn wir das Elend und das Leiden unter uns
nicht ernst nehmen.
Wir erschrecken über all die Ungerechtigkeiten in der Welt,
über verletzte und missachtete Menschenwürde
in so vielen Ländern
und über die lauten Gesänge von Hass und Gewalt.

Gott, dein Heiliger Geist
entzündet das Feuer der Wahrheit in uns.
Wir kommen heraus mit deiner Sprache,
schweigen vom Glauben nicht.
Voll Freude entdecken wir, dass wir verstanden werden.
Wir finden Gemeinschaft, die Grenzen überwindet,
feiern Gottesdienst mit Liedern zu deiner Ehre.

Gott, das Feuer deines Geistes ist bedroht
durch Lügen und falsche Versprechungen,
durch Irrtum und Vorurteil.
Das verschlägt uns die Sprache,
macht uns manchmal kleinmütig.
Mauern scheinen zwischen uns aufgerichtet.
Die Lieder des Glaubens haben kein Echo mehr.

Gott, bei dir kommt alles zum Ziel.
Du wirst vollenden, was du angefangen hast.

Gemeinsam beten wir mit den Worten Jesu:

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Bekanntmachungen:
Öffentliche Bekanntmachung

In der Kirchengemeinde Wächtersbach stehen zum 1. Oktober 2019 verschiedene Ländereien zur Neuverpachtung an. Alle an einer Verpachtung Interessierten können sich die erforderlichen Unterlagen mit allen Informationen zur Abgabe eines Pachtzinsgebotes im Ev. Gemeindebüro Wächtersbach, Friedrich-Wilhelm-Str.6 in der Zeit vom 1. Juni bis 25. Juni 2019 abholen. Einsendeschluss für Angebote ist der 25. Juni 2019. Ein Aushang der Ausschreibung erfolgt in den Schaukästen der Kirchengemeinde.

Die Kollekte heute ist für St. Peter Child Care bestimmt.

Herzliche Einladung zu den Abendmahlsgottesdiensten an Pfingsten:

Pfinsgtsonntag 09.06.2019 um 10.00 Uhr in Wächtersbach

Pfingstmontag 10.06.2019 um 10.00 Uhr in Wittgenborn

* Lied EG 590 Herr wir bitten komm und segne uns

* Votum:
Einen strahlenden leuchtenden Segen
wünsche ich Dir;
Licht von außen und von innen.
Die Sonne möge dich überstrahlen
und Dein Herz erwärmen,
bis es glüht wie ein großes Feuer,
zu dem der Fremdling gerne kommt,
um sich zu wärmen.
Aus deinen Augen möge Licht voller Glück
und Segen strahlen wie von einer Kerze,
die in das Fenster gestellt wird,
damit der Wanderer heimfindet
aus dem Sturm in die Ruhe.
Möge der gesegnete Regen -
der frische, milde, auf dich fallen,
dass ringsum die Blumen hervorsprießen,
um mit ihrer Schönheit die Welt zu erfüllen.
Möge der Segen der Erde -
der guten, reichen Erde -
bei Dir sein.
Einmal soll Deine Seele leicht und unbeschwert
wie ein Strahl von Licht aus der Tiefe sich erheben -
auf und davon -
zur Höhe, zum Licht, zu Gott.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Christi Himmelfahrt auf der Herchenhainer Höhe, 30.05.19
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 30.05.2019 23:22   Titel: Christi Himmelfahrt auf der Herchenhainer Höhe, 30.05.19
Jubiläumsgottesdienst an Christi Himmelfahrt
Donnerstag, 30.05.2019
14.00 Uhr auf der Herchenhainer Höhe
Text: Johannes 17, 20-26

* Orgelmusik

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat. AMEN

Himmelfahrt - Die Erde atmet Leben, vom Hauch Gottes bewegt. Ein Fest der Bewegung zwischen Erde und Himmel
Getrenntes wird verbunden in Jesus Christus.
"Aufgefahren in den Himmel!", so beten wir. Was glauben wir?

Liebe Gemeinde, ich heiße sie und euch alle ganz herzlich willkommen, zum Jubiläumsgottesdienst anlässlich des 3-Jährigen Jubiläums der Vogelschmiede heute an Christi Himmelfahrt. Ich wünsche uns allen einen Mutmachenden Gottesdienst in Gott wunderbarer Natur.

*Lied EG 121, 1-3 Wir danken dir Herr Jesu Christ

*Eingangspsalm:
Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

Er, der in göttlicher Gestalt war,
hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein,
sondern entäußerte sich selbst
und nahm Knechtsgestalt an,
ward den Menschen gleich
und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.
Er erniedrigte sich selbst
und ward gehorsam bis zum Tode,
ja zum Tode am Kreuz.
Darum hat ihn auch Gott erhöht
und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist,
daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie,
die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind,
und alle Zungen bekennen sollen,
dass Jesus Christus der Herr ist,
zur Ehre Gottes, des Vaters.

Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.
AMEN

*Kollektengebet:
Gott, nimm uns auf in deinen Himmel, der uns Raum gibt zum Leben und der uns der Erde treu sein lässt.
Dein Himmel umschließt unser Leben in seinen Höhen und Tiefen. Schenke uns die Sehnsucht nach dem Himmel,
der Tod und Leben verbindet in Jesus Christus.
Wir bitten dich, Gott, durch deinen Heiligen Geist.

G: AMEN

* Schriftlesung: Lukas 24, 44-53
44 Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen.
45 Da öffnete er ihnen das Verständnis, so dass sie die Schrift verstanden,
46 und sprach zu ihnen: So steht's geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage;
47 und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Fangt an in Jerusalem,
48 und seid dafür Zeugen.
49 Und siehe, ich will auf euch herabsenden, was mein Vater verheißen hat. Ihr aber sollt in der Stadt bleiben, bis ihr ausgerüstet werdet mit Kraft aus der Höhe.
50 Jesu Himmelfahrt
Er führte sie aber hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie.
51 Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel.
52 Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude
53 und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 331, 1-3 Großer Gott wir loben dich

* PREDIGT:
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Textlesung: Joh. 17, 20 - 26
Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war. Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich, und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.

Liebe Festgemeinde!
Was ist das doch für eine schwere Kost zum leichten Feiertag! Ist denn von diesen gewichtigen Worten aus den so genannten Abschiedsreden Jesu überhaupt etwas bei Ihnen hängen geblieben? Wollen wir nicht vielleicht einen anderen, für unsere Ansprüche passenderen Predigttext suchen?
Eine andere Möglichkeit wäre es, dass ich ihnen noch einmal das wichtigste aus diesen Worten Jesu heraushole. Ich glaube, wir sollten diesen Weg gehen. Und es ist auch gar nicht viel, was hier vielleicht die Mitte der Verse ist: Jesus bittet für uns. Er wünscht sich und uns, dass wir alle eins sind. Und er sagt auch, wie uns das gelingen kann: Wie Jesus mit dem Vater im Himmel eins ist, so sollen auch wir mit ihm eins sein, wir sollen erkennen, dass Gott uns liebt, wie er seinen Sohn Jesus Christus liebt. - Ich denke, da ist nun doch einiges enthalten, was und beschäftigen kann.
Aber, liebe Gemeinde, sind wir denn schon "eins"?

Wenn wir einmal auf unser Zusammenleben in den Dörfern schauen, dann wird uns schnell klar: So uneins wie heute waren wir wohl noch nie! Ich meine dabei nicht, dass wir miteinander zanken, uns böse Worte an den Kopf knallen oder in ständigem Streit leben. Das gibt es sicherlich auch, ist aber eher die Ausnahme. Die Regel ist aber: Wir haben überhaupt heute wenig miteinander zu tun. In einem Hochhaus in der Stadt leben vielleicht 500 Menschen, aber sie leben meist alle für sich, sie kennen einander nicht und wollen sich auch gar nicht kennen. Im Viertel, in dem wir wohnen, ist es nicht anders. Wir bleiben anonym, wir gehen jeder unseren Weg, Kontakte über einen Gruß hinaus sind eher selten. Und auch in den Dörfern ist längst eingezogen, was man Individualismus nennt: Man geht seinen ganz eigenen Interessen nach, man tritt weit weniger als noch vor 30 oder 50 Jahren miteinander in Beziehung, man meidet zunehmend die Veranstaltungen und Angebote der Vereine, man bleibt bei sich und für sich. Man braucht einander ja auch nicht mehr so wie in früheren Zeiten: Jeder hat alles, was zum Leben nötig ist. Hat man sich vor 50 Jahren einmal die Axt oder ein landwirtschaftliches Gerät beim Nachbarn leihen müssen, so hat man heute doch alles selbst.
Das hört sich schon ein wenig trübe an. Und wir möchten jetzt sicher auf unsere Kirchengemeinde weisen und sagen, dass es da doch aber besser ist mit der Gemeinschaft. - Ich gebe ihnen recht und ich widerspreche ihnen. Richtig ist sicher - und Gott sei Dank -, dass in den Kirchengemeinden der Zusammenhalt oft noch gut ist, besser jedenfalls als in der bürgerlichen Kommune in der Stadt oder auf dem Land.
Nicht recht aber kann ich ihnen geben, wenn sie meinen, unter dem Dach unserer Kirchengemeinden sei doch noch alles wie früher. Nein, wir sind auch schon lange angekränkelt vom Zeitgeist! Schauen sie einmal in die Frauenabende oder die anderen Kreise der Gemeinden: Überall gehen die Teilnehmerzahlen zurück. Wenn Fahrten veranstaltet werden, fahren die Busse oft nur noch halb besetzt, wo vor Jahren noch Wartelisten für die Interessenten angelegt wurden. Und immer wieder gewinnt man in Gesprächen mit den Menschen den Eindruck, sie geben zwar in ihrem Reden der kirchlichen Arbeit noch eine große Bedeutung, nur decken sie das mit ihrem Leben und Handeln absolut nicht mehr. Da ist es eher so: Stell dir vor, die Gemeinde lädt ein - aber keiner geht hin. Oder anders gesagt: Kirche ist wie die Freiwillige Feuerwehr, jeder ist froh, dass es sie gibt, aber man möchte nichts damit zu tun haben. In diese bedrückenden Gedanken hinein hören wir nun die Stimme Jesu: "Ich bitte für die, die durch ihr Wort an mich glauben, damit sie alle eins seien." Und ich möchte uns alle einmal daran erinnern, wo zuletzt wir das erlebt, empfangen und gespürt haben: Dass wir zusammengehören, dass wir eine Gemeinde sind, die im Singen, Loben, Danken und Glauben eine Gemeinschaft ist, die denselben Herrn hat. "Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen..." Und ich möchte ihnen ins Gedächtnis rufen, wie "herrlich" das war, wie wir uns gefreut und was wir gefühlt haben: War das nicht wunderschön – als ihr Nicole und Bibi im Wald Holz gesammelt und oben am Hang das Wort “Vogel“ gelegt haben, sozusagen als Grundstein.

Alle guten Dinge sind 3! Was also passt besser heute als 3 Jahre später dieses Ereignis wieder aufleben zu lassen und die Menschen wieder in die Natur einzuladen. Hier zusammen unter Gottes freiem Himmel Gemeinschaft zu leben und zu feiern.
Ja, liebe Festgemeinde, es gibt eben auch noch diesen Gedanken: An uns sollen es auch die anderen Menschen begreifen, dass die Gemeinde der Christen etwas anderes ist, als die Menschen in einem Dorf oder einem Stadtbezirk, die ja nur Zufall oder Schicksal dorthin gestellt hat, wo sie heute stehen. Unter uns - in den Kirchengemeinden - soll es anders sein, muss es anders sein! Wir verlieren sonst die Strahlkraft. Wir geben sonst unser wichtigstes und wirksamstes Zeichen auf: Eben, dass wir eins sind, beieinander, miteinander, zusammen als Kinder Gottes, als Geschwister Jesu und als Schwestern und Brüder untereinander.
Jesus sagt: "Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen." Wenigstens am Ende wird es jetzt noch ein wenig ermutigend. Es sind zwar Worte zum Abschied, die Jesus an uns richtet, aber er wird uns nicht ganz allein lassen: Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun... Jesus ist an und nach seiner Himmelfahrt nicht mehr leiblich bei uns, aber er ist doch immer in unserer Nähe. Er spricht zu uns, er hat Aufträge und Aufgaben für uns und er hilft uns auch, dass wir sie erfüllen können. Einer dieser Aufträge ist ganz gewiss, dass "wir eins sein sollen"! So wäre es schön und es könnte uns alle bereichern, wenn wir heute von hier mitnehmen, der Gemeinschaft in unseren Kirchengemeinden zu dienen. Sie so hoch zu stellen, wie wir es mit unseren Worten ja schon lange tun. Sie zu pflegen und zu fördern, sie auch selbst zu teilen und allem nach Kräften zu begegnen, was die Gemeinschaft schwächen oder gar zerstören will. Und das wird nicht nur unser Miteinander in unserer Gemeinden stärken! Das wird auch ausstrahlen nach draußen, in die Kommunen und Stadtteile, in die Dörfer und Städte. Denn die Sehnsucht nach Gemeinschaft ist bei allen Menschen lebendig! Alle brauchen andere Menschen, mit denen sie erleben können, dass sie wichtig sind, dass man nach ihnen fragt, dass ihre Meinung zählt und nicht zuletzt: Dass sie geliebt werden. So wie unsere beiden Damen der Vogelschmiede mit ihrem Traum hier oben Liebe verbreiten, durch Gastfreundlichkeit und durch das Gefühl, wenn man einmal hier war und wieder herkommt ist es, als käme man wieder nachhause. Das was ihr jeden Tag lebt ist nicht Beruf, sondern Berufung. Ihr habt euch gegen alle Schwierigkeiten gestellt und Jahrelang dafür gekämpft, dass es die Vogelschmiede gibt. Ihr habt nicht aufgegeben und ihr habt hier ein Paradies geschaffen wo sich jede und jeder wohlfühlen kann und wo jede und jeder egal was er glaubt, wer er ist, willkommen ist. Das hier ist mehr wie essen und trinken, es ist Gemeinschaft miteinander leben.
Wie gesagt, das war heute schwere Kost zum leichten Feiertag! Aber ich glaube doch, dass wir wenigstens dies von heute bewahren können: Unser Herr Jesus Christus will, dass wir alle eins sind mit ihm, dadurch auch mit seinem himmlischen Vater und untereinander.
Er schenke uns Ideen, die unserer Gemeinschaft nützen, Engagement, sie auch wirklich umzusetzen und die Kraft, beharrlich an ihm und seiner Gemeinde zu bleiben.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 316, 1-4 Lobe den Herren

* Fürbittengebet:
Jesus, der Herr, hat uns in die Welt gesandt,
um ihr den Frieden zu bringen;
seine Boten sollen wir sein,
zusammen mit allen Christen auf Erden.
Wir fürchten, dass wir nicht viel ausrichten können,
dass wir an unserer Aufgabe scheitern.
Wir bitten:

G: Herr erbarme dich... 178,11

Wir denken an Menschen,
denen wir das Wort Gottes schuldig geblieben sind,
die vergeblich auf unsere Hilfe gewartet haben.
Wie viele sind durch unser Schwanken,
durch unsere Halbherzigkeit, durch unsere Uneinigkeit
an Gott irre geworden! Wir bitten:

G: Herr erbarme dich... 178,11

Wir verbinden uns mit denen, die in ungerechten Verhältnissen leben,
mit den Verachteten und Gequälten,
mit denen, die von Krieg umgeben sind.
Woher nehmen wir Mut und Geschick,
für ihre Freiheit, für die Gerechtigkeit einzutreten?
Wir bitten:

G: Herr erbarme dich... 178,11

Wir hoffen auf Menschen unter uns, die fähig sind,
die Aufgaben dieser Zeit zu bewältigen;
auf anregendes Denken und verantwortungsbewusste Politik,
auf gute Erziehung für unsere Kinder und geduldige Pflege für unsere Kranken. Wir bitten:

G: Herr erbarme dich... 178,11

Wir schauen aus nach Männern und Frauen,
die das Evangelium in unsere heutige Welt bringen,
die in der Christenheit neue Zuversicht und Einsatzbereitschaft wecken.
Gott segne alle, die in seiner Kirche lehren und leiten.
Wir bitten:

G: Herr erbarme dich... 178,11

Wir bitten dich für Nicole und Bibi, dass sie weiter Energie und Kraft haben ihren Traum weiter zu leben. Schenke ihnen immer Gäste die zu Wertschätzen wissen was die Vogelschmiede ist. Schenke Bibi bitte Kraft auf ihrem Weg in der Krankheit und lass sie nicht verzweifeln. Reiche ihr deine Hand Herr.
Wir bitten:

G: Herr erbarme dich... 178,11

Herr Jesus Christus, dir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden,
du baust dein Reich allen widerstrebenden Mächten zum Trotz.
Wir danken dir und beten dich an,
jetzt und in Ewigkeit.


Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 262, 1-4 Sonne der Gerechtigkeit

* Votum:
Wusstest du schon?
Gott ist dir nah.
Er ist für immer ganz für dich da.
In deiner Angst spendet er Licht,
in der Wüste verlässt er dich nicht.
In deinen Freuden lädt er zum Tanzen dich ein,
deine Erwartungen lässt er mit Sehnsucht genähret sein.
In deiner Not hält er ein Taschentuch bereit,
in deinem Kampf beschwichtigt er den Streit.
Er ist Begleiter auf all deinen Wegen
darum geh hin in seinem Segen

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gottesdienst am Sonntag Rogate, 26.05.2019
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 26.05.2019 20:34   Titel: Gottesdienst am Sonntag Rogate, 26.05.2019
Gottesdienst am Sonntag Rogate
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
26.05.2019
Text: Johannes 16, 23b-28+29-33

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Liebe Gemeinde, das Thema des heutigen Gottesdienstes am Sonntag Rogate ist: Beten. Heute möchte ich unsere neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden herzlich begrüßen. Es ist euer erster Gottesdienst heute Morgen. Ein Jahr werdet ihr jetzt in der Gemeinde etwas über Glauben und Gemeinschaft lernen. Wir werden gemeinsam euren Weg begleiten. Herzliche Willkommen. Ich wünsche uns allen einen Mutmachenden Gottesdienst

*Lied EG 161 Liebster Jesu wir sind hier

*Eingangspsalm:
Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft
noch seine Güte von mir wendet. Halleluja.

Kommt her, höret zu, alle, die ihr Gott fürchtet;
ich will erzählen, was er an mir getan hat.
Zu ihm rief ich mit meinem Munde
und pries ihn mit meiner Zunge.
Wenn ich Unrechtes vorgehabt hätte in meinem Herzen,
so hätte der Herr nicht gehört.
Aber Gott hat mich erhört
und gemerkt auf mein Flehen.

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft
noch seine Güte von mir wendet. Halleluja.

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Herr, Jesus Christus, wenn wir beten, dann hörst du meist nur unsere Bitten, was wir uns wünschen und worüber wir klagen. Mit dem Preis deines Namens, mit dem Lob deiner Taten an uns haben wir es nicht so. Wir sind undankbare Leute.
Lasst uns rufen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Guter Gott, welch ein Vorrecht ist das doch, beten zu dürfen! Gewiß sein können, du hörst uns und willst unser Gebet und gehst auch auf unsere Wünsche ein. Zeig uns heute wieder, wie gut wir es doch haben, zu dir sprechen zu dürfen in der Gewißheit, daß du auf uns achtest! Mach uns und unser Beten zu dir neu! Lobsinget Gott, erhebt seinen heiligen Namen!

*Kollektengebet:
Himmlischer Vater, all unsere Sorgen dürfen wir vor dich bringen, was uns belastet und quält, was uns freut und gut tut. Es ist schön, mit allem, was uns beschäftigt nicht allein zu sein, sondern dir davon sagen zu können. Laß uns nicht müde werden darin, alles im Gebet täglich vor dir auszubreiten. Und gib du uns dann deinen Rat und deine Gedanken dazu. Und vor allem: Mach uns dankbar dafür, beten zu dürfen durch unseren Herrn Jesus Christus.
G: AMEN

* Schriftlesung: 1 Tim 2, 1-6a
So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit.
Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, welcher will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
Denn es ist EIN Gott und EIN Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, daß dies zu seiner Zeit gepredigt werde.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 103 Gelobt sei Gott im höchsten Thron

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Textlesung: Johannes. 16, 23b-28+29-33
An dem Tag werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er's euch geben.
Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, dass eure Freude vollkommen sei.
Das habe ich euch in Bildern gesagt. Es kommt die Zeit, dass ich nicht mehr in Bildern mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An jenem Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.
Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus und nicht mehr in Bildern. Nun wissen wir, dass du alle Dinge weißt und bedarfst dessen nicht, daß dich jemand fragt. Darum glauben wir, dass du von Gott ausgegangen bist.
Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubt ihr? Siehe, es kommt die Stunde und ist schon gekommen, dass ihr zerstreut werdet, ein jeder in das Seine, und mich allein lasst. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. Das habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

Liebe Gemeinde!
Für die Kirche und die Christen ist das heute der Sonntag "Rogate"; dieser Name heißt auf Deutsch: "Betet!" Über das Gebet sollen wir heute also reden und nachdenken. Genau wie Jesus hier mit seinen Jüngern über das Beten spricht und nachdenkt. Aber gerade vor diesem Hintergrund, dass Jesus sich hier ausschließlich mit Männern über das Gebet austauscht, ist mir etwas eingefallen: Wie ist das Beten eigentlich in unser Leben gekommen? Wer hat uns das eigentlich beigebracht, zu beten? War das nicht - in den meisten Fällen - kein Mann, sondern eine Frau, nämlich unsere Mutter? Und die Mütter, die heute hier sind, will ich fragen: Waren sie's denn nicht wieder, die es ihren Kindern weitergegeben haben? Seit Generationen ist das so, vielleicht von Anfang der Christenheit an, eine lange, lange Kette des Lernens und Lehrens, die auch in der Zukunft - hoffentlich - nie abreißt. Bei mir war es meine Uroma die mir das Beten gelehrt hat, die mich alle 14 Tage mit in den Gottesdienst genommen hat und die mir den Glauben mit auf meinen Weg gegeben hat, also auch eine Frau.
Sicher, in dieser Reihe mag auch der eine oder andere Mann und mancher Vater eine Rolle spielen. Das ehrt sie, diese Männer. Aber haben wir unsere früheste Erfahrung mit dem Gebet nicht doch meist bei der Mutter gemacht? - So soll das heute unser erster Gedanke sein, den wir festhalten wollen: Auch wenn hier Jesus mit seinen Jüngern, also Männer im Gespräch über das Beten ist - die größeren Verdienste um das Gebet und dass es gelernt, geübt und weitergegeben wurde und wird über die Jahrhunderte hinweg, haben sicher die Frauen! Wir wollen dankbar dafür sein und selbst - auch wo wir Männer sind - diese Kette des Beten Lernens und des Beten Lehrens nie abreißen lassen!
Wir wollen jetzt dem Vorrecht von uns Christen, dem Beten und Bitten, so wie Kinder es ihrem irdischen Vater gegenüber tun, noch ein wenig nachdenken. "An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten. Und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde; denn er selbst, der Vater liebt euch, weil ihr mich geliebt und geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin." - Ich weiß, dieser eine Satz war schon schwer genug zu verstehen! Er ist so verzwickt formuliert. Heißen soll er wohl nichts anderes als: Menschen, die an Jesus Christus glauben, haben keinen Fürsprecher mehr nötig, keinen der für sie bittet. Sie können wie Kinder mit ihrem Vater sprechen, ohne Vermittler, eben so direkt, wie wir mit unserem irdischen Vater reden. So hört sich das jetzt ganz einfach an - ist es aber nicht! Einfach jedenfalls nicht im Sinn von "unbedeutend". Ich kann mir eigentlich nichts Wichtigeres vorstellen, als dass wir einen Gott haben, den wir immer, jederzeit, überall, mit allen Freuden und Nöten ansprechen können - wie unseren "Vater".
Diese Gedanken bedeuten: Wenn ich am Morgen vor dem Alltag meine Hände falte, dann darf ich sicher sein, ich habe ein Gegenüber, dem ich meine Bitten anvertraue und dem ich meinen Dank sage. Immer wenn ich vielleicht über meinem täglichen Essen Gott lobe, mich an den Erlebnissen, die schön sind, freue und über die bösen Erfahrungen klage - dann hört mich einer! Und wenn ich alles aufgeben müsste, was mir in der Heimat lieb und wert ist, mein Haus, meine Verwandtschaft, mein Hab und Gut. Wenn ich alles verlassen und weggehen müsste und weiß nicht, wo ich ankomme - einer geht immer mit mir, ja, er ist immer schon da, wo ich auch hinkomme. Ich darf ihn rufen und er hört meine Stimme. -
Nun wird der ein oder die andere denken und sagen: Wie oft habe ich schon um dieses oder jenes gebetet, erhört wurde ich nicht! - Nein, ich will jetzt nicht sagen, das wäre falsch gebetet gewesen, wenn uns nicht erfüllt wurde, was wir wollten. Nein, wir haben nicht sozusagen die verkehrten Worte gewählt oder auf unangemessene Weise zum Vater gesprochen. Vielmehr ist das ja gerade die frohe Botschaft für diesen Sonntag: Wir haben direkten Zugang zum Vater. Es bedarf keiner Vermittler, die's vielleicht besser sagen können, geschickter formulieren oder die gar Gott irgendwie gefälliger wären. Nein, ich darf sprechen, wie ich fühle, wie ich's kann, wie mir zumute ist, wie ich's halt herausbringe - und: der Vater hört mich! Und ich werde Antwort bekommen.
Aber: - und das ist jetzt kein Rückzieher - ich werde das bekommen, was der Vater mir geben will, was er für mich für richtig hält. Ich weiß von einigen Gelegenheiten in meinem Leben, da wünschte ich mir sehnlich etwas ganz anderes, als dass, was dann geschehen ist. Ich wusste genau: Dies oder das möchtest du haben, so soll es kommen - und ich habe auch darum gebetet! Heute kann ich nur sagen: Ich danke Gott, wie es dann gekommen ist. Und wo ich heute noch nicht begreife, und wenn ich heute auch noch nicht für alles danken kann, ich weiß doch ganz sicher: Es wird gut ausgehen, gut für mich und im Sinne des Plans, den der Vater mit mir hat. - Haben sie ähnliches nicht auch erlebt? - Müssten wir von daher nicht eigentlich hinter jeder unserer Bitten und am Ende aller unserer Gebete sagen: Vater, dein Wille geschehe!?
Nun könnte man in Gedanken hineingeraten, dass man sagt: Wenn nun doch in allem der Wille Gottes geschieht und auch am besten geschehen sollte - wofür dann überhaupt noch bitten? - Nun, abgesehen davon, dass sich der "Vater" auch über Dank freut... Es ist auch zweierlei, einen Wunsch, eine Bitte nur im Herzen zu haben und zu hegen - und sie vor dem Vater auszubreiten! Oft schon haben Beter bereits während sie beteten gespürt, du verlangst da etwas von deinem Gott, dass er dir als "Vater" nicht geben kann.
Hier bin ich jetzt zurück bei denen, die uns die wunderbare Gabe des Betens meist weiter gegeben haben: Liebe Mütter - und auch allen anderen, die beten und andere das Beten lehren - wie wichtig mag das sein, dass auch in unserer Zeit die jungen Leute bei uns das "Gebet" lernen. Sicherlich aber auch das Bitten, das Loben und das Danken, aber auch - und heute sage ich: vielmehr - das feste Wissen eifriger und beharrlicher Beter: Ich werde gehört, was auch immer ich sage, wie auch immer ich es ausdrücke, wo auch immer ich bin. Ein so gemeintes Beten, ein solches unbefangenes Sprechen zum Vater im Himmel, kann einen Menschen durch das Leben tragen, selbst durch ein Leben, das nicht leicht ist und in dem vieles zerbricht.
Ich bin meiner Uroma heute noch dankbar dass sie mich an die Hand genommen hat mich auf dem Weg in mein Christenleben begleitet hat. Dass sie mir das beten gelehrt hat und mir gezeigt hat, dass Beten etwas ganz normales und doch auch besonderes ist.
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er's euch geben. Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, dass eure Freude vollkommen sei.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 387, 1+3-5 Mache dich mein Geist bereit

* Fürbittengebet:
Wie wichtig mag das sein, dass auch in unserer Zeit die nach uns kommen bei uns das "Gebet" lernen, denn es kann uns durchs das Leben tragen, selbst durch ein Leben, das nicht leicht ist und in dem vieles zerbricht.
(Lasst uns beten und als Gebetsruf antworten mit dem Kyrie Eleison EG 178, 9)
Herr, unser Gott, wir danken dir für das Vorrecht deiner Kinder, beten zu dürfen in der Gewissheit, dass du uns hörst.
Wir wollen dich heute für die Menschen bitten, die nicht beten oder nicht mehr beten können, weil du ihre Wünsche nicht erfüllen konntest oder weil ein Schicksalsschlag sie an dir hat irre werden lassen. Zeige ihnen auch wieder die guten Entwicklungen ihres Lebens, wende ihren Blick auf die Erlebnisse, die schön waren und sie froh gemacht haben und hilf ihnen so, wieder einen neuen Anfang mit dem Beten machen zu können. Wir singen:

G: EG 178, 9 Kyrie Eleison

Wir bitten dich auch für die Menschen, die immer nur wünschen und sogar fordern können. Lass sie doch wissen, dass zum Gebet auch der Dank gehört, auch der Lobpreis deiner Macht, auch das fröhliche Weitergeben deiner Geschenke. Öffne du das Herz dieser Menschen für ihre Mitmenschen. Öffne ihnen auch die Augen, dass sie sehen, wie gut es ihnen doch geht, wenn sie sich mit anderen vergleichen. Mach sie so dankbar und froh über ihr eigenes Schicksal. Wir singen:

G: EG 178, 9 Kyrie Eleison

Wir bitten dich besonders für unsere Jugend, für die Kinder und die Heranwachsenden. Wo sie niemanden haben, der ihnen von der Macht des Gebets spricht, wo keine Mutter und kein Vater sie das Beten gelehrt hat, da gib uns den Mut und zeige uns den Weg hier einzuspringen. Und wenn es dein Wille ist, wecke in den jungen Leuten dann auch den festen Glauben an dich und das Vertrauen dazu, dass du ihr Leben lenkst und sie trägst. Wir singen:

G: EG 178, 9 Kyrie Eleison

Auch für unsere Gesellschaft, für die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, bei den Medien und der Wissenschaft bitten wir dich um Menschen, die noch beten können oder wieder das Beten lernen. So lass unsere Welt, wenigstens unser Land wieder zu dir und deinen Geboten, zu den Werten des Christentums und den Maßstäben Jesu Christi zurückfinden - uns allen zugut! Wir singen:

G: EG 178, 9 Kyrie Eleison

Für unseren verstorbenen Bruder Rudolf Schneider der im Alter von 91 Jahren verstorben ist und für unsere verstorbene Schwester Helma Werth die im Alter von 83 Jahren verstorben ist bitten wir, nimm unsere Verstorbenen auf in deinem Himmlischen Heiligtum. Tröste du die, die zurückbleiben und lehre uns begreifen, dass es mit uns ein Ende haben muss. Lass uns die schönen und fröhlichen Momente nie vergessen die wir mit ihnen hatten und lass uns in der Trauer und im Loslassen nicht alleine. In deine gnädigen Hände legen wir das Leben und Sterben unsere beiden verstorbenen. Wir wissen das der Tod nicht das Ende ist, sondern die Wende, beginn der Ewigkeit in Gottes gnädigen Händen. Wir singen:

G: EG 178, 9 Kyrie Eleison

Herr, unser Gott, wir danken dir für das Vorrecht deiner Kinder, beten zu dürfen in der Gewissheit, dass du uns hörst.


Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. AMEN.

* Bekanntmachungen:
Donnerstag, 30.05.19 um 11 Uhr ökumenischer Gottesdienst zu Himmelfahrt mit dem Posaunenchor, dem Kammerchor aus Troizk und anschließendem Suppenessen auf dem Kirchvorplatz.
Am Donnerstag, 30. Mai laden die katholische Kirchengemeinde Mariäe Himmelfahrt und die evangelischen Kirchengemeinden Aufenau, Spielberg-Waldensberg und Wächtersbach um 11 Uhr ein zum ökumenischen Gottesdienst in die Ev. Kirche in der Wächtersbacher Altstadt ein. Musikalisch erwartet die Besucher der Chor aus Troitzk. Der Chor wird die Besucher auch anschließend vor der Kirche noch etwas musikalisch unterhalten. Außerdem begleitet der Posaunenchor der Wächtersbacher Kirchengemeinde den Gottesdienst. Nach dem GoDi erwarten die Besucherinnen und Besucher verschiedene Suppen der Kirchengemeinden auf dem Vorplatz der Kirche. Auf vielfachen Wunsch wird es wieder einen Suppen-Wettbewerb geben. Der Sieger wird im Anschluss als „Wächtersbacher Suppenkönig oder Suppenkönigin“ gekürt und bekommt den Wanderkochlöffel. Die Pfadfinder der katholische Kirchengemeinde bietet zudem Kaffee und Kuchen an.
Sonntag, 02.06.2019 um 9 Uhr in Weilers, 10 Uhr in Wächtersbach
2. Juni: Konzert des Posaunenchores um 17 Uhr in der Kirche

Donnerstag, 06.06.19 um 16 Uhr startet wieder der Kindergottesdienst in der Kirche

Kollekte: Telefonseelsorge

* Lied EG 369, 7 Sing, bet und geh

* Votum:
Sei gut behütet
Im übrigen meine ich dass Gott uns alle schützen möge
auf unserem langen Weg zur Versöhnung mit allen Menschen und mit allen Völkern.
Er möge uns bewahren und pflegen
Mit seiner allumfassenden Güte
Er möge uns heilen
Und alle Krankheiten von uns nehmen
All unsere Wunden an Leib und Seele
Die wir uns ständig antun
Möge er mit seiner einzigartigen Kraft
In Zeichen der Reife und Weisheit verwandeln

Er möge von seiner Heiterkeit ein Quentchen
In uns hineinpflanzen
Auf dass sie bei uns wachse blühe und gedeihe
Und wir unseren Alltag leichter bestehen
Dass er uns bewahre vor jedem Hochmut und jeder Bitterkeit
Und dass er uns fähig mache
Weiterhin zu glauben an seine Welt
Die nicht von unserer Welt ist
Und dass wir nicht ersticken an allem Tand und eitlem Tun
darum bitten wir ihn von ganzem Herzen
Er möge uns behüten vor aller Besserwisserei
Und uns beflügeln
Freiheit und Fantasie zu nutzen
Um Feinde in Freunde zu verwandeln
Er lösche langsam in uns jedes Vorurteil
Langsam
Denn wir stecken bis über beide Ohren voll davon
Er schenke uns von seiner Vielfalt ein Stückchen Großmut
Und führe uns nicht in Haarspaltereien
Gedankenenge und Geistesnot

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.
  Thema: Gottesdienst am Sonntag Quasimodogeniti, 28.04.2019
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 28.04.2019 19:12   Titel: Gottesdienst am Sonntag Quasimodogeniti, 28.04.2019
Gottesdienst am Sonntag Quasimodogeniti
28.04.2019
10.00 Uhr Ev. Kirche Wittgenborn
Text: Markus 16, 9-20

* Lied EG 155, 1-3 Herr Jesu Christ

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Liebe Gemeinde, zum Gottesdienst heute am Sonntag Quasimodogeniti heiße ich Sie und Euch alle ganz herzlich Willkommen.
Thema dieses Gottesdienstes: Ostern will uns beschenken. Mit Hoffnung und Zuversicht. Mit neuem Anfang statt endgültigem Ende. Sind wir bereit, uns darauf einzulassen? Im Glauben können wir erfassen, was Ostern meint.
Ich wünsche uns einen Mutmachenden Gottesdienst

*Lied EG 111, 1-4 Frühmorgens da die Sonn aufgeht

*Eingangspsalm:

Psalm 116 EG 746 im Wechsel

Kommt lasst uns anbeten

*Aufforderung zum Bittruf:
Gott, du gibst uns Grund zur Hoffnung, aber wir zweifeln.
Du gibst uns Antworten auf Fragen nach Leben und Tod,
aber wir stellen in Frage. Du schenkst unserem Glauben guten Boden, aber wir können nicht vertrauen.
Herr, hilf unserem Unglauben. Wir rufen und bitten:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. So kommen wir, wie wir sind.
Mit unseren Zweifeln, Ängsten und Fragen.
Du nimmst uns in deiner Liebe auf und stärkst unseren Glauben. Dafür danken wir dir und loben dich:

*Kollektengebet:
Herr, unser Gott,
nimm uns an, nimm unser einfaches Beten an.
Vielleicht ist es nur ein unbeholfenes Stammeln
wie das Lallen neugeborener Kinder.
Doch du kennst unser Herz, weißt, was es fürchtet und seufzt, wonach es sich sehnt.
Wir bitten dich durch Christus Jesus, unseren Herrn,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit.
G: AMEN

* Schriftlesung: Johannes 20, 19-29
19 Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!
20 Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen.
21 Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
22 Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist!
23 Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.
24Thomas aber, der Zwilling genannt wird, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.
25 Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmahle sehe und meinen Finger in die Nägelmahle lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich's nicht glauben.
26 Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen versammelt und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch!
27 Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
28 Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!
29 Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 552 Einer ist unser Leben

* PREDIGT:
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.
Liebe Gemeinde,

manche Dinge sind zu schön, um wahr zu sein. Das gilt besonders dann, wenn wir uns nach etwas sehnen. Dann strecken wir uns danach, wagen aber nicht, wirklich darauf zu hoffen.
Es ist wie bei der Bewerbung um eine begehrte Arbeitsstelle. Man tut alles dafür: arbeitet am Lebenslauf, feilt an jedem Wort seiner Unterlagen, stellt passende Referenzen zusammen. Wenn die Einladung zum Gespräch kommt, freut man sich, hofft, bereitet sich darauf vor. Präsentiert sich dem zuständigen Gremium. Doch stets ist da das Wissen, dass es viele Mitbewerber gibt und die Chance gering bleibt.

Man hofft und arbeitet auf ein Ziel hin, ohne fest glauben zu können, dass es am Ende dazu kommen wird. Wie ein kleines Wunder ist es dann, wenn man am Ende sagen kann: Kaum zu glauben, ich habe es geschafft, ich habe den Job bekommen, das hätte ich ja n ie für möglich gehalten.

Ähnlich wie dem Bewerber ergeht es dem Osterevangelium bei den Menschen: Sein Kern, die Auferstehungsbotschaft, hat es nicht leicht, in unserer Gesellschaft ans Ziel zu kommen. In einer Art moderner Bewerbungs- und Bewertungssituation für das Religiöse schafft sie ihren Weg zu gerade einmal 11 Prozent der Bundesdeutschen. So lautet das Ergebnis einer Emnid-Umfrage aus dem vorletzten Jahr.
Dabei ist die Auferstehung, die uns Hoffnung und Zukunft in Aussicht stellt, doch alles andere als zu verachten. Liegt die geringe Resonanz daran, dass das alles viel zu schön ist, um wahr zu sein? Erschreckend dabei auch der Dummfrager bei FFH der am Samstag vor Ostern nach dem Karfreitag fragte. Was ist der Karfreitag, wo liegt der Ursprung? Einer meinte Karfreitag, das hat was mit dem Auto zu tun. Ein anderer meinte es sei etwas mit Karneval, wieder eine andere stellte fest das Jesus da geboren wurde. Ja die Botschaft von Ostern hat es mächtig schwer und das Unwissen über das Fest ist groß.

Die Bibel ist ein realistisches Buch - mit allen Facetten menschlichen Lebens und Glaubens. Sie beschönigt nichts und berichtet offen über das Scheitern der guten Nachricht, das von Anfang an in der Christenheit dazugehört. Auch unser Predigtwort, das sich an die Erzählung von der Flucht der drei Frauen weg von dem Engel und seiner Botschaft am leeren Grab anschließt, zeugt davon. Ich lese uns aus Markus 16, die Verse 9-20

9 Als aber Jesus auferstanden war früh am ersten Tag der Woche, erschien er zuerst Maria von Magdala, von der er sieben böse Geister ausgetrieben hatte.
10 Und sie ging hin und verkündete es denen, die mit ihm gewesen waren und Leid trugen und weinten.
11 Und als diese hörten, dass er lebe und sei ihr erschienen, glaubten sie es nicht.
12 Danach offenbarte er sich in anderer Gestalt zweien von ihnen unterwegs, als sie über Land gingen.
13 Und die gingen auch hin und verkündeten es den andern. Aber auch denen glaubten sie nicht.
14 Zuletzt, als die Elf zu Tisch saßen, offenbarte er sich ihnen und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härte, dass sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten als Auferstandenen.
15 Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.
16 Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.
17 Die Zeichen aber, die folgen werden denen, die da glauben, sind diese: In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben, in neuen Zungen reden,
18Schlangen mit den Händen hochheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird's ihnen nicht schaden; auf Kranke werden sie die Hände legen, so wird's besser mit ihnen werden.
19 Nachdem der Herr Jesus mit ihnen geredet hatte, wurde er aufgehoben gen Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.
20 Sie aber zogen aus und predigten an allen Orten. Und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die mitfolgenden Zeichen

Liebe Gemeinde,

wir hören: Ostern ist zuerst ein einziger Misserfolg. Wiederholt scheitert die Verkündigung der Auferstehung an ihren Empfängern. Lapidar heißt es: Sie aber glaubten es nicht. Unverrichteter Dinge kehren die Boten wieder um. Erst der Auferstandene selbst kann das Blatt wenden. Er erscheint den elf Jüngern bei Tisch. Er tadelt den Unglauben und gibt den Befehl, die Christusbotschaft in die Welt zu tragen. Zeichen und Wunder begleiten die, die ihm gehorchen und losgehen.
Ich stelle mir vor, wie das heute wäre. Eine geradezu paradiesische Situation für unsere Kirche: Die Wahrheit des Evangeliums und die Hoffnung, die Christus in die Welt bringt, lässt sich problemlos weitergeben. Wunder begleiten die Verkündigung, die alle überzeugen.
Passend für eine Welt, die Erklärungen und Beweise gewohnt ist und nicht selten erwartet, dass sich alles aufschlüsseln und belegen lässt. Und dann blicke ich auf die heutige Wirklichkeit: Die sieht ganz gegenteilig aus. Jeder und jede Einzelne von uns steht als Teil der Kirche Christi wohl oft eher in der Situation der allerersten Boten und könnte eine zurechtweisende Erscheinung wie bei den elf Jüngern gut gebrauchen. Das lässt unsere gute Nachricht nicht weniger wahr und wichtig sein. Aber macht es ungleich schwerer.

Mit dem Glauben verhält es sich wie mit den meisten anderen Dingen, auf die unser Leben aufbaut, auf die wir setzen, weil sie uns Halt und Grund geben. Sie sind nicht verfügbar, entziehen sich jeglicher Garantie, bleiben einfach nur angenommen. Und müssen das von uns auch im doppelten Sinne werden! Das beginnt in der Kindheit, wo wir instinktiv nach Geborgenheit und Hilfe bei unseren Eltern suchen, ohne dass diese uns per se sicher wären. Das geht weiter in dem Zutrauen in die Welt, ohne das wir den Mut zum Leben gar nicht aufbrächten. Wir finden es wieder in Freundschaft und Liebe, wo wir von anderen Menschen wie selbstverständlich Dinge erwarten und erhoffen, ohne Sicherheiten dafür zu haben. Indem wir auf etwas vertrauen, indem wir und andere uns darauf einlassen, wird möglich, was wir von ihm erwarten. Und am Ende ist es für uns so selbstverständlich, dass wir es nicht einmal mehr hinterfragen.

„Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden“, heißt es bei der letzten Begegnung Jesu mit den Jüngern. Das gilt in der heutigen Zeit mehr denn je, wo wir nicht mehr im selben Maße von Wundern begleitet sind wie die Jünger damals. Wer sich jedoch auf die Verheißung der Worte einlässt, wird von ihnen beschenkt mit unerschütterlicher Zuversicht, wie sie nur der Glaube zu geben vermag. So dass in ihnen nicht nur Zukunft wartet, sondern sich in ihnen auch die Gegenwart verändert. Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 100 Wir wollen alle fröhlich sein

* Fürbittengebet:
Lasst uns beten zu Gott, unserem Vater,
durch den wir in Christus das Leben haben:

Für unsere Eltern und alle, die uns mit ihrer Liebe begleiten:
dass sie mit Christus das Leben gewinnen,
und dass wir alle mit ihm bereit sind,
es täglich anderen hinzugeben. Wir singen:

G: Laudate omnes gentes... 181,6

Für unsere Verwandten, Freunde und Bekannten
und für alle, mit denen wir zusammen leben und arbeiten:
dass wir einander verbunden bleiben in guten und bösen Tagen,
in Vertrauen und gegenseitigem Verstehen. Wir singen:

G: Laudate omnes gentes... 181,6

Für unsere christlichen Kirchen:
dass sie den Lebenden nicht bei den Toten suchen,
wenn sie Christus den Menschen verkündigen,
und Anteil nehmen an den Fragen und Nöten der Welt von heute. Wir singen:

G: Laudate omnes gentes... 181,6

Herr, unser Gott,
dir verdanken wir unser Leben
inmitten einer Welt voll Veränderung und Vergänglichkeit.
Stärke uns in der Hoffnung,
dass das Gute stärker ist als das Böse
und das Leben mächtiger als der Tod.
Darum bitten wir dich durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn,
der uns in Tod und Auferstehung den Weg vorausging
und der mit dir lebt in Ewigkeit.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Bekanntmachungen
Kollekte:
Die Kollekte heute ist bestimmt für die AUSBILDUNGSHILFE junger Christen in Afrika und Asien.

Gott segne Geber und Gabe.

Herzliche Einladung heute Mittag um 16 Uhr zum Konzert des Heart Chores in der Wächtersbacher Kirche. Als Gast wird Matthias Baselmann dabei sein. Benefizkonzert zu Gunsten des Wünschewagens Hessen.

Die nächsten Gottesdienste feiern wir:
Samstag, 4. Mai 19 Uhr Abendmahlsgottesdienst am Vorabend der Konfirmation für alle Konfirmanden in Wächtersbach
Sonntag, 5. Mai 10 Uhr Konfirmationsgottesdienst in Wächtersbach und 14 Uhr in Wittgenborn

Wochenspruch:
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.
1. Petrus 1,3

* Lied EG 99 Christ ist erstanden

* Votum:
Sei gesegnet in deinen Füssen,
die dich tragen in allem was du bist.
Du, sei gesegnet in deinen Beinen,
die dich dahin bringen, wo du das lebst,
was jetzt wichtig ist.
Gesegnet sei in deinem Leib,
dass dir die Wärme und die Lust,
die Liebe und der Schmerz
zur ständigen Quelle deines Lebens werden.
Sei gesegnet in deinem Herzen,
dass dir die Güte einen Lichtkranz
um dein Herz entstehen lässt
und alles Blut hell pulsiert.
Du, sei gesegnet in deinen beiden Schultern,
Armen und Händen,
dass du klar weißt, was zu tragen ist,
zu geben oder abzuwehren.
Gesegnet sei in deinem Hals,
Nacken und Kopf,
dass gute Gedanken deine Schöpferkraft fördern
und das Lächeln deines inneren Friedens dich verschöne.
So sei gesegnet.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN
  Thema: Ostergottesdienste mit Abendmahl, 21.04.2019
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 21.04.2019 21:33   Titel: Ostergottesdienste mit Abendmahl, 21.04.2019
Abendmahlsgottesdienste am Ostersonntag
21. April 2019
09.00 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn mit Taufaufgebot
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
Text: Johannes 20, 11-18

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Die freudige Nachricht: Jesus Christus ist auferstanden.
Er ist wahrhaftig auferstanden!
Mit diesem Gruß heiße ich Sie und Euch zu diesem Ostergot-tesdienst herzlich willkommen. Wir feiern ihn:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

* Eingangslied EG 100 Wir wollen alle fröhlich sein

* Eingangspsalm:
Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte wäh-ret ewiglich!
In der Angst rief ich den Herrn an;
und der Herr erhörte mich und tröstete mich.
Der Herr ist mit mir; darum fürchte ich mich nicht;
was können mir Menschen tun?

Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte wäh-ret ewiglich!

Es ist gut, auf den Herrn vertrauen und nicht sich verlassen auf Menschen.
Es ist gut, auf den Herrn vertrauen und nicht sich verlassen auf Fürsten.

Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte wäh-ret ewiglich!

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,
ist zum Eckstein geworden.
Das ist vom Herrn geschehen
und ist ein Wunder vor unseren Augen
Dies ist der Tag den der Herr macht;
lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein!

Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte wäh-ret ewiglich!
(nach Psalm 118)
Kommt lasst uns anbeten:

* Aufforderung zum Bittruf:
Oft habe ich große Angst, dass mich niemand mag.
Dann lasse ich den Kopf hängen und bin traurig.
Gott, steh mir bei in meiner Angst. Höre, wenn wir rufen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Ich erlebe, wie mich jemand anlächelt.
Ich freue mich — wie eine Frühlingsblume,
die nach langer Zeit aus der dunklen Erde ans Licht kommt.
Dafür lobe ich dich, Gott! Wir singen:

* Kollektengebet:
Guter Gott, heute ist Ostern,
ein Festtag zum Lachen und Fröhlich sein.
Wir freuen uns und spüren dein Geschenk, das neue Leben.
Jesus ist in unserer Freude gegenwärtig.
Er ist unser Freund – heute, morgen und in Ewigkeit.
AMEN.

* Schriftlesung: (Johannes 20, 11-1Cool
11 Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, schaute sie in das Grab
12 und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo sie den Leich-nam Jesu hingelegt hatten.
13 Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.
14 Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist.
15 Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast; dann will ich ihn holen.
16 Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister!
17 Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen aBrüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.
18 Maria von Magdala geht und verkündigt den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und das hat er zu mir gesagt.
(Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinab gestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 112, 1-3 Auf auf mein Herz

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Got-tes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Ostergemeinde,
bevor ich den für heute vorgesehenen Osterbericht des Jo-hannes lese, sollten wir noch einmal zurückdenken. Unser Blick auf das Ostergeschehen ist immer schon vom Glauben an die Auferstehung geprägt. Das verstellt uns leicht den Blick für die Dramatik der geschilderten Ereignisse. Osterfreude und Osterlachen erreichen mich nur, wenn ich vorher auch die Tiefe der Verzweiflung wahrgenommen habe.
Ich versuche, mich in die Lage der Jünger zu versetzen. Je-sus ist hingerichtet. Die Hohenpriester und die Römer trium-phieren. Der Unruhestifter, der selbsternannte Gottessohn ist beseitigt. Es herrscht wieder römischer Frieden im Land. Ängstlich haben sich die Jünger versteckt. Beschämt beweint Petrus seine Schwäche.
Nun einige der Frauen wagen sich heraus. Sie wollen nun die Arbeiten am Leichnam nachholen, die der hereinbrechende Sabbat nicht mehr zuließ. Das Kopftuch tief ins Gesicht gezo-gen, schleichen sie mit hängendem Kopf zum Grab. Alle Hoff-nung ist verloren.
Hier ist nichts gut. Hier ist nur noch Trauer.
An dieser Stelle setzt der Predigttext ein, den wir eben als Le-sung gehört haben.
Wir haben ihn noch im Ohr, so liebe Gemeinde, kann man von Ostern erzählen: Eine trauernde Frau begegnet dem Aufer-standenen. Die eigentliche Auferstehung ist so unfassbar, dass sie an keiner Stelle beschrieben wird. Die Engel, die Bo-ten Gottes wirken in der der Erzählung des Johannes über-flüssig. Sie helfen Maria nur, ihre Trauer auszusprechen. Fas-sungslos drückt sie aus, dass ihr auch noch das letzte ge-nommen wurde, die Pflege des Leichnams. Geschickt wird so der folgende Dialog mit Jesus vorbereitet: Bist du etwa der Mann, der meinen Herrn weggetragen hat?
Nicht einmal die engsten Freundinnen und Freunde haben Je-sus nach der Auferstehung erkannt. Maria nicht, die Emmaus Jünger nicht.
Ihnen geht es wie einem bekannten Schweizer Kollegen:
Die Emmentaler sind ja bekannt dafür, dass sie Feste richtig feiern können, besonders Hochzeiten. So kam es, dass ein Pfarrer und sein Küster auf einer Hochzeit zuviel vom guten Wein angeboten bekamen und nach der Feier im Straßengraben landeten. Nach einiger Zeit lallt der Küster: "Hochwürden, glauben Sie an die Auferste-hung?" "Für die nächsten drei Stunden bestimmt nicht", tönt es zurück.
Maria hält den auferstandenen Jesus für den Gärtner. Ich se-he ihn im grünen Overall vor mir. Problemlos verschmilzt er mit dem Hintergrund des Gartens um die Grabanlage. Bei Reinhard Mey ist der Gärtner immer der Mörder; in der Bibel wird der Ermordete zum Gärtner. Auch er fragt nach der Trauer Marias. Warum weinst du? Jesus kann die Trauer er-tragen, also nicht „Wein doch nicht!“ oder „Es wird alles gut“. Jesus fragt, warum weinst du? und lässt damit all die verzwei-felten Gefühle seiner Freunde zu. So wird Heilung möglich.
Das, was uns so selbstverständlich ist, muss erst in Worte gefasst werden. Nur dann kann Trauer wirklich durchbrochen werden. Und Maria antwortet. Jesus fehlt! Und wenn der Gärtner ihn weggetragen hat, dann soll er ihn wieder heraus-geben. Fast ein wenig störrisch wirkt sie da, beginnt sich sel-ber gegen die Trauer zu wehren. Nicht das Schönreden, son-dern das gemeinsame Aushalten der Schmerzen öffnet neue Wege.
Erst als Jesus Maria mit Namen anspricht, erkennt sie ihn. Liebevoll gibt Johannes diesen Teil des Gesprächs in aramäi-scher Sprache wieder. So wie Jesus und Maria sich unterhal-ten haben dürften. Diese beiden standen sich, so spüren wir in der Erzählung, besonders nah. Und dennoch muss Jesus sich deutlich zu erkennen geben. Diese Beziehung zwischen Jesus und Maria und Magdala ist später immer weiter ausge-schmückt worden.
Sicher ist sie wohl seine Seelengefährtin gewesen, eine be-sonders vertraute Schülerin. Sie, die Frau von zweifelhafter Herkunft, wird zur ersten Zeugin. Ihre Liebe zu Jesus trägt über den Tod hinaus. Trotz der Eifersucht der Jünger, trotz der männerbezogenen Rechtsprechung der Antike haben die Evangelisten das bewahrt. Kein Mensch ist Jesus näherge-kommen als Maria; wie aber diese Nähe aussah, das ist ver-schlossen und privat. Es geht uns nichts an. Sie ist die erste Zeugin der Auferstehung. Ihr treuer Weg zum Grab brachte uns die erste Kunde von der Auferstehung. Ihr Wort ist das Ur-Evangelium. Ihre Liebe ist der Anfang und darum geht uns die Beziehung bis heute etwas an.
Das hat sicher einen tieferen Grund als in der Geschichte vom Religionslehrer. Als er im Unterricht bei der Auferstehung an-kam, fragte er: "Wer kann mir sagen, warum Jesus nach der Auferstehung zuerst den Frauen erschien und nicht den Männern?" Der kleine Paul meldet sich: "Das ist doch klar – damit die Nachricht schnellstens bekannt wurde."
Nach antikem Recht zählte das Zeugnis der Frau gar nichts und die frühen Christen hätten allen Grund gehabt, die Erzäh-lungen anders festzuhalten. Für die Glaubwürdigkeit in der Öf-fentlichkeit wäre es besser gewesen, Petrus und die anderen Jünger wären die ersten gewesen. Nicht umsonst sind keine Frauen in die Jüngerlisten aufgenommen worden, obwohl sie doch immer dabei waren, wenn Jesus sprach. Umso gewich-tiger das Zeugnis der ersten Stunde. Die Frauen am Grab.
Ich mag diesen Auferstehungsbericht unheimlich gerne. Er hilft mir, den Auferstandenen heute zu finden. Das Bild vom Gärtner in Jerusalem lässt mich genauer hinsehen, wenn mir all die anderen Gärtner in Gottes Garten begegnen und die ganze Tiefe der Osterbotschaft entschlüsseln. Die alte Tradi-tion des Osterlachens ist, so finde ich, ein guter Weg, um den Glauben an das Unvorstellbare auszusagen. Daher auch der ein oder andere Witz in der Predigt.
Seit Ostern dürfen wir lachen. Lachen über den Tod und auch Lachen über all die Schuld, die uns voneinander trennt.
Ostern dürfen wir Lachen über die Furcht vor dem Sterben. Gott hat den Tod überwunden, der Teufel hat ausgespielt, auch wenn manche das nur schwer annehmen können:
Markus und Peter haben Nüsse geklaut. Um nicht ent-deckt zu werden, schleichen sie sich in die gerade offen stehende Leichenhalle, um sie zu teilen. Vor der Tür ver-lieren sie noch zwei ihrer Nüsse. In der Halle dann: „Eine für dich, eine für mich, eine für dich, eine für mich“, murmeln sie. Der Küster kommt vorbei und hört ihre Stimmen. Ihm sträuben sich die Haare. Er läuft zum Pfar-rer: „Herr Pfarrer, Herr Pfarrer, in der Leichenhalle spukt es. Da handelt Gott mit dem Teufel die Seelen aus.“ Der Pfarrer schüttelt nur den Kopf und geht mit dem Küster leise zur Leichenhalle. „Eine für dich, eine für mich“ tönt es weiter von drinnen, „eine für Dich, eine für mich“. „So, das sind jetzt alle. Nun holen wir uns noch die bei-den vor der Tür!“
Seit Maria im Gärtner ihren Meister wiedererkannt hat, dürfen wir über solche Geschichten herzhaft lachen. Es gibt für den Teufel nichts mehr zu handeln. Am Kreuz ist alle Schuld von uns genommen. Wir werden mit Jesus auferstehen.
Auf dem Weg zum Galgen soll Dietrich Bonhoeffer gesagt ha-ben: „Das ist das Ende – für mich der Beginn des Lebens.“ So klingt Ostern. Das lassen Sie uns heute fröhlich feiern! Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 103 Gelobt sei Gott

*Taufaufgebot Maila Brill nur in Lettgenbrunn
Am Pfingstmontag, 10.06.2019, taufen wir hier in der Jo-hanneskirche Lettgenbrunn um 10.30 Uhr Maila Brill die am 15.10.2018 das Licht der Welt erblickte. Gott der als Licht der Welt in diese Welt gekommen ist, leuchtet unserem Täufling und seiner Familie. In jedem Kind wird die große liebe Gottes erfahrbar und die Freude die damit verbunden ist. In den Kinderaugen sehen wir das Licht das Jesus Christus verkörpert.
Wir wollen für Maila beten:
Lieber Vater, wir bitten dich für unseren Täufling um Schutz und Begleitung auf all ihren Wegen. Lass du Maila viele Fußabdrücke in dieser Welt hinterlassen. Hilf den Eltern Doreen und Dirk und der Patin Karolin dass sie Maila im Christlichen Glauben erziehen. Lass ihr Leben getragen sein von Liebe, Respekt, Achtung, Hoffnung und Glau-ben.
Dankbar sind wir Herr, für Maila die du angenommen hast und die du liebst.
AMEN

* Lied EG 209, 1 Ich möchte das einer mit mir geht

ABENDMAHL
* Danksagung (Präfation):
Wir danken Dir, Herr, dass Du ein Gott des Lebens bist. Dein Ort ist nicht der Friedhof; Deine Stätte ist nicht das Grab. Du führst uns hinaus aus der Kammer des Todes. Du lässt ge-krümmte Menschen das Leben wieder lernen. Dein Wort ruft hinein in unseren Tod, weckt uns aus der Verzagtheit, in der wir es uns so bequem gemacht haben. Wir danken Dir, Herr, dass Du uns Dein Wort schenkst, das den Dschungel der Wörter durchdringt, in dem wir uns verloren haben. Dein Wort, das uns ergreift und ins Leben führt.

Danksagung (Präfation):


Dafür loben wir dich, Gott und singen!

Lied EG 185, 3 Heilig, heilig, heilig

* Einsetzungsworte:
Unser Herr Jesus Christus / in der Nacht, da er verraten ward / nahm er das Brot / dankte und brach's / und gab's seinen Jüngern / und sprach: Nehmet hin und esset / das ist mein Leib (+) / der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl / dankte / gab ihnen den / und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus / dieser Kelch ist das neue Testament (+) in mei-nem Blut / das für euch vergossen wird / zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächt-nis.

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 190, 2 Christe du Lamm Gottes

* Friedensgruß:
Der Friede des Herrn sei mit euch allen. Keiner sei gegen den anderen, keiner in sich verschlossen. Vergebt, wie euch ver-geben ist, nehmt einander an, wie Christus euch angenom-men hat zum Lobe Gottes.

* Austeilung:

* Lobpreis:
Lobe den Herrn, meine Seele,
und was in mir ist, seinen Heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht,
was er dir Gutes getan hat:
Der dir alle deine Sünden vergibt und heilet
alle deine Gebrechen,
der dein Leben vom Verderben erlöst und dich
krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.

Fürbittengebet:
Jesus, Sohn Gottes, öffne uns die Augen, dass wir dich sehen:
ein helles Licht in unserem grauen Alltag,
im Dunkel unserer Angst, auch noch in der Nacht unseres Todes.

Dir bringen wir unsere offenen Fragen, unsere ungelösten Proble-me,
unsere verwirrten Beziehungen - Gib uns Ausdauer, Gelassenheit,
unbeirrbare Hoffnung.

Dir bringen wir unsere Nächsten, unsere Angehörigen und Freun-de; auch unsere Feinde; alle, die wir nicht leiden können, die es uns schwermachen - Hilf uns lieben, wie du geliebt hast: ohne Vorbe-halt.

Dir bringen wir die Menschen, die leiden:
die überforderten mit ihrer Angst,
die enttäuschten mit ihren Tränen,
die kranken mit ihren Schmerzen,
die unterdrückten mit ihrem Stöhnen,
die armen mit ihrem Hunger,
die verzweifelten mit ihrem Schweigen -
Zeige uns Wege, ihr Leid zu mindern.

Dir bringen wir unsere Trauer um Menschen, die uns geprägt ha-ben,
die wir geliebt haben, mit denen wir uns noch verbunden fühlen.
Tröste uns durch das Licht deiner Auferstehung.

Nur in Lettgenbrunn
Dir bringen wir Maila die wir auf deinen Namen taufen werden. Sei du der Weg und das Ziel in Mailas Leben. Behüte und beschütze dieses kleine Leben. Halte du deine schützende Hand über ihr und sei du für unseren kleinen Täufling der Glaube, die Hoffnung und die Liebe.

Jesus, Sohn Gottes und Bruder aller Menschen,
wir hören dein Wort - gib, dass wir uns daran halten,
jetzt und in der Stunde unseres Todes;
wir empfangen deine Gaben -
gib, dass wir von ihnen leben,
für dich und den Vater,
in der Kraft des Heiligen Geistes.
AMEN.

* Lied EG 590 Komm Herr segne uns

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Förderung der pädagogischen Arbeit in Evangeli-schen Kindertagesstätten

Wochenspruch: Christus spricht: ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. Offb. 1, 18

Nächste Gottesdienste
Lettgenbrunn: Sonntag, 28. April 2019 um 9:15 Uhr mit Lekto-rin Kempf
Lohrhaupten: Ostermontag, 22. April 2019 um 10:30 Uhr mit Pfrin. Ehlers


* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein An-gesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Feier der Osternacht mit Taufe und Abendmahl, 20.04.2019
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 21.04.2019 21:30   Titel: Feier der Osternacht mit Taufe und Abendmahl, 20.04.2019
Feier der Osternacht mit Abendmahl und Taufe
Karsamstag, 20. April 2019
Ev. Kirche Wächtersbach
22.00 Uhr
Text: Matthäus 28, 1-10

Stille
Keine Glocken
Kirche und Turm sind dunkel / im Turm brennt eine Kerze
Am Eingang werden die Liedblätter, Gesangbücher und die Kerzen verteilt
Lesungen finden mit Kerzen statt.

1. Lesung Thomas
Die Schöpfung (Gen. 1-2)
Warum ist diese Nacht anders als alle anderen Nächte? Heute ist die Nacht der Erlösung.
Hört, wie Gott das Licht aus der Finsternis erlöst und die Welt geschaffen hat.
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Und Gott sprach: „Es werde Licht!“ Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war.
Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.
Und Gott schied den Himmel von der Erde, das Land von dem Meer; er schuf Gras und Bäume, Sonne, Mond und Sterne, Fische und Vögel und alle Tiere des Feldes.
Und Gott sprach: „Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei.“ Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan.“
Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.
- - - S t i l l e - - -

Gebet Fabian
Lebensspendender Gott,
als du die Welt geschaffen hast, nahmst du dir Zeit.
Jedes Werk hast du angeschaut, du hast innegehalten.
In deinen Augen war es gut.
Schärfe unseren Blick für die Schönheit des Lebens,
die in jedem Schöpfungswerk für uns da ist.
Durch Christus, unsern Bruder und Herrn.
Amen.

Gesang: Ubi caritas et amor, ubi caritas Deus ibi est (x2)

2. Lesung GISELA
Die Sintflut (Gen. 7)
Warum ist diese Nacht anders als alle anderen Nächte? Heute ist die Nacht der Erlösung.
Hört, wie Gott die von ihm erschaffene Welt durch eine Sintflut zerstört, aber das Leben nicht erlö-schen lässt.
Als der Herr sah, dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden, da reute es ihn, dass er die Menschen ge-macht hatte auf Erden, und er sprach:
„Ich will die Menschen die ich geschaffen habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis hin zum Vieh, bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln unter dem Himmel; denn es reut mich, dass ich sie gemacht habe.“ Aber Noah fand Gnade vor dem Herrn.
Da sprach Gott zu Noah: „Mache dir einen Kasten von Tannenholz. Du sollst in die Arche gehen mit deinen Söhnen, mit deiner Frau und mit den Frauen deiner Söh-ne. Und du sollst in die Arche bringen von allen Tieren je ein Paar dass sie leben und bleiben mit dir.“ Und Noah tat alles, was ihm Gott gebot.
Da kamen die Wasser der Sintflut auf Erden vierzig Ta-ge und vierzig Nächte. Da ging alles Fleisch unter: alles, was da wimmelt auf Erden. Allein Noah blieb übrig und was mit ihm in der Arche war.
Da ließ Gott Wind auf Erden kommen, und die Wasser fielen. Da merkte Noah, dass die Wasser sich verlaufen hätten auf Erden.
Und Gott sprach: „Ich will hinfort nicht mehr schlagen, al-les was da lebt, wie ich getan habe. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hit-ze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.“
- - - S t i l l e - - -

Gebet Thomas
Vergebender Gott,
mitten ins Herz treffen dich unsere Bosheiten.
Wie eine Liebende, die verachtet wird,
bist du verwundet, wenn deine Schöpfung verletzt wird.
Gib dennoch deine Liebe zu allem Lebendigen nicht auf.
Sieh, wie sehr wir uns nach deiner Barmherzigkeit seh-nen
und hör’ uns.
Durch Christus, unsern Bruder und Herrn. Amen

Gesang: Ubi caritas et amor, ubi caritas Deus ibi est (x2)

3. Lesung Martin
Auszug aus Ägypten (Exodus 14)
Warum ist diese Nacht anders als alle anderen Nächte? Heute ist die Nacht der Erlösung.
Hört, wie Gott sein Volk durchs Schilfmeer hin-durchgeführt und errettet hat.
Als dem König von Ägypten angesagt wurde, dass das Volk geflohen war, wurde sein Herz verwandelt, so dass er den Israeliten nachjagte. Und als der Pharao nahe herankam, hoben die Israeliten ihre Augen auf. Und sie fürchteten sich sehr und schrien zu dem Herrn und spra-chen zu Mose: „Waren nicht Gräber in Ägypten, dass du uns wegführen musstest, damit wir in der Wüste ster-ben?“
Da sprach Mose zum Volk: „Fürchtet euch nicht! Steht fest und seht zu, was für ein Heil der Herr heute an euch tun wird. Der Herr wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein.“
Als nun Mose seine Hand über das Meer reckte, ließ es der Herr zurückweichen durch einen starken Ostwind die ganze Nacht und machte das Meer trocken. Und die Wasser teilten sich, die Israeliten gingen hinein mitten ins Meer auf dem Trockenen. Und das Meer kam gegen Morgen wieder in sein Bett, und die Ägypter flohen ihm entgegen. So stürzte der Herr sie mitten ins Meer. So er-rettete der Herr an jenem Tage Israel aus der Ägypter Hand.
- - - S t i l l e - - -

Gebet Gisela
Schützender Gott,
wenn Gewalt und Unheil uns nachjagen,
dann stelle dich zwischen sie und uns;
wenn Wogen der Angst uns bedrohen
dann halte du sie zurück;
wenn unser Vertrauen zu dir ins Wanken kommt,
dann schütze uns vor den Wassern des Todes
und gib uns einen festen Grund.
Durch Christus, unsern Bruder und Herrn.
Amen.

Gesang: Ubi caritas et amor, ubi caritas Deus ibi est (x2)

4. Lesung Fabian
Gott erweckt die Toten (Hes 37)
Warum ist diese Nacht anders als alle anderen Nächte? Heute ist die Nacht der Erlösung.
Hört, wie Gott sein Volk auferwecken wird durch sein Wort, als Zeichen seiner Treue.

Des HERRN Hand kam über mich, und er führte mich hinaus im Geist des HERRN und stellte mich mitten auf ein weites Feld; das lag voller Totengebeine.
Und er führte mich überall hindurch. Und siehe, es lagen sehr viele Gebeine über das Feld hin, und siehe, sie wa-ren ganz verdorrt.
Und er sprach zu mir: Weissage über diese Gebeine und sprich zu ihnen: Ihr verdorrten Gebeine, höret des HERRN Wort!
So spricht Gott der HERR zu diesen Gebeinen: Siehe, ich will Odem in euch bringen, dass ihr wieder lebendig werdet.
Ich will euch Sehnen geben und lasse Fleisch über euch wachsen und überziehe euch mit Haut und will euch Odem geben, dass ihr wieder lebendig werdet; und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin.
Und ich weissagte, wie mir befohlen war. Und siehe, da rauschte es, als ich weissagte, und siehe, es regte sich und die Gebeine rückten zusammen, Gebein zu Gebein.
Und ich sah, und siehe, es wuchsen Sehnen und Fleisch darauf und sie wurden mit Haut überzogen; es war aber noch kein Odem in ihnen.
Und er sprach zu mir: Weissage zum Odem; weissage, du Menschenkind, und sprich zum Odem: So spricht Gott der HERR: Odem, komm herzu von den vier Winden und blase diese Getöteten an, dass sie wieder lebendig wer-den!
Und ich weissagte, wie er mir befohlen hatte. Da kam der Odem in sie, und sie wurden wieder lebendig und stellten sich auf ihre Füße, ein überaus großes Heer.
Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, diese Gebeine sind das ganze Haus Israel. Siehe, jetzt sprechen sie: Unsere Gebeine sind verdorrt, und unsere Hoffnung ist verloren, und es ist aus mit uns.
Darum weissage und sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will eure Gräber auftun und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf und bringe euch ins Land Israels.
Und ich will meinen Odem in euch geben, dass ihr wieder leben sollt, und will euch in euer Land setzen, und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin. Ich rede es und tue es auch, spricht der HERR.
- - - S t i l l e - - -

Gebet Martin
Treuer Gott,
du setzt dein Wort gegen die Gewalt des Todes.
du richtest auf, wo Leid zu überwiegen scheint.
Du wirst deine Verheißungen erfüllen und dein Volk
erretten, dass es leben kann in deinem ewigen Reich.
Erlöse auch uns, wenn unsere Zeit kommt
durch Christus, unsern Bruder und Herrn.
Amen.

Gesang: Ubi caritas et amor, ubi caritas Deus ibi est (x2)

Entzündung der Osterkerze (Böhme)
Dieses Licht ist das Symbol für Jesus Christus - in dieser Nacht und in allen Gottesdiensten in unserer Kirche durch das Jahr hindurch.
Das Licht Jesu soll Traurige trösten, Entmutigte stärken und Fröhliche begleiten.
Christus, gestern und heute, Anfang und Ende, Alpha und Omega. Sein ist die Zeit und die Ewigkeit. Sein ist die Macht und die Herrlichkeit in alle Ewigkeit. Amen.

Einzug mit Osterlob
Osterkerze – Jugendliche – Lektoren - Liturgen
3 Stationen mit Osterlob:
Empore (Osterkerze brennt)
Mittelgang (Liturgen erhalten Licht)
Altarstufen
L: Christ unser Licht!
G: Gelobt sei Gott!

Exsultet Thomas, Gisela und Adrian

Achtung: Während des Exsultet findet ein gesungener Wechselgruß zwischen dem Liturgen und Gemeinde statt! Die Mitwirkenden singen bitte laut den Gemeinde-teil mit!
L: Der Herr sei mit euch!
G: und mit deinem Geiste!
Eindecken des Altares
Antependien (Altar und Kanzel), Kerzen, Bibel Austeilung des Lichtes
Altar, Leuchter im Altarraum, Gemeinde
Austeilung des Lichtes
Altar, Leuchter im Altarraum, Gemeinde

Lied: Laudate omnes Gentes

TAUFFEIER
Tauferinnerung
VOM PULT AUS

Liturgen am Taufbecken – 3 Jugendliche: Wasser – 1 Jugendlicher: Osterkerze

F.B.: Gott hat das Volk Israel nicht nur aus der Skla-verei befreit, nein, er hat sie auch errettet durch das Wasser des Schilfmeeres – so haben wir es gehört. Genauso sind auch wir befreit und errettet durch das Wasser der Taufe. So wie die Israeliten mit Mose durch das Wasser in die Freiheit gegangen sind, so gehen auch wir mit Christus durch das Wasser der Taufe in ein neues Leben.
Gisela: Das Wasser der Taufe erinnert uns an die Ur-flut der Schöpfung, über der der Geist Gottes schwebte, es erinnert uns an das Schilfmeer, durch das die Israeliten zogen, es erinnert uns an den Jor-dan, an dem Johannes der Täufer taufte und an den See Genezareth, an dem Jesus wirkte.

Konfi: Wasser eingießen

Martin: Das Wasser der Taufe erinnert uns an die Schöpfung, denn ohne Wasser gibt es kein Leben. Wo das Wasser fehlt regiert der Tod.
Jesus Christus spricht: Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme leben-digen Wassers fließen

Konfi: Wasser eingießen

Thomas: Das Wasser der Taufe, es erinnert uns an sei-ne vernichtende Kraft. In der Taufe ist alle Sünde vernichtet, ein neuer Mensch wird geboren. Der Apostel Paulus schreibt:

Wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft.
So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln.
Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in seiner Auferstehung gleich sein.

Konfi: Wasser eingießen

F.B. In der Taufe sind wir auf das engste mit Christus verbunden worden, deshalb wird als Zeichen dieser Verbundenheit die Osterkerze in das Wasser einge-taucht.
Konfi: Osterkerze ins Wasser eintauchen

Glaubensbekenntnis

!!!!Ich bleibe bei Fabian stehen, Mappe halten und Taufkerze bringen!!!!!!

F.B. In der Taufe sind wir auf das engste mit Chris-tus verbunden. Das ist aber nicht die einzige Bin-dung, die entstanden ist. Durch die Taufe werden wir Gottes Kinder und untereinander zu Schwestern und Brüdern. Schwestern und Brüder in Christus.
Darum lasst uns unseren christlichen Glauben be-kennen:

Taufevangelium und Tauffrage

F.B. Unser Herr Jesus Christus spricht: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin in alle Welt, und lehret alle Völker, und taufet sie in dem Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Arman – im Konfirmandenunterricht haben wir über den Glauben und die Taufe gesprochen. So ich fra-ge dich: Willst du getauft werden? So antworte: Ja.
Arman Abilschanov –
ich taufe dich in den Namen des Vaters
und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt.
Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens ha-ben.
(Joh 8,12)
Friede sei mit dir 
Taufspruch:
Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. (Ps 103,2)

Tauflied EG 200, 1+2 (a capella)

Osterevangelium/ Mt. 28, 1-10 (Wagner) VOM PULT AUS
Warum ist diese Nacht anders als alle anderen Nächte? Heute ist die Nacht der Erlösung.
Hört, wie der Engel den Frauen die frohe Botschaft von der Auferstehung Christi verkündigt:
Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen.
Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.
Seine Erscheinung war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee.
Die Wachen aber erbebten aus Furcht vor ihm und wur-den, als wären sie tot.
Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht.
Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stätte, wo er gelegen hat;
und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern: Er ist auf-erstanden von den Toten. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich ha-be es euch gesagt.
Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu ver-kündigen.
Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Und sie traten zu ihm und umfassten seine Fü-ße und fielen vor ihm nieder.
Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: Dort werden sie mich sehen.

3-facher Osterruf (Böhme)
Bei jedem Ruf eine Glocke zuschalten: von klein bis groß
L: Der Herr ist auferstanden, Halleluja!
G: Er ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja!

Lied 99 Christ ist erstanden  Orgel, Trompeten (tutti)

Orgelstück

* KURZPREDIGT zu Matthäus 28, 1-10 (Wagner)
Zielsatz: Mit dem Tod ist es nicht vorbei

1. Ist alles aus und vorbei?
Liebe Gemeinde,
damals am ersten Karfreitagabend, zeigt sich für alle, die mu-tig öffentlich, oder nur noch verängstigt und heimlich zu Jesus halten, eine riesen Katastrophe ab. Der Mann, Jesus, an dem ihre ganze Hoffnung hängt, ist Tod. Nach kurzem Prozess verurteilt und gehängt. Sein Galgen „ein Kreuz“.
Endgültigkeit eines scheinbar gescheiterten Menschen Schicksals. Mit seinem Tod ist offenbar alles aus, wie üblich, nur im Ablauf brutal. Jesu letztes Stück Weges, sehr brutal und für uns heute unvorstellbar. Der Mann ist Tod, der kein Unrecht begangen hat. Der als er noch lebte, mit starker Überzeugung sagte „Wer an mich glaubt wird leben, auch wenn er stirbt“.
Zu, total zu. Nun hatten sie es doch geschafft, die ihm schon immer nach dem Leben trachteten, die Theologen, die Politi-ker, die Schriftgelehrten, die Knechte des Krieges und die un-durchschaubare Masse Mensch, die Leute wie man sagt. Sie hatten sich nun selbst erlöst, glaubten sie. Von dem der ge-kommen war, wie es hieß, sie zu erlösen.
Aber dann geschieht das ganz andere. Man spricht von drei Tagen danach. Im Zwielicht des Morgens, völlig überraschend und niemand bekommt das Ereignis in den Griff seitdem. In der Ostergeschichte beim Evangelisten Matthäus haben wir es eben als Osterevangelium gehört.

2. Es gibt den Hoffnungsschimmer am Ostermorgen
Liebe Ostergemeinde,
mutige Frauen auf dem Wege zum Grabe Jesu am Ostermor-gen. Ich kann diese Frauen so gut verstehen, sie blicken zu-rück, verzehrt von Schmerz, von Resignation und von Trauer. Sie suchen stütze und halt an dem Leichnam Jesu. Am Grabe des verstorbenen mit dessen Tod für sie eine Welt, ein Leben und Gemeinschaft zerbrochen ist. Und dann der Stein vor des Grabes Tür in dem ihre Zukunft und ihr Glaube beerdigt liegt. Mit ihrer verständlichen Frage stehen die mutigen Frauen am Ostermorgen stellvertretend für ungezählte Menschen in der ganzen Welt, auch für uns. Wer wälzt den Stein von dem Grab in dem das Leben, die Zukunft, der Friede, die Gerech-tigkeit, die Liebe beerdigt liegt.
3. Tapfere Frauen in der Glaubens- und Weltgeschichte
Umso mehr habe ich Hochachtung und Respekt vor den mu-tigen Frauen auf dem Weg zum Grabe Jesu. Und sind wir mal ganz ehrlich, hat nicht die Frau in der Geschichte der Kirche, auch in der Glaubensgeschichte des Alten- und Neuen Tes-tamentes immer wieder ein Beispiel gebende Rolle gespielt? Tapfere Frauen auch in Zeiten der Verfolgung und Gefangen-schaft. Ich habe Hochachtung vor den mutigen Frauen am Ostermorgen, bis in diese Feier der Osternacht hinein gedenkt man ihrer. Nennt sogar ihre Namen in der ganzen Welt. Und dann geraten die Frauen am Ostermorgen zunächst in totale Verunsicherung und Furcht. Der Stein ist weggewälzt und das Grab ist leer. Und beides war doch ihr bedrückendes Problem, das verschlossene Grab und der Wunsch, oder die Absicht, sich um den Leichnam Jesu zu kümmern. Eine Antwort, die mit überraschender Eindeutigkeit der sprechende Wegweiser Gottes am Ostermorgen zu geben weiß. Er sagt: „Fürchtet euch nicht. Ich weiß, dass ihr Jesus den gekreuzigten sucht. Er ist nicht hier, er ist auferstanden, wie er gesagt hat und geht eilends hin und sagt es seinen Jüngern“. Gottes Stimme aus dem Munde des sprechenden Wegwei-sers, des Engels, führt vom Grab fort, zurück an den Ort des alltäglichen Lebens. Dort so sagt der sprechende Wegweiser; „werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat“.
4. Mit dem Ostermorgen beginnt etwas ganz neues
So gibt es für alle die Gottes Wort vertrauen keinen untröstli-chen Tatbestand, keine unabänderliche Lage und keinen Hoffnungslosen Fall mehr. Dass liebe Ostergemeinde ist un-sere Chance. Die Sache des Glaubens und unsere Zugehö-rigkeit zu unserer Kirche nicht als etwas Abgeschlossenes zu verstehen, sondern vielmehr als einen Wachstumsprozess, als einen Weg mit ständigen Überraschungen. Ein Weg auf dem wir in Bewegung bleiben und ohne Vorbehalte aufeinan-der zu gehen. Egal woher wir kommen, egal wer wir sind. Der Osterglaube orientiert sich nicht mehr daran was menschliche Erfahrung für möglich hält, sondern daran das bei Gott alle Dinge möglich sind. Diese Hoffnung und dieses Vertrauen des Glaubens vertritt Jesus Christus einmalig und auf wunderbare Weiße. Er versetzt Berge, er überwindet böses mit gutem. Er liebt seine Feinde, er legt sich selbst als Brücke über alle Ab-gründe zwischen Menschen und zwischen Gott und Men-schen. Er tritt auch dem grauenvollen Tod am Kreuz in all sei-nen Formen entgegen. Gut zu wissen, das Gott der Jesus Christus von den toten auferweckt hat, gerade der schwa-chen, der im Glauben zweifelnden und auch der suchenden Zweifler annimmt. Was würde sonst aus uns? Darum können Menschen nach Ostern, also wir alle, daraus den Schluss zie-hen, dass der Naturbedingte Tod keinen einzigen Menschen von Gott trennt. Kein einziges Leben vor Gott beendet. Jesu Auferstehung hat der ganzen Menschheit das alles entschei-dende Lebenszeichen gegeben, in jeder Hinsicht.
Jesus lebt und mit ihm auch ich.
Amen
-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. AMEN.

Lied: EG 100,1-5
1+3: Trompete, 2+4: Orgel, 5: Trompete und Orgel

Fürbitten
Thomas: Christus ist auferstanden. Halleluja.
Der Stein ist beiseite gerollt.
So lasst uns Gott bitten:
Wälze heute wieder den Stein beiseite,
wo Not und Schuld belasten,
wo Streit die Wege zueinander versperrt,
wo Hoffnungslosigkeit drückt,
wo Verzweiflung und Angst die Seelen einmauern.
Wälze weg, was uns belastet: Wir rufen zu dir:
EG 178.12 (Kyrie, Kyrie eleison!)

Gisela: Christus ist auferstanden. Halleluja.
Das Licht besiegt die Finsternis.
So lasst uns Gott bitten:
Entzünde heute wieder dein Licht,
wo Menschen den Sinn des Lebens suchen,
wo Menschen den Weg zu dir finden und sich taufen lassen,
wo dein Wort verkündigt wird,
wo deine Kirche zusammenkommt.
Entzünde auch in uns dein Licht!
Wir rufen zu dir:

Martin: Christus ist auferstanden. Halleluja.
Das Leben ist stärker als der Tod.
So lasst uns Gott bitten:
Überlass uns nicht dem Tod,
stärke die Menschen, die unter
Gewalt, Hass und Verfolgung leiden,
heile Kranken und Gebrechliche,
tröste die Trauernden.
Schenke den Verstorbenen durch
Jesus Christus ewige Leben.
Wir rufen zu dir:

Thomas: Christus ist auferstanden. Halleluja.
Die Welt wird wieder neu.
So lasst uns Gott bitten: Gib Frieden.
Bewahre deine Schöpfung. Mache alles neu.
Amen.

Abendmahlslied EG: 112,1-3

Bereitung des Abendmahles Thomas mit nach vorne
Dialog und Präfation (Böhme)
L: Der Herr sei mir euch
G: Und mit deinem Geiste
L: Erhebet eure Herzen
G: Wir erheben sie zum Herrn
L: Lasset uns danken dem Herrn unserm Gotte
G: Das ist würdig und recht

In Wahrheit ist es wür|dig und recht /
dass wir dir, Herr, allmächtiger Vater, e|wiger Gott /
zu allen Zeiten und an allen |Orten danken / 
durch unseren Herrn |Jesus Christus. //
Denn er, unser Heiland, hat der Welt Sün|de getragen /
unseren Tod durch seinen Tod |überwunden / 
und das Leben wiedergebracht in seiner |Auferstehung. //
Darum jubelt der Erdkreis in öster|licher Freude, /
beten dich an die Mächtigen und fürchten dich all|e Ge-walten, /
die Kräfte des Himmels preisen dich mit einhell|igem Ju-bel /
und singen mit den Chören der Engel zu deiner Ehre: //

Sanctus +52 (Orgel)
Eucharistiegebet (Böhme)
Ja, du bist heilig, großer Gott, du bist die Quelle des Le-bens. Im Lichte dieser Nacht feiern wir mit der ganzen Christenheit, dass dein Sohn das Dunkel des Todes be-zwungen und die Tore des Lebens aufgetan hat. Christus ist auferstanden von den Toten und erneuert dadurch die ganze Schöpfung. Durch ihn können auch wir leben:

Einsetzungsworte (Böhme)
Unser Herr Jesus Christus
in der Nacht, da er verraten ward,
nahm er das Brot,
dankte und brach’s
und gab’s seinen Jüngern und sprach:
Nehmet hin und esset:
Das ist mein Leib,
der für euch gegeben wird;
solches tut zu meinem Gedächtnis.

Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abend-mahl, dankte und gab ihnen den
und sprach:
Nehmet hin und trinket alle daraus:
Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut,
das für euch vergossen wird
zur Vergebung der Sünden;
solches tut, sooft ihr’s trinket,
zu meinem Gedächtnis.

(Thomas) Immer, wenn wir von diesem Brote essen und aus diesem Kelch trinken, verkünden wir den Tod und die Auferstehung unseres Herrn Jesu Christi, bis er wiederkommt kommt in Herrlichkeit.

Vater unser (Thomas)
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

Agnus Dei (Lamm Gottes) +55 oder 190.2 (Orgel)

Friedensgruß (Thomas)
Der Friede des Auferstandenen sei mit euch allen. Gebt einander ein Zeichen des Friedens und der Versöhnung!

Austeilung des Mahles
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Krea-tur;
das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist gewor-den.

Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade,
siehe, jetzt ist der Tag des Heils!

Der Herr ist auferstanden, Halleluja!
Er ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja!

Christus spricht: Ich war tot, und siehe,
ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit
und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle

Dankgebet (Thomas)
L: Danket dem Herrn denn er ist freundlich. Halleluja.
G: Und seine Güte währet ewiglich. Halleluja.

Lasst uns beten:
Barmherziger Gott,
du hast in der Auferweckung Jesu Christi
die Macht des Todes gebrochen.
Gestärkt mit dem Brot des Lebens
gehen wir in den Alltag unserer Welt
die österliche Botschaft zu bezeugen.
Dein Reich komme.
Das bitten wir dich im Namen Jesu Christi,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt
und Leben schenkt von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

Bekanntmachungen (Thomas)
Nächste Gottesdienste:
Ostersonntag: 10:00 Uhr in Wächtersbach (Abend-mahl)
Ostermontag: 10:00 Uhr in Wittgenborn (Abendmahl)
28.04.2019: 10:00 Uhr Gottesdienst in Wittgenborn
16:00 Uhr Benefizkonzert des Heart Chores, Special Guest: Matthias Baselmann.
Eintrittskarten zum Preis von 10,- Euro sind im Gemeinde-haus erhältlich.

Kollekte:
Förderung der pädagogischen Arbeit in Ev. Kindertages-stätten – Aufwachsen mit Gott.
- Entwicklung von religionspädagogischen Angeboten für Kinder und Eltern
- Weiterbildungsangebote für Erzieher/-innen

Herzlicher Dank:
In diesem Gottesdienst haben viele Menschen mitge-wirkt. Denen möchten wir heute besonders danken:
- An die Musiker im Posaunenchor
und an Markus Kauffeld an der Orgel
- die Küsterin und den Küster
- die vielen Mitwirkenden hier vorne am Altar.
Herzlichen Dank

Wochenspruch für die Osterwoche:
Christus spricht: Ich war tot, und siehe,
ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit
und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle

Schlusslied: EG 116,1+2+5

Segen (Böhme)
Trompeten / Orgel
  Thema: Gottesdeisnte an Karfreitag, 19.04.2019
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 19.04.2019 12:18   Titel: Gottesdeisnte an Karfreitag, 19.04.2019
Gottesdienste am Karfreitag
09.15 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
19. April 2019
Thema: Die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz


* Lied EG + 34 Komm Heiliger Geist

* Begrüßung:
Warum musste Jesus sterben?
Wenn wir Menschen urteilen sollen,
wenn man nach unserer Meinung fragt,
dann können wir sagen:
Was er wollte, war neu.
Er passte nicht in die Welt.
Autoritäten fühlten sich entmachtet.
Traditionen sollten nicht mehr gelten.
Ordnungen waren aufgehoben,
also rächen sich die Herrschenden.
Wir können sagen:
Jesus musste sterben,
weil er nicht verstanden wurde.
Oder: Er musste sterben,
weil er verstanden wurde.
Er musste sterben,
weil die Welt so ist, wie sie ist.
Weil das Menschenherz so ist, wie es ist.
Weil die Macht des Bösen so ist, wie sie ist.
Er sprach aus der großen Nähe zu Gott,
in der er stand, zu den Menschen.
Aber wir Menschen wollen einen Gott,
der uns gar nicht so nah ist.
Er suchte aus seiner Nähe zu Gott
Die Nähe zu den Menschen und stand zu ihnen.
Als es gefährlich wurde, entzog er sich nicht,
sondern stand zu dem,
was er gesagt und getan hatte.
Mit seinem Tod besiegelte er:
Was ich heute gesagt habe, gilt.
Ihr braucht den Hass gegen Gott nicht festzuhalten.
Ihr könnt euch mit Gott versöhnen.
Dass es gilt: Dass Gott euch liebt,
dafür sterbe ich.
Jörg Zink
Mit diesen Worten von Jörg Zink heiße ich Sie und Euch zum Gottesdienst am Karfreitag willkommen. Wir feiern ihn im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

* Lied EG 97 Holz auf Jesu schultern

* Psalm 22 - EG 709 Im Wechsel

* Lesung (Lk. 23,26-34):
(Jesu Weg nach Golgatha)
26 Und als sie ihn abführten, ergriffen sie einen Mann, Simon von Kyrene, der vom Feld kam, und legten das Kreuz auf ihn, daß er's Jesus nachtrüge.
27 Es folgte ihm aber eine große Volksmenge und Frauen, die klagten und beweinten ihn.
28 Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töch-ter von Jerusalem, weint nicht über mich, sondern weint über euch selbst und über eure Kinder.
29 Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in der man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht genährt haben! [a ]
30 Dann werden sie anfangen, zu sagen zu den Bergen: Fallt über uns! und zu den Hügeln: Bedeckt uns! [a ]
31 Denn wenn man das tut am grünen Holz, was wird am dür-ren werden?
32 Jesu Kreuzigung und Tod
Es wurden aber auch andere hingeführt, zwei Übeltäter, daß sie mit ihm hingerichtet würden.
33 Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstät-te, kreuzigten sie ihn dort und die Übeltäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken.
34 Jesus aber sprach: [a ] Vater, vergib ihnen; denn [b ] sie wissen nicht, was sie tun! Und [c ] sie verteilten seine Kleider und warfen das Los darum.

* Lied EG 81,1+2 Herzliebster Jesu

* Lesung (Lk. 23,35-49)
35 Und das Volk stand da und sah zu. Aber die Oberen spot-teten und sprachen: Er hat andern geholfen; er helfe sich sel-ber, ist er der Christus, der Auserwählte Gottes.
36 Es verspotteten ihn auch die Soldaten, traten herzu und brachten ihm Essig
37 und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber!
38 Es war aber über ihm auch eine Aufschrift: Dies ist der Ju-den König.
39 Aber einer der Übeltäter, die am Kreuz hingen, lästerte ihn und sprach: Bist du nicht der Christus? Hilf dir selbst und uns!
40 Da wies ihn der andere zurecht und sprach: Und du fürch-test dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Ver-dammnis bist?
41 Wir sind es zwar mit Recht, denn wir empfangen, was uns-re Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.
42 Und er sprach: Jesus, gedenke an mich, [a ] wenn du in dein Reich kommst!
43 Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir [a ] im Paradies sein.
44 Und es war schon um die sechste Stunde, und es kam ei-ne Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde,
45 und die Sonne verlor ihren Schein, und der [a ] Vorhang des Tempels riß mitten entzwei.
46 Und Jesus rief laut: Vater, [a ] ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt hatte, verschied er.
47 Als aber der Hauptmann sah, was da geschah, pries er Gott und sprach: Fürwahr, dieser ist ein frommer Mensch ge-wesen!
48 Und als alles Volk, das dabei war und zuschaute, sah, was da geschah, schlugen sie sich an ihre Brust und kehrten wie-der um.
49 Es standen aber alle seine Bekannten von ferne, auch die [a ] Frauen, die ihm aus Galiläa nachgefolgt waren, und sahen das alles.
AMEN.

* Lied EG 85, 1+4 O Haupt voll Blut und Wunden

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinab gestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

* Lied EG 79, 1-3 Wir danken dir Herr Jesu Christ

* PREDIGT
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Got-tes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.
(Lukas 23,34a)

Ein Wort, das schwer fällt zu glauben. Weiß der Kinderschän-der nicht, welches Leid er über seine Opfer und dessen Eltern bringt, weiß der Ehemann nicht, wie viel Vertrauen er zerstört, wenn er seine Frau betrügt? Wer würde schon von sich sa-gen, er wisse nicht, was er tut? Doch wir machen auch die andere Erfahrung. Wenn jemand für seine Vergehen zur Re-chenschaft gezogen werden soll, dann waren es die anderen, die Gesellschaft, das Elternhaus, die Medien. Unsere Gesetze kennen Vergebung nicht, nur Strafe, vielleicht Bewährung und Resozialisierung. Doch wer in den Bahnen unserer Recht-sprechung denkt, wird die Worte Jesu nicht verstehen. Denn mit diesen Worten, die Jesus in höchster Qual, kurz vor sei-nem Tode spricht, denkt er an die, die ihn peinigen. Und damit eröffnet er eine Wirklichkeit, welche die Gesetzesmäßigkeit von Vergehen und Strafe aufhebt. Eine Wirklichkeit, aufgebaut auf Liebe und Vergebung, die uns so fremd geworden ist, dass wir vielleicht wirklich nicht wissen, was wir ihr Böses an-tun. Weil wir nur in den Gesetzen von Strafe und Vergeltung denken können. In dieser anderen Wirklichkeit gilt: Wer Böses tut, weiß nicht wirklich, was er tut. Er braucht Vergebung.

Amen, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.
(Lukas 23,43)

Ein ganz großer Trost sind diese Worte. Nicht nur für den Schächer. Angesichts des Todes wird ihm, dem Blut Unschul-diger an den Händen klebt, das Paradies zugesagt. Auf eine schlichte Bitte hin: Denk an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und wir? Wir sorgen uns um so vieles. Das ist auch oft notwendig. Wir sollen nicht die Hände in den Schoß legen - gerade dann nicht, wenn es Menschen um uns herum schlecht geht.

Doch wir sorgen uns, ohne zu vertrauen. Die Ängste quälen uns manchmal, sind ein Kreuz, das wir tragen. Und vergessen dabei den, der uns seine Fürsorge zugesagt hat. Dabei würde eine schlichte Bitte ausreichen: Gott, denk an mich, denk an mich auch dann, wenn ich dich immer wieder vergesse. Die Bitte wird nicht unbeantwortet bleiben. Es gibt keine Garantie, dass unsere Wünsche, so wie wir es uns vorstellen, in Erfül-lung gehen, doch eine Zusage ist gewiss: Die Erfahrung von Gottes Gegenwart, die Erkenntnis, nicht allein zu sein.

Frau, siehe, dein Sohn - Siehe, deine Mutter.
(Johannes 19,26-27)

Worte, die weit über eine Versorgungsmentalität hinausgehen. Natürlich, nach dem Tod des Sohnes droht der Mutter der Ab-sturz ins Elend, dem Jünger der Fall ins Bodenlose, weil der Halt in seinem Leben stirbt. Es ist ein weiterer Beweis seiner Liebe, dass es Jesus nicht gleichgültig ist, was mit denen ge-schieht, die er zurücklassen muss. Bringt Jesus seine Le-bensverhältnisse in Ordnung? Ich glaube, seine Worte meinen viel mehr: Sie sind Beispiel für uns, wie menschliche Bezie-hungen gelingen können. Auf der Basis von Verantwortung und Liebe. Und wo können Verantwortung und Liebe auch miteinander und zueinander gelebt werden? Die Kirche, jede christliche Gemeinschaft kann ein solcher Ort sein. Wenn Je-sus diese Worte zu seiner Mutter und seinem Lieblingsjünger spricht, dann ist das keine Aufforderung, sich in eine Zwei-samkeit zurückzuziehen und Erinnerungen nachzuhängen, sondern eine Lebensform mit Wirklichkeit zu erfüllen.

Mich dürstet.
(Johannes 19,28b)

Allzu verständlich - diese Worte. Nach der Folter, dem be-schwerlichen Kreuzweg, den Stunden am Kreuz, den Schmerzen. Wer erbäte sich nicht einen Schluck zu trinken, um die Qual ein wenig zu mildern. Die Gefahr ist groß, dieses "Mich dürstet" ad acta zu legen - alles dazu gesagt. Doch die-se zwei Worte hallen nach, ihr Echo ist seit Golgatha nicht schwächer geworden. Heute sind sie uns gesagt. Nicht nur von den Menschen, die buchstäblich verdursten. Auch von Jesus selbst. Denn sein Durst ist noch nicht gestillt:

Sein Durst nach unserem Vertrauen zu ihm, nach unserer Be-reitschaft, ihm nachzufolgen, sein Durst nach Liebe, Frieden und Gerechtigkeit. Die Soldaten damals speisten ihn mit ei-nem in Essig getränkten Schwamm ab. Wir sollten uns mehr einfallen lassen.

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
(Matthäus 27,46, Markus 15,34)

Die Umstehenden verstehen Jesus nicht, als er in tiefster Qual nach seinem Vater ruft; vielen von uns fällt es dagegen nicht schwer, ihn und seine Worte - zumindest in diesem Mo-ment - zu verstehen. Wie oft haben wir mit diesen oder ähnli-chen Worten nach Gott gerufen - verzweifelt, anklagend. "Wa-rum?" ist die Frage des Karfreitags, die Frage, die sich auto-matisch stellt, wenn wir mit unerklärlichem Leid konfrontiert werden. Eine berechtigte Frage, weil sie mit Gott rechnet, weil sie ihn und sein Wort ernst nimmt. Eine Frage, die keine schnelle, keine leichte Antwort verträgt, weil jede Antwort Ge-fahr läuft, den Fragenden zu verhöhnen. Aber zugleich eine Frage, die eine Antwort verlangt. Eine Frage, die vielleicht mit Worten gar nicht beantwortet werden kann, sondern bei der der Gefragte selbst die Antwort ist: indem er mit dem Fragen-den mitleidet.

Es ist vollbracht! (Johannes 19,30)

"Es ist vollbracht!" - eigentümliche Worte für einen Sterben-den. Ich vollbringe eine Leistung, erfülle eine Aufgabe - Worte, die zum Leben passen, aber zum Tod? Sterben als Leistung, als Aufgabe? Das passt nicht zu unserem Sprachgebrauch: Wenn ich eine Aufgabe gemeistert habe, nehme ich mir eine neue vor, fasse neue Ziele ins Auge - wie soll das funktionie-ren angesichts des Todes? Das, was Christen sich nach dem Tod erhoffen, bleibt in ihrer Hoffnung vage, ungewiss, viel zu diffus, um sich angesichts des Todes neue Ziele zu setzen. "Es ist vollbracht!" - diese Worte Jesu machen nur Sinn, weil für ihn sein Tod nicht sinnlos ist, kein definitives "Ende-Schluss-Aus", sondern eine Zwischenstation.
Worte angesichts des Todes in der Hoffnung auf ein neues Leben. Nicht im Wissen auf einen Neuanfang, aber im tiefen Vertrauen, dass mit dem vollendeten, vollbrachten Leben nicht alles zu Ende ist. "Es ist vollbracht, es ist zu Ende!", weil Jesus fest darauf vertraut, dass etwas Neues beginnt.

Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.
(Lukas 23,46)

Die letzten Worte Jesu werden uns bei den Evangelisten un-terschiedlich überliefert. Bei Matthäus und Markus das ver-zweifelte Aufbegehren, das Gott ernst nimmt: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" und bei Johannes das hoffnungsvollere "Es ist vollbracht!", das darauf vertraut, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Am eigentümlichsten die Worte, die der Evangelist Lukas überliefert: "Vater, in dei-ne Hände lege ich meinen Geist!"
In diesen Worten ist weder Verzweiflung noch Hoffnung zu spüren, sondern ein ganz grundsätzliches Vertrauen. Ein Ver-trauen, das nichts mehr für sich selbst erhofft und dennoch bei Gott Halt findet, ein fast kindliches Vertrauen, das kein Ziel kennt, aber Geborgenheit erfährt. Religiöses Urvertrauen, die Gewissheit von Gott getragen zu werden, ohne zu wissen, wohin mich Gott trägt, das wünsche ich mir für mein Leben. Von Jesus kann ich es lernen: Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. Und noch etwas anderes erfahre ich: Dieses Urvertrauen kann mir nur geschenkt werden, ich kann es mir nicht selbst schaffen, vielleicht muss ich es erleiden.
AMEN.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 98 Korn das in die Erde

* Fürbittengebet:
Du, unser Bruder und Herr, da stehen wir unter deinem Kreuz:
Wie fern Gott sein kann! Finsternis zieht über das Erdreich.
Und du am Stamm, in dem alle Angst der Welt dröhnt.
Wer bist du?
Weit weg ist der Tisch, das Brot, der Wein.
Weit weg sind die Fischnetze am See,
die wogenden Ähren am Sabbat,
weit weg der Sturm über dem Wasser und die Ruhe danach.
Wer bist du?
Der Mensch, wie Gott ihn gewollt hat.
Der Mensch, in dessen Leib sich Nägel aus Hass und Spott bohren.
Zu dir, in dieser Stunde am Kreuz,
sagt Gott sein unverbrüchliches Ja:
Mit dir bin ich.
Dein Kreuz ist mein Kreuz.
Ein für alle Mal.
Nichts trennt dich von mir.
Da stehen wir unter deinem Kreuz und staunen,
wie nah uns Gott gekommen ist.
Nichts mehr trennt uns von ihm.
Es verschlägt uns die Worte:
Wir schweigen unter dem geöffneten Himmel.
AMEN

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 168, 4-6 Wenn wir jetzt weitergehen

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Hospizarbeit und Sterbebegleitung der Diakonie Hessen (im Gebiet der EKKW)

Tagesspruch: Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3, 16

Nächste Gottesdienste:
Ostersonntag 21. April 2019
9:00 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl in Lettgenbrunn mit Präd. Wanger
10:30 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl in Lohrhaupten mit Präd. Wagner

* Segen:
des Gekreuzigten
öffne sich für uns und alle Welt.
Alles Blut und frisches Wasser fließe und ströme uns zu.
Das Licht des Erhöhten durchdringe die Nacht,
und der Tag der Auferstehung leuchte am Horizont.
Der Geist gehe ein in alle Gräber und in alle Toten.
Der Tod sei tot und lebendig das Leben.

Es segne uns Gott, der Allmächtige und Barmherzige, der Va-ter, der Sohn und der Heilige Geist.
  Thema: Abendmalsgottesdienst an Gründonnerstag, 18.04.2019
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 19.04.2019 12:15   Titel: Abendmalsgottesdienst an Gründonnerstag, 18.04.2019
Abendmahlsgottesdienst zum Gründonnerstag
Wächtersbach, 18.04.2019
19.00 Uhr

Glockengeläut

Orgelvorspiel

Lied zur Eröffnung
EG+ 116

Begrüßung (Böhme)
Der Friede Gottes sei mit Euch allen. Ich begrüße Sie zur Feier des Abendmahls heute, am Abend des Gründonnerstages. Der Tag neigt sich. Wir kommen zur Ruhe, lassen den Alltag hinter uns. Vor uns liegt der Karfreitag und das Osterfest. Wir öffnen uns für einen Abend in geistlicher Gemeinschaft. Wir erinnern uns heute, dass Jesus vor seinem Tod noch einmal mit seinen Jüngern zusammensaß und mit ihnen aß und trank.
Gott ist in unserer Mitte, wenn auch wir gemeinsam Essen und Trinken und gemeinsam das Abendmahl feiern. Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Eingangslied
EG 545 Wir ziehn hinauf nach Jerusalem

Psalm 111 (EG 744) (Böhme)
Halleluja! Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen
im Rate der Frommen und in der Gemeinde.
Groß sind die Werke des Herrn;
wer sie erforscht, der hat Freude daran.
Was er tut, das ist herrlich und prächtig,
und seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.
Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder,
der gnädige und barmherzige Herr.
Er gibt Speise denen, die ihn fürchten;
er gedenkt ewig an seinen Bund.
Er lässt verkündigen seine gewaltigen Taten
seinem Volk, dass er ihnen gebe das Erbe der Heiden.
Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht;
alle seine Ordnungen sind beständig.
Sie stehen fest für immer und ewig;
sie sind recht und verlässlich.
Er sendet eine Erlösung seinem Volk;
er verheißt, dass sein Bund ewig bleiben soll.
Heilig und hehr ist sein Name.
Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang.
Klug sind alle, die danach tun. Sein Lob bleibet ewiglich.
(danach kein „Ehr‘ sei dem Vater“!)

Lied nach dem Psalm
EG 272 / Ich lobe meinen Gott
(evtl. 3 Strophen aus: Kommt, atmet auf: Nr. 02)

Bittruf (Wagner)
Jesus Christus lädt uns ein,
an seinem Tisch zusammen zu kommen,
uns, die wir oft weit auseinander sind
in unseren Meinungen und Empfindungen.
Was zwischen uns steht und was uns von dir trennt,
Gott, das nimm weg.
Wir rufen:
G: Herre Gott, erbarme dich 

Tagesgebet (Wagner)
Lasst uns beten:
Jesus Christus,
du bist es selbst, der uns an deinen Tisch einlädt. Wir dürfen erleben und feiern, dass du uns in Brot und Wein Anteil gibst am göttlichen Geheimnis deines Lebens.
Wir danken dir, dass du die Trennung aufhebst,
die unsere Schuld bewirkt hat und dass du uns mitnimmst auf deinem Weg der Hingabe und des Leidens zum ewigen Leben. Halte uns fest in deiner Gemeinschaft, dass wir bei dir bleiben, wie du bei uns bleibst in Ewigkeit.
G: Amen 

Schriftlesung (Wagner)
Johannes 13,4-10
4 da stand er vom Mahl auf, legte sein Obergewand ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich.
5 Danach goss er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, mit dem er umgürtet war.
6 Da kam er zu Simon Petrus; der sprach zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen?
7 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, das verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren.
8 Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil an mir.
9 Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt!
10 Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, bedarf nichts, als dass ihm die Füße gewaschen werden; denn er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle.

Lied (a capella)
EGplus +56 / Schweige und höre

Aktion: Handwaschung (mit Orgelstück) (Böhme & Wagner)
Wir bereiten uns auf das Abendmahl vor. So wie Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hat, so wollen wir uns nun auch reinigen, gegenseitig als Nächster erweisen. Wir nehmen die Schüssel auf unseren Schoß. Wir lassen uns Wasser über unsere Hände in die Schüssel gießen. Danach reichen wir die Schüssel unserem Nachbarn weiter.

Gebet (Böhme)
Herr Jesus Christus, am Abend vor deinem Tod, hast du mit deinen Jüngern zusammengesessen und das Mahl der Erinnerung und Befreiung gefeiert, das Passahfest. Du hast dich selbst mit diesem Mahl verbunden. Du hast uns etwas hinterlassen, was uns in besonderer Weise mit dir verbindet. Es ist und bleibt ein Geheimnis. Öffne uns dafür. Befreie uns von allem, was uns von dir trennt. Wir sammeln uns und beten in der Stille.

Schriftlesung (Böhme)
Lukas 22,7-23

Lied vor dem Abendmahl
EG 225 / Komm, sag es allen weiter

Präfation (Böhme)
Noch ehe wir dich begreifen,
bist du uns schon nahe.
Noch bevor wir dich verstehen,
hast du uns schon ins Herz geschaut.
Noch ehe wir uns dir öffnen,
hast du dich uns geschenkt.
In Brot und Wein gibst du dich ganz.
Dafür danken und preisen wir dich.
Mit allen, mit dem Himmel selbst,
loben wir dich und singen:

Sanctus
EGplus +52 / Du bist heilig

Einsetzungsworte (Brot: Böhme / Wein: Wagner)
Unser Herr Jesus Christus
in der Nacht, da er verraten ward,
nahm er das Brot,
dankte und brach’s
und gab’s seinen Jüngern und sprach:
Nehmet hin und esset:
Das ist mein Leib,
der für euch gegeben wird;
solches tut zu meinem Gedächtnis.

Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab ihnen den
und sprach:
Nehmet hin und trinket alle daraus:
Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut,
das für euch vergossen wird
zur Vergebung der Sünden;
solches tut, sooft ihr’s trinket,
zu meinem Gedächtnis.

(Böhme)
So oft wir von diesem Brote essen und aus diesem Kelch trinken, verkünden wir das Leiden und den Tod unseres Herrn Jesus Christus, bis er kommt in Herrlichkeit.

(Böhme)
Vaterunser
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.
AGNUS DIE
EGplus +55b / Christe, du Lamm Gottes

Friedensgruß (Wagner)
Der Friede Gottes sei mit euch allen.
Keiner sei gegen den anderen,
keiner in sich verschlossen.
Vergebt, wie euch vergeben ist.
Nehmt einander an,
wie Christus euch angenommen hat
zum Lobe Gottes!
Gebt einander ein Zeichen des Friedens und sprecht:
Friede sei mit dir!

Austeilung (Böhme: Brot an den Ersten, Kelch im Wechsel)
(Wir haben miteinander Brot gegessen und Wein getrunken -
im Gedenken an Jesus, den wir brauchen wie das tägliche Brot.)
Paulus schreibt: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur;
das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

Christus spricht: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.

Christus spricht: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht.


Gebet
F.B. Lasst uns beten:
Herr Jesus Christus,
du bist unser Licht.
Du bist unsere Hoffnung,
die Auferstehung der Menschen.
Du bist gekommen in unser Leben.
Daran wollen wir denken,
wenn wir uns freuen
und wenn uns zum Weinen ist.
Im Vertrauen auf dich können wir leben,
werden gelöst und frei.

T.W. Wir beten für unsere Freunde und unsere Familien; für die, mit denen wir gerne zusammen sind und die, die uns das Leben schwermachen.

F.B. Wir beten für die Kranken und die Menschen, die im Sterben liegen. Für die Traurigen und die Trauernden.

T.W. Wir beten für die Opfer von Krieg und Terror.
Wir beten um den Frieden.

F. B. Wir beten für die Menschen, die wir dir nun in der Stille nennen…
- - - Stilles Gebet - - -
Gott, dein Geist ist in uns:
das Licht der Welt.
Wir danken dir.

Bekanntmachungen (Wagner)
Die Kollekte, die wir am Ausgang sammeln ist bestimmt für St. Peters Child Care.
Allen Geberinnen und Gebern ein herzlicher Dank!

Wir laden Sie herzlich ein, zu den Gottesdiensten in den kommenden Tagen:
Morgen (Karfreitag):
10:00 Uhr in Wächtersbach
18:00 Uhr in Wittgenborn
Am Samstagabend:
22:00 Uhr hier in der Kirche:
Festliche Feier der Osternacht
mit Abendmahl.
Ostersonntag:
10:00 Uhr Abendmahlsgottesdienst in Wächtersbach
Ostermontag:
10:00 Uhr Abendmahlsgottesdienst in Wittgenborn
Alle Informationen finden Sie natürlich auch im Gemeindebrief.

Lesung (Böhme)
Markus 14,26+32-42

Ausgangslied
EG 789.2 / Bleibet hier und Wachet mit mir (a capella)

Segen (Böhme)
Gehet hin im Frieden des Herrn!
Es segne und behüte dich der dreieinige Gott:
Vater – Sohn – Hl. Geist
Der Friede Gottes sei mit euch allen 
  Thema: Motorradgottesdienst zum Anlassen der Saison, 14.04.2019
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 14.04.2019 17:05   Titel: Motorradgottesdienst zum Anlassen der Saison, 14.04.2019
Motorradgottesdienst zum Anlassen
14.00 Uhr in der Ev. Kirche „Dom“ zu Unterreichenbach
Am Palmsonntag, 14.04.2019
Thema: „Achte auf deine Blickrichtung“
Text: Matthäus 14, 22-33

* Orgelvorspiel

* Begrüßung: Thomas

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat. Der
Wort und Treue hält und der nicht
fahren lässt das Werk seiner gnädigen Hände
AMEN.

Ich, heiße Euch alle ganz herzlich Willkommen zum Anlassen der Saison 2019 zum Motorradgottesdienst hier im Vogelsberger Dom. Für mich ist das heute das 10 Anlassen das ich hier mache. Euch allen die ihr mit euren Bikes gekommen seid und auch euch die ihr als nicht Biker mitfeiert ein herzliches Willkommen. Ganz besonders begrüße ich den Gospelchor „Singing Joy“ unter der Leitung von Dennis Korn der den Gottesdienst musikalisch mitgestaltet. An der Orgel oben über uns begrüße ich Detlef Steffenhagen. Ein herzliches Willkommen auch der KSG Unterreichenbach.
Unser Gottesdienst steht unter dem Motto: „Achte auf deine Blickrichtung“.
Uns allen hier wünsche ich eine mutmachenden Gottesdienst.

*Lied EG 321 Nun danket alle Gott

*Eingangspsalm: Nico

Psalm 19 für Motorradfahrer/innen
Gottes Herrlichkeit in seiner Schöpfung und seinem Gesetz

Der strahlend blaue Himmel und die wärmende Sonne
erzählen von Gottes Kraft, die Erde, die Straßen, die Wege
berichten von seinem Tun.
Ein Motorrad sagt es dem anderen, ohne Sprache, ohne Worte,
unüberhörbar ist ihr Ruf.
Ihre Lautstärke geht aus in alle Welt, bis ins kleinste Dorf.
Er hat uns alles gegeben, von der kleinsten 125 ziger
bis zum Big Bike, er gibt uns Kleidung, schwarz und bunt,
Leder und Gorotex.
Seine Strassen führen von einem Ende der Welt,
bis zum anderen, Anfang ohne Ende, Spaß auf zwei Rädern
immer und überall.
Er gab uns seine Ordnung, Paragrafen zu Papier gebracht, auf das wir sicher fahren. Durch sie lässt er uns warnen, durch sie mahnt er uns, wer sie einhält hat großen Lohn.
Bewahre uns vor den kleinen und großen Übertretungen,
Bewahre uns vor Punkten in Flensburg, vor den Laser
- und Radarfallen der Polizei.
Bewahre uns vor falschen Stolz und vor Überheblichkeit,
lass uns so sein wie wir sind, lass Herz und Verstand eine Einheit bilden. Lass uns fahren in Ewigkeit. Amen
Chor:

*Gebet: Thomas

„Guter Gott,
Immer wieder kommen so viele Menschen zusammen und die Saison zu eröffnen. Es ist so schön sie alle wieder zu sehen.
Du schenkst uns Gemeinschaft untereinander und mit dir.
Sie du auch in dieser Saison auf all unseren Wegen bei uns.
Lass uns deine Natur erleben und erfahren und das einzigartige fühlen, schmecken und riechen. Wenn der Bock unter uns vibriert und wir wieder eins sind mit unserer Maschine und der Straße. Lenke unseren Sinn und unseren Blick in die richtige Richtung und hilf uns, dass wir die Blickrichtung nicht verlieren.
Das bitten wir dich durch Jesus Christus deinen Bruder und unseren Herrn.
AMEN.

Chor:

*Ich mit dir: Thomas

Herr, unter dem Helm bin ich allein mit dir, in Deiner herrlichen Schöpfung. Ich bin mit meinen Gedanken alleine unterwegs und genieße jeden Moment.
Ich genieße jeden Moment und schaue mir deine wunderbare Natur an. Wenn mein Bike vibriert und die Sonne mich streichelt merke ich wie einzigartig und wie wunderbar es ist unterwegs zu sein. Sanft gleite ich über die Straßen und bei jeder kurve erfreut dich mein Herz wie ein kleines Kind. Ich singe unter meinem Helm und freue mich des Lebens. Unerreichbar bin ich für alle, die den Rausch meiner Freiheit begrenzen könnten, allein - und doch nicht allein gelassen von Dir. Dein Engel fährt mit mir und bewahrt mich vor Unvernunft,
Deine schützende Hand leitet mich von Kurve zu Kurve. Herr, ich danke Dir für das Leben, das Du mir gegeben hast, für alle Vielfalt - und für das Motorradfahren.

*Gedenken an die in der letzten Saison verunglückten

Lieber Vater, heute Nachmittag wollen wir an alle Biker denken die im letzten Jahr verunglückt sind. Wir wollen an die Frauen und Männer, an die Kinder und Eltern denken die einen lieben Menschen verloren haben und uns zu einer Schweigeminute erheben.

------------------------Schweigen-----------------------------------------------


Vielen Dank, bitte setzt euch wieder.

Chor:

*Danke Jesus: NIco

Jesus, ich danke dir, dass ich ein Motorrad fahren kann. Du weißt wie gerne ich auf meinem Bock sitze und Freude dabei empfinde. Du allein fühlst mit mir diese Weite und Grenzenlosigkeit, die sich mir beim Fahren auftut. Du bist weit und grenzenlos. Wenn ich mit der Maschine in der Kurve liege und beschleunige bist du bei mir. Du bist auch dabei, wenn ich mal wieder “Glück” gehabt habe und bewahrt worden bin vor einem Unfall.

Wenn ich den Motor aufheulen lasse oder mit den Ledersachen vom Motorrad steige, schauen manchmal Menschen wütend, erstaunt und bewundernd auf mich. Erinnere mich immer mal wieder daran, mich im Straßenverkehr rücksichtsvoll und verantwortungsvoll zu verhalten.

Jesus, du allein kennst mein Innerstes und meine tiefsten Sehnsüchte nach einem erfüllten Leben mit dieser großen Weite, Grenzenlosigkeit, ja einer Tiefe, die du schenken kannst. Stell mir Menschen an die Seite, die ich liebe und die mich lieben, stell mir Menschen an die Seite auf die ich mich verlassen kann. Begleite mich auf allen Fahrten und beschütze mich.

Jesus, ich weiß, dass es auch mal “schief” gehen kann auf einer Fahrt. Gib, dass ich dann nicht unvorbereitet bin. Hilf mir loszulassen und alles mit Vertrauen in deine Hände zu legen. Behüte alle Menschen, die mir lieb sind und gib mir Kraft allen zu vergeben, die an mir schuldig geworden sind. Amen.

*Lied EG 316, 1-3 Lobet den Herren

Predigttext: Nico

Als Predigttext hören wir auf Worte aus Matthäus 14, 22-33

22 Und alsbald trieb Jesus seine Jünger, in das Boot zu steigen und vor ihm hinüberzufahren, bis er das Volk gehen ließe.
23 Und als er das Volk hatte gehen lassen, stieg er allein auf einen Berg, um zu beten. Und am Abend war er dort allein.
24 Und das Boot war schon weit vom Land entfernt und kam in Not durch die Wellen; denn der Wind stand ihm entgegen.
25 Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem See.
26 Und als ihn die Jünger sahen auf dem See gehen, erschraken sie und riefen: Es ist ein Gespenst!, und schrien vor Furcht.
27 Aber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin's; fürchtet euch nicht!
28 Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser.
29 Und er sprach: Komm her! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu.
30 Als er aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, hilf mir!
31 Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?
32 Und sie traten in das Boot und der Wind legte sich.
33 Die aber im Boot waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!

Predigt: Thomas

Liebe Bikerinnen, liebe Biker, liebe Gemeinde,

heute am Palmsonntag zieht Jesus in Jerusalem ein und wird begeistert empfangen.
Wenn wir nach dem Gottesdienst losfahren stehen draußen die Menschen und Jubeln uns zu. Passt also heute am Palmsonntag, das Anlassen hier im Vogelsberger Dom. Mein 10 Anlassen ist es heute. Kaum zu glauben. Wo ist die Zeit geblieben?
Als Thema habe ich uns in diesem Jahr mitgebracht: „Achte auf deine Blickrichtung“.

Ich erinnere mich noch an eine Ausfahrt vor vielen Jahren. Ich dachte das war knapp. Ich sah, wie er vor mir fuhr, sich in die Kurve legte und plötzlich der Arsch der Maschine ein Stück rutschte. Zum Glück konnte er es abfangen und er bekam die Kurve. Bei der nächsten Rast sagte der Kumpel, da hatte ich aber echt Glück und einen Schutzengel.

Viele von uns kennen solche Situationen oder auch ähnliche. Und trotzdem, Kurven fahren macht Spaß. Mega viel Spaß.
Man sieht die Kurve kommen, bremst kurz ab, versucht in Ideallinie reinzugehen, beschleunigt auf dem Höhepunkt und fährt wieder raus. Wenn man dann noch eine schöne Passstraße in Frankreich oder Italien hat, macht dass dann so richtig Fun und der Adrenalinpegel ist auf 250%. Man schwingt von der einen zur nächsten. Einem nicht Biker kann man das schlecht erklären, man muss es einfach erleben, erfahren.

Immer wieder mal hören wir von Bikern die die Kurve nicht gekriegt haben. Mir ist das vor elf Jahren auch schon mal so gegangen und ich hatte richtig Glück. Manchmal ist man dem Himmel näher als man denkt. Um aus der Kurve zu fliegen muss man kein Raser sein, dass wisst ihr alle selbst. Ein bisschen Sand, etwas Kiesel oder ein Ast und es ist passiert.

Kriegst du die Kurve? Das ist eine super Bild und eine schöne Frage, die wir in unser Leben übertragen können. Kriegen wir die Kurve, wenn wir mal wieder einen Tiefschlag haben hinnehmen müssen? Kommen wir dann wieder hoch und schaffen den Weg dahin wo wir hinwollen? Wir wissen aus Erfahrung, dass sich manches im Leben nicht planen lässt. Manches kommt völlig überraschend und ist einfach da und überrumpelt uns. Auf einmal ist nichts mehr wie es noch am Tag zuvor war. Oder es gibt Kurven im Leben die wir schon zigmal haben nehmen müssen, die uns den Schlaf rauben und immer wieder fliegen wir an der Stelle raus.

Wenn wir an Petrus den Fischer in der Bibel denken, wissen wir, dass er das kennt. Er ist erfahren und hat schon viele Stürme mitgemacht. Er und die Jünger sind fixiert auf die Wellen und auf den Sturm. Sie können nirgends woanders hinschauen. Und Jesus der dazukommt hilft Petrus und den Jüngern. Jesus sagt „Seid getrost ich bin` s, fürchtet euch nicht“. Petrus ist bereit aus dem Boot auszusteigen, er ist bereit dem Sturm zu trotzen, er ist bereit in den Sturm hineinzugehen, Jesus entgegen. Mir imponiert Petrus. Er weicht dem Sturm nicht aus, sondern geht mitten in ihn hinein. Und Jesus sagt: „Komm“.

Fällt euch was auf? Das kennen wir Bikerinnen und Biker doch, der Blickkontakt ist es, der ist enorm wichtig.
Für Petrus heißt das: Solange er auf Jesus blickt, kann er auf dem Wasser gehen und es gelingt ihm, durch den Sturm zu kommen. Er meistert die schwierige Situation und kriegt die Kurve.

Für uns Biker gilt ganz besonders in der Kurve: Ich fahre dorthin wo ich hinschaue. Ich kriege die Kurve, wenn ich mit meinen Augen Punkte am Horizont der Kurve fixiere. Wenn ich Angst bekomme und nicht weit genug schaue, oder mich ablenken lasse, fliege ich raus. Blickkontakt ist das Entscheidende.

Kann ich das glauben? Kann ich glauben, dass Jesus mir in den Stürmen meines Lebens hilft, wenn meine Beziehung zerbricht, meine Kinder mit mir nichts zu tun haben wollen, ich schwer verunglückt bin, ich meine Arbeit verliere, ich nicht weiß, wie ich mit meiner Schuld weiterleben soll? Oder ist das nur ein frommer Wunsch?
Jede und jeder von uns hat seine Erfahrungen in den Stürmen des Lebens gemacht. Ich für mich kann zu 1000% sagen, ja, Jesus war in den Stürmen meines Lebens bei mir. Er hat mich nicht alleine gelassen. Auch wenn ich manchmal dachte ich bin alleine, er war da. Er hat mich getragen und gestützt. Er hat mir auch oft in den Arsch getreten und mir klar gemacht, komm hoch, steh auf.

Zu unserem Leben gehören die Stürme dazu und die uneinsichtigen und gefährlichen Kurven. Es gibt kein Leben ihr lieben, dass davon befreit ist. Es gibt kein Leben, das nur heil ist, alles nur rosa ist und gut läuft.

Leben ist immer ein Wagnis und geht immer nicht gerade Wege. Und das Lieben wir Bikerinnen und Biker doch auch. Die Kurven.

Ich wünsche uns Mut, die Kurven auf dem Bike und die Kurven unseres Lebens zu nehmen. Ich wünsche uns dabei, dass wir die Blickrichtung dabei im Auge behalten. Denn eins ist klar, wo ich hinschaue, da fahre ich auch hin.

Amen

-Kanzelsegen:

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

*Lied EG 331, 1-3 Großer Gott wir lieben dich

* Segnung der Biker auf die Stirn mit Wasser :
Thomas, Volker und Nico

Dazu Orgelmusik

Fürbittengebet: Thomas und Nico

Thomas:
Gott, du bist bei uns wenn der Weg zum Ziel wird,
du schenkst uns, die Freude am Fahren.

Wir bitten dich, für alle die heute im Vogelsberger Dom zusammengekommen sind, bewahre sie auf allen ihren Wegen
Wir bitten dich für alle die auf zwei oder drei Rädern
unterwegs sind, lass uns nicht zu Opfern des Straßenverkehrs werden.

Nico:
Wir bitten dich für uns alle, dass wir immer auf unsere Blickrichtung achten und konzentriert sind auf das wichtige.
Wir bitten dich für alle, die mit uns unterwegs sind,
und für die, die uns entgegenkommen, lass unsere Begegnung in Liebe und Freiheit geschehen.

Thomas:
Wir bitten dich für alle, die anders sind, die andere Lebensinhalte haben, die andere Wege gehen.
Lass uns einander respektieren und lass jeden finden was er sucht.

Stilles Gebet

Alle bisher unausgesprochenen Bitten tragen wir mit dem Gebet vor Gott, das uns Jesus gelehrt hat.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser: Thomas

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

Chor:

*Bekanntmachungen zum weiteren Ablauf: Thomas

*Lied EG 562 Segne und behüte

* Votum: Thomas

Herr und Gott, wir stehen vor deinem Angesicht hier in der Unterreichenbacher Kirche und rufen zu dir:
Segne diese Motorräder, ihre Fahrer und Fahrerinnen
und beschütze sie vor Unglück und Schaden.
Lass’ sie Freude finden am Fahren und erhalte Ihnen die nötige Übersicht.
Bewahre sie vor der Unachtsamkeit von LKW-und Autofahrern
und schenke ihnen Geistesgegenwart, Coolness sowie das nötige Geschick,
in gefährlichen Verkehrssituation richtig zu reagieren.
Lass’ sie immer wieder wohlbehalten zuhause ankommen.
Das gewähre uns durch Christus, unseren Herrn.

* Segen: Thomas
So segne euch, Gott der allmächtige und Barmherzige, der Vater, der Sohn und der heilige Geist.
AMEN.

*Orgelnachspiel
  Thema: Gottesdienst am Palmsonntag, 14.04.2019
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 14.04.2019 17:02   Titel: Gottesdienst am Palmsonntag, 14.04.2019
Gottesdienste am Palmsonntag
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
14.04.2019
Text: Jesaja 50, 4-9

* Lied EG 155 Herr Jesus Christ dich zu uns wend

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde,
Ich begrüße Sie herzlich zu unserem Gottesdienst am Palmsonntag. Es ist der Sonntag, der schon in seinem Namen von seiner bibli-schen Bedeutung erzählt:
Die Menschen streuten Palmzweige auf den Weg und bereiteten Je-sus und seinen Jüngern einen überwältigenden Empfang in Jerusa-lem.
Und genau dieser Einzug in Jerusalem ist der Beginn des Weges ins Leiden und Sterben. So ist der Weg ins Leiden zugleich der Weg in die Herrlichkeit.
Unser Wochenspruch fasst es zusammen:
Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an IHN glau¬ben, das ewige Leben haben.
Dieser im Leiden erhöhte Menschensohn ist jetzt unter uns durch seinen heiligen Geist, um unseren Glauben zu stärken, um uns zu trösten und uns zu brauchbaren Werkzeugen seines Reiches zu ma-chen. Ich wünsche uns einen mutmachenden Gottesdienst.

*Lied EG 91, 1-4 Herr stärke mich

*Eingangspsalm:
Jesus zieht in Jerusalem ein, Hosianna!
Alle Leute fangen auf der Straße an zu schrein: Hosianna,
Hosianna in der Höh!

Jesus zieht in Jerusalem ein, Hosianna!
Seht, er kommt geritten, auf dem Esel sitzt der Herr, Hosianna,
Hosianna in der Höh!

Jesus zieht in Jerusalem ein, Hosianna!
Kommt und legt ihm Zweige von den Bäumen auf den Weg! Hosianna,
Hosianna in der Höh!

Jesus zieht in Jerusalem ein, Hosianna!
Kommt und breitet Kleider auf der Straße vor ihm aus! Hosianna,
Hosianna in der Höh!

Jesus zieht in Jerusalem ein, Hosianna!
Alle Leute rufen laut und loben Gott den Herrn! Hosianna,
Hosianna in der Höh!

Jesus zieht in Jerusalem ein, Hosianna!
Kommt und lasst uns bitten, statt das „Kreuzige“ zu schrein:
Komm, Herr Jesus, komm, Herr Jesus, komm, Herr Jesus, auch zu uns.

Als Jesus damals in Jerusalem einzieht, auf dem Esel, über Palmenzweige hin, unter dem Jubel einfacher Leute und lärmender Kinder - da rufen sie: Hier kommt ein guter Mensch! Er bringt Frieden! Er ist Davids Sohn und soll unser König sein wie David vor tausend Jahren! Zum König soll er gesalbt werden, der Gesalbte soll er heißen, auf hebräisch Messias, auf griechisch Christos. Zum Friedenskönig wollen wir ihn machen - Frieden soll er bringen, nicht nur den Juden, sondern allen Menschen.
Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Doch nicht alle rufen: Hosianna dem Sohn Davids!
Und manche von denen, die erst begeistert sind von Jesus,
wenden sich nachher enttäuscht von ihm ab.
Ein König, der sich schlagen lässt?
Ein König, der sich alles gefallen lässt?
Ein König, der keine Macht hat, die Gewalttätigen zu stürzen
und den Frieden durchzusetzen?
Der kann doch nicht der Messias sein.
Der muss ein Betrüger sein.
Er verdient nicht die Salbung zum Friedenskönig.
Und wenn alle schreien: „Ans Kreuz mit ihm!“ –
kann man da wagen zu widersprechen?
Kann er sich nicht wehren,
wenn er wirklich der von Gott gesandte Messias ist? Kann er nicht beweisen, dass er stärker ist als das Böse?
Der Zweifel an einem Gott, der das Böse zulässt –
lässt er auch uns an Jesus zweifeln? Heute noch? Wer fragt denn heute noch nach Jesus und seiner Kirche?
Wir bitten Gott um Vergebung:
Wir rufen um erbarmen:

*Kollektengebet:
Lasst uns beten:
Heiliger Gott,
segne uns die Woche,
in der wir das Leiden und Sterben deines Sohnes bedenken.
Lass uns im Wort vom Kreuz deine Liebe erkennen
und sie mit unserem Leben preisen.
Durch ihn, Jesus Christus, unseren Herrn

G: AMEN

* Schriftlesung: Lesung Joh.12, 12-19
12 Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem käme,
13 nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und riefen: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, der König von Israel!
14 Jesus aber fand einen jungen Esel und ritt darauf, wie geschrieben steht :
15 »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.«
16 Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so mit ihm getan hatte.
17 Das Volk aber, das bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, rühmte die Tat.
18 Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan.
19 Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - AMEN)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 98 Korn das in die Erde

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde,
wir haben ihn nötig. Wir brauchen ihn. Wir brauchen den einen. Wir brauchen den, der die Welt in Ordnung bringt, der für uns geraderückt, was schief gegangen ist. Einen, der eingreift ins Weltgeschehen und der die drohenden Katastrophen abwendet. Er soll den Schwachen auf die Beine helfen. Er soll den Benachteiligten Recht verschaffen. Er soll denen, die diese Welt für einen Tummelplatz halten, auf dem sie ihre persönlichen Interessen austoben können, ihre Grenzen aufzeigen und die Machtbesessenen in ihre Schranken weisen.

Die prophetischen Texte am Ende des Babylonischen Exils erzählen von einer solchen Gestalt. Es ist der Knecht Gottes.

Bei Jesaja heißt es im 50.Kapitel:
4 Gott der HERR hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören.
5 Gott der HERR hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück.
6 Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel.
7 Aber Gott der HERR hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden. Darum hab ich mein Angesicht hart gemacht wie einen Kieselstein; denn ich weiß, dass ich nicht zuschanden werde.
8 Er ist nahe, der mich gerecht spricht; wer will mit mir rechten? Lasst uns zusammen vortreten! Wer will mein Recht anfechten? Der komme her zu mir!
9 Siehe, Gott der HERR hilft mir; wer will mich verdammen? Siehe, sie alle werden wie ein Kleid zerfallen, Motten werden sie fressen.
Bitte lieber Herr öffne meinen Mund, dass meine Lippen deinen Ruhm verkündigen. AMEN

Liebe Gemeinde, was Jesus erlitten hat, lässt sich mit den Aussagen der Gottesknechtslieder deuten. Als er in Jerusalem einzog, gestalteten ihm die Menschen einen begeisterten Empfang. Er saß auf einem Esel und die Menschen jubelten ihm zu. Er führte den Zug an und die Menschen folgten ihm. Er zog voraus voller Sanftmut, Würde und Frieden.

Am Karfreitag war es dann anders. Mit dem Kreuzbalken auf dem blutig geschlagenen Rücken schleppte er sich vorm Richtplatz bis zum Golgathahügel. Diesmal johlten und grölten die Menschen. Er zog nicht voraus. Die Soldaten trieben ihn vor sich her, stießen und drängen ihn, der kaum noch in der Lage war, sich auf den Beinen zu halten.
Es ist nicht schwer, einen Menschen seiner Würde zu berauben. Es sind entwürdigende Erfahrungen, denen der Gottesknecht ausgeliefert ist. Jemand verprügeln und zusammenschlagen, jemanden an den Haaren ziehen, ihm ins Gesicht spucken. Jemanden verleugnen um ihn los zu werden. Den Wehrlosen peinigen und ihn zum Gespött der anderen machen. Zu so etwas sind Menschen in der Lage. So etwas geht ganz schnell. Einen durchs Dorf treiben. Vor sich herjagen.

Dazu braucht es keinen Mut. Es reicht in der Überzahl zu sein und es genügt, sich körperlich oder sogar auch noch moralisch überlegen zu fühlen. Und wenn man den anderen erst einmal in den Dreck gestoßen hat, ist es keine Kunst mehr, sich selbst als etwas Besseres zu fühlen.

Da ist von einem Retter die Rede. Der Gottesknecht, der geraderücken soll, was aus dem Lot geraten ist, der in den Griff kriegen soll, was aus dem Ruder läuft. Dieser Knecht Gottes, ist kein himmlischer Sicherheitsexperte. Sein Weg ist ein anderer. Er macht sich zum Opfer. An ihm tobt sich die Barbarei aus und zeigt unverhüllt ihre widerliche Fratze.

Das Entsetzliche bleibt entsetzlich. Der Weg des Gottesknechts zeichnet sich nicht dadurch aus, dass er seinerseits dreinschlägt. Der Weg des Gottesknechts zeichnet sich dadurch aus, dass er das Recht auf seiner Seite hat. Diejenigen, die bestehenden Vorschriften gegen ihn anwenden, die ihn verurteilen und den Stab über ihm brechen, sind im Unrecht. Diejenigen, die ihn zur Strecke bringen wollen sind mit ihrer Macht überlegen und haben sich trotzdem verrechnet.
Wer ist dieser Knecht Gottes der durch seinen Weg dem Lauf der Welt eine andere Richtung geben soll?

Die Gottesknechtslieder der Bibel lassen diese Frage offen.
• Es geht im weitesten Sinn um Gottes geschundene Kreatur – sowohl die Menschen wie auch alle seine Geschöpfe
• Es geht um die Unterdrückten, die zu Unrecht verfolgten und verurteilten
• Es geht um die gefolterten, um die Geschundenen und Gequälten überall und zu allen Zeiten

Sie sind es, die Gott auf ihrer Seite haben. Das ist der Kern der Botschaft vom Gottesknecht, dem unschuldig verurteilten. Zu allen Zeiten ist Gott die Stimme derer, die keine Lobby haben. Der Knecht Gottes ist ein Bild dafür, dass er sich auf die Seite der Unterdrückten und Entrechteten stellt. In jedem Folteropfer, in jedem Gequälten Menschen dieser Welt, ereignet sich ein Stück der Wirklichkeit des Gottesknechts.
Aber das ist nicht alles, was ihn kennzeichnet. Der Knecht Gottes wird hier so beschrieben, dass er mit seiner gesamten Existenz in Verbindung zu Gott steht. Daraus empfängt er die Kraft heilsam auf die Menschen in seiner Umgebung zu wirken – mit den Müden zur rechten Zeit zu reden – und zum Aushalten des eigenen leidvollen Schicksals.
Und dann ist da noch die Frage, wer das letzte Wort haben wird. Die Tage derer, die ihre Macht missbrauchen, derer, die sich selbstgefällig im eigenen Glanz sonnen, der Intrigenspinner und Hetzredner, der Seilschaft Knüpfer, der Gesinnungsschnüffler und was es sonst noch Unschönes gibt, sind gezählt. Auch wenn sie anderen Angst machen und Terror ausüben. So mächtig sie jetzt erscheinen, so erschreckend ihr Tun sein mag. Sie werden vergehen, zerfallen wie Kleider, die die Motten fressen. Das ist ihr Schicksal, ihre Bestimmung, ihr selbst verantwortetes Los.

Jesus als Knecht Gottes
Sie haben ihn durch die Gassen Jerusalems geschleift. Sie haben ihn vor sich hergejagt. Sie haben ihn entwürdigt und sind selbst dabei würdelos geworden. Sie haben ihn entmenschlicht und sind selber zu Unmenschen geworden. Er war ihr Opfer. Sie wollten ihre Ruhe und ihren Vorteil und haben ihn über die Klinge springen lassen.
Gott war auf seiner Seite. Gott hat sich zu ihm gestellt, als sich alle distanziert hatten. Er hat überdauert. Er ist es. Er ist es, den wir brauchen, damit der Lauf der Welt eine andere Richtung nimmt. Heute mehr als je zuvor.
Amen

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 630 Wo ein Mensch vertrauen gibt

* Fürbittengebet:

dazwischen EG 178, 9

Lasst uns beten zu Gott, unserem Vater,
der seinen Sohn, unser aller Bruder,
nach Kreuz und Leid verherrlicht hat:
Für unsere Mitmenschen auf der ganzen Welt,
deren Leben sich abspielt
zwischen Freude und Leid,
zwischen Hoffnung und Angst:
dass sie alle sich nicht von Gott verlassen glauben –
die Kinder, denen die Eltern fehlen -
die Eltern, die ihre Kinder nicht verstehen -
die Eheleute, die in ihrer Ehe einsam zu werden drohen -
die Kranken, die auf Genesung hoffen. Wir singen:

G: EG 178, 9

Für alle Eltern, Erzieher und Erzieherinnen,
denen die ihnen Anvertrauten viel Freude,
aber manchmal auch viel Leid und Sorge bereiten –
dass deine Liebe und Geduld sie allezeit trägt und stärkt. Wir singen:

G: EG 178, 9

Für die Jugend, die so viel von uns erwartet,
aber oft genug auch von uns enttäuscht wird:
dass das Leben und Leiden Jesu Christi
uns allen immer wieder den Weg im Leben weist. Wir singen:

G: EG 178, 9

Für jene unter uns, deren Existenz bedroht ist -
für die, die ihren Arbeitsplatz verloren haben
oder ihren Beruf aufgeben müssen:
dass sie Freunde haben,
die ihnen nicht nur in guten Tagen,
sondern auch in Unglück und Not zur Seite stehen. Wir singen:

G: EG 178, 9

Herr, unser Gott,
du weißt, dass sich in unserem Leben
glückliche und schwere Stunden die Waage halten -
dass Hoffnung und Verzweiflung oft nahe beieinander sind.
Wir bitten dich:
Für unseren verstorbenen Bruder Heinrich Reinhard Weisgerber der am 5.3.2019 im Alter von 90 Jahren verstorben ist und am 27.03.2019 beerdigt wurde. Herr, nimm unseren verstorbenen Bruder auf in deinem Himmlischen Heiligtum und tröste du die, die zurückbleiben. Schenke uns die Kraft und den Mut über den Verlust hinweg zu kommen und lehre uns, dass unser Leben ein Ende haben muss und dass wir in dir Geborgen und aufgehoben sind.
Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginn der Ewigkeit in Gottes gnädigen Händen.
Wir singen:

G: EG 178, 9

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

*Lied EG 170 Komm Herr Segne uns

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Gebende Hände Bad Orb

Zu folgenden Gottesdienste darf ich sie einladen:
Gründonnerstag, 18.04. 19 Uhr: Tischabendmahl in der Wächtersbacher Kirche
Karfreitag, 19.04.: 10 Uhr Innenstadt; 18 Uhr in WIttgenborn
Ostersamstag, 20.04.: 22 Uhr Osternacht mit Abendmahl in der Wächtersbacher Kirche
Ostersonntag, 21.04.: 10.00 Uhr Wächtersbacher Kirche
Ostermontag, 22.04.: 10 Uhr Wittgenborn

Herzliche Einladung zum Benefizkonzert am 28. April um 16 Uhr mit dem Heart Chor hier in der Kirche. Special guest: Matthias Baselmann.
Der Erlös geht an den Wünschewagen Hessen.
Karten gibt es im Gemeindebüro zum Preis von 10,- Euro.

* Votum:
Lasst uns in die kommende Woche gehen mit Gottes Segen:
Nun geht in Frieden
und bringt den Frieden zu anderen.
Gott ermächtigt euch,
seine Boten zu sein.
Andere wollen von euch hören,
was ihr von Gott gehört habt.
Ihr könnt anderen tun,
was Gott an euch getan hat.
So wird sein Wort zu eurem Wort,
sein Werk zu eurem Werk.
Der Herr sei mit euch allen.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.
  Thema: Gottesdienste am Passionssonntag Okuli, 24.03.2019
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 24.03.2019 13:30   Titel: Gottesdienste am Passionssonntag Okuli, 24.03.2019
Gottesdienst am 3. Sonntag der Passionszeit „Okuli“
09.00 Uhr Kirchraum Hesseldorf
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
24.03.2019
Text: 1 Petrus 1, 13-21

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist mit deiner Kraft

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde, herzlich willkommen zum Gottesdienst am Passionssonntag Okuli. Das Thema heute lautet: Wir sind erlöst durch Jesus Christus.
Ich wünsche uns einen Mutmachenden Gottesdienst.

Lied EG 452, 1-3 Er weckt mich alle Morgen

*Eingangspsalm:
Meine Augen sehen stets auf den Herrn,
denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.

Die Augen des Herrn merken auf die Gerechten
und seine Ohren auf ihr Schreien.
Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind,
und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.
Der Gerechte muss viel erleiden,
aber aus alledem hilft ihm der Herr.
Der Herr erlöst das Leben seiner Knechte,
und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.

Meine Augen sehen stets auf den Herrn,
denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.

*Kommt lasst uns anbeten

*Aufforderung zum Bittruf:
Vater,
der seinen Sohn ins Leiden sandte,
damit wir Vergebung finden,
der ihn schuldig sprechen ließ
und uns freispricht von aller Schuld,
der ihn in den Tod gab,
um uns das Leben zu schenken.
Wir rufen um erbarmen:


*Kollektengebet:
Vor uns bist du, Gott.
Doch wir sehen zurück,
Erinnerungen halten uns fest.
Wir bitten dich:
Weite uns den Blick nach vorn,
dein Reich wahrzunehmen.
Beflügele unsere Phantasie,
das Mögliche zu entdecken und zu tun.
Festige uns im Glauben
durch Jesus Christus.
G: AMEN

* Schriftlesung: Lukas 9, 57-62
57 Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst.
58 Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.
59 Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe.
60 Aber Jesus sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes!
61 Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Haus sind.
62 Jesus aber sprach zu ihm: Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren.) AMEN

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 79 Wir danken dir Herr Jesu Christ

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde!
„In Ihrer Kirche sehen Sie mich trotzdem nicht", sagte der junge Mann zu seiner Pfarrerin. Das war vor einiger Zeit am Ende eines langen Gesprächs über Glaubens- und Lebensfragen. Die Bemerkung ist der Pfarrerin lange nachgegangen. Immer wieder hat sie sich seitdem gefragt: Was wollte der junge Mann damit ausdrücken? Erst einmal sicher das: Ich gehe auch künftig nicht in die Kirche, nur weil Sie (Frau Pfarrerin) das gewiss von mir erwarten und wollen. - Gut, das war ja wenigstens eine ehrliche Aussage, wenn sie auch - am Ende eines stundenlangen intensiven Gesprächs gebraucht - ein wenig das Taktgefühl vermissen lässt. Aber der Glaube des jungen Mannes war noch sehr jung, da verzeiht man solche - leicht verletzende - Direktheit.

Etwas anderes aber hat die Seelsorgerin bis heute beschäftigt: „In Ihrer Kirche sehen Sie mich trotzdem nicht!" Zwischen den Zeilen konnte man da doch hören: Ich glaube, liebe Frau Pfarrerin, das lange Gespräch mit mir, das Opfer an Zeit, Ihre Mühe, mich zu überzeugen und mir zu helfen, hatte nur einen Zweck: Nämlich den, mich für Ihren Gottesdienst zu gewinnen. Noch schärfer formuliert: „Ihr Leute von der Kirche wollt doch immer bloß das eine, Schäfchen für Eure fromme Sache zu fangen. „Aber, ätsch, mich kriegen Sie nicht!"

Aber kommen wir zu uns und unserer Gemeinde. Ich kann mich an viele ähnliche Äußerungen erinnern, die auf dieselbe Haltung bei manchen Gemeindegliedern hindeuten. Oft gibt auch das Verhalten der Menschen Hinweise in dieser Richtung: Etwa die Beharrlichkeit, mit der einer dem Gottesdienst oder dem Gemeindeleben überhaupt fernbleibt - dabei hält er - seinen Worten nach - doch für wichtig und gut und er lobt „seine Kirche" doch auch lautstark vor den Leuten. Steht da im Hintergrund nicht die Angst, von der Kirche „kassiert" zu werden und eben die Ansicht: „Das machen die von der Kirche doch nur, um mich der „Herde" einzuverleiben und den eigenen missionarischen Drang zu befriedigen." Nicht, dass die Menschen gleich meinen, der Pfarrer z.B. würde mehr Geld bekommen, wenn er mehr Schäfchen um sich schart. Aber um „Ansehen" und „Erfolg" vor sich selbst und vielleicht den Kolleginnen und Kollegen wird es ihm schon gehen!

Ich habe lange darüber nachgedacht. Ich muss zugeben: Ja, ich freue mich auch persönlich sehr, wenn am Sonntag die Reihen hier vor der Kanzel gut besetzt sind. Es macht mir Freude, wenn nach und nach auch mehr Gottesdienstbesucher kommen, und besonders würde es mich dann freuen, wenn das kein Strohfeuer bliebe, sondern wenn es jeden Sonntag voll wäre. Und natürlich ist mir das wichtig, wenn etwa im Seniorenkreis oder bei anderen Gemeinde kreisen neue, beständige Teilnehmer auftauchen. Und - ja! - ich sehe das durchaus auch als einen Erfolg der Predigt- (und Gemeinde-)arbeit an, die wir hier tun dürfen und bei der uns - Gott sei Dank! - auch viele Gemeindeglieder zur Seite stehen. Aber - und das dürfen sie mir jetzt auch glauben! - die Menschen, für die unsere Arbeit geschieht, sind mir und gewiss den meisten Kirchenleuten viel, viel wichtiger als die eigene Person, als der Erfolg und das Ansehen für uns selbst und auch als die Freude, die wir aus unserem Einsatz in der Gemeinde ziehen. Ich glaube nun einmal, dass keiner ohne lebendige Gemeinschaft leben kann - wie sie heute für alle Menschen allein noch die christliche Gemeinde bieten kann.

Aber es gibt noch andere Gedanken, andere Gründe, warum wir den Menschen nachgehen und manchmal vielleicht sogar auf die Nerven gehen, um sie für die Sache Jesu Christi zu gewinnen. Und davon spricht der Predigttext, der uns für diesen Sonntag verordnet ist. Ich lese aus dem 1. Petrusbrief im 1. Kapitel:
Textlesung: 1. Petr. 1, 18 - 21

Denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes. Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund gelegt wurde, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen, die ihr durch ihn glaubt an Gott, der ihn auferweckt hat von den Toten und ihm die Herrlichkeit gegeben, damit ihr Glauben und Hoffnung zu Gott habt.

Liebe Gemeinde, wir sind erlöst durch Jesus Christus. Wir sind durch sein Blut erkauft, freigemacht von allem „nichtigen Wandel", von einem sinnlosen und darum auch freudlosen Leben nur für uns selbst, unseren Spaß, unser Hab und Gut, unseren Selbstruhm und unsere Ichsucht.
Nur die Botschaft von Jesus Christus und unsere persönliche Antwort darauf kann das Leben wirklich erfüllt und froh machen. Nur der Glaube an ihn, die Hoffnung auf ihn und die Zuversicht durch ihn, dass wir auferstehen und ewig leben werden, können uns in dieser Zeit Ziel und Richtung geben. Und nur ein Leben mit Christus und in seinem Dienst an den Menschen kann uns, wenn's ans Sterben geht, dazu helfen, dass wir einmal sagen können: „Es hat sich gelohnt; es war nicht umsonst und - es war schön." Alles andere, unser Besitz, was wir an Positionen erreicht und welche Karriere wir gemacht haben, wie viel Macht wir hatten und wie groß der Einfluss bei den Menschen war, wird dann ein Dreck sein und wird uns nur belasten, dass uns der Abschied schwer fällt. Und noch manches mehr ist Teil dieses Glaubens - und wir predigen davon jeden Sonntag und bei vielen anderen Gelegenheiten.

Wenn man in diesem Glauben steht und aus ihm heraus zu leben versucht, und wenn man für sich selbst damit jeden Tag wieder gute Erfahrungen macht, dann möchte man einfach auch andere Menschen davon überzeugen und dafür gewinnen - und das kennen sie doch auch!

Aber das tun wir doch nicht in erster Linie, um uns dann die Schulter klopfen zu können, um Bekehrungen an unsere Fahnen zu heften oder unseren missionarischen Eifer zu befriedigen. Dabei geht's uns doch um die Mitmenschen. Sie sollen Sinn und Fülle in ihr Leben bekommen. Sie sollen den Weg finden. Um ihr Heil ist es uns doch zu tun! Und nicht um unseres! Es ist die Sorge um die Menschen, die uns treibt. Und oft sind diese Menschen unsere Lieben, die uns ganz nahestehen, unsere Ehegatten, Kinder oder Eltern. Und - sollten die uns nicht Sorgen machen? Und sollte uns deren religiöses Desinteresse nicht nahe gehen? Und sollte uns ihre Verachtung des christlichen Glaubens nicht wehtun?

Ich muss das heute sagen, und da spreche ich noch einmal ganz persönlich:
Mir tut das weh, wenn eine jahraus, jahrein, Sonntag für Sonntag das Kochen vorschiebt, um zu begründen, warum sie nie zum Gottesdienst geht. Oder wenn Männer erzählen Sie gehen lieber in die Kirche wo das Kreuz Henkel hat, also zum Frühschoppen. Und ich werde das nie begreifen können, warum einer den Gottesdienst am Nachmittag, von ihm selbst beim Pfarrer erbeten, auch nach dem zehnten Mal nie besucht hat. Und es tut mir leid, wenn alte Leute nicht zum Seniorenkreis ihrer Gemeinde gehen, vielleicht nur weil sie den Anruf bei einer der Mitarbeiterinnen scheuen: „Könnte mich wohl einer abholen!" Denn wie gern würden sie das tun! Und es macht mich traurig, wenn bei anderen Gemeindekreisen Teilnehmer von einer Woche auf die andere fernbleiben und man nie erfährt, warum. Und ich könnte das Fernsehen manchmal sonst wohin wünschen, wenn es uns mit seinem Angebot die Gemeinschaft der Frauenabende zerstört. Aber bei alledem geht es doch nicht zuerst um mich! Ich wünschte vielmehr der Hausfrau, die sonntags stets kochen muss, dass sie einmal alles schon am Samstagabend vorbereitet und dann vielleicht eine Viertelstunde später zu Tisch ruft. Und ich wünschte dem Mann, der um Einrichtung von Nachmittagsgottesdiensten bat und lieber zum Frühschoppen geht, dass er, wenn einer angeboten wird, auch einmal kommt. Und ich wünschte dem alten Menschen, dass er uns um Abholung zum Seniorennachmittag bittet, weil das doch überhaupt kein Problem ist. Denen die einen Kreis der Gemeinde verlassen, wünschte ich den Mut, dass sie aussprechen können, was sie vielleicht stört - nur dann kann man ja etwas ändern. Und den Frauen wünschte ich, dass sie erkennen, wie sehr Unregelmäßigkeit die Sache der Gemeinschaft beeinträchtigt.

Dabei müssen sie uns Leuten von der Kirche glauben: Wir haben diese Wünsche nicht um unseret willen. Wir möchten die Menschen nicht bewegen, um uns dann selbst die Schulter klopfen zu können, nein, wir wollen, dass sie sich von Jesus Christus bewegen lassen und dass sie Erfahrungen mit der Gemeinschaft und dem Glauben machen, die uns selbst wichtiger sind als alles andere.

„In Ihrer Kirche sehen Sie mich trotzdem nicht!" So hat der junge Mann neulich zu seiner Pfarrerin gesagt. Ich denke mir, dass diese Pfarrerin ihm und allen, die seine Haltung teilen, gern sagen würde: Wir wollen nicht uns selbst dienen, sondern der Sache des Herrn Jesus Christus! Und wir müssen ihn verkündigen und von ihm erzählen! Wie sollten wir denn schweigen können von dem, der uns "nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem teuren Blut erkauft hat", der uns erlöst hat vom "nichtigen Wandel" und uns den Sinn unseres Lebens und die Hoffnung auf eine ewige Zukunft schenkt?
-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 395 Vertraut den neuen Wegen

* Fürbittengebet:
Herr Jesus Christus, wir bitten dich:
Nimm uns mit auf deinen Weg,
daß wir Liebe lernen und Frieden finden. Wir singen:

G: EG 178,11 Herr erbarme dich

Wir bitten dich: Nimm uns mit auf deinen Weg,
daß wir lernen, zärtlich und einfühlsam zu sein,
und einander zu achten und zu beschützen. Wir singen:

G: EG 178,11 Herr erbarme dich

Wir bitten dich: Nimm uns mit auf deinen Weg,
daß wir ehrlich und verantwortungsvoll unsere Arbeit tun,
daß wir uns fernhalten von unsauberen Geschäften
und für Gerechtigkeit eintreten. Wir singen:

G: EG 178,11 Herr erbarme dich

Wir bitten dich: Nimm uns mit auf deinen Weg,
daß die Herzen frei werden,
nicht gefangen durch Einfluß und Macht,
daß die Sinne klar bleiben,
nicht verblendet durch Geld und Besitz. Wir singen:

G: EG 178,11 Herr erbarme dich

Wir bitten dich: Nimm uns mit auf deinen Weg,
daß dein Wort in unseren Worten widerklingt,
nicht leeres oder böses Geschwätz,
daß unser Reden hilfreich und befreiend ist,
dankbar gestimmt und voll Hoffnung. Wir singen:

G: EG 178,11 Herr erbarme dich

Wir bitten dich: Nimm uns mit auf deinen Weg,
als Gottes geliebte Kinder,
daß wir verwandelt werden aus Finsternis zum Licht.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Kollekte ist für besondere gesamtkirchliche Aufgaben.

Nächster Gottesdienst

Sonntag, 31. März 2017

18.00 Uhr Vorstellungsgottesdienst der diesjährigen Konfirmanden mit musikalischer Begleitung der Honey Crew. Hier in der Wächtersbacher Kirche.

Herzliche Einladung jetzt nach dem Gottesdienst ab 1130 Uhr zum Passionsessen im Gemeindehaus in der Poststraße. Es gibt Pellkartoffeln und Quark in vielen verschieden Varianten. Die Einnahmen und Spenden gehen an die Hilfsorganisation „Handicap International “

Abkündigungen

Ich lade auch ganz herzlich ein zum Konzert des Musikzuges Wächtersbach am nächsten Samstag, 30.0.32019 um 19.30 hier in der Kirche.

Der Wochenspruch steht bei Lukas im 9. Kapitel, dort heißtes:

„Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück,
der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.” Lukas 9,62

* Lied EG 562 Segne und behüte

* Votum:
Der Herr segne dich;
er erfülle Dein Herz mit Freude,
Deine Augen mit Lachen,
Deine Ohren mit Musik,
Deine Nase mit Wohlgeruch,
Deinen Mund mit Jubel,
Deine Hände mit Zärtlichkeit,
Deine Arme mit Kraft,
Deine Füße mit Tanz.
Er bewahre Dich vor allem Ungemach
und beschütze Dich zu allen Zeiten.
So gehet hin im Frieden.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Abendgottesdienst mit Abendmahl an Invokavit, 10.03.2019
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 10.03.2019 20:50   Titel: Abendgottesdienst mit Abendmahl an Invokavit, 10.03.2019
Abendgottesdienst mit Abendmahl
am Sonntag Invokavit
18.00 Uhr Ev. Kirche Kempfenbrunn
10.03.2019
Text: Lukas 22, 31-34

*Lied EG + 34 Komm Heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde,

die Passionszeit ist die Zeit, in der wir in besonderer Weise an das Leiden und Sterben Jesu Christi denken. Sie lädt uns ein, uns erneut mit unserem ganzen Leben zu ihm hinzuwenden, um in seiner Kraft zu bestehen und unseren Glauben zu bewähren. Wir feiern heute Abend das heilige Abendmahl.
Ich wünsche uns einen Mutmachenden Abendgottesdienst

*Lied EG 76 O Mensch bewein dein Sünde groß

*Eingangspsalm:
Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!

Denn du bist mein Fels und meine Burg,
und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen.
Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir heimlich stellten;
denn du bist meine Stärke.
In deine Hände befehle ich meinen Geist;
du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.
Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte,
dass du mein Elend ansiehst
und nimmst dich meiner an in Not
und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes;
du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Gott ist unsere Zuversicht.
Er ist bei uns in Not und Anfechtung.
Wir haben es erlebt, immer wieder,
und können es doch nicht glauben,
wenn es ernst wird.
Wir bitten ihn um Erbarmen:

*Kollektengebet:

Herr Gott, himmlischer Vater,
du hast deinen Sohn in die Welt gesandt,
dass er die Macht des Bösen besiege.
Wir bitten dich:
Stärke uns in aller Not und Anfechtung,
dass wir in seiner Kraft dem Feind widerstehen
und den Glauben, die Liebe und die Hoffnung bewahren.
Durch ihn, unseren Herrn Jesus Christus,
der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
G: AMEN

* Schriftlesung: Hebräer 4, 14-16
Als Lesung für den heutigen Sonntag hören wir Worte aus dem Hebräerbrief. Jesus wird der Gemeinde als der wahre Hohepriester vor Augen gestellt. Sie kann sich darauf verlassen, dass die Nöte und Anfechtungen, die sie in ihrem irdischen Dasein zu bestehen hat, im Himmel nicht unbekannt sind.
Lesung Hebr 4,14-16

14 und wisst nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? Ein Rauch seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet.
15 Dagegen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.
16 Nun aber rühmt ihr euch in eurem Übermut. All solches Rühmen ist böse.
(Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es eine Gotteskraft. Amen.)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 347 Ach bleib mit deiner Gnade

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.
Textlesung: Lukas. 22, 31 - 34

Simon, Simon, siehe, der Satan hat begehrt, euch zu sieben wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dereinst dich bekehrst, so stärke deine Brüder. Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Petrus, ich sage dir: Der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, dass du mich kennst.

Liebe Gemeinde!
Wahrhaftig! Es wird nicht mehr lange dauern, da wird der Satan die Jünger „sieben wie den Weizen“. Er wird sie prüfen, in tiefste Erschütterung und Verwirrung stürzen. Auch Simon Petrus, der hier so großspurig redet, kann dann der Prüfung nicht standhalten. Er wird beobachten, wie sie Jesus in Gethsemane verhaften, er wird ihm in sicherem Abstand bis zum Palast des Hohenpriesters folgen und dann wird er im Hof vor dem Palast vor Angst schlottern, den Herrn verleugnen und schließlich davonlaufen. Und der Hahn wird dreimal krähen und Petrus wird bitterlich weinen. Soweit die Geschichte der Angst und des Versagens des Petrus, des Ersten unter den Jüngern Jesu. Aber was fangen wir damit an?
Wir sagen jetzt mit Recht: So etwas würde Jesus mit uns niemals erleben! Und wir können das sagen, weil wir noch nie so hart geprüft wurden und weil uns nach menschlichem Ermessen eine solche Prüfung niemals bevorstehen wird. Noch einmal: Das ist sicher richtig. Aber es kann uns nicht beruhigen und wir können uns jetzt nicht zufrieden in unserer Kirchenbank zurücklehnen. Denn eigentlich ist es bei uns heutigen Christinnen und Christen viel schlimmer - vielleicht nicht mit der Angst, aber mit dem Versagen. Aber weil das so hart gesprochen ist, will und muss ich erklären, wie ich das meine. Ich erzähle dazu drei kleine Geschichten von heutigen „Prüfungen“:

- Werner G. arbeitet als Buchhalter mit 12 Kolleginnen und Kollegen in einem Großraumbüro. Er ist Kirchenvorsteher in seiner Kirchengemeinde und würde sich selbst als christlich und gläubig bezeichnen. Der Bürochef, er sitzt in einem eigenen Zimmer nebenan, hat die Gewohnheit mehrfach täglich im Großraumbüro „nach dem Rechten zu sehen“, wie er das nennt. Neulich nun hat er die Gelegenheit eines solchen „Kontrollgangs“ genutzt, um eine der Mitarbeiterinnen wegen ihrer sechswöchigen Krankheitszeit vor aller Ohren anzusprechen und moralisch zur Schnecke zu machen. Sie hätte die gesetzlichen Bestimmungen ja bis zum äußersten ausgenutzt und die Kollegen hätten ihre Arbeit mitmachen müssen. Werner weiß, dass die Frau, der hier so hart zugesetzt wird, wirklich sehr krank war. Und er weiß auch, dass der Chef das weiß. Darum müsste er eigentlich ein Wort sagen. Vielleicht so eines: „Aber Chef, sie kann doch nichts dafür, wenn sie krank ist. Und wir haben die Mehrarbeit ja auch ganz gut geschafft. Hauptsache ist doch, dass sie jetzt wieder gesund und wieder da ist!“ Ja, so etwas müsste er sagen. Aber er schweigt. Und alle anderen schweigen auch.

- Gisela K. hat seit ihrer Heirat ein ganz schlechtes Verhältnis zu ihrem Vater. Er war damals gegen die Ehe mit ihrem Mann und war weder bei der standesamtlichen noch bei der kirchlichen Trauung dabei. Über 30 Jahre ist das her. Seitdem haben sie sich nicht mehr gesehen, nur aus der Ferne bei der Beerdigung ihrer Tante. Jetzt hört sie von ihrer Mutter, ihr Vater hätte einen Schlaganfall gehabt und es ginge ihm sehr schlecht. Alles, was er sich noch wünscht wäre, noch einmal seine Tochter zu sehen. Er wolle sich mit ihr aussöhnen. Gisela ist „Christin“. Der Wunsch des Vaters berührt sie. Aber das, was er ihr angetan hat damals, kann sie nicht vergessen. Immer noch tut die Verletzung sehr weh. Außerdem hat sie sich damals geschworen, den Kontakt mit dem Vater für immer abzubrechen. Andererseits...es wäre ihre christliche Pflicht. Wenn er nun stirbt, bevor sie noch einmal gesprochen haben? Sie spürt, sie müsste zu ihm gehen. Sie will nur noch ein paar Tage vergehen lassen. Dann kommt der Anruf der Mutter. Es ist zu spät.

- Wilfried P. ist im Ruhestand und bezieht eine recht kleine Rente. Als fleißiger Kirchgänger trifft er sonntäglich Friedrich, seinen ehemaligen Abteilungsleiter, von dem er weiß, dass er finanziell viel besser gestellt ist als er selbst. Er empfindet das als ungerecht und es wurmt ihn enorm. Neulich hat er über Friedrich ein Gerücht in die Welt gesetzt: Er hätte in seiner aktiven Zeit einmal in die Firmenkasse gegriffen. Das war frei erfunden, aber es hat sich wie ein Lauffeuer in der Gemeinde verbreitet. Die Leute hören ja immer gern, dass einer, der sich ehrlich und wohlanständig gibt, Dreck am Stecken hat. Es dauert nur zwei Wochen, dann ist Friedrich nicht mehr in der Kirche zu sehen. Wilfried hört von ihm, dass er sich gegen das Gerücht gewehrt hat, aber dass ihm keiner glauben will. Irgendwie gefällt ihm das nun auch nicht mehr, dass er Friedrich ohne jeden Grund so viel Leid zugefügt hat. Er möchte gern wieder gut machen, was er Friedrich angetan hat. Aber wie soll man ein Gerücht wieder zurückholen? Und auch noch ohne selbst in seiner Glaubhaftigkeit beschädigt zu werden? Wilfried hält lieber den Mund.

Liebe Gemeinde, nein, Angst ist hier nicht so sehr im Spiel. Dafür aber um so mehr Versagen. Wir mögen denken, Petrus hätte mit der Verleugnung seines Herrn, dem er doch Treue geschworen hatte, viel größere Schuld auf sich geladen als die drei Menschen aus meinen Geschichten. Und das mag stimmen. Allerdings war das im Leben des Petrus wohl das einzige Mal, dass er derart versagt hat, aber ich behaupte: Bei uns kommt so etwas oder Ähnliches dafür viel häufiger vor.
Aber warum habe ich Ihnen diese drei Geschichten eigentlich erzählt? Will ich sagen, dass wir im Grunde nicht besser sind als Petrus damals? - Ich antworte: Ja, das will ich sagen!
Wie oft schweigen wir, wo wir reden müssten? Wie oft aber reden wir auch, wo wir besser geschwiegen hätten? Wie feige sind wir doch manchmal, sagen nicht, was gesagt werden muss. Wie viele Gerüchte gehen von uns aus - gar nicht nur, wenn wir bewusst die Unwahrheit verbreiten. Oft entsteht ein Gerücht auch, wenn wir nur Vermutungen oder Ahnungen weitergeben und unser Gegenüber nimmt es gleich für bare Münze? Wenn das Gerücht erst unterwegs ist, hält es keiner mehr auf. Das ist, als hätten wir Federn in den Wind geworfen. Wir können sie nicht mehr einsammeln. Klärende Worte erreichen nur wenige von denen, die dem Gerücht aufgesessen sind.
Wie viele Gelegenheiten zur Versöhnung haben wir wohl schon verstreichen lassen? Wie oft haben wir die Hand ausgeschlagen, die ein anderer uns gereicht hat? Wie lange tragen wir etwas nach, was weit in der Vergangenheit geschehen ist. Oft wissen wir nach Jahren nicht mehr genau, was eigentlich Ursache des Zerwürfnis’ war. Manchmal haben wir die Abneigung gegen bestimmte Menschen gar schon von unseren Eltern oder Großeltern geerbt. Einen Strich machen wir trotzdem nicht drunter!
Nein, nur weil Petrus vor seinem Herrn, Jesus Christus, versagt hat, ist er nicht schlechter als wir. All unser Versagen ist im Grunde auch eines vor unserem Herrn, denn wir verlassen damit die Spur, in der er uns vorausgegangen ist. Und es ist eben nicht christlich, andere Wege zu gehen, als die, die er uns gewiesen hat. Petrus hat Schuld auf sich geladen. Er hat seinen Herrn verleugnet und ihn damit ans Kreuz gebracht.
Wir haben auch Schuld auf uns geladen. Wir haben manches mal versagt, Leid und Kummer über andere Menschen gebracht und uns nicht als Nachfolger unseres Herrn bewährt. Auch für uns geht Jesus Christus den Weg hinauf nach Golgatha.
Zu Petrus sagt Jesus: „Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre“, und er meint wohl damit: Auch wenn du mich verleugnen wirst, so wird es für dich doch mit mir und im Glauben an mich weitergehen. Weiter sagt er: „Und wenn du dereinst dich bekehrst, so stärke deine Brüder.“ Nachdem Jesus auferstanden ist, wird diese „Bekehrung“ wahr, wenn Jesus dem Petrus am See Tiberias erscheint und ihn dreimal so anspricht: „Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber, als mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!“ Dreimal hatte er geleugnet, Jesus zu kennen. Dreimal muss er jetzt die peinliche Frage über sich ergehen lassen. Dann aber ist die gute Beziehung wiederhergestellt. Und es wird wahr, dass Petrus die Brüder stärkt.
Nicht anders will unser Herr es mit uns halten: Wenn wir in unserem Leben vor seinem Anspruch versagen, dann wollen wir zu ihm hingehen und ihn um Vergebung bitten. Ich glaube fest, wenn es uns ernst damit ist, dass uns leid tut, was wir getan haben, dann wird er uns die Schuld abnehmen.
AMEN

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 362, 1-3 Ein feste Burg ist unser Gott

ABENDMAHL

Danksagung (Präfation):

Wahrhaft würdig und recht ist es,
dich zu loben, Gott
und dir für die Gaben zu danken,
die wir an deinem Tisch empfangen:
Kraft und Mut,
um aufzutanken für den Alltag,
Brot und Wein,
die uns ein Stückchen Himmel öffnen,
überall dort,
wo wir´s in deinem Namen teilen.

Gott, unser Vater,
in der Menschwerdung deines Sohnes
willst du uns Versöhnung schenken
und uns mit dir verbinden.

Durch Jesus Christus sind wir
hinein genommen in deine Liebe.
Zeichen dafür sind uns Brot und Wein,
in denen du uns gegenwärtig sein willst
durch deinen Sohn Jesus Christus,
unseren Herrn und Bruder.
Dafür loben wir dich, Gott und singen!

Lied Sanctus

Einsetzungsworte:
Unser Herr Jesus Christus / in der Nacht, da er verraten ward / nahm er das Brot / dankte und brach's / und gab's seinen Jüngern / und sprach: Nehmet hin und esset / das ist mein Leib (+) / der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl / dankte / gab ihnen den / und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus / dieser Kelch ist das neue Testament (+) in meinem Blut / das für euch vergossen wird / zur Vergebung der Sünden . Solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis.

Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. AMEN.

Lied EG 190.2 "Christe, du Lamm Gottes"

Friedensgruß: Thomas
Der Friede des Herrn sei mit euch allen. Keiner sei gegen den anderen, keiner in sich verschlossen. Vergebt, wie euch vergeben ist, nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zum Lobe Gottes.

Austeilung

Lobpreis:
Danke Gott,
dass du es bist,
der uns mit unseren Schwächen versöhnt.
Danke,
dass du es bist,
der auch das Kleine
zum Leuchten und Glänzen bringt.
Danke,
dass du uns in Wein und Brot so nahe bist
und ein Wort der Versöhnung für uns übrig hast.

* Fürbittengebet:
Lasst uns beten und mit dem Gebetsruf „Herr, erbarme dich“, antworten.

Gott, du bist den Leidenden nah,
du bist den Weg des Leidens zu Ende gegangen
durch den Tod hindurch zum Leben.

Wir fürchten um unser Leben, wenn wir hören und sehen,
was Menschen aushalten müssen, was ihnen zugemutet wird.
Wir erschrecken und hoffen, dass es uns nicht trifft.
Wir möchten glauben, dass du auch dann bei uns bist,
wenn wir Angst haben, wenn wir Schmerzen leiden,
wenn wir mit uns selbst nicht zurechtkommen.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich für die Menschen,
die den Tod auf sich zukommen sehen:
Lass ihre Hoffnung wachsen und ihre Angst kleiner werden.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir beten für die Menschen,
die in Ungewissheit und Sorge leben,
die sich von Spannungen wie zerrissen fühlen:
Gib ihnen deinen Frieden, der alle Vernunft übersteigt.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir rufen dich an für die Verbitterten,
denen über ihrem Schicksal der Glaube zerbrochen ist:
Gib ihnen Menschen an die Seite,
durch die sie deine Liebe erfahren
wie ein Licht in der Finsternis. Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich für unsere Schwestern und Brüder in der Welt,
die um ihres Glaubens willen Nachteile auf sich nehmen
oder Leiden erdulden müssen:
Festige sie in ihrem Glauben und stärke ihre Geduld,
dass sie nicht wanken.
Lass sie durch unser Gebet deinen Trost erfahren.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Gott, wir bitten dich für uns alle:
Wenn wir nicht wissen, warum dieses Unglück,
warum diese Krankheit, warum dieser Tod,
dann lass diese Fragen uns nicht von dir trennen.
Hilf uns glauben: Deine Liebe führt uns auch Wege,
die wir nicht verstehen,
durch den Tod hindurch zum Leben. Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

* Lied EG 487 Abend ward bald kommt die Nacht

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Aktion „Hoffnung für Osteuropa“

Wochenspruch: Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. 1. Joh. 3, 8 b

Nächste Gottesdienste

Sonntag, 17. März 2019

9:30 Uhr Kindergottesdienst

10:30 Uhr Gottesdienst mit Pfrin. Ehlers

Aus unserer Gemeinde ist am 04.03.2019 unsere Schwester Christa Goymann geb. Eschert im Alter von 82 Jahren verstorben. Der Beisetzung ist am Freitag, 15.03.2019 um 15.00 Uhr im Wald der Stille.
Wir beten:
Herr unser Gott, nimm unsere verstorbene Schwester auf in deinem Himmlischen Heiligtum und tröste uns, die wir zurückbleiben. Schenke uns deinen Frieden in deiner Ewigkeit und sei du bei uns in der Zeit des Abschiedes und der Trauer.
Lass uns in deiner Botschaft Trost und Halt finden.
„Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginn der Ewigkeit in Gottes gnädigen Händen“. AMEN

* Votum:
Vergiss die Träume nicht,
wenn die Nacht
wieder über dich hereinbricht
und die Dunkelheit
dich wieder gefangen zu nehmen droht.
Noch ist nicht alles verloren.
Deine Träume und deine Sehnsüchte
tragen Bilder der Hoffnung in sich.
Deine Seele weiß,
dass in der Tiefe Heilung schlummert
und bald in dir ein neuer Tag erwacht.
Ich wünsche dir,
dass du die Zeiten der Einsamkeit
nicht als versäumtes Leben erfährst,
sondern dass du beim Hineinhorchen
in dich selbst
noch Unerschlossenes
in dir entdeckst.
Ich wünsche dir,
dass dich all das Unerfüllte
in deinem Leben nicht erdrückt,
sondern dass du dankbar sein kannst für das,
was dir an Schönem gelingt.
Ich wünsche dir,
dass all deine Traurigkeiten
nicht vergeblich sind,
sondern dass du aus der Berührung
mit deinen Tiefen
auch Freude
wieder neu erleben kannst.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN
 
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