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  Thema: Gottesdienste am Passionssonntag Okuli, 24.03.2019
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 24.03.2019 13:30   Titel: Gottesdienste am Passionssonntag Okuli, 24.03.2019
Gottesdienst am 3. Sonntag der Passionszeit „Okuli“
09.00 Uhr Kirchraum Hesseldorf
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
24.03.2019
Text: 1 Petrus 1, 13-21

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist mit deiner Kraft

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde, herzlich willkommen zum Gottesdienst am Passionssonntag Okuli. Das Thema heute lautet: Wir sind erlöst durch Jesus Christus.
Ich wünsche uns einen Mutmachenden Gottesdienst.

Lied EG 452, 1-3 Er weckt mich alle Morgen

*Eingangspsalm:
Meine Augen sehen stets auf den Herrn,
denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.

Die Augen des Herrn merken auf die Gerechten
und seine Ohren auf ihr Schreien.
Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind,
und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.
Der Gerechte muss viel erleiden,
aber aus alledem hilft ihm der Herr.
Der Herr erlöst das Leben seiner Knechte,
und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.

Meine Augen sehen stets auf den Herrn,
denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.

*Kommt lasst uns anbeten

*Aufforderung zum Bittruf:
Vater,
der seinen Sohn ins Leiden sandte,
damit wir Vergebung finden,
der ihn schuldig sprechen ließ
und uns freispricht von aller Schuld,
der ihn in den Tod gab,
um uns das Leben zu schenken.
Wir rufen um erbarmen:


*Kollektengebet:
Vor uns bist du, Gott.
Doch wir sehen zurück,
Erinnerungen halten uns fest.
Wir bitten dich:
Weite uns den Blick nach vorn,
dein Reich wahrzunehmen.
Beflügele unsere Phantasie,
das Mögliche zu entdecken und zu tun.
Festige uns im Glauben
durch Jesus Christus.
G: AMEN

* Schriftlesung: Lukas 9, 57-62
57 Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst.
58 Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.
59 Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe.
60 Aber Jesus sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes!
61 Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Haus sind.
62 Jesus aber sprach zu ihm: Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren.) AMEN

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 79 Wir danken dir Herr Jesu Christ

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde!
„In Ihrer Kirche sehen Sie mich trotzdem nicht", sagte der junge Mann zu seiner Pfarrerin. Das war vor einiger Zeit am Ende eines langen Gesprächs über Glaubens- und Lebensfragen. Die Bemerkung ist der Pfarrerin lange nachgegangen. Immer wieder hat sie sich seitdem gefragt: Was wollte der junge Mann damit ausdrücken? Erst einmal sicher das: Ich gehe auch künftig nicht in die Kirche, nur weil Sie (Frau Pfarrerin) das gewiss von mir erwarten und wollen. - Gut, das war ja wenigstens eine ehrliche Aussage, wenn sie auch - am Ende eines stundenlangen intensiven Gesprächs gebraucht - ein wenig das Taktgefühl vermissen lässt. Aber der Glaube des jungen Mannes war noch sehr jung, da verzeiht man solche - leicht verletzende - Direktheit.

Etwas anderes aber hat die Seelsorgerin bis heute beschäftigt: „In Ihrer Kirche sehen Sie mich trotzdem nicht!" Zwischen den Zeilen konnte man da doch hören: Ich glaube, liebe Frau Pfarrerin, das lange Gespräch mit mir, das Opfer an Zeit, Ihre Mühe, mich zu überzeugen und mir zu helfen, hatte nur einen Zweck: Nämlich den, mich für Ihren Gottesdienst zu gewinnen. Noch schärfer formuliert: „Ihr Leute von der Kirche wollt doch immer bloß das eine, Schäfchen für Eure fromme Sache zu fangen. „Aber, ätsch, mich kriegen Sie nicht!"

Aber kommen wir zu uns und unserer Gemeinde. Ich kann mich an viele ähnliche Äußerungen erinnern, die auf dieselbe Haltung bei manchen Gemeindegliedern hindeuten. Oft gibt auch das Verhalten der Menschen Hinweise in dieser Richtung: Etwa die Beharrlichkeit, mit der einer dem Gottesdienst oder dem Gemeindeleben überhaupt fernbleibt - dabei hält er - seinen Worten nach - doch für wichtig und gut und er lobt „seine Kirche" doch auch lautstark vor den Leuten. Steht da im Hintergrund nicht die Angst, von der Kirche „kassiert" zu werden und eben die Ansicht: „Das machen die von der Kirche doch nur, um mich der „Herde" einzuverleiben und den eigenen missionarischen Drang zu befriedigen." Nicht, dass die Menschen gleich meinen, der Pfarrer z.B. würde mehr Geld bekommen, wenn er mehr Schäfchen um sich schart. Aber um „Ansehen" und „Erfolg" vor sich selbst und vielleicht den Kolleginnen und Kollegen wird es ihm schon gehen!

Ich habe lange darüber nachgedacht. Ich muss zugeben: Ja, ich freue mich auch persönlich sehr, wenn am Sonntag die Reihen hier vor der Kanzel gut besetzt sind. Es macht mir Freude, wenn nach und nach auch mehr Gottesdienstbesucher kommen, und besonders würde es mich dann freuen, wenn das kein Strohfeuer bliebe, sondern wenn es jeden Sonntag voll wäre. Und natürlich ist mir das wichtig, wenn etwa im Seniorenkreis oder bei anderen Gemeinde kreisen neue, beständige Teilnehmer auftauchen. Und - ja! - ich sehe das durchaus auch als einen Erfolg der Predigt- (und Gemeinde-)arbeit an, die wir hier tun dürfen und bei der uns - Gott sei Dank! - auch viele Gemeindeglieder zur Seite stehen. Aber - und das dürfen sie mir jetzt auch glauben! - die Menschen, für die unsere Arbeit geschieht, sind mir und gewiss den meisten Kirchenleuten viel, viel wichtiger als die eigene Person, als der Erfolg und das Ansehen für uns selbst und auch als die Freude, die wir aus unserem Einsatz in der Gemeinde ziehen. Ich glaube nun einmal, dass keiner ohne lebendige Gemeinschaft leben kann - wie sie heute für alle Menschen allein noch die christliche Gemeinde bieten kann.

Aber es gibt noch andere Gedanken, andere Gründe, warum wir den Menschen nachgehen und manchmal vielleicht sogar auf die Nerven gehen, um sie für die Sache Jesu Christi zu gewinnen. Und davon spricht der Predigttext, der uns für diesen Sonntag verordnet ist. Ich lese aus dem 1. Petrusbrief im 1. Kapitel:
Textlesung: 1. Petr. 1, 18 - 21

Denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes. Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund gelegt wurde, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen, die ihr durch ihn glaubt an Gott, der ihn auferweckt hat von den Toten und ihm die Herrlichkeit gegeben, damit ihr Glauben und Hoffnung zu Gott habt.

Liebe Gemeinde, wir sind erlöst durch Jesus Christus. Wir sind durch sein Blut erkauft, freigemacht von allem „nichtigen Wandel", von einem sinnlosen und darum auch freudlosen Leben nur für uns selbst, unseren Spaß, unser Hab und Gut, unseren Selbstruhm und unsere Ichsucht.
Nur die Botschaft von Jesus Christus und unsere persönliche Antwort darauf kann das Leben wirklich erfüllt und froh machen. Nur der Glaube an ihn, die Hoffnung auf ihn und die Zuversicht durch ihn, dass wir auferstehen und ewig leben werden, können uns in dieser Zeit Ziel und Richtung geben. Und nur ein Leben mit Christus und in seinem Dienst an den Menschen kann uns, wenn's ans Sterben geht, dazu helfen, dass wir einmal sagen können: „Es hat sich gelohnt; es war nicht umsonst und - es war schön." Alles andere, unser Besitz, was wir an Positionen erreicht und welche Karriere wir gemacht haben, wie viel Macht wir hatten und wie groß der Einfluss bei den Menschen war, wird dann ein Dreck sein und wird uns nur belasten, dass uns der Abschied schwer fällt. Und noch manches mehr ist Teil dieses Glaubens - und wir predigen davon jeden Sonntag und bei vielen anderen Gelegenheiten.

Wenn man in diesem Glauben steht und aus ihm heraus zu leben versucht, und wenn man für sich selbst damit jeden Tag wieder gute Erfahrungen macht, dann möchte man einfach auch andere Menschen davon überzeugen und dafür gewinnen - und das kennen sie doch auch!

Aber das tun wir doch nicht in erster Linie, um uns dann die Schulter klopfen zu können, um Bekehrungen an unsere Fahnen zu heften oder unseren missionarischen Eifer zu befriedigen. Dabei geht's uns doch um die Mitmenschen. Sie sollen Sinn und Fülle in ihr Leben bekommen. Sie sollen den Weg finden. Um ihr Heil ist es uns doch zu tun! Und nicht um unseres! Es ist die Sorge um die Menschen, die uns treibt. Und oft sind diese Menschen unsere Lieben, die uns ganz nahestehen, unsere Ehegatten, Kinder oder Eltern. Und - sollten die uns nicht Sorgen machen? Und sollte uns deren religiöses Desinteresse nicht nahe gehen? Und sollte uns ihre Verachtung des christlichen Glaubens nicht wehtun?

Ich muss das heute sagen, und da spreche ich noch einmal ganz persönlich:
Mir tut das weh, wenn eine jahraus, jahrein, Sonntag für Sonntag das Kochen vorschiebt, um zu begründen, warum sie nie zum Gottesdienst geht. Oder wenn Männer erzählen Sie gehen lieber in die Kirche wo das Kreuz Henkel hat, also zum Frühschoppen. Und ich werde das nie begreifen können, warum einer den Gottesdienst am Nachmittag, von ihm selbst beim Pfarrer erbeten, auch nach dem zehnten Mal nie besucht hat. Und es tut mir leid, wenn alte Leute nicht zum Seniorenkreis ihrer Gemeinde gehen, vielleicht nur weil sie den Anruf bei einer der Mitarbeiterinnen scheuen: „Könnte mich wohl einer abholen!" Denn wie gern würden sie das tun! Und es macht mich traurig, wenn bei anderen Gemeindekreisen Teilnehmer von einer Woche auf die andere fernbleiben und man nie erfährt, warum. Und ich könnte das Fernsehen manchmal sonst wohin wünschen, wenn es uns mit seinem Angebot die Gemeinschaft der Frauenabende zerstört. Aber bei alledem geht es doch nicht zuerst um mich! Ich wünschte vielmehr der Hausfrau, die sonntags stets kochen muss, dass sie einmal alles schon am Samstagabend vorbereitet und dann vielleicht eine Viertelstunde später zu Tisch ruft. Und ich wünschte dem Mann, der um Einrichtung von Nachmittagsgottesdiensten bat und lieber zum Frühschoppen geht, dass er, wenn einer angeboten wird, auch einmal kommt. Und ich wünschte dem alten Menschen, dass er uns um Abholung zum Seniorennachmittag bittet, weil das doch überhaupt kein Problem ist. Denen die einen Kreis der Gemeinde verlassen, wünschte ich den Mut, dass sie aussprechen können, was sie vielleicht stört - nur dann kann man ja etwas ändern. Und den Frauen wünschte ich, dass sie erkennen, wie sehr Unregelmäßigkeit die Sache der Gemeinschaft beeinträchtigt.

Dabei müssen sie uns Leuten von der Kirche glauben: Wir haben diese Wünsche nicht um unseret willen. Wir möchten die Menschen nicht bewegen, um uns dann selbst die Schulter klopfen zu können, nein, wir wollen, dass sie sich von Jesus Christus bewegen lassen und dass sie Erfahrungen mit der Gemeinschaft und dem Glauben machen, die uns selbst wichtiger sind als alles andere.

„In Ihrer Kirche sehen Sie mich trotzdem nicht!" So hat der junge Mann neulich zu seiner Pfarrerin gesagt. Ich denke mir, dass diese Pfarrerin ihm und allen, die seine Haltung teilen, gern sagen würde: Wir wollen nicht uns selbst dienen, sondern der Sache des Herrn Jesus Christus! Und wir müssen ihn verkündigen und von ihm erzählen! Wie sollten wir denn schweigen können von dem, der uns "nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem teuren Blut erkauft hat", der uns erlöst hat vom "nichtigen Wandel" und uns den Sinn unseres Lebens und die Hoffnung auf eine ewige Zukunft schenkt?
-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 395 Vertraut den neuen Wegen

* Fürbittengebet:
Herr Jesus Christus, wir bitten dich:
Nimm uns mit auf deinen Weg,
daß wir Liebe lernen und Frieden finden. Wir singen:

G: EG 178,11 Herr erbarme dich

Wir bitten dich: Nimm uns mit auf deinen Weg,
daß wir lernen, zärtlich und einfühlsam zu sein,
und einander zu achten und zu beschützen. Wir singen:

G: EG 178,11 Herr erbarme dich

Wir bitten dich: Nimm uns mit auf deinen Weg,
daß wir ehrlich und verantwortungsvoll unsere Arbeit tun,
daß wir uns fernhalten von unsauberen Geschäften
und für Gerechtigkeit eintreten. Wir singen:

G: EG 178,11 Herr erbarme dich

Wir bitten dich: Nimm uns mit auf deinen Weg,
daß die Herzen frei werden,
nicht gefangen durch Einfluß und Macht,
daß die Sinne klar bleiben,
nicht verblendet durch Geld und Besitz. Wir singen:

G: EG 178,11 Herr erbarme dich

Wir bitten dich: Nimm uns mit auf deinen Weg,
daß dein Wort in unseren Worten widerklingt,
nicht leeres oder böses Geschwätz,
daß unser Reden hilfreich und befreiend ist,
dankbar gestimmt und voll Hoffnung. Wir singen:

G: EG 178,11 Herr erbarme dich

Wir bitten dich: Nimm uns mit auf deinen Weg,
als Gottes geliebte Kinder,
daß wir verwandelt werden aus Finsternis zum Licht.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Kollekte ist für besondere gesamtkirchliche Aufgaben.

Nächster Gottesdienst

Sonntag, 31. März 2017

18.00 Uhr Vorstellungsgottesdienst der diesjährigen Konfirmanden mit musikalischer Begleitung der Honey Crew. Hier in der Wächtersbacher Kirche.

Herzliche Einladung jetzt nach dem Gottesdienst ab 1130 Uhr zum Passionsessen im Gemeindehaus in der Poststraße. Es gibt Pellkartoffeln und Quark in vielen verschieden Varianten. Die Einnahmen und Spenden gehen an die Hilfsorganisation „Handicap International “

Abkündigungen

Ich lade auch ganz herzlich ein zum Konzert des Musikzuges Wächtersbach am nächsten Samstag, 30.0.32019 um 19.30 hier in der Kirche.

Der Wochenspruch steht bei Lukas im 9. Kapitel, dort heißtes:

„Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück,
der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.” Lukas 9,62

* Lied EG 562 Segne und behüte

* Votum:
Der Herr segne dich;
er erfülle Dein Herz mit Freude,
Deine Augen mit Lachen,
Deine Ohren mit Musik,
Deine Nase mit Wohlgeruch,
Deinen Mund mit Jubel,
Deine Hände mit Zärtlichkeit,
Deine Arme mit Kraft,
Deine Füße mit Tanz.
Er bewahre Dich vor allem Ungemach
und beschütze Dich zu allen Zeiten.
So gehet hin im Frieden.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Abendgottesdienst mit Abendmahl an Invokavit, 10.03.2019
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 10.03.2019 20:50   Titel: Abendgottesdienst mit Abendmahl an Invokavit, 10.03.2019
Abendgottesdienst mit Abendmahl
am Sonntag Invokavit
18.00 Uhr Ev. Kirche Kempfenbrunn
10.03.2019
Text: Lukas 22, 31-34

*Lied EG + 34 Komm Heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde,

die Passionszeit ist die Zeit, in der wir in besonderer Weise an das Leiden und Sterben Jesu Christi denken. Sie lädt uns ein, uns erneut mit unserem ganzen Leben zu ihm hinzuwenden, um in seiner Kraft zu bestehen und unseren Glauben zu bewähren. Wir feiern heute Abend das heilige Abendmahl.
Ich wünsche uns einen Mutmachenden Abendgottesdienst

*Lied EG 76 O Mensch bewein dein Sünde groß

*Eingangspsalm:
Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!

Denn du bist mein Fels und meine Burg,
und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen.
Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir heimlich stellten;
denn du bist meine Stärke.
In deine Hände befehle ich meinen Geist;
du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.
Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte,
dass du mein Elend ansiehst
und nimmst dich meiner an in Not
und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes;
du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Gott ist unsere Zuversicht.
Er ist bei uns in Not und Anfechtung.
Wir haben es erlebt, immer wieder,
und können es doch nicht glauben,
wenn es ernst wird.
Wir bitten ihn um Erbarmen:

*Kollektengebet:

Herr Gott, himmlischer Vater,
du hast deinen Sohn in die Welt gesandt,
dass er die Macht des Bösen besiege.
Wir bitten dich:
Stärke uns in aller Not und Anfechtung,
dass wir in seiner Kraft dem Feind widerstehen
und den Glauben, die Liebe und die Hoffnung bewahren.
Durch ihn, unseren Herrn Jesus Christus,
der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
G: AMEN

* Schriftlesung: Hebräer 4, 14-16
Als Lesung für den heutigen Sonntag hören wir Worte aus dem Hebräerbrief. Jesus wird der Gemeinde als der wahre Hohepriester vor Augen gestellt. Sie kann sich darauf verlassen, dass die Nöte und Anfechtungen, die sie in ihrem irdischen Dasein zu bestehen hat, im Himmel nicht unbekannt sind.
Lesung Hebr 4,14-16

14 und wisst nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? Ein Rauch seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet.
15 Dagegen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.
16 Nun aber rühmt ihr euch in eurem Übermut. All solches Rühmen ist böse.
(Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es eine Gotteskraft. Amen.)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 347 Ach bleib mit deiner Gnade

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.
Textlesung: Lukas. 22, 31 - 34

Simon, Simon, siehe, der Satan hat begehrt, euch zu sieben wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dereinst dich bekehrst, so stärke deine Brüder. Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Petrus, ich sage dir: Der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, dass du mich kennst.

Liebe Gemeinde!
Wahrhaftig! Es wird nicht mehr lange dauern, da wird der Satan die Jünger „sieben wie den Weizen“. Er wird sie prüfen, in tiefste Erschütterung und Verwirrung stürzen. Auch Simon Petrus, der hier so großspurig redet, kann dann der Prüfung nicht standhalten. Er wird beobachten, wie sie Jesus in Gethsemane verhaften, er wird ihm in sicherem Abstand bis zum Palast des Hohenpriesters folgen und dann wird er im Hof vor dem Palast vor Angst schlottern, den Herrn verleugnen und schließlich davonlaufen. Und der Hahn wird dreimal krähen und Petrus wird bitterlich weinen. Soweit die Geschichte der Angst und des Versagens des Petrus, des Ersten unter den Jüngern Jesu. Aber was fangen wir damit an?
Wir sagen jetzt mit Recht: So etwas würde Jesus mit uns niemals erleben! Und wir können das sagen, weil wir noch nie so hart geprüft wurden und weil uns nach menschlichem Ermessen eine solche Prüfung niemals bevorstehen wird. Noch einmal: Das ist sicher richtig. Aber es kann uns nicht beruhigen und wir können uns jetzt nicht zufrieden in unserer Kirchenbank zurücklehnen. Denn eigentlich ist es bei uns heutigen Christinnen und Christen viel schlimmer - vielleicht nicht mit der Angst, aber mit dem Versagen. Aber weil das so hart gesprochen ist, will und muss ich erklären, wie ich das meine. Ich erzähle dazu drei kleine Geschichten von heutigen „Prüfungen“:

- Werner G. arbeitet als Buchhalter mit 12 Kolleginnen und Kollegen in einem Großraumbüro. Er ist Kirchenvorsteher in seiner Kirchengemeinde und würde sich selbst als christlich und gläubig bezeichnen. Der Bürochef, er sitzt in einem eigenen Zimmer nebenan, hat die Gewohnheit mehrfach täglich im Großraumbüro „nach dem Rechten zu sehen“, wie er das nennt. Neulich nun hat er die Gelegenheit eines solchen „Kontrollgangs“ genutzt, um eine der Mitarbeiterinnen wegen ihrer sechswöchigen Krankheitszeit vor aller Ohren anzusprechen und moralisch zur Schnecke zu machen. Sie hätte die gesetzlichen Bestimmungen ja bis zum äußersten ausgenutzt und die Kollegen hätten ihre Arbeit mitmachen müssen. Werner weiß, dass die Frau, der hier so hart zugesetzt wird, wirklich sehr krank war. Und er weiß auch, dass der Chef das weiß. Darum müsste er eigentlich ein Wort sagen. Vielleicht so eines: „Aber Chef, sie kann doch nichts dafür, wenn sie krank ist. Und wir haben die Mehrarbeit ja auch ganz gut geschafft. Hauptsache ist doch, dass sie jetzt wieder gesund und wieder da ist!“ Ja, so etwas müsste er sagen. Aber er schweigt. Und alle anderen schweigen auch.

- Gisela K. hat seit ihrer Heirat ein ganz schlechtes Verhältnis zu ihrem Vater. Er war damals gegen die Ehe mit ihrem Mann und war weder bei der standesamtlichen noch bei der kirchlichen Trauung dabei. Über 30 Jahre ist das her. Seitdem haben sie sich nicht mehr gesehen, nur aus der Ferne bei der Beerdigung ihrer Tante. Jetzt hört sie von ihrer Mutter, ihr Vater hätte einen Schlaganfall gehabt und es ginge ihm sehr schlecht. Alles, was er sich noch wünscht wäre, noch einmal seine Tochter zu sehen. Er wolle sich mit ihr aussöhnen. Gisela ist „Christin“. Der Wunsch des Vaters berührt sie. Aber das, was er ihr angetan hat damals, kann sie nicht vergessen. Immer noch tut die Verletzung sehr weh. Außerdem hat sie sich damals geschworen, den Kontakt mit dem Vater für immer abzubrechen. Andererseits...es wäre ihre christliche Pflicht. Wenn er nun stirbt, bevor sie noch einmal gesprochen haben? Sie spürt, sie müsste zu ihm gehen. Sie will nur noch ein paar Tage vergehen lassen. Dann kommt der Anruf der Mutter. Es ist zu spät.

- Wilfried P. ist im Ruhestand und bezieht eine recht kleine Rente. Als fleißiger Kirchgänger trifft er sonntäglich Friedrich, seinen ehemaligen Abteilungsleiter, von dem er weiß, dass er finanziell viel besser gestellt ist als er selbst. Er empfindet das als ungerecht und es wurmt ihn enorm. Neulich hat er über Friedrich ein Gerücht in die Welt gesetzt: Er hätte in seiner aktiven Zeit einmal in die Firmenkasse gegriffen. Das war frei erfunden, aber es hat sich wie ein Lauffeuer in der Gemeinde verbreitet. Die Leute hören ja immer gern, dass einer, der sich ehrlich und wohlanständig gibt, Dreck am Stecken hat. Es dauert nur zwei Wochen, dann ist Friedrich nicht mehr in der Kirche zu sehen. Wilfried hört von ihm, dass er sich gegen das Gerücht gewehrt hat, aber dass ihm keiner glauben will. Irgendwie gefällt ihm das nun auch nicht mehr, dass er Friedrich ohne jeden Grund so viel Leid zugefügt hat. Er möchte gern wieder gut machen, was er Friedrich angetan hat. Aber wie soll man ein Gerücht wieder zurückholen? Und auch noch ohne selbst in seiner Glaubhaftigkeit beschädigt zu werden? Wilfried hält lieber den Mund.

Liebe Gemeinde, nein, Angst ist hier nicht so sehr im Spiel. Dafür aber um so mehr Versagen. Wir mögen denken, Petrus hätte mit der Verleugnung seines Herrn, dem er doch Treue geschworen hatte, viel größere Schuld auf sich geladen als die drei Menschen aus meinen Geschichten. Und das mag stimmen. Allerdings war das im Leben des Petrus wohl das einzige Mal, dass er derart versagt hat, aber ich behaupte: Bei uns kommt so etwas oder Ähnliches dafür viel häufiger vor.
Aber warum habe ich Ihnen diese drei Geschichten eigentlich erzählt? Will ich sagen, dass wir im Grunde nicht besser sind als Petrus damals? - Ich antworte: Ja, das will ich sagen!
Wie oft schweigen wir, wo wir reden müssten? Wie oft aber reden wir auch, wo wir besser geschwiegen hätten? Wie feige sind wir doch manchmal, sagen nicht, was gesagt werden muss. Wie viele Gerüchte gehen von uns aus - gar nicht nur, wenn wir bewusst die Unwahrheit verbreiten. Oft entsteht ein Gerücht auch, wenn wir nur Vermutungen oder Ahnungen weitergeben und unser Gegenüber nimmt es gleich für bare Münze? Wenn das Gerücht erst unterwegs ist, hält es keiner mehr auf. Das ist, als hätten wir Federn in den Wind geworfen. Wir können sie nicht mehr einsammeln. Klärende Worte erreichen nur wenige von denen, die dem Gerücht aufgesessen sind.
Wie viele Gelegenheiten zur Versöhnung haben wir wohl schon verstreichen lassen? Wie oft haben wir die Hand ausgeschlagen, die ein anderer uns gereicht hat? Wie lange tragen wir etwas nach, was weit in der Vergangenheit geschehen ist. Oft wissen wir nach Jahren nicht mehr genau, was eigentlich Ursache des Zerwürfnis’ war. Manchmal haben wir die Abneigung gegen bestimmte Menschen gar schon von unseren Eltern oder Großeltern geerbt. Einen Strich machen wir trotzdem nicht drunter!
Nein, nur weil Petrus vor seinem Herrn, Jesus Christus, versagt hat, ist er nicht schlechter als wir. All unser Versagen ist im Grunde auch eines vor unserem Herrn, denn wir verlassen damit die Spur, in der er uns vorausgegangen ist. Und es ist eben nicht christlich, andere Wege zu gehen, als die, die er uns gewiesen hat. Petrus hat Schuld auf sich geladen. Er hat seinen Herrn verleugnet und ihn damit ans Kreuz gebracht.
Wir haben auch Schuld auf uns geladen. Wir haben manches mal versagt, Leid und Kummer über andere Menschen gebracht und uns nicht als Nachfolger unseres Herrn bewährt. Auch für uns geht Jesus Christus den Weg hinauf nach Golgatha.
Zu Petrus sagt Jesus: „Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre“, und er meint wohl damit: Auch wenn du mich verleugnen wirst, so wird es für dich doch mit mir und im Glauben an mich weitergehen. Weiter sagt er: „Und wenn du dereinst dich bekehrst, so stärke deine Brüder.“ Nachdem Jesus auferstanden ist, wird diese „Bekehrung“ wahr, wenn Jesus dem Petrus am See Tiberias erscheint und ihn dreimal so anspricht: „Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber, als mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!“ Dreimal hatte er geleugnet, Jesus zu kennen. Dreimal muss er jetzt die peinliche Frage über sich ergehen lassen. Dann aber ist die gute Beziehung wiederhergestellt. Und es wird wahr, dass Petrus die Brüder stärkt.
Nicht anders will unser Herr es mit uns halten: Wenn wir in unserem Leben vor seinem Anspruch versagen, dann wollen wir zu ihm hingehen und ihn um Vergebung bitten. Ich glaube fest, wenn es uns ernst damit ist, dass uns leid tut, was wir getan haben, dann wird er uns die Schuld abnehmen.
AMEN

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 362, 1-3 Ein feste Burg ist unser Gott

ABENDMAHL

Danksagung (Präfation):

Wahrhaft würdig und recht ist es,
dich zu loben, Gott
und dir für die Gaben zu danken,
die wir an deinem Tisch empfangen:
Kraft und Mut,
um aufzutanken für den Alltag,
Brot und Wein,
die uns ein Stückchen Himmel öffnen,
überall dort,
wo wir´s in deinem Namen teilen.

Gott, unser Vater,
in der Menschwerdung deines Sohnes
willst du uns Versöhnung schenken
und uns mit dir verbinden.

Durch Jesus Christus sind wir
hinein genommen in deine Liebe.
Zeichen dafür sind uns Brot und Wein,
in denen du uns gegenwärtig sein willst
durch deinen Sohn Jesus Christus,
unseren Herrn und Bruder.
Dafür loben wir dich, Gott und singen!

Lied Sanctus

Einsetzungsworte:
Unser Herr Jesus Christus / in der Nacht, da er verraten ward / nahm er das Brot / dankte und brach's / und gab's seinen Jüngern / und sprach: Nehmet hin und esset / das ist mein Leib (+) / der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl / dankte / gab ihnen den / und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus / dieser Kelch ist das neue Testament (+) in meinem Blut / das für euch vergossen wird / zur Vergebung der Sünden . Solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis.

Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. AMEN.

Lied EG 190.2 "Christe, du Lamm Gottes"

Friedensgruß: Thomas
Der Friede des Herrn sei mit euch allen. Keiner sei gegen den anderen, keiner in sich verschlossen. Vergebt, wie euch vergeben ist, nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zum Lobe Gottes.

Austeilung

Lobpreis:
Danke Gott,
dass du es bist,
der uns mit unseren Schwächen versöhnt.
Danke,
dass du es bist,
der auch das Kleine
zum Leuchten und Glänzen bringt.
Danke,
dass du uns in Wein und Brot so nahe bist
und ein Wort der Versöhnung für uns übrig hast.

* Fürbittengebet:
Lasst uns beten und mit dem Gebetsruf „Herr, erbarme dich“, antworten.

Gott, du bist den Leidenden nah,
du bist den Weg des Leidens zu Ende gegangen
durch den Tod hindurch zum Leben.

Wir fürchten um unser Leben, wenn wir hören und sehen,
was Menschen aushalten müssen, was ihnen zugemutet wird.
Wir erschrecken und hoffen, dass es uns nicht trifft.
Wir möchten glauben, dass du auch dann bei uns bist,
wenn wir Angst haben, wenn wir Schmerzen leiden,
wenn wir mit uns selbst nicht zurechtkommen.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich für die Menschen,
die den Tod auf sich zukommen sehen:
Lass ihre Hoffnung wachsen und ihre Angst kleiner werden.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir beten für die Menschen,
die in Ungewissheit und Sorge leben,
die sich von Spannungen wie zerrissen fühlen:
Gib ihnen deinen Frieden, der alle Vernunft übersteigt.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir rufen dich an für die Verbitterten,
denen über ihrem Schicksal der Glaube zerbrochen ist:
Gib ihnen Menschen an die Seite,
durch die sie deine Liebe erfahren
wie ein Licht in der Finsternis. Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich für unsere Schwestern und Brüder in der Welt,
die um ihres Glaubens willen Nachteile auf sich nehmen
oder Leiden erdulden müssen:
Festige sie in ihrem Glauben und stärke ihre Geduld,
dass sie nicht wanken.
Lass sie durch unser Gebet deinen Trost erfahren.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Gott, wir bitten dich für uns alle:
Wenn wir nicht wissen, warum dieses Unglück,
warum diese Krankheit, warum dieser Tod,
dann lass diese Fragen uns nicht von dir trennen.
Hilf uns glauben: Deine Liebe führt uns auch Wege,
die wir nicht verstehen,
durch den Tod hindurch zum Leben. Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

* Lied EG 487 Abend ward bald kommt die Nacht

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Aktion „Hoffnung für Osteuropa“

Wochenspruch: Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. 1. Joh. 3, 8 b

Nächste Gottesdienste

Sonntag, 17. März 2019

9:30 Uhr Kindergottesdienst

10:30 Uhr Gottesdienst mit Pfrin. Ehlers

Aus unserer Gemeinde ist am 04.03.2019 unsere Schwester Christa Goymann geb. Eschert im Alter von 82 Jahren verstorben. Der Beisetzung ist am Freitag, 15.03.2019 um 15.00 Uhr im Wald der Stille.
Wir beten:
Herr unser Gott, nimm unsere verstorbene Schwester auf in deinem Himmlischen Heiligtum und tröste uns, die wir zurückbleiben. Schenke uns deinen Frieden in deiner Ewigkeit und sei du bei uns in der Zeit des Abschiedes und der Trauer.
Lass uns in deiner Botschaft Trost und Halt finden.
„Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginn der Ewigkeit in Gottes gnädigen Händen“. AMEN

* Votum:
Vergiss die Träume nicht,
wenn die Nacht
wieder über dich hereinbricht
und die Dunkelheit
dich wieder gefangen zu nehmen droht.
Noch ist nicht alles verloren.
Deine Träume und deine Sehnsüchte
tragen Bilder der Hoffnung in sich.
Deine Seele weiß,
dass in der Tiefe Heilung schlummert
und bald in dir ein neuer Tag erwacht.
Ich wünsche dir,
dass du die Zeiten der Einsamkeit
nicht als versäumtes Leben erfährst,
sondern dass du beim Hineinhorchen
in dich selbst
noch Unerschlossenes
in dir entdeckst.
Ich wünsche dir,
dass dich all das Unerfüllte
in deinem Leben nicht erdrückt,
sondern dass du dankbar sein kannst für das,
was dir an Schönem gelingt.
Ich wünsche dir,
dass all deine Traurigkeiten
nicht vergeblich sind,
sondern dass du aus der Berührung
mit deinen Tiefen
auch Freude
wieder neu erleben kannst.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN
  Thema: Beerdigung Östreich am 09.03.2019
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 09.03.2019 17:22   Titel: Beerdigung Östreich am 09.03.2019
Beerdigung von Dieter Östreich
am 09.03.2019 um 14.00 Uhr
in der Trauerhalle auf dem Friedhof in Schlierbach
Text: Psalm 131, 2


Eingangsvotum:
Wir sind heute Mittag hier zusammengekommen, um Abschied zu nehmen von Dieter Östreich.
Wir bringen vor Gott die Klage über diesen Verlust und den Dank für unsere Zeit, die wir mit Ihm haben durften.
Wir tun dies im Namen des Vaters,
der uns dieses Leben gibt und nimmt,
im Namen des Sohnes,
der unser Leben lebte
und durch unseren Tod hindurchgegangen ist, und im Namen des heiligen Geistes, der uns zum ewigen Leben führt. Amen.

Wir beten mit Worten aus den Psalmen:

Psalmgebet:
HERR, du erforschest mich
und kennest mich.
2 Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es;
du verstehst meine Gedanken von ferne.
3 Ich gehe oder liege, so bist du um mich
und siehst alle meine Wege.
4 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge,
dass du, HERR, nicht schon wüsstest.
5 Von allen Seiten umgibst du mich
und hältst deine Hand über mir.
17 Aber wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken!
Wie ist ihre Summe so groß!
18 Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand:
Am Ende bin ich noch immer bei dir.
(Psalm 139, 1-5+17-1Cool
AMEN.

Lesung: Offenbarung des Johannes 21, 1-7
1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.
2 Und ich sah die Heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.
3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein;
4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.
5 Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!
6 Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
7 Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein.
AMEN (Offb. 21, 1-7)

Lied: So nimm denn meine Hände / In den kleinen Heften steht es drin, wer mit singen möchte kann dies gerne tun.

PREDIGT:
Votum:
Jesus Christus spricht: Meinen Frieden gebe ich euch, nicht den Frieden, den die Welt euch gibt. Euer Herz erschrecke nicht. AMEN.

Liebe Familie Östreich, liebe Angehörigen, liebe Trauergemeinde,

Fürwahr, meine Seele ist still und ruhig geworden wie ein kleines Kind bei seiner Mutter, wie ein kleines Kind, so ist meine Seele in mir. (Psalm 131, 2)

Dieser Vers aus den Psalmen ist wenigen Menschen bekannt. Als ich nach unserem Gespräch am 27.02. zuhause nachdachte und mir alles Gesagte durch den Kopf gehen ließ, war klar, dieser Schatz aus den Psalmen soll unsere Gedanken und Empfindun-gen zu Dieter heute bei seinem Abschied lenken, leiten und füh-ren. Es ist immer sehr schwer loszulassen und zu begreifen, dass der Mann, der Vater, der Großvater und Schwager nicht mehr da ist. Plötzlich ist ein Leben zu Ende und vieles bleibt ungesagt, un-ausgesprochen und wir können es nun nicht mehr nachholen. Manchmal ist das so erdrücken und wir machen uns Vorwürfe, aber das brauchen wir nicht. Diese kurze Passage aus dem Psalm ist so wunderbar und beschreibt wunderschön wie ein Abendlied der Mutter am Bett ihres Kindes, bei dem wenige Worte reichen, um es einzuhüllen in einen sanften Schlaf.
In einen sanften Schlaf gefallen ist Dieter auch. Er, der doch ein eher lauter Typ Mensch war und immer einen Spruch auf den Lip-pen hatte, schlief sanft und ruhig neben seiner Anna ein. Friedlich lag er da. Er war im Leben laut und ging im Sterben leise, so habt ihr mir das gesagt.
Ich finde das der Tod von Dieter nach seinem Leben ein heim-kommen zu Gott ist, dass ist so wie wenn ein Kind heimkommt, zerzaust und nicht mehr so wie es ging, nicht mehr unschuldig, nicht mehr so kraftvoll, sondern erfüllt, aber auch ermüdet, mit manchen Wunden, Enttäuschungen im Gesicht. Und dann ist es geborgen im Schoß der Mutter, in den Armen des Vaters.
Nach einem langen Leben sind wir auch gezeichnet von Wunden auf der Seele oder am Körper und wir können von vielen Enttäu-schungen berichten. Und so ist das Sterben auch. Wir verlassen unsere Hülle und treten heraus. Was von uns bleibt ist die Erinne-rung, die Bilder, die vielen Erlebnisse und die frohen und schweren Wege, die wir zusammen mit Dieter gegangen sind.
Dieter war immer sehr direkt und sagte das was er dachte. Das hat nicht immer allen gefallen, aber so war er eben. Er war Natur-verbunden und liebte es von seinem Sessel aus die Vögel zu be-obachten.
Er liebte es mit seiner Familie zusammen zu sein und er genoss es, wenn seine beiden Kinder und sein Enkelkind da waren. Die Grillabende waren für ihn immer ein Highlight. Er war großzügig und er träumte davon im Lotto zu gewinnen, um auf der Wiese ne-benan für seine Lieben ein Haus zu bauen.
An vielen Äußerungen unseres Lebens merken wir, das wir zu-rückkehren am Ende unseres Lebens dorthin, wo wir am Anfang unseres Lebens waren. Die Erinnerung an diese Zeit leuchtet auf und wir sprechen darüber. Wir werden hinfälliger und wir werden Hilfebedürftig wie Kinder, wir strecken die Hände aus und brau-chen die Hilfe wie als Kind. Und so sind wir am Ende unseres Le-bens wieder wie ein Kind.
Mansches aus dem Leben von Dieter erinnert uns an diese Be-schreibung. Anna war für ihn da und umsorgte ihn bis zum Ende. 53 Jahre seid ihr als Paar euren Weg in guten und in bösen Tagen gegangen und du hattest es nicht immer leicht hast du mir gesagt. Wer die Lebensgeschichte von unserem verstorbenen kennt, weiß das er es als Kind sehr schwer hatte und oft nach Liebe und Aner-kennung vergeblich gesucht hat. So etwas prägt und formt. Und deshalb war er so wie er war. Umso wichtiger war ihm seine Fa-milie. In den letzten Tagen hat er es wohl gespürt sagtet ihr, dass es zu Ende geht. Dieter ging still und ruhig von dieser Welt. Er hin-terlässt aber ein erfülltes und gutes Leben wenn auch seit 2013 die Gesundheit bergab ging. Was beliebt nun am Ende eines Men-schenlebens?
„Fürwahr, meine Seele ist still und ruhig geworden wie ein kleines Kind bei seiner Mutter, wie ein kleines Kind, so ist meine Seele in mir“.
Dieses schöne Bild wollen wir behalten und in unsere Herzen auf-nehmen. Denn es bleiben so viele Fußstapfen von Dieter an die wir uns erinnern und die uns auch in der Zeit des Abschiedes und der Trauer kraft geben und Mut machen. So wie diese wunderbare Psalm Wort.
AMEN
-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

Musik: Vögel

Gebet:
Wir sind heute hier zusammengekommen, um Abschied zu nehmen von Dieter. So vieles geht uns heute Nachmittag durch den Kopf. So vieles wollten wir doch noch sagen und machen. Wir bitten dich, gnädiger Gott nimm Dieter auf in deinem Himmlischen Heiligtum und tröste du uns, die wir zurückbleiben.
Gott, du hast mir einen Mund geschenkt – ich klage dir mein Leid.
Gott, du hast mir ein Herz geschenkt – es ist mir so schwer gewor-den.
Gott, du hast mir Augen geschenkt – sie sind voller Tränen.
Gott, du hast mir Ohren geschenkt – ich bin Taub für Zuspruch und Mitleid.
Gott, du hast mir Hände geschenkt – sie können nicht mehr helfen.
Gott, du hast mir Füße geschenkt – ich bin wie gelähmt.
Gott, du hast mir das Liebste genommen – schenke mir deinen Trost.
Amen.

- Im Namen der Angehörigen lade ich alle zum Tröster ins Ev. Gemeindehaus hier ins Schlierbach ein.

Abschlussvotum:
Wir wollen jetzt zum Grab gehen.
Gott berühre uns im Kommen und Gehen.
Er bewahre uns im Tun und Lassen.
Gott behüte unseren Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit.

Votum:
So lasst uns nun die Urne mit Dieters Asche zu ihrer letzten Ruhe-stätte geleiten.

- Am Grab-

Votum:
Der Friede Gottes sei mit euch allen.
Amen.
An der Grenze dieses Lebens vertrauen wir darauf, dass jenseits der Grenze Leben möglich ist.
Voll Vertrauen auf Gottes Liebe und Barmherzigkeit nehmen wir Ab-schied von Dieter Östreich.

Aussegnung:
1. Du kannst nicht tiefer fallen
als nur in Gottes Hand,
die er zum Heil uns allen
barmherzig ausgespannt.
2. Es münden alle Pfade
durch Schicksal, Schuld und Tod
doch ein in Gottes Gnade
trotz aller unsrer Not.
3. Wir sind von Gott umgeben
auch hier in Raum und Zeit
und werden in ihm leben
und sein in Ewigkeit. AMEN.

Urne wird herabgelassen

Votum:
Alles, was zerfällt, gehört der Erde
Doch alles, was uns lieb ist, dem Himmel.
Nimm, Erde, den Staub.
Nimm, Himmel, das Leben.
Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zum Staube. (+)

Im Vertrauen auf diese Verheißung des Glaubens beten wir fürei-nander und miteinander zu dir, Gott, das Vater unser……..

Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten
über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht über dich
und gebe dir Frieden.
AMEN
  Thema: Gottesdienst an Sexagesimae mit Totengedenken, 24.02.2019
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 24.02.2019 16:00   Titel: Gottesdienst an Sexagesimae mit Totengedenken, 24.02.2019
Gottesdienst am Sonntag Sexagesimae
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten mit Totengedenken
24.02.2019
Text: 2. Korinther 12, 1-10

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat,
der Wort und Treue hält und der nicht fahren
lässt das Werk seiner Hände.
AMEN

Liebe Gemeinde,
zum Gottesdienst heute am Sonntag Sexagesimae heiße ich sie und euch alle ganz herzlich Willkommen. Das Thema heute Morgen lautet: „Evangelisch aus gutem Grund“.
Ich wünsche uns einen mutmachenden Gottesdienst.

*Lied EG 447, 1-3 Lobet den Herren, alle, die ihn ehren

*Eingangspsalm:
Herr, dein Wort bleibt ewiglich, so weit der Himmel reicht;
deine Wahrheit währet für und für.

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte
und ein Licht auf meinem Wege.
Du bist mein Schutz und mein Schild,
ich hoffe auf dein Wort.
Erhalte mich durch dein Wort, daß ich lebe,
und laß mich nicht zuschanden werden in meiner Hoffnung.
Stärke mich, daß ich gerettet werde,
so will ich stets Freude haben an deinen Geboten.

Herr, dein Wort bleibt ewiglich, so weit der Himmel reicht;
deine Wahrheit währet für und für.

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Gottes Wort - ein Licht auf unserem Weg.
Aber wie selten nehmen wir es wahr,
richten wir uns danach.
Ist es darum so finster bei uns?
Wir rufen um erbarmen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Jesus sagt: "Ich bin das Licht der Welt.
Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis,
sondern wird das Licht des Lebens haben."
Darum können wir Gott loben:

*Kollektengebet:
Allmächtiger Gott, lieber Herr,
durch deinen Sohn hast du zu uns gesprochen.
Gib, daß der Same deines Wortes in unseren Herzen aufgehe,
daß wir in Worten und Werken dich ehren
und Zeugen deiner Liebe werden.
Durch ihn, unseren Herrn Jesus Christus,
der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
G: AMEN

* Schriftlesung: 1 Korinther 13, 1-13
1 Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.
2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, so daß ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.
3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen, und hätte die Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze.
4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf,
5 sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,
6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit;
7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.
8 Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird.
9 Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.
10 Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.
11 Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war.
12 Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.
13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 262, 1-4 Sonne der Gerechtigkeit

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

2. Kor. 12, 1 - 10:
Gerühmt muß werden; wenn es auch nichts nützt, so will ich doch kommen auf die Erscheinungen und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christus; vor vierzehn Jahren - ist er im Leib gewesen? ich weiß es nicht; oder ist er außer dem Leib gewesen? ich weiß es auch nicht; Gott weiß es -, da wurde derselbe entrückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselben Menschen - ob er im Leib oder außer dem Leib gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es -, der wurde entrückt in das Paradies und hörte unaussprechliche Worte, die kein Mensch sagen kann. Für denselben will ich mich rühmen; für mich selbst aber will ich mich nicht rühmen, außer meiner Schwachheit. Und wenn ich mich rühmen wollte, wäre ich nicht töricht; denn ich würde die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber dessen, damit nicht jemand mich höher achte, als er an mir sieht oder von mir hört. Und damit ich mich wegen der hohen Offenbarungen nicht überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe. Seinetwegen habe ich dreimal zum Herrn gefleht, daß er von mir weiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne. Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Mißhandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten, um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark

Liebe Gemeinde,

„gerühmt muss werden, wenn es auch nichts nützt“ – fängt Paulus hier den Abschnitt an. Die Werbeleute heute sagen es genau umgekehrt: „Gerühmt muss werden, sonst nützt es nichts“. Scheinbar hat Paulus die Gesetze des Marktes noch nicht so richtig verstanden, sonst würde er wohl seine Vorzüge anpreisen – so wie die Kirche das ja heute auch zum Teil versucht: „Evangelisch aus gutem Grund“, heißt es da seit ein paar Jahren auf allerlei Papier. „Aus gutem Grund“, wir sollen uns rühmen, um gehört zu werden mit dem Guten, das wir als Kirche tun so sagen es uns die Werbestrategen und die Kommunikationsfachleute. Unser Produkt sei schließlich besser als unser Ruf. „Tue Gutes – und rede darüber“, lautet die Devise kirchlichen Erfolgs.

Ob die flotten Werbesprüche die Menschen überzeugen und die Menschen an unsere evangelische Kirche binden? Na ja. Man kann Zweifel haben. Und nachdem, was Paulus hier bei den Korinthern durchprobiert, erst Recht. Er verteidigt und rühmt sich hier nämlich mit einer so genannten „Narrenrede“.

„Narrenrede“ kommt mir in diesen Tagen mitten in der Hoch-Zeit der Faschingskampagne wieder sehr bekannt vor. Bei den Narren wird die Wirklichkeit auf den Kopf gestellt - oder vielleicht besser: die Kopf stehende Wirklichkeit wird auf die Füße gestellt. „Narren und Kinder sagen die Wahrheit“, heißt es. Die Politik im Großen und Kleinen darf in ihrer Schamlosigkeit beim Namen genannt werden – die Skandale und Skandälchen in unseren Dörfern werden noch einmal zur Sprache gebracht und wenn’s gelingt mit spitzer Zunge hinterfragt – man lacht ob zu Recht oder Unrecht über Menschen, die durch ihre ausgeprägten Eigenarten wie auch immer Anlass dazu bieten.

„Narren und Kinder sagen die Wahrheit“. Der Narr hält den Spiegel hin und es erscheint darin die ungeschminkte Wahrheit überspitzt und verzerrt, gerade in der Übertreibung auf den Punkt gebracht. Das macht auch Paulus. Auch ihm geht es um die ungeschminkte Wahrheit, die er den Korinthern vorhalten will.

Worum geht es?

In Korinth gibt es Streitigkeiten. Paulus hat die Gemeinde gegründet – dann sind andere Apostel gekommen und haben das Evangelium anders verkündet. Heute würden wir vielleicht davon sprechen, dass sie auch Christen waren, aber einer anderen Konfession angehörten. Es gibt erhebliche Unterschiede. Ein wesentliches Kennzeichen dabei ist der in ihrer Verkündigung. Absolutheitsanspruch der anderen Apostel: Sie behaupten, die besseren Christen zu sein. Sie nehmen für sich in Anspruch, mehr bieten zu können: mehr Offenbarungen, mehr Zeichen, mehr Wunder. Sie rühmen sich ihrer Redekunst und ihrer Beliebtheit. Sie machen einfach „mehr her“, „verkaufen sich besser“, wirken attraktiver.

Wer die bessere Werbung hat, hat auch das bessere Produkt! Klar! Oder?! Sieht man ja bei vielen Sekten heut zu Tage.

Wie soll Paulus damit umgehen? Klein beigeben?: „Ok – ihr seid besser, dann such’ ich mir eine Gemeinde, die mit weniger zufrieden ist.“ Andererseits: das wäre ein Verrat an der Sache – ein Verrat an den eigenen abweichenden Glaubensinhalten. Soll er sich auf das „Imponiergehabe und Eigenlob“ einlassen? Dann ist er aber schon von vornherein keinen Deut besser - dann käme es ja wirklich nur auf die bessere Werbung und nicht auf das bessere Produkt an. Wer „Evangelisch aus gutem Grund“ sagt und auf der Fahne zeigt, ohne ein paar gute Gründe nennen zu können, die sein Bekenntnis zur Evangelischen Kirche ausmachen, ist doch letztlich ein „hohler“ Evangelischer und schnell entlarvt, wenn’s um die Sache des Glaubens geht.

Was also soll Paulus tun? Er muss versuchen, sich zu rühmen, ohne sich zu rühmen! Und das macht er mit seiner so genannten „Narrenrede“: Er rühmt sich so, dass er lächerlich erscheint – er rühmt sich so, dass er, wenn nicht als Trottel, so doch mindestens als verschrobener Schwächling dasteht: er listet auf, wie er Schläge erhalten hat und im Gefängnis saß, er erzählt von seinen Ängsten und seinen Misserfolgen.

Paulus macht sich selbst zum Narren, um den Gegnern den Spiegel vorzuhalten: „Wer sein Evangelium mit Imponiergehabe und Eigenlob durchsetzen muss, der macht das Evangelium lächerlich!“, will er den Korinthern sagen. „Tue Gutes und rede darüber“, ist in Ordnung, aber es darf nicht umgekehrt werden: „Tue, was du willst und rede es gut!“ Das darf nicht der Maßstab sein.

Was nützt es der Gemeinde, von unbeschreiblichen Dingen zu reden, die sie zwar toll finden und bestaunen können, die dabei aber so unglaublich anders sind als das, was sie vor Augen haben und vor allem: was nützt es, von solchen tollen Erlebnissen zu schwärmen, wenn die Christen in Korinth (und nicht nur dort und damals) was nützt es, von solchen tollen Erlebnissen zu schwärmen, wenn die Christen sich selbst so ganz und gar anders erleben? Geht es Ihnen, liebe Gemeinde, nicht auch oft so, dass sie sich von Leid, Misserfolg, Trauer und unerhörten Gebeten ohnmächtig umfangen fühlen? Und was nützt mir dann der gut gemeinte Jubelruf eines Christen, dass Christus für meine Sünde gestorben und auferstanden ist und ich doch glauben soll und dann froh sein kann? Ist da der Rat-Schlag nicht mehr Schlag als Rat?

Paulus will bei dieser Jubelparade tollen Glaubens nicht mitmachen. Nicht das tolle Eigenlob gilt es in den Vordergrund zu stellen, sondern Gott selbst, der sich seiner Schwachheit annimmt. Wenn es was zu rühmen gibt, dann ist es ein Gott, der keine tollen Helden braucht, sondern uns Menschen so annimmt, wie wir sind: mit unseren Schwächen und Krankheiten, mit unseren Fehlern und Zweifeln, mit unserer Ungeduld und Trauer! Wenn es was zu rühmen gibt, dann ist es dieser Gott, der in Jesus Christus erschienen ist, um uns gerade da bei uns zu sein, wo wir schwach sind.

Paulus kennt die „Warum- Fragen“ „Warum lässt mich Gott so leiden?
Warum ich?
Warum kann es nicht aufhören?
Bitte, guter Gott, lass es ein Ende haben!“ Paulus kennt diese Fragen und Bitten, die Menschen bis heute immer wieder bewegen, wenn sie vom Leid betroffen sind. Paulus kennt diese Fragen, er hat sie selbst oft genug gestellt und er kommt zu einer anderen Antwort, als er sie sucht: Gott sagt ihm: „Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“

Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig. Was das heißt, können wir wohl erst erfahren, wenn wir flehend vor Gott stehen, weil wir nicht weiter wissen und mit unserer Kraft am Ende sind. Paulus hat es erfahren: Er ist krank und behindert, er trägt seine schuldhafte Vergangenheit, ein Christenverfolger gewesen zu sein mit sich herum, er hat Misserfolge und Trauer hinter sich und trotzdem hält Gott an ihm fest – trotzdem nimmt Gott gerade ihn als Boten für seine gute Botschaft. Gerade als diese „schwache Figur“, die nicht „viel hermacht“, ist er Gott wichtig.

Ist es nicht eine befreiende Gnade, zu erfahren, dass ich nicht abgeschrieben bin, wenn ich auch nicht die gewünschte Leistung erbringe? Ist es nicht eine Gnade, dass ich mich nicht verbiegen muss, um mitprotzen und mit angeben zu können?, wenn ich elend, schwach, traurig oder armselig bin. Ich darf sein, der ich gerade bin: auch wenn es denn was zu rühmen gibt, dann ist es dieser Gott, der die Schwachheit nicht ausklammert, sondern ihr Würde und Ansehen gibt! So möchte ich mich auch gerne zu dem Slogan „Evangelisch aus gutem Grund“ bekennen: Ja, es ist ein guter Grund, diesem Gott der Gnade anzugehören, bei dem ich sein darf, der ich bin, ohne mich verstellen zu müssen. Zum Schluss sagt Paulus „Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten, um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark oder besser: so ist Christus stark in mir!“ Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 400, 1-4 Ich will dich lieben, meine Stärke

*Totengedenken
Am 22.02.2019 wurde hier auf dem Friedhof in Lohrhaupten, unsere Schwester Magdalena (Magda) Lindenberger geb. Deusinger die am 10.02.2019 im Alter von 88 Jahren verstorben ist, beerdigt. Am Ende eines Menschenlebens suchen wir Trost und Halt in der Heiligen Schrift, im Psalm 121 heißt es:
Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.

Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.
Der Herr behütet dich; der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand, dass dich des Tages die Sonne nicht steche
noch der Mond des Nachts.

Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.
Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit! AMEN.

„Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginn der Ewigkeit in Gottes gnädigen Händen“. AMEN

* Lied EG 376, 1+3 So nimm denn meine Hände

* Fürbittengebet:
Lasst uns rufen und singen Herr erbarme dich EG 178, 11
Jesus, Sohn Gottes.
Du sagst, was uns trägt, was wir nötig haben.
Du zeigst uns, wie einer zum anderen reden kann.
Dich bitten wir um Hilfe für uns und andere Menschen.

Du hast uns geboten, einander zu lieben.
Wir sollen Zeit und Verständnis haben für Menschen, die uns brauchen,
dem jeweils Nächsten uns zuwenden im Hören und Reden.
Hilf uns, hilf Mann und Frau, hilf Eltern und Kindern,
Worte zu finden, die gut tun:
klärende, entlastende, ermunternde Worte.
Wir bitten:

EG 178, 11 Herr erbarme dich....

Du hast uns aufgetragen, deine Zeugen zu sein,
dein Wort weiterzusagen,
zu reden, wie du geredet hast.
Hilf uns, hilf Pfarrern und Pfarrerinnen, Lehrerinnen und Lehrern,
verständlich und glaubwürdig zu sprechen.
Laß das Evangelium laut werden in allen Sprachen
und verschaffe ihm Geltung in aller Welt.
Wir bitten:

EG 178, 11 Herr erbarme dich....

Du hast frei und öffentlich geredet vor aller Welt,
ohne Scheu, ohne Furcht vor den Folgen.
Hilf uns, hilf allen, die in der Öffentlichkeit reden,
die Wahrheit zu sagen,
auch wenn es unbequem ist,
aussichtslos scheint und gefährlich wird.
Wir bitten:

EG 178, 11 Herr erbarme dich....

Du hast geschwiegen, wo Worte nichts mehr ausrichten können.
Hilf uns, hilf den vielen, die zum Schweigen verurteilt sind,
die nur noch leiden können.
Gib ihnen Geduld und Hoffnung
und laß ihr Opfer nicht vergeblich sein.
Wir bitten:

EG 178, 11 Herr erbarme dich....

Du hast uns ermutigt, in deinem Namen zu beten,
allein und in Gemeinschaft mit anderen.
Hilf uns, hilf allen, die nicht beten können,
die zu beten verlernt haben,
daß sie vor Gott bringen, was sie belastet und was sie beglückt:
Angst, Schuld, Hoffnung und Freude.
Wir bitten:

EG 178, 11 Herr erbarme dich....

Du hast uns Leben gegeben und du nimmst uns am Ende wieder auf. So bitten wir für unsere verstorbene Schwester Magda Lindenberger, nimm sie auf in deinem himmlischen Heiligtum und tröste du uns, die wir zurückbleiben. Lass uns in deinem Angesicht die Botschaft deiner Verheißung sehen und sei du in der Zeit der Trauer und des Abschiednehmens die Quelle, die uns stärkt. Wir bitten:

EG 178, 11 Herr erbarme dich....

Herr Jesus Christus,
du bist das Wort, das im Anfang war
und das nicht vergehen wird.
Auf dich hören wir,
dir vertrauen wir uns an,
heute und alle Tage.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,



* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Konfirmandenarbeit in der Gemeinde

Wochenspruch: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht. Hebr. 3, 15

Nächster Gottesdienst:

Sonntag, 03. März 2019

10:30 Uhr Gottesdienst in Lohrhaupten mit Lektorin Srocke

* Votum:
Möge dein Weg gesegnet sein,
deine Zeit reiche Früchte tragen
und die Menschen um dich herum behutsam mit dir umgehen.
Gott ist mit dir.
Danke Gott, der deine Zeit in seinen Händen hält,
er ist Schöpfer und Beweger dieser Welt,
segnet täglich unser Lassen unsre Mühen,
wo er gibt wird Frieden blühen.
Du willst das Gemüt aufrichten,
du bist das A und O zu meiner Zeit,
du willst das Dunkel um mich lichten,
du, mein Gott, gibst mir Geleit.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.
  Thema: Gottesdienst am 5. S. v. d. Passionszeit, 03.02.2019
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 03.02.2019 12:06   Titel: Gottesdienst am 5. S. v. d. Passionszeit, 03.02.2019
Gottesdienst am 5. Sonntag vor der Passionszeit
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
03.02.2019
Text: 1. Korinther 1, 4-9


* Lied EG 155 Herr Jesus Christ dich zu uns wend

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.

Liebe Gemeinde zum Gottesdienst am 5. Sonntag vor der Passionszeit heiße ich Sie und Euch alle ganz herzlich willkommen.
Das Thema heute Morgen ist: Sind sie mit ihrer Religion zufrieden?

*Lied EG 452, 1-3 Erweckt mich alle Morgen

*Eingangspsalm:
Psalm 23 / EG 711 im Wechsel
Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
In deinem Haus wollen wir bleiben. Und doch fühlen wir uns oft weit weg. Sehen mit kritischer Distanz auf dich, Gott, auf deine Kirche, die Religion. Dabei sehnen wir uns doch danach, gut aufgehoben zu sein. Wir bitten:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Dann wieder spüren wir deine Nähe. Wie ein Sonnenstrahl Wärme mit sich bringt, erfüllt uns der Glaube an dich. Das Herz wird uns leicht, wir werden getröstet, getragen, können gut weiter glauben, hoffen, lieben.
Dafür loben wir dich und singen:

*Kollektengebet:
Gott, wie schön ist es, deine Gegenwart zu feiern.
Wie weh tut uns oft die Kritik an dir.
An unseren Gottesdiensten, an unserer Religion.
Wie viele Probleme und Konflikte gibt es in dieser Welt,
in deiner Kirche, in deiner Gemeinde!

Wir bitten dich:
Lass uns jetzt ausruhen auf unserem Weg.
Lass uns auf dein Wort hören.
Lass uns in deiner Gegenwart aufatmen.
Das bitten wir durch Jesus Christus,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt
und Leben schenkt von nun an bis in Ewigkeit.
G: AMEN

* Schriftlesung: Mt. 3, 13-17
28 Was meint ihr aber? Es hatte ein Mann zwei Söhne und ging zu dem ersten und sprach: Mein Sohn, geh hin und arbeite heute im Weinberg.
29 Er antwortete aber und sprach: Ich will nicht. Danach aber reute es ihn, und er ging hin.
30 Und der Vater ging zum andern Sohn und sagte dasselbe. Der aber antwortete und sprach: Ja, Herr!, und ging nicht hin. 31 Wer von den beiden hat des Vaters Willen getan? Sie sprachen: Der erste. Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr.
32 Denn Johannes kam zu euch und wies euch den Weg der Gerechtigkeit, und ihr glaubtet ihm nicht; aber die Zöllner und Huren glaubten ihm. Und obwohl ihr’s saht, reute es euch nicht, sodass ihr ihm danach geglaubt hättet.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 288, 1-5 Nun jauchzt dem Herrn

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde,
sind Sie eigentlich glücklich mit Ihrer Religion? Man liest und hört dieser Tage ja eher Negatives. Wenn überhaupt von Religion die Rede ist.
Innerhalb der Kirche wird meist der Mangel beklagt: Ein Mangel an Geld – wird ja immer weniger. Ein Mangel an Gläubigen – könnten heute auch mehr hier sein, oder? Fusionen und Zusammenschlüsse Land auf und ab. Immer weniger Pfarrer und viele offene stellen.
Und von außen heißt es seit einigen Jahren vor allem: „Religion fördert Gewalt.“ Oder: „Ohne Religion geht es besser.“

Aber wie ist es mit Ihnen?
Sind Sie glücklich mit Ihrer Religion? - Vermutlich irgendwie schon, sonst wären Sie wahrscheinlich nicht hier. Gut, bei den Konfirmanden überwiegt vielleicht die Kritik – sonntags so früh schon aufzustehen und so weiter und so fort.

Der Apostel Paulus ist es jedenfalls. Zwar nicht mit allen Einzelheiten und allem, was in seinen Gemeinden geschieht.
Aber grundsätzlich gilt: Paulus ist glücklich mit seiner Religion.

Davon schreibt er gleich zu Beginn seines ersten Briefs an die Korinther. Da heißt es:

4 Ich danke meinem Gott allezeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christus Jesus,
5 dass ihr durch ihn in allen Stücken reich gemacht seid, in aller Lehre und in aller Erkenntnis.
6 Denn die Predigt von Christus ist in euch kräftig geworden,
7 sodass ihr keinen Mangel habt an irgendeiner Gabe und wartet nur auf die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus.
8 Der wird euch auch fest erhalten bis ans Ende, dass ihr buntadelig seid am Tag unseres Herrn Jesus Christus.
9 Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn.
Was für eine umfassende positive Zuschreibung, die Paulus da seinen Korinthern sendet. Reich sind sie, schreibt er. Reich am Wort und an der Erkenntnis Gottes. Die Predigt Christi ist unter ihnen kräftig geworden. Sie haben keinen Mangel an irgendeiner Gabe. Na, das klingt doch mal nach glücklicher Religion! Das klingt zu schön, um wahr zu sein.

Und wahrhaftig: Kaum ist dieser positive Briefanfang geschrieben, geht es im restlichen Brief an die Korinther hauptsächlich um Missstände in der Gemeinde.
Da gibt es Parteien und typisch Menschliches: „Jeder weiß es besser“ und „jeder gegen jeden“ (1. Kor 1,10ff.; 3,5ff; vgl. auch
1. Kor 12). Es gibt Rechtsstreitigkeiten unter den Christen (1. Kor 6,1-11). Die „Freiheit in Christus“ wird falsch verstanden und Männer gehen zu Prostituierten (1. Kor 6,12ff.). Selbst Fehlverhalten beim Abendmahl muss Paulus ansprechen, mangelhaften Gemeinschaftssinn. - Und das soll dann Reichtum sein? Starken Glauben stellt man sich meist irgendwie anders vor. Glücklich sein mit seiner Religion auch.

So glücklich klingt Paulus dann auch nicht, wenn er offen und deutlich Missstände anspricht, Kritik übt.

Umso bemerkenswerter ist seine Eröffnung, ist der heutige Predigttext: dieser Dank für die reichen Gaben Gottes in Korinth.

Paulus erinnert an die positive Basis. Auf der kann man dann auch Kritik üben. Aber das Fundament muss stimmen. Und auf das Fundament muss immer wieder hingewiesen werden. Damit man nicht unglücklich wird an der Religion von Jesus Christus. Sie ist einfach zu gut!

Ihr seid reich an Wort und Erkenntnis! Ihr habt keinen Mangel an Gaben! Gott wird euch festhalten bis ans Ende! Gott ist treu! Ihr seid zur Gemeinschaft mit ihm berufen!

So schreibt und ruft Paulus es nicht nur den Korinthern damals, sondern auch uns heute zu. Als Vorzeichen vor allem Nachdenken darüber, was besser sein müsste oder könnte oder sollte. Darüber kann man gerne diskutieren, aber das Vorzeichen muss stimmen. Und da gilt:
Der Predigttext ist tatsächlich durch und durch positiv. Und stellt an uns die Frage: Schaffen wir es, so positiv von unserer Religion zu reden, um so ein gutes Fundament für alle Krisensituationen zu legen, die gewiss kommen werden.
Ganz konkret hier und jetzt: Geht der Rest der Predigt positiv?
Sicher doch, denn es geht ja um einen großen Reichtum, den Paulus da vor uns ausbreitet.
Nur vier Aspekte davon sollen kurz herausgegriffen werden:

(1)
Zu diesem Reichtum gehört erstens eine große Zuversicht:
Ihr wartet nur auf die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus, schreibt Paulus.

Dahinter steht: Im Glauben habt ihr für euer Leben ein Ziel vor Augen. Ein bleibendes, befreiendes, schönes Ziel.
Was Paulus eher knapp mit der Offenbarung Jesu Christi bezeichnet, das hat die christliche Tradition in Bildern, in Worten und Musik vielfältig und wunderschön ausgemalt.
Paradiesische Gärten - man denke nur an Lieder wie „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“. – Da heißt es: „Ach, denk ich, bist du hier so schön / und lässt du’s uns so lieblich gehn / auf dieser armen Erden: / Was will doch wohl nach dieser Welt / dort in dem reichen Himmelszelt / und güldnen Schlosse werden!“

Liebe Gemeinde, es ist eine wahre Gnade, solch ein Ziel für sein Leben vor Augen zu haben!

(2)
Zweitens gehört zu dem Reichtum eine umfassende Gemeinschaft. Paulus sagt: Ihr seid berufen zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus.
Wie schön ist es, nicht allein dazustehen in dieser Welt. Ob mir Liebeskummer, schlechte Noten, Streit in der Familie, Krankheit oder Geldsorgen das Leben sauer machen -, da ist einer, der behütet und begleitet mich. Immer. Und überall.
„Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hand“ ist so ein Satz, der das ausdrückt.
Psalmen wie Psalm 23 feiern es im Bild des guten Hirten. Und wir? In jedem Gottesdienst beim „Ehre sei Gott in der Höhe“ – da singen wir sozusagen mit den Engeln aus der Weihnachtsgeschichte das Gloria!
Und immer wieder wird deutlich: In der Gemeinschaft mit Jesus Christus endet alle Einsamkeit.

(3)
Drittens schreibt Paulus: Die Predigt von Christus ist in euch kräftig geworden.
Da klingt an: Es geht um eine Herzensangelegenheit. Um eine ganz große Nähe. Um einen Gott, der nicht irgendwo auf einer Wolke oder einem fremden Planeten thront und mit mir nichts zu tun hat. Es geht vielmehr um einen Gott, der ganz und gar nahe ist. In euch. Der das Herz berührt. Im kleinen Alltag, nicht weit weg auf irgendeiner Bühne, sondern auf der Bühne meines Lebens.
In euch hinein ist die Predigt, das Wort von diesem Gott, von Jesus Christus gegeben. Und das führt auch zu einer Erkenntnis, die überwältigend ist.

Zu einer Erkenntnis, die den Schöpfer am Werk sehen kann: in jedem morgendlichen Sonnenstrahl, in jeder Blüte, die sich nach dem Winter auftut.

(4)
Viertens zeigt sich der Reichtum in einem Reichtum an Gaben: Ihr habt keinen Mangel an irgendeiner Gabe.
Das gilt in der großen, weltweiten und alle Zeiten umfassenden Gemeinschaft der Christen. Jede und jeder kann hier etwas einbringen.
Es gilt aber auch und gerade für die verschiedenen Gaben, die die christliche Religion prägen:
Zu denen gehört zum Beispiel die Gabe, beten zu können.
Im Gebet das vor Gott zu bringen, was mich beschäftigt.
Es im Gebet zu ordnen. Und so freier zu werden. Gelassener.

Und dabei ist jetzt noch gar nicht viel gesagt über wundervolle Musik, die schönen Kirchen, den Schatz der biblischen Worte und Geschichten, einer aufmunternden Predigt, über den Trost des Glaubens, über die vielen kleinen und großen Freuden, die es mit sich bringt, dem Weg Jesu zu folgen und Gott zu lieben und den Nächsten wie sich selbst.

Liebe Gemeinde, was gehört für Sie zum Reichtum der christlichen Religion? Das werden Sie selbst am besten wissen. Ebenso, wie glücklich Sie damit sind.

Eines aber ist sicher: Es gibt gute Gründe, dem Weg des Paulus zu folgen und alles Nachdenken darüber unter ein positives Vorzeichen zu stellen. Und vom Glück der Religion zu reden, so wie Paulus es tut. Ein Letztes sagt Paulus noch, und das ist wirklich wichtig:
„Gott ist treu!“. Möge uns das bei unserm Glauben, Hoffen und Lieben begleiten. Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 334 Danke für diesen guten Morgen

* Fürbittengebet:
Lasst uns beten und in die gemeinsame Fürbitte einstimmen mit dem Gebetsruf: Herr, erbarme dich!

Herr, wir bitten dich um fröhliche Herzen und frohen Mut,
damit wir immer wieder erkennen, wie schön es ist zu glauben.
Lass uns bei dir Halt und Trost finden
ebenso wie Lebensfreude und Sinn. Zu dir rufen wir:
G.: Herr, erbarme dich!
Herr, lass uns immer wieder beim Positiven beginnen.
Und die Kritik erst dann folgen lassen.
Sei es in der Kirche oder in der Welt:
Lass uns anderen gegenüber mit positiven Vorzeichen beginnen. Zu dir rufen wir:
G.: Herr, erbarme dich!

Herr, wir bitten für die,
die unglücklich an und mit ihrer Religion sind;
deren Glaube müde und matt geworden ist;
die sich mit strengen Regeln und Ausgrenzungen
vom Weg deiner Gnade und Liebe entfernen.
Öffne ihnen die Herzen,
lass neu den Reichtum des Glaubens an dich in ihnen aufscheinen. Für sie rufen wir zu dir:
G.: Herr, erbarme dich!

Herr, wir bitten dich für alle Menschen,
die unter Hass und Missgunst leiden;
darunter, dass jeder gegen jeden kämpft,
dass Menschen keine gemeinsame Basis mehr sehen,
sondern nur noch Feinde. Steh du ihnen bei.
Durch uns, durch Menschen, die ihnen nahe sind.
Für sie rufen wir zu dir:
G.: Herr, erbarme dich!

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Bekanntmachungen:

Wochenspruch: Jesaja 60, Vers 2
„Über dir geht auf der Herr und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“

Ich lade herzlich ein, zu den Gottesdiensten am kommenden Sonntag, 10.02.2019 um
10.00 Uhr in Wächtersbach und um
18.00 Uhr in Wittgenborn

Die Kollekte am Ausgang ist für unser Kirchenblättchen bestimmt.
Gott segne Geber und Gabe

* Lied EG 66, 1+8-9 Jesus ist kommen

* Votum:
Nicht, dass jedes Leid dich verschonen möge,
noch dass dein zukünftiger Weg stets Rosen trage,
keine bittere Träne über deine Wege komme
und kein Schmerz dich quäle -
dies alles wünsche ich dir nicht.
Sondern:
dass dankbar du allzeit bewahrst die Erinnerung an gute Tage.
Dass mutig du gehst durch Prüfungen,
auch wenn das Kreuz auf deinen Schultern lastet,
auch wenn das Licht der Hoffnung schwindet.
Was ich dir wünsche:
dass jede Gabe Gottes in dir wachse,
dass einen Freund du hast,
der deiner Freundschaft wert.
Und dass in Freud und Leid
das Lächeln des Mensch gewordenen Gotteskindes
dich begleiten möge.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Beerdigung von Nico am 18.01.2019
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 18.01.2019 18:31   Titel: Beerdigung von Nico am 18.01.2019
Beerdigung von Nico
am 18.01.2019 um 14.00 Uhr
in der Trauerhalle auf dem Friedhof in Aufenau
Text: Offenbarung des Johannes 21, 1-7


Eingangsvotum:
Wir sind heute hier zusammengekommen, um Abschied zu nehmen von Nico.
Wir bringen vor Gott die Klage über diesen großen Verlust und den Dank für unsere Zeit, die wir mit Nico haben durften.
Wir tun dies im Namen des Vaters,
der uns dieses Leben gibt und nimmt,
im Namen des Sohnes,
der unser Leben lebte
und durch unseren Tod hindurchgegangen ist, und im Namen des heiligen Geistes, der uns zum ewigen Leben führt. Amen.

Wir beten mit Worten aus den Psalmen:

Psalmgebet:
Gott blickt auf alle Menschen
mit liebevollen Augen
und er schaut auf alle Bewohner der Erde
mit gütigem Herzen
Er kennt die Geheimnisse eines jeden Lebens,
Schönes und Schweres, Helles und Dunkles.
Und er merkt auf, was einer tun,
und was einer unterlässt.
Nichts hilft den Mächtigen ihre Rüstung,
nichts nutzt dem Helden seine große Kraft.
Gewalt bringt keinen Sieg,
und eigene Stärke bringt keine Rettung.
Doch das Auge Gottes ruht auf denen,
die leben im Blick auf ihn, die auf seine Güte hoffen,
dass er ihr Leben vom Tode errettet und sie erhalte,
wenn sie bedroht sind.
Darum sehnt sich unsere Seele nach dir Gott
Und unser Herz freut sich deiner.
Deine Güte möge uns umfangen und alle Wege geleiten.
Unsere Hoffnung bist du und du bist das Ziel unserer Lebensreise.
(Psalm 33 nachempfunden)
AMEN.

Lesung: Offenbarung des Johannes 21, 1-7
1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.
2 Und ich sah die Heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.
3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein;
4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.
5 Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!
6 Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
7 Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein.
AMEN (Offb. 21, 1-7)

Musik: Andreas Gabalier

PREDIGT:
Votum:
Jesus Christus spricht: Meinen Frieden gebe ich euch, nicht den Frieden, den die Welt euch gibt. Euer Herz erschrecke nicht. AMEN.

Liebe Familie, liebe Angehörigen, liebe Trauergemeinde,
von Freude und Frieden kann heute keine Rede sein, denn wir wollen heute Nico auf seinem letzten Weg begleiten. Dunkelheit hält uns alle gefangen, unendliche Traurigkeit und unbändige Wut. Viel zu früh, mit nur 17 Jahren und 3 Monaten und völlig unerwar-tet verstarb Nico am 30.Dezember des eben erst zu Ende gegan-genen Jahres. Am Abend war alles noch wie immer, am Morgen dann war nichts mehr so, wie es am Abend noch war. Warum stirbt ein junger Mensch so schnell und so unerwartet, so ohne dass wir hätten Abschied nehmen können? Kein Mensch, auch ich nicht, kann darauf eine Antwort geben. Gottes Gedanken sind nicht unsere Gedanken.
Viele Menschen wünschen sich ein schnelles Ende, ohne zu Lei-den, ein Ende, das im Schlaf kommt. Doch keiner hat sein Ende in der Hand, niemand von uns weiß, wann es zu Ende geht. Wie groß ist der Schreck dann, wenn die geliebte Hand plötzlich nicht mehr greift, wenn das Herz aufgehört hat zu schlagen, wenn kein Zeichen der Liebe mehr kommt, wenn die vertrauten Laute der Stimme schweigen, wenn er nicht mehr brummelt, wie er immer gebrummelt hat, wenn er nicht mehr lacht, so wie er immer ge-lacht hat. Vielleicht war es Glück für Nico, dass er nicht leiden musste und dass es so schnell ging. Für Euch die Familie, die An-gehörigen und für uns alle ist es aber ein großer Schrecken. So vieles bleibt ungesagt, unausgesprochen. So vieles bleibt offen und ungetan. Er hatte doch noch so vieles vor. Die Klassenfahrt in diesem Jahr und im nächsten die Jugendreise nach Mallorca, wo Nico sagte, aber ohne die Mama. So viele Pläne sollten noch ge-macht und umgesetzt werden.
Am liebsten würde man sich verkriechen, eine Welt bricht zu-sammen, aber es geht alles weiter, so als sei nicht passiert. Die Gefühle fahren Achterbahn. Wut darüber, weil man glaubt, allein-gelassen zu sein mit dem Verlust, dem Schmerz, der Trauer. Die Frage warum ausgerechnet jetzt, wo es ihm doch so gut ging. Aus Wut wird Zorn, unbändiger Zorn über die Welt, über die Ungerech-tigkeit, dass es ausgerechnet Nico sein musste, der einschläft und nicht mehr aufwacht. Zorn, dass Gott das einfach zulässt, aber Gott lässt es nicht zu, er trauert genauso wie wir. Es wird die Zeit kommen, wenn wir verstehen werden, warum dieses Leben zu Ende gehen mussten. Dann können wir uns mit Gott versöhnen. Angst, allem allein nicht gewachsen zu sein. Kälte und Stille, die sich breitmacht. Nur mühsam beschäftigt man sich, versucht sich abzulenken, zu arbeiten, zu ordnen, was zu ordnen ist. Ihr seid nicht allein als Familie, ihr habt euch.
Wenn ich an Nico denke, sehe ich ihn vor mir mit einem grinsen im Gesicht. So wie das Bild, dass bei unserem Gespräch auf dem Tisch stand. Wenn ich an Nico denke, erinnere ich mich an die ein oder andere Begegnung mit ihm. Als ich am Mikro der Martin Lu-ther Kirche sagte, der kleine Dicke ist lauter als du und er dann so lachte und sich freute, dass die ganze Kirche mit lachte und er dann still der Predigt lauschte. Oder bei der Konfirmation mit Ro-bin, als er den Wein trank, Beate dachte, der trinkt doch nicht wirk-lich, doch der trinkt und es schmeckte ihm, kein Tropfen ging da-neben. Am Nachmittag auf der Konfirmationsfeier als ich ihn mit einem Esslöffel und Wein fütterte und er lachte und schmatze. Beate sagte, so ruhig und gechillt war Nico noch nie.
Nico war trotz seiner Behinderung normaler als manch ein ver-meintlich gesunder Mensch. In Friedberg wo Nico unter der Wo-che lebte, hatte er in Yvonne und Eva wunderbare Menschen ge-habt, die ihn angenommen haben wie ihr eigenes Kind. Wer sich mit Nico auseinandersetzte und sich auf ihn ein lies spürte sehr schnell, wie normal und offen er war. Was er für ein liebevoller Mensch war und wie schadenfroh er sein konnte, als sein Bruder Kevin sich den Fuß brach und Nico jedes Mal, wenn Kevin vorbei-humpelte grinste. Als sein Papa Thorsten im letzten Sommer mit ihm spazieren war und ohne Ende schwitzte, Thorsten dann das Hemd auszog und Nico weiter durch die Hitze schob, da lachte er und freute sich, weil er nicht so schwitzen musste. Als Nico die Bremse seines Rollis löste und Heiko hinterherrennen musste und ihn kurz vor dem Crash mit dem Zaun zum Stehen bekam, dass fand Nico mega. Nico war genau so normal wie es andere Kinder und Jugendliche auch sind. Nico hatte den Schalk im Nacken. Er liebte seine Familie und er genoss die gemeinsame Zeit. Nico wusste ganz genau wen er an sich heran lies, wer einen Platz in seinem Herzen bekam. Nico musste viele Operationen über sich ergehen lassen und musste viele Schmerzen aushalten. Aber er blieb lebensfroh und gab nicht auf. Das Queens Konzert im letzten Jahr ein Highlight das er genossen hat. Er wollte gar nicht mehr heim.
Nico verlies diese Welt ohne ein Wort des Abschiedes, ohne eine kleine Nachricht. Wie gerne hätten wir noch das ein oder andere gemeinsam gemacht, gesagt und besprochen. Es wird noch eine ganze Weile brauchen bis uns klar ist, was passiert ist. Jetzt kommt die Zeit der Tränen und des Weines. Das was wir so oft zu vermeiden suchen. Hadert mit Gott und den Menschen. Aber ver-grabt eure Gefühle nicht. Lasst sie raus. Wer sie unterdrückt, er-stickt sein Herz. Wer sich zusammenreimst, wird hart und bitter. Tränen sind erlaubt, auch bei Jungs, sie helfen. Tränen heben die Angst auf und lassen uns an Nico denken, so wie er war, ein Le-bensfroher, liebenswerter Mensch. Ich bin dankbar, dass ich ein Stück in Nicos Leben mitgehen durfte. AMEN
-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

Musik: Unheilig

Gebet:
Unruhig sind wir heute hierhergekommen.
Wir sind traurig und verwirrt, zornig uns böse sind wir,
weil Nico gestorben ist, weil er uns viel zu früh verlassen hat.
Wir fragen nach dem Sinn des Lebens und nach dem Sinn des Ster-bens. Wir suchen einen Schuldigen, jemandem dem wir die Verant-wortung für diesen Verlust auflegen können.
Unruhig kommen wir zu dir und legen alles was uns belastet und quält in deine Hand. Wir bitten dich, gib uns einen Weg, der hilft die-sen Verlust zu tragen und zu ertragen. Stärke uns in dieser Zeit und hilf uns das wir einander da sind und uns stützen und halten.
Unruhig sind wir heute, weil Nico uns so fehlt. Sein lachen, seine Laute, sein ganzes Wesen. Lass uns Nico immer im Herzen haben und ihn bewahren so wie er war. Ein geliebtes Kind aus deiner Schöpfung. Amen.

- Im Namen der Angehörigen lade ich alle, die sich mit Nico ver-bunden fühlen, ein zum Tröster in die Quelle hier in Aufenau.

Abschlussvotum:
Wir wollen jetzt zum Grab gehen.
Gott berühre uns im Kommen und Gehen.
Er bewahre uns im Tun und Lassen.
Gott behüte unseren Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit.

Votum:
So lasst uns nun die Urne mit Nicos Asche zu ihrer letzten Ruhestät-te geleiten.


- Am Grab-
Votum:
Der Friede Gottes sei mit euch allen.
Amen.
An der Grenze dieses Lebens vertrauen wir darauf, dass jenseits der Grenze Leben möglich ist.
Voll Vertrauen auf Gottes Liebe und Barmherzigkeit nehmen wir Ab-schied von Nico Nagelschmidt.

Aussegnung:
1. Du kannst nicht tiefer fallen
als nur in Gottes Hand,
die er zum Heil uns allen
barmherzig ausgespannt.
2. Es münden alle Pfade
durch Schicksal, Schuld und Tod
doch ein in Gottes Gnade
trotz aller unsrer Not.
3. Wir sind von Gott umgeben
auch hier in Raum und Zeit
und werden in ihm leben
und sein in Ewigkeit. AMEN.

Urne wird herabgelassen

Votum:
Alles, was zerfällt, gehört der Erde
Doch alles, was uns lieb ist, dem Himmel.
Nimm, Erde, den Staub.
Nimm, Himmel, das Leben.
Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zum Staube. (+)

Im Vertrauen auf diese Verheißung des Glaubens beten wir fürei-nander und miteinander zu dir, Gott, das Vater unser……..

Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten
über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht über dich
und gebe dir Frieden.
AMEN
  Thema: Abendgottesdienst am 1. S.n. Epiphanias, 13.01.19
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 13.01.2019 17:11   Titel: Abendgottesdienst am 1. S.n. Epiphanias, 13.01.19
Abendgottesdienst am 1. Sonntag nach Epiphanias
18.00 Uhr Ev. Kirche Wittgenborn
13.01.2019
Text: Matthäus 4, 12-17

* Lied EG 477, 1+2 Nun ruhen alle Wälder

* Begrüßung:
Liebe Gemeinde zum Abendgottesdienst am 1. Sonntag nach Epiphanias heiße ich Sie und Euch alle ganz herzlich willkommen.
Das Thema heute Abend lautet: Die Zeit, die rast.

*Lied EG 66, 1-4 Jesus ist kommen

*Eingangspsalm:
Ich habe einen Helden erweckt, der helfen soll, spricht der Herr,
ich habe erhöht einen Auserwählten aus dem Volk.

Meine Hand soll ihn erhalten,
und mein Arm soll ihn stärken.
Meine Treue und Gnade soll bei ihm sein,
und sein Haupt soll erhöht sein in meinem Namen.
Seine Hand laß ich herrschen über das Meer
und seine Rechte über die Ströme.
Er wird mich nennen: Du bist mein Vater,
mein Gott und Hort, der mir hilft.
Und ich will ihn zum erstgeborenen Sohn machen,
zum Höchsten unter den Königen auf Erden.
Ich will ihm ewiglich bewahren meine Gnade,
und mein Bund soll ihm fest bleiben.

Ich habe einen Helden erweckt, der helfen soll, spricht der Herr,
ich habe erhöht einen Auserwählten aus dem Volk.

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Wir sollen Gott und unseren Nächsten lieben wie uns selbst:
Nur so können wir den Weg gehen, den Gott uns zugedacht hat.
Doch wir zögern, ziehen Grenzen, wenden uns ab -
gegenüber Gott und gegenüber Menschen -->
die unsere Hilfe brauchen -
Oftmals unbewusst.
Wir bitten Gott um Erbarmen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Gott lieben
von ganzem Herzen,
von ganzem Gemüt und mit aller Kraft,
und unseren Nächsten lieben wie uns selbst.
Wir erinnern uns an die Worte Jesu und vertrauen darauf,
dass Gottes guter Geist uns leitet, dass wir die Welt nach seinem Willen gestalten.
Wir singen:

*Kollektengebet:
Barmherziger Gott.
Du hast uns deinen Sohn gesandt, dass er uns den rechten Weg der Liebe und des Friedens zeigt.
Wir bitten dich: Lass uns erkennen, wo wir nur uns im Blick haben, andere dadurch übersehen und uns von dir abwenden. Gib uns den Mut aufeinander zuzugehen um deine Liebe zu bezeugen.
Dies bitten wir dich durch ihn, Jesus Christus, unseren Herrn,
der mit dir und in der Einheit des Heiligen Geistes
lebt und leben schenkt von Ewigkeit zu Ewigkeit
G: AMEN

* Schriftlesung: Mt. 3, 13-17
13 Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, daß er sich von ihm taufen ließe.
14 Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, daß ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? [a ]
15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er's geschehen.
16 Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah [a ] den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen.
17 Und siehe, eine [a ] Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, [b ] an dem ich Wohlgefallen habe.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

* Lied EG 72, 1-3+6 O Jesus Christe, wahres Licht

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde!
Geht es ihnen nicht auch so: Man kommt einfach nicht mehr mit. Die Zeit ist so schnell geworden! Da haben wir gerade noch um den Adventskranz gesessen, Plätzchen gebacken, Weihnachtseinkäufe gemacht und die Geschenke verpackt. Und jetzt ist schon wieder alles rum und das neue Jahr hat angefangen. Jetzt geht alles wieder von vorne los haben einige meiner Freunde gesagt.
Wir wollten doch Weihnachten so genießen, hatten uns so viel vorgenommen für die Feiertage, oder wollten auch einfach nur entspannen und uns erholen. So schnell konnten wir nicht gucken, schwubbs waren die paar freien Tage zwischen den Jahren vorbei. Silvester mit der Knallerei, die schon um 12.00 Uhr mittags begonnen hat wie man in Facebook lesen konnte und die viele genervt hat und dass zu Recht. Und dann die vielen Wünschen und Vorsätzen, die schnell vorbei sind und an wir uns schon am 01.01. nicht mehr halten. Der Alltag hat uns wieder. Der Christbaum ist weg. Im Haus, der Wohnung erinnert nichts mehr daran, dass erst vor 21 Tagen Weihnachten war. Da stellt sich die Frage: „ist es in unserem Inneren anders?“
Hören wir zusammen auf ein paar Verse zu diesem Sonntag. Ich finde, sie nehmen gerade diese Gedanken auf und - vor allem! - sie können uns vielleicht helfen, in dieser schnellen Zeit, etwas festzuhalten, was wir im Fluge der Tage, Wochen und Jahre nicht verlieren dürfen.

Textlesung: Matthäus 4, 12 - 17
Als nun Jesus hörte, dass Johannes gefangen gesetzt worden war, zog er sich nach Galiläa zurück. Und er verließ Nazareth, kam und wohnte in Kapernaum, das am See liegt im Gebiet von Sebulon und Naftali, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht (Jesaja 8,23; 9,1): "Das Land Sebulon und das Land Naftali, das Land am Meer, das Land jenseits des Jordans, das heidnische Galiläa, das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen." Seit der Zeit fing Jesus an zu predigen: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!

Liebe Gemeinde,
ich weiß nicht ganz genau, ob sie auch gleich herausgehört haben, was ich als hilfreich empfinde, wenn wir an die so schnell rennende Zeit denken. Es ist ja einiges in diesen Versen enthalten, ziemlich unterschiedliche Gedanken von Johannes, Jesus, Nazareth und Kapernaum, Sebulon und Naftali, von Licht und Finsternis, Buße und dem Himmelreich. Über alles das könnte man sprechen – stundenlang könnte ich darüber predigen, keine Angst das mache ich nicht. Über einen Vers möchte ich heute Morgen nachdenken und predigen:
Das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen!
Das sind doch wir, dieses Volk! Wir haben noch vor 21 Tagen im Glanz dieses Lichts gesessen. Wir haben die Geburt Jesu gefeiert, der das Licht dieser Welt und unseres Lebens geworden ist. Nur: Ist dieser helle Schein der Weihnacht nicht auch schon längst wieder erloschen? Tragen wir das Licht noch in Händen? Erhellt es uns noch den Weg, heute am 13.01.2019?
Wenn wir an unseren Beruf denken, dann können wir uns das eigentlich gar nicht leisten, noch an Weihnachten und dem letzten Jahr 2018 zu kleben. Ich übrigens auch nicht! Wir haben 2019! Für die Kaufleute ein neues Geschäftsjahr, für alle, die in der Politik tätig sind, ein neues Wirtschaftsjahr und für uns in der Kirchengemeinde ein neues Haushaltsjahr.

So müssen etwa die letzten Rechnungen für 2018 bis zum kommenden Freitag angewiesen werden. Dann beginnt auch hier das neue Jahr - endgültig! Ein Beispiel dafür, wie weit man heute vorausplanen muss ist, die Planung der Gottesdienstpläne für 2019: Mit Pfarrerin Rilke und Pfarrer Böhme habe ich Anfang Dezember den Gottesdienstplan für das gesamte Jahr 2019 gemacht. Auch mit der Kirchengemeinde Lohrhaupten/Lettgenbrunn und Unterreichenbach sind die Termine schon bis Ende 2019 geplant und fest. Die ersten Gottesdienstanfragen kamen im Oktober des vergangenen Jahres.
Und privat? Persönlich? Können wir da an Vergangenem festhalten? Geht nicht, auch hier rast Zeit im Sauseschritt. Gerade ist unser Patenkind/ Kind oder Enkel doch geboren. In diesem Sommer nun kommt es schon in die Schule. Ist es ihnen nicht auch schon oft so gegangen, dass sie nicht mehr sagen konnten, wann dieses oder jenes frohe oder traurige Ereignis gewesen ist? Liegt das nun erst ein, zwei oder schon fünf Jahre zurück? Die rasende Zeit überholt alle Erinnerung. Ich habe das Gefühl je älter ich werde, umso schneller rast die Zeit. Dass hat meine Uroma immer gesagt, dass das im Alter so ist. Und sie hatte recht. Das ich heute Morgen mein 25-jähriges Jubiläum gefeiert habe, kann ich kaum fassen. Ich erinnere mich noch genau an die Anfänge in Großenhausen, meine erste Christmette, mein erstes Osterfest in Altenhaßlau. Wo ist die Zeit geblieben? Wo sind die letzten 25 Jahre geblieben. Die Schwester meines Patenkindes sagte vor einiger Zeit, du bist halt jetzt alt.
Und da sollen wir das Licht des letzten Weihnachtsfestes bewahren und mitnehmen in dieses neue Jahr?
Viele von ihnen wissen, wie wir uns in der letzten Christnacht und beim Jahreswechsel bemüht haben, ihnen etwas mitzugeben, was der Erinnerung hilft, dass sie das Weihnachtslicht und die tröstlichen Gedanken der Gottesdienste an Silvester und Neujahr nicht so schnell verliert: Alles versinkt nach und nach im Meer des Vergessens. Alles wird hinuntergerissen in den Strudel der Zeit. Weiter geht es, immer weiter...die Zeit, unser Leben...nicht einen Moment bleibt sie stehen. Egal was passiert.
Wir spüren jetzt, liebe Gemeinde, dass dies alles noch zu wenig ist. Man kann nicht nur mit einer Krippe oder dem Baum gegen die dahinfliegende Zeit ankommen. Auch diese gut gemeinten Versuche sind zu wenig. Sie allein schaffen es nicht. Wir brauchen mehr. Es muss noch etwas dazukommen zu den Dingen fürs Auge. Nur was?
Das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen.
Nein, es genügt nicht, wenn wir uns nur die Krippe und den Baum anschauen. Wir müssen uns an mehr erinnern, als an die Worte des Heiligen abends oder die Gedanken der Predigt am Neujahrstag. - Das Volk im Finstern hat ein Licht gesehen.
Saßen wir nicht auch schon in Finsternis? Haben wir die Schatten des Todes, der Krankheit, des Abschieds, des Leids und des Schmerzes nicht kennen gelernt? Und nicht nur im vergangenen Jahr - aber da doch auch!
Und sind wir nicht - durch Gottes Hilfe – da durchgekommen? Ja, sagen wir es so: Hat uns nicht das Licht Jesu Christi da durchgeleuchtet? War es nicht für eine Zeit ganz dunkel in unserem Leben? Was hat uns denn da durchgeholfen als nichts mehr ging? Wer hat uns geführt? - Wir wissen es. Das Licht Jesu ist das gewesen. Das Licht des Glaubens an ihn. Das Vertrauen auf ihn und auch die Erfahrung die wir mit ihm haben. Was hätte ich in so Mansch einer Situation in meinem Leben ohne diese Licht und der Kraft von diesem Kind in der Krippe gemacht. Wie oft hat er mich getragen, gestützt und mir wieder aufgeholfen.
Zwei Erlebnisse dazu, die Menschen gemacht haben. Sie mögen stellvertretend für viele und vieles stehen. Manche von ihnen haben mir etwas Ähnliches in den letzten Jahren erzählt:
Sie hatte große Angst vor der Operation gehabt. Als es dann so weit war, hat sie alles in Gottes Hände gelegt und...ist ganz ruhig und still geworden, hat in sich geruht, weil sie gespürt hat, es ist jetzt einer bei mir. Ich bin nicht allein. Was auch geschieht, es ist Gott, der an mir handelt. Ob es nun so oder so ausgeht, Gott lässt mich nicht im Stich. Ich bin bei ihm geborgen, wenn nicht mehr in der Zeit, so doch in Ewigkeit.
Er hatte gemeint, das wird nie mehr, als er seine Stelle verloren hatte. In den ersten Monaten war ja noch Aussicht, dass er bald wieder etwas finden würde. Aber dann. "Was, schon über 50!? Da sind sie aber schwer vermittelbar." Die Familie hat sich vorbildlich verhalten, dass auf jeden Fall. Aber dieses nagende Gefühl, eigentlich überflüssig zu sein. Entbehrlich, nichts mehr wert zu sein. Ihm hat nur die Gewissheit geholfen, bei Gott nicht überflüssig zu sein. Der Pfarrer seiner Gemeinde hatte es in seiner Predigt immer wieder gesagt: Jeder Mensch ist für Gott unendlich wertvoll. Das hat nichts mit seiner Leistung zu tun. Jesus Christus hat jedem diesen Wert gegeben. Der ist nicht abhängig davon, dass einer Arbeit hat oder nicht, sich selbst für wichtig hält oder nicht, Ansehen bei den Leuten genießt oder nicht. Dieses Wissen ist ihm damals zu einem großen Licht geworden. Dass er dann auch noch eine neue Stelle gefunden hat, die ihm gefällt und ihn zufrieden macht. Das war dann der Lohn seines Vertrauens in das Licht der Welt.
Nein, Krippe und Baum sind nicht genug. Wir müssen uns an unsere Erfahrungen erinnern. Dazu braucht es nicht nur den Augenblick, in dem unser Auge die Krippe oder Baum wahrnimmt. Dazu braucht es Zeit, eine kleine Weile - jeden Tag!
Was wir also gegen die so schnell rennende Zeit tun können, ist das liebe Gemeinde, Zeit!
Was wir wahrscheinlich am Silvesterabend gemacht haben und was doch auch nicht mehr lange in unserem Gedächtnis bleibt, weil 2019 auch wieder viel auf uns einstürmen wird, ist nämlich eine Bilanz des Vergangenen, das sollten wir jeden Tag machen: Bilanz des Tages, sehen, was gut war, was schwer war, wie sich Sorgen aufgelöst oder Leiden gelindert haben und dass wir das dann auch im Gebet vor Gott bringen, ihm danken und ihn auch bitten. Das wird uns helfen. Aber das ist keine Sache eines Augenaufschlags, dazu braucht es wenigstens einige Minuten.
Und noch mehr können wir tun, kann uns zur guten Gewohnheit werden: Dass wir auch die Erfahrungen eines Tages festhalten, sie zusammenbringen mit den Erfahrungen der Vergangenheit aus unserer Erinnerung: "Das ist doch jetzt genauso wie schon vor Monaten, und damals ging es dann doch wieder aufwärts, ich habe das geschafft und bin da durchgekommen, ich bin da von Gott durchgeführt worden." - "Warum soll ich Angst haben, mein Gott hilft mir, da kann ich mir sicher sein, wie er mir auch da schon geholfen hat!" - "Wenn ich auch jetzt ein paar Tage im Dunkel sein muss - das Licht meines Herrn leuchtet mir auch in der Finsternis, und er wird es bei mir auch wieder hell machen wie schon einige Mal in meinem Leben!" Das ist es was wir in dieses Jahr mitnehmen können vom Licht der letzten Weihancht.
Liebe Gemeinde, das wünsche ich uns, dass wir täglich zu dieser kleinen Weile finden, zu diesen paar Minuten der Erinnerung an die guten Erfahrungen mit dem Licht Jesu Christi. Das wird uns helfen, den nötigen Halt, das Vertrauen, den Glauben und eine getroste Gelassenheit in der so schnell rennenden Zeit zu bewahren.


-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 557 Ein Licht geht uns auf

* Fürbittengebet:

Barmherziger Gott,
dein Licht strahlt in der Dunkelheit.
Deine Weisheit zeigt den Weg zum Leben.
Durch deine Liebe wächst die Hoffnung.
Mache unsere Liebe groß.
Wir bitten dich: Sende dein Licht!

Wir bitten dich für die Menschen,
die durch ihr Leben hetzen und nur schwer zur Ruhe kommen.
Lass sie dein Licht in ihr Leben aufnehmen, dass auch sie aufatmen können, wenn die Zeit droht, sie zu überrennen.
Wir bitten dich: Sende dein Licht

Wir bitten dich für die Menschen, die einsam.
Für die, die einen geliebten Menschen verloren haben und diejenigen, die sich verlassen fühlen.
Gib ihnen den Mut auf andere zuzugehen, dass sie andere finden, die sie an der Hand nehmen und mit denen sie ihren Weg gemeinsam gehen können.
Wir bitten dich: Sende dein Licht

Wir bitten dich für die Kranken und Sterbenden und alle Menschen, die mit Schicksalsschlägen zu kämpfen haben.
Sende ihnen Freunde, dass sie durch sie und mit ihnen am Leben teilhaben können.
Wir bitten dich: Sende dein Licht

Wir bitten dich für diejenigen, die unter Naturkatastrophen zu leiden haben. Besonders bitten wir heute für die Menschen, die in den Alpen von Schneemassen umschlossen sind.
Sende ihnen Hilfe, dass sie trotz ihrer schwierigen Situation hoffen können. Stärke sie in ihrem Zusammenhalt.
Wir bitten dich: Sende dein Licht

Wir bitten dich für die Menschen, die sich für andere einsetzen. Für die Ehren- und Hauptamtlichen:
- im Rettungsdienst
- der Pflege und Diakonie
- der Seelsorge und Verkündigung
- und aller, die sich sozial engagieren.
Schenke ihnen Motivation für ihre Arbeit.
Lass andere Menschen den Wert ihres Tuns erkennen, dass die Engagierten Anerkennung erfahren, die sie erfreut
Wir bitten dich: Sende dein Licht

In der Stille beten wir für die Menschen, die uns besonders am Herzen liegen oder die uns zu tragen geben.


In der Stille bringen wir das heute Morgen vor dich, was uns in dieser Gottesdienstlichen Stunde besonders am Herzen liegt.

Stilles Gebet


Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,


* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Bekanntmachungen:

20.01.2019
10.00 Uhr GoDi in Wächtersbach
14.00 Uhr Verabschiedung Dekan Brill,
Marienkirche Gelnhausen
17.00 Uhr Neujahrs-Orgelfeuerwerk
Detlef Steffenhagen spielt klassische Filmmusik auf der Orgel. Während des Konzertes ist die Kirche nur mit Kerzen erleuchtet. Außerdem wird das Orgelspiel auf einer Leinwand im Altarraum übertragen, so dass Sie dem Künstler über die Schulter sehen können.

Kollekte:

* Lied EG 487 Abend ward bald kommt die Nacht

* Votum:
Nicht, dass jedes Leid dich verschonen möge,
noch dass dein zukünftiger Weg stets Rosen trage,
keine bittere Träne über deine Wege komme
und kein Schmerz dich quäle -
dies alles wünsche ich dir nicht.
Sondern:
dass dankbar du allzeit bewahrst die Erinnerung an gute Tage.
Dass mutig du gehst durch Prüfungen,
auch wenn das Kreuz auf deinen Schultern lastet,
auch wenn das Licht der Hoffnung schwindet.
Was ich dir wünsche:
dass jede Gabe Gottes in dir wachse,
dass einen Freund du hast,
der deiner Freundschaft wert.
Und dass in Freud und Leid
das Lächeln des Mensch gewordenen Gotteskindes
dich begleiten möge.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Festgottesdienst zum 25. jährigen DIenstjubiläum am 13.01.19
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 13.01.2019 17:09   Titel: Festgottesdienst zum 25. jährigen DIenstjubiläum am 13.01.19
25.-jähriges Jubiläum von Prädikant Thomas Wagner Festgottesdienst am 1. Sonntag nach Epiphanias
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
13.01.2019
Text: Matthäus 4, 12-17

Orgelvorspiel mit Einzug

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung: Fabian

*Lied EG 329 Bis hierher hat mich Gott gebracht

*Psalm: Fabian
Psalm 23 / EG 711 im Wechsel
Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

G: Ehr sei dem Vater und dem Sohn

*Aufforderung zum Bittruf: Fabian
Wir sollen Gott und unseren Nächsten lieben wie uns selbst:
Nur so können wir den Weg gehen, den Gott uns zugedacht hat.
Doch wir zögern, ziehen Grenzen, wenden uns ab -
gegenüber Gott und gegenüber Menschen -->
die unsere Hilfe brauchen -
Oftmals unbewusst.
Wir bitten Gott um Erbarmen:

G: Herre Gott, erbarme dich 

*Aufforderung zum Lobpreis: Fabian
Gott lieben
von ganzem Herzen,
von ganzem Gemüt und mit aller Kraft,
und unseren Nächsten lieben wie uns selbst.
Wir erinnern uns an die Worte Jesu und vertrauen darauf,
dass Gottes guter Geist uns leitet, dass wir die Welt nach seinem Willen gestalten.
Wir singen:

G: Ehre sei Gott in der Höhe 

*Kollektengebet: Fabian
Barmherziger Gott.
Du hast uns deinen Sohn gesandt, dass er uns den rechten Weg der Liebe und des Friedens zeigt.
Wir bitten dich: Lass uns erkennen, wo wir nur uns im Blick haben, andere dadurch übersehen und uns von dir abwenden. Gib uns den Mut aufeinander zuzugehen um deine Liebe zu bezeugen.
Dies bitten wir dich durch ihn, Jesus Christus, unseren Herrn,
der mit dir und in der Einheit des Heiligen Geistes
lebt und leben schenkt von Ewigkeit zu Ewigkeit
G: Amen 

* Schriftlesung: Mt. 3, 13-17 Thomas
13 Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließe.
14 Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir?
15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er's geschehen.
16 Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen.
17 Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis: Thomas
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 72, 1-3+6 O Jesu Christe wahre Licht

* PREDIGT: Thomas

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde!
Geht es ihnen nicht auch so: Man kommt einfach nicht mehr mit. Die Zeit ist so schnell geworden! Da haben wir gerade noch um den Adventskranz gesessen, Plätzchen gebacken, Weihnachtseinkäufe gemacht und die Geschenke verpackt. Und jetzt ist schon wieder alles rum und das neue Jahr hat angefangen. Jetzt geht alles wieder von vorne los, das denke ich selbst und habe es auch von einigen meiner Freunde mit einem seufzen gehört.

Wir wollten doch Weihnachten so genießen, hatten uns so viel vorgenommen für die Feiertage, oder wollten auch einfach nur entspannen und uns erholen. So schnell konnten wir nicht gucken, schwubbs waren die paar freien Tage zwischen den Jahren vorbei. Silvester mit der Knallerei, die schon um 12.00 Uhr mittags begonnen hat wie man in Facebook lesen konnte und die viele genervt hat und dass zu Recht. Und dann die vielen Wünschen und Vorsätzen, die schnell vorbei sind und an die wir uns schon am 01.01. nicht mehr halten. Der Alltag hat uns wieder. Der Christbaum ist weg. Im Haus, der Wohnung erinnert nichts mehr daran, dass erst vor 21 Tagen Weihnachten war. Da stellt sich die Frage: „ist es in unserem Inneren anders?“
Hören wir zusammen auf ein paar Verse zu diesem Sonntag. Ich finde, sie nehmen gerade diese Gedanken auf und - vor allem! - sie können uns vielleicht helfen, in dieser schnellen Zeit, etwas festzuhalten, was wir im Fluge der Tage, Wochen und Jahre nicht verlieren dürfen.

Textlesung: Matthäus 4, 12 - 17
Als nun Jesus hörte, dass Johannes gefangen gesetzt worden war, zog er sich nach Galiläa zurück. Und er verließ Nazareth, kam und wohnte in Kapernaum, das am See liegt im Gebiet von Sebulon und Naftali, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht (Jesaja 8,23; 9,1): "Das Land Sebulon und das Land Naftali, das Land am Meer, das Land jenseits des Jordans, das heidnische Galiläa, das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen." Seit der Zeit fing Jesus an zu predigen: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!

Liebe Gemeinde,
ich weiß nicht ganz genau, ob sie auch gleich herausgehört haben, was ich als hilfreich empfinde, wenn wir an die so schnell rennende Zeit denken. Es ist ja einiges in diesen Versen enthalten, ziemlich unterschiedliche Gedanken von Johannes, Jesus, Nazareth und Kapernaum, Sebulon und Naftali, von Licht und Finsternis, Buße und dem Himmelreich. Über alles das könnte man sprechen – stundenlang könnte ich darüber predigen, keine Angst das mache ich aber nicht. Über einen Vers möchte ich heute Morgen nachdenken und predigen:
Das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen!
Das sind doch wir, dieses Volk! Wir haben noch vor 21 Tagen im Glanz dieses Lichts gesessen. Wir haben die Geburt Jesu gefeiert, der das Licht dieser Welt und unseres Lebens geworden ist. Nur: Ist dieser helle Schein der Weihnacht nicht auch schon längst wieder erloschen? Tragen wir das Licht noch in Händen? Erhellt es uns noch den Weg, heute am 13.01.2019?
Wenn wir an unseren Beruf denken, dann können wir uns das eigentlich gar nicht leisten, noch an Weihnachten und dem letzten Jahr 2018 zu kleben. Ich übrigens auch nicht! Wir haben 2019! Für die Kaufleute ein neues Geschäftsjahr, für alle, die in der Politik tätig sind, ein neues Wirtschaftsjahr und für uns in der Kirchengemeinde ein neues Haushaltsjahr.

So müssen etwa die letzten Rechnungen für 2018 bis zum kommenden Freitag angewiesen werden. Dann beginnt auch hier das neue Jahr - endgültig! Ein Beispiel dafür, wie weit man heute vorausplanen muss ist, die Planung der Gottesdienstpläne für 2019: Mit Pfarrerin Rilke und Pfarrer Böhme habe ich Anfang Dezember den Gottesdienstplan für das gesamte Jahr 2019 gemacht. Auch mit der Kirchengemeinde Lohrhaupten/Lettgenbrunn und Unterreichenbach sind die Termine schon bis Ende 2019 geplant und fest. Die ersten Gottesdienstanfragen kamen im Oktober des vergangenen Jahres.
Und privat? Persönlich? Können wir da an Vergangenem festhalten? Geht nicht, auch hier rast Zeit im Sauseschritt. Gerade ist unser Patenkind/ Kind oder Enkel doch geboren. In diesem Sommer nun kommt es schon in die Schule. Ist es ihnen nicht auch schon oft so gegangen, dass sie nicht mehr sagen konnten, wann dieses oder jenes frohe oder traurige Ereignis gewesen ist? Liegt das nun erst ein, zwei oder schon fünf Jahre zurück? Die rasende Zeit überholt alle Erinnerung. Ich habe das Gefühl je älter ich werde, umso schneller rast die Zeit. Dass hat meine Uroma immer gesagt, dass das im Alter so ist. Und sie hatte recht. Das ich heute mein 25-jähriges Jubiläum Feier, kann ich kaum fassen. Ich erinnere mich noch genau an die Anfänge in Großenhausen, meine erste Christmette, mein erstes Osterfest in Altenhaßlau. Wo ist die Zeit geblieben? Wo sind die letzten 25 Jahre geblieben. Die Schwester meines Patenkindes sagte vor einiger Zeit, du bist halt jetzt alt.
Und da sollen wir das Licht des letzten Weihnachtsfestes bewahren und mitnehmen in dieses neue Jahr?
Viele von ihnen wissen, wie wir uns in der letzten Christnacht und beim Jahreswechsel bemüht haben, ihnen etwas mitzugeben, was der Erinnerung hilft, dass sie das Weihnachtslicht und die tröstlichen Gedanken der Gottesdienste an Silvester und Neujahr nicht so schnell verliert: Alles versinkt nach und nach im Meer des Vergessens. Alles wird hinuntergerissen in den Strudel der Zeit. Weiter geht es, immer weiter...die Zeit, unser Leben...nicht einen Moment bleibt sie stehen. Egal was passiert.
Wir spüren jetzt, liebe Gemeinde, dass dies alles noch zu wenig ist. Man kann nicht nur mit einer Krippe oder dem Baum gegen die dahinfliegende Zeit ankommen. Auch diese gut gemeinten Versuche sind zu wenig. Sie allein schaffen es nicht. Wir brauchen mehr. Es muss noch etwas dazukommen zu den Dingen fürs Auge. Nur was?
Das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen.
Nein, es genügt nicht, wenn wir uns nur die Krippe und den Baum anschauen. Wir müssen uns an mehr erinnern, als an die Worte des Heiligen abends oder die Gedanken der Predigt am Neujahrstag. - Das Volk im Finstern hat ein Licht gesehen.
Saßen wir nicht auch schon in Finsternis? Haben wir die Schatten des Todes, der Krankheit, des Abschieds, des Leids und des Schmerzes nicht kennen gelernt? Und nicht nur im vergangenen Jahr - aber da doch auch!
Und sind wir nicht - durch Gottes Hilfe – da durchgekommen? Ja, sagen wir es so: Hat uns nicht das Licht Jesu Christi da durchgeleuchtet? War es nicht für eine Zeit ganz dunkel in unserem Leben? Was hat uns denn da durchgeholfen als nichts mehr ging? Wer hat uns geführt? - Wir wissen es. Das Licht Jesu ist das gewesen. Das Licht des Glaubens an ihn. Das Vertrauen auf ihn und auch die Erfahrung die wir mit ihm haben. Was hätte ich in so Mansch einer Situation in meinem Leben ohne dieses Licht und der Kraft von diesem Kind in der Krippe gemacht. Wie oft hat er mich getragen, gestützt und mir wieder aufgeholfen, auch wenn ich es nicht immer gleich gesehen habe.
Zwei Erlebnisse dazu, die Menschen gemacht haben. Sie mögen stellvertretend für viele und vieles stehen. Manche von ihnen haben mir etwas Ähnliches in den letzten Jahren erzählt:
Sie hatte große Angst vor der Operation gehabt. Als es dann so weit war, hat sie alles in Gottes Hände gelegt und...ist ganz ruhig und still geworden, hat in sich geruht, weil sie gespürt hat, es ist jetzt einer bei mir. Ich bin nicht allein. Was auch geschieht, es ist Gott, der an mir handelt. Ob es nun so oder so ausgeht, Gott lässt mich nicht im Stich. Ich bin bei ihm geborgen, wenn nicht mehr in der Zeit, so doch in Ewigkeit.
Er hatte gemeint, das wird nie mehr, als er seine Stelle verloren hatte. In den ersten Monaten war ja noch Aussicht, dass er bald wieder etwas finden würde. Aber dann. "Was, schon über 50!? Da sind sie aber schwer vermittelbar." Die Familie hat sich vorbildlich verhalten, dass auf jeden Fall. Aber dieses nagende Gefühl, eigentlich überflüssig zu sein. Entbehrlich, nichts mehr wert zu sein. Ihm hat nur die Gewissheit geholfen, bei Gott nicht überflüssig zu sein. Der Pfarrer seiner Gemeinde hatte es in seiner Predigt immer wieder gesagt: Jeder Mensch ist für Gott unendlich wertvoll. Das hat nichts mit seiner Leistung zu tun. Jesus Christus hat jedem diesen Wert gegeben. Der ist nicht abhängig davon, dass einer Arbeit hat oder nicht, sich selbst für wichtig hält oder nicht, Ansehen bei den Leuten genießt oder nicht. Dieses Wissen ist ihm damals zu einem großen Licht geworden. Dass er dann auch noch eine neue Stelle gefunden hat, die ihm gefällt und ihn zufrieden macht. Das war dann der Lohn seines Vertrauens in das Licht der Welt.
Nein, Krippe und Baum sind nicht genug. Wir müssen uns an unsere Erfahrungen erinnern. Dazu braucht es nicht nur den Augenblick, in dem unser Auge die Krippe oder Baum wahrnimmt. Dazu braucht es Zeit, eine kleine Weile - jeden Tag!
Was wir also gegen die so schnell rennende Zeit tun können, ist das liebe Gemeinde, Zeit!
Was wir wahrscheinlich am Silvesterabend gemacht haben und was doch auch nicht mehr lange in unserem Gedächtnis bleibt, weil 2019 auch wieder viel auf uns einstürmen wird, ist nämlich eine Bilanz des Vergangenen, das sollten wir jeden Tag machen: Bilanz des Tages, sehen, was gut war, was schwer war, wie sich Sorgen aufgelöst oder Leiden gelindert haben und dass wir das dann auch im Gebet vor Gott bringen, ihm danken und ihn auch bitten. Das wird uns helfen. Aber das ist keine Sache eines Augenaufschlags, dazu braucht es wenigstens einige Minuten.
Und noch mehr können wir tun, kann uns zur guten Gewohnheit werden: Dass wir auch die Erfahrungen eines Tages festhalten, sie zusammenbringen mit den Erfahrungen der Vergangenheit aus unserer Erinnerung: "Das ist doch jetzt genauso wie schon vor Monaten, und damals ging es dann doch wieder aufwärts, ich habe das geschafft und bin da durchgekommen, ich bin da von Gott durchgeführt worden." - "Warum soll ich Angst haben, mein Gott hilft mir, da kann ich mir sicher sein, wie er mir auch da schon geholfen hat!" - "Wenn ich auch jetzt ein paar Tage im Dunkel sein muss - das Licht meines Herrn leuchtet mir auch in der Finsternis, und er wird es bei mir auch wieder hell machen wie schon einige Mal in meinem Leben!" Das ist es was wir in dieses Jahr mitnehmen können vom Licht der letzten Weihnacht.
Liebe Gemeinde, das wünsche ich uns, dass wir täglich zu dieser kleinen Weile finden, zu diesen paar Minuten der Erinnerung an die guten Erfahrungen mit dem Licht Jesu Christi. Das wird uns helfen, den nötigen Halt, das Vertrauen, den Glauben und eine getroste Gelassenheit in der so schnell rennenden Zeit zu bewahren.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 557 Ein Licht geht uns auf

*Jubiläum: Beate

* Lied EG 331, 1-4 Großer Gott wir loben dich

* Fürbittengebet: Thomas und Fabian
Fabian
Barmherziger Gott,
dein Licht strahlt in der Dunkelheit.
Deine Weisheit zeigt den Weg zum Leben.
Durch deine Liebe wächst die Hoffnung.
Mache unsere Liebe groß.
Wir bitten dich: Sende dein Licht!

Thomas
Wir bitten dich für die Menschen,
die durch ihr Leben hetzen und nur schwer zur Ruhe kommen.
Lass sie dein Licht in ihr Leben aufnehmen, dass auch sie aufatmen können, wenn die Zeit droht, sie zu überrennen.
Wir bitten dich: Sende dein Licht

Fabian
Wir bitten dich für die Menschen, die einsam.
Für die, die einen geliebten Menschen verloren haben und diejenigen, die sich verlassen fühlen.
Gib ihnen den Mut auf andere zuzugehen, dass sie andere finden, die sie an der Hand nehmen und mit denen sie ihren Weg gemeinsam gehen können.
Wir bitten dich: Sende dein Licht

Thomas
Wir bitten dich für die Kranken und Sterbenden und alle Menschen, die mit Schicksalsschlägen zu kämpfen haben.
Sende ihnen Freunde, dass sie durch sie und mit ihnen am Leben teilhaben können.
Wir bitten dich: Sende dein Licht

Fabian
Wir bitten dich für diejenigen, die unter Naturkatastrophen zu leiden haben. Besonders bitten wir heute für die Menschen, die in den Alpen von Schneemassen umschlossen sind.
Sende ihnen Hilfe, dass sie trotz ihrer schwierigen Situation hoffen können. Stärke sie in ihrem Zusammenhalt.
Wir bitten dich: Sende dein Licht

Thomas
Wir bitten dich für die Menschen, die sich für andere einsetzen. Für die Ehren- und Hauptamtlichen:
- im Rettungsdienst
- der Pflege und Diakonie
- der Seelsorge und Verkündigung
- und aller, die sich sozial engagieren.
Schenke ihnen Motivation für ihre Arbeit.
Lass andere Menschen den Wert ihres Tuns erkennen, dass die Engagierten Anerkennung erfahren, die sie erfreut
Wir bitten dich: Sende dein Licht

Fabian
In der Stille beten wir für die Menschen, die uns besonders am Herzen liegen oder die uns zu tragen geben.

---- Stilles Gebet ----

Lebendiger,
wunderbarer Gott.
Durch Jesus Christus sprichst du zu uns.
Durch deinen Heiligen Geist wirkst du Wunder.
Auf dich hoffen wir,
heute und alle Tage.

* Vater unser: Fabian
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Bekanntmachungen: Fabian

20.01.2019
10.00 Uhr GoDi in Wächtersbach
14.00 Uhr Verabschiedung Dekan Brill,
Marienkirche Gelnhausen
17.00 Uhr Neujahrs-Orgelfeuerwerk
Detlef Steffenhagen spielt klassische Filmmusik auf der Orgel. Während des Konzertes ist die Kirche nur mit Kerzen erleuchtet. Außerdem wird das Orgelspiel auf einer Leinwand im Altarraum übertragen, so dass Sie dem Künstler über die Schulter sehen können.

Kollekte:

* Lied EG 562 Segne und behüte

* Votum: Thomas
Nicht, dass jedes Leid dich verschonen möge,
noch dass dein zukünftiger Weg stets Rosen trage,
keine bittere Träne über deine Wege komme
und kein Schmerz dich quäle -
dies alles wünsche ich dir nicht.
Sondern:
dass dankbar du allzeit bewahrst die Erinnerung an gute Tage.
Dass mutig du gehst durch Prüfungen,
auch wenn das Kreuz auf deinen Schultern lastet,
auch wenn das Licht der Hoffnung schwindet.
Was ich dir wünsche:
dass jede Gabe Gottes in dir wachse,
dass einen Freund du hast,
der deiner Freundschaft wert.
Und dass in Freud und Leid
das Lächeln des Mensch gewordenen Gotteskindes
dich begleiten möge.

* Segen: Thomas
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Abendmahlsgottesdienst am 1. Feiertag, 25.12.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 25.12.2018 23:21   Titel: Abendmahlsgottesdienst am 1. Feiertag, 25.12.2018
Familienweihnachtsgottesdienst mit Abendmahl
am 1. Weihnachtstag, 25. Dezember 2018
Um 10.30 Uhr in der Ev. Kirche Kempfenbrunn
Text: Micha 5,1-4

*Orgelvorspiel

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.

Ob wir das Geheimnis von Weihnachten
jemals ganz erfassen können?
Gott wird Mensch.
Kein Thron weit über den Menschen
Kein Allherrscher weit
über dem Horizont der Welt.
Kein unbewegter Beweger
weit über uns am Himmelszelt.
Ein Gott mit uns – Immanuel.
Die Stätte seiner Geburt
unter den Ärmsten der Armen
Ohnmacht seine Liebe
auf den Wegen der Menschheitsgeschichte.
Durch unzähliges Leid bewegt
bewegt er uns
Bewegt er uns?

Ganz herzlich begrüße ich Sie und Euch alle zum Abend-mahlsgottesdienst am 2. Weihnachtsfeiertag. Das Thema heute lautet: Ohne Weihnachten würde unsere Welt in Fins-ternis versinken. Ich wünsche uns allen einen Mutmachenden Gottesdienst.

* Eingangslied EG 24, 1-4 Vom Himmel hoch

* Eingangspsalm:
Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und er heißt:
Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.

Singet dem Herrn ein neues Lied;
singet dem Herrn, alle Welt!
Singet dem Herrn und lobet seinen Namen,
verkündet von Tag zu Tag sein Heil!
Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit,
unter allen Völkern von seinen Wundern!
Ihr Völker, bringet dar dem Herrn,
bringet dar dem Herrn Ehre und Macht!
Bringet dar dem Herrn die Ehre seines Namens,
bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe!
Betet an den Herrn in heiligem Schmuck;
es fürchte ihn alle Welt!
Sagt unter den Heiden: Der Herr ist König.
Er hat den Erdkreis gegründet, daß er nicht wankt.
Er richtet die Völker recht.

Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und er heißt:
Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.

Kommt lasst uns anbeten:

* Aufforderung zum Bittruf:
Lasst uns anbeten das Kind in der Krippe,
Jesus, den Sohn Gottes,
der in die Welt gekommen ist,
zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.
Lasst uns rufen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
"Also hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen eingeborenen Sohn gab,
damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden,
sondern das ewige Leben haben."
Lasst uns lobsingen mit den Engeln im Himmel
und den Menschen auf Erden:

* Kollektengebet:
Gott,
zu allen Zeiten und auf vielerlei Weisen
hast du zu uns Menschen gesprochen.
An Weihnachten hast du dich uns menschlich zugewandt.
Dein Sohn ist einer von uns geworden,
ein Mensch wie wir.
Gib, dass wir offen und empfänglich sind für ihn,
dass wir ihm Wohnung und Heimat geben
in unserem Herzen und in dieser Welt,
damit er, das Licht von Weihnachten, überall sichtbar wird.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn und Bruder. Amen.

* Schriftlesung: Micha 5,1-4
1 Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Isra-el Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewig-keit her gewesen ist.
2 Indes lässt er sie plagen bis auf die Zeit, dass die, wel-che gebären soll, geboren hat. Da wird dann der Rest seiner Brüder wiederkommen zu den Söhnen Israel.
3 Er aber wird auftreten und weiden in der Kraft des HERRN und in der Macht des Namens des HERRN, sei-nes Gottes. Und sie werden sicher wohnen; denn er wird zur selben Zeit herrlich werden, so weit die Welt ist.
4 Und er wird der Friede sein.
(Micha 5,1-4a)
(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 35 Nun singet und seid froh

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Got-tes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Isra-el Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewig-keit her gewesen ist.
Es tut gut, diese Verheißung zu hören – gerade jetzt. In den vergangenen Wochen habe ich mich schon gefragt, was wir eigentlich feiern? Eine Betriebsfeier jagt die nächste, jeder Verein lädt seine Mitglieder zu Weihnachtsfeiern, tumultartige Zustände bei Sonderangebotaktionen in den Läden. Wo war da das Kind in der Krippe?
Ja, liebe Gemeinde, wir hetzen von einer Besinnung zur nächsten und verlieren dabei immer mehr die Weihnachtskul-tur. Es ist mehr der Tanz um das goldene Kalb denn der inne-re Weg zum Stall in Bethlehem. Dabei brauchen wir doch Weihnachten, brauchen die Geburt des Gottessohnes für un-ser Leben!

Ich frage mich seit einiger Zeit, ob die Menschen heutzutage noch Weihnachten brauchen. Auf die Frage eines Reporters in der Fußgängerzone in Frankfurt, was denn an Weihnachten gefeiert wird, antwortete ein junger Mann: „Hat das vielleicht etwas mit Jesus zu tun?“ Unser Weihnachtsfest ist inhalts-leer geworden, wir drohen es vor lauter X-mas Party und mul-timedialer Verblödung zwischen den Gängen des Festessens ganz zu verlieren. Manchmal frage ich mich wirklich, ob die Menschen Weihnachten wirklich brauchen, wenn sie so damit umgehen, als ob es das Kind in der Krippe nie gegeben hätte.


Was wäre gewesen, wenn die Geburt, die wir an Weihnachten feiern, gar nicht stattgefunden, dieser Jesus von Nazareth gar nicht gelebt hätte? Mag sein, dass genau diese Frage den Schriftsteller Günter Kunert zu der folgenden provo¬zierenden Geschichte angeregt hat, einer Geschichte, die ein Gegenbild zu dem Weihnachtsevangelium zeichnet:
» ... und sie gebar ihren ersten Sohn, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe im Stall.« Doch noch ehe die Hirten erschienen aber regte das Kind sich nicht mehr.
Und die Verkündigung?
Aus der Verzweiflung über den Tod des Neugeborenen entstand bald Zwei¬fel, ob überhaupt so etwas wie eine Zusage, etwas wie eine göttliche Absicht vor¬gelegen und nicht alles Einbildung gewesen sei. Wer war man schon, um die Vor¬aussetzung für die undurchschaubaren Pläne übermenschlicher Mächte zu bieten?
Und während der Zimmermann und seine Frau den klei-nen Leichnam hin¬ter dem Stall begruben, trösteten sie sich damit, dass ihnen wer weiß was erspart geblieben sei. In den schlimmen Zeiten nach einem gescheiterten Aufstand, nach dem verlorenen Krieg gegen die Besat-zungsmacht war die Zukunft ohnehin unsi¬cher und düs-ter genug. Wer jetzt von einem großen Schicksal auser-sehen schien, war von vornherein zum Tode verurteilt. Vielleicht hatten die Römer recht, wenn sie sagten: »Pulvis et umbra sumus«. Staub und Schatten sind wir.
So verließen sie Bethlehem und zogen nach Nazareth zu-rück, gemächlich und eher beruhigt, dass sich keines der Versprechen erfüllt hatte und sie, kleine Leute, nicht ge-zwungen waren, sich gegen den Lauf der Welt stellen zu müssen. Dann sollte lieber alles weitergehen wie bisher, wie eh und je, und man selber existierte besser als kurz-fristig belebter Staub und Schatten dahin.
Schließlich blieb einem das Heil, kein Heil mehr zu erwar-ten.
(GÜNTER KUNERT)

Wenn sich das Kind nicht geregt hätte - Eine ungeheuerliche Geschichte, eine Geschichte, bei der einem der Atem stockt. Eine Geschichte, die radikale Fragen stellt. Was wäre gewe-sen, wenn sich dieses Kind tatsächlich nicht geregt hätte? Was wäre die Welt ohne Jesus Christus?
Trotz der beklagenswerten Kulturlosigkeit unserer Gesell-schaft Weihnachten gegenüber, wo man Weihnachten, Sankt Martin oder auch Advent bald nicht mehr sagen darf, weil an-dere sich dadurch verletzt fühlen, da mag ich mir eine Welt ohne Jesus gar nicht vorstellen. Denn, hätte dann nicht einer gefehlt, der sich mit aller Radikalität für die kleinen Leute, für die Schwachen und Ausgegrenzten, die Armen und Rechtlo-sen, die Kranken und Sterbenden, für die, die in den Augen der Welt nichts zu sagen haben, eingesetzt hätte? Hat dieser Jesus von Nazareth nicht wie kein anderer eben diese kleinen Leute dazu ermutigt, sich gegen den Lauf der Welt zu stellen, in der Reichtum, Macht und Stärke mehr zählen als Frie¬den, Liebe und Gerechtigkeit?

»Pulvis et umbra sumus.« Staub und Schatten sind wir. Nein, das war nicht seine Botschaft! Er wollte die Menschen aus ihrer Lethargie herausho¬len, ihnen Selbstbewusstsein, ihnen einen Sinn geben, für den sie leben konnten. Er wollte ihnen sagen: Ihr seid mehr wert als Staub und Schatten. Ihr seid Geschöpfe der Liebe Gottes!
»Schließlich blieb einem das Heil, kein Heil mehr zu er-warten.« - Sein ganzes Dasein war ein lebendiger Wider-spruch gegen diese resignative Hal¬tung von Menschen. Selbst am Kreuz hat er die Hoffnung auf Gott nicht los-gelassen. Hätte er sonst nach ihm geschrieen? Keine Situati-on ist für Jesus so heillos gewesen, dass er sich von Gott nicht noch etwas erwartet hätte!

Wenn Jesus nicht geboren wäre und gelebt hätte, würde un-sere Welt in ihrer Finsternis völlig versinken. Wir würden eine unglaubliche Sehnsucht nach Heil, nach einer geheilten Welt in uns spüren, von der wir wüssten, dass sie niemals gestillt würde. Jesus hat uns die Vision von einer Welt gegeben, die mit Gott und mit sich selbst versöhnt ist, einer Welt, die ge-heilt ist von den Wunden, die die Menschen sich gegenseitig und der gesamten Schöpfung schlugen.

Jesus ist die personengewordene Liebe Gottes. Seine Vision von Frieden, Liebe, Heil sind seit über 2.000 Jahren lebendig.
Doch die Geschichte von Günter Kunert stellt die Frage nach der Bedeutung von Weihnachten für uns Menschen heute. Regt sich das Kind noch? Regt es sich noch in uns? Bewegt es uns noch?
Macht es auch uns heute noch Mut, uns immer wieder gegen den Lauf der Welt zu stellen, einer Welt, die doch auch heute noch mehr auf Erfolg, Stärke und Macht setzt, denn auf Liebe, Frieden und Gerechtigkeit? - Zivil¬courage oder Anpassung?
Bewegt dieser Jesus von Nazareth, dessen Geburt wir heute feiern, auch uns noch dazu, uns nicht dem Schicksal zu erge-ben, sondern unserem Leben Perspektiven und Sinn zu ge-ben, an unsere eigenen Stärken zu glauben und sie in den Dienst für die Menschen, für mehr Menschlichkeit zu stellen?¬ Sinnorientierung oder Lethargie?

So ganz, scheint es, kommen wir nicht ohne ihn aus. Die Kir-chen und ihre Botschaft finden die Jugendlichen unattraktiv, doch ist das Bedürfnis nach Sinn und Halt im Glauben größer als je zuvor. In dieser Sehnsucht liegt ein Gespür für Jesus und seine Vision, wenn auch nicht mehr bewusst und in den kirchlichen Traditionen. Die ungeheuer große Sehnsucht nach Heil ist gegenwärtig im religiösen Suchen und Fragen vieler Menschen, auch wenn sie sich noch so sehr von Jesus ab-wenden.
IV. Jesu Geburt in uns
Und doch muss ich noch einmal fragen: Gibt dieses Kind in der Krippe auch uns heute noch die Hoffnung, dass sich Gott in unserem Leben als der je Größere erweist, als der, der auch in den dunkelsten und schwierigsten Situationen unse-res Lebens, auch in der Stunde unseres Todes noch Heil zu schaffen vermag? Haben wir eine Zuver¬sicht, die alle Gren-zen übersteigt? - Hoffnung oder Resignation?
Wenn Menschen von Jesu Geburt nichts mehr wissen oder wissen wollen, wie können sie das Heil erfahren, dass in Got-tes Kommen in diesem Kind liegt.

»Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren und nicht in dir; du bleibst noch ewiglich verloren.« So hat es der Mystiker Angelus Silesius, der im 17. Jahrhundert lebte, gesagt.
Nur wenn sich das Kind in uns weiter regt, wenn es uns be-wegt, kommt das Weihnachtsfest an sein Ziel. Nur wenn sich in uns Zivilcourage gegen Anpassung, Sinnorientierung gegen Lethargie, Hoffnung gegen Resignation durchsetzen, ist das Kind nicht tot, sondern lebt weiter in uns.

Die Vision der Liebe Gottes, die unter den Menschen wirkt und die Welt verändert – diese Vision treibt seit 2.000 Jahren Menschen an, sich für eine gottgefälligere und menschlichere Welt einzusetzen und am künftigen Reich Gottes mitzuarbei-ten. Weihnachten ist, recht verstanden, der Motor für unser Christsein und unser Leben insgesamt. Weil Gott sich durch seinen Sohn in diese Welt mit ihren Dunkelheiten gegeben hat, sind wir nicht im Chaos unserer Zeit verlassen. Wir kön-nen mutig für eine bessere Welt einstehen.

Heißt das nun, Weihnachten ist noch nicht ganz verloren – trotz allem Verfall der Weihnachtskultur? Das Kind regt sich heute noch, auch wenn es viele Menschen nicht mehr wahr-nehmen?
Ja, es regt sich noch. Wir sind Gott so lieb und wichtig, dass er nie aufhören wird, in diesem Säugling in der Krippe zu uns zu kommen.
„Gott will im Dunkeln wohnen / und hat es selbst erhellt“, dichtete Jochen Klepper in seinem Adventslied. Er will uns nahe sein und seine Vision von einer geheilten Welt mit uns verwirklichen.
»Pulvis et umbra sumus.« Staub und Schatten sind wir. – Das stimmt für ihn nicht. Wir sind seine geliebten Kinder. An Weihnachten wird das so augenscheinlich, dass wir als Chris-ten nicht daran vorbeisehen können. Und es ist unsere Auf-gabe, immer und immer wieder diese Botschaft in alle Welt zu verbreiten: „Das Kind hat sich geregt und es regt sich noch!“ – Diese Botschaft trotz aller Widerstände und allen vermeintlichen Desinteresses hinauszutragen. Möge Weih-nachten unser Motor dafür sein. AMEN.
-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 36, 1-4 Fröhlich soll mein Herze springen

ABENDMAHL

* Sündenbekenntnis und Absolution: (stehend)
Als Jesus gefragt wurde,
was denn das wichtigste Gebot ist, antwortete er:
Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben:
von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit all deiner Kraft. Und deinen Nächsten wie dich selbst.
Denn Gott ist Liebe,
und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott. Und Gott in ihm.
An Gott und unseren Mitmenschen aber werden wir schuldig.
Täglich versündigen wir uns an ihnen. Wenn Ihr das auch so seht und bekennt,
und wenn Ihr Vergebung um Christi willen begehrt, so sprecht: Ja, mit Gottes Hilfe!

Gemeinde: Ja, mit Gottes Hilfe!

Gottes unerschöpfliche Barmherzigkeit heilt eure Herzen. Im Auftrag unseres Herrn, Jesus Christus,
verkünde ich euch die Vergebung aller eurer Schuld -
im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Der Friede des Herrn sei mit euch allen.
Euch geschehe, wie ihr glaubt.

Danksagung (Präfation):

* Lied Liedzettel Sanctus

* Einsetzungsworte:
Unser Herr Jesus Christus / in der Nacht, da er verraten ward / nahm er das Brot / dankte und brach's / und gab's seinen Jüngern / und sprach: Nehmet hin und esset / das ist mein Leib (+) / der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl / dankte / gab ihnen den / und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus / dieser Kelch ist das neue Testament (+) in mei-nem Blut / das für euch vergossen wird / zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächt-nis.

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 190.2 "Christe, du Lamm Gottes" (stehend)

* Friedensgruß:
Der Friede des Herrn sei mit euch allen. Keiner sei gegen den anderen, keiner in sich verschlossen. Vergebt, wie euch ver-geben ist, nehmt einander an, wie Christus euch angenom-men hat zum Lobe Gottes.

(Einladung zum Händereichen)

* Austeilung: dazu Orgelmusik

* Lobpreis:
Lobe den Herrn, meine Seele,
und was in mir ist, seinen Heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht,
was er dir Gutes getan hat:
Der dir alle deine Sünden vergibt und heilet
alle deine Gebrechen,
der dein Leben vom Verderben erlöst und dich
krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.

* Fürbittengebet:
Guter Gott!
In der Geburt deines Sohnes erfahren wir
deine Nähe zu uns Menschen.
Du bist ein Gott-mit-uns, Immanuel.
Deshalb dürfen wir zu Weihnachten
mit unseren Bitten zu dir kommen:
Gib uns den Mut und die Kraft,
deine Liebe und deine Gerechtigkeit
immer wieder dem Lauf der Welt entgegenzustellen.
Lass uns in schwierigen Situationen nicht resignieren
und den Glauben an deine heilschaffende Nähe nicht verlie-ren.
Öffne unsere Sinne für Erfahrungen
deiner Gegenwart mitten in dieser Welt.
Schenke uns den Blick für die Sorgen
und Nöte unserer Mitmenschen,
den dein Sohn wie kein anderer Mensch gehabt hat.
Denn du, Gott, bist unsere Hoffnung,
du bist die Quelle und das Ziel unserer Sehnsucht.
Dafür danken wir dir durch Jesus Christus,
unseren Herrn und Bruder.
Amen.

* Lied EG 45, 1 - 3 Herbei o ihr Gläubigen

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Kirchlicher Jugendförderplan

Wochenspruch: Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit. Joh. 1, 14

Nächster Gottesdienst:

2. Weihnachtstag, Mittwoch 26. Dezember 2018 mit Lekto-rin Weigelt

10:30 Uhr Gottesdienst in Kempfenbrunn

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein An-gesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.

* Lied EG 44 O du fröhliche
  Thema: Christmetten in der Heiligen Nacht, 24.12.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 25.12.2018 01:40   Titel: Christmetten in der Heiligen Nacht, 24.12.2018
Christmette in der Heiligen Nacht
24.12.2018
Um 22.00 Uhr in der Ev. Kirche Wittgenborn
Und um 23.00 Uhr in der Ev. Kirche Wächtersbach
Thema: Jesus besucht den Weihanchtsgottesdienst

*Orgelvorspiel

* Lied EG 24, 1-3 Vom Himmel hoch

* Begrüßung: Thomas
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Liebe Gemeinde,
zur Christmette in der Heiligen nacht heiße ich sie alle ganz herzlich willkommen.
Liebe Gemeinde,
aus der warmen Wohnung haben wir uns spät auf den Weg gemacht durch das nass kalte hierher in die Kirche, um noch einmal die Botschaft dieser heiligen Nacht zu hören und mit allen Sinnen in uns aufzunehmen. Dabei war der Weg hierher schon ein erster Anfang, auch wenn Sie es noch nicht so bewusst erlebt haben. Draußen im Freien sind sie gewesen. Ein großer Teil der Weihnachtsgeschichte spielt eben da. Die Hirten auf dem Felde und auch die Unterkunft der heiligen Familie war nicht unbedingt mit unseren kuscheligen Wohnungen vergleichbar. Das Lukasevangelium erwähnt das nur beiläufig mit einem Halbsatz, „denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Ich wünsche uns allen eine Mutmachenden Christmette in dieser heiligen Nacht.

Orgelmusik:

*Das Licht: Thomas
Es war einmal ein kleines Licht. Weil es Angst vor dem Verlöschen hatte, machte es sich auf die Suche nach einem großen Licht, das bleibt.
Bald traf es ein Licht, das bleibt. „Wohin gehst du?" „Ich habe Angst vor dem Verlöschen und suche ein Licht, das bleibt." So gingen sie miteinander. Unterwegs kam noch ein Licht dazu, und noch eins – zuletzt waren es viele. Die kleinen Lichter waren sehr müde.
Auf einmal sahen sei einen Stein, der im Dunkeln leuchtete. „Stein woher hast du dein Leuchten?" „Geh weiter – und ihr werdet sehen." Dann kamen sie zu einem Stück Holz. „Holz, woher hast du dein Leuchten?" „Geht weiter – und ihr werdet sehen." Und zu einem Blütenbaum. „Blütenbaum, woher hast du dein Leuchten?" „Geht nur weiter – gleich werdet ihr sehen." So gingen sie mit letzter Kraft. Plötzlich standen sie vor einem großen, hellen Licht.
Es war um ein Kind, das in der Krippe lag. Den kleinen Lichtern klopfte das Herz. Sie wagten sich nicht weiter. „Fürchtet euch nicht", sagte das Kind, „ich bin das Licht der Welt. Wer zu mir kommt, wird nicht im Finstern leben." Und es lächelte ihnen entgegen und segnete sie. Da wurde ihre Flamme stark und still. Auf dem Rückweg und zu Hause erzählten sie allen von dem großen Licht, das bleibt und das sie jetzt in sich tragen.

*Lied EG 45, 1-2 Herbei o ihr Gläubgen

*Weihnachten wie hast Du Dich verändert: Thomas
Was habe ich mich früher auf´s Christkind gefreut
im Dezember, nachts in den Himmel geschaut.
Wir haben gebacken, gebastelt, gesungen und gelacht
und so die Zeit bis zum heiligen Abend verbracht.
Da gab es dann liebevoll gemachte Geschenke,
für das Puppenhaus neu tapezierte Wände.
Oder auch ein schönes neues Kleid
lag für meine Puppe bereit.
Wir haben alle zusammen gespielt und gesungen
bis die Müdigkeit uns zum Schlafen gezwungen.
Nach dem Kirchgang zur Weihnacht, da war es soweit
da stand schon die Ente mit Klößen bereit.
Am Nachmittag ging es hinaus in den Wald,
es hatte gefroren, die Hände waren so kalt.
Am warmen Ofen haben wir uns wieder gewärmt,
und schmatzend vom Bratapfel geschwärmt.
Doch heute, was hat sich gewandelt die Zeit,
liegen Stollen und Weihnachtsmänner ab August schon bereit.
Und Ende Oktober da klingeln die Kassen,
auch Weihnachtslieder dröhnen laut in den Gassen.
Da macht sich so etwas wie Hektik dann breit
Man hört immer wieder „ Hab gar keine Zeit,
Weihnachtsfeier heute hier morgen dort,
muss Geschenke noch kaufen, entschuldige ich muss fort.“
Geschenke zu machen ist eine Sache für sich
Denn jeder hat alles, braucht eigentlich nichts.
Dinge die heut unterm Tannenbaum liegen
sind PC, Videospiele und Tickets zum Fliegen
Auch Handy und Blueray sind sehr beliebt
aber auch Spielzeug, das mit sich selber spielt.
Nach so viel Geränne, Gehetze und zeitlicher Not
ist man Heiligabend fix und fertig, beinahe schon tot.
Wo ist sie geblieben, die ruhige Zeit
in der ich mich immer aufs Christkind gefreut?

* Lied EG 37, 1+2 Ich steh an deiner Krippe hier

* Schriftlesung: Lukas 2, 1-20 Inge
1 Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.
2 Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.
3 Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.
4 Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war,
5 damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.
6 Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.
7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.
9 Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
12 Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
14 Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.
15 Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.
16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.
17 Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.
18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten.
19 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.
20 Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.
Amen

* Glaubensbekenntnis: Thomas
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 48 Kommet ihr Hirten ihr Männer und Fraun

* PREDIGT: Thomas
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde,

Ich möchte Ihnen eine Geschichte erzählen:

Als Jesus nach einigen Jahren Abstinenz mal wieder seine Welt besuchte, nahm er sich vor diesmal die Sache andersherum aufzuziehen. Diesmal wollte er nicht selbst die Welt verändern, sondern Menschen zu diesem Zweck aussenden und ausbilden. Damals bei seiner Geburt hatte das doch auch geklappt. Da waren die Hirten, die losgingen, einfach nur weil es der Engel zu ihnen gesagt hatte. „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; euch ist heute der Heiland geboren.“ Der Engel damals war richtig erfolgreich mit diesem Satz, die Hirten haben es in alle Lande getragen. Sie waren von der Krippe in alle Lande gezogen, „priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.“

Ohne sie hätte er es später viel schwerer gehabt.

Nun, so war das damals. Ihr wisst ja, was daraus geworden ist. Die Menschheit war seither durch finstere und finsterste Zeiten gegangen. In Jesu Namen hatten sie furchtbare Kriege geführt und schreckliche Gewalttaten begangen. Er hatte einige Male mit kaltem Grausen auf seine Welt gesehen.

Aber nun schien sich doch das Blatt zu wenden. Europa wurde vereint, der kalte Krieg war zu Ende. Man erklärte sich selbst zu „zivilisierten“ Menschen und war mächtig stolz auf die modernen Errungenschaften und auf die Globalisierung. Jesus dachte: Das guck ich mir mal an. Vielleicht hören sie mir ja diesmal zu.

Und so kam er dann zurück auf die Erde. Vorweihnachtszeit in einer deutschen Großstadt.

Überall Lichter. Viele Menschen vor bunten Buden. Gemütliche Atmosphäre. Und überall Bilder von damals - seinem Stall. Zwar nicht ganz naturgetreu. Aber immerhin. Sie erinnern sich noch. Also wann, wenn nicht jetzt, dachte sich Jesus. „Ihr seid das Licht der Welt. Leuchtet – es ist alles in euch drin. Fürchtet euch nicht!“


Er fing an bei dem Aufsichtsrat einer großen Automobilfirma. „Junge“, dachte er, „da steckt aber Geld hinter!“ Und er blickte hoch zu 56 Stockwerken aus Stahl und Glas, blank poliert wie für den Empfang der englischen Königin. „Bin doch bloß ich“, grinste er und dann ging er hinein und fuhr mit dem Fahrstuhl 56 Stockwerke hoch. „Damals in Babel ging das schief mit dem hohen Turm“, erinnerte er sich. Aber er fand, dieser hier wirkte recht stabil. Nur konnte er sich des Eindrucks nicht erwehren, dass auch hier Anmaßung und Eitelkeit am Werke waren. Zehn Männer in Schlips und Kragen erwarteten ihn an einem mächtigen Rauchglastisch. Sie saßen in hohen Ledersesseln und drehten sich um sich selber. Die Luft roch nach teurem Parfum und nach den Zigaretten, an denen sie gierig sogen. Vor jedem lag ein dicker Stapel Papier. Und einige hielten vor sich einen Blechkasten zum Aufklappen, in den sie aufgeregt mit den Fingern hackten und angespannt starrten. „Das sind Laptops“, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende, als er den neugierigen Blick Jesu sah. „Aber nun zur Sache. Bitte.“ Dabei machte er eine Bewegung mit der Hand, die wohl einladend wirken sollte.

Jesus holte tief Luft und sprach ein kleines Stoßgebet zu seinem Vater im Himmel. Dann begann er: „Euch ist viel gegeben. Gebt es weiter. Ihr seid das Licht der Welt. Es ist eure Aufgabe, andere zum leuchten zu bringen.“ Die zehn Männer schauten ihn mit hochgezogenen Brauen erwartungsvoll an. „Das wissen wir selber“, sagte schließlich einer von ihnen. „Ohne uns wäre es hier zappenduster. Wir beschäftigen 100 000 Mitarbeiter. Allein schon dadurch haben wir natürlich enormen politischen Einfluss. Aber wir zeigen auch gerne, was wir haben. Sie haben sicher unser Haus gesehen: Es ist ja weithin sichtbar. Und unser Stern leuchtet buchstäblich über das Land.“ Die anderen lachten und klopften auf den Tisch, das sollte wohl Zustimmung signalisieren. Nun wollte Jesus fortfahren. Von Gerechtigkeit wollte er ihnen erzählen und von sozialer Verantwortung, aber da hatte die hübsche Sekretärin ihn schon am Ärmel und schob ihn freundlich, aber bestimmt vor die Tür. „Das hier ist nichts für Gutmenschen“, sagte sie, „das hier ist der Kapitalismus.“

Kapitalismus. Aha. Da wäre doch eigentlich der Satz mit dem Kamel und dem Nadelöhr angebracht, aber wer sich Gerichtsurteile kaufen kann, der kapiert wahrscheinlich nicht wie arm er eigentlich ist. „Na gut – wenn sie mir nicht zuhören wollen, dann probiere ich es halt woanders. Dann müssen eben andere leuchten. Und so versuchte Jesus es woanders. Er ging zu den Kirchenleitenden Gremien der EKD, die Versammlung der Bischöfe wollte er sprechen. „Ihr seid das Licht der Welt.“ – die würden es ja wohl verstehen, die hatten ja schließlich studiert. Er wollte ihnen begreiflich machen, dass die Liebe unter Christenmenschen das höchste Gut wäre und dass die Sorge um das Geld nicht der Gemeinschaft der Glaubenden zerstören dürfe. Die Kirche müsse wieder den einfachen, direkten Weg zu den Menschen finden, damit sie Licht für die Welt sein könne - das war es, was er ihnen sagen wollte. Die Herren und Damen Bischöfe sahen müde aus und traurig. Sie hatten verkniffene Lippen und Augen, mit schweren Lidern und dicken Tränensäcken. Fast hatte Jesus Lust, ein paar Späße zu machen, nur damit diese armen Menschen mal wieder was zu lachen hätten. Aber er besann sich auf sein Amt und blieb mit einiger Mühe ernst. „Ihr seid das Licht der Welt.“, sagte er. Aber es fiel ihm schwer, das zu glauben. Sie sahen ihn mit ihren müden Augen an und nickten schwerfällig. „Natürlich“, sagten sie, „das wissen wir doch. Wir kennen unsere Bibel.“ Und dann erzählten sie ihm, was sie alles auf die Beine stellten, um Licht für die Welt zu sein: Große Kirchentage, riesige Events mit Live-Musik, Lasershows und Öffentlichkeitskampagnen. Nun verstand er auch, warum sie so müde waren. „Sieh, dies ist unsere letzte Plakataktion.“ Und sie zeigten ihm eine Seilbahn vor blauem Himmel. „Was ist Glück?“ stand drauf. Und unten rechts, ganz klein, das EKD-Symbol. „Und?“, fragten sie, „Gefällt es dir? Wir haben ganz Deutschland damit plakatiert. Das hat uns Millionen gekostet.“ „Nein“, sagte Jesus nur, „es gefällt mir nicht.“ Und damit ließ er sie stehen und ging.
Jesus versuchte es weiter und dachte: „Dann werde ich es jetzt bei den einfachen Menschen versuchen, so wie damals.“ Jesus ging zur Arbeitsagentur und sah dort einen jungen Mann, höchstens 20 Jahre alt, der sich aufgeregt mit seiner Sachbearbeiterin stritt. Es ging offenbar um Geld. Und Jesus trat zu ihm und flüsterte: „Du bist das Licht der Welt.“ Aber der junge Mann sah ihn nur mit leeren Augen an, schwieg und ging fort. Vielleicht sollte ich es mal in einer kleinen Stadt versuchen. Da wo die Menschen noch zuhören können. Und so kam Jesus nach Husum. Nachdem er über den Weihnachtsmarkt geschlendert war, traf er eine alte Frau. Er sah sie, wie sie sich in der Stadt mit ihren Einkaufstaschen quälte und er konnte sehen, dass ihr jeder Schritt weh tat. Da ging er zu ihr, nahm ihr die Taschen ab und sagte: „Du bist das Licht der Welt. Laß es leuchten, es ist tief in dir drin. Glaub mir.“ Doch sie schüttelte nur den Kopf. „Komm du erstmal in mein Alter, mein Junge, dann leuchtest du auch nicht mehr. Dann wartest du nur noch, dass dein Lebenslicht ausgeht.“

Langsam hatte Jesus die Nase voll. Dass Menschen, denen es so gut ging, so mutlos sein konnten, damit hatte er nicht gerechnet. Und dass eine Welt, die so reich war, so voller Glanz und Licht, inwendig so arm und verdunkelt sein konnte, das machte ihm Kummer und das tat ihm weh. Es müsste doch möglich sein, dass in einer zivilisierten Welt alle satt werden. Es sollten doch alle in eine solche Gesellschaft einen Platz und eine Perspektive haben! Müsste nicht jeder Mensch Licht und Freundlichkeit finden können? Es müsste doch möglich sein, dass ihr diesen Traum festhaltet und das Wort der Liebe Gottes nicht wegwerft wie ein kaputtes Spielzeug. Sie haben es immer noch nicht kapiert, dachte er sich und war kurz davor zum äußersten zu greifen. Wenn nichts mehr hilft, dann muss eben ein Wunder her. Das wäre an sich kein Problem. Aber es war genau das gleiche wie damals – am Ende haben ihm die Wunder mehr Schwierigkeiten gemacht als alles andere. Aber lieber nichts überstürzen. Erst mal in Ruhe nachdenken. Abstand gewinnen. Früher ist er dafür immer an den See gegangen. Und, wo er schon mal da war, dann sollte es schon gleich die Nordsee sein. Er besuchte die Nordseeküste und sah einige Tage lang zu, wie das Wasser kam und ging. „Was für eine witzige Idee“, dachte er erheitert und bewunderte nicht zum ersten Mal die kreative Schaffensfreude Gottes, seines Vaters. Als er vom Deich zurückkam, war es überall hell erleuchtet. Lange Lichterschlangen an den Häusern, überall Bäume mit blinkenden Lichtern. Jesus war geblendet. So hatte er das nicht gemeint mit dem Licht der Welt. Ihm ging es mehr um das Innere Licht, das von tief drinnen kommt und wärmt. Das leuchtet, nicht blendet. Wenn man vor lauter Licht nichts mehr sehen kann, dann stimmt doch was nicht. Vielleicht ist das der Grund, warum sie den Satz nicht mehr kapieren.

Einen Versuch habe ich noch, dachte er sich und kam direkt hierher – zu uns nach Wittgenborn/Wächtersbach.

Und nun kommst du: Nun stell dir mal vor, nicht ich, sondern er selbst stünde hier und sagte dir: „Du bist das Licht der Welt. Du sollst mit Liebe und Freundlichkeit, mit offenem Herzen und offenen Händen diese Welt heller machen. Du bist das Licht. Ich will in dir leuchten.“ Nun stell dir vor: Nicht ich, sondern er selber würde dir hier und heute erzählen, wie er es meint, was er sich wünscht und was dein Auftrag ist.

Nun stellt euch das mal vor: Jesus käme in diese Welt und würde das heute und hier jedem einzelnen von euch sagen. Und er würde jeden einzelnen meinen: die Alten und die Jungen, die Reichen und die Armen, die Pastoren und die, die Sonntags lieber ausschlafen: „Du bist das Licht der Welt. Durch dich will ich leuchten. Du musst mich nur noch rein lassen.“

Dann müsste es hier doch den ein oder anderen geben, der kapiert, was er meint, oder?

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 46 Stille Nacht

* Fürbittengebet: Thomas und Inge
Thomas
Wenn wir es zulassen, dass, das Licht der heiligen Nacht bei uns ankommt, können wir selber zu Engeln werden, dass heißt: zu Boten Gottes für Menschen in Not und in Angst, in Unfrieden und im Dunkel der Hoffnungslosigkeit. Denn auch und gerade ihnen soll das Weihnachtslicht leuchten. Darum wollen wir beten.
Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

1 Teelicht anzünden

Inge
Darum wollen wir beten, für die Kinder auf der ganzen Erde: dass ihre Hoffnungen nicht enttäuscht werden; dass sie in eine freundliche Welt hineinwachsen und erfahren, dass sich das Leben lohnt. Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

2 Teelicht anzünden

Thomas
Darum wollen wir beten, für alle in Partnerschaft, Ehe und Familie; dass sie auch in Enttäuschungen nicht aufgeben, dass sie Konflikte im Geist Jesu Christi durchstehen und immer wieder Wege zueinander finden.
Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

3 Teelicht anzünden

Inge
Darum wollen wir beten, für alle, die allein sind, dass sie sich nicht verschließen und dass sich Menschen finden, die auf sie zugehen und die sich nicht beirren lassen.
Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

4 Teelicht anzünden

Thomas
Darum wollen wir beten, für alle, die für Glauben, Wahrheit und Gerechtigkeit verfolgt werden und leiden müssen, dass sie die Hoffnung auf eine Welt des Friedens nicht verlieren und dass ihr Leiden und ihr Opfer nicht vergeblich sind.
Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

5 Teelicht anzünden

Inge
Darum wollen wir beten, für alle Vielbeschäftigten und Erfolgreichen, die in ihrer Arbeit aufgehen, dass sie bei allem, was sie tun, die schwächeren nicht übersehen, dass sie die nicht vergessen, die sie mögen und auf sie warten.
Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

6 Teelicht anzünden

Thomas
Darum wollen wir beten, für alle Kranken, alle Alten und für alle, die heute sterben, dass die Schmerzen sie nicht überwältigen und dass sie nicht allein gelassen werden, sondern Menschen haben, die sie spüren lassen, dass Gott ihnen Nahe ist.
Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

7 Teelicht anzünden

Inge
Darum wollen wir beten, für alle die nicht mehr Glauben können, dass sie ihren Platz an der Krippe entdecken und erfahren, dass Gott niemand wegschickt, sondern jeden annimmt, wie er ist.
Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

8 Teelicht anzünden

Thomas
Für uns selber beten wir, für jede und jeden einzelnen hier, dass keiner ungesegnet von hier weggeht und dass wir alle zu Engeln Gottes werden, zu Boten seiner Nähe, seiner Freundlichkeit und seines Friedens.
Gott, Vater unseres Bruders Jesus Christus und unser Vater – hab Dank, dass dein Licht uns leuchtet. Dank dafür, dass wir deine Boten für die Welt sein dürfen. Lass es geschehen . Wir bitten dich dazu um deinen Geist. Mach selber wahr, worum wir dich in Jesu Namen und mit seinen Worten bitten.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser: Thomas
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. AMEN.

* Lied EG 54 Hört der Engel helle Lieder

* Bekanntmachungen:

* Votum: Thomas
Es segne Euch der Herr in dieser Nacht,
da so viel Neues an das Ohr der Erde dringt.
Er rühre eure Ohren an mit zarter Hand,
damit sie offen, stets zu lauschen,
wer da klopft und für sich wirbt.
Er lasse eure Gier nach Neuem wachsen,
damit ihr staunend fragt und forscht
nach jenem Kind, das Könige von fernen Thronen lockt.
Er komme zu euch jetzt als Wort
Und frohe Botschaft – doch einst
Als Gegenüber, das liebend euch umfängt.
Bis dahin halte segnend Er die Hand
Wohl über Leut’ und Land:
Der Vater – Gott genannt
Der Sohn – hier keine Herberg’ fand
Der Geist – uns unbekannt.
So geht in diese Nacht mit Gottes Segen:

* Segen: Thomas
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.

* Lied EG 44 O du fröhlich

Orgelnachspiel
  Thema: Krippespiel um 18.00 Uhr in Lohrhaupten, 24.12.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 25.12.2018 01:37   Titel: Krippespiel um 18.00 Uhr in Lohrhaupten, 24.12.2018
Krippespielgottesdienst am Heiligen Abend
18.00 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
24.12.2018
Thema: „Lukas und Matthäus erzählen die Weihnachtsgeschichte“

*Orgelvorspiel
*Liedheft 24, 1-4 Vom Himmel hoch

* Begrüßung:
Wo der Stern Gottes leuchtet, werden wir aus der Dunkelheit geboren.
Wo die Liebe Jesu erstrahlt, werden wir in die Dunkelheit gelockt.
Wo das Heilige erscheint, werden wir durch die Dunkelheit gestärkt.
Wir sind zusammen, im Namen Gottes. Gott ist die Liebe, die in uns wohnt.
Wir sind zusammen, im Namen Jesu, Jesus ist die Liebe, die zu uns spricht.
Wir sind zusammen, im Namen des Heiligen Geistes,
Heiliger Geist ist die Liebe, die durch uns wirkt.
AMEN.

Ich heiße sie und euch alle ganz herzlich willkommen zum Krippespielgottesdienst am Heiligen Abend hier in unserer Kirche. Hier wollen wir heute den Geburtstag von Jesus Christus feiern. Dazu haben uns die Konfis ein wunderschönes Krippenspiel mitgebracht. Das Krippenspiel heißt: „Lukas und Matthäus erzählen die Weihnachtsgeschichte“
Ich wünsche uns allen einen Mutmachenden Gottesdienst am Heiligen Abend.

*Liedheft 46, 1-3 Ihr Kinderlein kommet

*Weihnachten wie hast Du Dich verändert:

Was habe ich mich früher auf´s Christkind gefreut
im Dezember, nachts in den Himmel geschaut.
Wir haben gebacken, gebastelt, gesungen und gelacht
und so die Zeit bis zum heil. Abend verbracht.
Da gab es dann liebevoll gemachte Geschenke,
für das Puppenhaus neu tapezierte Wände.
Oder auch ein schönes neues Kleid
lag für meine Puppe bereit.
Wir haben alle zusammen gespielt und gesungen
bis die Müdigkeit uns zum Schlafen gezwungen.
Nach dem Kirchgang zur Weihnacht, da war es soweit
da stand schon die Ente mit Klößen bereit.
Am Nachmittag ging es hinaus in den Wald,
es hatte gefroren, die Hände waren so kalt.
Am warmen Ofen haben wir uns wieder gewärmt,
und schmatzend vom Bratapfel geschwärmt.

Doch heute, was hat sich gewandelt die Zeit,
liegen Stollen und Weihnachtsmänner ab August schon im Globus bereit.
Und Anfang November da klingeln die Kassen,
auch Weihnachtslieder dröhnen laut in den Gassen.
Da macht sich so etwas wie Hektik dann breit
Man hört immer wieder „ Hab gar keine Zeit,
Weihnachtsfeier heute hier morgen dort,
muss Geschenke noch kaufen, entschuldige ich muss fort.“
Geschenke zu machen ist eine Sache für sich.
Denn jeder hat alles, braucht eigentlich nichts.
Dinge die heut unterm Tannenbaum liegen
sind PC, Videospiele und Tickets zum Fliegen
Auch Handy und Blueray sind sehr beliebt
aber auch Spielzeug, das mit sich selber spielt.
Nach so viel Geränne, Gehetze und zeitlicher Not
ist man Heiligabend fix und fertig, beinahe schon tot.
Wo ist sie geblieben, die ruhige Zeit
in der ich mich immer aufs Christkind gefreut?

* Schriftlesung: Lukas 2, 1-20
1 Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.
2 Und diese Schätzung war die allererste und geschah zurzeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.
3 Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.
4 Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war,
5 damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.
6 Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.
7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.
9 Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
12 Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
14 [Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.
15 Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.
16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.
17 Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.
18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten.
19 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.
20 Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Amen

* Liedheft 50, 1-3 Ich steh an deiner Krippe hier

* Krippespiel
Lukas:
Liebe Gäste. Ich begrüße euch. Ich bin froh, dass ihr alle heute Abend gekommen seid, um zu erfahren, was damals in Nazareth und Bethlehem geschah. Aber zunächst möchte ich mich vorstellen:
Ich bin Lukas, Arzt und Schriftsteller. Ich habe ein Buch geschrieben. Ein Buch über das Leben von Jesus Christus, Gottes Sohn. Und heute Abend möchte ich euch erzählen, wie alles angefangen hat. Ich habe einiges darüber gehört, gelesen und dann aufgeschrieben, im Lukasevangelium, wie ihr es nennt.

Matthäus:
Sicher, Lukas, das stimmt. Aber auch ich habe einiges erfahren über die Geburt und die ersten Tage von Jesus. Über das ganze Leben Jesu liegt auch von mir ein Buch vor. Ach übrigens, liebe Gäste, ich bin Matthäus, ich bin auch Schriftsteller. Mein Buch nennt ihr „Matthäusevangelium“. Lukas, ich habe eine Idee. Wir erzählen gemeinsam unseren Gästen, wie es angefangen hat, damals in Nazareth und in Bethlehem als Gott Mensch wurde.

Lukas:
Das ist eine gute Idee. Wenn du nichts dagegen hast, fange ich an. Wir gehen um 2000 Jahr zurück in eine Stadt, die Nazareth heißt. Da ist heute viel los. Viele Menschen sind unterwegs auf dem Markt. Da geschieht etwas Unerwartetes. Ein Bote tritt hervor. Es ist ein Römer, ein Bote des Kaisers in Rom.

Bote:
Still Leute! Hört zu! Ich bin Marius, Bote des Kaisers in Rom: Augustus, Kaiser und Gott! Zugehört! Der Kaiser will wissen wie viele Untertanen in seinem Reich leben. Deshalb muss jeder in seine Heimatstadt gehen. Jeder muss sich dort aufschreiben lassen. Das ist ein Befehl des Kaisers!

Rebecca:
Habt ihr das gehört? Wir müssen dem Kaiser gehorchen. Er will uns zählen lassen. Kaiser und Gott?! Wir haben doch nur einen Gott! Er ist unser alleiniger Herr!

Josef:
Ja, aber was hilft es uns? Wir müssen nach Bethlehem. Meine Vorfahren stammen von dort. Aber ich kenne dort keinen Menschen mehr.

Maria:
Das ist aber ein weiter Weg. Wenn das nur gut geht.

Bote:
Nun schert Euch endlich weg! Hört auf des Kaisers Gebot! Sonst spürt ihr mein Schwert! Weg mit Euch!

Josef:
Das passt mir gar nicht! Ich bin der einzige Zimmermann in Nazareth. Und es gibt soviel Arbeit.

Maria:
Mir passt das auch nicht. Jeden Tag kann mein Kind zur Welt kommen. Was soll ich nur machen, wenn ich es unterwegs, in der Fremde, bekomme? Ich habe so Angst.

Josef:
Maria, wir können nichts machen. Der Kaiser hat es so befohlen. Sei ruhig, lass uns auf Gott vertrauen.

Maria:
Ja, Gott wird uns beschützen. Er wird dafür sorgen, dass alles gut geht. Er wird auch in der Fremde bei uns sein. Gott begleitet uns.

*** Szene 2 *** Zwischenspiel Liedheft 33, 1+2

Lukas:
Wissen unsere Gäste eigentlich, was das Besondere an Bethlehem, der Heimatstadt von Maria und Josef ist?

Matthäus:
Bethlehem, das ist die Geburtsstadt unseres großen Königs David, der vor mehr als 1000 Jahren gelebt und unser Land regiert hat – also etwa 3000 Jahre vor dem heutigen Datum. Du weißt doch, das ist der, der den großen Goliath mit einer Steinschleuder umgehauen hat. -. Josef kommt aus der Familie Davids. Er ist sein Nachkomme. Ich habe das genau nachgeprüft. Ihr könnt es am Anfang meines Buches nachlesen.

Lukas:
So machen sich Maria und Josef auf den Weg nach Bethlehem. Es ist ein langer und beschwerlicher Weg. Maria merkt, dass ihr Kind bald zur Welt kommen wird. Als sie in Bethlehem ankommen, finden sie kein Zimmer. Alle Gasthäuser sind voll bis unters Dach. Maria und Josef werden überall wieder weggeschickt. Bei einem weiteren Gasthaus klopfen sie an. Der Wirt erscheint.

Wirt 1:
Was gibt es denn? Was wollt ihr denn noch so spät in der Nacht?

Josef:
Wir suchen noch ein Zimmer zum Übernachten. Wir kommen aus Bethlehem. Und meine Frau bekommt ein Kind. Habt Erbarmen!

Wirt 1:
Alles besetzt. Und außerdem: Für Fremde habe ich erst recht keinen Platz. Verschwindet! Pack!

Maria:
Als Fremde nimmt uns hier keiner auf. Lass es uns noch einmal dort unten am Stadttor versuchen. Josef, klopfst du bitte an?

Wirt 2:
Was wollt ihr denn? Ihr kommt aber auch nicht hier aus der Gegend.

Josef
Wir kommen aus Nazareth und suchen ein Zimmer. Meine Frau bekommt ein Kind. Bitte lieber Mann hilf uns!

Wirt 2:
So ihr seid fremd? Nun ja, ein Zimmer habe ich nicht mehr frei. Aber ihr könnt in meinem Stall übernachten. Er ist draußen vor der Stadt. Irgendwie habe ich heute ein weites Herz für Fremde.

*** Szene 3 *** Zwischenspiel Orgel

Lukas:
So gehen Maria und Josef vor die Tore der Stadt in den Stall, von dem der Wirt erzählt hatte.

Matthäus:
Weißt du Lukas, Maria und Josef sind nicht die einzigen, die in diesen Tagen unterwegs sind, die Angst haben und fremd sind. Ich weiß von drei Königen aus dem Morgenland, Kaspar, Melchior und Balthasar, die einen neugeborenen König suchen. Sie haben einen hellen Stern am Himmel gesehen und sind ihm nachgegangen, um den König zu finden und ihn anzubeten. Als der König Herodes jedoch von dem neuen König hört, fürchtet er um seine Herrschaft und lässt die drei Weisen zu sich rufen.

Kaspar:
Ich weiß nicht. Ich habe Angst vor Herodes. Wir sind Fremde in diesem Land. Was Herodes wohl von uns will?

Melchior:
Und wir sind anders angezogen als die Leute hier. Wir sprechen auch anders. Außerdem habe ich eine andere Hautfarbe. Das ist gefährlich!

Balthasar:
Ich habe auch Angst. Aber denkt an den Stern und an den neuen König, der allen Menschen Frieden bringen wird. Ich will ihn anbeten. Er wird der Heiland sein. An Herodes kommen wir nicht vorbei.

Herodes:
Ich grüße euch, ihr Weisen aus dem Morgenland. Geht und sucht fleißig nach dem neugeborenen König. Wenn ihr ihn gefunden habt, sagt es mir. Ich werde kommen und ihm Geschenke bringen.

Matthäus:
Schnell verlassen die Weisen den Palast des mächtigen Herodes und ziehen den Stern nach, um das Kind zu suchen.

Kaspar:
Seht nur, der Stern. Dort ist er. Jetzt werden wir das Kind finden.

Melchior:
Ja, da leuchtet er. Ich habe schon nicht mehr so viel Angst. Mir wird richtig warm ums Herz.

Balthasar:
Wenn wir den neuen König gefunden haben, gehen wir zu Herodes. Das ist viel zu gefährlich. Er denkt nur an seine Macht. Bestimmt hat er Böses im Sinn! Dabei soll der neugeborene König doch Frieden bringen. Nein, Gott wird es schon richten, wir gehen nicht mehr zu Herodes.

*** Szene 4 *** Zwischenspiel Orgel

Matthäus:
Die drei Weisen aus dem Morgenland gehen dem Stern nach. Sie wollen unbedingt den neuen König finden, ihn anbeten und ihm ihre Geschenke bringen.

Lukas:
Ja, das ist richtig. Aber sie sind nicht die ersten, die das Kind im Stall finden, Denn vor Bethlehem auf den Feldern hüten wie in jeder Nacht Hirten ihre Schafe.

Matthäus:
Schafe? Das erinnert mich daran, dass die Familie unseres Königs David auch eine Hirtenfamilie war

Lukas:
Ganz genau und aus dieser Familie soll einmal der Heiland aller Menschen kommen, so steht es im Alten Testament: Der Messias, der Retter, der Sohn Gottes. Aber schauen wir doch mal, was wirklich geschieht.

Hirtenkind:
Das ist aber eine dunkle Nacht heute. So dunkel war es lange nicht mehr. Zum Fürchten!

Hirte 1:
Und kalt ist es. Ich lege mich schlafen. Gute Nacht, Freunde!

Hirte 2:
Schlafen? Ich kann kaum noch schlafen. Immer muss ich daran denken wie arm wir sind. Hoffentlich haben meine Kinder in den nächsten Tagen noch genug zu essen. Ich komme mir in meinem eigenen Land fremd vor. Selbst der große König David war doch Hirte. Aber wir, wir gelten nichts. Ich bitte Gott so oft, dass er uns helfen möge.

Hirte 1:
Seht mal da, was ist das? Das muss ein Engel Gottes sein.

Engel:
Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
- Pause -
Nun auf und schlaft nicht mehr. Der Herr des Himmels und der Erde ist geborgen! Lauft, lauft zum Stall. Schnell! Dort findet ihr Gottes Kind. Wacht auf und schlaft nicht mehr.

Hirte 1:
Habt ihr das gehört. Kommt, wir gehen nach Bethlehem, zur Stadt Davids, zum Stall, um den Heiland zu sehen.

Hirte 2:
Vielleicht fühlen wir uns dort nicht mehr fremd.

Hirtenkind:
Stimmt das wirklich? Dann hätte ich ja als armes Hirtenkind eine Chance den Heiland zu sehen. Toll! Aber ich habe ja gar kein Geschenk für ihn. Ich muss mir etwas überlegen.

*** Szene 5 *** Zwischenspiel Liedheft 26

Lukas:
Die Hirten machen sich auf und finden den Stall mit der Krippe und den König des Himmels und der Erde in Windeln gewickelt, so wie der Engel es ihnen verkündet hatte.

Matthäus:
Und auch die drei Weisen finden den neuen König, denn der Stern hat ihnen den Weg gezeigt. Vor der Krippe legen sie ihre Geschenke ab: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Lukas:
Also, Matthäus, wenn ich mir das so überlege und unsere Geschichte anschaue, dann wird mir klar: Maria und Josef waren Fremde, sie hatten Angst und fühlten sich einsam. Ebenso die Hirten, Fremde im eigenen Land.

Matthäus:
Richtig. Und auch die drei Weisen aus dem Morgenland. Fremde waren sie und hatten auch Angst.

Lukas:
… aber bei dem Kind im Stall, bei dem neuen König werden Fremde zu Freunden. Aus verschieden Gegenden und Ländern kommen sie, Männer und Frauen, mit unterschiedlichen Berufen, Zimmermann, Hirte, Weiser und König. Sie kommen mit verschiedenen Sorgen, aber Gott hat es gut gemacht. Er führt sie zusammen, schenkt ihnen seinen Sohn und macht ihr Leben Heil. Jesus wird Gottes Liebe vorleben.

Matthäus:
Die Botschaft ist eigentlich ganz einfach: Gott liebt alle Menschen. Und wer das weiß, soll es nicht für sich behalten, sondern weitersagen! So hat es der Engel gesagt.

Balthasar:
Der Stern hat uns direkt hierher zu diesem Stall geführt. Das Kind muss der neue Friedenskönig sein. Wir sind am Ziel. Auch die einfachen Hirten beten das Kind an. Also Kaspar und Melchior, gebt dem Kind unsere Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Er wird uns das Heil bringen.

Hirtenkind:
Halt, hohe Herren, ich will dem Kind in der Krippe auch noch etwas schenken. Ich werde ihm mein Lachen und mein Herz schenken. Durch den Heiland kommt ja so viel Liebe zu uns Menschen zurück. (– Geht zur Krippe und lächelt deutlich hinein! -) So jetzt darfst du, lieber Engel, loslegen.

Engel:
So, nun geht hinaus und erzählt, was ihr gesehen habt! Bringt allen Menschen die frohe Botschaft! Jesus Christus lebt, der Heiland ist geboren. Gott schenkt allen Menschen seine Liebe.
Er schenkt unserem Leben Wert.

* Ansprache
Es gibt Momente im Leben, da spürt man die Kraft des Glaubens und die Kraft der Verkündigung. So geht es mir gerade nach eurem Krippespiel. Ich möchte Euch ganz herzlich für das Krippespiel danke sagen. Das habt ihr wirklich super gemacht. Was ihr uns heute am Heiligen Abend 2018 am Geburtstag von Jesu mit nach Hause geben werdet, wird nachhaltig in den Köpfen von uns allen bleiben. Dafür herzlichen Dank. Einen herzlichen Dank auch an den Kirchenvorstand für das Schmücken, Dekorieren der Kirche und das versehen des Küsterdienstes. Konrad Fischer für Aubau Krippe herzlichen Dank. Liebe Gemeinde,
wir haben eben in dem Krippespiel von den Konfis gesehen und gehört wie wunderbar es ist von der Geschichte jedes Jahr wieder neu zu hören und sie neu erleben zu dürfen.
In diesen Zeiten Beobachten wir dass es immer mehr Menschen gibt, die sich von dem Kind in der Krippe abwenden.
Kirche gerät ins Abseits, die Kirchlichen Festtage werden verramscht und verhohnepiepelt. Es zählt das große Fressen und der Konsum. Man sieht genervte Menschen denen der Besuch der Familie eigentlich schon vor den Festtagen auf die Nerven geht.
Die Botschaft von dem Kind in der Krippe, dem Licht der Welt verschließen sich viele. Daher brauchen wir Mut und Kraft die Botschaft von dem Kind in der Krippe immer wieder aufs Neue in die Welt zu tragen. Und dafür stehen unsere Konfis hier, die uns mit Leichtigkeit und Fleiß die Botschaft der Weihnacht erzählt haben und das ist die fröhliche Botschaft die von dem Kind in der Krippe ausgeht. AMEN

* Liedheft 42 Stille Nacht

* Fürbittengebet:
Gott unser Vater, an diesem Abend feiern wir die Geburt deines Sohnes Jesus. Durch ihn willst du unser Leben hell machen. Wir bitten dich:
Hell wird die dunkle Nacht durch Jesus. Er ist als Licht in die Welt gekommen für alle, die traurig, einsam und allein sind.
Guter Gott schenke allen Menschen etwas von diesem Licht.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Hell wir die dunkle Nacht durch Jesus. Er ist als leuchtender Stern aufgegangen über dem dunklen Stall unserer Welt.
Guter Gott, lass uns in deinem Licht leben und den Weg zueinander finden.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Hell soll die dunkle Nacht durch uns werden, dann wir sollen dein Licht in die Welt tragen.
Guter Gott, lass uns leuchtende Sterne sein, die dein Licht aufleuchten lassen, wo Menschen traurig sind, einsam und krank.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Hell wird es werden in unserer Gemeinde, wenn wir alle leuchtende Sterne sind. Dann können wir in unserer Gemeinde und in vielen Gruppen Heimat finden.
Guter Gott, schenke uns und allen Menschen einen Ort der Geborgenheit und der Heimat.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Ja, Herr, lass es hell werden in uns und um uns herum. Dann werden alle sehen, dass du unter uns lebendig bist durch Christus, deinen Sohn.
Amen.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Brot für die Welt

Wochenspruch:
"Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids." | Lk 2,10b.11

Nächste Gottesdienste

1. Weihnachtsfeiertag, Dienstag 25. Dezember 2018 Mit Pfrin. Ehlers

9:00 Uhr Gottesdienst in Lettgenbrunn mit Abendmahl

10:30 Uhr Gottesdienst in Lohrhaupten mit Abendmahl


2. Weihnachtstag, Mittwoch 26. Dezember 2018 mit Präd. Reichel

10:30 Uhr Gottesdienst in Lohrhaupten mit Gesangverein

Das Bethlehem licht hier auf dem Taufstein ist angekommen, wer es haben möchte kann sich das Licht hier Tagsüber abholen. Die Kirche ist offen.
Die Liedhefte die sie heute benutzen sind neu, auf der vorder- und Rückseite sehen sie die Kirche und die Krippe. Bitte geben sie die Hefte am Ausgang wieder ab.

* Votum:
Nehmt das Licht und diesen Abend mit in eure Weihnacht.
Verkündet allen das Jesus zur Welt gekommen ist.
Gehet in diese Heilige Nacht und in die Weihnacht mit dem Segen des Vaters im Himmel.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.

*Liedheft 60 O du fröhliche

*Orgelnachspiel
  Thema: Christvesper um 16.30 Uhr in Lettgenbrun, 24.12.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 25.12.2018 01:31   Titel: Christvesper um 16.30 Uhr in Lettgenbrun, 24.12.2018
Christvesper am Heiligen Abend
Um 16.30 Uhr
Evangelische Kirche Lettgenbrunn
24.12.2018
Thema: Weihnachten wird unter dem Baum entschieden

*Orgelvorspiel

*Lied EG 24, 1-4 Vom Himmel hoch

* Begrüßung:
Es ist still geworden in den Lettgenbrunnern Straßen und Häusern.
Es ist festlich hier in Lettgenbrunn und in allen Dörfern Jossgrund und im Flörsbachtal.
Die Glocken der Kirchen läuten, man hört Gesang und Chöre, Posaunen und die Orgel. Es ist Weihnachtsabend. Wir, hier in Fischborn feiern die Christvesper.
Wir feiern sie im Namen Gottes der seinen Sohn gesandt hat, im Namen des Kindes dessen Geburtstag wir heute feiern und im Namen des heiligen Geistes der uns Wegbegleiter und Schutz ist.

Ich wünsche uns allen eine erholsame, ruhige und mutmachende Christvesper am Heiligen Abend.

*Lied EG 45, 1 + 2 Herbei o ihr Gläubigen

*Weihnachten wie hast Du Dich verändert:
Was habe ich mich früher auf´s Christkind gefreut
im Dezember, nachts in den Himmel geschaut.
Wir haben gebacken, gebastelt, gesungen und gelacht
und so die Zeit bis zum heiligen Abend verbracht.
Da gab es dann liebevoll gemachte Geschenke,
für das Puppenhaus neu tapezierte Wände.
Oder auch ein schönes neues Kleid
lag für meine Puppe bereit.
Wir haben alle zusammen gespielt und gesungen
bis die Müdigkeit uns zum Schlafen gezwungen.
Nach dem Kirchgang zur Weihnacht, da war es soweit
da stand schon die Ente mit Klößen bereit.
Am Nachmittag ging es hinaus in den Wald,
es hatte gefroren, die Hände waren so kalt.
Am warmen Ofen haben wir uns wieder gewärmt,
und schmatzend vom Bratapfel geschwärmt.
Doch heute, was hat sich gewandelt die Zeit,
liegen Stollen und Weihnachtsmänner ab August schon bereit.
Und Ende Oktober da klingeln die Kassen,
auch Weihnachtslieder dröhnen laut in den Gassen.
Da macht sich so etwas wie Hektik dann breit
Man hört immer wieder „ Hab gar keine Zeit,
Weihnachtsfeier heute hier morgen dort,
muss Geschenke noch kaufen, entschuldige ich muss fort.“
Geschenke zu machen ist eine Sache für sich
Denn jeder hat alles, braucht eigentlich nichts.
Dinge die heut unterm Tannenbaum liegen
sind PC, Videospiele und Tickets zum Fliegen
Auch Handy und Blueray sind sehr beliebt
aber auch Spielzeug, das mit sich selber spielt.
Nach so viel Geränne, Gehetze und zeitlicher Not
ist man Heiligabend fix und fertig, beinahe schon tot.
Wo ist sie geblieben, die ruhige Zeit
in der ich mich immer aufs Christkind gefreut?


Keiner wartet vergebens:
Und ich sage Euch: Warten ist für mich etwas schreckliches,
Wartezimmer sind mir zu wieder, ich hasse es in mitten kranker zu sitzen die Husten und Schnupfen, ich warte nicht gerne auf den Zug, ätzend wenn man da steht und er kommt nicht bei, warte nicht gerne mit Urteilen, ist doch besser einfach mal mir ein urteil über jemanden zu bilden ohne die Hintergründe zu wissen, warte nicht gerne auf den richtigen Moment zum Handeln, mache einfach was, ob es richtig oder falsch ist, egal. Und warum?? Habe ich vielleicht keine Zeit.
Alles ist so eingerichtet, dass das Warten keinen Raum mehr findet in unserer Zeit, in unserer schnelllebigen Gesellschaft, die Selbstbedienung am EC- Automaten, der Telefonanruf von Zuhause muss nicht sein, man hat ja das Handy dabei, E Mail und Internet, die Passfotos zum Mitnehmen, Drive in an den Fast Food Schaltern und vieles mehr. Ich habe es nicht mehr nötig zu warten. Auf Antworten muss ich auch nicht warten, es gibt ja das Internet, da findet man alle Antworten die man braucht.
Doch du Gott, machst aus dem Warten den Raum der Umkehr, das Anschauen des Verborgenen, die Wachsamkeit der innersten Sehnsucht. Denn nur die Erwartung macht uns fähig zu lieben.
Keiner von uns hat in der Adventszeit vergebens gewartet, du bist heute Abend gekommen, dafür danke ich dir, du mein Bruder, du das Kind in der Krippe.

*Lied EG 37, 1+2 Ich steh an deiner Krippe hier

* Schriftlesung: Lukas 2, 1-20
1 Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.
2 Und diese Schätzung war die allererste und geschah zurzeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.
3 Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.
4 Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war,
5 damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.
6 Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.
7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.
9 Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
12 Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
14 [Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.
15 Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.
16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.
17 Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.
18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten.
19 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.
20 Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Amen

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

* Lied EG 48 Kommet ihr Hirten ihr Männer und Fraun

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.
Liebe Gemeinde,

Es ist eine Ursehnsucht im Menschen, sich einmal gemütlich niederzulassen und sich für immer einzurichten, einmal geborgen und daheim zu sein.

An Weihnachten lebt dieser Wunsch besonders intensiv. Das Fest des Friedens, der Liebe und der Familie.

Entsprechend gestimmt hören wir alle Jahre wieder die vertraute Geschichte, die ich vorhin gelesen haben. Vom Kind in der Krippe. Dem Stall mit den Tieren. Maria und Josef. Hirten. Könige und Engel.
Wir haben sie uns zurechtgemacht, heimisch, wohnlich und vertraut. In Krippen geschnitzt und auf Postkarten abgebildet. Geborgenheit und Vertrautes ausstrahlend. Das Bild der kleinen heiligen Familie mit den Besuchern und Gästen. Hirten und Könige. Alle angekommen und festlich gestimmt.
So mögen wir es an Weihnachten. Wir richten uns gemütlich ein. Alles ist ruhig. Stille Nacht.

Und dann dies.
Kreischende Kinder, schreiende Mütter, wild herumhüpfende Väter. Und im Hintergrund Oma und Opa, die eine La-Ola Welle machen. Dazu in der Mitte ein kleiner Tannenbaum, schrill und bunt geschmückt.
Weihnachten in Deutschland 2016. Dazu eine Auswahl an aktuellen Elektroartikeln. Laptop, Smartphone, Spielekonsole und Flachbildfernseher –

Von wegen stille Nacht.
Weihnachten wird unterm Baum entschieden.
So lautet das Motto des „Ich-bin-doch-nicht-blöd-Konzerns“. Vielleicht haben sie ja einen dieser Werbespots gesehen.


Weihnachten wird unterm Baum entschieden, das klingt fast so wie „Deutschland wird am Hindukusch verteidigt.“ Und wenn man ehrlich ist, wird unterm Baum ja auch tatsächlich verteidigt, nämlich die Gewinne der Elektronikbranche.
Die Konsumgesellschaft wird unterm Tannenbaum verteidigt.
Weihnachten wird unterm Baum entschieden – ist nur die Frage, wessen Weihnachten.

Ich habe keine Ahnung wie ich von diesen schrillen und lauten Weihnachtsbildern dahin kommen kann, was Weihnachten wirklich ausmacht. Dahin, wo es wirklich entschieden wird.
Also weg vom Tannenbaum und hin zur Weihnachtsgeschichte.

Ich beginne mit einer kurzen Erzählung. Wenn sie Ihnen bekannt vorkommt, dann ist das beabsichtigt.
Deutschland im Spätherbst 2016. Es ist die Woche nach dem ersten Advent. Draußen ist es feucht und grau. Nebel hängt in den Straßen. Auf dem Marktplatz einer kleinen Stadt stehen ein Mann und eine Frau, beide so zwischen dreißig und vierzig. Sie sehen müde aus, abgekämpft. Als ob sie schon einen langen Weg hinter sich haben. Ihr Hab und Gut tragen sie in zwei Rucksäcken mit sich herum. Man sieht, dass sie auf der Straße leben.
Die Frau ist hochschwanger.

Wir befinden uns an den Hügeln des Taunus, im schönen Ort Kronberg, ein ziemlich exklusives Fleckchen. Eine Villa reiht sich an die nächste. Laut Statistik leben hier die reichsten Mensch in ganz Deutschland. Banker. Börsenmakler. Wirtschaftsführer.
Ein Ort, an dem alles klingt, als habe er für Monopoly Modell gestanden. Schlosshotel. Parkstrasse. Golfclub. Sogar eine Burg gibt es.

Der Mann und die Frau wirken ziemlich fehl am Platze. Dürfen die das überhaupt? Hier langgehen? Eigentlich wäre der Ort geeignet wie kein zweiter – und doch gehört ganz schön Mut dazu, hier nach einem Platz zum Schlafen zu fragen.

Es ist Mittagspause. Die beiden setzten sich vor eine Bäckerei und bitten um etwas Geld. Nach einer halben Stunde die ersten Münzen, verbunden mit dem Hinweis „Aber nicht für Drogen.“ Schließlich schickt die Verkäuferin die beiden weg, man merkt ihr das schlechte Gewissen deutlich an, „hier dürfen Sie nicht bleiben, sonst kriege ich Ärger“ und steckt ihnen eine Tüte mit Brötchen zu.

Die beiden gehen den Hügel hoch, Richtung Burg, und klingeln an den großen Toreinfahrten der Villen, argwöhnisch beäugt von Kameras. Wenn überhaupt einer reagiert, dann ablehnend. So geht das den ganzen Nachmittag. Einmal kommt ein Dienstmädchen heraus und drückt ihnen 20 Euro in die Hand. Sie gehen weiter. Hinter ihnen ein Schweif aus Licht, erbeigezaubert von den Bewegungsmeldern.

Sie kehren um. Eine Frau mit ihrer Tochter quert die Straße. Das Mädchen schaut sie an und ruft.

„Mama, da sind wieder die faulen Feiglinge.“

Dann klingeln sie beim örtlichen Pfarrer. Ob er einen Platz für die Nacht hätte. Sie seien schon lange unterwegs, und die Frau wäre schwanger. „Nein, das geht hier nicht.“ „Aber Sie sind doch Kirche“, kommt als Antwort. Der Pfarrer ringt sichtlich mit seinem Gewissen. Dann verschwindet er hinter einer Tür und kommt mit einer großen Tüte gefüllt mit Vorräten zurück. Er gibt ihnen 15 Euro, „sie müssen verstehen“, sagt er und schließt die Tür.

Am Ende des Tages stranden sie vor einem großen Hotel. Vielleicht haben die ja ein kleines Zimmer übrig. Ein Plakat wirbt für eine Wohltätigkeitsveranstaltung. „Hier sind wir richtig“, denken die beiden.
Sie gelangen irgendwie in den Saal, argwöhnisch beäugt von den Gästen in festlicher Abendgarderobe. Schließlich nimmt ein Hotelmanager sie zur Seite und geleitet sie nach draußen, „das passt heute wirklich nicht“, sagt er, „wir haben hier eine Wohltätigkeitsveranstaltung. Wir sammeln für blinde Kinder in Bangladesh.“

Weihnachtsgeschichte aktuell!!!!!!!!!!!!

Und das schlimmste, liebe Gemeinde, sie ist genauso passiert.
Diese Geschichte ist wahr!
und gleichzeitig ist sie auch nicht wahr.

Denn der Mann und die Frau waren nicht wirklich obdachlos. Der Mann ist Reporter und die Frau ist Schauspielerin. Das was ich hier in einigen Auszügen zusammengefasst habe, ist den beiden in der Woche zwischen dem ersten und zweiten Advent letzten Jahres passiert. Es stand letztes Jahr in der Ausgabe „ der Zeit“ vor Weihnachten Da kriegt man beim Lesen richtig Beklemmungen.

Es ist beeindruckend zu lesen, wie zwei Gutsituierten Menschen, etwas, das als Rolle begann plötzlich zur zweiten Haut wird. Zunächst haben sie mit großer Distanz und schlechtem Gewissen zu kämpfen (Darf man so was tun?), und dann trifft sie jeder ablehnende Satz persönlich ins Mark.
Der Selbstversuch hatte zum Ziel, zu gucken, wie richtig reiche Leute auf das Thema Armut reagieren. Der Reporter und die Schauspielerin wollten zwei Lebenswirklichkeiten miteinander konfrontieren, die sonst nur in Statistiken, oder im Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung aufeinander treffen.

Auch wenn es so scheint, es geht nicht darum, jemanden bloßzustellen. So nach dem Motto, wer reich ist, hat kein Herz. Die beiden haben die ganze Zeit überlegt, wie sie wohl reagieren würden, wenn jemand vor ihrer Tür stehen und um ein Bett für die Nacht bitten würde.
Und ich hab das beim Lesen auch die ganze Zeit überlegt und mich gefragt, ob ich wohl wie der Pfarrer reagieren würde, der sie weiterschickt und ihnen als Ablass für sein schlechtes Gewissen eine große Tüte mit Vorräten und Geld in die Hand drückt. Ich könnte nicht sagen was ich gemacht hätte, ich weiß es nicht.

Klopfet an, dann wird euch aufgetan.

Plötzlich wird Realität, was man in unzähligen Krippenspielen gesehen oder auch selber gespielt hat: Das junge Paar, das von Wirt zu Wirt geht, um einen Schlafplatz bittet und jedes Mal abgewiesen wird, bis der Dritte sie schließlich zum Stall bringt.
Was würden Sie machen, wenn plötzlich jemand vor ihrer Tür steht und um einen Schlafplatz bittet?

Hier wird Weihnachten an der Haustür entschieden!
Ich wünsche uns dass wir die richtige Entscheidung treffen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. AMEN.

* Lied EG 46 Stille Nacht

* Fürbittengebet:
Gott unser Vater, an diesem Abend feiern wir die Geburt deines Sohnes Jesus. Durch ihn willst du unser Leben hell machen. Wir bitten dich:
Hell wird die dunkle Nacht durch Jesus. Er ist als Licht in die Welt gekommen für alle, die traurig, einsam und allein sind.
Guter Gott schenke allen Menschen etwas von diesem Licht. Wir bitten dich, erhöre uns.

Hell wir die dunkle Nacht durch Jesus. Er ist als leuchtender Stern aufgegangen über dem dunklen Stall unserer Welt.
Guter Gott, lass uns in deinem Licht leben und den Weg zueinander finden. Wir bitten dich, erhöre uns.

Hell soll die dunkle Nacht durch uns werden, denn wir sollen dein Licht in die Welt tragen.
Guter Gott, lass uns leuchtende Sterne sein, die dein Licht aufleuchten lassen, wo Menschen traurig sind, einsam und krank. Wir bitten dich, erhöre uns.

Hell wird es werden in unserer Gemeinde, wenn wir alle leuchtende Sterne sind. Dann können wir in unserer Gemeinde und in vielen Gruppen Heimat finden.
Guter Gott, schenke uns und allen Menschen einen Ort der Geborgenheit und der Heimat.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Ja, Herr, lass es hell werden in uns und um uns herum. Dann werden alle sehen, dass du unter uns lebendig bist durch Christus, deinen Sohn.
Amen.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 43, 1-3 Ihr Kinderlein kommet

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Brot für die Welt

Wochenspruch:
"Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids." | Lk 2,10b.11

Nächste Gottesdienste

1. Weihnachtsfeiertag, Dienstag 25. Dezember 2018 Mit Pfrin. Ehlers

9:00 Uhr Gottesdienst in Lettgenbrunn mit Abendmahl

10:30 Uhr Gottesdienst in Lohrhaupten mit Abendmahl


2. Weihnachtstag, Mittwoch 26. Dezember 2018 mit Präd. Reichel

10:30 Uhr Gottesdienst in Lohrhaupten mit Gesangverein

* Votum:
Nehmt das Licht und diesen Abend mit in eure Weihnacht.
Verkündet allen das Jesus zur Welt gekommen ist.
Gehet in diese Heilige Nacht und in die Weihnacht mit dem Segen des Vaters im Himmel.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.

*Lied EG 44 O du fröhliche

Im stehen bei dunkler Kirche

*Orgelnachspiel
  Thema: Gottesdienste am 2. Advent, 09.12.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 09.12.2018 13:17   Titel: Gottesdienste am 2. Advent, 09.12.2018
Gottesdienst am 2. Sonntag im Advent
09.15 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
09.12.2018
Text: Jakobus 5, 7+8
Bitte warten, Sie werden gleich verbunden.


* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist mit deiner Kraft

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Liebe Gemeinde am heutigen 2. Advent, ich heißen Sie und euch alle ganz herzlich willkommen zum Gottesdienst.
Wir wollen uns heute liebe Gemeinde, auf den Weg des Wartens und der Geduld machen. Wir wollen dem Alltagsstress für eine Stunde entfliehen und ich laden Sie ein sich fallen zu lassen, in Gebete Lieder und Predigt. Abschalten von allem was uns im Moment noch belastet:
Die Angst vor dem Terror
Arbeitslosigkeit und Hartz 4
Krankheit und Tod
Liebeskummer
Schulprobleme
Alleinsein, gerade an den Feiertagen
Wir wollen heute warten und das warten aushalten, gemeinsam als Christen uns besinnen auf das, was wichtig ist. Ich wünsche uns allen einen Erwartungsvollen Gottesdienst am 2. Advent.

* Lied EG 17, 1+2 Wir sagen euch an

*Eingangspsalm:
Dezember Psalm von Hans Dieter Hüsch.

Mit fester Freude lauf ich durch die Gegend
Mal durch die Stadt
Mal meinen Fuß entlang Jesus kommt
Der Freund der Kinder und der Tiere
Ich gehe völlig anders
Ich grüße freundlich
Möchte alle Welt berühren
Mach dich fein
Jesus kommt
Schmück dein Gesicht
Schmücke dein Haus und deinen Garten
Mein herz schlägt ungemein
Macht Sprünge
Mein Auge lacht und färbt sich voll
Mit Glück
Jesus kommt
Alles wird gut

Kommt lasst uns anbeten:

Bittruf: Warten und Geduld:
Alles ist in Aufbruchstimmung. Unsere Welt dreht sich unaufhaltsam und wir haben kaum noch Zeit zum warten, alles muss schnell gehen, alles gibt es sofort ohne Wartezeit. 24 Std. Lieferung Freihaus bei AMAZON und erst nach der ZAHLPAUSE von 6 Monaten bezahlen, so viele Anbieter. Sind wir bereit? Bereit, Jesus zu empfangen? Können wir überhaupt noch warten? Ist uns noch bewusst was Advent und Weihnacht ist? Wissen wir noch warum wir es alle Jahre wieder feiern?
Auf was warten die Menschen? Auf wen warten Sie?
Haben wir unser inneres Chaos geordnet um Ihn zu empfangen?
Sind wir allzeit bereit?
Eine Geschichte dazu habe ich im Internet gefunden:
Auf einer Halbinsel eines italienischen Sees liegt eine verträumte Villa. Nur der Gärtner lebt da und führt auch die Besucher. „Wie lange sind sie schon hier?“ „24 Jahre.“ „Und wie oft war die Herrschaft hier in dieser Zeit?“ „Viermal.“ „Wann das letzte Mal?“ „Vor 12 Jahren“, sagte der Gärtner. „ich bin fast immer allein. Sehr selten, dass ein Besuch kommt.“ „Aber sie haben den Garten so gut instand, so herrlich gepflegt, dass ihre Herrschaft morgen kommen könnte.“ Der Gärtner lächelt: „Heute, mein Herr, heute.“
Wir rufen und singen:
G: Herr erbarme dich

Lobpreis: Gedanken:
Was wird aus uns? Wieder ist es Advent geworden und Frieden auf Erden ist es immer noch nicht. Der Terror steht vor unserer Tür und wir haben angst. Wir mischen wieder mal bei einem Krieg mit und das macht vielen Angst.
Immer noch Menschen die über andere reden, anstatt mit ihnen. Immer noch Menschen die Moppen und sich schuldig machen an ihren Mitmenschen. Immer noch Gewalt an unseren Schulen und aus Tätern werden Opfer.
Immer mehr Kinder verschwinden und werden Missbraucht und der Staat ist machtlos.
Immer mehr Terror, der IS ist schon längst nicht mehr nur woanders, weit weg.
Und doch ist es Advent geworden, die schöne besinnliche Zeit, Lichterketten und der Duft von Mandeln und Zimt. Bei allem schlimmen feiern wir die Ankunft von Jesus. Lasst uns die Freude weitergeben, aber nicht die vergessen, denen die Freude schwer fällt, lasst uns denen helfen die alleine sind, ängstlich und verlassen, lasst sie uns einladen mit uns zu feiern und fröhlich zu sein, lasst uns Boten der Liebe sein, damit wir Engel werden die aus Dankbarkeit, weil wir für andere da sind auch ein „Merci“ bekommen. Lasst uns die Türen auf machen für unseren Nächsten, der uns braucht.
Wir singen dein Lob:
G: Ehre sei Gott in der Höhe

*Kollektengebet:
Barmherziger Gott, du hast mit den Menschen immer wieder und wieder einen neuen Anfang gewagt.
Die, denen du dich offenbart hast, lässt du nicht im Stich,
und die, die dich noch nicht kennen, bietest du deine Liebe an.
Du begleitest uns Menschen auf vielfältige Weise.
Bei dir ist die Liebe, die uns fehlt.
Bei dir ist die Hoffnung, die wir brauchen.
Bei dir ist die Freude, nach der wir uns sehnen.
Bei dir ist das warten, was uns heutzutage oft fehlt.
Bei dir ist die Geduld die wir nicht mehr haben.

So bitten wir dich: Komm, nimm Platz in unserer Welt
und in unseren Herzen.
Lass dein Reich unter uns Wohnung finden und schenke uns deine Gegenwart, hier und jetzt und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
AMEN

Schriftlesung: Lukas 21, 25-33
25 Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres,
26 und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen.
27 Und alsdann awerden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit.
28 Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, aweil sich eure Erlösung naht.
29 Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an:
30 wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass jetzt der Sommer nahe ist.
31 So auch ihr: wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist.
32 Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis es alles geschieht.
33 Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.

(Selig sin die Gottes Wort hören und bewahren, Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

* Lied EG 13 Tochter Zion

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Predigttext Jakobus 5, 7+7
[7] So seid nun geduldig, liebe Brüder, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen. [8] Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe.

„Bitte gedulden Sie sich noch einen Moment. Sie werden mit dem nächsten freien Mitarbeiter verbunden.“
Please hold the Line, düt düt düt. Sie werden gleich mit dem nächsten freien Mitarbeiter verbunden.
„Bitte gedulden Sie sich noch einen Moment. Sie werden mit dem nächsten freien Mitarbeiter verbunden.“
Please hold the Line, düt düt düt. Sie werden gleich mit dem nächsten freien Mitarbeiter verbunden.

Ja da lacht ihr, da lachen sie. Wer kennt das nicht? Das kennen sie bestimmt alle auch liebe Gemeinde?
Man will mit einer zuständigen Person in einer Firma oder Behörde sprechen und wird am Telefon hingehalten. Sie müssen echt Geduld aufbringen, bis Sie den gewünschten Gesprächspartner am Apparat haben. Und wenn Sie ihn dann dran haben hat er zu 99% keine Ahnung und glänzt mit großartiger Blödheit. Oder Sie werden mit dem Falschen verbunden. Oder die Verbindung wird einfach unterbrochen, oder Sie legen irgendwann genervt auf, weil sich nichts rührt. Das ist ihnen doch bestimmt auch schon so gegangen? Oder?
(Schmunzeln) Ja und nicht nur einmal. Aber man muss aushalten können und geduldig sein. Man muss sich manchmal zurück nehmen und nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. O was habe ich schon für Wutausbrüche am Telefon gehabt wenn mir das passiert ist. Ich hätte in den Schreibtisch beißen können, die Person am anderen Ende in die Luft sprengen. Mein Blutdruck dann immer 260/150.
Haltet aus! Seid geduldig! Dieser Satz ist schnell gesagt und kann einem vor Zorn platzen lassen: Wie lange soll ich denn noch warten? Warten und sich in Geduld üben können, das kann ganz schön belastend sein – vor allem dann, wenn wir schon sehr lange auf etwas Bestimmtes warten.
Sicherlich ist das so liebe Gemeinde, trotzdem müssen wir manchmal warten. Aber können wir das überhaupt noch: warten? Wir leben in einer Zeit, die sich immer mehr beschleunigt. Alles muss schnell gehen. Zeit ist Geld. Warten können und Geduld haben sind zu einer seltenen Tugend geworden. Wer will heute schon noch warten? Wer sich im Straßenverkehr an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält, gilt als lahme Ente und ist ein Verkehrshindernis.
Wehe, wenn jemand an der Ampel nicht in der Sekunde losfährt, wenn sie auf Grün springt! Das gibt ein Hupkonzert und der Mittelfinger wird uns mit drohenden Gesten gezeigt. Auch der 24h-Service vieler Versandhäuser bedient diese Haltung: Ich kann, ich will nicht warten. Und auf eine Anschaffung, zum Beispiel eine neue Schrankwand oder Soundanlage, muss ich auch nicht warten – selbst dann, wenn ich momentan kein Geld habe. Heute kaufen, morgen da und in einem halben Jahr bezahlen. Gegen gute Zinsen natürlich. Warten und Geduld? Nein danke! Wer wartet und sich in Geduld übt, ist offensichtlich nicht auf der Höhe der Zeit. Warten ist mittlerweile zu einer Kunst geworden. Selbst die Weihnachtsmärkte öffnen inzwischen vor der Adventszeit, so wie in Offenbach, da ging das Spektakel schon in der Woche zum Ewigkeitssonntag los. Den passenden Zeitpunkt abzuwarten, ist wohl eine Kunst, den nur Wenige beherrschen.
Wir warten eigentlich immer auf etwas. Warten gehört zum Leben dazu. Wer nichts mehr vom Leben zu erwarten hat, ist bemitleidenswert. Ich frage mich: Worauf warten wir? Wen oder was erwarten wir? Da gibt es frohe oder sogar freudige Erwartungen: Eine Frau erwartet ein Baby. Oder Kinder freuen sich auf Weihnachten oder den Geburtstag. Oder jemand, der eine Party gibt, freut sich auf die Gäste. Es gibt aber auch bange Erwartungen. Ein banges Warten ist es für Patienten, die eine Untersuchung hinter sich haben und nun auf den Befund warten. Ist die Geschwulst gutartig oder bösartig? Ich muss doch wissen was mit mir ist. Die Angst dass da etwas drin steht was uns ans Ende der Kraft bringt weiter zu kämpfen. Oder was wird mit meiner Arbeitsstelle? Was wird am Ende meiner Krankengeld Zeit? Wird das Geld reichen? Und noch viele andere Dinge könnte ich anfügen.
Ja, mit dem Warten ist das so eine Sache. Es gibt immer irgendetwas auf das wir warten, aber das Warten fällt manchmal schwer. Geduld aufzubringen kostet Mühe. Sehr schön können wir das an unseren Kindern beobachten, die in der Vorweihnachtszeit ganz aufgeregt und zappelig sind und es nicht mehr erwarten können, bis endlich der Weihnachtsmann kommt. Dabei hat das Warten auch seinen eigenen Wert, denn es heißt ja: Vorfreude ist die schönste Freude.
Ha, aber nicht nur die Kinder sind Zappelig, auch wir Erwachsenen, wir sind ja manchmal noch schlimmer als unsere Kinder.
(Lachend) O ja, das stimmt, was habe ich mich auf den Adventskalender meiner Uroma gefreut, oder auf die Plätzchen……mhhhhhhhhhh. Aber die Adventszeit ist nun eine Zeit der Erwartung und das nicht nur für die kleinen. Wir warten auf Weihnachten. Wir warten auf die Ankunft Gottes bei uns Menschen. Jedes Jahr neu feiern wir Weihnachten und erinnern uns, wie Gott in Gestalt eines Menschenkindes zu uns kam. Und die Adventszeit gehört als Vorbereitungszeit dazu. Der hektische Charakter der heutigen Vorweihnachtszeit auch im Raum der Kirche lässt davon nur noch wenig spüren.
Die Bibeltexte der Adventszeit erinnern daran, dass wir uns nicht nur an die Geburt des Jesuskindes vor über 2000 Jahren erinnern sollen, sondern dass es um mehr geht. Advent heißt Ankunft. Der Blick bleibt nicht bei Maria, Josef, der Krippe und den Hirten stehen, sondern er ist auf die Wiederkunft des Herrn gerichtet.
Ja genau, Weihnachten – das ist der Beginn einer Geschichte, die in der Kreuzigung und Auferstehung Jesu ihren Höhepunkt hat und in der Wiederkunft des erhöhten Herrn ihren Abschluss findet. Ohne diesen Ausblick wäre Weihnachten mehr oder weniger gegenstandslos. Die Texte der Adventszeit erklären uns, warum wir überhaupt Weihnachten feiern. Den Zusammenhang beispielsweise zwischen Weihnachten und Karfreitag stellt Johann Sebastian Bach auf hervorragende Weise heraus, denn der Choral: Wie soll ich dich empfangen vertont er im Weihnachtsoratorium mit der Melodie: O Haupt voll Blut und Wunden. Das Kind in der Krippe: Das ist der gekreuzigte Christus, der am Ende der Tage wiederkommen wird.
Die ersten Gemeinden haben das Wiederkommen Christi noch sehr bald erwartet. Für sie gehörte das Warten zum Christ sein dazu. Die Gemeinden, an die sich der Jakobusbrief richtet, gehören schon zur nächsten Generation. Ihre Geduld wurde auf die Probe gestellt, denn bis jetzt war die angekündigte und erwartete Wiederkunft des Herrn ausgeblieben.
Interessant nicht wahr, liebe Gemeinde, ich stelle mir das wie auf dem Bahnhof vor. Erst hat der Zug 10 Minuten Verspätung, dann 30, dann eine Stunde und immer so weiter. Eine Vertröstung folgt auf die andere. Das Warten wird immer schwieriger und nerviger. Kommt der Zug überhaupt noch an oder haben wir die Mitteilung verpasst, dass er ganz ausfällt?
Irgendwie finde ich es verständlich, wenn sich Ungeduld und Resignation breit machen: Wenn überhaupt nichts passiert, worauf sollen wir dann noch warten? Das ist vielleicht die Frage, auf die der Schreiber des Jakobusbriefes antwortet. Seid geduldig! Habt Ausdauer! Lasst nicht nach im Warten! Verliert das Kommen des Herrn nicht aus dem Blick, selbst wenn es sich immer weiter hinauszögert. Nur weil es bis jetzt noch nicht eingetroffen ist, heißt das noch lange nicht, dass es sich prinzipiell erübrigt hat. Das ist seine Antwort.
Und wir? Was machen wir in unserer unruhigen Zeit, in der alles schnell gehen muss und das Warten ein Störfaktor ist? Worauf warten wir im Advent und zu Weihnachten?
Nun, ich denke, mit der Gemeinde des Jakobusbriefes haben wir gemeinsam, dass die Wiederkunft des Herrn immer noch aussteht, nur dass inzwischen einige Jahre mehr vergangen sind. Oder ist Gott schon längst wieder da, und wir wissen es nur nicht? Es ist in der Tat nicht ganz leicht, auf etwas zu warten, was sich immer weiter hinauszögert. Wie das Warten auf das Telefongespräch, das nicht zu Stande kommt, und stattdessen immer nur zu hören ist:
„Bitte gedulden Sie sich noch einen Moment. Sie werden mit dem nächsten freien Mitarbeiter verbunden.“
Please hold the Line, düt düt düt. Sie werden gleich mit dem nächsten freien Mitarbeiter verbunden.
Gott mutet uns zu, dass wir uns in Geduld üben. Vielleicht ist das auch ganz gut so, denn sind wir überhaupt auf seine Ankunft vorbereitet? Die Aufforderung des Jakobus zur Geduld steht im engen Zusammenhang mit dem Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen: Da geht es darum, sich bereit zu halten, denn der Bräutigam kann jederzeit kommen.
Im Advent besinnen wir uns auf das Warten. Wir warten auf Gott, der zu uns Menschen kommt. Nicht nur als Kind in der Krippe.
Am Schluss möchte ich noch einmal den Text aus dem Jakobusbrief lesen:
[7] So seid nun geduldig, liebe Brüder, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen. [8] Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe.
Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 11, 1-4 Wie soll ich dich empfangen

* Fürbittengebet:

Wir wollen auf die Bitte: „ ja so soll es sein“ Antworten: „Wir warten auf dich“
So lasst uns unsere Fürbitte vor Gott bringen:
Guter Gott,
wir bitten dich:
Begleite uns durch diese Adventszeit.
Lass uns etwas von der Freude spüren,
die durch das Kommen deines Sohne diese Welt erfüllt.
Schenke uns in dieser Zeit
die nötige Ruhe und Gelassenheit,
denn dein Fest soll feierlich und fröhlich sein, ja so soll es sein:

G: Wir warten auf dich

Wir wollen aber nicht die vergessen,
die in dieser Zeit die Einsamkeit schmerzhafter zu spüren bekommen.
Schenkte du ihnen Menschen,
die sich ihrer annehmen
und sie ein Stück weit begleiten können.
Und da,
wo unsere Kräfte es nicht vermögen,
da erfülle du die Leere
mit deiner Gegenwart. Ja so soll es sein:

G. Wir warten auf dich

Wir bitten dich für alle Menschen,
die körperliches oder seelisches Leid tragen müssen.
Gib du ihnen in ihrem Gebrechen
Hoffnung auf Besserung.
Sie sollen den Mut finden,
Hilfe zu suchen,
auf dass ihre Worte Gehör finden
-bei uns Menschen
und bei dir. Ja so soll es sein:

G: Wir warten auf dich

Gib uns allen die Einsicht,
dass diese Welt mit all ihrem vielfältigen Leben
deine Schöpfung ist,
die wir von unseren Kindern nur geliehen
und von dir zur Bewahrung anvertraut bekommen haben.
Lass uns Wege finden,
das Leben in Vielfalt zu fördern
und nicht zunichte zu machen.
Dies und alles,
was uns noch am Herzen liegt,
bringen wir vor dich
in den Worten deines Sohnes und beten gemeinsam:

Gemeinsam beten wir mit den Worten die Jesus uns geleert hat.

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segen und behüte

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Rehabilitations- und Erholungszentrum Nadeshda Weissrußland

Wochenspruch: Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. Sach 9, 9


Nächste Gottesdienste

Sonntag, 3. Advent – 16. Dezember 2018 mit Lektor Ziegenbein

9:15 Uhr Gottesdienst in Lettgenbrunn

10:30 Uhr Gottesdienst in Lohrhaupten


Abkündigungen:

Mittwoch, 12. Dezember 2018

19:00 Uhr Frauenkreis in Lohrhaupten im Gemeindehaus

Nur Lohrhaupten:
Am 07.12.2018 ist Frau Katharina Freund im Alter von 93 Jahren verstorben. Der Termin für die Trauerfeier steht noch nicht fest.
----------------Freies Gebet-------------------------------------------

* Votum:
Schwestern und Brüder, erhebt euch zum Segen,
faßt die Hände der Menschen zu beiden Seiten.
Geht hin im Namen des lebendigen Gottes,
der für uns sorgt wie Vater und Mutter.
Geht hin und hört auf die Weisheit
der Geschichten eurer Mütter und Väter im Glauben.
Geht hin und stellt euch dem entgegen,
was das Leben von Kindern, Frauen und Männern einengt.
Und freut euch daran, daß wir einander haben.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.
  Thema: Abendmahlsgottesdienste am 1. Advent, 02.12.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 02.12.2018 16:05   Titel: Abendmahlsgottesdienste am 1. Advent, 02.12.2018
Gottesdienst zum 1. Advent mit Abendmahl
02.12.2018
09.00 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten

Thema: „Was erwarten wir“ Text: Jesaja 35, 1-10 I.A.

* Lied EG 17, 1 Wir sagen euch an den lieben Advent

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Der Wort und Treue hält und der nicht
Fahren lässt das Werk seiner gnädigen Hände. AMEN

Ich heiße Sie alle und euch alle ganz herzlich Willkommen zum Gottesdienst am 1. Advent. In diesem Gottesdienst feiern wir das Abendmahl
Das freie Thema des Gottesdienstes lautet: Was erwarten wir?
Ich wünsche uns allen einen Mutmachenden und Segensreichen Gottesdienst.

* Lied EG 13 Tochter Zion

*Eingangspsalm:
Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze!
Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,
dass der König der Ehre einziehe!
Wer ist der König der Ehre?
Es ist der Herr, stark und mächtig; der Herr, mächtig im Streit.
Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,
dass der König der Ehre einziehe!
Wer ist der König der Ehre?
Es ist der Herr Zebaoth; er ist der König der Ehre.

Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze!
Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.
Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Manchmal gehen wir durch unser Leben
wie durch die Nacht,
verstört durch Ängste,
irregeführt durch Lügen,
belastet mit Versäumnissen.
Manchmal irren wir durch unser Leben
wie durch die Nacht
und sehnen uns nach Zeichen der Liebe,
nach dem Trost eines guten Wortes.
Wir rufen um erbarmen:

* Aufforderung zum Lobpreis
Es lohnt sich zu warten. Gott kommt, um uns zu helfen, wenn wir Angst haben, wenn wir einsam sind –, Gott, der Allmächtige und Barmherzige. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Wir singen:

*Kollektengebet:
Lasst uns beten:
Du kommst zu uns. Gott des Lebens,-- und unser müdes Herz schlägt schneller
Du kommst zu uns, Gott des Lichtes, in unseren matten Augen spiegelt sich dein Glanz.
Du kommst zu uns, Gott des Friedens, uns unsere Fäuste zu öffnen, unser Gesicht entspannt sich.
Du kommst zu uns, Gott des Trostes, und die schwere weicht aus unseren Füßen.
Du kommst zu uns, Gott der Geduld, ruhig wird unser Atem, ruhig und gleichmäßig.
Du kommst zu uns, Gott der Hoffnung, und unserer Seele wachsen Flügel.
Du ziehst dich zurück, du Gott der Ferne, hüllst dich in Dunkelheit und Nacht.
Du, der gnädige und barmherzige Gott, wir erwarten dich. Wir feiern deinen Advent, du unser Gott.
G: Amen

* Schriftlesung: Philipper 4, 4-7

4 Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!
5 Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe!
6 Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!
7 Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.
(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Amen)


* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Lied EG 11, 1+2 Wie soll ich dich empfangen

* PREDIGT:
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde,
Was erwarten wir? Diese Frage habe ich mir schon im Spätsommer gestellt als ich anfing den Gottesdienst für heute zu planen. Was wird aus der Eurokrise, was wird mit den Kriegen in der Welt? Auch im Hinblick auf meine eigene Lebenssituation und die vieler anderer Menschen die ähnliche Fragen haben, passt die Frage in den Advent hinein. Was werde ich in Zukunft beruflich machen, wohin geht mein Weg, was wird mit meiner Gesundheit. Wo stehe ich und mit wem? Wer geht den neuen Weg mit. Kann ich nach all dem was war, erwartungsfroh, ihn, Jesus erwarten? Also liebe Gemeinde, „was erwarten wir, jeder einzelne von uns“, in dieser Adventszeit?

Also ich denke das ist doch relativ einfach. Wir warten auf den wichtigen Termin beim Arzt. Heutzutage dauert das beim Facharzt mit unter vier Monate und länger. Und wir warten auf den Langersehnten Lotto Gewinn, wir spielen ja schon lange Jahre. Wir warten auf den Bescheid vom Amt, endlich zu wissen wie viel wir bekommen nach dem wir jetzt unseren Job verloren haben. Wir warten auf den Befund vom Labor, sind wir gesund oder hat es uns nun erwischt? Wir warten auf den guten Freund, die gute Freundin, auf ein liebes Wort, auf Zuneigung, auf Verständnis, ja und auf Liebe warten wir auch.

Auf den Menschen, der uns anrührt und mit dem wir dann zusammen alt werden wollen. Wir warten auf eine Entschuldigung von dem, der uns verletzt, wir warten auf die Prüfung in der Schule, wir warten auf die nächste Kerb und noch auf so vieles mehr warten wir.
Sicherlich sagen sie jetzt das ich mit allen genannten Erwartungen Recht habe. Nur was hat das alles mit Advent zu tun habe ich mich gefragt. Adventszeit, liebe Gemeinde, ist Vorbereitungszeit. Adventszeit ist die Zeit der Vorfreude und der Erwartung.
Aber WAS erwarten wir eigentlich in diesen Tagen? Und WORAUF bereiten wir uns vor?
Sicherlich, wir zünden die Kerzen am Adventskranz an. Wir schmücken unsere Wohnungen mit Fensterbildern, Lichterketten und Tannenzweigen. Wir backen Lebkuchen, Plätzchen und Zimtsterne und suchen nach passenden Weihnachtsgeschenken für unsere liebsten. Und mit all‘ dem stimmen wir uns ein in bekanntes und vertrautes.
Doch WAS entdecken wir auf diese Weise - außer den Erinnerungen an eine längst vergangene Kinderzeit? Erwarten wir von Advent noch etwas NEUES? Wünschen sich nicht vielmehr die meisten, dass alles wieder so werden soll, wie es früher einmal war?
Das wäre doch auch nicht schlimm, wenn wir uns die Adventszeit von früher wünschen. Da war auch noch Zusammenhalt in den Familien. Mit früher verbinden wir wunderbare Erinnerungen an schöne und gute Zeiten. Da war die Welt für uns auch noch in Ordnung. Keine Existenzängste, kein Sparen bei den Geschenken, weil das Geld nicht reicht. Keine Angst vor dem alljährlichen Gezanke am Heiligen Abend wenn die Damen im Hause wieder und wieder anderer Meinung sind was das Essen und das Fest betrifft. Früher gehörte der Weihnachtsgottesdienst noch fest zum Fest.
Früher waren alle Generationen zusammen und es war ein großes Familienfest, an dem man den Geburtstag des Jesuskindes feierte. Seinetwegen wird es jedes Jahr wieder Weihnachten. Da hat es kein FFH gebraucht, um festzustellen, dass fast 55% der befragten nicht wussten was an Weihnachten gefeiert wird. Früher war es allen klar.
Das alles zeigt: WIE wir Advent feiern, das hat nicht mehr viel mit einer nach vorn gerichteter Erwartung zu tun! Wir orientieren uns fast ausschließlich an VERGANGENEM: Ja, DAMALS - vor 2000 Jahren - DA hat man die Ankunft des Messias noch herbeigesehnt! Ja, DAMALS in unserer Kinderwelt, mit den alten Bräuchen und dem auf Weihnachten zu Fiebern – DA waren wir noch gespannt auf das, was kommen würde. Aber doch nicht mehr heute in einer erwachsen gewordenen Gesellschaft! Heute weiß Google doch alles besser und das Internet gibt alle Antworten.
Deshalb, liebe Gemeinde, lautet für mich die entscheidende Frage, HEUTE, am ersten Advent: WARTEN wir denn wirklich auf etwas in diesen Tagen? Und WIE sieht Ihre und meine adventliche Hoffnung konkret aus?
In der Alten Kirche hieß Advent feiern, den Blick nach VORN richten. Nicht in schönen Erinnerungen schwelgen – sondern in der täglichen Erwartung des Zu uns Kommens Gottes leben.
Und weil sie diese Hoffnung niemals aufgaben, machten die ersten Christen immer wieder die Erfahrung, wie ihrem Glauben Flügel wuchsen und wie sie ihre schwierige Gegenwart bestehen konnten. Damals begann man, die alten Prophezeiungen aus den Heiligen Schriften neu zu lesen. Prophezeiungen, die davon erzählen, wie Gottes zur Welt kommen die Erde verändert. Prophezeiungen, die man nicht schon als erfüllt ansah. Prophezeiungen, die für Gegenwart und Zukunft weitergalten.
Hören wir eine solche Prophezeiung als Predigttext zum 1. Advent aus Jesaja 35, 3-10

Macht die erschlafften Hände wieder stark und die zitternden Knie wieder fest! Ruft den verzagten Herzen zu: »Fasst wieder Mut! Habt keine Angst!

Denn euer Gott kommt. Er SELBER kommt, ER will euch befreien ... Dann können die Blinden wieder sehen, und die Tauben wieder hören. Dann springt der Gelähmte wie ein Hirsch, und der Stumme jubelt vor Freude. In der Wüste brechen Quellen auf, und Bäche ergießen sich durch die Steppe. Der glühende Sand verwandelt sich zum Teich, und im dürren Land sprudeln Wasserquellen ... Eine feste Straße wird dort sein, den 'heiligen Weg' wird man sie nennen. ... Selbst Unkundige finden den Weg, sie werden dort nicht irregehen. Auf dieser Straße gibt es keine Löwen, kein Raubtier ist auf ihr zu finden; nur die geretteten Menschen gehen dort. ... Aus ihren Augen strahlt grenzenloses Glück. Freude und Wonne bleiben bei ihnen, Sorgen und Seufzen sind für immer vorbei.

EINES, liebe Gemeinde, macht dieser Text unüberhörbar deutlich: Wenn Gott kommt, dann geschieht völlig Unerwartetes, ja, wunderbar Neues. Da gibt es Veränderungen in einem Menschenleben, die man nicht für möglich gehalten hätte. Mehr noch, da ereignet sich Rettung und Befreiung für die gesamte Schöpfung!
Jede und jeder von uns weiß Thomas: SO ist es noch nicht. Da fehlt noch viel. Das allumfassende Hoffnungsbild, das hier gezeichnet wird, hat sich auch mit der Geburt Jesu nicht erfüllt. Zwar hat er Kranke geheilt und Verzweifelte getröstet.
Zwar hat er Armen und Ausgegrenzten die gute Nachricht von der Zuneigung Gottes gebracht – und manchen hat er einen Neuanfang mitten im Leben geschenkt. Aber eben: Nur einigen WENIGEN - NICHT allen! Noch nicht einmal die Mehrzahl der Menschen damals hat er erreicht – geschweige denn das riesige Heer der Elenden und Notleidenden bis heute! Und die Wüste? Sie hat sich seit damals nicht zum fruchtbaren Garten entwickelt – ganz im Gegenteil: Jedes Jahr breitet sie sich weiter aus.
Und deshalb, ist die Eingangsfrage so wichtig: Erwarten wir denn – gerade im Advent – noch irgendetwas Neues?
Was erwarten wir denn? Oder leben wir Christen nur in schönen Erinnerungen, die mit dem bekannten Satz beginnen:
„Es begab sich aber zu der Zeit als ..."
Gewiss, mit dem Kommen Jesu da HAT die Herrschaft Gottes ihren Anfang genommen! Aber genauso sicher ist: Sie wurde noch nicht vollendet. Die 30 Lebensjahre Jesu – das war nicht schon alles, was Gott mit dieser Welt vor hatte! Sein Wirken auf dieser Erde ging - und geht! - weiter.
So verstanden, liebe Gemeinde, hieße Advent feiern: Dass ich mir EINMAL im Jahr auf besondere Weise bewusst mache, was eigentlich JEDEN TAG geschieht! Advent feiern, hieße: Dass ich für die Nähe Gottes - in ganz alltäglichen Situationen! - aufmerksamer werde! Damit meine ich, dass wir Gott in unserem Nächsten sehen.
So wie wir mit unserem Nächsten umgehen in dem wir zuhören, die Hand reichen, trösten, den Nächsten aufnehmen, wenn er alleine ist. Einfach da sind für den anderen der uns braucht. Der alten Dame den Platz anbieten, Verständnis für den anderen haben.
Uns nicht an übler Nachrede beteiligen und uns immer auch die andere Seite anhören, bevor wir ein Urteil bilden, um nur ein paar Beispiele genannt zu haben. Dass ich mich ganz neu darauf einstelle, dass wirklich GOTT mir begegnen will in jedem Menschen. Ich glaube, dieses Verständnis von Advent – weitab von der unter uns üblichen Advents-Folklore! - ist selbst unter Christen Mangelware. Zwar merken wir deutlich, wo es uns selbst und dieser Welt fehlt. Zwar sehen wir, wie Einsamkeit und Alleinsein gerade in diesen Tagen furchtbare Triumphe feiern.
In kaum einer Zeit im Jahr sind Menschen alleine und feiern alleine. Die Suizidrate steigt in der Adventszeit von Woche zu Woche. Wir vernehmen auch das Seufzen der geplagten Kreatur. Aber wer erwartet denn, dass Gottes Kommen – in Ihrem und in meinem Leben! – daran irgendetwas ändern könnte?
Haben wir, liebe Gemeinde, vor lauter Kerzenanzünden und Adventsstimmung pflegen, ganz vergessen, dass Gott schon einmal völlig unstandesgemäß zur Welt kam? Dass damals nichts war, wie man es - aufgrund geheiligter Traditionen! - erwartet hatte! Dass sich das göttliche Kind schnell draußen - VOR der Tür! - wiederfand!? Und, glauben wir wirklich, das wäre heute so anders? WER von uns rechnet denn damit, dass Gott so gewöhnlich – so menschlich – daherkommt?
Sie merken, liebe Gemeinde, Advent könnte eine spannende – und gar nicht rückwärts gerichtete! – Sache sein. Und deshalb zum Schluss noch einmal die sehr persönliche Frage:
WORAUF warten Sie - WORAUF warte ich eigentlich - in diesen Wochen?
Erwarten wir wirklich Gottes kommen? Hoffen wir auf eine grundlegende Veränderung unseres Lebens durch eine Begegnung mit ihm?
Oder wollen wir nur in altbekannten Erinnerungen und Stimmungen schwelgen?
Erwarten wir nur nicht zu wenig! „Gott, weil er groß ist, gibt am liebsten große Gaben. Ach, dass wir Armen nur so kleine Herzen haben." Amen

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

Lied EG 11, 3+4+6 Wie soll ich dich empfangen

Abendmahl:
Danksagung (Präfation):



Wahrhaft würdig und recht ist es,
dich zu loben, Gott
und dir für die Gaben zu danken,
die wir an deinem Tisch empfangen:
Kraft und Mut,
um aufzutanken für den Alltag,
Brot und Wein,
die uns ein Stückchen Himmel öffnen,
überall dort,
wo wir´s in deinem Namen teilen.

Gott, unser Vater,
in der Menschwerdung deines Sohnes
willst du uns Versöhnung schenken
und uns mit dir verbinden.

Durch Jesus Christus sind wir
hinein genommen in deine Liebe.
Zeichen dafür sind uns Brot und Wein,
in denen du uns gegenwärtig sein willst
durch deinen Sohn Jesus Christus,
unseren Herrn und Bruder.
Dafür loben wir dich, Gott und singen!

Lied EG 185, 3 Heilig, heilig, heilig

Einsetzungsworte:
Unser Herr Jesus Christus / in der Nacht, da er verraten ward / nahm er das Brot / dankte und brach's / und gab's seinen Jüngern / und sprach: Nehmet hin und esset / das ist mein Leib (+) / der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl / dankte / gab ihnen den / und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus / dieser Kelch ist das neue Testament (+) in meinem Blut / das für euch vergossen wird / zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis.


Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

Lied EG 190, 2 Christe du Lamm Gottes

Friedensgruß:
Mit dem Advent warten wir auf die Ankunft Jesu Christi. Der Advent bleibt für uns nicht ohne Konsequenzen. Nehmen wir das Warten an. Vertrauen wir dem Weg, den Jesus für uns gegangen ist. Sind wir bereit ihn in Empfang zu nehmen. Sind wir offen für das große Geheimnis der Liebe in diesem Kind, auf das wir warten. Als Zeichen unserer Verbundenheit wollen wir uns die Hand reichen mit den Worten: Ich warte auf den Gottes Sohn, der andere erwidere, wahrhaftig wir warten.
(Einladung zum Händereichen)

Liebe Schwestern und Brüder in Christo,
Wir laden Sie alle zum Tisch des Herrn zu ein.
Alle sind willkommen: Katholiken, Protestanten, alle Glieder einer Kirche, Erwachsene und Kinder. Sie alle ruft Jesus Christus an seinen Tisch, er schließt niemanden aus.

* Austeilung:

* Lobpreis:
Dankbar will ich sein
und mich von Herzen freuen,
dankbar sein und nicht vergessen,
wie viel Gutes ich erfahren habe:

Meine Schuld wird mir vergeben;
meine Verletzungen werden geheilt;
wenn ich keinen Ausweg mehr sehe,
wird mir das Leben wieder geschenkt.
Den verlorenen Mut gewinne ich zurück
und bin froh, neu beginnen zu können.


* Fürbittengebet:
Herr, wo du hinkommst, da kehrt Heil ein;
wo du hinkommst, da werden Menschen verwandelt;
da entsteht Hoffnung, Freude, Liebe, Geborgenheit.

Dafür danken wir dir.


Komm du zu all denen, die erschöpft und enttäuscht sind
und nicht mehr an deine Liebe glauben können.

Wir warten auf dich.

Komm du zu all denen, die einsam sind
und sich nicht mehr freuen können, weil sie keinen Menschen haben.

Lass sie nicht allein


Komm du zu all denen, die ratlos und verzweifelt sind,
die vor Leid oder vor Krankheit keine Hoffnung mehr haben.
Gib den Menschen die Krank sind, den Mut sich anzuvertrauen, mit jemanden darüber zu sprechen. Breche die Bande der Falschen Verschlossenheit, öffne die Menschen, öffne den Mund und die Augen, die herzen und den Verstand.

Schenke du Kraft und Trost

Komm du zu all denen, die sich aus der Gemeinschaft ausgestoßen fühlen,
die den Anschluss nicht mehr finden,
die sich nicht mehr zutrauen, einen neuen Anfang zu machen.


Sei Wegbegleiter und der Neuanfang


Komm du zu allen jungen und alten Menschen,
die keinen Sinn mehr in ihrem Leben finden,
nichts entdecken, wofür es zu leben lohnt.

Gib Hoffnung in diesen Wirtschaftlich dunklen Wochen und Tagen

Komm du zu all den Menschen, die in Streit und Unfrieden leben,
die den grausamen Wirren sinnloser Kriege ausgeliefert sind
wie die Menschen in Afghanistan, in Israel und in den Kleinkriegen der Familien, wo Menschen sich anschweigen und nicht die wahren Gründe nennen für das Schweigen, für die Sinnlosen Familienkriege, die meist lapidar sind, Missverständnisse sind aufgrund fehlender Kommunikation.

Setzte ein Zeichen der Gemeinsamkeit

Komm du zu deiner Gemeinde, deiner Kirche,
die immer noch uneins und zerstritten ist,
und lass deine Liebe in ihr Gestalt gewinnen.
Lass die Mächtigen der Kirchen erkennen, dass Gott niemals einen Unterschied machet zwischen Evangelisch und Katholisch. Wir sind alle ein Leib, wir haben alle einen Gott und Herrn.

Mach begreifbar dass es nicht um Ämter und Hirachien geht.


* Lied EG 1, 1+4-5 Macht hoch die Tür die Tor macht weit

* Bekanntmachungen:

Kollekte: Aktion „Brot für die Welt“

Wochenspruch: Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zur dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. Sacharja, 9, 9



Nächste Gottesdienste

Sonntag, 09. Dezember 2018 – 2. Advent – mit Prädikant Wagner

9:15 Uhr Gottesdienst in Lettgenbrunn

10:30 Uhr Gottesdienst in Lohrhaupten



Mittwoch, 05. Dezember 2018

14:30 Uhr Seniorencafé in Lohrhaupten im Gemeindehaus


* Votum:
Gott segne euch, die ihr warten könnt;
er öffne euch Seine Türen zu Seiner Zeit.
Gott segne euch, die ihr lauschen könnt;
er senke in eure Ohren Sein gutes Wort.
Gott segne euch, die ihr staunen könnt;
er erfülle eure Herzen mit Seinem Licht.
Gott segne euch, die ihr glauben könnt;
er lasse euch Seine Verheißung schauen.
Gott segne euch, die ihr lieben könnt;
er mache euch zu Feuern in Kälte und Dunkelheit.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gedenkgottesdienste am Ewigkeitssonntag, 25.11.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 25.11.2018 22:25   Titel: Gedenkgottesdienste am Ewigkeitssonntag, 25.11.2018
Gottesdienste am Ewigkeitssonntag
25. November 2018
09.15 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten mit Chor
Text: Daniel 12, 1-3a

Lied EG + 34 Komm Heiliger Geist mit deiner Kraft

Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geis-tes. Amen. Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. AMEN
Liebe Gemeinde, heute zum Gedenkgottesdienst am Ewigkeits-sonntag heiße ich Sie und Euch alle herzlich willkommen. Wir wollen heute an die Menschen denken die aus unserer Gemein-de verstorben sind. Aber auch an alle die aus unserem Umfeld, im Freundes – und Bekanntenkreis wollen wir heute denken. Das Thema heute Morgen lautet: Zeit und Vergänglichkeit. Ich wünsche uns einen Mutmachenden Gottesdienst.

Lied EG 152, 1+2 Wir warten dein o Gottes Sohn

Eingangspsalm:
Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr:
Gedanken des Friedens und nicht des Leides,
dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.

Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird,
so werden wir sein wie die Träumenden.
Dann wird unser Mund voll Lachens
und unsere Zunge voll Rühmens sein.
Dann wird man sagen unter den Heiden:
Der Herr hat Großes an ihnen getan!
Der Herr hat Großes an uns getan;
des sind wir fröhlich.
Herr, bringe zurück unsere Gefangenen,
wie du die Bäche wiederbringst im Südland.
Die mit Tränen säen,
werden mit Freuden ernten.
Sie gehen hin und weinen
und streuen ihren Samen
und kommen mit Freuden
und bringen ihre Garben.

Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr:
Gedanken des Friedens und nicht des Leides,
dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.

Aufforderung zum Bittruf:
Wir denken zurück.
Trauernd, noch immer trauernd,
hilflos, oft auch bitter
denken wir an die Menschen, die wir verloren haben.
In unserer Trauer brauchen wir Hoffnung.
Wir bitten Gott um Erbarmen und rufen:

Aufforderung zum Lobpreis:
Wir denken voraus. Hoffend, immer wieder hoffend
trotz aller Fragen und Zweifel
denken wir an die großen Verheißungen:
"Die Erlösten werden wiederkommen
und nach Zion kommen mit Jauchzen,
ewige Freude wird über ihrem Haupte sein."
Mit allen, die uns im Glauben vorangegangen sind, loben wir Gott und singen:

Kollektengebet:
Guter Gott,
wir sehnen uns nach dir,
du - der du Himmel und Erde geschaffen hast.
Wir hoffen auf deine geheimnisvolle Gegenwart,
die unser zerbrechliches Leben aufnimmt.
Du bist unsere Hoffnung,
in Jesus Christus kommst du uns sehr nahe.
Er verheißt uns neues Leben
in der Gegenwart seines Geistes.

Herr, wir bitten dich,
befreie uns von der Angst,
sei in unseren Tränen und Abschieden,
schenke uns neue Hoffnung,
neue Kraft, die uns wieder aufhilft.

Möge unser Gedenken heute liebevoll sein
und getragen von guten Gedanken.
Herr, unsere Zeit steht in deinen Händen.
AMEN.

Schriftlesung: Offenbarung des Johannes, Kapitel 21, Verse 1-7:
1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.
2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.
3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein;
4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.
5 Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!
6 Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
7 Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja)

Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

Lied EG 147 Wachet auf ruft uns die Stimme

PREDIGT:
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde,
ein kleines Mädchen zieht eine große rote Handtasche hinter sich her, sie läuft durch einen Park. Sie ist offensichtlich total wütend und macht ihrer Wut Luft, indem sie wildfremde Men-schen anschreit: "Gehört das so?!" Das weckt die Aufmerksam-keit der Leute. Sie beobachten sie zunächst nur unauffällig. Schließlich tun sie sich zusammen, um das Mädchen anzuspre-chen. Sie fragen: "Was ist denn los?" Als die Kleine dann er-zählt, dass Elvis tot ist, führt das zu einer seltsamem Mischung aus Mitgefühl, Verwunderung und natürlich auch Erheiterung bei den Umstehenden. Nun ja - Elvis ist tot. Es stellt sich aber her-aus, dass die Empörung des kleinen Mädchens nicht dem Tod des "King of Rock'n'Roll" gehört, sondern ihrem kleinen Vogel, der eben auch Elvis heißt - oder vielmehr hieß. Nun sieht die Lage schon ganz anders aus - denn Elvis ist nicht nur tot, son-dern auch noch in der Handtasche des kleinen Mädchens. Die Umstehenden sind von unbeteiligten Parkbesuchern zu Trauer-begleitern geworden - ohne, dass sie das je vorhatten. Es ist ihnen ihre Verwunderung anzumerken. Sie erfahren offensicht-lich zum ersten Mal, dass traurige Menschen oft wütend sind. "Gehört das so?!", brüllt das Mädchen. Es bleibt den anderen überlassen, diese Frage zu vervollständigen:
Gehört das so – dass jemand einfach stirbt?
Gehört das so - dass man ganz alleine ist damit?
Gehört das so - dass alle anderen weitermachen, als sei nichts passiert?

Die umher stehenden Menschen trauen sich nicht nachzufragen - denn ganz gleich welche Frage die Frage des Mädchens ist - sie hätten ja doch keine Antwort. Immerhin bemerken sie, dass etwas nicht stimmt mit dem kleinen Mädchen. Dann nimmt die Sache aber Gestalt an. Die Trauerbegleiter "wider Willen" haben zwar keine Antwort, ob das so gehört. Aber sie wissen, was sich gehört. Sie sorgen für einen echten Abschied in Form einer rich-tig feierlichen Beerdigung. Ein Sarg wird besorgt und Blumen und Kerzen - einer kommt sogar mit Weihrauch. Mit aller Ruhe und einem herzlichen Abschied finden sie eine würdige letzte Ruhestätte für Elvis. Vor allem aber lassen Sie das Mädchen dann nicht allein. Sie organisieren noch Kakao und Kuchen für einen Beerdigungskaffee. Jetzt kann das Mädchen noch einmal weinen und erzählen. Sie trösten das Mädchen und nehmen es in den Arm. Am Ende stellen sich alle gemeinsam vor, wie der eine Elvis mit dem anderen Elvis gemeinsam Musik macht - und können darüber schon wieder lachen.

Eine halbe Minute Orgelmusik

Liebe Gemeinde!
Die Geschichte von dem Mädchen und dem toten Elvis habe ich aus einem Bilderbuch.

Ich mag diese Geschichte, weil hier Trauer und der Umgang mit Trauernden bilderbuchhaft gut vorkommt. Vor allem aber, weil diese Geschichte eine Vision kennt. Durch Traurigkeit und Wut hindurch erscheint ein strahlender Himmel voll Freude und Mit-gefühl und glänzender Zukunft. Vom Propheten Daniel kennen wir so eine Vision, die sich zwischen Trübsal und Himmelsglanz aufspannt. Fast kann man sich vorstellen, dass er auch dem kleinen Mädchen beim Trauern hilft. Er sagt es so:

Predigttext: Daniel 12,1-3a
1 Zu jener Zeit wird Michael, der große Engelfürst, der für dein Volk eintritt, sich aufmachen. Denn es wird eine Zeit so großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist, seitdem es Menschen gibt, bis zu jener Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk errettet werden, alle, die im Buch geschrieben stehen.
2 Und viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande.
3 Und die da lehren, werden leuchten wie des Himmels Glanz.

Liebe Gemeinde,
es ist fast wie eine Reaktion auf das empört-wütende »Gehört das so?!« Ja, es gehört so: Wer einen geliebten Menschen ver-liert, ist traurig. Oft sind die Trauernden selbst überrascht, wie groß Trauer sein kann. Wie lang die Zeit ist, wo nichts, aber auch gar nichts so recht Freude machen kann. Trauer macht wütend und ungerecht, hilflos und klein. Es wird eine Zeit so großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist.

Eine halbe Minute Orgelmusik

Wenn Sie heute an die Gräber Ihrer Verstorbenen gehen, dann wird Sie diese Trauer vielleicht noch einmal packen. Sie werden Worte denken, die Sie noch gern gesagt hätten. Sie werden die Verstorbenen in Gedanken bitten, was Sie von ihnen noch gern bekommen hätten: Ein Wort des Verzeihens oder ein Zeichen der Wertschätzung. Das kann alles nicht mehr sein. Das alles kann noch wehtun. Aber es gehört so dazu, weil es so ist, die Trauer.
Der Prophet Daniel ist damit aber noch nicht fertig. »Gehört das so?!« Ja, zur Trauer gehört es auch zu hoffen. Daniel hofft und wir hoffen mit ihm: errettet werden alle, die im Buch geschrieben stehen. Das Buch des Lebens bewahrt alle, die eine Zukunft haben sollen. Als die Lebenden sind wir ein Teil davon. In uns selbst wird bewahrt und erinnert. Als Lebende bewahren wir die Würde, die uns Menschen gegeben ist. Wir spüren sehr genau, wann ein menschlicher Umgang würdig und wann würdelos ist - sogar über den Tod hinaus. Eine würdige Bestattung, ein würdi-ger Begräbnisort - dafür haben wir ein gemeinsames Gedächtnis und auch gemeinsame Verantwortung. Das gehört sich so: Ein großer Trost in der Trauer ist ein würdiges Begräbnis - nicht al-lein und "in aller Stille". Nicht so, dass ich die Trauer nicht mit anderen teilen kann. Der Segen liegt in der Gemeinschaft der Lebenden - sie sind Teil des Buches des Lebens.
Und auch das gehört so: Viele, die gestorben sind, werden auf-wachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zu ewiger Schmach und Schande - was beim Propheten wie eine Drohung klingt, ist keine Drohung, sondern das Gegenteil. Wenn unsere Hoffnung auf ein ewiges Leben wahr wird, dann wird es gerecht sein. Was das Lebens unwürdig macht und gemacht hat, soll uns keiner mehr schönreden können. Unrecht wird beim Namen genannt.
Was wehtat, wird nicht heruntergespielt - denn das ewige Leben soll frei sein. Frei von Unrecht und Schmerz.

Eine halbe Minute Orgelmusik

Zu guter Letzt gehört auch das so: Der Tod unserer Lieben ist unsere Aufgabe. Das Leben endet nicht in den Gräbern. Der Blick in die Zukunft schützt uns davor, dass wir unsere Toten nicht namenlos verscharren. Was wir unseren Verstorbenen an Würde und Achtung geben, erzählt von unserer Hoffnung. Hoff-nung sind auch wir selbst.
Wenn wir weitererzählen, weiterleben und weitergeben, dass unser Gott eine Zukunft für uns hat. Das gehört so! Wer durch die Trauer hindurchgegangen ist, kann von der Liebe erzählen, die Menschen verbindet. Wer trübe Tage vor einem leeren Ses-sel oder Bett zugebracht hat, kann weitergeben, was es heißt, einander zu vertrauen. Wer verloren hat, kann von Herzen ju-beln über jeden Gewinn. Wer den Karfreitag kennt, strahlt am Ostermorgen mit der Sonne um die Wette. »Gehört das so?!« Ja, so gehört das. Unser Herr hat uns nichts davon gesagt, dass es leicht sein wird, ihm zu folgen. Er hat nur davon ge-sprochen, dass es sich lohnt. Gott sei Dank.
Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

Lied EG 64, 1-3 Der du die Zeit in Händen hast/ Lettgen-brunn
Lied EG 64, 1-2 Der du die Zeit in Händen hast/ Lohrhaupten

*Totengedenken nur in Lohrhaupten
Am 23.11.2018 wurde im Wald der Stille hier in Lohrhaupten, unser Bruder Jörg Bauer der am 15.11.2018 im Alter von nur 47 Jahren verstorben ist, beerdigt. Am Ende eines Menschenle-bens suchen wir Trost und Halt in der Heiligen Schrift, im Psalm 121 heißt es:
Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde ge-macht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.

Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.
Der Herr behütet dich; der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand, dass dich des Tages die Sonne nicht steche
noch der Mond des Nachts.

Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.
Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit! AMEN.
„Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginn der Ewigkeit in Gottes gnädigen Händen“. AMEN

Lied EG 64, 3 Wer ist hier, der vor dir besteht/ Lohrhaupten

Verlesung der Verstorbenen:
In dem jetzt auslaufenden Kirchenjahr sind aus unserer Ge-meinde und aus der Mitte unserer Familien Männer und Frauen gestorben. Menschen, die aus ihrem Alter und ihrer Krankheit erlöst wurden, aber auch Menschen, von denen wir dachten, sie würden noch viele Jahre zusammen mit uns leben.
Wir standen an Gräbern und haben einander zu trösten ver-sucht. Wir fanden Worte der Hoffnung und versuchten danach zu leben.
Wir bitten Gott, der Herr über Lebende und Tote ist, dass er un-seren lieben Verstorbenen jetzt gnädig sei, dass er sie begleite in Jesus Christus auf ihrem weiteren Weg durch den Tod hin-durch, ein Weg, auf den wir keinen Zugriff haben, ein Weg, auf den wir hoffen dürfen.

Lohrhaupten: Chor: Herr dein Wort ist meines Fußes Leuchte

Gott sei mit unserer Trauer und schenke uns, dass unsere Trauer auch eine heilende Kraft erfahren möge.

Verstorben sind:
Verstorbene Lettgenbrunn

Heinrich (Hans) Edmund Heischmann 91 Jahre † 25.02.2018
Lieselotte Kaufhold, geb. Beierling 99 Jahre † 12.03.2018
Vera Heck, geb. Mallitz 74 Jahre † 23.03.2018
Gisela Rippl, geb. Starke 77 Jahre † 22.04.2018
Bruno Gustav Alwin Otto Graf 87 Jahre † 23.09.2018

Verstorbene Lohrhaupten

Anna Frieda Link geb. Krug 86 Jahre † 20.12.2017
Maria Elisabeta Hase, geb. Eisenacher 96 Jahre † 16.01.2018
Wilhelm Lindenberger 95 Jahre † 28.02.2018
Dieter Willibald Kriegsmann 73 Jahre † 16.03.2018
Johann Franz Gröger 71 Jahre † 14.06.2018
Siegfried Raupach 77 Jahre † 20.07.2018
Justina Franziska Dietrich 85 Jahre † 03.08.2018
Anna Christina Jähnsch geb. Scheuber 93 Jahre † 18.08.2018
Rudolf Glück 86 Jahre † 30.09.2018
Werner Decher 80 Jahre † 03.10.2018
Jörg Bauer 47 Jahre † 15.11.2018

In der Stille denken wir an diese Menschen, die Gott aus dieser Zeit genommen hat.

Lied EG 533 Du kannst nicht tiefer fallen

Lohrhaupten: Chor: Gott wird dich tragen mit Händen so lind

*Fürbittengebet:
Wir sehnen uns nach Leben,
gerade, wenn Tod und Trauer uns drücken.
Zu dir wenden wir uns,
Herr, unser Gott.
Wie viel Traurigkeit ist da,
wenn wir an unsere Verstorbenen denken,
viele Tränen, viele zerstörte Hoffnungen.
Fragen, die keiner beantworten kann,
und Leid, das die Kräfte lähmt.
Und daneben Dankbarkeit für gemeinsam Erlebtes,
für empfangene Liebe und glückliche Tage.
Manchmal auch Erleichterung nach überstandenen Qualen.
Komm, Geist des Lebens, guter Gott,
tröste die Trauernden,
stärke alle, die wieder Fuß fassen wollen im Leben.

Mitten im Leben schon spüren wir den Tod:
wenn wir enttäuscht aneinander vorbei leben,
wenn wir verletzt sind und Versöhnung nicht gelingt,
wenn Lieblosigkeit, Hass oder Vergeltung uns beherrschen.
Komm, Christus, Herr des Lebens, guter Gott,
lass uns auferstehen zur Liebe, die den anderen sucht,
und gib Mut zur Versöhnung.
Unsere Welt erstirbt an Feindschaft, an Gedankenlosigkeit,
daran, dass Menschen in hilfloser Angst einander bedrohen,
dass Feindseligkeiten sich vererben von einer Generation zur anderen,
dass Völker sich als Feinde begegnen.
Komm, Schöpfer des Lebens, guter Gott,
schaffe die guten Kräfte neu, die von Menschen zerstört sind,
damit wir in Frieden miteinander leben.
Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist,
trockne du unsere Tränen
und beende das Leid, das wir einander zufügen.
Schaffe neu das Gesicht deiner Erde.

In der Stille bringen wir heute Morgen vor dich Herr, was uns in dieser Gottesdienstlichen Stunde besonders am Herzen liegt.

-Stilles Gebet-

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn Jesus Christus

Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

Lied EG 347 Ach bleib mit deiner Gnade

Bekanntmachungen:

Kollekte: Eigene Gemeinde

Wochenspruch: Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lich-ter brennen. LK. 12, 35

Nächste Gottesdienste

Sonntag, 02. Dezember 2018, 1. Advent mit Prädikant Wag-ner

9:00 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl in Lettgenbrunn
10:30 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl in Lohrhaupten

Segen:
(Auf dem Weg zu Gott – Alter irischer Segen)

Segen sei mit dir,
der Segen strahlenden Lichtes,
Licht um dich her und innen in deinem Herzen.
Sonnenschein leuchte dir
und erwärme dein Herz,
bis es zu glühen beginnt
wie ein großes Torffeuer,
und der Fremde tritt näher,
um sich daran zu wärmen.
Aus deinen Augen strahle gesegnetes
Licht wie zwei Kerzen
in den Fenstern eines Hauses,
die den Wanderer locken,
Schutz zu suchen dort drinnen
vor der stürmischen Nacht.

Wen du auch triffst,
wenn du über die Straße gehst,
ein freundlicher Blick von dir
möge ihn treffen.
Und der gesegnete Regen,
der köstliche, sanfte Regen
ströme auf dich herab;
die kleinen Blumen mögen zu blühen beginnen
und ihren köstlichen Duft ausbreiten,
wo immer du gehst.

Der Segen der Erde,
der guten, der reichen Erde
sei für dich da.

Weich sei die Erde dir,
wenn du auf ihr ruhst
müde am Ende des Tages,
und leicht ruhe die Erde auf dir
am Ende des Lebens,
dass du sie schnell abschütteln kannst,
und auf und davon auf deinem Weg zu Gott.

So segne dich Gott, der Allmächtige und Barmherzige. Der Va-ter, der Sohn und der Heilige Geist. AMEN.
 
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