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  Thema: Abendgottesd. m. Abendmahl am 20. S.n. Trinitatis, 14.10.18
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 14.10.2018 19:45   Titel: Abendgottesd. m. Abendmahl am 20. S.n. Trinitatis, 14.10.18
Abendgottesdienst mit Abendmahl
am 20. Sonntag nach Trinitatis
18.00 Uhr Ev. Kirche Kempfenbrunn
14.10.2018
Text: 1. Kor. 7, 29-31

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist mit deiner Kraft

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde,
ich begrüße Sie und Euch alle ganz herzlich zum Abendgottesdienst mit Abendmahl heute am 20. Sonntag nach Trinitatis. Thema dieses Gottesdienstes: Von Gott kommt alles her.
Ich wünsche uns allen einen mutmachenden Gottesdienst

*Lied EG 447, 1-3 Lobet den Herren

*Eingangspsalm:

Psalm 119 (EG 748 im Wechsel)
Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Wir suchen nach Klarheit, um nicht den rechten Weg für unser Leben zu verlieren. Dein Wort, Gott, ist klar. Aber wir vertrauen dir oft nicht. Stattdessen gehen wir eigene Wege. Oftmals in die Irre.
Wir bitten um dein Erbarmen und rufen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Deinen Sohn hast du, Gott, in diese Welt gesandt,
damit wir verstehen, wie deine Wege mit uns aussehen sollen.
Liebe soll Hass verdrängen, Geduld die Ungeduld
und Licht die Dunkelheit.
Dafür loben wir dich.
Wir finden unseren Weg.
Dir sei Ruhm und Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Lasst uns Gott lobsingen:

*Kollektengebet:
Guter Gott, wenn wir heute hier Gottesdienst feiern,
hören wir auf dein Wort.
Lass es uns hören als Ermutigung, das zu ändern,
was zu ändern ist,
und das zu belassen, was schon Bestand hat vor dir.
Dann wird alles gut.
Gestärkt gehen wir mit dir in die neue Woche.
G: AMEN

* Schriftlesung: Markus 10, 2-9

2 Und Pharisäer traten zu ihm und fragten ihn, ob ein Mann sich scheiden dürfe von seiner Frau; und sie versuchten ihn damit.
3 Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten?
4 Sie sprachen: Mose hat zugelassen, einen Scheidebrief zu schreiben und sich zu scheiden.
5 Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Herzens Härte willen hat er euch dieses Gebot geschrieben;
6 aber von Beginn der Schöpfung an hat Gott sie geschaffen als Mann und Frau.
7 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird an seiner Frau hängen,
8 und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.
9 Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.

(Wahrhaft, würdig und Recht, billig und heilsam ist es, das Wort des gekreuzigten zu hören und zu bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 295 Wohl denen die da wandeln

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Predigttext 1.Korinther 7,29-31

29 Das sage ich aber, liebe Brüder: Die Zeit ist kurz. Fortan sollen auch die, die Frauen haben, sein, als hätten sie keine; und die weinen, als weinten sie nicht;
30 und die sich freuen, als freuten sie sich nicht; und die kaufen, als behielten sie es nicht;
31 und die diese Welt gebrauchen, als brauchten sie sie nicht. Denn das Wesen dieser Welt vergeht.

Liebe Gemeinde,

ein erstaunlicher Text, oder? Eigentlich möchte man kopfschüttelnd die Bibel Beiseitelegen und sich dem Sportteil der Zeitung zuwenden, wenn nicht beim zweiten Nachdenken der Reiz des Textes sich auftäte. Irgendwie verrückt dieser Text. Es heißt nicht, wie wir es in jeder „Apothekenrundschau“ lesen können: „Lebe Dein Leben!“, „Mach Dein Ding!“. Der Reiz des Textes liegt in den Zumutungen, die uns verwirren.
Lebe so, als hättest du es nicht!
Leben, ja, aber nicht so verbissen!
Gebrauch der Welt, ja, aber aus einer den Überblick verschaffenden Distanz.
Kaufen, ja, aber nicht sich verkaufen.
Eine Frau haben, ja, aber sie nicht besitzen.
Wer soll das verstehen?
Folgen wir dem Denken des Paulus.
Er ist der Grundüberzeugung, dass wir nicht für uns selbst leben, nicht unser eigener Mittelpunkt sind und auch nicht der Mittelpunkt anderer, sondern dass unser Leben im Mittelpunkt der Liebe Gottes steht. Im Umkehrschluss heißt das:
Des Christen Herz gehört allein Gott; und das hat Konsequenzen. Der Glaube justiert alles menschliche Dichten und Trachten neu. Davon spricht Paulus in unglaublichen Sätzen der Freiheit. Sätze aber nicht aus Geringschätzung und Abwertung gegenüber den gegenwärtigen Mühen der Menschen.
Weil Gott diese Welt liebt, darum sollen wir als seine Werkzeuge seine Liebe in dieser Welt auch leben, genau dort, wo Gott uns hinstellt. Vom Lohn der Mühen lesen wir im letzten Buch der Bibel. In der Offenbarung, Kapitel 21, heißt es: „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“
Paulus befreit seine Leser und Hörer von der klein machenden Angst um die tägliche Daseinsvorsorge, von der Selbstverliebtheit und Selbstzentriertheit, von Angst und Gewalt; ja, sogar den Tod überwindet der, der auf Gott vertraut.
Paulus‘ Botschaft ist die einer großartigen Befreiung des Menschen von sich selbst und seinen alltäglichen Nöten zu rückhaltloser Liebe allen, sogar den Feinden gegenüber. Hört auf, um euch selbst zu kreisen. Hört auf mit der Kleinlichkeit eurer Liebe, die mehr Fessel eurer selbst und anderer ist.
Dann nennt er ein Beispiel: Eine Frau haben, als hätte man keine! Wie bitte? Wie soll das gehen? Werden nicht beide eins, sollen sie nicht ein Leben lang zusammenbleiben, bis der Tod sie scheidet? Und dann dieser ärgerliche Satz! Was meint Paulus wohl?

Paulus macht Ernst mit der eigenen Freiheit und der Freiheit des anderen, der - wie ich selbst - nicht irgendjemandes Besitz ist. Ja, Ehe ist nicht Eigentumsanspruch an den jeweils anderen. Ehe ist andauerndes Ausrichten auf die Bedürfnisse des anderen. Liebe braucht Raum, um mit der richtigen Distanz den anderen ganz zu sehen. Ein Liebesklumpen kann keine Bewegung zulassen. Und eine Beziehung braucht Bewegung, sonst erstickt sie. Dauerndes Werben braucht die Liebe. Sie braucht Spannung und Entspannung. Sie braucht das Ja-Wort als Grundsatz, aber sie braucht auch den streitbaren Dialog um den rechten Weg heute und morgen.
Das ist das Geheimnis einer dauerhaften, lebendigen Beziehung, in der nicht einer von beiden untergeht und nach Jahrzehnten bis zur Unkenntlichkeit verheiratet ist. Nur so gelingen wahre Beziehungen zwischen aufrecht bleibenden Menschen. So meint es dieser Satz wohl. Wie finden Sie das, liebe Gemeinde? Noch nicht überzeugend? Nun, dann hören Sie auf folgendes Zitat:
„Lasst Raum zwischen euch. Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel.
Lasst sie ein wogendes Meer zwischen den Ufern eurer Seelen sein. Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich, aber lasst jeden von euch auch allein sein.
So wie die Saiten der Laute allein sind und doch von derselben Musik erzittern.
Gebt eure Herzen, aber nicht in des anderen Obhut. Denn nur Gottes Hand kann eure Herzen umfassen.
Und steht zusammen, aber nicht zu nah; denn die Säulen des Tempels stehen für sich, und die Eiche und die Zypresse wachsen nicht im Schatten des anderen.“
Das finde ich überzeugend! Paulus argumentiert nicht von sich aus. Er schaut auf die Beziehungen von Menschen einzig von Gott her. Er ist das Maß. Gott überwindet menschliches Erkennen und nennt es Stückwerk. Er allein umfasst unser Herz ganz und erfasst deshalb menschliches Streben allein ganz. Wer miteinander recht und glücklich leben will, denke alles von Gott her. Deshalb kann Paulus sagen: Habt einander als Menschen, die Gott gehören. Geht mit euch selbst um als Personen, die Gott gehören. Die Würde des Menschen hat genau darin ihren Grund. Von dort her bekommt alles die Achtung voreinander. Wer die Würde eines Gottesgeschöpfes verletzt, bekommt es mit Gott selbst zu tun. Das war und ist Glaubensgut über Generationen hinweg. Die Achtung vor Gottes Wort und die Hoffnung in die Macht des Heiligen bringt uns doch auch heute hier im Gottesdienst wieder zusammen.

„Gott liebt diese Welt, er rief sie ins Leben.
Gott ist‘s, der erhält, was er selbst gegeben.
Gott gehört die Welt.“

So singen wir gleich. Der Liederdichter Walter Schulz versteht Gottes Liebe so, dass sie uns stärkt und herausfordert, uns für diese vorfindliche Welt einzusetzen, ihr nicht zu entfliehen in den stillen Winkel der Gleichgültigkeit.
Paulus schreibt nicht, um die Menschen zu irritieren. Paulus geht es um die Vollendung der Sache Jesu. Entschiedene Menschen braucht das Land. Deshalb fordert Paulus heraus. Ein Christ lebt in der Welt, aber er geht nicht in der Welt auf. Der Christ bezieht Stellung im privaten wie im gesellschaftlichen Leben. Denn Gleichgültigkeit ist die Sache des Paulus sicher nicht. Haben, als hätte man nicht -, das kann nur der, der von sich selbst absieht, der auf den anderen in neuer Weise aufmerksam wird und dessen Würde entdeckt. Dem anderen Menschen und sich selbst in Würde begegnen, ist Aufgabe der jungen Gemeinde in Korinth damals und der Gemeinden heute.
Unsere Gemeinden können die alten Paulusworte gut gebrauchen. Dass die Glieder der Gemeinde sich von Gott her verstehen, ist der Grund, auf dem sich alles andere aufbaut. Aber was strahlt davon auf den Einzelnen und die Gesellschaft über? Warum muss Paulus ein ums andere Mal dies in Briefen betonen?
Gemeinden sind vergesslich. Verlassen den Gottesweg. Straucheln. Fallen. Geben auf. Zu schwer ist die Umsetzung der göttlichen Wahrheit. Zu klein ist das Gottvertrauen. Deshalb immer wieder der Appell: Glaubt und handelt! Immer wieder mag Paulus Geschichten des gelingenden Gottvertrauens aufschreiben. Gottvertrauen, das Mut macht, scheinbar unmögliche Dinge zu tun, etwa sich zu lösen vom Gelingen-Müssen aus eigener Kraft.

Wir werden die Erde nur im Vertrauen auf Gott bewahren können. Göttliche Weisheit wird uns beistehen, wenn unser kleines Herz mutlos wird. Göttliche Kraft wird uns stärken, wenn wir vor dem Berg der weltweiten Armut stehen und nicht weiterwissen. Gott wird uns so lange um oder auf den Berg tragen, bis uns die Idee kommt, wie wir den Berg abtragen können. Gott verbindet die Bruchstücke unserer Taten der Nächstenliebe zu einem wunderbaren Ganzen, in dem das Versprechen einer gerechten Gesellschaft erfüllt ist. Hier findet jeder sein Glück im Glück des anderen. Aufrecht begegnen sich die Geschöpfe. In Achtung voreinander als Geschöpfe Gottes leben Menschen, lieben einander, lachen und weinen.
Paulus ist überzeugt, dass in Kürze der Herr Jesus wiederkommt, um Gottes Reich zu vollenden. So sind seine scheinbar unzumutbaren Forderungen zu verstehen. Für kurze Zeit wünscht er sich gewaltige Anstrengungen in den Gemeinden. Verweigert euch den Sitten und Gesetzen der Zeit, haltet dagegen mit eurem Vertrauen in Gott alleine. Und er wird euch nicht alleine lassen. Denkt alles, was ihr tut, von Gott her, auch und gerade in der Wartezeit, bis er wiederkommt und sein Versprechen erfüllt, dass alle Menschen wie Brüder und Schwestern angstfrei und in Würde beieinander leben – in der Familie, an der Arbeit, in Staaten und Religionen.
Vertraut auf Gott. Ihm gehört diese Welt. Ihm gebühren Ehre und Ruhm. Worauf noch warten? Gott ist doch mit uns, „am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag“. Ob vor oder nach der Sportseite der Zeitung. Amen.
-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN

* Lied EG 409 Gott liebt diese Welt

ABENDMAHL

Danksagung (Präfation):

Wahrhaft würdig und recht ist es,
dich zu loben, Gott
und dir für die Gaben zu danken,
die wir an deinem Tisch empfangen:
Kraft und Mut,
um aufzutanken für den Alltag,
Brot und Wein,
die uns ein Stückchen Himmel öffnen,
überall dort,
wo wir´s in deinem Namen teilen.
Dafür loben wir dich, Gott und singen!

Lied Sanctus

Einsetzungsworte:
Unser Herr Jesus Christus / in der Nacht, da er verraten ward / nahm er das Brot / dankte und brach's / und gab's seinen Jüngern / und sprach: Nehmet hin und esset / das ist mein Leib (+) / der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl / dankte / gab ihnen den / und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus / dieser Kelch ist das neue Testament (+) in meinem Blut / das für euch vergossen wird / zur Vergebung der Sünden . Solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis.

Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. AMEN.

Lied EG 190.2 "Christe, du Lamm Gottes"

Friedensgruß: Thomas
Der Friede des Herrn sei mit euch allen. Keiner sei gegen den anderen, keiner in sich verschlossen. Vergebt, wie euch vergeben ist, nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zum Lobe Gottes.

Austeilung

Lobpreis:
Danke Gott,
dass du es bist,
der uns mit unseren Schwächen versöhnt.
Danke,
dass du es bist,
der auch das Kleine
zum Leuchten und Glänzen bringt.
Danke,
dass du uns in Wein und Brot so nahe bist
und ein Wort der Versöhnung für uns übrig hast.

* Fürbittengebet:
Lasst uns beten:
Herr, unser Gott, du siehst und hörst uns.
Du kennst uns, einen jeden.
Du liebst uns, eine jede.
Du hilfst uns immer und immer wieder.
Du bist der, der uns fordert und uns Zumutung ist.
Doch immer begegnest du uns als unser Heiland.
Dafür danken wir dir.
Erwartungsvoll sind wir, wenn das Wesen der Welt vergeht und wir schauen dürfen, wozu du uns frei machen willst,
dann, wenn der Glaube diese Welt verzaubert.
Mach uns frei dazu.
Gib uns den rechten, aufrichtigen, tätigen Glauben
an dich, an deine Wahrheit.
Gib ihn allen Menschen.
Da ist keiner, der es nicht nötig hätte,
mit glaubenden Augen zu sehen.
Zu wunderbar wird die Zukunft sein,
auf die wir ungeduldig warten.
Milch und Honig werden fließen und das Leid hat ein Ende. AMEN

* Lied EG 562 Segne und behüte uns

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Stationäre Altenhilfeeinrichtungen der Diakonie Hessen (im Gebiet der EKKW)

Wochenspruch: Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. Micha 6,8

Nächster Gottesdienst:

Sonntag, 21. Oktober 2018 um 9:30 Uhr mit Lektor Ziegenbein

* Votum:
Der GOTT der Liebe,
der uns seine Gnade zugewandt hat,
festige in uns die Liebe
zu unseren Schwestern und Brüdern, zu Freundinnen und Freunden.
Herr,
segne meine Hände,
dass sie behutsam seien,
dass sie halten können,
ohne zur Fessel zu werden,
dass sie geben können
ohne Berechnung,
dass ihnen innewohne die Kraft,
zu segnen
und zu trösten.
Herr,
segne meine Augen,
dass sie Bedürftigkeit wahrnehmen,
dass sie das Unscheinbare nicht übersehen,
dass sie hindurchschauen durch das Vordergründige,
dass andere sich wohlfühlen können
unter meinem Blick.
Herr,
segne meine Ohren,
dass sie deine Stimme zu erhorchen vermögen,
dass sie hellhörig seien
für die Stimme der Not,
dass sie verschlossen seien
für den Lärm und das Geschwätz,
dass sie das Unbequeme nicht überhören.
Herr,
segne meinen Mund,
dass er dich bezeuge,
dass nichts von ihm ausgehe,
was verletzt und zerstört,
dass er heilende Worte spreche,
dass er Anvertrautes bewahre.
Herr,
segne mein Herz,
dass es Wohnstatt sei Deinem Geist,
dass es Wärme schenken und bergen kann,
dass es reich sei an Verzeihung,
dass es Leiden und Freude teilen kann.
Lass mich DIR verfügbar sein,
mein Gott,
mit allem, was ich habe und bin.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.
  Thema: Gottesdienst am 20. Sonntag nach Trinitatis, 14.10.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 14.10.2018 19:41   Titel: Gottesdienst am 20. Sonntag nach Trinitatis, 14.10.2018
Gottesdienst am 20. Sonntag nach Trinitatis
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
14.10.2018
Text: 1. Kor. 7, 29-31

* Lied EG 136, 1 O komm du Geist der Wahrheit

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde,
ich begrüße Sie und Euch alle ganz herzlich zum Gottesdienst heute am 20. Sonntag nach Trinitatis. Thema dieses Gottesdienstes: Von Gott kommt alles her.
Ich wünsche uns allen einen mutmachenden Gottesdienst

*Lied EG 447, 1-3 Lobet den Herren

*Eingangspsalm:

Psalm 119 (EG 748 im Wechsel)
Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Wir suchen nach Klarheit, um nicht den rechten Weg für unser Leben zu verlieren. Dein Wort, Gott, ist klar. Aber wir vertrauen dir oft nicht. Stattdessen gehen wir eigene Wege. Oftmals in die Irre.
Wir bitten um dein Erbarmen und rufen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Deinen Sohn hast du, Gott, in diese Welt gesandt,
damit wir verstehen, wie deine Wege mit uns aussehen sollen.
Liebe soll Hass verdrängen, Geduld die Ungeduld
und Licht die Dunkelheit.
Dafür loben wir dich.
Wir finden unseren Weg.
Dir sei Ruhm und Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Lasst uns Gott lobsingen:

*Kollektengebet:
Guter Gott, wenn wir heute hier Gottesdienst feiern,
hören wir auf dein Wort.
Lass es uns hören als Ermutigung, das zu ändern,
was zu ändern ist,
und das zu belassen, was schon Bestand hat vor dir.
Dann wird alles gut.
Gestärkt gehen wir mit dir in die neue Woche.
G: AMEN

* Schriftlesung: Markus 10, 2-9

2 Und Pharisäer traten zu ihm und fragten ihn, ob ein Mann sich scheiden dürfe von seiner Frau; und sie versuchten ihn damit.
3 Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten?
4 Sie sprachen: Mose hat zugelassen, einen Scheidebrief zu schreiben und sich zu scheiden.
5 Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Herzens Härte willen hat er euch dieses Gebot geschrieben;
6 aber von Beginn der Schöpfung an hat Gott sie geschaffen als Mann und Frau.
7 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird an seiner Frau hängen,
8 und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.
9 Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.

(Wahrhaft, würdig und Recht, billig und heilsam ist es, das Wort des gekreuzigten zu hören und zu bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 295 Wohl denen die da wandeln

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Predigttext 1.Korinther 7,29-31

29 Das sage ich aber, liebe Brüder: Die Zeit ist kurz. Fortan sollen auch die, die Frauen haben, sein, als hätten sie keine; und die weinen, als weinten sie nicht;
30 und die sich freuen, als freuten sie sich nicht; und die kaufen, als behielten sie es nicht;
31 und die diese Welt gebrauchen, als brauchten sie sie nicht. Denn das Wesen dieser Welt vergeht.

Liebe Gemeinde,

ein erstaunlicher Text, oder? Eigentlich möchte man kopfschüttelnd die Bibel Beiseitelegen und sich dem Sportteil der Zeitung zuwenden, wenn nicht beim zweiten Nachdenken der Reiz des Textes sich auftäte. Irgendwie verrückt dieser Text. Es heißt nicht, wie wir es in jeder „Apothekenrundschau“ lesen können: „Lebe Dein Leben!“, „Mach Dein Ding!“. Der Reiz des Textes liegt in den Zumutungen, die uns verwirren.
Lebe so, als hättest du es nicht!
Leben, ja, aber nicht so verbissen!
Gebrauch der Welt, ja, aber aus einer den Überblick verschaffenden Distanz.
Kaufen, ja, aber nicht sich verkaufen.
Eine Frau haben, ja, aber sie nicht besitzen.
Wer soll das verstehen?
Folgen wir dem Denken des Paulus.
Er ist der Grundüberzeugung, dass wir nicht für uns selbst leben, nicht unser eigener Mittelpunkt sind und auch nicht der Mittelpunkt anderer, sondern dass unser Leben im Mittelpunkt der Liebe Gottes steht. Im Umkehrschluss heißt das:
Des Christen Herz gehört allein Gott; und das hat Konsequenzen. Der Glaube justiert alles menschliche Dichten und Trachten neu. Davon spricht Paulus in unglaublichen Sätzen der Freiheit. Sätze aber nicht aus Geringschätzung und Abwertung gegenüber den gegenwärtigen Mühen der Menschen.
Weil Gott diese Welt liebt, darum sollen wir als seine Werkzeuge seine Liebe in dieser Welt auch leben, genau dort, wo Gott uns hinstellt. Vom Lohn der Mühen lesen wir im letzten Buch der Bibel. In der Offenbarung, Kapitel 21, heißt es: „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“
Paulus befreit seine Leser und Hörer von der klein machenden Angst um die tägliche Daseinsvorsorge, von der Selbstverliebtheit und Selbstzentriertheit, von Angst und Gewalt; ja, sogar den Tod überwindet der, der auf Gott vertraut.
Paulus‘ Botschaft ist die einer großartigen Befreiung des Menschen von sich selbst und seinen alltäglichen Nöten zu rückhaltloser Liebe allen, sogar den Feinden gegenüber. Hört auf, um euch selbst zu kreisen. Hört auf mit der Kleinlichkeit eurer Liebe, die mehr Fessel eurer selbst und anderer ist.
Dann nennt er ein Beispiel: Eine Frau haben, als hätte man keine! Wie bitte? Wie soll das gehen? Werden nicht beide eins, sollen sie nicht ein Leben lang zusammenbleiben, bis der Tod sie scheidet? Und dann dieser ärgerliche Satz! Was meint Paulus wohl?

Paulus macht Ernst mit der eigenen Freiheit und der Freiheit des anderen, der - wie ich selbst - nicht irgendjemandes Besitz ist. Ja, Ehe ist nicht Eigentumsanspruch an den jeweils anderen. Ehe ist andauerndes Ausrichten auf die Bedürfnisse des anderen. Liebe braucht Raum, um mit der richtigen Distanz den anderen ganz zu sehen. Ein Liebesklumpen kann keine Bewegung zulassen. Und eine Beziehung braucht Bewegung, sonst erstickt sie. Dauerndes Werben braucht die Liebe. Sie braucht Spannung und Entspannung. Sie braucht das Ja-Wort als Grundsatz, aber sie braucht auch den streitbaren Dialog um den rechten Weg heute und morgen.
Das ist das Geheimnis einer dauerhaften, lebendigen Beziehung, in der nicht einer von beiden untergeht und nach Jahrzehnten bis zur Unkenntlichkeit verheiratet ist. Nur so gelingen wahre Beziehungen zwischen aufrecht bleibenden Menschen. So meint es dieser Satz wohl. Wie finden Sie das, liebe Gemeinde? Noch nicht überzeugend? Nun, dann hören Sie auf folgendes Zitat:
„Lasst Raum zwischen euch. Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel.
Lasst sie ein wogendes Meer zwischen den Ufern eurer Seelen sein. Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich, aber lasst jeden von euch auch allein sein.
So wie die Saiten der Laute allein sind und doch von derselben Musik erzittern.
Gebt eure Herzen, aber nicht in des anderen Obhut. Denn nur Gottes Hand kann eure Herzen umfassen.
Und steht zusammen, aber nicht zu nah; denn die Säulen des Tempels stehen für sich, und die Eiche und die Zypresse wachsen nicht im Schatten des anderen.“
Das finde ich überzeugend! Paulus argumentiert nicht von sich aus. Er schaut auf die Beziehungen von Menschen einzig von Gott her. Er ist das Maß. Gott überwindet menschliches Erkennen und nennt es Stückwerk. Er allein umfasst unser Herz ganz und erfasst deshalb menschliches Streben allein ganz. Wer miteinander recht und glücklich leben will, denke alles von Gott her. Deshalb kann Paulus sagen: Habt einander als Menschen, die Gott gehören. Geht mit euch selbst um als Personen, die Gott gehören. Die Würde des Menschen hat genau darin ihren Grund. Von dort her bekommt alles die Achtung voreinander. Wer die Würde eines Gottesgeschöpfes verletzt, bekommt es mit Gott selbst zu tun. Das war und ist Glaubensgut über Generationen hinweg. Die Achtung vor Gottes Wort und die Hoffnung in die Macht des Heiligen bringt uns doch auch heute hier im Gottesdienst wieder zusammen.

„Gott liebt diese Welt, er rief sie ins Leben.
Gott ist‘s, der erhält, was er selbst gegeben.
Gott gehört die Welt.“

So singen wir gleich. Der Liederdichter Walter Schulz versteht Gottes Liebe so, dass sie uns stärkt und herausfordert, uns für diese vorfindliche Welt einzusetzen, ihr nicht zu entfliehen in den stillen Winkel der Gleichgültigkeit.
Paulus schreibt nicht, um die Menschen zu irritieren. Paulus geht es um die Vollendung der Sache Jesu. Entschiedene Menschen braucht das Land. Deshalb fordert Paulus heraus. Ein Christ lebt in der Welt, aber er geht nicht in der Welt auf. Der Christ bezieht Stellung im privaten wie im gesellschaftlichen Leben. Denn Gleichgültigkeit ist die Sache des Paulus sicher nicht. Haben, als hätte man nicht -, das kann nur der, der von sich selbst absieht, der auf den anderen in neuer Weise aufmerksam wird und dessen Würde entdeckt. Dem anderen Menschen und sich selbst in Würde begegnen, ist Aufgabe der jungen Gemeinde in Korinth damals und der Gemeinden heute.
Unsere Gemeinden können die alten Paulusworte gut gebrauchen. Dass die Glieder der Gemeinde sich von Gott her verstehen, ist der Grund, auf dem sich alles andere aufbaut. Aber was strahlt davon auf den Einzelnen und die Gesellschaft über? Warum muss Paulus ein ums andere Mal dies in Briefen betonen?
Gemeinden sind vergesslich. Verlassen den Gottesweg. Straucheln. Fallen. Geben auf. Zu schwer ist die Umsetzung der göttlichen Wahrheit. Zu klein ist das Gottvertrauen. Deshalb immer wieder der Appell: Glaubt und handelt! Immer wieder mag Paulus Geschichten des gelingenden Gottvertrauens aufschreiben. Gottvertrauen, das Mut macht, scheinbar unmögliche Dinge zu tun, etwa sich zu lösen vom Gelingen-Müssen aus eigener Kraft.

Wir werden die Erde nur im Vertrauen auf Gott bewahren können. Göttliche Weisheit wird uns beistehen, wenn unser kleines Herz mutlos wird. Göttliche Kraft wird uns stärken, wenn wir vor dem Berg der weltweiten Armut stehen und nicht weiterwissen. Gott wird uns so lange um oder auf den Berg tragen, bis uns die Idee kommt, wie wir den Berg abtragen können. Gott verbindet die Bruchstücke unserer Taten der Nächstenliebe zu einem wunderbaren Ganzen, in dem das Versprechen einer gerechten Gesellschaft erfüllt ist. Hier findet jeder sein Glück im Glück des anderen. Aufrecht begegnen sich die Geschöpfe. In Achtung voreinander als Geschöpfe Gottes leben Menschen, lieben einander, lachen und weinen.
Paulus ist überzeugt, dass in Kürze der Herr Jesus wiederkommt, um Gottes Reich zu vollenden. So sind seine scheinbar unzumutbaren Forderungen zu verstehen. Für kurze Zeit wünscht er sich gewaltige Anstrengungen in den Gemeinden. Verweigert euch den Sitten und Gesetzen der Zeit, haltet dagegen mit eurem Vertrauen in Gott alleine. Und er wird euch nicht alleine lassen. Denkt alles, was ihr tut, von Gott her, auch und gerade in der Wartezeit, bis er wiederkommt und sein Versprechen erfüllt, dass alle Menschen wie Brüder und Schwestern angstfrei und in Würde beieinander leben – in der Familie, an der Arbeit, in Staaten und Religionen.
Vertraut auf Gott. Ihm gehört diese Welt. Ihm gebühren Ehre und Ruhm. Worauf noch warten? Gott ist doch mit uns, „am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag“. Ob vor oder nach der Sportseite der Zeitung. Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 409 Gott liebt diese Welt

* Fürbittengebet:
Lasst uns beten:
Herr, unser Gott, du siehst und hörst uns.
Du kennst uns, einen jeden.
Du liebst uns, eine jede.
Du hilfst uns immer und immer wieder.
Du bist der, der uns fordert und uns Zumutung ist.
Doch immer begegnest du uns als unser Heiland.
Dafür danken wir dir.
Erwartungsvoll sind wir, wenn das Wesen der Welt vergeht und wir schauen dürfen, wozu du uns frei machen willst,
dann, wenn der Glaube diese Welt verzaubert.
Mach uns frei dazu.
Gib uns den rechten, aufrichtigen, tätigen Glauben
an dich, an deine Wahrheit.
Gib ihn allen Menschen.
Da ist keiner, der es nicht nötig hätte,
mit glaubenden Augen zu sehen.
Zu wunderbar wird die Zukunft sein,
auf die wir ungeduldig warten.
Milch und Honig werden fließen und das Leid hat ein Ende.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte uns

* Bekanntmachungen:
Die Kollekte ist bestimmt Stationäre Altenhilfeeinrichtungen der Diakonie Hessen.

Wir feiern Gottesdienst am kommenden Sonntag, 21.10.2018 um 09.00 Uhr in Weilers und um 10.00 Uhr hier in Wächtersbach.

Durch die kommende Woche geleite uns der Wochenspruch aus Micha 6, Vers 8:
„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott“.

* Votum:
Der GOTT der Liebe,
der uns seine Gnade zugewandt hat,
festige in uns die Liebe
zu unseren Schwestern und Brüdern, zu Freundinnen und Freunden.
Herr,
segne meine Hände,
dass sie behutsam seien,
dass sie halten können,
ohne zur Fessel zu werden,
dass sie geben können
ohne Berechnung,
dass ihnen innewohne die Kraft,
zu segnen
und zu trösten.
Herr,
segne meine Augen,
dass sie Bedürftigkeit wahrnehmen,
dass sie das Unscheinbare nicht übersehen,
dass sie hindurchschauen durch das Vordergründige,
dass andere sich wohlfühlen können
unter meinem Blick.
Herr,
segne meine Ohren,
dass sie deine Stimme zu erhorchen vermögen,
dass sie hellhörig seien
für die Stimme der Not,
dass sie verschlossen seien
für den Lärm und das Geschwätz,
dass sie das Unbequeme nicht überhören.
Herr,
segne meinen Mund,
dass er dich bezeuge,
dass nichts von ihm ausgehe,
was verletzt und zerstört,
dass er heilende Worte spreche,
dass er Anvertrautes bewahre.
Herr,
segne mein Herz,
dass es Wohnstatt sei Deinem Geist,
dass es Wärme schenken und bergen kann,
dass es reich sei an Verzeihung,
dass es Leiden und Freude teilen kann.
Lass mich DIR verfügbar sein,
mein Gott,
mit allem, was ich habe und bin.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.
  Thema: Gottesdienst am 17. Sonntag nach Trinitatis, 23.09.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 23.09.2018 19:23   Titel: Gottesdienst am 17. Sonntag nach Trinitatis, 23.09.2018
Gottesdienst am 17.Sonntag nach Trinitatis,
23.9.2018
09.30 Uhr Ev. Kirche Kempfenbrunn mit Totengedenken
Text: Epheser 4,1-6

Orgelvorspiel

Lied EG + 34 Komm Heiliger Geist

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde,
herzlich Willkommen zum Gottesdienst am 17. Sonntag nach Trinitatis.
Das Thema heute Morgen lautet: Drei besondere Arten von Mut.
Ich wünsche uns einen Mutmachenden Gottesdienst heute am 17. Sonntag nach Trinitatis.

Lied EG 302, 1-3 Du meine Seele, singe

Eingangspsalm Psalm 25 (Spangenberg)

Ich habe Sehnsucht nach Dir, Gott,
ich möchte mit Dir reden,
weil ich allein nicht fertig werde.
Sag mir, was ich tun soll.
Nimm mich an der Hand,
wenn Du mir Deine Worte erklärst.
Du bist für mich wie ein großer Freund,
wie ein Bruder;
es gibt keinen Tag,
an dem ich nicht an Dich denke.
Ich bitte Dich: Nimm mich so, wie ich bin,
auch mit all meinen Schwächen
und decke sie zu,
damit nur Du allein davon weißt.
Mit Dir durchs Leben gehen:
Das bringt Sinn und Freude.
Auf Dich kann ich mich verlassen.
Ich glaube, Du sagst jedem klar,
was das Leben wert ist,
Hauptsache,
wir Menschen wollen uns nach Dir richten.
Du bietest allen Deine Freundschaft an.

Ich bin froh darüber.
Komm zu mir,
ich weiß manchmal nicht mehr aus noch ein.
Lass mich nicht allein.
Ich brauche Dich, und ich vertraue Dir.

Kommt, lasst uns anbeten

Aufforderung zum Bittruf
Zuversicht auf Gott setzen,
das fällt oft schwer.
Misstrauisch und ängstlich legen wir uns und andere fest
auf Rollen, aus denen wir nicht fallen dürfen,
auf Regeln, die immer gelten sollen.
Wir trauen Gott keine Veränderung zu
in unserem Leben.
Wir rufen:

Aufforderung zum Lobpreis
Gott spricht Menschen an,
Menschen verändern sich,
schenken dem Leben Vertrauen,
wachsen auf dich hin, Gott.
Wir singen:

Kollektengebet
Gott, unser Herr und Heiland,
wie oft hören wir ein Nein,
plagen uns mit Versagen und Versagungen!
Und doch ist hinter allem Nein
und selbst hinter deinem Nein
dein tiefes, heimliches Ja.
Lass es uns hören
im Wort deiner Dienerinnen und Diener.
Lass es uns hören
in der Lebendigkeit und Freiheit deiner Kinder.
Lass es uns erfahren und weitergeben
in guten und in bösen Tagen,
dass wir dich anbeten und loben und verherrlichen,
den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist
von Ewigkeit zu Ewigkeit.
AMEN.

Schriftlesung: Matthäus 15, 21-28

21 Und Jesus ging weg von dort und zog sich zurück in die Gegend von Tyrus und Sidon.
22 Und siehe, eine kanaanäische Frau kam aus diesem Gebiet und schrie: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Meine Tochter wird von einem bösen Geist übel geplagt.
23 Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten seine Jünger zu ihm, baten ihn und sprachen: Lass sie doch gehen, denn sie schreit uns nach.
A) Es kann auch übersetzt werden: »Stell sie zufrieden«.
24 Er antwortete aber und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
25 Sie aber kam und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir!
26 Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht recht, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde.
27 Sie sprach: Ja, Herr; aber doch fressen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen.
28 Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter wurde gesund zu derselben Stunde.

Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren – Halleluja

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Lied EG 321 Nun danket alle Gott


PREDIGT:
- Kanzelgruß
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Predigttext: Eph 4,1-6
[1] So ermahne ich euch nun, ich, der Gefangene in dem Herrn, dass ihr der Berufung würdig lebt, mit der ihr berufen seid, [2] in aller Demut und Sanftmut, in Geduld. Ertragt einer den andern in Liebe [3] und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens: [4] ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; [5] ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; [6] ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen.

Liebe Gemeinde.
In der gestrigen Wochenendausgabe einer Zeitung wurden unter dem Titel " Du sollst deinen Nächsten nicht zu nahe an dich heranlassen" drei Geschichten erzählt, bei denen einem das Lachen im Hals stecken bleibt und die zeigen wie weit es doch in unserer Gesellschaft gekommen ist.
Da passierte einem Mann ein Missgeschick, das dem ein oder anderen unter uns vielleicht auch schon mal passiert ist. Der Mann schließt seinen Geldbeutel, das Handy und den Autoschlüssel im Wagen ein, nach 30 Sekunden so vom Hersteller eingestellt verriegelt der Wagner wenn die Tür zu ist. Als er eine junge Frau um ein paar Cent zum Telefonieren bitten wollte, bekam ihm das schlecht. Er fand sich im Krankenhaus wieder. Die junge Frau hatte gerade einen Selbstverteidigungskurs absolviert und hielt den Mann für einen Sittenstrolch der ihr ans Leder wollte als er sie ansprach.
Schlimm erging es auch einem alten Mann, der seine beiden kleinen Enkel bei einem Verkehrsunfall verloren hatte. Nachdem er auf einem seiner Spaziergänge mit Hilfe von Schokoriegeln Kontakt zu Kindern gesucht hatte, wurde die Polizei alarmiert und das Gelände weiträumig umstellt. Bis sie eingriff, hatten Treusorgende Väter dem angeblichen Kinderschänder schon eine Abreibung vom feinsten verpasst.
Und schließlich war da noch die Studentin, die sich bei einem Meinungsforschungsinstitut etwas dazu verdiente. Als sie bei einer alten Dame klingelte um ihr ein paar Fragen zu stellen, wurde sie aus der halb geöffneten Tür von einem Strahl Reizgas empfangen und in die Besenkammer gesperrt, wo die alte Dame die Betrügerin für die Polizei aufbewahrte.
Erst drauf hauen und dann reden, das ist nicht zum Lachen. Erst verurteilen und dann vielleicht verstehen, das ist nicht zum Lachen. Angst und Misstrauen grassieren in unserer Gesellschaft, in der inzwischen zwei Drittel der Menschen allein im Haushalt leben. Und wo der vorauseilende Argwohn regiert, reduziert sich das Ansehen einer Person dann schnell darauf, dass er ja eine Unperson sein könnte, der alles zuzutrauen ist.
Das ist das wirkliche Leben, oder der ganz normale Wahnsinn, wie man will. Und der findet auch bei uns in der Kirche statt. Nicht erst seit gestern. Denn die Worte des Apostel Paulus passen zu solchen Geschichten. Ertragt einer den anderen in Liebe, demütig, sanftmütig, geduldig. Ach ja, so sollte es sein.
Ich kenne manche, die andere Erfahrung machen. Sie rufen mich an oder schreiben mir in Facebook oder in Whats Ap. Sie erzählen Geschichten, in denen erst verurteilt und dann nicht mehr zugehört wird. Sie brechen innerlich zusammen an der Wand aus Ablehnung, Vorurteilen und Schuldzuweisungen ihrer christlichen Nachbarschaft. Sie ertragen es nicht länger, wie Christenmenschen miteinander umgehen. Da ist der Bibelkreis, der zwar tiefschürfend über Zachäus nachdenkt, aber einem Mitglied dann zu verstehen gibt, dass man einen Zachäus wie ihn in einem solchen Kreis nicht haben will, und einen Vorbestraften nicht in der Diakonie, und den und den nicht länger in einem kirchlichen Amt. Schließlich geht es um die äußere Glaubwürdigkeit. Und so lange das so ist, wird es das unter uns geben: Den ängstlich gesenkten Blick, die vor den Mund gehaltene Hand, und die in der Tasche geballte Faust.
Liebe Gemeinde, das ist ein Skandal. Mögen sich draußen die Menschen ihrem Argwohn, ihren Ängsten, ihren Vorurteilen und Vorverurteilungen hingeben, sich so ein Zusammenleben irgendwann endgültig unmöglich machen und den gleichen Amok laufen, vor dem sie sich schützen wollen. Mögen sie irgendwann einmal merken, dass das, was in der Kirche durch Apostel wie Paulus gepredigt wird, doch nicht so blöd ist. Aber wie sollen sie's merken, wenn es bei uns genauso zugeht; wenn sie bei uns genau die gleichen schmerzlichen Erfahrungen machen. Erst draufhauen, dann fragen. Der Anschein genügt. Das ist ein Skandal.
Denn hier ist Kirche Jesu Christi. Hier ist die Gemeinschaft des Jesus von Nazareth, der den Seinen ein neues Gebot gibt: Dass ihr euch liebt untereinander wie ich euch geliebt habe. Hier fordert der Christus die Liebe unter uns ein, die er jedem von uns schenkt und zuspricht. Wir können uns nicht an den Tisch des Herrn setzen und dem anderen die Tischgemeinschaft verwehren. Wir können uns nicht Gottes Gnade und Vergebung zusprechen lassen und einander die Barmherzigkeit verweigern. Wir können nicht zur Familie Gottes gehören und andere aus der Familie ausschließen. Wir können nicht den Gott predigen, der uns Menschen ins Herz schaut und eine Kirche sein, der ihre Fassade und der äußere Schein wichtiger ist.
Darum ermahne ich euch nun, dass ihr einander ertragt in der Liebe. Dazu gehört mehr Mut, als zum Reizgas zu greifen. Unser Predigttext nennt drei Arten von Mut:
Demut. Den Mut, den anderen wert- und hochzuschätzen, auch wenn er schwierig ist und in meinen Augen verkehrt.
Sanftmut. Den Mut großzügig zu sein, zu vergeben ohne die Angst ausgenutzt zu werden und als Schwächling dazustehen.
Langmut. Den Mut zum Aushalten. Die Geduld, die dem anderen Zeit lässt.
Ich denke, für diese drei Arten von Mut, muss der Zeigefinger nicht mahnend erhoben werden. Erinnern wir uns nur einmal, wie wohltuend das war, wenn uns jemand mit solchem Mut begegnet ist. Wie gut das war, als seine Tür uns offen stand und er Platz für uns hatte. Wie er zu uns hielt, wenn uns andere die Tür vor der Nase zumachten. Erinnern wir uns, wie gut das war, wenn wir aufatmen konnten, weil eine auf uns lastende Schuld vergeben wurde. Was für eine Wohltat das war, wenn uns Zeit gelassen wurde, obwohl wir die Geduld der anderen strapazierten. Kurz gesagt: Welch eine Wohltat, Menschen mit solchem Mut, solcher Demut, Sanftmut und Langmut in unserer Nähe zu haben und gehabt zu haben.
Und wenn sie uns ausgegangen sein sollten, dann erinnert uns Paulus an den einen Geist, an die eine Hoffnung, an die eine Taufe, an den einen Herrn, an den einen Gott. Dann ist es vielleicht wieder einmal Zeit, sein Wort zu lesen und zu hören. Dann ist es bestimmt wieder einmal Zeit die Hände zu falten zum Gebet. Unser Predigttext endet ja in einem Lobpreis an den Gott, der über allen, durch alle und in allen ist.
Das heißt, wenn uns die Worte fehlen, dann ist es Zeit einfach einmal still zu werden, bis all die ängstlichen, verwirrten, argwöhnischen Stimmen leiser werden und schließlich ganz verstummen. Damit wir überhaupt wieder Schallraum haben für den Lobgesang, den alles Lebendige seinem Schöpfer singt. Auch wir sind lebendig. Es singt auch in uns; dieses Gebet zu dem, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden. Wir sind etwas besonderes, jeder einzelne von uns ist ein Geschenk Gottes und gleich lieb bei dem Vater. Er nimmt uns mit all unseren Ecken und Kanten so an wie wir sind. Wir müssen uns bei ihm nicht verstellen. Er trägt uns in allen Lebenslagen und durch alle Lebenslagen hindurch.
Dann ist es Zeit, wieder Schallraum zu gewinnen für das Evangelium vom menschenfreundlichen Gott. Zeit, dass Kirche Schallraum für dieses Evangelium und für nichts als dieses Evangelium ist, damit es Resonanz finden kann in unseren ängstlichen Herzen. Mut haben wir heute bitter nötig, Mut wie Demut, Sanftmut, und Langmut. Damit wir Menschen werden, die statt in ihrem Misstrauen und ihren Ängsten, eingewurzelt sind in der Liebe durch unseren Herrn Jesus Christus. Amen.
-Kanzelsegen
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

Lied EG 347 Ach bleib mit deiner Gnade

Fürbittengebet dazwischen EG 178 (11)

Jesus Christus,
du bist der Anfänger und Vollender unseres Glaubens,
darum bitten wir dich für deine Kirche,
dass sie den Glauben wagt
gegen alle niederschmetternden Prognosen,
gegen alle Mittelkürzungen
und gegen alle Gleichgültigkeit ihrer Mitglieder.
Herr, hilf ihr.
Wir rufen:

EG 178 (11) Herr, erbarme dich

Wir bitten dich für alle, denen Verantwortung übertragen wurde
in Politik und Wirtschaft,
in Kirche und anderen Bereichen,
dass sie es wagen, die bösen Geister zu vertreiben -
zwischen den Völkern,
zwischen den Konfessionen und Religionen.
Herr, hilf ihnen.
Wir rufen:

EG 178 (11) Herr, erbarme dich

Wir bitten dich für alle,
die selbst von bösen Geistern geplagt werden, -
sei es ein äußerer widriger Umstand
oder innere Niedergeschlagenheit oder körperliches Leiden.
Herr, hilf ihnen.
Wir rufen:

EG 178 (11) Herr, erbarme dich

Wir bitten um deine Kraft für uns,
dass wir uns aufmachen und Glauben riskieren, -
bis sich dein Himmel öffnet.
Herr, hilf uns.
Wir rufen:

EG 178 (11) Herr, erbarme dich

Wir bitten dich um deine Kraft für die Angehörigen unserer verstorbenen Schwester Gisela Rohmann die im Alter von 79 Jahren am 03.09.2018 verstorben ist und die wir gestern zur ewigen Ruhe im Wald der Stille beigesetzt haben. Mache uns Mut und gib uns Kraft den Verlust zu tragen und zu ertragen. Lass uns das gute und schöne was wir mit ihr erlebt und gelebt haben immer im Herzen tragen. Hilf uns zu begreifen, dass das Leben ein Ende haben muss und nimm unser Schwester auf in deinem Himmlischen Heiligtum. Lass uns Trost erfahren in den Worten:
„Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginn der Ewigkeit, in Gottes gnädigen Händen. Wir rufen und singen:

EG 178 (11) Herr, erbarme dich

In der Stille nennen wir die Namen derer, für die wir ganz persönlich um Gottes Beistand bitten.

S t i l l es Gebet

Alle bisher unausgesprochenen Bitten tragen wir mit dem Gebet vor Gott, das uns Jesus gelehrt hat.

Vater unser
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

Lied EG 562 Segne und behüte

Bekanntmachungen:
Kollekte: Eigene Gemeinde
Wochenspruch: Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. 1. Joh. 5., 4

Nächste Gottesdienste

Sonntag, 30.09.2018 mit Pfrin. Ehlers

9:30 Uhr Gottesdienst zum Erntedankfest mit Abendmahl in Kempfenbrunn

14:00 Uhr Gottesdienst zum Erntedankfest mit Abendmahl in Flörsbach in der SKG Halle
Abkündigungen

Wer sich fragt, warum haben am Freitag, 21. September 2018, zwischen
18.00 -18.15h im gesamten Kirchenkreis Gelnhausen die Kirchenglocken geläutet?
Auch bei uns in Kempfenbrunn?
Damit erinnerten die Kirchen an den internationalen Tag des Friedens.

Gemeinde um Erntegaben für diese Gottesdienste bitten.

Votum
Nicht, dass jedes Leid dich verschonen möge,
noch dass dein zukünftiger Weg stets Rosen trage,
keine bittere Träne über deine Wege komme
und kein Schmerz dich quäle -
dies alles wünsche ich dir nicht.
Sondern:
dass dankbar du allzeit bewahrst die Erinnerung an gute Tage.
Dass mutig du gehst durch Prüfungen,
auch wenn das Kreuz auf deinen Schultern lastet,
auch wenn das Licht der Hoffnung schwindet.
Was ich dir wünsche:
dass jede Gabe Gottes in dir wachse,
dass einen Freund du hast,
der deiner Freundschaft wert.
Und dass in Freud und Leid
das Lächeln des Mensch gewordenen Gotteskindes
dich begleiten möge.
Segen
Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gottesdienst am 15. Sonntag nach Trinitatis, 09.09.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 09.09.2018 22:08   Titel: Gottesdienst am 15. Sonntag nach Trinitatis, 09.09.2018
Gottesdienste am 15. Sonntag nach Trinitatis
09.09.2018
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
Text: Matthäus 6, 25 - 34


* Lied EG + 34 Komm Heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde, ich heiße Sie und Euch alle ganz herzlich willkommen zum Gottesdienst am 15. Sonntag nach Trinitatis. Das Thema heute Morgen lautet: Sorget euch nicht. Ich wünsche uns allen einen Mutmachenden Gottesdienst.

*Lied EG 432 Gott gab uns Atem

*Eingangspsalm:
Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn,
er wird's wohl machen.

Hoffe auf den Herrn und tu Gutes,
bleibe im Lande und nähre dich redlich.
Habe deine Lust am Herrn;
der wird dir geben, was dein Herz wünscht,
und wird deine Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht
und dein Recht wie den Mittag.
Sei stille dem Herrn und warte auf ihn.
Entrüste dich nicht über den, dem es gut geht,
der seinen Mutwillen treibt.
Steh ab vom Zorn und las den Grimm,
entrüste dich nicht, damit du nicht Unrecht tust.
Lass ab vom Bösen und tu Gutes,
so bleibst du wohnen immerdar.
Denn der Herr hat das Recht lieb
und verlässt seine Heiligen nicht.

Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn,
er wird's wohl machen.

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
"Sorgt nicht", sagt Jesus.
Wir könnten sorgloser leben,
aber wir trauen uns nicht.
Darum stehen sie auf gegen uns:
Sorgen und Klagen, Kummer und Zorn.
Wir bitten um Gottes Erbarmen

*Aufforderung zum Lobpreis:
"Sorgt nicht", sagt Jesus.
Klein anfangen
mit schlichtem Vertrauen:
Gott kann es erwecken,
einmal und immer wieder,
auch in uns.
Mit allen, die darauf warten,
lasst uns singen:

*Kollektengebet:
Jesus Christus hat gesagt:
"Sorgt euch nicht um euer Leben!
Ängstigt euch nicht!
Euch soll es um das Reich Gottes gehen;
dann wird euch das andere dazugegeben."
Darum beten wir:

Gott. Wir fürchten,
wenn wir uns auf dich einlassen,
wird unser Leben noch schwerer;
wenn wir uns für deine Sache mühen,
kommen wir selber zu kurz.
Mach uns frei von der Angst.
Gib uns Freude an deinem Reich
und las uns erfahren, dass dir allein die Zukunft gehört.
Das gewähre uns durch Jesus Christus.
G: AMEN

* Schriftlesung: Lukas 12, 16-21
Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, dessen Feld hatte gut getragen.

17 Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle.
18 Und sprach: Das will ich tun: ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen, und will darin sammeln all mein Korn und meine Vorräte
19 und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut!
20 Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast?
21 So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 361, 1-3 Befehl du deine Wege

* PREDIGT:
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Textlesung: Matthäus 6, 25 - 34
Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?
Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.
Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen?
Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.
Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.

Liebe Gemeinde!
Eine Zumutung ist das! "Sorget nicht!"
Die Benzinpreise steigen wieder.
Das Gespenst der Altersarmut geht um im Land.
Unsere Kinder wird eine Welt hinterlassen die Angst macht.
Der Frieden ist an vielen Orten der Welt gefährdet oder es herrscht gar Krieg. Und der Unmut ist so groß wie lange nicht mehr.
Die ganz persönlichen Nöte sind alle Morgen neu.
Unsere Gesundheit ist angeschlagen.
Die Gemeinschaft in vielen Ehen und Familien ist kurz vor dem Zerbrechen.
Und so vieles andere beschäftigt uns, quält uns, raubt uns den Schlaf... Und da heißt es:
Sorget nicht!?
Ja, wer möchte denn nicht manchmal vor lauter Sorge um die Zukunft verzweifeln und Glauben und Hoffnung fahren lassen? Gibt es nicht zu viele Gründe, sich Sorgen zu machen, ja, sich zu ängstigen: Wo will das denn alles noch hinaus? Wie soll das denn noch weitergehen? Wird nicht alles für uns nur immer schwerer und schlimmer?
Sorget nicht...das Leben ist mehr als Speise und Kleidung... Gewiss, das stimmt ja auch. Wer sich immer nur Gedanken macht, der bringt sich leicht um jegliche Freude. Wenn ich immer nur das Schlimmste erwarte, dann wird es nur umso sicherer eintreffen. Du vergiftest mit deinem Pessimismus auch noch das wenige Schöne, das dir das Leben bietet. - Ja, das Leben ist mehr als unser Essen, der Leib ist mehr als was wir anziehen. Wenn wir doch nur alles ein wenig leichter nehmen könnten! Wenn uns nur nicht ständig die Angst überfiele. Wenn ich doch ruhig schlafen könnte, wenn ich an Morgen denke. Sorget nicht, euer Leben ist mehr...; wie leicht sagt sich das! Aber wie schwer lässt sich das beherzigen.
Wie verlernt man die Sorge? Wie gewinnen wir Mut und Zuversicht?
Ich kenne einen, der besitzt bestimmt fünf Lebensversicherungen. Vollkasko beim Wagen, Unfall-, Haftpflicht-, alles geregelt und gesichert. Da kann nichts passieren - dachte er. In der Ernährung ist er vorsichtig: Streng fettarm, fast salzlos, nie im Übermaß! So verlangt es die Gesundheit. Damit kann einer 100 Jahre alt werden - meinte er. Vor ein paar Monaten hat er erfahren, dass er Krebs hat. Das, womit er nicht gerechnet hat, ist eingetreten. Er kann nicht damit fertigwerden.
Eine Mutter kannte ich einmal, die brachte sich fast um vor Sorge um ihre Kinder. Als sie noch klein waren, war sie immer mit Hilfe und Zuspruch um sie herum. Jeder Augenblick der Kleinen war überwacht. Es konnte ihnen nichts geschehen. Vor Gefahren wurden sie behütet, drohte Streit, dann griff die Mutter ein. Später nannte man die Kinder ein wenig unselbständig, bis... Bis zu der Zeit, wo sie ausbrachen, nacheinander, in unterschiedlichem Alter, aber alle, ohne Ausnahme! Sie wollten nur nocheins: Raus aus der behüteten Nähe der Mutter, endlich eigene Erfahrungen machen, auch einmal auf die Nase fallen, nur nicht mehr länger so betuttelt werden... Und, soweit ich den Lebensweg der Kinder noch weiterverfolgen konnte, es hat ihnen nichts geschadet, ja, es ist ihnen gut bekommen!
Und noch einen kennen wir alle: Es war ein reicher Kornbauer, der hatte eine gute Ernte gehabt. Und da er die Fülle der Gaben nicht mehr in seinen Scheunen und Vorratshäusern unterbringen kann, lässt er neue bauen. Dann lagert er all sein Korn und seine Früchte und spricht zu sich selbst: Nun sei guten Muts, iss und trink und lass dir's wohlgehen. Du hast jetzt dein Auskommen für viele Jahre; mach dir keine Sorgen mehr! - Aber in der Nacht spricht Gott zu ihm: Du Narr, noch heute Nacht wird man deine Seele von dir fordern.
Man fragt sich wirklich: Was nützen uns eigentlich all die Sorgen, die wir uns machen und die uns aufreiben?
Einen ganz anderen kennen wir noch. Jesus nennt ihn unseren "himmlischen Vater". Und ich weiß niemand und nichts, dem ich meine Ängste und meine Sorgen, meine Zweifel und alles, was mir zusetzt und mich um den Schlaf bringt lieber anvertrauen möchte, als einem "Vater", dem einen Vater aller Menschen. Er sieht nach uns. Kein Schritt, den wir tun, den er nicht wüßte. Kein Gedanke, den er nicht kennt. Kein Schmerz, der ihm nicht auch wehtut. Kein Leid, an dem er nicht mitträgt. Keine Sorge, die ihm nicht auch schwer aufliegt. Kein Augenblick, in dem er uns allein ließe, der Vater. Darum: Sorget nicht! Euer himmlischer Vater weiß ja, dass ihr all dieser Dinge bedürft! Er wird euch Lebensunterhalt geben. Er wird euch mit allem versorgen, was ihr braucht. Er wird euch auch Morgen darreichen, was euch nötig ist. - Aber eben nicht das, was ihr wollt! Der Vater kennt wohl die Wünsche seiner Kinder, aber er erfüllt sie nicht alle. Er weiß wohl um jede Not, aber er erspart sie uns nicht immer. Er führt uns sogar einmal ins Leiden - aber er führt uns auch hindurch. Sorget nicht! Einer sorgt für euch, der weiß, was ihr braucht, um als Mensch zu leben. Und selbst wo uns der Vater aus diesem Leben gehen heißt, entlässt er uns nicht aus seiner Fürsorge: Er führt seine Kinder in sein ewiges Haus. Wirklich: Wer den Vater kennt, hat keinen Grund zur Sorge. Was soll uns geschehen? Was könnte uns von seiner Liebe trennen, die den einzigen Sohn leiden und sterben lässt, damit wir begreifen: Der Vater will, dass wir leben! Schon gar keinen Grund haben wir zur Sorglichkeit, die aber auch alles Schöne verdirbt und in alles Gute das Gift der bösen Erwartungen bringt. Sorget nicht, der Vater, der uns alles schenken will, der uns in dieser und der anderen Welt in seiner Nähe haben will, der wird uns nicht in den kleinen Sorgen und Ängsten des Alltags versinken lassen. Wir sind unter den Augen des Vaters, und genauso auch alle, die wir liebhaben und um die wir uns Sorgen machen.
Liebe Gemeinde, die Jagd um den Lebensunterhalt wird uns weiter in Atem halten. Manchmal werden wir uns fragen, wie das wohl noch weitergeht. Auch vor Arbeitslosigkeit ist jetzt keiner von uns gefeit. Der Frieden braucht weiter unseren Einsatz und seine Bedrohung unsere ganze Aufmerksamkeit. Vielleicht wird unser Kind keine Möglichkeit haben, einen Beruf zu lernen. Mancher von uns wird sein Leid noch lange mitschleppen müssen. Einige werden durch Krankheit und Zeiten der Dunkelheit gehen. So wie unsere Schwester Roswitha Naumann, die es nie leicht hatte, auf der Straße lebte und am Ende dann in einem Seniorenstift verstarb. Aber: Nichts von alledem geschieht als blindes Schicksal! Nichts ist zu gering, als dass es nicht dem Vater im Himmel am Herzen läge und Sorgen machte. Was er schon versieht, in der Hand hält und zum Besten wendet, das muss uns keine Gedanken, schon gar keine Ängste mehr machen. Wir sind frei, das Notwendige - ohne Sorge, ohne Angst und ohne Hast - zu tun.
"Trachtet vielmehr zuerst nach Gottes Reich und seine Gerechtigkeit". Jetzt kann es uns gelingen, dem nachzudenken, was Gottes Sache unter den Menschen dient. Vielleicht bekommen wir Herz und Hände einmal los vom Eigenen - und tragen an der Sorge des Nachbarn mit. Vielleicht auch lösen sich manche Schwierigkeiten, wenn erst die Sorglichkeit uns nicht mehr so verkrampft und wir so gebannt auf uns selbst und unser Leben starren. Sorget nicht! - Wir haben einen Vater im Himmel, der sieht nach uns und allem, was uns begegnet. Ich wünsche uns ein wenig von der gelassenen Zuversicht, der frohen Sorglosigkeit der Kinder, die wissen, dass ihr Vater in der Nähe ist und seine guten Augen nach ihnen sehen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 408 Meinem Gott gehört die Welt

* Fürbittengebet:
Lasst uns beten und unaufhörlich bitten:
um alles, was wir von Herzen wünschen,
um alles, was wir zu brauchen meinen,
bitten wir Gott, er wolle es uns geben.
Um Brot auf dem Tisch, jeden Tag,
um Speise und Trank,
um Kleidung für den Leib,
um eine gute Gesundheit,
um einen sicheren Weg,
um ein bewohnbares Haus für jeden Menschen. Wir singen:

G: Lied EG 178, 9 Kyrie Eleison

Lasst uns beten
um das Licht unserer Augen,
um die Luft, die wir atmen,
um die Stimme, mit der wir sprechen,
um Sonne und Regen zu seiner Zeit,
um die Keimkraft der Natur.
Lasst uns beten um all die selbstverständlichen Dinge,
die uns immer wieder gegeben werden
von Gott, unserem Schöpfer und Vater. Wir singen:

G: Lied EG 178, 9 Kyrie Eleison

Erbitten wir auch, was wir am meisten brauchen:
die Sympathie und Zuneigung unserer Mitmenschen.
Wir bitten
um die Treue unserer Freunde,
um die Treue unseres Gottes,
die Großmut aller, die wir beleidigt haben,
die Liebe derer, die wir lieben. Wir singen:

G: Lied EG 178, 9 Kyrie Eleison

Lasst uns auch beten
um die sichere Zukunft unserer Kinder,
um glückliche Tage für unsere Alten,
um die Freude an unserer Arbeit,
Geduld bei Misserfolg,
Friede auf Erden. Wir singen:

G: Lied EG 178, 9 Kyrie Eleison

Für alle, die Mangel leiden am Allernotwendigsten,
wollen wir bitten:
Um Genesung unserer Kranken,
um eine neue Chance des Lebens für die Gescheiterten,
um Vertrauen und Energie für die Enttäuschten.
Lasst uns beten:
Die verloren umhergehen, mögen der Freundschaft begegnen;
den Mißhandelten und Unbegabten soll Recht widerfahren. Wir singen:

G: Lied EG 178, 9 Kyrie Eleison

Und lasst uns beten, dass wir selbst das Gute tun,
dass wir die Wahrheit den Lügen vorziehen,
dass wir einander nicht im Stich lassen, wenn wir etwas dabei gewinnen,
dass wir nicht übelnehmen, was gut ist,
dass wir einander nicht verleumden und verspotten. Wir singen:

G: Lied EG 178, 9 Kyrie Eleison

Wir bitten dich für unsere verstorbene Schwester Roswitha Naumann und unseren verstorbenen Bruder Willi Weigel, nimm die beiden auf in dein Reich. Schenke ihnen die ewige Ruhe und tröste du uns die wir zurück bleiben müssen. Hilf uns den Schmerz zu ertragen und lehre uns begreifen das wir leben und zu sterben. Wir singen:

G: Lied EG 178, 9 Kyrie Eleison

Zu ihm, der unsere Fragen kennt, bevor wir sie ausgesprochen haben,
beten wir:
Herr, unser Gott, nimm an unsere Fürbitten
und mach uns bereit für alles, was von dir kommt,
durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte uns

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Diakonie Katastrophenhilfe (Info-Zettel liegen in der Kirche)


Wochenspruch:
Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch. 1. Petr. 5, 7

Nächste Gottesdienste:

Sonntag, 16. September 2018 mit Lektorin Kempf

9:15 Uhr in Lettgenbrunn
10:30 Uhr in Lohrhaupten

Abkündigungen:

Mittwoch, 12. September 2018

19:00 Uhr Frauenkreis in Lohrhaupten im Gemeindehau

Samstag, 15. September 2018

16:00 Uhr Kindergottesdienst in Lohrhaupten im Gemeindehaus

* Votum:
Gott segne euch, die ihr warten könnt;
er öffne euch Seine Türen zu Seiner Zeit.
Gott segne euch, die ihr lauschen könnt;
er senke in eure Ohren Sein gutes Wort.
Gott segne euch, die ihr staunen könnt;
er erfülle eure Herzen mit Seinem Licht.
Gott segne euch, die ihr glauben könnt;
er lasse euch Seine Verheißung schauen.
Gott segne euch, die ihr lieben könnt;
er mache euch zu Feuern in Kälte und Dunkelheit.
Es segne und behüte euch Gott,
der Allmächtige und Barmherzige,
der da war,
der da ist
und der da kommt.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Taufgottesdienst am 15. Sonntag nach Trinitatis, 09.09.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 09.09.2018 22:06   Titel: Taufgottesdienst am 15. Sonntag nach Trinitatis, 09.09.2018
Taufgottesdienst von Luisa Hess
am 15. Sonntag nach Trinitatis
am 09. September 2018 um 09.15 Uhr
in der Ev. St. Johanneskirche Lettgenbrunn
Text: Psalm 91, 11

Lied EG + 34 Komm Heiliger Geist

Begrüßung:
Wir feiern diesen Taufgottesdienst im Namen des Vaters, der uns auf allen Wegen begleitet,
im Namen Jesu, der uns alle kennt und für uns da sein will,
und im Namen des Heiligen Geistes, der mitten unter uns ist. Amen.

Wir wollen in diesem Taufgottesdienst heute morgen Luisa Hess taufen.
Unser kleine Täufling Luisa, seine Eltern, Katrin und Markus, Luisa`s Bruder Lukas, die Patin Manuela, Verwandten und Freunde begrüße ich deshalb ganz besonders herzlich heute zum Taufgottesdienst von Luisa.
Ich wünsche uns einen Mutmachenden Gottesdienst.

Lied EG 610 Herr deine Liebe

Eingangspsalm:
HERR, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zu-schanden werden, errette mich durch deine Gerechtig-keit!

Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends!
Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!
Denn du bist mein Fels und meine Burg,
und um deines Namens willen wollest du mich leiten und füh-ren.
Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir heimlich stellten; denn du bist meine Stärke.
In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott.

HERR, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zu-schanden werden, errette mich durch deine Gerechtig-keit!

(Ps. 31, 1-6)
Kommt lasst uns anbeten

Gebet :
Herr Jesus Christus, so vieles bewegt uns heute morgen,
am Tag der Taufe von Luisa. Wir denken an all das, was nun hinter uns liegt, an die große Freunde und Aufregung, als Lui-sa zu ihrer Familie kam, an die Hoffnungen und Ängste in den ersten Tagen und Wochen.
Wir denken auch an das, was vor uns liegt, an die Verantwor-tung, die wir für Luisa tragen.

Herr,wir wissen, wie viel Zuwendung, wie viel Liebe Luisa braucht, damit sie voller Vertrauen aufwächst.
Doch wir wissen auch, Herr, dass unsere Liebe begrenzt ist,
zeitlich und räumlich, aber auch in ihrer Kraft und Tiefe.

So werden auch Stunden und Tage kommen, wo Luisa unsere Liebe entbehren muss, wo wir ihrem Herzen ferne sind.

Herr Jesus Christus, lass Luisa immer dann,wenn wir ihr nicht nahe sind, die Wahrheit deiner Verheißung erfahren,
die auch heute über diesem Kind ausgesprochen wird:
"Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende".
AMEN

Lesung Markusevangelium:
Gottes Liebe gilt jedem Menschen von Anfang an, selbst wenn ein Mensch noch gar nichts von Gott weiß, noch gar nichts wissen kann. Deshalb taufen wir auch schon kleine Kinder. Und wir denken dabei an eine Geschichte, die uns im Markus-Evangelium erzählt wird:
Einmal brachten Leute Kinder zu Jesus. Er sollte sie segnen. Aber die Jünger wiesen sie zurück. Als Jesus das merkte, wurde er zornig und sagte zu ihnen: „Lasst die Kinder doch zu mir kommen und hindert sie nicht daran. Denn für Menschen wie sie, ist Gottes Türe weit offen. Und ich sage euch: Wer sich Gott gegenüber nicht wie ein Kind öffnet, der wird nie ei-nen Zugang zu Gott finden.“ Dann nahm er die Kinder in die Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.

Lesung Mt 28, 18-20:
Hört den Tauf- und Missionsbefehl Jesu am Ende des Matthäusevangeliums:
Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Taufversprechen der Eltern und Paten:
Uns sind Kinder anvertraut. Euch als Eltern und als Patin. Es ist gut, dass Luisa Menschen haben wird, die für sie Verant-wortung tragen, auf die sie sich verlassen kann. Wir sind auch dafür da, dass Luisa erfährt, dass sier zur Familie Gottes ge-hören soll, dass sie eingeladen ist zu einem Leben mit Gott und in seiner Gemeinde. Daher frage ich Euch Eltern und Pa-tin: Möchtet Ihr, dass Luisa getauft wird auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, Möchtet Ihr sie begleiten auf ihren Wegen in diese Welt hinein? Möchtet Ihr Luisa helfen, dass sie ihre eigenen Weg ins Leben findet und auch dann zu ihr stehen, wenn dieser Weg anders aus-sieht, als Ihr ihn Euch vorstellt? Möchtet Ihr Eurem Kind und Patenkind die Möglichkeiten geben, von Jesus Christus zu er-fahren, in dem Gottes Liebe ein menschliches Gesicht be-kommen hat, weil diese Liebe auch ihr gilt und sie als Kind Gottes leben soll?

So antwortet: Ja, dazu sind wir bereit mit Gottes Hilfe!

Verlesen des Taufspruchs:
Luisa, über Dir wird in der Taufe diese Verheißung ausge-sprochen: DeinTaufspruch lautet:
„Denn er hat seinen Engeln befohlen, das sie dich behü-ten auf allen deinen Wegen“.
(Ps. 91,11)

Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied vom Liedzettel: Vergiss es nie

Taufe:
Im Namen dessen, der uns bei unserem Namen ruft,
(etwas Wasser ins Taufbecken füllen)
im Namen dessen, zu dem Gott bei seiner Taufe sprach: »An dir habe ich Wohlgefallen!«,
(weiteres Füllen des Taufbeckens mit Wasser)
im Namen dessen, der in der Taufe gegenwärtig ist und Ge-mein¬schaft wirkt –,
(noch einmal Wasser ins Taufbecken gießen)
im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geis-tes.

Taufe Luisa:
Als Zeichen dafür, dass Gott dieses Kind ganz persönlich ruft, nennen Sie als Patin den Namen des Kindes.
Patin:
Luisa

Luisa, ich taufe dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Gott Vater Sohn und heiliger Geist gebe dir seinen Gnade, Schutz und Schirm vor allem Argen, stärke und Hilfe zu allem guten, das du bewart wirst zum ewigen Leben,
Friede sei mit dir (+). AMEN.

Taufsegen:
Noch ehe deine Füße eigene Schritte tun, weiß Gott den Weg für dich Luisa und führt dich deine Pfade. Noch ehe deine Lip-pen die ersten Worte sprechen, ist Sein Wort über dir, und sagt: Du bist mein geleibtes Kind. Noch ehe das Leben dich fordernd empfängt, weiß Er sich gefordert, deine Hilfe zu sein. Mögest du auf all deinen Wegen beschützt und bewahrt sein. Der Wind stärke dir den Rücken. Die Sonne erwärme dein Gesicht. Der Regen erfrische dein Leben. Alle Orte sollen dir Heimat werden. Alle deine Wege mögen zu guten Zielen füh-ren. Das wünsche ich dir im Namen Gottes des Vater und des Sohnes und des heiligen Geistes: AMEN


Anzünden der Taufkerzen: mit Lukas zusammen
Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Die Taufkerze brennt heute bei der Taufe von Lea und soll sie immer darin erinnern, dass ihr mit der Taufe das Licht des Lebens versprochen wird.
Damit wir die Kerzen alle noch sehen, bitte ich sie, sie auf den Altar zu stellen.

Tauferinnerung von Lukas:
Mit Taufwasser von Luisa segnen und freier Text dazu.

Taufkerze von Lukas anzünden.

Freie Worte
Segen für die Eltern und Paten:
- Gott segne euch Eltern. Er hat euch euer Kind geschenkt. Er helfe euch, ihm zu zeigen, Gott und die Menschen zu lie-ben.
- Gott segne die Patin. Sie haben eine große Verantwortung übernommen. Er helfe ihnen, diese Aufgabe zu erfüllen.
- Gott segne den stolzenm Bruder. Du hast eine Schwester die dich braucht und die du lieb hast. Das sieht der liebe Gott sehr gerne.
- Gott segne uns alle. Er helfe uns, dass wir sein Wort in der Gemeinde hören und nach seiner Liebe leben. Amen.

Lied EG 577 Kind du bist uns anvertraut

PREDIGT:
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Got-tes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Katrin, lieber Markus, lieber Lukas, liebe Patin Manuela, liebe Verwandte und Freunde von Luisa, liebe Gemeinde!

1. Einmaligkeit und Dankbarkeit

Es gibt wunderschöne Worte, die ausdrücken, was viele von uns beim Anblick eines kleinen Kindes bewegt.
»Du bist zur Welt gekommen, Luisa.
Einmalig, mit einem unverwechselbaren Äußeren, einem We-sen, das nur du hast.
Wir schauen dich an und wissen, dass wir vor einem Geheim-nis stehen, dem Geheimnis des lebens, vor dem Geschenk deines Lebens. Dafür empfinden wir tiefe Dankbarkeit,
und wie vor deiner Geburt spüren wir jetzt, dass wir das Ei-gentliche deines Lebens nicht in Händen halten.«

Luisa ist euer zweiter Sonnenschein. Sie schreit nur dann, wenn sie Hunger hat. Das kann ich sehr gut verstehen. Lukas der Bruder von Luisa ist stolz auf seine kleine Schwester und liebt sie. Er ist ihr beschützer.

Zu Luisas Taufspruch den wir gleich hören habe ich uns eine Wahre Geschichte mitgebracht.
Nach der Konfirmation ist er in den Küsterdienst an der Ha-nauer Marienkirche gegangen, war mit auf Küsterrüstzeiten gefahren. Und irgendwann hat er sich entschieden, dass er mit dem Glauben ernst machen wollte. Dass er ganz bewusst als Christ leben wollte. Er hatte quasi genau die Antwort ge-geben, die auf die Taufe als Baby irgendwann einmal folgen soll, damit die Taufe einen Sinn hat. Und genau an diesem Tag, als er das getan hatte, als er ganz intensiv gebetet hatte, genau an dem Tag fuhr er mit dem Fahrrad von der Marien-kirche Hanau nach Hause in den Tümpelgarten und da pas-sierte es: Er legte sich heftig mit dem Fahrrad auf Höhe des Sportgeländes der 1860 auf die Nase. Es ist nichts Schlim-mes passiert, aber Schürfwunden, Verstauchungen, und das Fahrrad war Schrott. Eine halbe Stunde vorher hatte er ganz intensiv gebetet und Gott gesagt, dass er an ihn glauben woll-te, dass er Jesus in seinem Leben nachfolgen wollte. Und dann liegt er da auf der Straße mit kaputtem Fahrrad. Und er überlegt ganz ernsthaft: Soll ich den Glauben nicht am besten direkt wieder an den Nagel hängen? Was bringt das schon – wenn Gott mich noch nicht einmal vor Fahrradunfällen be-schützt? Er hat sich die Frage ganz ernsthaft gestellt. Aber dann hat dieser Junge, der später Lektor und dann Prädikant wurde, mit dem Glauben doch weiter gemacht, obwohl seine Eltern dagegen waren. Die hatten mit Kirche und Glauben so gar nichts am Hut. Weil er begriffen hat, dass Glaube keine Versicherung ist gegen die Unglücksfälle des Lebens. Keine Garantie, dass im Leben immer alles glatt geht. Sondern ein letztes Vertrauen auf Gott und eine letzte Geborgenheit bei Gott, auch wenn man Leid und Unglück erfährt.
Darum ihr liebenliebe Gemeinde geht es auch in Luisas Taufspruch, aus Psalm 91 Vers 11 wo es heißt:

„Denn er hat seinen Engeln befohlen, das sie dich behü-ten auf allen deinen Wegen“.

2. Bewahrung im Unglück
In der Zeitung stand einmal folgende Kleinanzeige:
„Ich danke Gott und dem Fahrer des blauen Mercedes,
der uns durch seine schnelle Reaktion vor einem schlimmen Unfall bewahrt hat.“
Am nächsten Tag stand an der gleichen Stelle der Zeitung ei-ne Antwort, eine Kleinanzeige mit dem Text:
„Schwein gehabt. Der Mercedesfahrer“.
Eine gefährliche Situation, in der zwei Menschen ganz knapp einem Unglück entgangen sind. Und die beiden betrachten das ganz unterschiedlich: „Ich danke Gott“ auf der einen Sei-te, auf der anderen Seite „Schwein gehabt“. Es kommt also ganz auf meine Einstellung an, wie ich solche Situationen be-trachte und
mit ihnen umgehe. Jemand hat einmal gesagt:
„Ein Atheist ist ein Mensch, der niemanden hat, dem er „Dan-ke“ sagen kann.“
Da ist viel Wahres dran: Wenn ich an Gott glaube, dann habe ich eine Adresse, an die ich mich wenden kann mit meinem Dank. Mit meinem Dank für die Geburt von Luisa. Mit meinem Dank, wenn ich vor etwas Schlimmem bewahrt worden bin. Wenn ich nicht an ihn glaube, dann bleibt als Reaktion nur ein „Schwein gehabt“.
Wenn ich an Gott glaube, habe ich jemanden, dem ich danken kann für Schutz und Bewahrung in meinem Leben. Von die-sem Schutz, dieser Bewahrung ist in Luisas Taufspruch und in dem ganzen Psalm ausführlich die Rede. Aber es gibt ja – leider – auch die Erfahrung, dass Leid und Unglück passieren, dass man nicht auf Händen getragen wird, sondern zu Boden stürzt. In solchen Situationen von Leid und Unglück kann ich
sagen „Pech gehabt“. Oder ich kann so damit umgehen, wie es die Menschen in der Bibel getan haben: Ich kann mein Leid, meine Traurigkeit, auch meine Enttäuschung und meine Zweifel Gott klagen. Denn zum Glauben gehören beide Erfah-rungen: Die Erfahrung von Schutz und Bewahrung, für die ich Gott danke. Aber auch die Erfahrung von Leid, von Dingen, die ich nicht verstehe – und die mir das Glauben vielleicht manchmal schwer machen.
„Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen“.
Dieser Satz allein genommen hört sich so an, als gäbe der Glaube eine Garantie, dass einem kein Unglück, nichts Böses geschehen könnte. Aber wenn man den Psalm genauer liest, dann merkt man: Da ist ja ganz viel von Unglückserfahrungen die Rede: Und so ist der Glaube ja nicht eine naive
Vorstellung, dass einem nichts Schlimmes zustoßen könnte. Sondern das Vertrauen: Auch in Leid und Unglück, ist Gott bei mir.

3.) Engel sein
Der Taufspruch von Luisa ist ein beliebtes Bibelwort. Weil es von Gottes Schutz spricht. Aber wohl auch, weil es so ein schönes, anschauliches Bild ist: Engel, die einen auf Händen tragen. Heutzutage sind Engel wieder ziemlich „in“. Es gab mal eine Zeit in den 70 ern bis in in den Anfang der jahrtau-sendwende, da waren Engel verpöhnt. Ihr kennt sie ja alle die Bilder und Figuren. Am bekanntesten sind die Putten, kleine dicke süße Engel. Ich hatte mal ein solches Köstum an als ich noch 30 kg mehr hatte. Eine aufgeklärte und intelligente Frau hat mir einmal davon erzählt, dass sie in einer bestimmten Si-tuation ihres Lebens ihren Schutzengel gesehen hat. Ich kann nicht beurteilen, ob das wirklich so war. Aber warum nicht? Ich bin davon überzeugt das in meinem Leben, mein Schutz-engel ganz schön zu tun hat und auch noch zu tun haben wird.
Unser Wort „Engel“ kommt vom griechischen Wort „Angelos“ - und das heißt übersetzt. Bote oder Gesandter. Engel sind Bo-ten, Gesandte Gottes. In der Bibel sind nicht die Engel selbst wichtig, sondern wichtig ist, dass von Gott her etwas bei den Menschen ankommt: Seine Botschaft, sein Schutz, seine Nä-he.
Ein Pfarrer wollte einmal einen Hausbesuch bei einer alten Dame machen. Die Dame erwartete in dem Moment aber nicht den Pfarrer, sondern ihre Enkeltochter. Und deswegen fragte sie, als der Pfarrer klingelte, durch die Gegensprechan-lage: „
Bist du es, mein Engel?“ „Nein, bin ich nicht, aber ich komme von der gleichen Firma“ bekam sie zur Antwort.
Wir sind von der gleichen Firma. In dem Sinn können und sol-len wir alle Engel sein. Nicht, dass wir alle so lieb wären wie ein Engel oder so aussehen wie ein Engel oder mit einer En-gelsgeduld gesegnet wären.
Sondern dass wir Boten Gottes sein sollen. Menschen, die anderen etwas von Gott weitersagen und weitergeben. Men-schen, die anderen Nähe schenken. Und vielleicht spürt der andere durch unsere Nähe etwas von Gottes Nähe. Sie Kath-rin und Markus als Eltern und sie Manuela als Patin haben das übrigens vorhin erklärt, dass sie Engel sein wollen. Dass sie nämlich Luisa den Glauben an Gott, den Glauben an Je-sus Christus nahe bringen wollen.
Die frohe Botschaft an ihren Sonnenschein Luisa weiterge-ben, Botschafter Gottes, Engel sein wollen. Und auch das
Umgekehrte kann gelten: Ich weiß nicht, ob „Engelchen“ zu den Kosenamen gehört, mit denen sie Luisa anreden. Aber auch das kann und soll so sein, dass Luisa für sie und für an-dere ein Engel, ein Botschafter Gottes ist. Ein indische Dich-ter hat einmal gesagt:
»Jedes Kind bringt die Botschaft mit auf die Welt, dass Gott sich von den Menschen noch nicht hat entmutigen lassen.«
Dass Er noch mit uns zu tun haben will.
Hoffentlich kommt die Botschaft bei uns an und wir reagieren darauf und antworten auf Gottes Botschaft.
Nach der glücklichen Geburt von Luisaa kann man sagen: „Schwein gehabt.“ Oder man kann Gott dafür danken. Wenn man so ein süßes einzigartiges Kind anguckt, kann man sa-gen: Ganz süß, und man kann staunen und den Schöpfer lo-ben, der hinter diesem Wunder steht. Engel sein für andere, Botschafter Gottes sein für andere – das können und das sol-len wir.
Sie als Eltern, Lukas als Bruder, Sie als Patin und Luisa selbst werden es einmal sein. Ihrr Engelchen ist ein von Gott ange-nommenes und geliebtes Kind. Er hat ja zu Luisa gesagt und er will das Luisa behütet und beschütz wird auf all ihren We-gen. Er wird sie tragen und stützen und in allem was sie tut wird er bei ihr sein. Amen

Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. AMEN.

Lied: EG 200,1+2+4 Ich bin getauft auf deinen Namen

Fürbittengebet:
Prädikant
Wir bitten dich, liebender Gott, für Luisa.
dass sie deine Liebe stets spürt, dass stets Menschen da sind, die zuhören können, dass Menschen da sind, die ihren Glauben stärken,dass sie offen sind für deine frohe Botschaft und darin Hilfe für ihr Leben finden, dass sie deinen Segen spüren und ein Segen für andere Menschen sein kann.

Manuela
Wir bitten dich, sanfter Gott, für Luisa, dass sie viel Liebe und Geborgenheit durch die Menschen erfahre, die sie so anneh-men wie sie ist, denen sie vertrauen kann und die für sie im-mer da sind und ihr helfen, dass sie im Vertrauen wachsen kann
und dass sie lieben lernen kann von ganzem Herzen. Das Lu-isa getragen wird in Liebe und dass auf all ihren Wegen Gott an ihrer Seite ist.

Lukas
Wir bitten dich, lieber Gott, für die Familie und die Patin um deinen Beistand, damit sie Luisa mit Güte, Weisheit und Ge-duld begleiten und dass sie für sie beten und ihr Christsein vorleben.

Manuela
Wir bitten dich, lieber Gott, für uns alle, dass wir uns der Ver-antwortung für dieses Kind bewusst sind und dass wir allen Kindern eine Welt übergeben, in der sie gut und gerne leben mögen.

Lukas
Wr bitten dich, lieber Gott, das wir uns der Verantwortung für die Schöpfung bewusst sind und mit den Rohstoffen behut-sam umgehen für die nächsten generationen. Das uns, den Kinder eine Welt hinterlassen wird, in de wir gut leben können.

Prädikant
Wir danken dir, dass du Luisa mit Namen gerufen und in die Gemeinschaft der Kirche eingeführt hast.
Amen

In der Stille bringen wir vor dich Herr, was uns in dieser Gottesdienstlichen Stunde besonders am herzen liegt.

Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

Lied EG 562 Segne und behüte

Bekanntmachungen:
Kollekte: Diakonie Katastrophenhilfe (Info-Zettel liegen in der Kirche)

Wochenspruch:
Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch. 1. Petr. 5, 7

Nächste Gottesdienste:
Sonntag, 16. September 2018 mit Lektorin Kempf

9:15 Uhr in Lettgenbrunn
10:30 Uhr in Lohrhaupten


Abkündigungen:

Mittwoch, 12. September 2018

19:00 Uhr Frauenkreis in Lohrhaupten im Gemeindehaus

Samstag, 15. September 2018

16:00 Uhr Kindergottesdienst in Lohrhaupten im Gemein-dehaus

Votum:
Schwestern und Brüder,
erhebt euch zum Segen,
fasst die Hände der Menschen zu beiden Seiten:
Geht hin im Namen des lebendigen und fürsorgenden Gottes,
der uns seinen Geist schenkt.
Geht hin, um euch allem entgegenzustellen,
was das Leben von Kindern, Frauen und Männer versklavt.
Geht hin, um euch daran zu freuen,
dass wir einander haben,
geht hin, um das neue Leben aus Gottes Geist zu feiern.
Gott segne euch!

Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein An-gesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gottesdienste am 13. Sonnntag nach Trinitatis, 26.08.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 26.08.2018 19:21   Titel: Gottesdienste am 13. Sonnntag nach Trinitatis, 26.08.2018
Gottesdienste am 13. Sonntag nach Trinitatis
09.15 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn mit Taufaufgebot
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
26.08.2018
Text: Mathäus 21, 28-32

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Votum:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Der Wort und Treue hält und der nicht Fahren lässt das Werk seiner Hände. AMEN

* Begrüßung:
Liebe Gemeinde, ich heiße Sie alle und Euch alle ganz herzlich willkommen zum Gottesdienst am 13. Sonntag nach Trinitatis. Das Thema unseres Gottesdienstes heute Morgen lautet: Am Sonntag sind wir eingeladen, uns zu besinnen, zur Besinnung zu kommen. Wir sind eingeladen, den gewohnten Trott zu unterbrechen und Jesus Christus nachzufolgen. Ich wünsche uns allen hier, heute Morgen einen mutmachenden Gottesdienst.

*Lied EG 168, 1-3 Du hast uns Herr gerufen

*Eingangspsalm:
Psalm 113 EG 745 im Wechsel mit der Gemeinde
Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Wir verurteilen andere und sind doch selbst nicht ohne Schuld. Wir hören Gottes
Gebot, wollen aber unser Leben nicht ändern. Wir zeigen mit den Fingern auf andere, um von uns und unserer Ablehnung abzulenken.
Wir bitten Gott um erbarmen und rufen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Noch gewährt uns Gottes Güte Zeit, uns zu besinnen, auf das wichtige im Leben eines Christen. Darum können wir umkehren und verantwortlich vor ihm leben. Wir dürfen bei Gott immer wieder neu beginnen.
Wir loben Gott und singen:

*Kollekten Gebet:
Lasst uns beten:
Gott, wir bitten dich, lass uns zu Besinnung kommen, das wir dein Wort hören und annehmen.
Lass uns einen neuen Anfang wagen mit dir und Deinem Sohn, damit wir Jesus nachfolgen, auf dem Weg Der Liebe und der Besonnenheit, auf dem Weg der Offenheit und des erständnisses, auf dem Weg der Achtung voreinander, dass bitten wir dich durch deinen lieben Sohn der mit dir in der Einheit des heiligen Geistes lebt und leben schenkt, heute, morgen und in alle Ewigkeit.
G: AMEN

* Schriftlesung: Lukas 18, 9-14
9 Er sagte aber zu einigen, die sich anmaßten, fromm zu sein, und verachteten die
10 Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.
11 Der Pharisäer stand für sich und betete so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner.
12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme.
13 Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig!
14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 251, 1-3 Herz und Herz vereint zusammen

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.
Liebe Gemeinde,

viele von Ihnen gehen regelmäßig sonntags in die Kirche. Manche sind fast immer da, andere sehe ich alle vierzehn Tage, drei Wochen, und ich hoffe, Sie kommen gerne. Denn ob Sie's glauben oder nicht, manchmal muss ich Sie regelrecht in Schutz nehmen für Ihren Gottesdienstbesuch.
Folgende Szene passiert mir immer wieder einmal: Da besuche ich jemand aus meiner Gemeinde zum runden Geburtstag und lande, mit leckeren Häppchen oder Kaffee und Kuchen bewaffnet, auf dem Sofa neben einem entfernten Neffen oder Schwager des Geburtstagskindes. Ich frage ihn, wo er wohnt, oder nach seinen Kindern und merke, wie er im Laufe des Gesprächs an seinen Knöpfen spielt. Neben einem Lektor zu sitzen, das scheint ihm selten zu passieren, und ihm ist nicht ganz wohl dabei. Das Gespräch gerät ins Stocken, aber nach einer ganzen Weile platzt es dann aus ihm heraus: »Wissen Sie, Herr Wagner, meine Frau und ich, wir gehen ja nicht all zu oft in die Kirch.« Ich nicke verständnisvoll. »Aber, ... wir sind auch anständige Leute, und mindestens genauso anständig wie die, die jeden Sonntag in die Kirche rennen und immer fromm tun. So gut wie die sind wir allemal.« Oft weiß er dann eine Geschichte zu erzählen von Leuten, die fromm dahergeredet, aber dann im Alltag ganz anders gehandelt haben. »Am Ende, Herr Wagner, kommt's doch darauf an, was einer tut, und nicht, was einer sagt.« Dem kann man ja kaum widersprechen.
Trotzdem fühle ich mich in dem Augenblick immer ganz unwohl in meiner Haut. Ich möchte so gerne über Sie und die anderen Gottesdienstbesucher etwas Gutes sagen, aber ich weiß, es hat überhaupt keinen Sinn. Dieser Mann steht unter Druck. Er meint, er müsste sich mir gegenüber rechtfertigen, warum er nicht in die Kirche geht. Deshalb muss er einfach schlecht über die Kirchgänger reden und denken. Und hat er nicht recht? Kommt es nicht tatsächlich mehr darauf an, was einer tut, als was er sagt? Würde unser Mann öfter in die Kirche gehen, dann hätte er jetzt vielleicht sogar eine Jesusgeschichte parat. Die steht bei Matthäus im 21. Kapitel und ist heute unser Predigttext:

28 Was meint ihr aber? Es hatte ein Mann zwei Söhne und ging zu dem ersten und sprach: Mein Sohn, geh hin und arbeite heute im Weinberg. 29 Er antwortete aber und sprach: Nein, ich will nicht. Danach reute es ihn, und er ging hin. 30 Und der Vater ging zum zweiten Sohn und sagte dasselbe. Der aber antwortete und sprach: Ja, Herr! und ging nicht hin. 31 Wer von den beiden hat des Vaters Willen getan? Sie antworteten: Der erste. Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr. 32 Denn Johannes kam zu euch und lehrte euch den rechten Weg, und ihr glaubtet ihm nicht; aber die Zöllner und Huren glaubten ihm. Und obwohl ihr's saht, tatet ihr dennoch nicht Buße, so daß ihr ihm dann auch geglaubt hättet.

Liebe Gemeinde
Ein hatte Mann zwei Söhne: Wenn Sie Geschwister oder mehrere Kinder haben, wissen Sie, damit fängt's schon an. Neid, Eifersucht, das Vergleichen und die ewige Konkurrenz um die Liebe der Eltern. Die Bibel weiß: kaum sind die ersten Geschwister auf der Welt, da erschlägt einer den anderen, weil Gott die Gabe von Abel freundlich ansieht und die von Kain nicht. Jakob und Esau, die Zwillinge, sollen sich schon im Mutterleib gestritten haben. Passen Sie auf, wenn am Heiligen Abend die Geschwister stolz ihre selbstgemachten Geschenke überreichen. Passen Sie nur auf, sonst sind Enttäuschung und Streit vorprogrammiert. Serben und Albaner, Protestanten und Katholiken, immer wieder gibt es Streit und Konkurrenz, und damit man sich besser fühlt, denkt man schlecht über die anderen oder bringt sie gleich um.
In Israel zur Zeit Jesu war für viele fromme Juden sehr klar, was der Wille Gottes war. Die Gebote, an die sie sich hielten, gaben eine eindeutige Richtschnur ab. Sie halten war gut, sie brechen war schlecht. Das eigene Volk im Auftrag der Römer ausbeuten, wie die Zöllner das taten, war in jedem Fall schlecht, mit einer Sexualität ohne Liebe Geld verdienen wie die Prostituierten auch. Dem hätten auch Jesus oder Johannes der Täufer zugestimmt. Der Schluss lag nahe: wer Schlechtes tut, ist eben ein schlechter Mensch, und wer Gutes tut, ein guter. Und es tut immer gut zu wissen, dass man ein guter Mensch ist. Ganz besonders, wenn der Lektor neben einem sitzt.
Aber genau hier spielt Jesus nicht mehr mit. Natürlich kommt es aufs Tun an und nicht auf fromme Sprüche. Da hätte er dem Mann auf dem Sofa recht gegeben. Aber die, die Schlechtes tun, darauf festzunageln und sie zu schlechten Menschen zu erklären, das ist nicht Gottes Wille. Denn Gott glaubt daran, liebe Gemeinde, dass Menschen sich ändern können. Niemand ist ein hoffnungsloser Fall für ihn. Darum haben Johannes und Jesus die Umkehr gepredigt, und Zöllner und Prostituierte sind ihnen gefolgt. Das war ja wirklich nicht in Ordnung, was die getan haben, aber Jesus ist überzeugt, sie können sich ändern, und Gott will, dass sie sich ändern. Gott will die Versager und die Schuldiggewordenen nicht in ihrem selbstgemachten Elend festhalten, ihm ist nichts lieber, als sie da herauszuholen. Daher ist es eben nicht Gottes Wille, dass wir anderen ihre Schuld nachtragen, schon gar nicht, damit wir uns als bessere Menschen fühlen können. Die Frommen, die, die Sünder und Heuchler öffentlich kritisieren, aber ihnen nicht aus ihrer Schuld heraushelfen, die es gar nicht mal versuchen, die sind im Grunde froh drum, dass es so bleibt, wie es ist, dass sie schlecht über andere und darum gut über sich denken können.
Ihnen erzählt Jesus die Geschichte von den zwei Söhnen, eine Alltagsgeschichte, von der so mancher ein Lied singen kann. Es gibt die braven Ja-Sager und die, die immer erst rebellieren müssen. Aber dann erlebt man die erstaunlichsten Dinge. Bei uns Menschen wird ein Nein schnell zum Ja und ein Ja schnell zum Nein. So sind wir oft, und deshalb hat niemand Grund, auf sein Ja zu Gott oder zur Tugend stolz zu sein. Wichtiger als unser Ja zu Gott ist Gottes Ja zu uns, und das gilt auch denen, die Fehler machen, versagen oder schuldig werden. Es macht einfach keinen Sinn, die Welt in schwarz und weiß einzuteilen. Vielleicht sollte ich das dem Mann auf dem Sofa mal so erklären: »Sie haben recht. Die Leute, die sonntags in die Kirche gehen, verhalten sich unter der Woche oft wirklich schlimm. Die werden zornig ohne Grund, die halten Versprechen nicht ein, die nehmen sich keine Zeit für Menschen, die sie brauchen, die denken manchmal nur den eigenen Vorteil. Tatsächlich, so sind die. Aber die wissen auch genau, dass sie am nächsten Sonntag wiederkommen dürfen, dass sie trotz ihrer Schuld neu anfangen dürfen. Und deshalb kommen die immer wieder gern. Und weil sie es erlebt haben, wie sie selber sich geändert haben, darum trauen sie auch anderen zu, sich zu ändern. Darum tragen sie auch anderen ihre Schuld nicht nach, sondern wenn sie für die eigenen Fehler um Vergebung bitten, bitten sie auch um die Kraft, ihren Schuldigern zu vergeben. So sind die eben. Ein komisches Völkchen, da haben Sie recht. Aber immerhin nicht nachtragend, wenn man schlecht über sie denkt. Einfach etwas lockerer und nicht so festgelegt.« Ich glaube, so werde ich das dem Mann auf dem Sofa das nächste Mal erklären. Ich hoffe, das ist in Ihrem Sinne. Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 262, 1-4 Sonne der Gerechtigkeit

*Taufaufgebot nur in Lettgenbrunn:
Am 09. September 2018 taufen wir hier in der Ev. Kirche Lettgenbrunn Luisa Hess die am 15.05.2018 das Licht der Welt erblickte. Gott der als Licht der Welt in diese Welt gekommen ist, leuchtet unserem Täufling und seiner Familie. In jedem Kind wird die große liebe Gottes erfahrbar und die Freude die damit verbunden ist. In den Kinderaugen sehen wir das Licht das Jesus Christus verkörpert.
Wir wollen für Luisa beten:
Lieber Vater, wir bitten dich für unseren Täufling um Schutz und Begleitung auf all ihren Wegen. Lass du Luisa viele Fußabdrücke in dieser Welt hinterlassen. Hilf den Eltern Katrin und Markus, Luisas Bruder Lukas und der Patin Manuela, dass sie Luisa im Christlichen Glauben erziehen und ihr Vorbild sind. Lass ihr Leben getragen sein von Liebe, Respekt, Achtung, Hoffnung und Glauben.
Dankbar sind wir Herr, für Luisa die du angenommen hast und die du liebst. AMEN

*Lied EG 206, 1 Liebster Jesu wir sind hier

* Fürbittengebet:
Wir bringen unsere Fürbitten gemeinsam vor Gott und wollen zwischen den Gebetsversen dass Kyrie eleison singen, es ist im EG die Nummer 178, 9.

So lasst uns erheben und beten:

Jesus Christus, du bist den Weg gegangen,
den uns der Vater gewiesen hat.
Wir möchten dir folgen und singen:

EG 178, 9 Kyrie eleison...

Du hast verlässlich geredet.
Im gesprochenen Wort, im Gespräch kommst du
uns nahe. Löse uns die Zunge, wenn wir aus Furcht
und Stolz verstummen. Wecke Worte in uns die
wecken und befreien, wir singen:

EG 178, 9 Kyrie eleison...

Du hast Ungewohntes, Unerwartetes getan, um
Menschen zu helfen, und dich, wenn nötig, über
Vorgegebenes hinweggesetzt. Gib uns den Mut
Und die Hoffnung, Ungewohntes zu tun,
wenn es dem Leben dient und anderen Menschen
gut tut. Wir singen:

EG 178, 9 Kyrie eleison...

Du hast uns Menschen dich selbst gegeben,
du hast dich verschenkt. Hilf uns
loszulassen und abzugeben.
Hilf uns gerecht zu sein. Wir singen

EG 178, 9 Kyrie eleison...

NUR LETTGENBRUNN
Du hast Luisa das Leben geschenkt, sei du bei ihr auf all ihren Wegen. Nimm deine schützende Hand nicht von ihr. Lass uns dankbar sein für dieses Leben und lass uns staunen über das unfassbare und einzigartige Geschenk was die Geburt eines Kindes ist. Segne die Eltern, den Bruder und die Patin. Wir singen:

EG 178, 9 Kyrie eleison...

Den weg, den du gegangen bist, Jesus, soll unser Weg sein.
Dein Geist soll uns treiben, dass wir ihn gehen, zur
Freude des Vaters.
Wir beten in der Stille weiter was uns in dieser Gottesdienstlichen Stunde besonderes am Herzen liegt......
Stilles Gebet

Das Unaussprechliche und Namenlose legen wir in die Worte, die Jesus Christus uns gelehrt hat und beten:

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Diakonie Hessen

Wochenspruch: Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.
Mt. 25,40

Nächste Gottesdienste

Sonntag, 02. September 2018 in Lohrhaupten mit Pfrin. Ehlers

10:00 Uhr Gottesdienst zu den Konfirmationsjubiläen mit Abendmahl

Kein Gottesdienst in Lettgenbrunn

Sonntag, 09. September 2018 in Lettgenbrunn mit IHNEN

9:15 Uhr Gottesdienst mit Taufe

* Votum:
Nicht, dass jedes Leid dich verschonen möge,
noch dass dein zukünftiger Weg stets Rosen trage,
keine bittere Träne über deine Wege komme
und kein Schmerz dich quäle -
dies alles wünsche ich dir nicht.
Sondern:
dass dankbar du allzeit bewahrst die Erinnerung an gute Tage.
Dass mutig du gehst durch Prüfungen,
auch wenn das Kreuz auf deinen Schultern lastet,
auch wenn das Licht der Hoffnung schwindet.
Was ich dir wünsche:
dass jede Gabe Gottes in dir wachse,
dass einen Freund du hast,
der deiner Freundschaft wert.
Und dass in Freud und Leid
das Lächeln des Mensch gewordenen Gotteskindes
dich begleiten möge.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Taufgottesdienst am Samstag, 25.08.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 25.08.2018 20:30   Titel: Taufgottesdienst am Samstag, 25.08.2018
Taufgottesdienst am Vortag des
13. Sonntag nach Trinitatis
14.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
Taufe von Leano Volkmann
Samstag, 25.08.2018
Text: Psalm 118, 6

* Lied EG + 34 Komm Heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
AMEN. Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat. AMEN

Liebe Taufgemeinde,
was für ein schöner Tag heute. Liebe Stephanie, lieber Jan, lieber Julien, lieber Leander, liebe Patin Meike, lieber Familie und liebe Angehörigen, liebe Freunde der Familie. Heute ist der große Tag von Leano, den wir heute taufen werden. Es gibt nichts schöneres als ein Kind der Obhut Gottes zu übergeben. Ich wünsche uns allen einen mutmachenden Taufgottesdienst

*Lied EG 161 Liebster Jesu wir sind hier

Eingangspsalm:
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Gott du kennst mich. Du achtest auf mich Herr.
Nie gibst du mich verloren.
Ich sitze oder stehe, ich liege oder gehe,
du hältst deine Hand über mir.

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Alle meine Wege sind dir bekannt, alles was ich denke und sage. Du kennst es. Mein ganzes Leben liegt offen wie ein Buch vor dir.
Wenn ich in Schwierigkeiten bin, willst du mich begleiten.
Wenn ich nicht aus noch ein weiß und mich am liebsten
Verstecken möchte, so bleibt dir meine Not nicht verborgen.

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Du achtest auch mich.
Du gibst mich nicht verloren.
(Nach Psalm 139)
Kommt lasst uns anbeten:
*Taufe:

Gebet:
Herr Jesus Christus, heute Mittag bringen wir dir Leano um ihm das Sakrament der Taufe zu spenden. Wir nehmen ihn heute in die Gemeinschaft und in die Nachfolge Jesu Christi auf. An so viele Dinge denken wir heute zurück. An den Moment der Geburt von Leano. Gerade einmal 4 Wochen und 6 Tage ist er auf dieser Welt. So zerbrechlich die kleinen Händchen, die kleinen Füßchen. So vieles bewegt uns heute Mittag hier in Wächtersbach. Wohin wird die Reise des kleinen Sonnenscheines gehen? Was für Wege muss er gehen? Leano steht am Anfang seines Lebens und darf sich getragen und geliebt fühlen. Er hat wunderbare Eltern und zwei wunderbare Brüder. Liebende Großeltern und eine tolle Familie. Wir wissen aber auch, dass wir Leano`s Leben in deine gnädige Hand legen dürfen und dass Leano geborgen ist in deinem Schutz.
Herr, wir wissen, wie viel Zuwendung, wie viel Liebe Leano braucht, damit er voller Vertrauen aufwachsen kann. Doch wir wissen auch, Herr, dass unsere Liebe begrenzt ist, zeitlich und räumlich, aber auch in ihrer Kraft und Tiefe.
So werden auch Stunden und Tage kommen, wo Leano unsere Liebe entbehren muss, wo wir seinem Herzen ferne sind.

Herr Jesus Christus, lass Leano immer dann, wenn wir ihm nicht nahe sein können, die Wahrheit deiner Verheißung erfahren, die auch heute über seiner Taufe ausgesprochen wird:
"Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende".
AMEN

Lesung Markusevangelium:
Gottes Liebe gilt jedem Menschen von Anfang an, selbst wenn ein Mensch noch gar nichts von Gott weiß, noch gar nichts wissen kann. Deshalb taufen wir auch schon kleine Kinder. Und wir denken dabei an eine Geschichte, die uns im Markus-Evangelium erzählt wird:
Einmal brachten Leute Kinder zu Jesus. Er sollte sie segnen. Aber die Jünger wiesen sie zurück. Als Jesus das merkte, wurde er zornig und sagte zu ihnen: „Lasst die Kinder doch zu mir kommen und hindert sie nicht daran. Denn für Menschen wie sie, ist Gottes Türe weit offen. Und ich sage euch: Wer sich Gott gegenüber nicht wie ein Kind öffnet, der wird nie einen Zugang zu Gott finden.“ Dann nahm er die Kinder in die Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.

Lasst uns gemeinsam unseren christlichen Glauben bekennen:

Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 577 Kind du bist uns anvertraut

Lesung Mt 28, 18-20:
Hört den Tauf- und Missionsbefehl Jesu am Ende des Matthäusevangeliums:

Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Taufversprechen der Eltern und Paten:
Uns sind Kinder anvertraut. Euch Stephanie und Jan vor allem als Eltern und dir Meike als Patin. Es ist gut, dass Leano Menschen haben wird, die für ihn Verantwortung tragen, auf die er sich verlassen kann. Wir sind auch dafür da, dass Leano erfährt, dass er zur Familie Gottes gehören soll, dass er eingeladen ist zu einem Leben mit Gott und in seiner Gemeinde. Daher frage ich Euch Stephanie und Jan und dich die Patin Meike: Möchtet Ihr, dass Leano getauft wird auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, Möchtet Ihr ihn begleiten auf seinen Wegen in diese Welt hinein? Möchtet Ihr ihm helfen, einen eigenen Weg ins Leben zu finden und auch dann zu ihm stehen, wenn dieser Weg anders aussieht, als Ihr ihn Euch vorstellt? Möchtet Ihr Eurem Kind und Patenkind die Möglichkeiten geben, von Jesus Christus zu erfahren, in dem Gottes Liebe ein menschliches Gesicht bekommen hat, weil diese Liebe auch ihm gilt und er als Kind Gottes leben soll?

So antwortet: Ja, dazu sind wir bereit mit Gottes Hilfe!

Verlesen des Taufspruchs:
Leano, über Dir wird in der Taufe diese Verheißung ausgesprochen: Dein Taufspruch lautet:
Der Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun. (Psalm 118, 6)

Taufe:
Im Namen dessen, der uns bei unserem Namen ruft,
(etwas Wasser ins Taufbecken füllen)
im Namen dessen, zu dem Gott bei seiner Taufe sprach: »An dir habe ich Wohlgefallen!«,
(weiteres Füllen des Taufbeckens mit Wasser)
im Namen dessen, der in der Taufe gegenwärtig ist und Gemein-schaft wirkt –,
(noch einmal Wasser ins Taufbecken gießen)
im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Taufe Leano:
Als Zeichen dafür, dass Gott dieses Kind ganz persönlich ruft, nennen Sie als Patin den Namen des Kindes.
Patin::
Leano

Leano, ich taufe dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Gott Vater Sohn und heiliger Geist gebe dir seinen Gnade, Schutz und Schirm vor allem Argen, stärke und Hilfe zu allem guten, das du bewart wirst zum ewigen Leben,
Friede sei mit dir (+).
AMEN.

Taufsegen:
Noch ehe deine Füße eigene Schritte tun, weiß Gott den Weg für dich Leano und führt dich deine Pfade. Noch ehe deine Lippen die ersten Worte sprechen, ist Sein Wort über dir, und sagt: Du bist mein geleibtes Kind. Noch ehe das Leben dich fordernd empfängt, weiß Er sich gefordert, deine Hilfe zu sein. Mögest du auf all deinen Wegen beschützt und bewahrt sein. Der Wind stärke dir den Rücken. Die Sonne erwärme dein Gesicht. Der Regen erfrische dein Leben. Alle Orte sollen dir Heimat werden. Alle deine Wege mögen zu guten Zielen führen mein lieber Leano. Das wünsche ich dir im Namen Gottes des Vater und des Sohnes und des heiligen Geistes: AMEN
Anzünden der Taufkerzen von Leano:
Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Die Taufkerze brennt heute bei der Taufe unserem Täuflinge und soll sie immer daran erinnern, dass mit der Taufe ihr das Licht des Lebens versprochen wird.
Damit wir die Kerzen alle noch sehen, bitte ich sie, sie auf den Altar zu stellen.

Tauferinnerung für Julien und Leander:
Julien und Leander, mit dem Wasser von Leano segnen und dann ihre Taufkerzen anzünden.

Freie Texte sprechen.

Segen für die Eltern und Patin:
- Gott segne euch die Eltern Stephanie und Jan. Er hat euch dieses dritte Kinder geschenkt. Er helfe euch, ihm zu zeigen, Gott und die Menschen zu lieben.
Gott segne dich die Patin Meike, du hast eine große Verantwortung übernommen. Er helfe dir, diese Aufgabe des Patentamtes zu erfüllen.
- Gott segne euch Julien und Leander, dass ihr weiterhin so toll auf euren kleinen Bruder aufpasst und für den kleinen Bruder da seid.
- Gott segne uns alle. Er helfe uns, dass wir sein Wort in der Gemeinde hören und nach seiner Liebe leben. Amen.

* Lied EG + 60 Vergiss es nie

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
„Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen“. AMEN.

Lieber Leano, liebe Stephanie, Lieber Jan, lieber Julien, lieber Leander, liebe Taufgemeinde,

was habe ich schon für Namen bei Taufen gehabt.
Da waren schon welche dabei wo ich dachte, den würde ich für mein Kind nicht nehmen wollen. Ich weiß das einige von euch nicht glauben wollten das Leano der Name des Kindes ist. Wenn ihr euch fragt wieso der Name? Ganz einfach. Leano ist nach seinem großen Vorbild und Vorreiter benannt. Jetzt überlegt jede und jeder hier, wen meint der denn? Na ist doch klar. Nach seinem Vorbild „Leander“ ist er benannt. Und dass man beide Namentlich verwechselt ist nicht schlimm, dass passiert Steffi und Jan auch. Und an den Großvater der Appell: Er heißt nicht Leandro, grinsen und zwinkern

Das ist euer drittes Kind. Leano ist euer dritter Sonnenschein. Also euer Haushalt besteht aus 4 Männern und zwei Frauen, Steffi und die Hündin. Und was sagte Julien beim Taufgespräch von Leano als ich sagte das 4 Kind wird ein Mädchen, nö lieber noch einen Bruder, ist besser zum Spielen.
Eigentlich war ja der Geburtstermin Freitag der 13.07.2018. Aber Leano wollte noch nicht. Er wartete noch eine gute Woche und hatte es dann um so eiliger am 19.07.2018 auf die Welt zu kommen. Kaum hatte Steffi den Jan geweckt, so gegen 02.00 Uhr morgens, ging es um 02.10 Uhr nach Bad Orb die Kinder abgeben, da war es 02.20 Uhr. Gegen 02.30 Uhr seid ihr in den Main Kinzig Kliniken angekommen und um 02.55 Uhr erblickte Leano das Licht der Welt. Das ging sehr schnell und in dieser Zeit schafft man nicht einmal, sich volllaufen zu lassen.

Es gibt wunderschöne Worte, die ausdrücken, was viele von uns beim Anblick eines kleinen Kindes bewegt.
»Du bist zur Welt gekommen, Leano.
Einmalig, mit einem unverwechselbaren Äußeren,
einem Wesen, das nur du hast.
Wir schauen dich an und wissen,
dass wir vor einem Geheimnis stehen,
vor dem Geschenk deines Lebens.
Als ich Leano beim Taufgespräch am 26.07. abends in
meinem Arm hielt, spürte ich das erste Mal in meinem Leben was es heißt, vor diesem Geheimnis eines Menschenlebens zu stehen. Wie wunderbar es ist zu sehen und zu spüren was aus Liebe entsteht. Ich war beflügelt von dem Leben und diesem großartigen Geschenk, dass ihr euch gemacht habt.
Dafür empfinden wir tiefe Dankbarkeit,
und wie vor deiner Geburt Leano, spüren wir jetzt,
dass wir das Eigentliche deines Lebens nicht in Händen halten.

Ja, einmalig und unverwechselbar ist Leano. er ist jetzt knapp 5 Wochen alt. Das ganze Leben liegt noch vor dir Leano.
Ich habe uns einen Zollstock mitgebracht.
In vielen Kinderzimmern gibt es Messlatten, an denen man eintragen kann, wie groß ein Kind ist.
Kleine Kinder finden es immer wieder spannend zu schauen, wieviel sie wieder in welchem Zeitraum gewachsen sind.

Wisst ihr Steffi und Jan wie groß Julien, Leander und Leano sind?
(Steffi und Jan antworten lassen und laut wiederholen, dann am Zollstock zeigen.)

Jetzt wo Leano auf der Welt ist, wird er jeden Tag ein wenig größer, manchmal nicht wirklich wahrnehmbar. Dann sieht man es erst an den Kleidern, die plötzlich in der Waschmaschine geschrumpft sind. Das ist bei mir heute noch so….lach…..Wachsen, das Größerwerden von Leano, es hat begonnen. So wie bei euren beiden anderen Kindern auch. Als ich Leander wieder gesehen habe, war ich erstaunt wie groß er schon geworden ist. Auch Julien hat einen Sprung nach oben gemacht.
Ihr werdet das in Zukunft immer wieder erleben, wie die drei wachsen. Bei Leano könnt ihr bald schon im Stehen Markierungen auf dem Zollstock machen.
In den ersten Lebensjahren von Leano gibt es unterschiedliche Wachsstumsschübe. Von einem Tag auf den anderen lernen Babys und Kleinkinder ganz viel. So viel wie der Mensch in den ersten Lebensjahren wächst, sich weiterentwickelt und lernt – so viel lernt er in seinem ganzen Leben nicht mehr in so kurzer Zeit.
Leano wird immer ein Stückchen größer, er wird immer mehr lernen und verstehen, immer ein bisschen selbständiger werden.
Er lernt Laufen und Sprechen, den Löffel selber halten, er geht irgendwann in den Kindergarten, dann irgendwann die erste Übernachtung bei Oma oder Opa oder bei der Patin. Ihr seid froh, dass ihr das Kompetenzzentrum Bad Orb habt. In Steffis Mama und in Jans Eltern alles auf einem Grundstück gebündelt. Leander und Julien können durch den Garten von
der einen zur andern Oma laufen. Auch Jans Schwager ist eine große Hilfe. Ihr seid aber auch sehr dankbar für die tolle Unterstützung von Juliens Großeltern, die für Julien und für euch alle da sind. Die euch als Familie annehmen als sei es die eigene.

Später geht Leano er in die Schule und danach kommen die vielen eigenen Wege.
In den ersten Lebensjahren wächst ein Mensch in vielerlei Hinsicht. Wenn Leano dann auf eigenen Füßen steht und er sein eigenes Leben führt, dann ist er erwachsen.

Viele Markierungen könnt ihr bei Leano in den nächsten Jahren machen, bis er dann groß ist.
Ihr, liebe Steffi, lieber Jan, habt erlebt, habt nun dieses Geschenk eurer Liebe empfangen.
Nicht nur Leano ist im Bauch seiner Mama gewachsen und wächst mit jedem Tag nun weiter, sondern auch innerhalb eurer Familie ist mit dem neuen Erdenbürger etwas gewachsen, was vorher nicht da war. Es ist so wunderbar und einzigartig wenn Leano durchs Leben turnt, so wie es Julien und Leander auch tun. Zu sehen wie sie wachsen und ihre Umwelt wahrnehmen.
Und ihr erlebt: Da gibt es nicht nur die Liebe, die ihr als Eltern Leano entgegenbringt, sondern auch die Liebe, die von diesem Kind an euch zurückgegeben wird. Die strahlenden Augen von Leano, wenn er weint und ihr ihn dann hochnehmt, ihn tröstet, ihn knuddelt. Es ist so schön wenn ihr als Eltern dann die Liebe von Leano spürt.

Ihr habt für Leano eine wunderbaren Taufspruch ausgesucht. Im Psalm 118 heißt es im 6 Vers:

„Der Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun“. “.
Heute hat sich Gott zu Leano, seinen Eltern und zu seiner Patin bekannt.
Das ist großartig, dass sich Gott, den wir nicht sehen, der aber uns sieht, in unsere Gemeinde kommt und zwar nicht mit leeren Händen, sondern mit einem Versprechen. Und dieses Versprechen lautet: Ich werde bei Leano sein, Leano braucht sich nicht zu fürchten. Ich der Herr bin bei ihm und darum braucht er keine Angst vor den Menschen zu haben. Dieses ist das große Angebot an unseren kleinen süßen Leano und dieses Versprechen findet sich auch wieder in dem Taufspruch, den Leano heute bekommen hat: „Der Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun“. Wenn wir Menschen uns auf Gott verlassen und unsere Leben in seine Hand legen, können wir getrost sein, dass er seine Hand nicht von uns nimmt. Wir wissen heute noch nicht was Leano alles für Wege gehen muss. Was er an Angst und Entbehrung erleben wird. Aber mit seinem Taufspruch kann er gestärkt und mit erhobenem Haupte durch sein Leben gehen.

Dieser wunderschöne Vers soll über dem Leben von Leano stehen und ihm immer ein Wegweiser sein. Der Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun.
Möge Leano in seinem Leben immer wieder erfahren, dass Gott ihn liebt, möge er Menschen zur Seite haben, die ihm auf dem Weg des Glaubens, auf dem Weg der Hoffnung und auf dem Weg der Liebe begleiten und stärken.

Möge Gott uns allen immer wieder den Mut und die Kraft schenkt, uns für sein Wort zu öffnen und im Glauben die Hoffnung und die Liebe zu sehen. Amen.

-Kanzelsegen:
„Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN“.

*Lied EG 200, 1+2+4 Ich bin getauft auf deinen Namen

* Fürbittengebet:
Uns allen sind als Eltern und Großeltern, als Patin und Freunden Kinder anvertraut. In dieser Verantwortung beten wir zu dir, Herr.

Dass wir uns immer genügend Zeit für Leano nehmen, damit er nicht ohne unsere Hilfe und Fürsorge in dieser Welt leben muss.

Hilf uns Herr, dass wir als Erwachsene wenn wir Fehler machen sie auch zugeben und dass wir unsere Schwächen eingestehen, damit Leano fähig wird zur Wahrheit und zur Liebe und zum gegenseitigen Respekt. Schenke den Eltern die Kraft ihm in Liebe und Achtung zu begegnen, auch wenn einmal dunkle Wolken über unser Leben hinweg ziehen.

Liebender Vater, wir bitten dich lass uns darauf achten das wir Leano den Raum schenken, den er braucht um seine Fähigkeiten und Talente ausleben zu können. Lass ihn zu einer Persönlichkeit heranwachsen.

Wir danken dir, dass du Leano mit Namen gerufen
und in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen hast.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte

* Bekanntmachungen:

* Votum:
Der GOTT der Liebe, der uns seine Gnade zugewandt hat,
festige in uns die Liebe zu unseren Schwestern und Brüdern, zu Freundinnen und Freunden.
Herr, segne meine Hände, dass sie behutsam seien,
dass sie halten können, ohne zur Fessel zu werden,
dass sie geben können ohne Berechnung,
dass ihnen innewohne die Kraft, zu segnen
und zu trösten.

Herr, segne meine Augen, dass sie Bedürftigkeit wahrnehmen,
dass sie das Unscheinbare nicht übersehen, dass sie hindurchschauen durch das Vordergründige, dass andere sich Wohlfühlen können unter meinem Blick.

Herr, segne meine Ohren, dass sie deine Stimme zu erhorchen vermögen, dass sie hellhörig seien für die Stimme der Not,
dass sie verschlossen seien für den Lärm und das Geschwätz,
dass sie das Unbequeme nicht überhören.

Herr, segne meinen Mund, dass er dich bezeuge, dass nichts von ihm ausgehe, was verletzt und zerstört, dass er heilende Worte spreche, dass er Anvertrautes bewahre.

Herr, segne mein Herz, dass es Wohnstatt sei Deinem Geist,
dass es Wärme schenken und bergen kann, dass es reich sei an Verzeihung, dass es Leiden und Freude teilen kann.
Lass mich DIR verfügbar sein, mein Gott, mit allem, was ich habe und bin.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe ein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.
  Thema: Taufgottesdienst am 12. Sonntag nach Trinitatis, 19.08.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 19.08.2018 11:39   Titel: Taufgottesdienst am 12. Sonntag nach Trinitatis, 19.08.2018
Taufgottesdienst am 12. Sonntag nach Trinitatis
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
mit Taufe von Nala Mahlia Lohrey und Emily Kaufer
19.08.2018
Text: Joshua 1, 9 & 1. Mose 28, 15a

* Lied EG + 34 Komm Heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
AMEN. Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat. AMEN

Liebe Gemeinde,
ich begrüße Sie und Euch alle ganz herzlich zum Taufgottesdienst heute am 12. Sonntag nach Trinitatis.
In diesem Gottesdienst heute taufen wir Nala Mahlia und Emily Unsere Täuflinge, ihre Eltern, die Großeltern, die Paten und Verwandte und Freunde begrüße ich deshalb ganz besonders herzlich heute zum Taufgottesdienst. Ich wünsche uns allen einen mutmachenden Gottesdienst

*Lied EG 334 Danke für diesen guten Morgen

Eingangspsalm:
(Unter Gottes Schutz)
Wer unter dem Schutz des höchsten Gottes lebt
und bleiben darf bei ihm, der alle Macht hat,
der sagt zum HERRN:
»Du bist meine Zuflucht,
bei dir bin ich sicher wie in einer Burg.
Mein Gott, ich vertraue dir!«

Du kannst dich darauf verlassen:
Der HERR wird dich retten vor den Fallen,
die man dir stellt, vor Verrat und Verleumdung.
Er breitet seine Hügel über dich,
ganz nahe bei ihm bist du geborgen.
Wie Schild und Schutzwall deckt dich seine Treue.
Du musst keine Angst mehr haben
vor Gefahren und Schrecken bei Nacht,
auch nicht vor Überfällen bei Tag,
vor der Seuche, die im Dunkeln zuschlägt,
oder dem Fieber, das am Mittag wütet.

Du sagst: »Der HERR ist meine Zuflucht.«
Beim höchsten Gott hast du Schutz gefunden.
Darum wird dir nichts Böses geschehen,
kein Unheil darf dein Haus bedrohen.
Gott hat seinen Engeln befohlen,
dich zu beschützen, wohin du auch gehst.
Sie werden dich auf Händen tragen,
damit du nicht über Steine stolperst.
und Schlangen können dir nicht schaden,
du wirst sie alle niedertreten.

Gott selber sagt:
»Er hängt an mir mit ganzer Liebe,
darum werde ich ihn bewahren.
Weil er mich kennt und ehrt,
werde ich ihn in Sicherheit bringen.
Wenn er mich ruft, dann antworte ich.
Wenn er in Not ist, bin ich bei ihm;
ich hole ihn heraus und bringe ihn zu Ehren.
Ich gebe ihm ein langes, erfülltes Leben;
er wird die Hilfe erfahren, auf die er wartet.«
(Ps. 91,1-6.9-16)
Kommt lasst uns anbeten:

*Taufe:

Gebet:
Herr Jesus Christus, so vieles bewegt uns heute Morgen, am Tag der Taufe von Nala Mahlia und Emily.
Wir denken an all das, was nun hinter uns liegt, an die Freunde und Aufregung, als Nala Mahlia im April 2013 und Emily am 09.05.2018 zu ihren Familien kamen, an die Hoffnungen und Ängste in den ersten Tagen, Wochen und Monaten.
Wir denken auch an das, was vor uns liegt, an die Verantwortung, die wir für diese beiden Kinder tragen.
Herr, wir wissen, wie viel Zuwendung, wie viel Liebe Nala Mahlia und Emily brauchen, damit sie voller Vertrauen aufwachsen können.
Doch wir wissen auch, Herr, dass unsere Liebe begrenzt ist,
zeitlich und räumlich, aber auch in ihrer Kraft und Tiefe.

So werden auch Stunden und Tage kommen, wo Nala Mahlia, wo Emily unsere Liebe entbehren muss, wo wir ihren Herzen ferne sind.

Herr Jesus Christus, lass Nala Mahlia und Emily immer dann, wenn wir ihr nicht nahe sind, die Wahrheit deiner Verheißung erfahren, die auch heute über der Taufe unserer beiden Mädchen ausgesprochen wird:
"Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende".
AMEN

Lesung Markusevangelium:
Gottes Liebe gilt jedem Menschen von Anfang an, selbst wenn ein Mensch noch gar nichts von Gott weiß, noch gar nichts wissen kann. Deshalb taufen wir auch schon kleine Kinder. Und wir denken dabei an eine Geschichte, die uns im Markus-Evangelium erzählt wird:
Einmal brachten Leute Kinder zu Jesus. Er sollte sie segnen. Aber die Jünger wiesen sie zurück. Als Jesus das merkte, wurde er zornig und sagte zu ihnen: „Lasst die Kinder doch zu mir kommen und hindert sie nicht daran. Denn für Menschen wie sie ist Gottes Türe weit offen. Und ich sage euch: Wer sich Gott gegenüber nicht wie ein Kind öffnet, der wird nie einen Zugang zu Gott finden.“ Dann nahm er die Kinder in die Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.

Lesung Mt 28, 18-20:
Hört den Tauf- und Missionsbefehl Jesu am Ende des Matthäusevangeliums:
Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Ich darf nun Familie Lohrey und die Paten bitten aufzustehen

Tauffrage:
Liebe Jasmin, liebe Paten Madelein und Marion.
Ihr wollt, dass euer Kind Nala Mahlia getauft wird. Damit übernehmt ihr die Aufgabe, euer Kind im christlichen Glauben zu erziehen und ihm durch Wort und Beispiel zu helfen, Gott und die Menschen zu lieben. So frage ich euch, die Mutter und die Paten:
Seid ihr dazu bereit, so antwortet: "Ja"

Eltern und Pate: "Ja".
Verlesen des Taufspruchs:
Nala Mahlia, über Dir wird in der Taufe diese Verheißung ausgesprochen: Dein Taufspruch lautet:
„Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“. (Joshua 1, 9)

Sie dürfen wieder Platz nehmen.

Ich darf nun Familie Kaufer und die Paten bitten aufzustehen

Tauffrage:
Liebe Anastasija, lieber Christian, liebe Paten Maria und Sergej.
Ihr wollt, dass euer Kind Emily getauft wird. Damit übernehmt ihr die Aufgabe, euer Kind im christlichen Glauben zu erziehen und ihm durch Wort und Beispiel zu helfen, Gott und die Menschen zu lieben. So frage ich euch, die Mutter und die Paten:
Seid ihr dazu bereit, so antwortet: "Ja"
Eltern und Pate: "Ja".

Verlesen des Taufspruchs:
Emily, über Dir wird in der Taufe diese Verheißung ausgesprochen: Dein Taufspruch lautet:
'Siehe, ich bin mit dir, ich behüte dich, wohin du auch gehst‘
(1. Mose 28, 15a)

So lasst uns füreinander und miteinander unsern Glauben bekennen.

Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 209 Ich möchte das einer mit mir geht

Taufe:
Im Namen dessen, der uns bei unserem Namen ruft,
(etwas Wasser ins Taufbecken füllen)
im Namen dessen, zu dem Gott bei seiner Taufe sprach: »An dir habe ich Wohlgefallen!«,
(weiteres Füllen des Taufbeckens mit Wasser)
im Namen dessen, der in der Taufe gegenwärtig ist und Gemein-schaft wirkt –,
(noch einmal Wasser ins Taufbecken gießen)
im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Ich darf Familie Lohrey mit den Paten nach vorne bitten.

Taufe Nala Mahlia:
Als Zeichen dafür, dass Gott dieses Kind ganz persönlich ruft, nennen Sie als Pate den Namen des Kindes.
Pate::
Nala Mahlia

Nala Mahlia, ich taufe dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Gott Vater Sohn und heiliger Geist gebe dir seine Gnade, Schutz und Schirm vor allem argen, stärke und Hilfe zu allem guten, das du bewart wirst zum ewigen Leben,
Friede sei mit dir (+).
AMEN.

Anzünden der Taufkerzen:
Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Die Taufkerze brennt heute bei der Taufe unserem Täuflinge und soll sie immer daran erinnern, dass mit der Taufe ihr das Licht des Lebens versprochen wird.
Damit wir die Kerzen alle noch sehen, bitte ich sie, sie auf den Altar zu stellen.

Taufsegen:
Deine Füße haben die ersten Schritte gemacht Nala Mahlia, Gott wird weiter mit dir unterwegs sein auf all den Wegen die noch kommen. Jedes Wort das über deine Lippen kommt, ist Sein Wort über dir, und sagt: Du bist mein geliebtes Kind Nala Mahlia. Noch ehe das Leben dich fordernd empfängt, weiß Er sich gefordert, deine Hilfe zu sein. Mögest du auf all deinen Wegen beschützt und bewahrt sein. Der Wind stärke dir weiterhin den Rücken. Die Sonne erwärme auch weiter dein Gesicht. Der Regen erfrische weiterhin dein Leben. Alle Orte sollen dir Heimat werden. Alle deine Wege mögen zu guten Zielen führen. Das wünsche ich dir Nala Mahlia im Namen Gottes des Vater und des Sohnes und des heiligen Geistes: AMEN

Ich darf Familie Kaufer mit den Paten nach vorne bitten.

Taufe Emily:
Als Zeichen dafür, dass Gott dieses Kind ganz persönlich ruft, nennen Sie als Pate den Namen des Kindes.
Pate:
Emily

Emily, ich taufe dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Gott Vater Sohn und Heiliger Geist gebe dir seinen Gnade, Schutz und Schirm vor allem Argen, stärke und Hilfe zu allem guten, das du bewart wirst zum ewigen Leben,
Friede sei mit dir (+).
AMEN.

Anzünden der Taufkerzen:
Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Die Taufkerze brennt heute bei der Taufe unserem Täuflinge und soll sie immer daran erinnern, dass mit der Taufe ihr das Licht des Lebens versprochen wird.
Damit wir die Kerzen alle noch sehen, bitte ich sie, sie auf den Altar zu stellen.

Taufsegen:
Noch ehe deine Füße eigene Schritte tun, weiß Gott den Weg für dich Emily und führt dich deine Pfade. Noch ehe deine Lippen die ersten Worte sprechen, ist Sein Wort über dir, und sagt: Du bist mein. Noch ehe das Leben dich fordernd empfängt, weiß Er sich gefordert, deine Hilfe zu sein. Mögest du auf all deinen Wegen beschützt und bewahrt sein. Der Wind stärke dir den Rücken. Die Sonne erwärme dein Gesicht. Der Regen erfrische dein Leben. Alle Orte sollen dir Heimat werden. Alle deine Wege mögen zu guten Zielen führen. Das wünsche ich dir Emily im Namen Gottes des Vater und des Sohnes und des heiligen Geistes: AMEN

* Lied EG + 60 Vergiss es nie

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
„Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen“. AMEN.

Liebe Tauffamilien, liebe Paten, liebe Verwandte und Freunde von Nala Mahlia und Emily, liebe Gemeinde!

I. Einmaligkeit und Dankbarkeit
Es gibt wunderschöne Worte, die ausdrücken, was viele von uns beim Anblick eines kleinen Kindes bewegt.
»Ihr seid zur Welt gekommen, Nala Mahlia und Emily.
Einmalig, mit einem unverwechselbaren Äußeren,
einem Wesen, das nur ihr habt.
Wir schauen euch an und wissen,
dass wir vor einem Geheimnis stehen,
vor dem Geschenk eures Lebens.
Dafür empfinden wir tiefe Dankbarkeit,
und wie vor eurer Geburt spüren wir jetzt,
dass wir das Eigentliche eures Lebens nicht in Händen halten.«

Ja, einmalig und unverwechselbar sind unsere beiden Täuflinge. Nala Mahlia ist schon 5 Jahre, 4 Monate und 16 Tage alt und hat schon einige Wege zurückgelegt, Emily ist heute 3 Monate und 10 Tage alt und noch ganz klein. Und doch liegt das ganze Leben noch vor ihnen beiden.
(Zollstock hochheben)

Wachsen
Ich habe uns einen Zollstock mitgebracht.
In vielen Kinderzimmern gibt es Meßlatten, an denen man eintragen kann, wie groß ein Kind ist.
Kleine Kinder finden es immer wieder spannend zu schauen, wieviel sie wieder in welchem Zeitraum gewachsen sind.

Wissen Sie, wie groß ihre Kinder sind?
(Eltern antworten lassen und laut wiederholen, dann am Zollstock zeigen.)

II. Phasen des Wachsens
Seit Nala Mahlia und Emily auf der Welt sind, werden sie größer, manchmal nicht wirklich wahrnehmbar. Dann sieht man es erst an den Kleidern, die plötzlich in der Waschmaschine geschrumpft zu sein scheinen. Wachsen, das Größerwerden Ihres Kindes, damit sind Sie vertraut.
Sie werden auch in der Zukunft immer erleben, wie Nala Mahlia und Emily größer und größer werden – immer ein Stück mehr wachsen.

III. Wachsen in vielerlei Hinsicht
In den ersten Lebensjahren eines Kindes gibt es unterschiedliche Wachsstumsschübe. Von einem Tag auf den anderen lernen Babys und Kleinkinder ganz viel. So viel wie der Mensch in den ersten Lebensjahren wächst, sich weiterentwickelt und lernt – so viel lernen sie in ihrem ganzen Leben nicht mehr in so kurzer Zeit. Nala Mahlia hat schon einige Wachstumsschübe hinter sich, Emily ist noch ganz am Anfang.
Nala Mahlia und Emily werden immer ein Stückchen größer, sie werden immer mehr lernen und verstehen, immer ein bisschen selbständiger werden.
Sie lernen Laufen und Sprechen, den Löffel selber halten, sie gehen in den Kindergarten, dann irgendwann die erste Übernachtung bei Oma oder Opa oder bei den Paten.
Später gehen sie in die Schule und danach kommen die vielen eigenen Wege.
In den ersten Lebensjahren wächst ein Mensch in vielerlei Hinsicht. Wenn unsere Kinder dann auf eigenen Füßen stehen und ihr eigenes Leben führen, dann sind sie erwachsen.

Viele Markierungen können sie im Laufe dieser Zeit bei den Zollstöcken von Nala Mahlia und Emily machen.

Heute mit der Taufe von Nala Mahlia und Emily beginnt der Weg des Glaubens für diese beiden Kinder. Denn in der Taufe sagt Gott ganz klar „ja“ zu ihnen: Du bist mein Kind, du gehörst zu mir.
Um in den Glauben hineinzuwachsen brauchen diese beiden Kinder ihre Eltern und Paten, ihre Großeltern, Verwandten und Freunde, die ihnen von Gott erzählen. In die Fußstapfen von Jesus zu treten und den Weg in ein Leben als Christ zu gehen, ist ein Wachstums Prozess den die beiden, Nala Mahlia und Emily nicht ohne die Hilfe der Erwachsenen schaffen.

Liebe Gemeinde,
Taufsprüche können helfen im Glauben zu wachsen!
Die Taufsprüche, die sie, liebe Eltern für ihre Kinder ausgesucht haben, können Nala Mahlia und Emily helfen, im Glauben zu wachsen.
Die Worte aus Joshua 1, Vers 9, dem Taufspruch für Nala Mahlia, heißt es:
„Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“. (Joshua 1,9)
Nala Mahlia, bis heute bist du schon einige Wege gegangen, deinen Weg des Lebens hast du schon begonnen. Immerhin bist du schon 5 Jahre, 4 Monate und 16 Tage alt. Viele Wege hast du noch vor dir. Bei einigen Wegen wissen wir genau, wie der Weg aussieht, wir sehen ihn deutlich vor uns und wissen auch genau, wohin wir gehen müssen und wo wir ankommen? Aber wissen wir das wirklich? Natürlich kennen wir den Weg, wenn wir gleich nach Hause gehen. Wenn wir jemanden den Weg beschreiben müssten, könnten wir das ganz bestimmt, dass kannst du bestimmt auch schon super. Aber wissen wir wirklich, ob wir auch zu Hause ankommen? Höchstwahrscheinlich, aber sicher? Wir wissen nicht, was uns auf diesem Weg nach Hause begegnet. Und so ist es mit all unseren Wegen an jedem neuen Tag. Wir wissen nicht, ob uns Wege wirklich ans Ziel bringen oder in einer Sackgasse enden.
In deinem Taufspruch Nala Mahlia heißt es übertragen: „Ich bin dabei. Du kannst dich auf mich verlassen. Ich bin an deiner Seite.“ Und hier verspricht dass nicht irgendeiner, das verspricht Gott dir Nala Mahlia. Es gibt keinen besseren Wegbegleiter als ihn. Und dieses Versprechen, es soll auch dir, Nala Mahlia als Taufspruch auf deinem Weg stütze sein. Jasmin Nicole als deine Mama, auch deine Paten Madelein und Marion und die ganze Familie werden alles tun, um dich zu unterstützen um dir zu helfen, die richtigen Wege zu gehen. Sie werden alles tun, um dich vor schlimmen Wegen und Unheil zu bewahren. Gut so, wenn Nala Mahlia immer wieder Menschen findet, die mit ihr unterwegs sind.
Unser Auftrag ist es, dir von diesem Gott zu erzählen, der die Wege seiner Menschen mitgeht, durch dick und dünn, sogar dann, wenn Menschen sich längst aus dem Staub gemacht haben und wir meinen, völlig alleine zu sein. Er ist da. Du bist ein so wunderbares Kind, du hast Phantasie, du bist aufgeweckt und quirlig. Du bist ein so mitfühlendes Kind Nala Mahlia und der Sonnenschein deiner Familie. Du bist einzigartig und ein Geschenk im Leben deiner Familie. So wie du bist bist, bist du absolut in Ordnung. Ein geliebtes Kind, getragen in der Hand Gottes und behütet.
Du kannst dich auf Gott verlassen, so wie du dich auf deine Familie verlassen kannst. Du bist nicht alleine.

Auch der Taufspruch von Emily kann für ihren Glauben richtungsweisend sein.
Im ersten Buch Mose 28 Vers 15 a heißt es:
'Siehe, ich bin mit dir, ich behüte dich, wohin du auch gehst‘
(1. Mose 28, 15a)
Wunderbare Worte die sie liebe Eltern als Taufspruch ausgesucht haben. Gott verspricht hier Emily jedenfalls, was er auch dem Jakob im 1 Buch Mose versprochen hat. 'Siehe, ich bin mit dir, ich behüte dich, wohin du auch gehst‘
Emily wird das vermutlich nicht immer spüren, - dass Gott mit ihr geht. Der Taufspruch sagt aber ganz klar, Gott ist immer und überall in Emilys Leben dabei.
Es wird sicherlich auch Tage geben, da wird Emily vergessen haben, dass da einer ist der mit ihr geht. Dann kann sie sich ihren Taufspruch ansehen und sich daraus die Kraft und das Wissen holen, dass Gott doch da ist. Und ja, ich wünsche unserem kleinen Sonnenschein, eurem ersten Kind Emily, dass sie auf allen ihren Wegen auch immer wieder die Erfahrung macht, da ist einer, der geht mit mir. Der geht hinter mir und vor mir und neben mir: Da merkt Emily auf einmal: Der Himmel über ihr ist offen.
Gottes Engel sind da.
Gott selbst begleitet sie auf ihrem Weg.

Dass ist eine so kraftvolle Zusage, die bei Mose steht. Und mit diesem Vers geht Emily gestärkt und geschützt ihren Weg ins Leben. Sie ist einzigartig und wunderbar. Sie ist ein von Gott geliebtes Kind. In den Kindern sehen wir das große Geheimnis was Leben ausmacht und wie Leben entsteht. Wir sehen wie aus Liebe so wunderbares Leben wird. Sie sind als Familie zurecht stolz auf ihren kleinen Sonnenschein. Ich habe bei unserem Taufgespräch ihre Augen gesehen und das Strahlen beim Anblick von Emily.

Und Gott verspricht der kleinen: „Ich bin bei dir und ich beschütze dich, wo du auch hingehst. Niemals lasse ich dich im Stich.
So gestärkt können sie heute nach der Taufe ins Leben gehen. Mit dem Wissen, dass Gott da ist und mit Emily alle Wege des Lebens geht.
Liebe Tauffamilien, liebe Gemeinde,
im Glauben zu wachsen bedeutet auch im Frieden mit Gott und mit seinen Mitmenschen zu leben.
Wenn es uns gelingt unsere Kinder zu Menschen zu erziehen, die sich für den Frieden einsetzen, dann kann damit das Reich Gottes hier auf unserer Erde wachsen.
Mögen unsere Täuflinge Nala Mahlia und Emily in ihrem Leben immer wieder erfahren, dass Gott sie liebt, mögen sie Menschen zur Seite haben, die sie auf dem Weg des Glaubens begleiten und stärken.
Möge Gott uns allen immer wieder den Mut und die Kraft schenkt, uns für sein Wort zu öffnen und im Glauben zu wachsen. Amen.


-Kanzelsegen:
„Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN“.

* Lied EG 200, 1+2+4 Ich bin getauft auf deinen Namen

* Fürbittengebet:
Wir bitten dich, liebender Gott, für Nala Mahlia und Emily,
dass sie deine Liebe stets spürt,
dass stets Menschen da sind, die zuhören können,
dass Menschen da sind, die ihnen ihren Glauben stärken,
dass sie offen sind für deine frohe Botschaft
und darin Hilfe für ihr Leben finden,
dass sie deinen Segen spüren und ein Segen für
andere Menschen sein können.

Wir bitten dich, sanfter Gott, für Nala Mahlia und Emily,
dass sie viel Liebe und Geborgenheit durch die
Menschen erfahren, die sie so annehmen wie sie sind,
denen sie vertrauen können und die für sie immer da sind
und ihnen helfen, dass sie ihnen Vertrauen.

Wir bitten dich, lieber Gott, für die Familie und die Paten,
um deinen Beistand, damit sie Nala Mahlia und Emily mit Güte,
Weisheit und Geduld begleiten und
dass sie für sie beten und ihnen Christsein vorleben.

Wir bitten dich, lieber Gott, für uns alle,
dass wir uns der Verantwortung bewusst sind,
die wir für diese Welt haben
und dass wir den Kindern eine Welt übergeben,
in der sie gut und gerne leben mögen.

Wir danken dir, dass du Nala Mahlia und Emily mit Namen gerufen und in die Gemeinschaft der Kirche eingeführt hast.


Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte

* Bekanntmachungen:
Die Kollekte ist für die Jugendarbeit und der Schulseelsorge bestimmt. Gott segne Geber und Gabe.
Nächste Gottesdienste sind am kommenden Sonntag, 26.08.2018 um
10.00 Uhr in Wittgenborn und um
18.00 Uhr in Wächtersbach mit verabschieden von unserer Vikarin Enikö Somogyi mit einem Glas Sekt oder Orangensaft nach dem GD.

Herzlich laden wir ein zum „Kirchhoffest“ am 2. September 2018, dieses Mal feiern wir ein Kirchhoffest auf dem Vorplatz der Kirche und kein Kirchenstraßenfest. Wir beginnen um 11.00 Uhr mit einem Festgottesdienst.

Es gibt Gegrilltes und für Vegetarier Grillkäse, die Kita backt Waffeln, ein großes Kuchenbuffet und ein großes Programm mit den Chören, Honey Crew, Bilderbuch-Kino etc.

Am Ausgang der Kirchen liegen Listen für Helfer und Kuchenzettel. Herzliche Bitte an alle, die einen Kuchen backen wollen oder mithelfen wollen sich einzutragen.


* Votum:
Der GOTT der Liebe,
der uns seine Gnade zugewandt hat,
festige in uns die Liebe
zu unseren Schwestern und Brüdern, zu Freundinnen und Freunden.
Herr,
segne meine Hände,
dass sie behutsam seien,
dass sie halten können,
ohne zur Fessel zu werden,
dass sie geben können
ohne Berechnung,
dass ihnen innewohne die Kraft,
zu segnen
und zu trösten.
Herr,
segne meine Augen,
dass sie Bedürftigkeit wahrnehmen,
dass sie das Unscheinbare nicht übersehen,
dass sie hindurchschauen durch das Vordergründige,
dass andere sich wohlfühlen können
unter meinem Blick.
Herr,
segne meine Ohren,
dass sie deine Stimme zu erhorchen vermögen,
dass sie hellhörig seien
für die Stimme der Not,
dass sie verschlossen seien
für den Lärm und das Geschwätz,
dass sie das Unbequeme nicht überhören.
Herr,
segne meinen Mund,
dass er dich bezeuge,
dass nichts von ihm ausgehe,
was verletzt und zerstört,
dass er heilende Worte spreche,
dass er Anvertrautes bewahre.
Herr,
segne mein Herz,
dass es Wohnstatt sei Deinem Geist,
dass es Wärme schenken und bergen kann,
dass es reich sei an Verzeihung,
dass es Leiden und Freude teilen kann.
Lass mich DIR verfügbar sein,
mein Gott,
mit allem, was ich habe und bin.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gottesdienst am 10. Sonntag nach Trinitatis, 05.08.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 05.08.2018 17:13   Titel: Gottesdienst am 10. Sonntag nach Trinitatis, 05.08.2018
Gottesdienst am 10. Sonntag nach Trinitatis
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
05.08.2018
Text: Johannes 4, 19-26

*Orgelvorspiel

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde,
ich heiße Sie und euch alle ganz herzlich willkommen zum Gottesdienst am 10. Sonntag nach Trinitatis. Das Thema unseres Gottesdienstes heute lautet:
Kann man im Aldi fromm werden? Ich wünschen uns allen einen Mut machenden Morgengottesdienst.

*Lied EG 455 Morgenlicht leuchtet

*Eingangspsalm:
Im Wechsel mit der Gemeinde: Psalm 32 EG 717
Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
"So spricht der Herr, dein Erlöser, der Heilige Israels:
Ich bin der Herr, dein Gott, der dich lehrt, was dir hilft,
und dich leitet auf dem Wege, den du gehst.
O daß du auf meine Gebote gemerkt hättest,
so würde dein Friede sein wie ein Wasserstrom
und deine Gerechtigkeit wie Meereswellen."
Mit Israel bitten wir Gott um Erbarmen und rufen:


*Aufforderung zum Lobpreis:
"Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen,
aber meine Gnade soll nicht von dir weichen,
und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen,
spricht der Herr, dein Erbarmer."
Mit Israel danken wir Gott für seine Gnade und singen:

*Kollektengebet:
Lasst uns beten:
Bei dir, Gott, ist Gnade. Deinen Namen hast du Israel offenbart und in deinem Sohn Jesus Christus uns Menschen dein Heil geschenkt.
Wir bitten dich – mit all unserer Schuld: Schenke uns deinen Heiligen Geist, dass wir jetzt dein Wort hören und dich im Geist anbeten. Dir sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit.
G: AMEN

* Schriftlesung: Römer 11, 17-24
17 Wenn aber nun einige von den Zweigen ausgebrochen wurden und du, der du ein wilder Ölzweig warst, in den Ölbaum eingepfropft worden bist und teilbekommen hast an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums,
18 so rühme dich nicht gegenüber den Zweigen. Rühmst du dich aber, so sollst du wissen, dass nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich.
19 Nun sprichst du: Die Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft würde.
20 Ganz recht! Sie wurden ausgebrochen um ihres Unglaubens willen; du aber stehst fest durch den Glauben. Sei nicht stolz, sondern fürchte dich!
21 Hat Gott die natürlichen Zweige nicht verschont, wird er dich doch wohl auch nicht verschonen.
22 Darum sieh die Güte und den Ernst Gottes: den Ernst gegenüber denen, die gefallen sind, die Güte Gottes aber dir gegenüber, sofern du bei seiner Güte bleibst; sonst wirst du auch abgehauen werden.
23 Jene aber, sofern sie nicht im Unglauben bleiben, werden eingepfropft werden; denn Gott kann sie wieder einpfropfen.
24 Denn wenn du aus dem Ölbaum, der von Natur wild war, abgehauen und wider die Natur in den edlen Ölbaum eingepfropft worden bist, wie viel mehr werden die natürlichen Zweige wieder eingepfropft werden in ihren eigenen Ölbaum.

(Selig sind die Gottes Wort hören und bewahren. - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.
* Lied EG 288 Nun jauchzt dem Herren
* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Als Predigttext hören wir auf Worte aus Johannesevangelium Kapitel 4, Verse 19-26

19 Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist.
20 Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten soll.
21 Jesus spricht zu ihr: Glaube mir, Frau, es kommt die Zeit, dass ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.
22 Ihr wisst nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden.
23 Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben.
24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
25 Spricht die Frau zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen.
26 Jesus spricht zu ihr: Ich bin's, der mit dir redet.


Liebe Gemeinde,
I. Wortlos können wir nicht lange leben

Glaube wird nicht wortlos weitergegeben.
Aber manchmal im Leben werden wir wortlos.
Funktionieren nur noch. „Wozu das alles?“, stöhnen unsere Gedanken auf. „Ich kann nicht mehr,“ pflichtet die Seele bei.
Eine Frau schleppt sich den Berg hinauf. Wasser holen.
Wenn wir nur noch funktionieren, funktionieren müssen, wird das Leben unerträglich.
Glaube braucht das Gespräch. Aber wie soll man da hineinfinden?
Glaube entsteht, wo uns Christus anspricht. In evangelischer Tradition ist dieses Gespräch Gottes mit uns sehr stark auf die Predigt konzentriert. Die Predigt ist – wenn wir es mit einem Telefonat vergleichen – sozusagen „Gottes Anruf“. Zum Gespräch wird eine Predigt dann, wenn ich den „Anruf“ entgegennehme. Glaube wächst, wenn ich spüre: Das Gespräch hat etwas mit mir und meinem Leben zu tun.
Jesus lässt sich an einem Brunnen nieder.
Wenn wir Gottes Anruf annehmen. Was da geschieht, geschehen kann: Davon handelt unsere Predigt heute. Ihr Thema ist ein Gespräch, das Jesus mit einer Frau geführt hat.
Glaube entsteht, wenn wir hinter die Oberfläche der alltäglichen Dinge schauen. Glaube entsteht und bleibt lebendig, wenn wir mit Gottes Wort im Ohr hinter die Dinge des Alltags schauen können. Das ist ein Blick, ein Tiefenblick, den wir kaum noch üben.
Aus diesem Blick kommt uns das zu, was in den wortlosen Situationen fehlt:
Geist.
Wahrheit.
Innere Lebendigkeit.

Wenn wir nur noch funktionieren sind wir auf reine Körperlichkeit reduziert. Das kann ein Mensch nicht lange aushalten. Geistlose Existenz ist für uns wie Blumen ohne Wasser.
Wortlos, geistlos können wir nicht lange leben.
Wenn sie so wollen, können sie die heute Predigt auch als kleine Meditationsanleitung für den Alltag verstehen.
II. Begegnung

Wir besuchen einen Ort, den sie bis heute mit Sicherheit in keinerlei Weise mit Glaube und religiösen Themen in Verbindung bringen würden. Danach mag es anders sein.
Im Johannes-Evangelium treffen wir im 4. Kapitel auf die Begegnung zwischen Jesus und einer Frau aus Samarien. Jesus hatte sich ermüdet an einem Brunnen niedergelassen. Eine Frau kommt, Wasser zu schöpfen. Jesus spricht diese Frau, deren Namen wir nicht erfahren, an und bittet sie um Wasser. „Wie, ein Jude fragt eine wie mich wegen Wasser?“. Sie gibt es ihm mit erstauntem Gesicht. „Wasser kann viel bedeuten“, sagt Jesus dann sinngemäß. Und verwickelt sie ein Gespräch über die Symbolkraft von Wasser.

III. Beim ALDI fromm werden?

Ganz im Sinne einer modernen Wagner-Inszenierung verändern wir jetzt die Bühne. Wo würde das Gespräch zwischen Jesus und der Frau, die ja zum Einkaufen gegangen ist, heute stattfinden?
Gehen wir los. Wir betreten einen Discounter. Wir gehen einkaufen. Da wir sparsam sind, aber auf Qualität nicht verzichten wollen und weil wir uns nicht für besser als andere halten, gehen wir zum ALDI.
Vor uns der erste, lange Gang. Menschen eilen an uns vorbei. Wir haben Zeit. Wir bleiben stehen und versuchen einmal, dass, was wir von unserem Glauben wissen, mit dem, was wir sehen, in Verbindung zu bringen. Dazu brauchen wir kein Studium. Uns reichen die Stücke, Bruchstücke, Erinnerungsstücke unseres Glaubens.
Rechts sehen wir das verlockende Angebot: Milka Schokolade mit ganzen Nüssen. De Beukela Kekse. KAFFEE Gebäck. Links beginnt die Reihe mit Schnaps und endet mit Wein. Was wird einem Christenmenschen einfallen? Etwa diese Zeile aus dem Vater-Unser „Und führe mich nicht in Versuchung“.
Was ist Religion für sie, liebe Gemeinde? Ist Glaube für sie mit Warnung, Verbot und Vorschrift verbunden? Erwarten sie von Gottes Anruf klare Vorschriften?
Was spräche dagegen, fiele uns beim Eingang des Discounters dieser Vers ein: …dass der Wein erfreue des Menschen Herz (Psalm 15). Evangelium heißt „frohe Botschaft“. Glaube ist Einladung zum Leben.
Rechts, beim Schokoladenregal könnten wir darüber nachdenken, wie oft wir diese „Seelentröster“ brauchen. Nur sie wissen, wie sie Schokolade essen: Stück für Stück genießend. Mancher stopft sie wahrlich in sich rein.
Wenn unser Jakobsbrunnen-Gespräch beim ALDI stattfinden würde, fragte Jesus vielleicht: Frau, warum kaufst du so viel Schokolade. Und sie würde ihn irritiert anschauen. „Hab ja kaum was, was schön ist.“ Nein, noch ist sie bereitet, tiefer zu gehen mit ihren Gedanken.
Ich habe nun keine platte Konsumkritik vor, die in etwa besagen würde: Bete und du musst keine Schokolade mehr essen… Anders hielte ich es für besser: Ich genieße Schokolade und mach mir ab und zu bewusst, was meinem Leben Süßigkeit gibt. Und wem ich diese Süße im Leben weitergeben könnte. Glaube, und darauf zielt das Gespräch Jesu ab, hebt uns aus der bloßen Existenz heraus.
Unsere Samariterin schiebt ihren Wagen schnell weiter. Fast, als wollte sie flüchten. Am Ende des ersten Ganges stehen die Putzmittel. Da kann er ja wohl nichts dagegen haben, wenn eine Hausfrau Putzmittel kauft.
Sie ahnen es, liebe Gemeinde, natürlich könnten wir nun angesichts der meterlang aufgetürmten Reinigungsmittel über unser Bedürfnis nach Reinheit sprechen.
In der Bibel nimmt Jesus den Wasserkrug in die Hand:
„Warum holst du Wasser“?
„Sollen wir verdursten? Wir trinken es. Wir waschen uns damit“.
„Ist das alles. Lebst du nur, dass du trinkst und dich wäschst?“
„Hat er etwa meine stille Klage gehört: Ich kann nicht mehr?“ Die Frau läuft nicht weg.
Sie lässt sich beim Einkaufen Jesu Frage nach dem Grundsinn ihres Lebens gefallen. Sie läuft nicht davon. Sie ahnt das Tor zur Freiheit, das in dieser Frage liegt. Endlich stellt sie mir jemand. Erste Wassertropfen benetzen den vertrockneten Geist.
So beginnt Glaube. Du musst vor der Frage, warum du lebst, nicht davonlaufen. Das ist die evangelische, die ermutigende Botschaft, die in dieser kleinen Szene von damals liegt. Wenn du dich dieser Frage stellst, wirst du nicht ohne Antwort bleiben.
In unserer Geschichte ist es Jesus, der spricht:
„Es gibt etwas, dass dich wirklich rein macht. Es gibt ein lebendiges Wasser, das deiner Seele guttut. Ein Wasser, das in dir zur Quelle wird und dein Leben in Ordnung bringt.“ In unserer Geschichte, wie Johannes sie erzählt, ist es Gott, der sich der Frau zuwendet. Sie ahnt es. Das ist der Anfang.
Wir könnten nun durch den ganzen Laden laufen. Bei den Konserven mag uns der Gedanke kommen: Was weiß ich eigentlich noch von meinem Glauben? Hatte der Pfarrer damals nicht immer im Konfirmanden-Unterricht gesagt: Wir lernen auf Vorrat? Aber wo ist dieser Vorrat geblieben? Konserven haben ein Verfallsdatum. In Sachen Glauben ist das bei vielen Menschen schon längst überschritten.
Vor der Tiefkühltruhe mag uns der Gedanke kommen: Kann man Leben wirklich einfrieren?
Das Wurst- und Käseregal zur Rechten könnte uns Anlass geben, über unsern Umgang mit den Geschöpfen nachzudenken.

Vor dem Obst- und Gemüsestand – und hier kommen wir der Realität wohl am nächsten – blitzen immer mehr auch tatsächlich ethische Überlegungen in uns auf. „Bio“ soll darauf stehen und natürlich soll es auch „fair“ gehandelt sein und nix kosten.
Kann man beim ALDI fromm werden? Das will ich jetzt nicht ausschließen, liebe Gemeinde.
Nun habe ich den Discounter noch aus einem anderen Grund als Bühne für unsere biblische Szene gewählt. Jesus trägt in dieser Geschichte das Thema „Religion“ sozusagen auf den Markt. Da ist kein Tempel, keine Kirche, kein Gemeindesaal, kein Raum, in dem wir für gewöhnlich unseren Glauben wohnen lassen und ihm Gestalt geben.
„Früher war das hier eine heilige Stätte“, sagt die Frau zwar. Aber Jesus antwortet:
„Es kommt die Zeit, dass ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.“, und er fügt hinzu: „Ihr wisst nicht, was ihr anbetet“.
Sätze, die wir ohne Abstriche in unsere Zeit holen können.
Zeit, sich endlich einmal im Laden umzuschauen.
Wie viel Religionen und Konfessionen sind mit uns gleichzeitig im Laden?
Evangelische, Katholische, Freikirchler, Konfessionslose, Islamis, Buddhisten, Atheisten.
Wir wissen es nicht. Aber immerhin kann man durchaus feststellen:
ALDI führt die Menschen zusammen. Unsere Religionen trennen uns. Das ist kein Vorwurf. Nur ein Denkanstoß. Jesus begegnet diesen Menschen mit Respekt. Er belehrt sie nicht. Er tritt mit ihnen ins Gespräch. Nicht absichtslos. Er will ihre Augen, ihre Sinne, ihr Herz für Gott öffnen. In Liebe. Ohne Herrschsucht. Ohne Bevormundung. In Freiheit.
In unserer Geschichte heißt es: Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
Das kann nur in Freiheit, in Liebe und mit Respekt geschehen. Davon handelt die Begegnung Jesu mit der namenlosen Frau am Jakobsbrunnen beim Einkaufen des Wassers.
Es gelingt, wenn wir Glauben und Leben dort zusammenbringen, wo wir sind. ALDI ist ja nur ein Beispiel für viele Räume, in denen wir uns angewöhnt haben, Religion draußen zu lassen, obwohl sie gegenwärtig ist. Aber wollen wir das sehen?
Es wird Zeit, den Laden wieder zu verlassen. Es ist ja schon ziemlich lange her, dass wir uns vor dem Süßigkeiten-Regal die ersten Fragen haben stellen lassen.
Aber ehe wir hinausgelangen, müssen wir an der Kasse vorbei. Das ist wie beim „Jüngsten Gericht“. Jetzt wird alles offenbar, was wir durch den Lebensmittel-Laden geschoben haben. Stück um Stück dessen, was wir auf das Band legen, erzählt von uns: Was wir brauchen, genießen, verschlingen.
Zur Rechten und Linken teilt man sich auf. Wie beim „Jüngsten Gericht“. Man spekuliert noch, ob man strategisch so günstig steht, dass man die vielleicht bald sich öffnende Kasse vor den anderen erreicht. Allein das sagt viel über uns aus.
Und dann liegt alles auf dem Band. Wird notiert. Festgehalten. Berechnet. Ob das beim Jüngsten Gericht ähnlich sein wird: Alles liegt auf dem Band. Und man kriegt die Rechnung.
Vor einer Weile konnte ich dies an einer Kasse beobachten. Eine sehr junge Frau, deren Kleidung und unsichere Haltung in etwa ihren Seelenzustand ahnen ließen, hatte zu viel eingekauft. Es fehlten ihr gut zwanzig Euro. Kein Kreditinstitut hatte ihr eine Plastikkarte ausstellen wollen. Planlos griff sie einzelne Stücke aus dem Einkaufswagen heraus und legte sie mit hochrotem Kopf auf das Band zurück. Da aber zog der hinter ihr stehende Mann sein Portemonnaie hervor. „Ich zahle das für sie“, sagte er.
Diese einfache Szene sagt mehr aus über das, was Jesus im Jüngsten Gericht für uns tun wird als tausend Seiten kluge Dogmatik.
Glaube entsteht, wenn wir hinter die Oberfläche der alltäglichen Dinge schauen und sie auf diese Weise mit Gottes Wort ins Gespräch bringen.
Das ist ein Blick, ein Tiefenblick, den wir kaum noch üben. Heute wollte ich sie dazu animieren: Nehmen sie einfach irgendetwas, was ihnen wichtig ist in die Hand. Versuchen sie, unter die Oberfläche zu schauen. Es kann sein, dass sie sehr schnell bei ganz wichtigen Lebensthemen ankommen. Das tut dem Geist gut und verhindert, dass wir innerlich austrocknen.
Die Frau, der Jesus begegnet war, hat danach ihr ganzes Dorf bekehrt.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 331, 1-4 Großer Gott wir loben dich


* Fürbittengebet:

Lasst uns beten:
Herr, du hast dir Israel erwählt
und der Welt deinen Sohn Jesus Christus geschenkt.
Du willst Leben und Heil für uns.
Doch das Leben ist bedroht und Unheil herrscht immer wieder.
Darum kommen wir zu dir und bitten dich:
Hilf, Herr, dass Menschen nie wieder Menschen wegen ihrer Religion verfolgen und töten.

Bewahre deine Kirche vor Rechthaberei und Überheblichkeit.
Schenke ihr Menschenfreundlichkeit und Liebe zu den Nächsten.
Bewahre die Politiker vor Ignoranz und Menschenverachtung.
Schenke ihnen einen klaren Kopf und deinen Heiligen Geist.
Bewahre die Wohlhabenden vor Raffgier,
und die Armen schütze in ihrem Elend.
Schenke ihnen, was sie brauchen, um erfüllt leben zu können.

Bewahre uns, Gott, in deinem Heil und in deiner Liebe,
und schenke uns deinen Heiligen Geist,
der uns hilft, miteinander Leben und Glauben zu gestalten.

Wir bitten dich für unseren Täufling Leano und seine Familie, sei du der Weg und segne sie. Du hast den kleinen vor 17 Tagen angenommen und hälst deine schützende Hand über ihm.

In der Stille bringen wir vor dich, was uns persönlich bewegt


Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn Jesus Christus

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 588 Tragt in die Welt nun ein Licht


* Bekanntmachungen:
Die Kollekte für den heutigen Sonntag ist bestimmt, für die Schneller Schulen.
Gott segne Geber und Gabe.


Ich lade ein zu den Schulanfangsgottesdiensten am Dienstag den 07.08.18 um 9.30 Uhr in Spielberg, sowie am Mittwoch, 08.08.18 um 08.30 Uhr in der Kath. Kirche hier in Wächtersbach.

Am kommenden Sonntag, 12.08.2018 feiern wir Gottesdienste:

09.00 Uhr in Weilers
10.00 Uhr in Wächtersbach
18.00 Uhr Wittgenborn.

Als Wochenspruch geleite uns durch die vor uns liegende Woche aus Psalm 33, der 12 Vers.
„Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe gewählt hat“.

*Taufaufgebot:
Am 25.August 2018 taufen wir hier in der Ev. Kirche Wächtersbach Leano Volkmann der am 19.07.2018 das Licht der Welt erblickte. Gott der als Licht der Welt in diese Welt gekommen ist, leuchtet unserem Täufling und seiner Familie. In jedem Kind wird die große liebe Gottes erfahrbar und die Freude die damit verbunden ist. In den Kinderaugen sehen wir das Licht das Jesus Christus verkörpert.
Wir wollen für Leano Volkmann beten:
Lieber Vater, wir bitten dich für unseren Täufling um Schutz und Begleitung auf all seinen Wegen. Lass du Leano viele Fußabdrücke in dieser Welt hinterlassen. Hilf den Eltern Stephanie und Jan, Leano`s Brüdern Julien und Leander und der Patin Meike dass sie Leano im Christlichen Glauben erziehen und ihm Vorbild sind. Lass sein Leben getragen sein von Liebe, Respekt, Achtung, Hoffnung und Glauben.
Dankbar sind wir Herr, für Leano den du angenommen hast und den du liebst. AMEN

* Votum:
Mit uns nehmen wir Gottes Segen
und teilen ihn aus,
wem immer wir begegnen:
Gott allen Trostes und aller Verheißung,
segne uns und behüte uns.
Begleite uns mit deiner Liebe,
die uns trägt und fordert.
Lass dein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig,
denn deine Gnade schafft neues Leben.
Wende dein Angesicht uns zu
und schenke uns Frieden.

* Segen:
So gehet hin im Frieden in die kommende Woche.
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gottesdienste am 8. Sonntag anch Trinitatis, 22.07.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 22.07.2018 12:09   Titel: Gottesdienste am 8. Sonntag anch Trinitatis, 22.07.2018
Gottesdienste am 8. Sonntag nach Trinitatis
09.15 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
22.07.2018
Text: 1. Kor. 6, 9 - 14. 6,18-20

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

*Lied EG 441, 1-4 Du höchstes Licht

*Eingangspsalm:
Du, Herr, segnest die Gerechten,
du deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.

Herr, höre meine Worte,
merke auf mein Reden!
Vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott;
denn ich will zu dir beten.
Herr, frühe wollest du meine Stimme hören,
frühe will ich mich zu dir wenden und aufmerken.
Denn du bist nicht ein Gott, dem gottloses Wesen gefällt;
wer böse ist, bleibt nicht vor dir.
Die Ruhmredigen bestehen nicht vor deinen Augen;
du bist feind allen Übeltätern.
Du bringst die Lügner um;
dem Herrn sind ein Greuel die Blutgierigen und Falschen.
Ich aber darf in dein Haus gehen durch deine große Güte
und anbeten vor deinem heiligen Tempel in deiner Furcht.
Herr, leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen;
ebne vor mir deinen Weg!
Laß sich freuen alle, die auf dich trauen;
ewiglich laß sie rühmen, denn du beschirmest sie.
Fröhlich laß sein in dir,
die deinen Namen lieben!

Du, Herr, segnest die Gerechten,
du deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.


Kommt lasst uns anbeten:


*Aufforderung zum Bittruf:
Laßt uns um Erbarmen bitten den Herrn,
dessen Barmherzigkeit kein Ende hat,
dessen Güte alle Morgen neu ist,
der den Elenden hört und vom Tode errettet.
Wir rufen um erbarmen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Christus spricht:
"Ich bin das Licht der Welt.
Wer mir nachfolgt,
der wird nicht wandeln in der Finsternis,
sondern wird das Licht des Lebens haben."
Mit allen Christen laßt uns singen:

*Kollektengebet:
Gott, in deinem Licht
wachsen Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit.
Wir bitten dich:
Sende dein Licht in unsere Dunkelheit,
daß unsere Härte der Güte weicht
und die Lüge der Wahrheit,
daß wir dem Leben gerecht werden als Kinder des Lichtes
im Geist unseres Herrn Jesus Christus.
G: AMEN

* Schriftlesung: Mt. 5, 13-16
13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.
14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein.
15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.
16 So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

* Lied EG 166, 1-4 Tut mir auf die schöne Pforte

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Textlesung: 1. Kor. 6, 9 - 14. 6,18-20
Oder wißt ihr nicht, daß die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Laßt euch nicht irreführen! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben. Und solche sind einige von euch gewesen. Aber ihr seid reingewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes. Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber es soll mich nichts gefangennehmen. Die Speise dem Bauch und der Bauch der Speise; aber Gott wird das eine wie das andere zunichte machen. Der Leib aber nicht der Hurerei, sondern dem Herrn, und der Herr dem Leibe. Gott aber hat den Herrn auferweckt und wird auch uns auferwecken durch seine Kraft. Flieht die Hurerei! Alle Sünden, die der Mensch tut, bleiben außerhalb des Leibes; wer aber Hurerei treibt, der sündigt am eigenen Leibe. Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe.

Liebe Gemeinde!
Ein wenig befangen ist man als Prediger dieser Verse schon! Ich hätte ihnen nun wirklich lieber leichter verdauliche Kost vorgesetzt! Und beim besten Willen, uns auch einmal harte Worte gefallen zu lassen, das führt denn doch zu weit: „Knabenschänder, Unzüchtige, Hurerei, Götzendiener, Ehebrecher ..." Wer von uns müsste sich da angesprochen fühlen? Was also sollen wir aus diesen Worten des Paulus mitnehmen in die neue Woche, in unser Leben?
Mich hat mindestens der Schluss dieser Verse zum Nachdenken angeregt und ich glaube, da liegt für uns alle etwas drin - wenn es vielleicht auch nicht so richtig gut ankommen und uns gefallen wird. Ich meine diese zwei Sätze: „Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe."
Als aufgeklärte, moderne Menschen, die wir sind, wissen wir es ja: Man kann Leib und Seele nicht von einander trennen, so als wäre das Leibliche die eine, das Seelische die andere Seite unseres Wesens, unserer menschlichen Natur. Und nicht anders sieht es ja schon die Schöpfungsgeschichte in der Bibel, wenn sie vom Menschen als „einer lebendigen Seele" spricht (Gen. 2,7).
Seltsam ist aber vor diesem Hintergrund, dass wir Christen doch in der Praxis unseres Lebens die Einheit von Leib und Seele immer wieder auseinandernehmen. Und dafür gibt es eine Menge von Beispielen:
Da antwortet eine auf die Frage, wie es ihr denn gehe, so: „Mir geht es seelisch zur Zeit nicht so gut!" Dabei hätte sie ja schon die Frage darauf aufmerksam machen können, dass dem Frager auch an ihrem Äußeren schon aufgefallen war, dass sie nicht so ganz auf der Höhe ist.
Da sprechen wir oft solche oder ähnliche Sätze: „Das tut mir in der Seele weh!" Oder: „Ich will in den Ferien einmal die Seele baumeln lassen." Oder auch: „Körperlich bin ich eigentlich ganz zufrieden, wenn nur die seelischen Belastungen meiner Arbeit nicht wären."
Immer tun wir so, als wären das zwei voneinander unabhängige Bereiche: Der Körper und die Seele. Aber das ist nicht so! Und - wie gesagt - wir wissen das auch: Wenn's innen in der Seele weh tut, dann leidet unser ganzer Mensch! Wenn uns das Herz schwer ist (wie wir das oft ausdrücken), dann gehen wir auch gebeugter als sonst. Die Psyche hat viele - bei den Menschen unterschiedliche - körperliche Reaktionen zur Folge: Die eine bekommt stumpfe, spröde Haare, ein anderer hat schlechte Haut, eine Dritte kriegt „Kreuz"-schmerzen (die wohl nicht umsonst so heißen!), eine Vierte Herzrhythmusstörungen.
Aber es gibt zu dieser Sache noch einen Gedanken, der hat eine ganz enge Beziehung zu uns als religiöse Menschen, als Christinnen und Christen: Wir meinen auch oft und reden entsprechend, dass wir Gott eigentlich nur den Anspruch auf unsere Seele zugestehen müssen: Wenn wir in den Gottesdienst gehen, dann tun wir etwas für die „seelische Erhebung", vielleicht sagen wir auch: für unseren „Geist", aber damit meinen wir dasselbe. Wenn wir die Bibel aufschlagen, erwarten wir gewiss keine Steigerung unseres körperlichen Wohlbefindens. Da suchen wir Hilfe oder eine Antwort, die unser Herz betrifft. Und auch noch das müssen wir ansprechen: Es scheint uns eigentlich auch eher unangenehm, Gott in unseren körperlichen Bereich hineinsehen zu lassen, am Ende gar in unsere Sexualität! Nein, das ist nicht die Einflusszone Gottes! Das ist nicht seine Zuständigkeit!
Die andere Seite ist nun wieder, dass wir es doch sehr wohl spüren, dass eines mit dem anderen ganz eng zu tun hat: Wenn ich aus einem bösen Herzen heraus böse an meinem Mitmenschen handle, dann kann ich Gott doch nicht verweigern, dass er mein Handeln verurteilt. Und ganz sicher wünsche ich mir insgeheim, wenn ich in der Bibel Rat für mein Leben suche, dass auch die Beschwerden meines Körpers positiv beeinflusst werden. (Und das ist ja auch so! Wenn ich in der Heiligen Schrift etwa Trost in meiner Trauer, eine Antwort auf eine quälende Frage oder Vergebung meiner Schuld finde, dann werden sich auch die körperlichen Symptome bessern! Von daher ist es nun eigentlich eher kindisch, wenn wir als Christenmenschen meinen, Gott hätte nur mit unserer Seele zu tun und solle sich aus dem Bereich des „rein Körperlichen" heraushalten - als gäbe es einen solchen Bereich überhaupt.
Jedenfalls hören wir heute dieses Wort Gottes an uns: „Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe." Und vielleicht können sie jetzt doch mit mir sehen, dass dieses Wort wichtig ist und uns sehr wohl einen wesentlichen Anstoß geben kann.
Man spricht in dieser Zeit oft von „ganzheitlicher" Medizin oder Therapie. Dahinter steht eben die Auffassung, dass man den Menschen nicht in zwei Teile aufspalten kann, die wenig oder gar nichts miteinander zu schaffen hätten. Wir sind eine „lebendige Seele"! Wer nur das eine oder das andere bedenkt, bespricht und behandelt, der lässt den Menschen nicht „ganz" und damit nicht unversehrt, der zerteilt ihn, der löst die Einheit auf, aus der wir bestehen, oder besser: die wir sind.
Sprechen wir heute also auch einmal von einer „ganzheitlichen Religiosität". Sagen wir und bekennen wir uns dazu: Wir sind Christinnen und Christen - ganz! - mit Leib und Seele. Vielleicht sollten wir so weit gehen, dass wir von unserer Leibseele reden oder unserem Seelenleib. Denn es ist oft gar nicht möglich, noch zu trennen: hier ist unsere Seele, hier aber unser Leib betroffen. Denken sie doch nur an eine Lüge, die wir aussprechen. Obwohl das doch zuerst mit unserem Gewissen zu tun hat - was wir sicher eher dem „Seelischen" zuordnen würden - werden wir doch momentan auch mit unserer Haltung und unserem Gesicht zeigen, dass wir nicht die Wahrheit sagen. (Von den ganz Abgebrühten spreche ich heute einmal nicht, denn die sind nicht unter uns.)
Was könnte das nun bedeuten, wenn wir uns in Zukunft mehr darum bemühten, Gottes Herrschaft über unseren ganzen Menschen, unser ganzes Leben anzuerkennen? - Mir fallen dazu einige Dinge ein:
Wir hätten z.B. nicht mehr für unsere Laster die Ausflüchte und Entschuldigungen parat, die wir immer gern vorbringen: Das hätte doch nun wirklich nichts mit Gott und unserem Glauben zu tun, wenn wir dem Alkohol zu sehr zusprechen. Oder: Wir könnten doch wohl auch als starke Raucher gute Christen sein und Gott liebte doch sowieso alle Menschen und achte nicht auf diese eher leiblichen, weltlichen Sachen.
Gewiss liebt Gott uns alle, die er uns nach seinem Bild geschaffen hat, sonst hätte er auch das „Experiment Mensch" schon lange - und sicher zu unserem Unheil! - beendet. Andererseits aber ist unser „Leib der Tempel des heiligen Geistes". Oder sagen wir es so: Wir können mit uns als der Einheit von Körper und Seele eben nicht alles machen, was wir wollen. Gott hat uns geschaffen. Er hat ein Recht auf uns. Wir sollen ihm dienen und unseren Mitmenschen. Wenn wir uns also mit Alkohol oder Nikotin selbst schädigen, dann schwächen oder zerstören wir unsere Möglichkeiten zum Dienst Gottes und unserer Nächsten.
Aber ich denke auch an unsere Neigung, Gott sozusagen damit abzuspeisen, dass wir „aber doch alle 14 Tage in die Kirche gehen" oder „am Morgen die Tageslosung lesen" oder „abends in unserem Bett ein Nachtgebet sprechen". Als Einheit von Geist und Körper, als „Seelenleib", der wir sind, hat Gott eben nicht nur Anspruch auf die paar Minuten täglich oder die Stunde alle zwei Wochen, in denen wir uns - wie wir meinen - in einen Bereich begeben, der Gott angeht.
Und noch ein Gedanke kommt mir dazu in den Sinn: Unser Glaube müsste auch über Jesus Christus ganz neu nachdenken und über das, was sein Tod am Kreuz für uns bedeutet: Die Erlösung durch sein Opfer am Kreuz ist doch für uns auch so etwas, das eher in die religiöse Ecke unseres Denkens und unseres Lebens gehört. Vielleicht sagen wir: Es wird von uns dahin verbannt!
Die Vergebung, die aus Jesu Opfer kommt, hat mit dem „Christlichen" zu tun, mit „Kirche" und mit dem „Abendmahl", bei dem sie uns durch den Pfarrer, die Pfarrerin vermittelt wird. Und das alles betrifft eben unsere Seele und damit eine geistliche Zone, die mit dem sonstigen Leben in der Welt nur sehr entfernt zusammenhängt. So meinen wir jedenfalls.
Aber unser Herr Jesus Christus hat uns nicht nur für die Stunden geistlicher Erhebung erlöst. Die Rettung, die am Kreuz für uns geschehen ist, schenkt uns nicht nur hin uns wieder am Tisch des Herrn Vergebung von unserer Schuld. Wir - und eben ganz!- sind „teuer erkauft". Unser ganzer Mensch ist erlöst und für all unsere Zeit und in allen Lebensbereichen, in denen wir uns bewegen: Bei der Arbeit, in der Freizeit, wenn wir froh sind, traurig oder verzweifelt, ob bei Tag oder Nacht, an Werktagen oder am Sonntag, im Büro, der Schule, der Werkstatt oder der Kirche.
„Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe."
Es tut Not und es tut gut, dass wir uns und unseren Glauben überdenken. Wir sind eine lebendige Seele. Körper und Geist sind eine Einheit. Ganz sind wir und gehören unserem Gott. Jesus Christus hat uns am Kreuz frei gemacht von aller Schuld. Wir können eins sein mit uns, mit ihm und unseren Nächsten.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 389 Ein reines Herz

* Fürbittengebet:
Herr, wir bitten um deinen Segen für deine Gemeinde
in allen Teilen der Erde.
Leuchte du selbst in unserem Tun und Lassen,
daß wir mit allen deinen Jüngern
Licht der Welt und Zeugen deiner Liebe werden.

Herr, wir bitten um deinen Segen für die Staaten und ihre Verantwortlichen.
Stärke sie mit Weisheit und Mut,
daß ihren Worten Taten der Gerechtigkeit folgen,
daß sie die Würde des Menschen achten
und zäh und geduldig für den Frieden wirken.

Herr, wir bitten um deinen Segen für die Glücklichen und Erfolgreichen.
Lehre sie in ihrer Leistung deine Gaben erkennen,
daß sie dir danken und sich der Schwächeren annehmen.

Herr, wir bitten um deinen Segen für die Leidenden und die Müden.
Gib ihnen neue Kraft und neue Freude,
daß sie nicht in Neid, Trotz, Verzweiflung ersticken,
sondern in Geduld und Hoffnung ihr Schicksal bestehen.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 588 Tragt in die Welt nun ein Licht

* Bekanntmachungen:
Nur Lohrhaupten:
Aus unserer Gemeinde ist am vergangenen Freitag, 20.07.2018 im Alter von 77 Jahren Siegfried (Siggi) Raupach verstorben. Der Termin zur Beisetzung wird noch bekannt gegeben.

„Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginn der Ewigkeit in Gottes gnädigen Händen“. Amen

Kollekte: Eigene Gemeinde

Wochenspruch: Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Eph. 5, 8.

Nächste Gottesdienste

Sonntag, 29. Juli 2018 Lektorin Srocke

9:15 Uhr Kirchweih – Gottesdienst in Lettgenbrunn


Kein Gottesdienst in Lohrhaupten!!


Nächster Gottesdienst in Lohrhaupten

05.08.2018 um 10:30 Uhr

* Votum:
Mit uns nehmen wir Gottes Segen und teilen ihn aus, wem immer wir begegnen:
Gott allen Trostes und aller Verheißung, segne uns und behüte uns.
Begleite uns mit deiner Liebe, die uns trägt und fordert.
Lass dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,
denn deine Gnade schafft neues Leben.
Wende dein Angesicht uns zu und schenke uns Frieden.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.
  Thema: Abendgottesdienst am 7. Sonntag nach Trinitatis, 15.07.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 15.07.2018 19:18   Titel: Abendgottesdienst am 7. Sonntag nach Trinitatis, 15.07.2018
Abendgottesdienst am 7. Sonntag nach Trinitatis
18.00 Uhr Ev. Kirche Wittgenborn
15.07.2018
Text: Phil. 2, 1 - 4

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Guten Abend liebe Gemeinde, ich heiße sie und euch alle ganz herzlich willkommen zum Gottesdienst am 7. Sonntag nach Trinitatis. Thema dieses Gottesdienstes heute lautet: Am Tisch des Herrn

Ich wünsche uns einen mutmachenden Gottesdienst

*Lied EG 326, 1-3 Sei Lob und Ehr

*Eingangspsalm:
Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

So sollen sagen, die erlöst sind durch den Herrn,
die er aus der Not erlöst hat,
die er aus den Ländern zusammengebracht hat
von Osten und Westen, von Norden und Süden.
Die irre gingen in der Wüste, auf ungebahntem Wege,
und fanden keine Stadt, in der sie wohnen konnten,
die hungrig und durstig waren
und deren Seele verschmachtete,
die dann zum Herrn riefen in ihrer Not,
und er errettete sie aus ihren Ängsten
und führte sie den richtigen Weg,
daß sie kamen zur Stadt, in der sie wohnen konnten:
die sollen dem Herrn danken für seine Güte
und für seine Wunder,
die er an den Menschenkindern tut,
daß er sättigt die durstige Seele
und die Hungrigen füllt mit Gutem.

Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

Kommt lasst uns anbeten:

*Bittruf:
Wir bedenken unsere Armut,
unseren Hunger nach Liebe,
nach Verständnis und Anerkennung
und unsere Unfähigkeit,
anderen diesen Hunger zu stillen.
Wir bitten Gott um Erbarmen und rufen:

*Lobpreis:
Jesus sagt: „Ich bin das Brot des Lebens.
Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern,
und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“
Mit allen, die das erfahren,
mit allen, die darauf warten,
lobsingen wir:

*Kollektengebet:
Brot und Wein, Liebe und Leben finden wir bei dir, Gott.
Du rufst uns zu dir
und weckst in uns die Kraft, miteinander zu leben.
Steh uns bei, wenn wir einander trösten,
uns gegenseitig helfen und ermutigen.
Sei du nahe in Streit und Ärger und hilf uns,
uns in die anderen einzufühlen und die Konflikte zu lösen
oder, wenn sie nicht lösbar sind,
sie auszuhalten und fair zu bleiben.
In dir sind wir geborgen, in dir ist die Quelle des Lebens
und in deinem Licht sehen wir das Licht.

G: AMEN

* Schriftlesung: Lukas 9, 10-17
10 Und die Apostel kamen zurück und erzählten Jesus, wie große Dinge sie getan hatten. Und er nahm sie zu sich, und er zog sich mit ihnen allein in die Stadt zurück, die heißt Betsaida.
11 Als die Menge das merkte, zog sie ihm nach. Und er ließ sie zu sich und sprach zu ihnen vom Reich Gottes und machte gesund, die der Heilung bedurften.
12 Aber der Tag fing an, sich zu neigen.
Da traten die Zwölf zu ihm und sprachen: Lass das Volk gehen, damit sie hingehen in die Dörfer und Höfe ringsum und Herberge und Essen finden; denn wir sind hier in der Wüste.
13 Er aber sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen. Sie sprachen: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische, es sei denn, dass wir hingehen sollen und für alle diese Leute Essen kaufen.
14 Denn es waren etwa fünftausend Mann. Er sprach aber zu seinen Jüngern: Lasst sie sich setzen in Gruppen zu je fünfzig.
15 Und sie taten das und ließen alle sich setzen.
16 Da nahm er die fünf Brote und zwei Fische und sah auf zum Himmel und dankte, brach sie und gab sie den Jüngern, damit sie dem Volk austeilten.
17 Und sie aßen und wurden alle satt; und es wurde aufgesammelt, was sie an Brocken übrig ließen, zwölf Körbe voll.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 221 Das sollt ihr Jesu Jünger nie vergessen

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde,
zusammenzuleben ist schwierig. Ob man nun miteinander verwandt ist oder verheiratet oder einfach nur eine Zweckgemeinschaft bildet. Man muss sich aufeinander einstellen und ein Stück weit auch die Eigenheiten des oder der anderen ertragen. Das weiß jeder auch der Apostel Paulus. Und der hat die Aufgabe, das Zusammenleben in einer Gemeinde zu organisieren. Und zwar in einer Gemeinde, in der die Menschen aus völlig unterschiedlichen Schichten und Lebenszusammenhängen kommen. Das gab jede Menge Ärger und Konflikte. Und Paulus versucht diese Konflikte zu lösen, indem er den Menschen das christliche Ideal des Umgangs miteinander nahebringt. Unser Predigttext heute stammt aus dem Brief des Paulus an die Gemeinde in Philippi. Diese Gemeinde ist diejenige, die am harmonischsten ist und am besten läuft, also die Vorzeigegemeinde des Paulus. Hier kann er sein Ideal des gemeindlichen Zusammenlebens ausbreiten und hoffen, dass die Gemeindeglieder wenigstens versuchen, sich daran zu halten.

Textlesung: Phil. 2, 1 - 4
Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.


Das ist das Ideal: Liebe und Erbarmen regieren in der Gemeinschaft. Die Einzelnen achten die Anderen höher als sich selbst.
Im Vergleich zu Jesus steigert Paulus hier seine Ansprüche an die Menschen. Jesus sagt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Paulus sagt: Achte den anderen höher als dich selbst. Das sind hohe Ansprüche an das Verhalten der Gemeindeglieder. Aber wenn alle das tun, dann entsteht eine liebevolle Gemeinschaft, in der sich alle Wohlfühlen und zu der jeder gerne gehören möchte. Dass eine solche Gemeinschaft keine Probleme hat, neue Mitglieder zu werben, ist einleuchtend. Das Ideal ist also gut. Aber wie sieht das Alltagsleben mit diesem Ideal aus?
Sehen wir uns das mal an einem praktischen Beispiel heute an. Die meisten Gemeindehäuser haben eine Küche und nur eine begrenzte Menge Geld für Hausmeistertätigkeiten. Sie sind also darauf angewiesen, dass diejenigen, die die Küche benutzen, sie schonend behandeln, auf andere Nutzer Rücksicht nehmen und sie sauber und ordentlich hinterlassen. Es ist auch nötig, ein Auge auf den Kühlschrank zu haben und Dinge, die dabei sind zu verderben, sofort zu entsorgen, damit sich der Schimmel nicht ausbreitet und alle die Küche mit einem guten Gefühl benutzen können.
Ich habe einmal in einer Gemeinde einen Zettel gesehen, der versucht, das Ideal des Paulus auf die Benutzung der Gemeindehausküche anzuwenden. Auf dem Zettel stand: „Bitte verlassen Sie nach der Benutzung der Küche die Küche ein wenig ordentlicher und sauberer, als Sie sie vorgefunden haben.“
Da heißt es praktisch, barmherzig mit den Fehlern anderer umzugehen und den anderen höher zu achten als sich selbst. Sich also nicht zu gut zu sein, auch mal den Dreck einer anderen Gruppe wegzumachen. Soweit das Ideal. Das klingt gut.
Aber, so habe ich mich gefragt, warum ist denn so ein Zettel überhaupt nötig? Auf welche Situation reagiert der Zettel?
Der Zettel reagiert auf Schwierigkeiten bei der gemeinsamen Küchenbenutzung. Da hat die eine Gruppe Gläser ungespült stehen lassen, die im Laufe der Woche angeschimmelt sind. Die andere hat ihre Butter nicht mitgenommen. Niemand hat sie weggeworfen, woraufhin der Kühlschrank nach Buttersäure stinkt. Die dritte Gruppe hat Brot gebacken und vergessen, den Backofen zu säubern. Ein paar übermütige Jugendliche haben das Nutella der anderen weggegessen. Der fünften Gruppe ist ein Glas Limo umgekippt, und der Boden klebt. Jede Gruppe beschwert sich über die anderen beim Kirchenvorstand. Und der hat versucht, die Probleme mit einem Zettel zu lösen, der an das richtige christliche Verhalten nach Paulus erinnert und an das Ideal, dass eine Gemeinde doch eine liebevolle Gemeinschaft sein sollte, wo der eine die Fehler, der anderen auffängt.
Hat der Zettel die Probleme gelöst? Richten sich jetzt alle nach der Aufforderung: „Bitte verlassen Sie nach der Benutzung der Küche die Küche ein wenig ordentlicher und sauberer, als Sie sie vorgefunden haben!“? Das glaube ich nicht. Aber das ist auch nicht der Zweck des Zettels. Der Zettel soll diejenigen, die sich über Schmutz in der Küche ärgern, zum Nachdenken bringen. Denn der Zettel macht einen Anspruch deutlich, der gar nicht so einfach zu akzeptieren ist. Mich selbst und meine Interessen zu Gunsten eines anderen zurückstellen. Bereit sein, für andere etwas zu tun, was mir niemand dankt. Das ist schwierig. Und man fragt sich, ist es denn überhaupt sinnvoll? Fördert man damit nicht das unsoziale Verhalten von anderen? Und das ist für niemanden gut!
Wie in jeder Gemeinde gab es sicher auch in dieser Gemeinde verantwortungsvolle Menschen, die sich darum gekümmert haben, die Küche sauber zu halten. Es gab Menschen, die die Gläser nach der Kirchenvorstandssitzung gespült haben. Es gab Leute, die vor ihrer Gruppenstunde erst mal den Küchenboden gewischt haben, damit ihre Gruppenmitglieder sich in der Gruppe Wohlfühlen. Und die haben sich natürlich auch zu Recht darüber beschwert, dass sie immer diejenigen sind, die den Dreck der anderen wegmachen. Sie fanden: So kann es nicht weitergehen. Ich stelle mir eine Frau vor, die sagt: „Es kann doch nicht sein, dass ich hier immer spüle und andere lassen ihre Gläser einfach herumstehen. Das ist ungerecht.“ Und liebe Gemeinde, sie hat recht: Es ist ungerecht, wenn immer wieder dieselben versuchen, alles in Ordnung zu bringen und andere fühlen sich kein bisschen für die Küchenarbeit verantwortlich. Es ist ungerecht, wenn immer nur die Frauen in der Küche stehen und die Männer noch nicht mal wissen, wie man die Gemeindespülmaschine bedient oder umgekehrt. So geht es auch tatsächlich nicht. Die Gefahr ist doch, dass, wenn die einen bereit sind, mehr zu tun, die anderen das ausnutzen, um überhaupt nichts mehr zu tun.
Was würde Paulus dazu sagen? Paulus könnte sagen: „Meine Forderung gilt für alle. Alle sollen barmherzig miteinander umgehen und den anderen höher achten als sich selbst. Nicht nur die einen, damit sich die anderen darauf ausruhen können. Niemand darf sagen: „Die anderen machen das schon, und ich muss nichts machen.“ Diejenigen, die versuchen die Küche in Ordnung zu halten, beschweren sich zu Recht über die, die immer alles stehen lassen. So ein Verhalten geht tatsächlich nicht.“ Aber Paulus weiß noch etwas anderes über die Menschen: nämlich auf die Gerechtigkeit und gerechte Verteilung der Arbeit zu pochen, führt nicht zu einer liebevollen Gemeinschaft.
Meine Beobachtung bei der Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Gruppen über die Sauberkeit in der Küche ist: Diejenigen beschweren sich am lautesten, wenn ein anderer etwas nicht richtig sauber gemacht hat, die selbst öfter mal was dreckig hinterlassen.
Wenn man eine liebevolle Gemeinschaft und eine saubere Küche in der Kirchengemeinde möchte, dann müssen alle lernen, sich selbst an die eigene Nase zu fassen. Und wenn sich dann jemand über Krümel auf der Arbeitsplatte ärgert, dann sollte er sich erinnern, wie er ein anderes Mal schnell wegmusste und vielleicht ein paar Krümel auf dem Herd vergessen hatte. Und dann wird er möglicherweise barmherzig über die Krümel hinwegsehen und sie gerade wegputzen. Wenn sich so eine Einstellung in einer Kirchengemeinde ausbreitet, dann wird nicht nur die Küche sauberer, sondern der Umgang miteinander wird überhaupt freundlicher. Das wollte meines Erachtens der Apostel Paulus mit seinen Ermahnungen an die Gemeinde in Philippi erreichen.
In dem Text nach unserer Predigtstelle begründet Paulus übrigens seine Forderung, barmherzig miteinander umzugehen und die anderen höher zu achten als sich selbst. Er sagt: Christus hat sich selbst erniedrigt bis zum Tod am Kreuz zu unseren Gunsten. Ich setze fort: Da können wir doch auch mal was für andere tun und von uns selbst dabei absehen, auch wenn es schwer fällt - oder? Schließlich versuchen wir ja, Christus nachzufolgen. Aber Vorsicht! Das Problem bei moralischen Ansprüchen auch an uns selbst ist: Wir werden immer mal wieder darunterbleiben und den Ansprüchen nicht genügen. Damit rechnet Paulus, wenn er empfiehlt, barmherzig mit anderen umzugehen. Dazu gehört auch, barmherzig mit uns selbst umzugehen. Also, wenn wir es mal nicht geschafft haben, den anderen höher zu achten als uns selbst, nicht verzweifeln, sondern es das nächste Mal einfach noch mal versuchen. Dabei wünsche ich viel Erfolg und gutes Gelingen. Wenn immer mehr Christinnen und Christen das gelingt, werden unsere Gemeinden immer mehr zu liebevollen Gemeinschaften und damit zu Orten, an denen sich alle Wohlfühlen. Und das wünschen wir uns doch für uns selbst und für andere! Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 418 Brich mit dem Hungrigen dein Brot

* Fürbittengebet:
Gott wir danken dir, dass du deinen Sohn zu uns gesandt hast. Du hast uns durch ihn Gemeinschaft mir dir geschenkt und Gemeinschaft untereinander.
Wir freuen uns darüber und wollen diesem großen Geschenk gerecht werden.
Hilf uns, einander anzunehmen, wie wir sind.
Vergib uns, wenn wir wieder nur den Splitter im Auge des Bruders oder der Schwester sehen und den Balken im eigenen Auge nicht wahrnehmen.
Hilf uns zu einem liebevollen Umgang miteinander:
in unseren Familien,
in der Nachbarschaft,
bei der Arbeit,
in der Schule,
in der Kirchengemeinde.

Wir denken vor dir an die Menschen, die immer schnell die Verantwortung übernehmen und viel für andere tun, segne sie und hilf ihnen, trotzdem genügend Ruhe und Erholung zu finden.
Wir denken vor dir auch an diejenigen, die entspannt andere die Dinge für sich regeln lassen. Segne sie und hilf ihnen zu sehen, wo ihre Anstrengung gebraucht wird und sie etwas für andere tun können.
Herr erbarme dich über uns alle und stärke deine Gemeinden an allen Orten in der Welt.

Wir beten in der Stille.

STILLES GEBET

Dir vertrauen wir uns an,
du lädst alle an einen Tisch,
daß sie das volle Leben haben.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 320, 7+8 Wir bitten deine Güte

* Bekanntmachungen:
Kollekte:
Bahnhofsmission unserer Landeskirche

Nächster Gottesdienst in Wittgenborn ist am 29.07.2018 um 10.00 Uhr.

* Votum:
Die Liebe Gottes sei dir nahe in all deiner Angst.
Die Gnade Jesu Christi zeige dir den Weg der Befreiung aus all deiner Schuld.
Die Gemeinschaft des Heiligen Geistes richte dich auf
und leite dich in seine Zukunft.
Du bist gesegnet
und kannst ein Segen sein

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.

* Lied EG 487 Abend ward bald kommt die Nacht
  Thema: Gottesdienste am 7. Sonntag anch Trinitatis, 15.07.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 15.07.2018 19:17   Titel: Gottesdienste am 7. Sonntag anch Trinitatis, 15.07.2018
Gottesdienste am 7. Sonntag nach Trinitatis
09.00 Uhr DGH Hesseldorf
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
15.07.2018
Text: Phil. 2, 1 - 4

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Guten Morgen liebe Gemeinde, ich heiße sie und euch alle ganz herzlich willkommen zum Gottesdienst am 7. Sonntag nach Trinitatis. Thema dieses Gottesdienstes heute lautet: Am Tisch des Herrn

Ich wünsche uns einen Mutmachenden Gottesdienst

*Lied EG 326, 1-3 Sei Lob und Ehr

*Eingangspsalm:
Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

So sollen sagen, die erlöst sind durch den Herrn,
die er aus der Not erlöst hat,
die er aus den Ländern zusammengebracht hat
von Osten und Westen, von Norden und Süden.
Die irre gingen in der Wüste, auf ungebahntem Wege,
und fanden keine Stadt, in der sie wohnen konnten,
die hungrig und durstig waren
und deren Seele verschmachtete,
die dann zum Herrn riefen in ihrer Not,
und er errettete sie aus ihren Ängsten
und führte sie den richtigen Weg,
daß sie kamen zur Stadt, in der sie wohnen konnten:
die sollen dem Herrn danken für seine Güte
und für seine Wunder,
die er an den Menschenkindern tut,
daß er sättigt die durstige Seele
und die Hungrigen füllt mit Gutem.

Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.
Kommt lasst uns anbeten:

*Bittruf:
Wir bedenken unsere Armut,
unseren Hunger nach Liebe,
nach Verständnis und Anerkennung
und unsere Unfähigkeit,
anderen diesen Hunger zu stillen.
Wir bitten Gott um Erbarmen und rufen:

*Lobpreis:
Jesus sagt: „Ich bin das Brot des Lebens.
Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern,
und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“
Mit allen, die das erfahren,
mit allen, die darauf warten,
lobsingen wir:

*Kollektengebet:
Brot und Wein, Liebe und Leben finden wir bei dir, Gott.
Du rufst uns zu dir
und weckst in uns die Kraft, miteinander zu leben.
Steh uns bei, wenn wir einander trösten,
uns gegenseitig helfen und ermutigen.
Sei du nahe in Streit und Ärger und hilf uns,
uns in die anderen einzufühlen und die Konflikte zu lösen
oder, wenn sie nicht lösbar sind,
sie auszuhalten und fair zu bleiben.
In dir sind wir geborgen, in dir ist die Quelle des Lebens
und in deinem Licht sehen wir das Licht.

G: AMEN

* Schriftlesung: Lukas 9, 10-17
10 Und die Apostel kamen zurück und erzählten Jesus, wie große Dinge sie getan hatten. Und er nahm sie zu sich, und er zog sich mit ihnen allein in die Stadt zurück, die heißt Betsaida.
11 Als die Menge das merkte, zog sie ihm nach. Und er ließ sie zu sich und sprach zu ihnen vom Reich Gottes und machte gesund, die der Heilung bedurften.
12 Aber der Tag fing an, sich zu neigen.
Da traten die Zwölf zu ihm und sprachen: Lass das Volk gehen, damit sie hingehen in die Dörfer und Höfe ringsum und Herberge und Essen finden; denn wir sind hier in der Wüste.
13 Er aber sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen. Sie sprachen: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische, es sei denn, dass wir hingehen sollen und für alle diese Leute Essen kaufen.
14 Denn es waren etwa fünftausend Mann. Er sprach aber zu seinen Jüngern: Lasst sie sich setzen in Gruppen zu je fünfzig.
15 Und sie taten das und ließen alle sich setzen.
16 Da nahm er die fünf Brote und zwei Fische und sah auf zum Himmel und dankte, brach sie und gab sie den Jüngern, damit sie dem Volk austeilten.
17 Und sie aßen und wurden alle satt; und es wurde aufgesammelt, was sie an Brocken übrig ließen, zwölf Körbe voll.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 221 Das sollt ihr Jesu Jünger nie vergessen

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde,
zusammenzuleben ist schwierig. Ob man nun miteinander verwandt ist oder verheiratet oder einfach nur eine Zweckgemeinschaft bildet. Man muss sich aufeinander einstellen und ein Stück weit auch die Eigenheiten des oder der anderen ertragen. Das weiß jeder auch der Apostel Paulus. Und der hat die Aufgabe, das Zusammenleben in einer Gemeinde zu organisieren. Und zwar in einer Gemeinde, in der die Menschen aus völlig unterschiedlichen Schichten und Lebenszusammenhängen kommen. Das gab jede Menge Ärger und Konflikte. Und Paulus versucht diese Konflikte zu lösen, indem er den Menschen das christliche Ideal des Umgangs miteinander nahebringt. Unser Predigttext heute stammt aus dem Brief des Paulus an die Gemeinde in Philippi. Diese Gemeinde ist diejenige, die am harmonischsten ist und am besten läuft, also die Vorzeigegemeinde des Paulus. Hier kann er sein Ideal des gemeindlichen Zusammenlebens ausbreiten und hoffen, dass die Gemeindeglieder wenigstens versuchen, sich daran zu halten.

Textlesung: Phil. 2, 1 - 4
Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.

Das ist das Ideal: Liebe und Erbarmen regieren in der Gemeinschaft. Die Einzelnen achten die Anderen höher als sich selbst.
Im Vergleich zu Jesus steigert Paulus hier seine Ansprüche an die Menschen. Jesus sagt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Paulus sagt: Achte den anderen höher als dich selbst. Das sind hohe Ansprüche an das Verhalten der Gemeindeglieder. Aber wenn alle das tun, dann entsteht eine liebevolle Gemeinschaft, in der sich alle Wohlfühlen und zu der jeder gerne gehören möchte. Dass eine solche Gemeinschaft keine Probleme hat, neue Mitglieder zu werben, ist einleuchtend. Das Ideal ist also gut. Aber wie sieht das Alltagsleben mit diesem Ideal aus?
Sehen wir uns das mal an einem praktischen Beispiel heute an. Die meisten Gemeindehäuser haben eine Küche und nur eine begrenzte Menge Geld für Hausmeistertätigkeiten. Sie sind also darauf angewiesen, dass diejenigen, die die Küche benutzen, sie schonend behandeln, auf andere Nutzer Rücksicht nehmen und sie sauber und ordentlich hinterlassen. Es ist auch nötig, ein Auge auf den Kühlschrank zu haben und Dinge, die dabei sind zu verderben, sofort zu entsorgen, damit sich der Schimmel nicht ausbreitet und alle die Küche mit einem guten Gefühl benutzen können.
Ich habe einmal in einer Gemeinde einen Zettel gesehen, der versucht, das Ideal des Paulus auf die Benutzung der Gemeindehausküche anzuwenden. Auf dem Zettel stand: „Bitte verlassen Sie nach der Benutzung der Küche die Küche ein wenig ordentlicher und sauberer, als Sie sie vorgefunden haben.“
Da heißt es praktisch, barmherzig mit den Fehlern anderer umzugehen und den anderen höher zu achten als sich selbst. Sich also nicht zu gut zu sein, auch mal den Dreck einer anderen Gruppe wegzumachen. Soweit das Ideal. Das klingt gut.
Aber, so habe ich mich gefragt, warum ist denn so ein Zettel überhaupt nötig? Auf welche Situation reagiert der Zettel?
Der Zettel reagiert auf Schwierigkeiten bei der gemeinsamen Küchenbenutzung. Da hat die eine Gruppe Gläser ungespült stehen lassen, die im Laufe der Woche angeschimmelt sind. Die andere hat ihre Butter nicht mitgenommen. Niemand hat sie weggeworfen, woraufhin der Kühlschrank nach Buttersäure stinkt. Die dritte Gruppe hat Brot gebacken und vergessen, den Backofen zu säubern. Ein paar übermütige Jugendliche haben das Nutella der anderen weggegessen. Der fünften Gruppe ist ein Glas Limo umgekippt, und der Boden klebt. Jede Gruppe beschwert sich über die anderen beim Kirchenvorstand. Und der hat versucht, die Probleme mit einem Zettel zu lösen, der an das richtige christliche Verhalten nach Paulus erinnert und an das Ideal, dass eine Gemeinde doch eine liebevolle Gemeinschaft sein sollte, wo der eine die Fehler, der anderen auffängt.
Hat der Zettel die Probleme gelöst? Richten sich jetzt alle nach der Aufforderung: „Bitte verlassen Sie nach der Benutzung der Küche die Küche ein wenig ordentlicher und sauberer, als Sie sie vorgefunden haben!“? Das glaube ich nicht. Aber das ist auch nicht der Zweck des Zettels. Der Zettel soll diejenigen, die sich über Schmutz in der Küche ärgern, zum Nachdenken bringen. Denn der Zettel macht einen Anspruch deutlich, der gar nicht so einfach zu akzeptieren ist. Mich selbst und meine Interessen zu Gunsten eines anderen zurückstellen. Bereit sein, für andere etwas zu tun, was mir niemand dankt. Das ist schwierig. Und man fragt sich, ist es denn überhaupt sinnvoll? Fördert man damit nicht das unsoziale Verhalten von anderen? Und das ist für niemanden gut!
Wie in jeder Gemeinde gab es sicher auch in dieser Gemeinde verantwortungsvolle Menschen, die sich darum gekümmert haben, die Küche sauber zu halten. Es gab Menschen, die die Gläser nach der Kirchenvorstandssitzung gespült haben. Es gab Leute, die vor ihrer Gruppenstunde erst mal den Küchenboden gewischt haben, damit ihre Gruppenmitglieder sich in der Gruppe Wohlfühlen. Und die haben sich natürlich auch zu Recht darüber beschwert, dass sie immer diejenigen sind, die den Dreck der anderen wegmachen. Sie fanden: So kann es nicht weitergehen. Ich stelle mir eine Frau vor, die sagt: „Es kann doch nicht sein, dass ich hier immer spüle und andere lassen ihre Gläser einfach herumstehen. Das ist ungerecht.“ Und liebe Gemeinde, sie hat recht: Es ist ungerecht, wenn immer wieder dieselben versuchen, alles in Ordnung zu bringen und andere fühlen sich kein bisschen für die Küchenarbeit verantwortlich. Es ist ungerecht, wenn immer nur die Frauen in der Küche stehen und die Männer noch nicht mal wissen, wie man die Gemeindespülmaschine bedient oder umgekehrt. So geht es auch tatsächlich nicht. Die Gefahr ist doch, dass, wenn die einen bereit sind, mehr zu tun, die anderen das ausnutzen, um überhaupt nichts mehr zu tun.
Was würde Paulus dazu sagen? Paulus könnte sagen: „Meine Forderung gilt für alle. Alle sollen barmherzig miteinander umgehen und den anderen höher achten als sich selbst. Nicht nur die einen, damit sich die anderen darauf ausruhen können. Niemand darf sagen: „Die anderen machen das schon, und ich muss nichts machen.“ Diejenigen, die versuchen die Küche in Ordnung zu halten, beschweren sich zu Recht über die, die immer alles stehen lassen. So ein Verhalten geht tatsächlich nicht.“ Aber Paulus weiß noch etwas anderes über die Menschen: nämlich auf die Gerechtigkeit und gerechte Verteilung der Arbeit zu pochen, führt nicht zu einer liebevollen Gemeinschaft.
Meine Beobachtung bei der Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Gruppen über die Sauberkeit in der Küche ist: Diejenigen beschweren sich am lautesten, wenn ein anderer etwas nicht richtig sauber gemacht hat, die selbst öfter mal was dreckig hinterlassen.
Wenn man eine liebevolle Gemeinschaft und eine saubere Küche in der Kirchengemeinde möchte, dann müssen alle lernen, sich selbst an die eigene Nase zu fassen. Und wenn sich dann jemand über Krümel auf der Arbeitsplatte ärgert, dann sollte er sich erinnern, wie er ein anderes Mal schnell wegmusste und vielleicht ein paar Krümel auf dem Herd vergessen hatte. Und dann wird er möglicherweise barmherzig über die Krümel hinwegsehen und sie gerade wegputzen. Wenn sich so eine Einstellung in einer Kirchengemeinde ausbreitet, dann wird nicht nur die Küche sauberer, sondern der Umgang miteinander wird überhaupt freundlicher. Das wollte meines Erachtens der Apostel Paulus mit seinen Ermahnungen an die Gemeinde in Philippi erreichen.
In dem Text nach unserer Predigtstelle begründet Paulus übrigens seine Forderung, barmherzig miteinander umzugehen und die anderen höher zu achten als sich selbst. Er sagt: Christus hat sich selbst erniedrigt bis zum Tod am Kreuz zu unseren Gunsten. Ich setze fort: Da können wir doch auch mal was für andere tun und von uns selbst dabei absehen, auch wenn es schwer fällt - oder? Schließlich versuchen wir ja, Christus nachzufolgen. Aber Vorsicht! Das Problem bei moralischen Ansprüchen auch an uns selbst ist: Wir werden immer mal wieder darunterbleiben und den Ansprüchen nicht genügen. Damit rechnet Paulus, wenn er empfiehlt, barmherzig mit anderen umzugehen. Dazu gehört auch, barmherzig mit uns selbst umzugehen. Also, wenn wir es mal nicht geschafft haben, den anderen höher zu achten als uns selbst, nicht verzweifeln, sondern es das nächste Mal einfach noch mal versuchen. Dabei wünsche ich viel Erfolg und gutes Gelingen. Wenn immer mehr Christinnen und Christen das gelingt, werden unsere Gemeinden immer mehr zu liebevollen Gemeinschaften und damit zu Orten, an denen sich alle Wohlfühlen. Und das wünschen wir uns doch für uns selbst und für andere! Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 418 Brich mit dem Hungrigen dein Brot

* Fürbittengebet:
Gott wir danken dir, dass du deinen Sohn zu uns gesandt hast. Du hast uns durch ihn Gemeinschaft mir dir geschenkt und Gemeinschaft untereinander.
Wir freuen uns darüber und wollen diesem großen Geschenk gerecht werden.
Hilf uns, einander anzunehmen, wie wir sind.
Vergib uns, wenn wir wieder nur den Splitter im Auge des Bruders oder der Schwester sehen und den Balken im eigenen Auge nicht wahrnehmen.
Hilf uns zu einem liebevollen Umgang miteinander:
in unseren Familien,
in der Nachbarschaft,
bei der Arbeit,
in der Schule,
in der Kirchengemeinde.

Wir denken vor dir an die Menschen, die immer schnell die Verantwortung übernehmen und viel für andere tun, segne sie und hilf ihnen, trotzdem genügend Ruhe und Erholung zu finden.
Wir denken vor dir auch an diejenigen, die entspannt andere die Dinge für sich regeln lassen. Segne sie und hilf ihnen zu sehen, wo ihre Anstrengung gebraucht wird und sie etwas für andere tun können.
Herr erbarme dich über uns alle und stärke deine Gemeinden an allen Orten in der Welt.

Wir beten in der Stille.

STILLES GEBET

Dir vertrauen wir uns an,
du lädst alle an einen Tisch,
daß sie das volle Leben haben.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 320, 7+8 Wir bitten deine Güte

* Bekanntmachungen:
Kollekte:
Bahnhofsmission unserer Landeskirche

Nächster Gottesdienst in Hesseldorf ist am 16.09.2018 um 09.00 Uhr.
Am kommenden Sonntag, 22.07.2018 um 10.00 Uhr in Wächtersbach.
* Votum:
Die Liebe Gottes sei dir nahe in all deiner Angst.
Die Gnade Jesu Christi zeige dir den Weg der Befreiung aus all deiner Schuld.
Die Gemeinschaft des Heiligen Geistes richte dich auf
und leite dich in seine Zukunft.
Du bist gesegnet
und kannst ein Segen sein

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gottesdienst am 3. Sonntag anch Trinitatis, 17.06.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 17.06.2018 11:15   Titel: Gottesdienst am 3. Sonntag anch Trinitatis, 17.06.2018
Gottesdienst am 3. Sonntag nach Trinitatis
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
17.06.2018
Text: 1. Johannes 1, 5-2,6

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Guten Morgen liebe Gemeinde, herzlich Willkommen zum Gottesdienst am 3. Sonntag nach Trinitatis. Das Thema heute Morgen lautet: Wir haben einen Fürsprecher bei Gott, Jesus Christus. Ich wünsche uns einen Mut machenden Gottesdienst.

*Lied EG 316, 1-4 Lobe den Herren

*Eingangspsalm:
Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt,
so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten.

Lobe den Herrn, meine Seele,
und was in mir ist, seinen heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele,
und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat:
der dir alle deine Sünde vergibt
und heilet alle deine Gebrechen,
der dein Leben vom Verderben erlöst,
der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.
Barmherzig und gnädig ist der Herr,
geduldig und von großer Güte.
Er handelt nicht mit uns nach unseren Sünden
und vergilt uns nicht nach unserer Missetat.
Denn so hoch der Himmel über der Erde ist,
läßt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.
So fern der Morgen ist vom Abend,
läßt er unsere Übertretungen von uns sein.

Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt,
so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten.
Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Die Wahrheit liegt, so heißt es, im Auge des Betrachters. Wir erwischen uns dabei, dass wir uns in unseren Wahrnehmungen täuschen können. Darum suchen wir Erbarmen und rufen zu Gott:
G.: Herre Gott, erbarme dich

*Aufforderung zum Lobpreis:
Doch da ist einer, der sagt: Ich will vergeben und Gnade schenken. Wer zu mir kommt, dem sei vergeben. Dafür können wir Gott nur loben und singen:
G.: Ehre sei Gott in der Höhe

*Kollektengebet:
Gott, du kennst uns, wie wir hier sind.
Du suchst uns, auch wenn wir uns oft genug entfernt haben von dir.
Wir bitten dich: Gib uns offene Herzen für dein Rufen.
Sprich durch dein Wort zu uns, so dass wir uns gerne von dir finden lassen.
Lass es uns neu hören, wie nahe du uns bist, damit wir deine Nähe suchen und bewahrt werden in deinem Heil.
Das bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und deine Welt erhält von Ewigkeit zu Ewigkeit.
G: AMEN

* Schriftlesung: Lukas 15, 1-10
1 Es nahten sich ihm aber allerlei Zöllner und Sünder, um ihn zu hören.
2 Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen.
3 Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach:
4 Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, wenn er eins von ihnen verliert, nicht die neunundneunzig in der Wüste lässt und geht dem verlorenen nach, bis er's findet?
5 Und wenn er's gefunden hat, so legt er sich's auf die Schultern voller Freude.
6 Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war.
7 Ich sage euch: So wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.
8 Oder welche Frau, die zehn Silbergroschen hat und einen davon verliert, zündet nicht ein Licht an und kehrt das Haus und sucht mit Fleiß, bis sie ihn findet?
9 Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freut euch mit mir; denn ich habe meinen Silbergroschen gefunden, den ich verloren hatte.
10 So, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 66, 1-4 Jesus ist kommen

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde,
Sie werden die Situation kennen: Sie sehen, dass etwas schiefläuft. Sie überlegen: Muss ich das sagen? Muss ich mich da reinhängen?
Relativ leicht beantwortet bei Eltern, die mitbekommen, wie ihr Kind sich in der Schule in Sicherheit wiegt: Das ist doch klar, dass ich ihm sage: Wenn du so weitermachst, dann gibt es eine Ehrenrunde.
Aber schwieriger wird es schon, wenn wir abends in der Wirtschaft zusammensitzen. Sage ich da zu einem Freund: Wenn du nicht die Finger vom Bier lässt, obwohl du noch Auto fahren willst, dann bist du verantwortungslos. Sage ich ihm: Dass der Führerschein bei einer Kontrolle weg sein kann, ist das kleinere Übel -, du bist ein Unfallrisiko.
Noch schwieriger wird es womöglich sein, guten Bekannten zu sagen: So wie ihr miteinander umgeht in eurer Ehe, werdet ihr euch bald nichts mehr zu sagen haben.
Es ist gut zu verstehen, dass sich da der Gedanke einstellt: Ist das wirklich meine Aufgabe? Es ist gut zu verstehen, dass viele sagen: Misch dich nicht in fremde Geschichten ein -, jeder ist für sich selbst verantwortlich. Schließlich wir wissen nur zu gut: Man liebt den Kritiker nicht, der einen von Wolke 7 herunterholt. Man handelt sich schnell böse Worte ein: Du bist ein Besserwisser, du bist ein Moralapostel. Was geht dich das an? Du gönnst mir das nicht.
Es ist sicherlich einfacher, sich aus allem rauszuhalten, andere ihren Weg gehen zu lassen, auch wenn wir das Gefühl haben: das wird schief gehen. Und gewiss ist wahr: Schmeicheleien sagen sich leichter als Kritiken. Wer reichlich lobt, ist allgemein beliebter, als der, der häufig kritisiert oder tadelt. Überlegen Sie einmal für sich selbst: Wie gehen Sie mit den Leuten um, die Sie kritisieren, die Ihnen unangenehme Wahrheiten sagen, und wie stellen Sie sich zu denen, von denen Sie reichlich Lob erfahren?
Ich möchte eine Behauptung aufstellen: Es ist eine Form von Unbarmherzigkeit, wenn ich einen Menschen in sein Unglück rennen lasse, und es ist ausgeübte Barmherzigkeit, wenn ich ihn warne: Wenn du so weitermachst dann ……
Wichtig dabei wird aber sein: Rede ich von oben herab, oder stelle ich mich mit meinen Worten auf eine Stufe mit dem, zu dem ich rede?
Wie es gelingen kann, unbequeme Wahrheiten zu sagen, ohne von oben herab zu sprechen, ohne hochmütig zu sein und doch einen neuen Weg aufzuzeigen, das hören wir in unserem Predigttext aus dem 1. Johannesbrief.
5 Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis.
6 Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit.
7 Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.
8 Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.
9 Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.
10 Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.
2 1 Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist.
2 Und er ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.
3 Und daran merken wir, dass wir ihn kennen, wenn wir seine Gebote halten.
4 Wer sagt: Ich kenne ihn, und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in dem ist die Wahrheit nicht.
5 Wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrlich die Liebe Gottes vollkommen. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind.
6 Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der soll auch leben, wie er gelebt hat
Ja. Liebe Gemeinde Johannes sagt unbequeme Wahrheiten. Aber er sagt sie nicht aus einer Position der Besserwisserei heraus. Er sagt sie nicht von unten nach oben -, er sagt sie in der Solidarität dessen, der den Weg des Glaubens mit seinen Brüdern und Schwestern in der Gemeinde geht.
Das können wir merken an der Art, wie er spricht: „Wenn wir sagen”- „Wer sagt”, so fängt er seine Sätze an und macht damit deutlich: Was da gesagt wird, das kann ich auch sagen, das ist auch mein Glaube.

Drei Absichten verfolgt Johannes mit seinen Worten:
1. Er will aufrütteln aus falscher Sicherheit.
2. Er will freimachen aus bedrängender Angst.
3. Er will hinführen zu wahrhaftigem Leben.

1. Aufrütteln aus falscher Sicherheit
Gott ist für mich. Gott ist mit mir. Gott ist bei mir. Das sind Glaubens-Sätze, zu denen wir kommen sollen. Wir sollen es für unser Leben glauben können: Wenn wir morgens aus dem Haus gehen zu unserer Arbeit, so ist Gott mit uns. Wenn wir uns abends zu Bett legen, so ist er bei uns. Wenn wir unterwegs sind mitten im dicksten Verkehr, so will Gott mit uns sein.
Diese Woche war ich am Dienstag mitten im wilden Gewittersturm auf der Heimfahrt. Ich hatte in dem prasselnden Regen doch etwas Angst und hab mir dann am nächsten Tage gesagt: „Manchmal, wenn da so ein Wasserschwall auf meine Windschutzscheibe kommt, ein Blitz vor dem Wagen so hell leuchtet das man glaubt er schlägt vor mir auf der Straße ein, dann habe ich zu Gott gebetet.” Lass mich sicher nach Hause kommen, beschütze mich Herr auf all meinen Wegen“. Dazu will uns unser Glaube bringen, dass wir das wissen und uns darauf verlassen: Gott ist für mich, Gott ist bei mir, Gott ist mit mir.
Aber es wird alles falsch, wenn ich daraus mache: Egal, welche Wege ich gehe -, Gott muss auf meiner Seite sein. Egal, welche Wege ich gehe -, Gott ist wie eine Art Bodyguard immer hinter mir. Gott hat sich nicht so an uns gebunden, dass er immer nur unser Erfüllungsgehilfe ist, immer die Garantie für unsere Erfolge, egal, welche Mittel wir verwenden und welche Ziele wir verfolgen.
Ich möchte es so einfach wie möglich sagen: Gott ist nicht für mich und nicht mein Beistand, wenn ich meinen Nachbarn betrüge. Gott ist auch nicht mit mir, wenn ich meinen Ehegatten betrüge. Gott ist nicht meine Rückendeckung, wenn ich faule Dinger drehe, ob in der Schule oder im Betrieb. Gott ist nicht meine Sicherheitsgarantie, wenn ich mich mit drei Promille ins Auto setze. Gott ist nicht mein freundlicher Helfer, wenn ich auf Lug und Trug setze.
Gott ist nicht der Mann an meiner Seite wenn ich versuche einen anderen Menschen zu zerstören, durch Mobbing und Falschasusagen.
Johannes sagt: Wenn wir in der Finsternis wandeln -, dann lässt Gott uns da alleine laufen. Das heißt doch: Wenn wir leben, ohne uns nach Gottes Willen zu richten, ohne uns an ihm zu orientieren, dann lässt er es zu, dass wir uns in unseren eigenen Wegen verrennen. Die Zusage der Nähe Gottes gilt nicht für die Wege, mit denen Gott nicht einverstanden ist. Die Zusage des Beistandes Gottes gilt nicht für die Wege, die dem Willen Gottes widersprechen.
Wir wiegen uns in falscher Sicherheit, wenn wir glauben: Gott ist allemal auf unserer Seite, egal, ob wir seinen Willen achten oder ob wir seinen Willen missachten.

2. Freimachen aus bedrängender Angst
Wer nur einigermaßen nachdenklich ist und selbstkritisch, der wird jetzt wohl sagen müssen: Das ist doch ganz oft so, dass ich erschrecke über das, was ich getan habe -, und ich kann es nicht mehr gutmachen. Das ist ganz oft so, dass ich ein schnelles Wort wieder zurückholen möchte -, aber ich kann es nicht ungesagt machen. Und das ist ganz oft so, dass ich irgendeine Entscheidung am Tag treffe und hinterher erst merke ich: Das passt nicht mit meinem Glauben zusammen.
Und dann zieht jemand die Summe seiner Taten und sagt: Das ist doch ganz oft so bei mir, dass mein Leben nicht nach dem Willen Gottes läuft.
So erging es mir und meinem Berufsleben, ich kann dieses nicht mehr mit meinem Glauben vereinbaren.
Wenn Gott aber so ist, dass er sich von uns abwendet, wenn wir uns von ihm abgewandt haben - wie soll ich dann vor ihm bestehen können?
Es gibt nicht nur die Haltung der Selbstsicherheit: Ich bin o.k. und Gott muss und wird mit mir schon zufrieden sein. Es gibt auch die Haltung, die an sich selbst kein gutes Haar lässt und nicht glauben kann, dass Gott es doch gut mit uns meint.
Denen, die so über sich erschrecken, denen, die so sagen: Dann kann ich vor Gott ja gar nicht bestehen -, denen sagt Johannes: Wir haben einen Fürsprecher vor Gott - trotz und gerade wegen unserer Sünde. Wir haben einen Fürsprecher bei Gott, der weiß, wie wir sind, und nicht auf Abstand von uns geht. Das ist die Erfahrung der Jünger gewesen: Jesus hat sich der Sünder angenommen. Er hat sich zu der Ehebrecherin gestellt, er hat Sünden vergeben - noch am Kreuz; er hat einen Dieb mit weißem Kragen, einen Wirtschaftskriminellen und Ausbeuter wie Zachäus zur Umkehr gebracht durch seine Güte; er hat Petrus, der ihn verleugnet hat, einen neuen Anfang geschenkt.
Daraus hat die Gemeinde gelernt: Wer sich zu ihm kehrt, wer vor ihm seine Schuld eingesteht, zu dem stellt er sich. Es ist genau anders, als es heutzutage läuft: Bei uns gehen alle auf Abstand, wenn einer seine Fehler eingesteht. Jesus aber stellt sich zu denen, die sagen „Ja, das habe ich getan“ und sucht mit ihnen einen neuen Anfang.
Wenn das wahr ist, muss ich mich nicht mehr selbst entschuldigen, muss ich nicht mehr eigene Schuld unter den Teppich kehren -, ich darf sagen, was wahr ist, und wissen: Gott lässt mich deshalb nicht fallen.

3. Hinführen zu wahrhaftigem Leben
Das kennen wir nur zu gut: Unsere Worte und unsere Taten fallen auseinander. Es ist leichter, von Liebe zu reden als Liebe zu üben. Es ist leichter, von Vergebung zu reden als zu vergeben oder um Vergebung zu bitten. Es ist auch leichter, über den Glauben, über das Vertrauen auf Gott zu sprechen, als es in den großen und kleinen Alltagssituationen zu leben.
Johannes will seine Leser damals und uns heute hinführen zu einem wahrhaftigen Leben: Unsere Taten sollen anfangen, unseren Worten mehr und mehr zu entsprechen. Dein Wille geschehe - so beten wir - und dieses Beten soll unser Handeln bestimmen. Es soll dazu führen, dass wir nicht zurückschlagen mit Worten, wenn einer uns angegriffen hat, dass wir aufhören, mit Blicken und Gedanken zu töten, dass wir Geduld üben, weil Gott doch auch mit uns geduldig ist. Leben, wie er gelebt hat -, das ist das Ziel, das Johannes uns zeigt: Jesus als Vorbild, als Maßstab für unser Handeln.
Aber - so denken Sie wohl und ich auch - das schaffen wir doch nie. Nein, das schaffen wir nie. Und doch: Wir können anfangen, so zu tun als ob. Wir können anfangen, Maß an ihm zu nehmen, seine Maßstäbe zu unseren Maßstäben zu machen. Wir können anfangen zu üben: Vergeben, Geduld bewahren, über den anderen nichts Böses reden. Wir können anfangen, die Freundlichkeit, die wir bei Jesus erfahren, weiterzugeben, über unseren Schatten zu springen und nicht zurückzuschlagen.
Wer nie anfängt, kommt auch nicht weiter. Wer einen Weg beginnt, der hat nicht mit den ersten Schritten schon den ganzen Weg geschafft. Wer aber erste Schritte auf einem Weg geht, der gerät manchmal ins Stolpern und mag auch einmal fallen -, aber er geht diesen Weg. Und erfährt im Gehen: Ich komme trotz aller Schwierigkeiten weiter. Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 593 Licht, das in die Welt gekommen

* Fürbittengebet:
Gott, unser Vater, wir danken dir, dass du uns suchst. Du hast Jesus Christus, deinen Sohn als Zeichen deiner suchenden Liebe, deiner nachgehenden Hoffnung zu den Menschen gesandt. Gib uns, dass wir dir trauen.

Wir bitten dich: Bewahre uns vor aller falschen Sicherheit, dass wir nicht gleichgültig werden und von dir nichts mehr erwarten. Bewahre uns genauso vor der Angst, die über eigenen Schulderfahrungen nicht mehr deinem Vergeben zutraut, dass es uns neue Wege öffnet - zu Dir und zu den Menschen.

Wir sehen: Viele verzweifeln, und niemand richtet sie auf. Viele fragen und bekommen doch keine Antwort. Viele leben und wissen nicht wozu. Viele sterben und haben keine Hoffnung über den Tod hinaus.

Gott, für alle diese Menschen beten wir zu dir und bitten dich: Lehre uns die Sprache der Liebe, damit wir ihnen ihr Elend tragen helfen. Mache unser Leben zu einem Spiegelbild deiner Liebe und Treue. Lass unter uns dein Reich wachsen, in dem Friede und Gerechtigkeit wohnten

Wir beten in der Stille:

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte uns

* Bekanntmachungen:
Wer heute Nachmittag Zeit und Lust hat auf Kaffee, Kuchen und Livemusik, ist herzlich eingeladen zum Gartenfest unserer “Hospizgruppe Lichtbogen” bei Väths im Garten ab 14.00 Uhr. Geschenke bitte nicht mitbringen, wer kommt ist ein Geschenk. Helga wird ein Spendenschwein aufstellen, wenn jemand die wichtge Arbeit der Hospiz unterstützen möchte.

Sommer, Sonne, Segen
Zu einem besonderen Gottesdienst lädt die evangelische Kirchengemeinde Wächtersbach am 24.6. um 18 Uhr in Wittgenborn ein.
6 Monate vor dem Heiligen Abend, in der Mitte des Jahres, zu Beginn der Sommerferien feiern wir Gottesdienst. Im Mittelpunkt soll der Segen Gottes für die Sommer- und Reisezeit stehen. Im Anschluss an den kurzweiligen Gottesdienst sind alle eingeladen um ein Feuer herum zu Würstchen und Getränken.

In Wächtersbach Innenstadt findet kein Gottesdienst statt.

Die Kollekte ist für Projekte der Diakoniestationen (im Gebiet der EKKW).

Wochenspruch: Lukas 19, 10
„Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist“.

* Votum:
Gott, sei über uns und segne uns,
sei unter uns und trage uns,
sei neben uns und stärke uns,
sei vor uns und führe uns.
Sei du die Freude, die uns belebt,
die Ruhe, die uns erfüllt,
das Vertrauen, das uns stärkt,
die Liebe, die uns begeistert,
der Mut, der uns beflügelt.

Du bist da, wenn ich mich von allen verlassen fühle;
wenn ich meine,
vor Angst sterben zu müssen;
wenn mich alle verachten;
wenn ich vor Schmerzen weine;
wenn es dunkel wird um mich;
wenn ich arm bin und sich alle abwenden von mir;
wenn ich zu schwach bin,
um zum Gebet meine Hände zu falten;
Du bist da,
und faltest meine Hände zum Gebet.
Gott, halte deine Hand über uns
und behüte uns.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Abendgottesdienst am Trinitatissonntag, 27.05.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 27.05.2018 21:25   Titel: Abendgottesdienst am Trinitatissonntag, 27.05.2018
Abendgottesdienst am Trinitatissonntag
27.05.2018
18.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
Text: Epheser 1, 3-14

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Guten Abend liebe Gemeinde, herzlich Willkommen zum Abendgottesdienst am Trinitatissonntag. Wir wollen heute Abend nachdenken über ein Verse aus dem Epheserbrief. Das Thema lautet heute: „Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben .

Ich wünsche uns einen mutmachenden Gottesdienst.

* Lied EG 445, 1-4 Gott des Himmels und der Erde

*Eingangspsalm:

Psalm 145 EG 756 im wechsel mit der Gemeinde

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Herr, Jesus Christus, du bist unser Bruder, wir sind deine Geschwister und einander durch dich Schwestern und Brüder. Nur: Wo spürt man das? Kaum wagen wir, uns so herzlich zu geben, wie wir empfinden. Und schon gar nicht mahnen wir einander auch und bringen uns zurecht, wenn wir auf falschen Wegen sind. Hilf du uns zurecht! Herr, erbarme dich!

*Aufforderung zum Lobpreis:
Gott liebt alle seine Kinder gleich. Niemand ist mehr als ein anderer, keine hat einer anderen etwas voraus. Trotzdem gehen wir nicht so miteinander um, wie es Geschwistern ansteht. Immer wieder steht der Neid zwischen uns, der Hochmut und die Fragen: Wie kann sie so mit mir reden? Warum nimmt er sich das Recht, mir raten zu wollen? Dabei kann es uns doch nur helfen, wenn wir aufeinander acht haben! Gott schenkt uns heute ein neues Herz und seinen Heiligen Geist! Lobsinget Gott, erhebt seinen heiligen Namen!

*Kollektengebet:
Lasst uns beten:
Herr, unser Gott, heute am Trinitatisfest denken wir daran, dass du uns in Jesus als Bruder begegnest, dass du aber auch unser Vater bist und uns mit deinem Heiligen Geist zu neuen Menschen machen kannst. Wir bitten dich, verwandle uns zu Menschen, wie du sie gemeint hast durch unseren Herrn Jesus Christus.
AMEN.

* Schriftlesung: 4. Mose 6, 22-27
Und der HERR redete mit Mose und sprach:
Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet:
Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
Denn ihr sollt meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja!)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 126, 1-5 Denn du bist der Tröster genannt

* PREDIGT:
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde!
„Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!“
Ein geläufiges Sprichwort, ein Rat.

„Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!“
Vernünftig, so zu denken, zu handeln?
Lieber erst einmal abwarten, damit sich am Ende keine Enttäuschung breit macht?

Nicht zu viel erwarten, damit ich gegebenenfalls am Ende nicht frustriert dastehe?

Vernünftig oder eher eine Einstellung, pessimistisch oder sogar misstrauisch in den Tag zu gehen?

Bloß nicht zu früh freuen!
Wer weiß, was alles schiefgeht, was heute wieder für ein Bockmist passiert!

Gerade an Tagen, in Zeiten, die nicht zu den rosigen gehören, ist dieses Sprichwort, dieser Rat angebracht, kann man meinen.

Zeiten, in denen nicht alles rund, problemlos läuft oder gar schwere Zeiten, in denen ich etwas durchzustehen habe und vielleicht gar nicht weiß, ob ich es überhaupt überstehe.
Wenn ich schwer krank werde oder einer meiner Lieben.
Wenn ich Ärger habe in meinem Umfeld, auf der Arbeit oder in der Schule.
Wenn es Streit oder Missverständnisse gibt, die mein Leben belasten oder wenn ich besonders harte Aufgaben zu bewältigen habe, wenn ich z.B. jemanden pflege oder es in meiner Ehe kracht, eine Freundschaft auf dem Prüfstand steht, ich eine schier unlösbare Situation zu meistern habe.

Und mal ehrlich: Wenn ich mich an einem solchen Tag morgens aus dem Bett quäle, dann ist mir auch gar nicht danach, den Tag zu loben, schon gar nicht vor dem Abend.
Woher soll ich auch die Kraft nehmen, optimistisch und womöglich mit Vorfreude in einen solchen Tag zu gehen?
Was soll es da schon zu loben geben?
Wie soll das bitte schön gehen?

Es geht aber!

„Es geht,“ sagen Menschen, die eben nicht an solchen Tagen die Flinte gleich ins Korn werfen könnten, Menschen, die nicht die Decke über den Kopf ziehen und sich verkriechen, sondern sagen: Packen wir es an!

Solche Menschen verlieren ihren Optimismus nicht, weil sie sich auf das besinnen, was eben nicht im Argen liegt, weil sie sich bewusst machen, was gut ist in ihrem Leben und Kontinuität hat, was unumstößlich gilt für ihr Leben.

Da war einmal ein Mensch, der hatte schwere Zeiten durchzustehen, vielleicht saß er grad im Gefängnis, als er erfuhr:
Es gibt Ärger in der Gemeinschaft, dessen Teil ich bin.
Der Ärger: Menschen versuchen, andere auszugrenzen,
die sich ohnehin schon in der Minderheit befinden und
die einst aber die Mehrheit bildeten.

Man streitet sich auch darüber, wer als Autorität anzuerkennen sei und wer nicht.
Hinzukommen Schwierigkeiten von außen, andere Optionen,
sein Leben auszurichten und auch ein Weltbild, das dem eigenen völlig widerspricht.
Mit all diesen Problemen vor den Augen, in dieser schweren Zeit, besann sich dieser Mensch auf das, was unumstößlich galt in seinem Leben, was gut war, machte sich bewusst, was Kontinuität besaß trotz aller Umbrüche und Einsturzgefährdungen, machte sich klar, was er loben konnte, obwohl der Tag noch nicht vorbei, der Abend noch nicht angebrochen war.

Und er schrieb es auf, schrieb einen Brief, den Epheserbrief, aus dem ich uns aus dem ersten Kapitel nun vorlesen:


Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus. Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten; in seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns begnadet hat in dem Geliebten. In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns reichlich hat widerfahren lassen in aller Weisheit und Klugheit. Denn Gott hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschluss, den er zuvor in Christus gefasst hatte, um ihn auszuführen, wenn die Zeit erfüllt wäre, dass alles zusammengefasst würde in Christus, was im Himmel und auf Erden ist. In ihm sind wir auch zu Erben eingesetzt worden, die wir dazu vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Ratschluss seines Willens; damit wir etwas seien zum Lob seiner Herrlichkeit, die wir zuvor auf Christus gehofft haben. In ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Seligkeit - in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem heiligen Geist, der verheißen ist, welcher ist das Unterpfand unsres Erbes, zu unsrer Erlösung, dass wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit.
Ein ganz schön erschlagender Text, so viele Wörter, so viel Inhalt, so verschachtelt.

Versuchen wir einmal es auf den Punkt zu bringen, warum dieser Mensch den Tag vor dem Abend loben kann.

Was weiß er, woran hält er sich fest in seiner schweren Zeit?

Er hält sich fest an Gott, dem Vater, denn er weiß:
Gott, der Vater hat mich gesegnet.

Das heißt: Er gab mir und gibt mir, was ich brauche.

Gibt mir Kraft, ist gnädig mit mir, macht mir Mut, lässt mich nicht im Dunkeln drüber tappen, was ich bin und auf was ich vertrauen darf.

Er hat es bestimmt, hat mich dazu vorherbestimmt und er hat mich so angenommen wie ich bin, ich darf sein Kind sein.

Woran hält sich der Mensch in seiner schweren Zeit noch fest?

Er hält sich fest an Jesus Christus, an dem, der ihm vergibt.
Der ihm vergibt, woran er sich selbst schuldig gemacht hat in aller Auseinandersetzung, hält fest an dem, der ihn erlöst hat,
der ihn wissen lässt: du wirst mein Erbe sein, du wirst harte, schwere Zeiten durchmachen, genau wie ich, doch diese Zeiten werden dich nicht besiegen, sondern du wirst siegreich aus allem hervorgehen, auf Nacht folgt Morgen.

Und – er hält sich in seiner schweren Zeit fest am Heiligen Geist.
Der wirkt in ihm, der ist spürbar nahe, gibt ihm Brief und Siegel auf all das, was Gott Vater und Sohn ihm waren und sind und sein wollen.

In diesem Glauben, mit diesem Wissen kann er den Tag bereits vor dem Abend loben.

Und wir?
Sie und Du und ich?

Jeder Christ, jeder, der sich zum dreieinigen Gott bekennt,
ihm vertraut und auf ihn hofft, darf sich wie der Mensch,
der den Epheserbrief geschrieben hat, auf eben diesen dreifaltigen Gott verlassen.

Darauf, dass es herrlich ist und wir es, weil Gott es so vorherbestimmt hat, herrlich finden dürfen, zu glauben und zu wissen:
Ich bin ein geliebtes Kind Gottes, dass nicht aus dieser Liebe fällt, ganz egal, was zerbricht oder über mich hereinstürzt im Leben.

Ich bin durch Jesus Christus ein erlöster Mensch, ein Mensch, dem vergeben wird, was er selbst zu den chaotischen Zeiten beigetragen hat, ein Mensch, der mit Jesu Hilfe immer wieder neu anfangen darf.

Und: Ich bin ein Geistträger, bin versiegelt durch den Heiligen Geist, trage unabwaschbar in mir all das, was Gott mir sein will als Vater und Sohn.

All das gilt und kann uns den Tag vor dem Abend loben lassen,
so wie Gott es vorherbestimmt hat, kann uns optimistisch statt pessimistisch auf das blicken lassen, was vor uns liegt und sagen lassen:
Packen wir es an im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 134, 1-3 Komm o komm du Geist des Lebens

* Fürbittengebet:
Herr, unser Gott, wir danken dir, dass du uns in Jesus Christus zum Bruder geworden bist. Wir wissen jetzt, dass du durch ihn an unserem Leben teilnimmst, dass du nicht weltenfern in deinem Himmel thronst, sondern ganz nah bist, immer nur ein Gebet weit von unserem Herzen entfernt.
Wir bitten dich, mache uns in deinem lieben Sohn Jesus auch untereinander zu Geschwistern, die sich lieben, die aufeinander achten, sich gelten lassen, aber sich auch die Dinge sagen können, die gesagt werden müssen: Dass wir einander loben, aufbauen, trösten, aber auch mahnen, warnen und zurechtweisen. Und hilf uns, dass wir es nicht tun, um uns übereinander zu erheben, sondern um einander zu helfen.
Herr, unser Gott, habe auch Dank, dass du unser Vater bist. Nicht als der unerbittliche Richter rufst du uns zu dir, sondern als der Vater wartest du auf uns - mit ausgebreiteten Armen, bereit zu vergeben und neu mit uns zu beginnen.
Wir bitten dich, lass uns aus dem Wissen leben, dass du uns nicht verdammst, wenn wir auch lange fern von dir gelebt haben, dass du uns nicht verachtest, weil wir vielleicht deine unfolgsamen Kinder waren und dass du uns nicht strafen willst, weil wir dich gekränkt haben. Stell uns das Bild deiner Liebe und Treue vor Augen, dass wir uns zu dir aufmachen und in deiner Nähe leben und bleiben.
Herr, unser Gott, schließlich danken wir dir für deinen Heiligen Geist, der zwar unsichtbar aber doch immer wieder spürbar in unser Leben eingreift, wenn wir ihn nur wirken lassen.
Wir bitten dich, dass wir deinem Heiligen Geist mehr zutrauen, mit ihm rechnen und ihm auch nicht im Wege stehen, wenn er uns, die Mitmenschen oder unsere Beziehungen zu ihnen bessern und heilen will. Mache uns zu Helfern deines guten Geistes, dass wir, wo wir nur können, seiner guten Macht förderlich sind und in seinem Sinn denken, reden und handeln.
Himmlischer Vater, du hast uns ein wahrhaftig großes Erbe bereitet: Geistlichen Segen ... deine Liebe ... herrliche Gnade ... Erlösung ... Vergebung unserer Sünden ... den Reichtum deiner Gnade ... das Wort der Wahrheit ... das Evangelium von unserer Seligkeit ... den Glauben ... Mache uns bereit, das Erbe anzunehmen, uns daran zu freuen, damit in deinem Segen zu arbeiten und dir dankbar zu sein, die Erfüllung für uns alle ist.

Stilles Gebet

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte uns

* Bekanntmachungen:

* Votum:
Die Liebe Gottes sei dir nahe in all deiner Angst.
Die Gnade Jesu Christi zeige dir den Weg der Befreiung
aus all deiner Schuld.
Die Gemeinschaft des Heiligen Geistes richte dich auf
und leite dich in seine Zukunft.
Du bist gesegnet und kannst ein Segen sein.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.

* Lied EG 487 Abend ward bald kommt die Nacht
  Thema: Nachfeier zum Pfingstfest am 27.05.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 27.05.2018 11:39   Titel: Nachfeier zum Pfingstfest am 27.05.2018
Nachfeier des Pfingstfestes mit Abendmahl
am 27. Mai 2018
10.00 Uhr Ev. Kirche Kirche Wittgenborn
Text: Apostelgeschichte 2, 1-13


Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Herzlich willkommen zum Pfingstgottesdienst. Wir wollen heute das Abendmahl feiern. Das Thema heute lautet: Sind wir alle Voll des Weines?

Lied EG 134, 1-3 Komm o komm du Geist des Lebens

Eingangspsalm:
Dies ist der Tag, den der Herr macht;
laßt uns freuen und fröhlich an ihm sein.
O Herr, hilf!
O Herr, laß wohlgelingen!
Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!
Wir segnen euch, die ihr vom Hause des Herrn seid.
Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet.
Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!
Du bist mein Gott, und ich danke dir;
mein Gott, ich will dich preisen.
Danket dem Herrn; denn er ist freundlich,
und seine Güte währet ewiglich.

Dies ist der Tag, den der Herr macht;
laßt uns freuen und fröhlich an ihm sein.
Ps 118,24; 25-29
(Kommt, lasst uns anbeten:)

Aufforderung zum Bittruf:
Gott hat uns seinen Geist gegeben,
den Geist der Hoffnung und der Geduld,
den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
Wir bekennen, dass wir ihn verleugnen
durch Ungeduld und Verzagtheit,
durch Streitsucht und Unverstand.
Wir bitten Gott um Erbarmen:

Aufforderung zum Lobpreis:
So spricht Gott:
"Ich will euch ein neues Herz
und einen neuen Geist in euch geben.
Ich will meinen Geist in euch geben
und Leute aus euch machen,
die in meinen Geboten wandeln
und meine Rechte halten und danach tun."
Dankt ihm, freut euch an seiner Barmherzigkeit:

Kollektengebet: (stehend)
Gott, unser Schöpfer,
vielerlei Sprachen trennen die Menschen,
aber dein Evangelium verkündet deine Liebe allen Völkern.
Dein Geist stärke uns, die gute Nachricht auszurufen,
daß alle Menschen einstimmen in das Lob deiner Herrlichkeit.
Durch unseren Herrn Jesus Christus.
AMEN.

Schriftlesung: (stehend) Apostelgeschichte 2,1-13
1 Dann kam der Pfingsttag. Alle, die zu Jesus gehört hatten, waren an einem Ort versammelt.
2 Plötzlich kam vom Himmel her ein Rauschen
wie von einem starken Wind.
Das Rauschen erfüllte das ganze Haus, in dem sie sich aufhielten.
3 Dann erschien ihnen etwas wie züngelnde Flammen.
Die verteilten sich und ließen sich auf jedem Einzelnen von ihnen nieder.
4 Alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt. Sie begannen,
in fremden Sprachen zu reden – ganz so, wie der Geist es ihnen eingab.
5 In Jerusalem lebten auch fromme Juden aus aller Welt,
die sich hier niedergelassen hatten.
6 Als das Rauschen einsetzte, strömten sie zusammen.
Sie waren verstört, denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.
7 Erstaunt und verwundert sagten sie: "Sind das denn nicht alles Leute aus Galiläa, die hier reden?
8 Wie kommt es, dass jeder von uns sie in seiner Muttersprache reden hört?
9 Wir kommen aus Persien, Medien und Elam.
Wir stammen aus Mesopotamien, Judäa, Kappadozien,
aus Pontus und der Provinz Asien, 10 aus Phrygien und Pamphylien. Aus Ägypten und der Gegend von Zyrene in Libyen, ja sogar aus Rom sind Besucher hier.
11 Wir sind Juden von Geburt an und Fremde, die zum jüdischen Glauben übergetreten sind. Auch Kreter und Araber sind dabei. Wir alle hören diese Leute
in unseren eigenen Sprachen erzählen, was Gott Großes getan hat." 12 Erstaunt und ratlos sagte einer zum anderen: "Was hat das wohl zu bedeuten?"
13 Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

Glaubensbekenntnis: (stehend)
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

Lied EG 557 Ein Licht geht uns auf

PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde!
Sie sind voll von süßem Wein. So haben wir es vorhin in der Lesung die auch heute Predigttext ist gehört. Dies ist nicht nur eine Vermutung oder Behauptung, die mit entsprechender Technik (Röhrchen-Pusten!) leicht überprüft werden könnte. Es ist Spott. Warum wird nicht nur über scheinbar Betrunkene, sondern vor allem auch über offensichtlich und tatsächlich Betrunkene überhaupt gespottet? Warum gibt es so viele Witze darüber? Die müssen nicht immer bös‘ gemeint sein, – das kommt auf die Situation an. Jedenfalls gibt es sie.
Einen davon kenne ich durch meinen Opa, der im Krieg bei der Marine war: Käpten X und Steuermann Y sind sich nicht grün. Eines Tages schreibt Käpten X ins Logbuch (d.h. ins Schiffstagebuch, wo alle wichtigen Ereignisse festgehalten werden): "Steuermann Y war heute blau." Am nächsten Tag schreibt Steuermann Y ins Logbuch: "Käpten X war heute nüchtern."
Ich möchte, dass Sie heute Abend in Ihr Tagebuch schreiben können: "Prädikant Wagner war heute nüchtern." Deshalb möchte ich heute eine Ernüchterungspredigt halten. Wenn Sie so wollen: eine Anti-Pfingstpredigt.
Wenn der Tag x gekommen ist, wird Folgendes übrig geblieben sein von der Flamme des Heiligen Geistes: ausgebrannte Berufschristen also Pfarrerinnen und Pfarrer, die in den Jahren davor für immer größere Gemeinden zuständig gewesen waren. Fusionen und Zusammenschlüsse Land auf und Land ab. Und das Licht in Leerstehenden Pfarrhäusern, das zu bestimmten Zeiten angezündet wird, am besten mit Energiesparlampen. Und wenn es brennt, dann kommt die Menge zusammen, dann versammeln sich die Leute andächtig und sehnsüchtig davor.
Die Menschen, die dann noch Pfarrerin und Pfarrer werden, werden sich nicht mehr den Luxus unterschiedlicher Meinungen und Stielarten in Bezug auf den Glauben leisten. Sie predigen nicht mehr in verschiedenen Sprachen, sondern verwenden eine Einheitspredigt, weil die acht Stunden Vorbereitungszeit für eine eigene nicht drin sind. Sie versuchen nicht mehr, mit ihren eigenen Worten von Gott zu reden … oder gar die unterschiedlichen Hörergruppen – Alte und Junge, Kranke und Gesunde – jeweils in ihrer Sprache anzusprechen …
Man kann es auch positiv sehen: sie helfen sich gegenseitig, indem sie ihre Predigten ins Internet stellen. Sie lernen die Predigtsprache der Kolleginnen und Kollegen schätzen … so dass bei Predigttausch tatsächlich die Predigten getauscht werden und nicht die Prediger-Personen. Sie lernen überhaupt, sich helfen zu lassen, von jedem Menschen, dem Glaube und Kirche am Herzen liegt.
Das große Brausen hat sich dann auch gelegt. Kirchenmänner und -frauen sind nicht mehr Hans Dampf oder Grete Dampf in allen Gassen. Sie kehren vor der eigenen Tür. Wischen Staub auf ihrer eigenen Seele. Merken, dass sie Menschen sind, die gehasst und geliebt werden können. Und vielleicht sogar selber hassen und lieben.
Sie lassen es dann auf keinen Fall mehr zu, dass man sie Geistliche, Geistlichkeit nennt, – als ob es Menschen geben könnte, die vom Heiligen Geist auf Dauer erfüllt sind. Die Begeisterung überlassen sie dem Fußball. Und lassen sich lieber Kleriker nennen: d.h. die durch das Los Bestimmten. Das heißt: Irgendjemand muss den Job halt machen, stellvertretend für alle andern.
Dann stößt es nicht mehr auf ratloses Staunen und Entsetzen, wenn typische Berufskrankheiten auftreten. Dann wird man offen darüber sprechen, sie nicht mehr schamhaft verschweigen. Beim Personal der Friedhöfe und Krematorien hält man es ja auch nicht für erstaunlich, wenn einer trinkt, um den Geruch des Todes, den Pietätsdruck und die Einblicke in vielerlei Kummer und Nöte aushalten zu können.
Wenn es dann tatsächlich noch bezahlte Berufschristen geben wird, dann werden sie vielleicht neu fortgebildet, zu Fachleuten im Umgang mit der Droge Gott, der Droge Heiliger Geist: sie müssen wissen, wo sie zu finden ist: wo sie in der Natur vorkommt; wie sie synthetisch gewonnen werden kann aus Bibelwort und Glaube. Weil es ja immer noch Menschen gibt, die sie brauchen. Die unter Entzugserscheinungen leiden.
Diese Fachleute klären aber auch auf über die Gefahren des Missbrauchs, der mit Gott und seinem Namen getrieben wird: Man kann Gott missbrauchen wie ein Medikament, um die harte Wirklichkeit zu verklären, um das falsche Leben besser ertragen zu können. Vielleicht können wir nicht anders – wir brauchen Gott. Die Aufgabe dieser Fachleute wäre es dann, Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten, damit wir lernen, mit dieser Abhängigkeit zu leben und die für uns richtige Dosis von Gott zu erwischen. Und weil Gott pur einfach zu stark ist, würden die Fachleute passende Lösungsmittel empfehlen: Stille, Lachen, gerechtes Handeln. Für sich selber und im Interesse ihrer eigenen Gesundheit würden sie ihren eigenen Genuss der Droge auf ein verträgliches Maß begrenzen, – einen nüchternen Glauben üben und pflegen. Vielleicht nehmen sie sich den Alkoholiker zum Vorbild, der nachdem er eine Entziehungskur gemacht hatte und wusste, welche Grenze er für sich selber ziehen musste, die Verantwortung für das Weinregal im Supermarkt übernahm, anderen den Wein verkaufte, den er selber nicht trinken durfte.
Zum Schluss noch eine Anekdote: Pfarrer Johann Z möchte sich einmal ganz auf den Heiligen Geist verlassen. Er will vollkommen unvorbereitet auf die Kanzel gehen – der Heilige Geist wird ihm dann schon die richtigen Worte eingeben. So hat er es der Gemeinde bei der Begrüßung auch angekündigt. Nun steht er oben. Er horcht eine Weile. Dann verlässt er schweigend die Kanzel. Zum Glück setzt der Organist geistesgegenwärtig sofort mit dem Predigtlied ein. Die Küsterin fragt den Pfarrer: "Und? Hat der Heilig Geist nichts zu Ihnen gesagt?" "Doch," sagt der Pfarrer. "Er hat gesagt: Johann, du bist faul gewesen."
Zu mir, liebe Gemeinde, hat der Heilige Geist das nicht gesagt. Er weiß, was ich diese Woche gearbeitet habe und auch noch hätte arbeiten können, anstatt eine eigene Predigt zu schreiben. Aber er hat zu mir gesagt: Du hast noch nicht wirklich verstanden, wer ich bin. Wenn Du mich verstanden hättest, würdest Du freiwillig und spontan ein Fest für mich feiern, und das nicht nur, wenn Pfingsten im Kalender steht.
Amen
-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. AMEN.

Lied EG 136, 1-3 O komm du Geist der Wahrheit

ABENDMAHL
Danksagung (Präfation):

Unser Gott lädt uns zum Mahl Jesu,
zum Brot des Lebens, zum Trank der Freude.

Wir danken Gott für die ganze Schöpfung
und für alle Menschen,
die uns schützen und helfen.

Wir danken Gott für Jesus,
seinen Sohn, der uns befreit
von Angst und Schuld.

Wir danken Gott für
seinen guten Geist,
der uns Mut macht
zum Glauben und Hoffen.

Wir loben unseren Gott
mit allen seinen Geschöpfen
singen und loben wir:

Lied EG 185, 3 Heilig heilig, heilig

Einsetzungsworte:
Unser Herr Jesus Christus / in der Nacht, da er verraten ward / nahm er das Brot / dankte und brach's / und gab's seinen Jüngern / und sprach: Nehmet hin und esset / das ist mein Leib (+) / der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl / dankte / gab ihnen den / und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus / dieser Kelch ist das neue Testament (+) in meinem Blut / das für euch vergossen wird / zur Vergebung der Sünden . Solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis.

Vater unser: (stehend)
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
AMEN.

Lied EG 190.2 "Christe, du Lamm Gottes" (stehend)

Friedensgruß:
Der Friede des Herrn sei mit euch allen. Keiner sei gegen den anderen, keiner in sich verschlossen. Vergebt, wie euch vergeben ist, nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zum Lobe Gottes.
(Einladung zum Händereichen)

Austeilung:

Lobpreis:
Lobe den Herrn, meine Seele,
und was in mir ist, seinen Heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht,
was er dir Gutes getan hat:
Der dir alle deine Sünden vergibt und heilet
alle deine Gebrechen,
der dein Leben vom Verderben erlöst und dich
krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.

Fürbittengebet: (stehend)

Herr, unser Gott.
Wir suchen dich in der Ferne,
doch du bist uns durch deinen Geist ganz nah.
Durch ihn gibst du den Schwachen Kraft.
Durch ihn tröstest du die Traurigen
und ermutigst die Verzagenden.
Mach uns zu geistesgegenwärtigen Menschen,
die mit offenen Augen durch diese Welt gehen.

Dein Geist schafft Verständigung und Vertrauen.
Wir bitten dich für alle Menschen, die sich nicht mehr verstehen.
Schenke uns mehr Verständnis füreinander:
in unseren Familien,
zwischen den Ehepartnern, zwischen Eltern und Kindern,
aber auch im öffentlichen Leben.
Wir bitten dich für die Einheit der Kirche:
Gib, daß wir uns nicht abfinden mit ihrer Trennung
und aufeinander zugehen.

Dein Geist will uns zu freien Menschen machen.
Befreie uns von der Sorge um uns selbst
und schenke uns das Vertrauen, daß du für uns sorgst.
Hilf, daß wir uns nicht krampfhaft wichtig nehmen
und mehr Humor haben.

Dein Geist führt und hält zusammen.
Wir danken dir, daß wir hier in dieser Gemeinde
miteinander beten und dich loben können.
AMEN.

Lied EG 562 Segne und behüte

Bekanntmachungen

Segen:

Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
 
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