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  Thema: Pfingstsonntag mit Abendmahl, 20.05.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 20.05.2018 12:27   Titel: Pfingstsonntag mit Abendmahl, 20.05.2018
Pfingstgottesdienst mit Abendmahl
am 20. Mai 2018
09.00 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn mit Totengedenken
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
Text: Apostelgeschichte 2, 1-13


Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Herzlich willkommen zum Pfingstgottesdienst. Wir wollen heute das Abendmahl feiern. Das Thema heute lautet: Sind wir alle Voll des Weines?

Lied EG 134, 1-3 Komm o komm du Geist des Lebens

Eingangspsalm:
Dies ist der Tag, den der Herr macht;
laßt uns freuen und fröhlich an ihm sein.
O Herr, hilf!
O Herr, laß wohlgelingen!
Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!
Wir segnen euch, die ihr vom Hause des Herrn seid.
Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet.
Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!
Du bist mein Gott, und ich danke dir;
mein Gott, ich will dich preisen.
Danket dem Herrn; denn er ist freundlich,
und seine Güte währet ewiglich.

Dies ist der Tag, den der Herr macht;
laßt uns freuen und fröhlich an ihm sein.
Ps 118,24; 25-29
(Kommt, lasst uns anbeten:)

Aufforderung zum Bittruf:
Gott hat uns seinen Geist gegeben,
den Geist der Hoffnung und der Geduld,
den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
Wir bekennen, dass wir ihn verleugnen
durch Ungeduld und Verzagtheit,
durch Streitsucht und Unverstand.
Wir bitten Gott um Erbarmen:

Aufforderung zum Lobpreis:
So spricht Gott:
"Ich will euch ein neues Herz
und einen neuen Geist in euch geben.
Ich will meinen Geist in euch geben
und Leute aus euch machen,
die in meinen Geboten wandeln
und meine Rechte halten und danach tun."
Dankt ihm, freut euch an seiner Barmherzigkeit:

Kollektengebet: (stehend)
Gott, unser Schöpfer,
vielerlei Sprachen trennen die Menschen,
aber dein Evangelium verkündet deine Liebe allen Völkern.
Dein Geist stärke uns, die gute Nachricht auszurufen,
daß alle Menschen einstimmen in das Lob deiner Herrlichkeit.
Durch unseren Herrn Jesus Christus.
AMEN.

Schriftlesung: (stehend) Apostelgeschichte 2,1-13
1 Dann kam der Pfingsttag. Alle, die zu Jesus gehört hatten, waren an einem Ort versammelt.
2 Plötzlich kam vom Himmel her ein Rauschen
wie von einem starken Wind.
Das Rauschen erfüllte das ganze Haus, in dem sie sich aufhielten.
3 Dann erschien ihnen etwas wie züngelnde Flammen.
Die verteilten sich und ließen sich auf jedem Einzelnen von ihnen nieder.
4 Alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt. Sie begannen,
in fremden Sprachen zu reden – ganz so, wie der Geist es ihnen eingab.
5 In Jerusalem lebten auch fromme Juden aus aller Welt,
die sich hier niedergelassen hatten.
6 Als das Rauschen einsetzte, strömten sie zusammen.
Sie waren verstört, denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.
7 Erstaunt und verwundert sagten sie: "Sind das denn nicht alles Leute aus Galiläa, die hier reden?
8 Wie kommt es, dass jeder von uns sie in seiner Muttersprache reden hört?
9 Wir kommen aus Persien, Medien und Elam.
Wir stammen aus Mesopotamien, Judäa, Kappadozien,
aus Pontus und der Provinz Asien, 10 aus Phrygien und Pamphylien. Aus Ägypten und der Gegend von Zyrene in Libyen, ja sogar aus Rom sind Besucher hier.
11 Wir sind Juden von Geburt an und Fremde, die zum jüdischen Glauben übergetreten sind. Auch Kreter und Araber sind dabei. Wir alle hören diese Leute
in unseren eigenen Sprachen erzählen, was Gott Großes getan hat." 12 Erstaunt und ratlos sagte einer zum anderen: "Was hat das wohl zu bedeuten?"
13 Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

Glaubensbekenntnis: (stehend)
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

Lied EG 557 Ein Licht geht uns auf

PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde!
Sie sind voll von süßem Wein. So haben wir es vorhin in der Lesung die auch heute Predigttext ist von Ingrid Brill gehört. Dies ist nicht nur eine Vermutung oder Behauptung, die mit entsprechender Technik (Röhrchen-Pusten!) leicht überprüft werden könnte. Es ist Spott. Warum wird nicht nur über scheinbar Betrunkene, sondern vor allem auch über offensichtlich und tatsächlich Betrunkene überhaupt gespottet? Warum gibt es so viele Witze darüber? Die müssen nicht immer bös‘ gemeint sein, – das kommt auf die Situation an. Jedenfalls gibt es sie.
Einen davon kenne ich durch meinen Opa, der im Krieg bei der Marine war: Käpten X und Steuermann Y sind sich nicht grün. Eines Tages schreibt Käpten X ins Logbuch (d.h. ins Schiffstagebuch, wo alle wichtigen Ereignisse festgehalten werden): "Steuermann Y war heute blau." Am nächsten Tag schreibt Steuermann Y ins Logbuch: "Käpten X war heute nüchtern."
Ich möchte, dass Sie heute Abend in Ihr Tagebuch schreiben können: "Prädikant Wagner war heute nüchtern." Deshalb möchte ich heute eine Ernüchterungspredigt halten. Wenn Sie so wollen: eine Anti-Pfingstpredigt.
Wenn der Tag x gekommen ist, wird Folgendes übrig geblieben sein von der Flamme des Heiligen Geistes: ausgebrannte Berufschristen also Pfarrerinnen und Pfarrer, die in den Jahren davor für immer größere Gemeinden zuständig gewesen waren. Fusionen und Zusammenschlüsse Land auf und Land ab. Und das Licht in Leerstehenden Pfarrhäusern, das zu bestimmten Zeiten angezündet wird, am besten mit Energiesparlampen. Und wenn es brennt, dann kommt die Menge zusammen, dann versammeln sich die Leute andächtig und sehnsüchtig davor.
Die Menschen, die dann noch Pfarrerin und Pfarrer werden, werden sich nicht mehr den Luxus unterschiedlicher Meinungen und Stielarten in Bezug auf den Glauben leisten. Sie predigen nicht mehr in verschiedenen Sprachen, sondern verwenden eine Einheitspredigt, weil die acht Stunden Vorbereitungszeit für eine eigene nicht drin sind. Sie versuchen nicht mehr, mit ihren eigenen Worten von Gott zu reden … oder gar die unterschiedlichen Hörergruppen – Alte und Junge, Kranke und Gesunde – jeweils in ihrer Sprache anzusprechen …
Man kann es auch positiv sehen: sie helfen sich gegenseitig, indem sie ihre Predigten ins Internet stellen. Sie lernen die Predigtsprache der Kolleginnen und Kollegen schätzen … so dass bei Predigttausch tatsächlich die Predigten getauscht werden und nicht die Prediger-Personen. Sie lernen überhaupt, sich helfen zu lassen, von jedem Menschen, dem Glaube und Kirche am Herzen liegt.
Das große Brausen hat sich dann auch gelegt. Kirchenmänner und -frauen sind nicht mehr Hans Dampf oder Grete Dampf in allen Gassen. Sie kehren vor der eigenen Tür. Wischen Staub auf ihrer eigenen Seele. Merken, dass sie Menschen sind, die gehasst und geliebt werden können. Und vielleicht sogar selber hassen und lieben.
Sie lassen es dann auf keinen Fall mehr zu, dass man sie Geistliche, Geistlichkeit nennt, – als ob es Menschen geben könnte, die vom Heiligen Geist auf Dauer erfüllt sind. Die Begeisterung überlassen sie dem Fußball. Und lassen sich lieber Kleriker nennen: d.h. die durch das Los Bestimmten. Das heißt: Irgendjemand muss den Job halt machen, stellvertretend für alle andern.
Dann stößt es nicht mehr auf ratloses Staunen und Entsetzen, wenn typische Berufskrankheiten auftreten. Dann wird man offen darüber sprechen, sie nicht mehr schamhaft verschweigen. Beim Personal der Friedhöfe und Krematorien hält man es ja auch nicht für erstaunlich, wenn einer trinkt, um den Geruch des Todes, den Pietätsdruck und die Einblicke in vielerlei Kummer und Nöte aushalten zu können.
Wenn es dann tatsächlich noch bezahlte Berufschristen geben wird, dann werden sie vielleicht neu fortgebildet, zu Fachleuten im Umgang mit der Droge Gott, der Droge Heiliger Geist: sie müssen wissen, wo sie zu finden ist: wo sie in der Natur vorkommt; wie sie synthetisch gewonnen werden kann aus Bibelwort und Glaube. Weil es ja immer noch Menschen gibt, die sie brauchen. Die unter Entzugserscheinungen leiden.
Diese Fachleute klären aber auch auf über die Gefahren des Missbrauchs, der mit Gott und seinem Namen getrieben wird: Man kann Gott missbrauchen wie ein Medikament, um die harte Wirklichkeit zu verklären, um das falsche Leben besser ertragen zu können. Vielleicht können wir nicht anders – wir brauchen Gott. Die Aufgabe dieser Fachleute wäre es dann, Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten, damit wir lernen, mit dieser Abhängigkeit zu leben und die für uns richtige Dosis von Gott zu erwischen. Und weil Gott pur einfach zu stark ist, würden die Fachleute passende Lösungsmittel empfehlen: Stille, Lachen, gerechtes Handeln. Für sich selber und im Interesse ihrer eigenen Gesundheit würden sie ihren eigenen Genuss der Droge auf ein verträgliches Maß begrenzen, – einen nüchternen Glauben üben und pflegen. Vielleicht nehmen sie sich den Alkoholiker zum Vorbild, der nachdem er eine Entziehungskur gemacht hatte und wusste, welche Grenze er für sich selber ziehen musste, die Verantwortung für das Weinregal im Supermarkt übernahm, anderen den Wein verkaufte, den er selber nicht trinken durfte.
Zum Schluss noch eine Anekdote: Pfarrer Johann Z möchte sich einmal ganz auf den Heiligen Geist verlassen. Er will vollkommen unvorbereitet auf die Kanzel gehen – der Heilige Geist wird ihm dann schon die richtigen Worte eingeben. So hat er es der Gemeinde bei der Begrüßung auch angekündigt. Nun steht er oben. Er horcht eine Weile. Dann verlässt er schweigend die Kanzel. Zum Glück setzt der Organist geistesgegenwärtig sofort mit dem Predigtlied ein. Die Küsterin fragt den Pfarrer: "Und? Hat der Heilig Geist nichts zu Ihnen gesagt?" "Doch," sagt der Pfarrer. "Er hat gesagt: Johann, du bist faul gewesen."
Zu mir, liebe Gemeinde, hat der Heilige Geist das nicht gesagt. Er weiß, was ich diese Woche gearbeitet habe und auch noch hätte arbeiten können, anstatt eine eigene Predigt zu schreiben. Aber er hat zu mir gesagt: Du hast noch nicht wirklich verstanden, wer ich bin. Wenn Du mich verstanden hättest, würdest Du freiwillig und spontan ein Fest für mich feiern, und das nicht nur, wenn Pfingsten im Kalender steht.
Amen
-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. AMEN.

Lied EG 136, 1-3 O komm du Geist der Wahrheit

ABENDMAHL
Danksagung (Präfation):

Unser Gott lädt uns zum Mahl Jesu,
zum Brot des Lebens, zum Trank der Freude.

Wir danken Gott für die ganze Schöpfung
und für alle Menschen,
die uns schützen und helfen.

Wir danken Gott für Jesus,
seinen Sohn, der uns befreit
von Angst und Schuld.

Wir danken Gott für
seinen guten Geist,
der uns Mut macht
zum Glauben und Hoffen.

Wir loben unseren Gott
mit allen seinen Geschöpfen
singen und loben wir:

Lied EG 185, 3 Heilig heilig, heilig

Einsetzungsworte:
Unser Herr Jesus Christus / in der Nacht, da er verraten ward / nahm er das Brot / dankte und brach's / und gab's seinen Jüngern / und sprach: Nehmet hin und esset / das ist mein Leib (+) / der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl / dankte / gab ihnen den / und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus / dieser Kelch ist das neue Testament (+) in meinem Blut / das für euch vergossen wird / zur Vergebung der Sünden . Solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis.

Vater unser: (stehend)
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
AMEN.

Lied EG 190.2 "Christe, du Lamm Gottes" (stehend)

Friedensgruß:
Der Friede des Herrn sei mit euch allen. Keiner sei gegen den anderen, keiner in sich verschlossen. Vergebt, wie euch vergeben ist, nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zum Lobe Gottes.
(Einladung zum Händereichen)

Austeilung:

Lobpreis:
Lobe den Herrn, meine Seele,
und was in mir ist, seinen Heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht,
was er dir Gutes getan hat:
Der dir alle deine Sünden vergibt und heilet
alle deine Gebrechen,
der dein Leben vom Verderben erlöst und dich
krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.

Fürbittengebet: (stehend)

Herr, unser Gott.
Wir suchen dich in der Ferne,
doch du bist uns durch deinen Geist ganz nah.
Durch ihn gibst du den Schwachen Kraft.
Durch ihn tröstest du die Traurigen
und ermutigst die Verzagenden.
Mach uns zu geistesgegenwärtigen Menschen,
die mit offenen Augen durch diese Welt gehen.

Dein Geist schafft Verständigung und Vertrauen.
Wir bitten dich für alle Menschen, die sich nicht mehr verstehen.
Schenke uns mehr Verständnis füreinander:
in unseren Familien,
zwischen den Ehepartnern, zwischen Eltern und Kindern,
aber auch im öffentlichen Leben.
Wir bitten dich für die Einheit der Kirche:
Gib, daß wir uns nicht abfinden mit ihrer Trennung
und aufeinander zugehen.

Dein Geist will uns zu freien Menschen machen.
Befreie uns von der Sorge um uns selbst
und schenke uns das Vertrauen, daß du für uns sorgst.
Hilf, daß wir uns nicht krampfhaft wichtig nehmen
und mehr Humor haben.

Nur Lettgenbrunn:
Dein Geist gibt und nimmt Leben. So trauern wir um Frau Gisela Rippl die am 23.04.2018 im Alter von 77 Jahren verstorben ist. Sie wurde am 19. Mai In Lohrhaupten im Wald der Stille beigesetzt.

Der Kirchenvorstand Lohrhaupten-Lettgenbrunn trauert um seine langjährige, ehrenamtliche, engagierte Mitarbeiterin.

Dein Geist führt und hält zusammen.
Wir danken dir, daß wir hier in dieser Gemeinde
miteinander beten und dich loben können.
AMEN.

Lied EG 562 Segne und behüte

Bekanntmachungen
Kollekte: Projekte der Missionswerke

Wochenspruch: Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. Sach. 4, 6

Nächster Gottesdienst Lohrhaupten

Pfingstmontag, 21. Mai 2018 mit Pfrin. Ehlers

10.:30 Uhr Gottesdienst in Lohrhaupten mit Vorstellung der neuen Konfirmanden
Nächster Gottesdienst Lettgenbrunn

- Sonntag, 27. Mai 2018 9:15 Uhr mit Pfrin. Ehlers

Segen:

Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gottesdienste am Sonntag Exaudi, 13.05.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 13.05.2018 12:04   Titel: Gottesdienste am Sonntag Exaudi, 13.05.2018
Gottesdienst am Sonntag Exaudi
09.15 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
13.05.2018
Text: Matthäus 21, 14-17

* Lied EG + 34 Komm Heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Der Wort und treue hält und er nicht fahren lässt,
dass Werk seiner gnädigen Hände. AMEN

Liebe Gemeinde,
zum Gottesdienst am Sonntag Exaudi heiße ich Sie und Euch alle ganz herzlich willkommen. Das Thema heute Morgen lautet: Gott zu loben, bedeutet unbefangen staunen zu können und die Grenzen der eigenen Wahrnehmung zu überwinden.
Ich wünsche uns einen Mutmachenden Gottesdienst.

*Lied EG 302, 1-2+8 Du meine Seele

*Eingangspsalm:
Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder. Halleluja.

Er schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm.
Der Herr lässt sein Heil kundwerden;
vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.
Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel,
aller Welt Enden sehen das Heil unseres Gottes.
Jauchzet dem Herrn, alle Welt, singet, rühmet und lobet!
Lobet den Herrn mit Harfen, mit Harfen und mit Saitenspiel!
Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem Herrn, dem König!
Das Meer brause und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen. Die Ströme sollen frohlocken,
und alle Berge seien fröhlich vor dem Herrn;
denn er kommt, das Erdreich zu richten.
Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit
und die Völker, wie es recht ist.

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder. Halleluja.

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Gottes Namen loben -
mit unseren Liedern, unseren Worten, unseren Taten:
Wie oft stehen wir uns dabei selbst im Weg,
fürchten uns vor dem Urteil der anderen,
meinen, wir hätten dazu wenig Grund.
Darum brauchen wir Gottes Geist,
der uns die Furcht nimmt,
der uns die Augen öffnet
für die Wunder und Schönheiten seiner Schöpfung.
Wir rufen um erbarmen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Gottes Namen loben
mit unseren Liedern, unseren Worten, unseren Taten:
Das können wir,
weil Gott uns in Jesus seine Liebe offenbart hat,
weil sein Geist in uns stark sein will,
stärker als alle Menschenfurcht,
stärker als unser Versagen.
Darum loben wir Gott mit allen,
die mit uns im Glauben verbunden sind:
Wir können aufatmen und singen:

*Kollektengebet:
Vater im Himmel,
du lässt uns jeden Morgen neu die Sonne schauen.
Wir bitten dich:
Mach uns froh in deiner Güte, damit wir dich ehren,
jetzt mit unserem Singen und Loben
und dann mit allem, was wir in dieser Woche reden und tun.
Durch Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes
lebt und Leben schenkt von Ewigkeit zu Ewigkeit.
G: AMEN

* Schriftlesung: Matthäus 11, 25-30
25 Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart.
26 Ja, Vater; denn so hat es dir Wohlgefallen.
27 Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.
28 Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.
29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.
30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

(Wer Ohren hat zu hören, der höre - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 243, 1-3 Lob Gott getrost mit Singen

* PREDIGT:
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Predigt zu Matthäus 21,14-17

14 Und es gingen zu ihm Blinde und Lahme im Tempel und er heilte sie.
15 Als aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder, die im Tempel schrien: Hosianna dem Sohn Davids!, entrüsteten sie sich
16 und sprachen zu ihm: Hörst du auch, was diese sagen? Jesus antwortete ihnen: Ja! Habt ihr nie gelesen »Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet«?
17 Und er ließ sie stehen und ging zur Stadt hinaus nach Betanien und blieb dort über Nacht.

Liebe Gemeinde,
ein Sprichwort sagt: „Kindermund tut Wahrheit kund.“ Und der Predigttext liest sich wie der Beweis dafür: Die Kinder im Tempel singen das Lob Gottes.
Sie sprechen aus, singen, schreien heraus: Hosianna dem Sohn Davids. Gelobt sei Gott für den Erlöser, für Jesus, den Christus.
Für sie ist es ganz offensichtlich, dass Jesus der Messias ist, der verheißene Sohn Davids.
Denn Jesus heilt Blinde und Lahme. Er tut, was so ohne Weiteres niemand zu tun in der Lage ist. Und er erweist so seine göttliche Autorität und Vollmacht: Er gibt Menschen das Augenlicht wieder und lässt Gelähmte wieder gehen. Er erweitert den Horizont und schenkt Bewegungsfreiheit –, so lassen sich die Gebrechen in einem übertragenen Sinn verstehen.
Man möchte es den Erwachsenen, den Hohenpriestern und Schriftgelehrten, ebenfalls wünschen, dass Jesus sie heilt, dass er ihre Augen öffnet, damit sie sehen, was so offenbar geschieht. Man möchte ihnen wünschen, dass er ihnen Bewegungsfreiheit gibt – geistige Bewegungsfreiheit, damit sie aus ihrer Lähmung heraus in Bewegung versetzt werden.
Man möchte ihnen wünschen, dass sie in das Lob der Kinder einstimmen:
„Hosianna dem Sohn Davids!“
Man möchte es ihnen wünschen, den Hohenpriestern und Schriftgelehrten. Aber es geht ihnen wie vielen Erwachsenen: Sie haben verlernt zu staunen. Sie sind gefangen in Traditionen, und der Blick ist verstellt, weil sie meinen, alles genau zu wissen. So sehen sie, ohne zu erkennen: Die Augen sind blind, der Verstand gelähmt.
Es kann nicht sein, was nicht sein darf!
Und so ist es natürlich ein Ärgernis für sie, dass die Kinder in Jesus den verheißenen Erlöser erkennen und Gott dafür lauthals loben: „Hosianna dem Sohn Davids!“
Aber die Kinder sagen die Wahrheit: „Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet“, so bekommen sie von Jesus zu hören, die Hohenpriester und Schriftgelehrten.
Gewiss kennen auch sie den Vers aus Psalm 8, mit Sicherheit sogar. Aber so wenig sie das Eine erkennen, so wenig können sie auch das Andere verstehen. Die Einzelteile liegen sozusagen offen vor ihnen, aber sie vermögen die Teile nicht zusammenzufügen.
So sehen sie, ohne zu erkennen: Die Augen sind blind, der Verstand gelähmt.
Es kann nicht sein, was nicht sein darf!

Liebe Gemeinde, wir haben es leichter als die Hohenpriester und Schriftgelehrten damals: Wir bekommen bereits die Deutung der Geschichte mitgeliefert. Uns bleibt die Probe erspart, ob wir erkennen, was doch so offensichtlich vor Augen ist, und ob wir uns den richtigen Reim darauf machen.
Und trotzdem haben wir große Schwierigkeiten, unsererseits in das Lob der Kinder einzustimmen: „Hosianna dem Sohn Davids!“
Wir überlassen es ihnen gerne, das Lob Gottes. Wir freuen uns daran, wenn die Kleinen im Kinderreim Gott loben, wenn sie als Kindergottesdienstkinder im Gottesdienst der Erwachsenen singen. Wir freuen uns daran und finden es niedlich. Aber wenn es darum geht, selbst einzustimmen und Gott zu loben, bleiben viele Erwachsene stumm.
Ist es uns zu schlicht? Ist es uns peinlich? Oder entgeht uns wirklich, was wir doch erkennen könnten:
Die Kinder sagen die Wahrheit: „Hosianna dem Sohn Davids!“ Gelobt sei Jesus Christus, der von Gott gesandte Erlöser.
Auch wir sehen, ohne zu erkennen: Die Augen sind blind, der Verstand gelähmt.
Auch wir haben unsere eingefahrenen Denkweisen und Traditionen.
Auch wir meinen, es letztlich besser zu wissen.
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir meinen, es nicht nötig zu haben. Wozu brauchen wir einen Erlöser?
Ähnlich mag es auch den Hohenpriestern und Schriftgelehrten gegangen sein: Ihnen ging es gut; ihre Augen waren in Ordnung, ihre Gliedmaßen voll beweglich. Sie litten keine Not. Sie waren die Führungselite ihrer Zeit.
Und die Starken, die brauchen doch keinen Erlöser; die sind doch selbst Erlöser, die andere freimachen können durch ihre Leistungskraft, durch ihren Einfluss, durch ihr Geld.
Sie könnten es; wir könnten es –, tun wir es auch?
Die Leistungskraft steigern, den Einfluss vermehren und natürlich auch das Geld, verstellen unseren Blick und lähmt unser Erkennen: Damit sind wir aber nur mit uns selbst beschäftigt.
„Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht.“ – So klingt wie der Leitspruch der Leistungsträger in unserer Gesellschaft.
Und das beginnt bereits im Kindesalter: Schule und Sportverein, Nachhilfe und Nebenjob.
Es fehlt uns nichts; aber wir wollen auch nichts vermissen. Wir leisten uns viel, wir leisten uns allerhand; aber auf das Lob Gottes meinen wir verzichten zu können.
Aber wenn wir an den Erwartungen scheitern, an den Anforderungen anderer und den Ansprüchen an uns selbst –, dann bleibt vielen nur das Selbstmitleid und manchen vielleicht noch nicht einmal das.
Brauchen wir wirklich keinen Erlöser?
Man möchte es uns wünschen, das Staunen neu zu lernen darüber, wie gut es uns geht und wie viele Möglichkeiten wir haben.
Man möchte es uns wünschen, dass wir aus dem Staunen heraus über Wege nachdenken, wie vielen anderen dieselben Möglichkeiten eröffnet werden können, damit es ihnen auch gut geht.
Man möchte es uns wünschen, dass uns die Augen geöffnet werden, dass unser Verstand und unser Herz in Bewegung kommen, dass wir angerührt werden von der Schönheit der Welt und berührt werden von der Not der Menschen, die uns brauchen.
Man möchte es uns wünschen, dass wir einstimmen in das Lob der Kinder: „Hosianna dem Sohn Davids!“
Einstimmen aus der tiefen Einsicht heraus, dass sie die Wahrheit sagen. Gott öffnet durch Jesus Christus unsere Augen füreinander und beseitigt die Lähmung unserer Herzen. Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 287 Singet dem Herrn ein neues Lied

* Fürbittengebet:
Gott, mit den Wundern des Lebens umgibst du uns.
Wir hören den Gesang der Vögel, das Lachen der Kinder,
sehen das neue Grün in den Bäumen,
die Farbenpracht der Blumen
und spüren den Hauch des Windes,
die wärmenden Strahlen der Sonne.
Deine Schöpfung singt das Lied vom Leben.
Dankbar stimmen wir ein:

G.: EG 179,1 Allein Gott in der Höh sei Ehr

Gott, deine Wunder des Lebens sind in Gefahr,
wenn wir nur unseren Nutzen daraus ziehen
und anderen vorenthalten, was du allen zugedacht hast.
Dann wird der Gesang in den Bäumen leise,
das Lachen vergeht.
Der Himmel verdunkelt sich, Klage wird laut.
Deshalb bitten wir und singen:

G.: EG 179,1 Allein Gott in der Höh sei Ehr

Gott, in Jesus Christus bist du unseren Weg gegangen,
nahe allem, was menschlich ist zwischen Geburt und Tod.
In seinem Namen sind wir bereit,
andere zu achten und anzunehmen
und begegnen einander erwartungsvoll.
Wir erkennen die Melodie des ewigen Lebens.
Dankbar stimmen wir ein:

G.: EG 179,1 Allein Gott in der Höh sei Ehr

Gott, wir versperren Christus den Weg,
wenn wir das Elend und das Leiden unter uns
nicht ernst nehmen.
Wir erschrecken über all die Ungerechtigkeiten in der Welt,
über verletzte und missachtete Menschenwürde
in so vielen Ländern
und über die lauten Gesänge von Hass und Gewalt.
Deshalb bitten wir und singen:

G.: EG 179,1 Allein Gott in der Höh sei Ehr

Gott, dein Heiliger Geist
entzündet das Feuer der Wahrheit in uns.
Wir kommen heraus mit deiner Sprache,
schweigen vom Glauben nicht.
Voll Freude entdecken wir, dass wir verstanden werden.
Wir finden Gemeinschaft, die Grenzen überwindet,
feiern Gottesdienst mit Liedern zu deiner Ehre.
Dankbar stimmen wir ein:

G.: EG 179,1 Allein Gott in der Höh sei Ehr

Gott, das Feuer deines Geistes ist bedroht
durch Lügen und falsche Versprechungen,
durch Irrtum und Vorurteil.
Das verschlägt uns die Sprache,
macht uns manchmal kleinmütig.
Mauern scheinen zwischen uns aufgerichtet.
Die Lieder des Glaubens haben kein Echo mehr.
Deshalb bitten wir und singen:

G.: EG 179,1 Allein Gott in der Höh sei Ehr


Gott, bei dir kommt alles zum Ziel.
Du wirst vollenden, was du angefangen hast.
Gemeinsam beten wir mit den Worten Jesu:

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 590 Herr wir bitten komm und segne uns

* Bekanntmachungen:
Pfingstsonntag, 20. Mai 2018 feier ich mit IHNEN

9:00 Uhr Lettgenbrunn mit Abendmahl
10:30 Uhr Lohrhaupten mit Abendmahl

Abkündigungen:


Mittwoch, 16. Mai 2018

19.00 Uhr Seniorentreff im Keilerstübchen in Lohrhaupten.
(zum Abschluss, vor der Sommerpause)


Schon mal als Hinweis: Am Pfingstmontag, 21.Mai 2018 werden die neuen Konfirmanden im Gottesdienst vorgestellt.

Kollekte: Eigene Gemeinde

Der Wochenspruch für diese Woche lautet:
Jesus Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. Joh. 12, 32

* Votum:
Einen strahlenden leuchtenden Segen
wünsche ich Dir;
Licht von außen und von innen.
Die Sonne möge dich überstrahlen
und Dein Herz erwärmen,
bis es glüht wie ein großes Feuer,
zu dem der Fremdling gerne kommt,
um sich zu wärmen.
Aus deinen Augen möge Licht voller Glück
und Segen strahlen wie von einer Kerze,
die in das Fenster gestellt wird,
damit der Wanderer heimfindet
aus dem Sturm in die Ruhe.
Möge der gesegnete Regen -
der frische, milde, auf dich fallen,
dass ringsum die Blumen hervorsprießen,
um mit ihrer Schönheit die Welt zu erfüllen.
Möge der Segen der Erde -
der guten, reichen Erde -
bei Dir sein.
Einmal soll Deine Seele leicht und unbeschwert
wie ein Strahl von Licht aus der Tiefe sich erheben -
auf und davon -
zur Höhe, zum Licht, zu Gott.


* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Traufe Hartig am 12.05.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 12.05.2018 17:53   Titel: Traufe Hartig am 12.05.2018
Hochzeit von Ann - Kathrin und Björn Hartig
Taufe von Milo Finn Hartig
am 12. Mai 2018 um 14.00 Uhr
in der Ev. Nikolauskirche Kirchbracht
Texte: Josua 1, 9 und Ruth 1, 16

Orgelmusik zum Einzug des Paares, Milo und Prädikant

Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vater und des Sohnes und des heiligen Geistes. AMEN

Herzlich willkommen zur Trauung von Ann-Kathrin und Björn und zur Taufe von Milo Finn.
Das ist heute euer Tag, der Tag eurer kleinen Familie. Zu-nächst wollen wir Milo taufen.

Lied EG 334, 1-2 anderer Text

Eingangspsalm:
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Gott du kennst mich. Du achtest auf mich Herr.
Nie gibst du mich verloren.
Ich sitze oder stehe, ich liege oder gehe,
du hältst deine Hand über mir.

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Alle meine Wege sind dir bekannt, alles was ich denke und sage. Du kennst es. Mein ganzes Leben liegt offen wie ein Buch vor dir.
Wenn ich in Schwierigkeiten bin, willst du mich begleiten.
Wenn ich nicht aus noch ein weiß und mich am liebsten
Verstecken möchte, so bleibt dir meine Not nicht verborgen.

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Du achtest auch mich.
Du gibst mich nicht verloren.
(Nach Psalm 139)
Kommt lasst uns anbeten:

*Taufe:

Gebet:
Herr Jesus Christus, heute bringen wir dir Milo um ihm das Sakrament der Taufe zu spenden. Wir nehmen ihn heute in die Gemeinschaft und in die Nachfolge Jesu Christi auf. An viele Dinge denken wir heute zurück. An den Moment der Ge-burt von Milo vor über 19 Monaten. An die ersten Schritte, an die ersten Tage und Stunden. So vieles bewegt uns heute Nachmittag hier der Nikolauskirche in Kirchbracht. Positives und negatives. Wir wissen aber dass wir alles in deine gnädi-ge Hand legen dürfen und dass Milo geborgen ist in deinem Schutz.
Herr, wir wissen, wie viel Zuwendung, wie viel Liebe Milo braucht, damit er voller Vertrauen aufwachsen kann. Doch wir wissen auch, Herr, dass unsere Liebe begrenzt ist, zeitlich und räumlich, aber auch in ihrer Kraft und Tiefe.
So werden auch Stunden und Tage kommen, wo Milo unsere Liebe entbehren muss, wo wir seinem Herzen ferne sind.

Herr Jesus Christus, lass Milo immer dann, wenn wir ihm nicht nahe sein können, die Wahrheit deiner Verheißung er-fahren, die auch heute über seiner Taufe ausgesprochen wird:
"Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende".
AMEN

Lesung - Mk 10, 13-16:
Die Bibel erzählt uns, wie Jesus mit Kindern umging:
Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühre. Die Jünger aber fuhren sie an. Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Got-tes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.

Lesung Mt 28, 18-20:
Hört den Tauf- und Missionsbefehl Jesu am Ende des Matthäusevangeliums:

Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Tauffrage:
Liebe Ann-Kathrin, lieber Björn, liebe Paten Sabrina und Fabian, Ihr wollt, dass eure Kind Milo Finn getauft wird. Damit übernehmt ihr die Aufgabe, euer Kind im christli-chen Glauben zu erziehen und ihm durch Wort und Bei-spiel zu helfen, Gott und die Menschen zu lieben. So fra-ge ich euch, die Eltern und die Paten:
Seid ihr dazu bereit, so antwortet: "Ja, mit Gottes Hilfe"

Eltern und Paten: "Ja mit Gottes Hilfe".

Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Solo Sängen

Taufe:
Im Namen dessen, der uns bei unserem Namen ruft,
(etwas Wasser ins Taufbecken füllen)
im Namen dessen, zu dem Gott bei seiner Taufe sprach: »An dir habe ich Wohlgefallen!«,
(weiteres Füllen des Taufbeckens mit Wasser)
im Namen dessen, der in der Taufe gegenwärtig ist und Ge-mein¬schaft wirkt –,
(noch einmal Wasser ins Taufbecken gießen)
im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geis-tes.

Taufe Milo:
Als Zeichen dafür, dass Gott dieses Kind ganz persönlich ruft, nennen Sie als Pate den Namen des Kindes.

Pate::
Milo Finn

Verlesen des Taufspruchs:
Milo Finn, über Dir wird in der Taufe diese Verheißung aus-gesprochen: Dein Taufspruch lautet:
„Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unver-zagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“. (Josua 1 ,9)

Milo Finn, ich taufe dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Gott Vater Sohn und heiliger Geist gebe dir seinen Gnade, Schutz und Schirm vor allem Argen, stärke und Hilfe zu allem guten, das du bewart wirst zum ewigen Leben,
Friede sei mit dir (+).
AMEN.

Anzünden der Taufkerzen von Milo:
Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Die Taufkerze brennt heute bei der Taufe unserem Täuflinge und soll sie immer daran erinnern, dass mit der Taufe ihr das Licht des Lebens versprochen wird.
Damit wir die Kerzen alle noch sehen, bitte ich sie, sie auf den Altar zu stellen.

* Lied EG + 60 Vergiss es nie

Trauung:

Mit dir will ich bauen an unserem gemeinsamen Leben,
nicht an etwas Leerem, sondern mit offenem Blick zur Welt.

Mit dir will ich bauen an einem Zuhause für dich und mich, für Milo unseren Sonnenschein und jeden, der unseren Weg kreuzt, einen Platz, wo Wärme und Ruhe für viele ist.

Mit dir will ich bauen an einem vielseitigen Zusammenleben
wo jeder, welche Hautfarbe, Sprache oder Überzeugung er auch hat, zusammen mit Anderen glücklich sein darf.

Mit dir will ich bauen an einer Welt, wie Gott sie sich erdacht hat. Ich möchte dich unentwegt anschauen, aber dann stän-den wir immer gegeneinander.
Ich möchte dich umarmen und meine Arme nie mehr öffnen,
doch dann kämen wir keinen Schritt weiter.
Drum wollen wir einander bei der Hand nehmen,
in dieselbe Richtung schauen und auf dasselbe Ziel zugehen.
Ich werde verstehen, wie du denkst und fühlst,
wie du die Menschen siehst und das Leben.
Ich werde lernen, mit dir zu denken, mit deinen Augen zu se-hen
und mit deinem Herzen zu empfinden.
Ich werde nicht versuchen, dich nach meinen Wünschen
umzuformen.
So werden wir aneinander wachsen und einander immer tiefer lieben und achten.
Du wirst durch mich mehr du selber werden
und ich mehr ich selbst durch dich.
Der Andere ist anders:
Er denkt anders, als ich denke.
Er handelt anders, als ich handle.
Er meint etwas anderes, als ich verstanden habe.
Er tut etwas anderes, als ich es von ihm erwartet hätte.
Er sagt etwas anderes, als ich es für passend finde.
Er lacht und trauert anders, als ich augenblicklich gestimmt bin.
Er schlussfolgert anders, als ich es für logisch halte.
Er äußert sich anders, als ich es hören wollte.
Er lebt anders als ich und doch sind wir eins, verbunden
in Liebe.

Psalm:
HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel
ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.
Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes
und dein Recht wie die große Tiefe. HERR, du hilfst
Menschen und Tieren.
Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder
unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!
Sie werden satt von den reichen Gütern deines
Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem
Strom.
Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,
und in deinem Lichte sehen wir das Licht.
(Ps. 36,6-10)
AMEN.

Gebet:
Lasst uns beten:
Lieber himmlischer Vater,
du hast Ann-Kathrin und Björn bis hier her begleitet.
Wir bitten dich, sei du der Wegbegleiter auf dem
Weg der Liebe von unseren beiden. Segne und begleite
was du begonnen hast und stärke unser Paar in der Kraft
deiner Liebe. Sei du der gute Hirte auf dem Weg der Liebe und sei du der das Vorbild. AMEN

Lied EG 621 Ins Wasser fällt ein Stein

PREDIGT
Liebe Ann Kathrin, lieber Björn, lieber Milo, liebe Festgemein-de!
Euer Trauspruch für diesen Tag heute steht im Buch Ruth im 1. Kapitel Vers 16. "Ruth antwortete: Rede mir nicht ein, dass ich dich verlasse und von dir umkehren sollte. „Wo du hin-gehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da blei-be ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott“.
Der Taufspruch von Milo steht bei Josua im 1. Kapitel, Vers 9
„Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unver-zagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“.
Liebes Brautpaar, lieber Milo, liebe Familie, liebe Hochzeits-gemeinde.
So spricht Ruth aus dem Alten Testament. Ruth die Moabite-rin, die nach dem Tod ihres Mannes in das fremde Land Israel wandert und so eine der Großmütter des Königs David wird. So spricht Ruth zu ihrer Schwiegermutter, die Ruth wieder nach Hause schicken will.
So ist das manchmal mit Bibelsprüchen, sie klingen so schön und passen zunächst einmal gar nicht zu unserer Situation. Denn wenn ihr, liebe Ann- Kathrin, lieber Björn, heute heiratet, dann müssen Eure Eltern und Schwiegereltern hören, dass Ihr endgültig Vater und Mutter verlasst und als Paar eure eigene Familie gegründet habt. Das loslassen der Eltern fällt oft schwer.
Trotzdem: Die Worte der Ruth passen auch für ein Brautpaar. Denn auch Eure Situation hat mit der der Ruth manches ge-meinsam. Ihr habt nun einen gemeinsamen Lebensweg als verheiratete vor Euch. Und auch wenn Ihr schon 3 Jahre ein Paar seid, jetzt anfangt euer eigenes Haus zu bauen, seid ihr froh und dankbar für de Unterstützung aller derer, die für euch da sind. Die euch die Hand reichen und euch nicht fallen las-sen: Wo genau Euer Weg in 5, 10, 20 Jahren hinführen wird, das wisst Ihr nicht. Auch die Zukunft ist ein fremdes Land.
Und gerade, weil wir so immer wieder aus dem Vertrauten in die Fremde unterwegs sind, brauchen und suchen wir uns Menschen, die mit uns gehen und bei denen wir in jeder Fremde geborgen und daheim sind. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen und wo du bleibst, da bleibe ich auch. Das ist so schön. Das hat natürlich etwas gedauert bis ihr euch einig und klar wart, euren Weg gemeinsam zu gehen. Kennen gelernt habt ihr euch im Internet in 2015. Und Björn war etwas verwirrt und wollte dann doch erst mal nicht. Nach einer Pause von 3 Monaten klappte es aber dann und das was zusammen gehört, fand dann auch seinen Anfang. Ihr seid essen gegangen, ward im Kino und eure Liebe konnte wachsen. Glücklich, seid ihr das ihr euch habt, das habe ich beim Traugespräch am 22. März in Mauswinkel gespürt. Ihr habt euch gefunden und ihr gehört zusammen. Glücklich der Mensch der die Liebe fürs Leben gefunden hat, bei dem man Zuhause sein kann in guten, wie in bösen Tagen. Und genau das sagt Ihr, liebes Brautpaar heute zueinander. Das ist und bleibt nicht nur heute ein Grund zum Feiern. Auch wenn ihr euch über die Macken des anderen Mal ärgert, Björn und Ann-Kathrin weil sie von 0 auf 200 in 2,5 Sekunden ist und bei ihr alles immer gleich erledigt werden muss. Und Ann-Kathrin über Björn der total vergesslich ist und sich nichts aufschreibt, also quasi beginnende Alzheimer hat. So habt ihr mir das er-zählt und dabei gelächelt. Und dann gibt es aber auch die Vorzüge die ihr habt. Ann- Kathrin sagt über Björn das er sie mega toll Unterstützt, gerade auch bei der Erziehung von Mi-lo, dass er hinter ihr steht und dass er ein hervorragender Zu-hörer ist. Und Björn sagt über Ann-Kathrin dass er ihre Ehr-lichkeit liebt, dass er ihr 1000% Vertrauen kann und dass du Ann- Kathrin ihm Milo geschenkt hast.
Und das habe ich bei unserem Gespräch gesehen und auch gespürt, eure Verbundenheit und eure Liebe. Da war in euren Augen immer wieder ein Funkeln.
Und Gott gibt euch seinen Segen dazu.
Ihr, liebe Ann-Kathrin, lieber Björn tut gut daran, wenn Ihr heu-te dem Beispiel von Ruth folgt und nicht zurück, sondern in die Zukunft schaut. Nicht im Vertrauen auf Eure eigene Kraft, sondern im Vertrauen auf den Gott, der seinen Segen dazu gibt. Dein Gott soll auch mein Gott sein, so heißt es in Eue-rem Trauspruch. Und damit ist eine Quelle angesprochen, die Eurer Beziehung mehr Kraft schenken kann, als gemeinsame Neigungen, Hobbys oder Interessen. Einen gemeinsamen Glauben haben heißt, sich nicht nur beieinander sondern auch in der gleichen Hoffnung geborgen wissen, bei dem Gott, der versprochen hat alle Tage bei Euch zu sein bis ans Ende der Welt. Und deshalb sagt ihr dann nicht einfach nur Ja zueinan-der: Sondern Ja, mit Gottes Hilfe.
Gottes Hilfe haben wir nötig. Auch die Liebe zwischen zwei Menschen braucht sie. Denn unsere Liebe hat Höhen und Abgründe.
Aber ohne Liebe funktioniert das Leben nicht.
Und ihr habt in dieser Liebe euren Sonnenschein gezeugt, euer Kind, den kleinen Milo Finn. Er ist das wunderbare Ge-schenk eurer Liebe. Was kann es schöneres geben als ein Kind aufwachsen zu sehen, es zu begleitet. Für ihn da zu sein. Beim Anblick von Milo stellen wir fest, wie großartig doch Leben ist. Wie einzigartig doch Leben ist. Auch wenn er euch auf Trapp hält, seid ihr glücklich und dankbar, dass ihr eine kleine Familie seid. Im Taufspruch von dir Milo sagt der liebe Gott, ja zu dir und verspricht dir auf allen deinen Wegen bei dir zu sein und seine schützende Hand nicht von dir zu nehmen. Da wo Menschen dich verletzten, sich von dir ab-wenden, wendet sich der liebe Gott dir zu. Das ist so schön, das gibt so viel Kraft und Mut.
Deshalb darf die Liebe nicht fehlen.
Daran erinnert euch immer wieder auf Eurem gemeinsamen Weg. Und stellt Euer Leben und Eure Liebe zueinander immer wieder unter den Schutz und Segen Gottes. Unter den Schutz des Gottes, der auf der Seite der Liebenden steht und alles tun will, damit Eure Liebe nicht stirbt, sondern wächst und ge-deiht zu Eurer Freude und zur Freude eures Sohnes Milo.
Dann wird Euch Euer gemeinsamer Gott davor bewahren, dass Ihr über allem Guten und Schönen im Leben, über Alltag und Arbeit das vergesst, was Euerem Leben wirklich Sinn und Zukunft gibt. Dann wird Euch Gott davor bewahren, dass Ihr einander und Eure Liebe aus den Augen verliert.
Dass Ihr Euch bei aller Liebe Platz lasst, auch dazu will der Glaube Euch helfen. Denn der Glaube nimmt der Liebe die Angst. Jeder von Euch darf den anderen in der Hand Gottes geborgen wissen. Dem gehört Euer Leben, Euer Anfang und Euer Ende. Das gleiche gilt auch für Milo.
Deshalb wünschen wir Euch, dass ihr Euch darauf freut und gelassen bleibt, und dass Ihr wie Ruth einmal zurückschauen und feststellen könnt, dass Euer gemeinsames Leben trotz aller Höhen und Tiefen von dem Gott gesegnet war, der seine Barmherzigkeit nicht von uns abwendet.
Amen.

Lied EG 334, 3-5 anderer Text

Lesung:
Der Apostel Paulus sagt in seinem Hohelied über die Liebe:
Man kann sich auf jede Sprache verstehen – ohne Liebe bleibt es leeres Getön.
Man kann die Verhältnisse durchschauen, kann die Folgen absehen, kann sehr fromm sein – ohne Liebe nützt das nichts.
Man kann hergeben was man hat, zuletzt sich selbst – ohne Liebe wird dadurch nichts besser.

Liebe ist ausdauernd und gütig, sie ist nicht eifersüchtig und macht nicht große Worte.
Liebe stellt sich nicht schamlos zur Schau.
Liebe will nicht auf ihre Kosten kommen, sie fragt nicht: Was hab’ ich davon?
Liebe lässt sich nicht zu Zank verleiten, sie trägt nicht nach. Sie bedauert Unrecht und freut sich an Wahrheit.
Liebe kann ertragen; sie hat immer noch Vertrauen, hat immer noch Hoffnung , hat immer noch Geduld.

Diese Liebe kennt kein Ende. Alle Weisheit kann am Ende sein, alles Träumen, alle Kunst.
Diese Liebe kennt kein Ende.
(1. Kor. 13,1-8a)

Traufrage:
Nun bitte ich euch, Ann-Kathrin und Björn, erhebt euch.

Ann-Kathrin und Björn, Ihr wollt eure Ehe vor Gott und der Gemeinde bezeugen und den Segen empfangen und ihr wollt dass Ihr eure Ehe in der Verantwortung gegenüber Gott füh-ren und nach Gottes Willen fragen wollt.

So frage ich Dich, Ann- Kathrin Hartig geb. Adam vor der hier anwesenden Gemeinde, vor Gott und in dieser wunderschö-nen Kirche, in der er jetzt ganz nahe bei dir ist: Ist es Dein Wunsch, Björn Hartig als Deinen Mann anzunehmen, wie Gott ihn geschaffen hat in seiner Liebe? Und hoffst Du, dass we-der Wohlstand noch Armut, weder Gesundheit noch Krankheit Euch trennen kann? Und ist es dein Wille im Gebet, dass Eu-re Liebe sich weiterentfalte, nicht stehen bleibe und so zum Zeichen der Gottesliebe werden kann, solange eure Liebe euch trägt? So antworte: Ja, Björn, mit Gottes Hilfe!

Ann-Kathrin antwortet: Ja, Björn, mit Gottes Hilfe!

So frage ich Dich, Björn Hartig, vor der anwesenden Gemein-de, vor Gott und in dieser wunderschönen Kirche, in der er jetzt ganz nahe bei dir ist: Ist es Dein Wunsch, Ann-Kathrin Hartig geb. Adam als Deine Frau anzunehmen, wie Gott sie geschaffen hat in seiner Liebe? Und hoffst Du, dass weder Wohlstand noch Armut, weder Gesundheit noch Krankheit Euch trennen kann? Und ist es dein Wille im Gebet, dass Eu-re Liebe sich weiterentfalte, nicht stehen bleibe und so zum Zeichen der Gottesliebe werden kann, solange eure Liebe euch trägt? So antworte: Ja, Ann-Kathrin mit Gottes Hilfe!

Björn antwortet: Ja, Ann-Kathrin, mit Gottes Hilfe!

Ringwechsel:
Ein Ring ist rund,
er hat keinen Anfang und kein Ende.
Deshalb ist er ein altes Symbol
für die Liebe Gottes,
die das Leben rund werden lässt
und kein Ende findet.

Tragt in Zukunft Eure Ringe
Mit den eingefügten Namen
Zum Zeichen, dass auch Eure Liebe
alle Grenzen überwindet
und Euch immer wieder verbindet,
bis Gott Euch zu sich ruft.

Gebet zum Trausegen:
(Zum Segen reicht euch nun die [rechte] Hand.)
Barmherziger Gott, siehe gnädig auf diese Eheleute.
Lass sie unter deinem Schutz ihr Leben führen, in der Liebe wachsen und in guten und bösen Tagen beieinander die Treue halten. Dein Segen sei und bleibe bei ih¬nen. Wir bitten dich durch Jesus Christus, unseren Herrn. AMEN

Trausegen (stehend):
GOTT, Vater, Sohn und Heiliger Geist segne eure Ehe. Er er-leuchte euch durch sein Wort und erfülle euch mit seiner Gnade, dass ihr bleibt in seiner Gemeinde und das ewige Le-ben erlangt.

Solo Sängerin

Fürbitten:
Menschenfreundlicher Gott, wir wenden uns dir zu und wir bit-ten dich:
- Für Ann-Kathrin und Björn, die sich in dieser Feier das Ja-Wort gegeben haben: dass sie einander lieben, achten und ehren und sich so gegenseitig zu einem geglückten Leben verhelfen. Das ihnen Glaube, Hoffnung und Liebe immer be-gegnen.

- Für euren kleinen Sonnenschein Milo Finn, das er in Liebe und Verständnis aufwachsen kann. Das ihr als Familie getra-gen seid mit allen die ihr liebt und die euch lieben.

- Für die Eltern und Verwanden, die sich mit euch freuen das ihr nach den heiligen Bund der Ehe hier in der Nikolauskirche gegangen seid.
- Für alle Eheleute, die es schwer miteinander haben: dass sie Gesprächsbereitschaft entwickeln und Wege zur Versöh-nung finden.

- Für alle, die nicht mehr an dich glauben können, und für alle, die unsicher geworden sind in ihrem Glauben an dich: dass sie die Zeichen erkennen, die du immer neu uns schenkst.

Gott, du bist unser Glück, und du willst das Glück der Men-schen. Wir loben und preisen dich, jetzt und in Ewigkeit.
AMEN.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten die uns Jesus gelehrt hat

Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldi¬gern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. AMEN.

Bekanntmachung:

Die Kollekte ist für die Eigene Gemeinde bestimmt.

Lied EG 590 Herr wir bitten komm und segne uns

Segen:
(Gehet hin im Frieden des Herrn.)
Der Herr segne dich und behüte dich,
der Herr lasse sein Angesicht
leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich
und gebe dir Frieden.
AMEN.

Auszug mit Brautpaar, Prädikant und Orgel
  Thema: Kirchliche Trauung Ehepaar Müller am 28.04.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 29.04.2018 22:33   Titel: Kirchliche Trauung Ehepaar Müller am 28.04.2018
Hochzeit von Lisa und Patrick Müller
Am 28. April 2018 um 16.00 Uhr
in der Ev. Kirche Wächtersbach
Text: Ruth 1, 16

Orgelvorspiel mit Einzug der Braut und des Brautvaters

Lied EG plus 34 Komm heiliger Geist

Begrüßung:

Im Namen Gottes des Vater und des Sohnes und des heiligen Geistes. AMEN

Herzlich willkommen zur Trauung von Lisa und Patrick.

Mit dir will ich bauen an unserem gemeinsamen Leben,
nicht an etwas Leerem, sondern mit offenem Blick zur Welt.

Mit dir will ich bauen an einem Zuhause für dich und mich und jeden, der unseren Weg kreuzt, für einen Platz wo Wärme und Ruhe für viele ist.

Mit dir will ich bauen an einem vielseitigen Zusammenleben
wo jeder, welche Hautfarbe, Sprache oder Überzeugung er auch hat, zusammen mit Anderen glücklich sein darf.

Mit dir will ich bauen an einer Welt, wie Gott sie sich erdacht hat. Ich möchte dich unentwegt anschauen, aber dann ständen wir immer gegeneinander.
Ich möchte dich umarmen und meine Arme nie mehr öffnen,
doch dann kämen wir keinen Schritt weiter.
Drum wollen wir einander bei der Hand nehmen,
in dieselbe Richtung schauen und auf dasselbe Ziel zugehen.
Ich werde verstehen, wie du denkst und fühlst,
wie du die Menschen siehst und das Leben.
Ich werde lernen, mit dir zu denken, mit deinen Augen zu sehen
und mit deinem Herzen zu empfinden.
Ich werde nicht versuchen, dich nach meinen Wünschen
umzuformen.
So werden wir aneinander wachsen und einander immer tiefer lieben und achten.
Du wirst durch mich mehr du selber werden
und ich mehr ich selbst durch dich.
Der Andere ist anders:
Er denkt anders, als ich denke.
Er handelt anders, als ich handle.
Er meint etwas anderes, als ich verstanden habe.
Er tut etwas anderes, als ich es von ihm erwartet hätte.
Er sagt etwas anderes, als ich es für passend finde.
Er lacht und trauert anders, als ich augenblicklich gestimmt bin.
Er schlussfolgert anders, als ich es für logisch halte.
Er äußert sich anders, als ich es hören wollte.
Er lebt anders als ich und doch sind wir eins, verbunden
in Liebe.

Psalm:
HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel
ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.
Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes
und dein Recht wie die große Tiefe. HERR, du hilfst
Menschen und Tieren.
Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder
unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!
Sie werden satt von den reichen Gütern deines
Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem
Strom.
Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,
und in deinem Lichte sehen wir das Licht.
(Ps. 36,6-10)
AMEN.

Gebet:
Lasst uns beten:
Lieber himmlischer Vater,
du hast Lisa und Patrick bis hier her begleitet.
Wir bitten dich, sei du der Wegbegleiter auf dem
Weg der Liebe von unseren beiden. Segne und begleite
was du begonnen hast und stärke unser Paar in der Kraft
deiner Liebe. Sei du der gute Hirte auf dem Weg der Liebe und sei du der das Vorbild. AMEN

Lied EG 331, 1-3 Großer Gott wir loben dich

PREDIGT

Liebe Lisa, lieber Patrick, liebe Festgemeinde!
Euer Trauspruch für diesen Tag heute steht im Buch Ruth im 1. Kapitel Vers 16. "Ruth antwortete: Rede mir nicht ein, dass ich dich verlasse und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.
Liebes Brautpaar, liebe Eltern, liebe Hochzeitsgemeinde.
So spricht Ruth aus dem Alten Testament. Ruth die Moabiterin, die nach dem Tod ihres Mannes in das fremde Land Israel wandert und so eine der Großmütter des Königs David wird. So spricht Ruth zu ihrer Schwiegermutter, die Ruth wieder nach Hause schicken will.
So ist das manchmal mit Bibelsprüchen, sie klingen so schön und passen zunächst einmal gar nicht zu unserer Situation. Denn wenn ihr, liebe Lisa, lieber Parick, heute heiratet, dann müssen Eure Eltern und Schwiegereltern hören, dass Ihr mit diesem Tag Vater und Mutter endgültig verlasst und als Paar jetzt eure eigene Familie gründet. Das loslassen der Eltern fällt oft schwer.
Trotzdem: Die Worte der Ruth passen auch für ein Brautpaar. Denn auch Eure Situation hat mit der der Ruth manches gemeinsam. Ihr habt nun einen gemeinsamen Lebensweg als verheiratete vor Euch. Und auch wenn Ihr schon knapp 4 Jahre ein Paar seid, eure eigene Wohnung habt und Pläne für die Zukunft gemacht habt: Wo genau Euer Weg in 5, 10, 20 Jahren hinführen wird, das wisst Ihr nicht. Auch die Zukunft ist ein fremdes Land.
Und gerade, weil wir so immer wieder aus dem Vertrauten in die Fremde unterwegs sind, brauchen und suchen wir uns Menschen, die mit uns gehen und bei denen wir in jeder Fremde geborgen und daheim sind. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen und wo du bleibst, da bleibe ich auch. Das ist so schön. Das hat natürlich etwas gedauert bis ihr euch einig und klar wart, euren Weg gemeinsam zu gehen. Kennen gelernt habt ihr euch im Chat im Juli 2014. Und Patrick versuchet immer ein treffen zu organsierten und Lisa hat es immer erst einmal verschoben. Du warst dir unsicher Lisa. Zwei Wochen lang hat Patrick gekämpft um ein treffen. Aber Patrick ließ nicht locker, mit reservierten Kinoplätzen hat er dich dann zum Treffen gelotst. Seit dem 29.07.2014 seid ihr ein Paar. Glücklich, seid ihr das ihr euch habt, das habe ich beim Traugespräch am 11. Januar gespürt. Ihr habt euch gefunden und ihr gehört zusammen. Glücklich der Mensch der die Liebe fürs Leben gefunden hat, bei dem man Zuhause sein kann in guten, wie in bösen Tagen. Und genau das sagt Ihr, liebes Brautpaar heute zueinander. Das ist und bleibt nicht nur heute ein Grund zum Feiern. Auch wenn ihr euch über die Macken des anderen Mal ärgert, Patrick und Lisa weil sie alles immer so leicht nimmt, das ist positiv und negativ zugleich und sie ist eine Ordnungswahnsinnige sagte Patrick im Gespräch. Und Lisa über Patrick der ein 150% Morgenmuffel ist und wenn er nach Hause kommt schmeißt er die Klamotten Kreuz und Quer in der Bude und der Badewanne, kaum hat sie Ordnung gemacht, macht er wieder Unordnung, so Lisa im Gespräch. Das ist die perfekte Rollenverteilung. So habt ihr mir das erzählt und dabei gelächelt. Und dann gibt es aber auch die Vorzüge die ihr habt. Lisa sagt Patrick ist immer für sie da und eine Stütze, besonders in ihrer Krankheit und bei dem Weg der nicht immer einfach ist. Und er bringt sie zum Lachen. Und Patrick liebt an seiner Lisa ihr lachen, ihre positive Art. Sie versteht ihn blind.
Und das habe ich bei unserem Gespräch gesehen und auch gespürt, eure Verbundenheit und eure Liebe. Da war in euren Augen ein Funkeln.
Und Gott gibt seinen Segen dazu. Als Ruth in die Fremde aufbricht, ist es alles andere als klar, dass eine gute Zukunft auf sie wartet. Und wenn sie auf ihre Vergangenheit zurückblickt, muss ihr der Mut noch mehr sinken. Aber Ruth verliert den Mut nicht. Ruth schaut nach vorn. Und Gott gibt seinen Segen dazu.
Ihr, liebe Lisa, lieber Patrick tut gut daran, wenn Ihr heute dem Beispiel von Ruth folgt und nicht zurück, sondern in die Zukunft schaut. Nicht im Vertrauen auf Eure eigene Kraft, sondern im Vertrauen auf den Gott, der seinen Segen dazu gibt. Dein Gott soll auch mein Gott sein, so heißt es in Euerem Trauspruch. Und damit ist eine Quelle angesprochen, die Eurer Beziehung mehr Kraft schenken kann, als gemeinsame Neigungen, Hobbys oder Interessen. Einen gemeinsamen Glauben haben heißt, sich nicht nur beieinander sondern auch in der gleichen Hoffnung geborgen wissen, bei dem Gott, der versprochen hat alle Tage bei Euch zu sein bis ans Ende der Welt. Und deshalb sagt ihr dann nicht einfach nur Ja zueinander: Sondern Ja, mit Gottes Hilfe.
Gottes Hilfe haben wir nötig. Auch die Liebe zwischen zwei Menschen braucht sie. Denn unsere Liebe hat Höhen und Abgründe.
Aber ohne Liebe funktioniert das Leben nicht.
Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich, Verantwortung ohne Liebe rücksichtslos; Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart, Freundlichkeit ohne Liebe heuchlerisch; Klugheit ohne Liebe macht grausam, Ordnung ohne Liebe kleinlich; Besitz ohne Liebe macht geizig, Ehre ohne Liebe hochmütig; Glaube ohne Liebe macht fanatisch. Ein Leben ohne Liebe ist sinnlos.
Deshalb darf die Liebe nicht fehlen.
Daran erinnert euch immer wieder auf Eurem gemeinsamen Weg. Und stellt Euer Leben und Eure Liebe zueinander immer wieder unter den Schutz und Segen Gottes. Unter den Schutz des Gottes, der auf der Seite der Liebenden steht und alles tun will, damit Eure Liebe nicht stirbt, sondern wächst und gedeiht zu Eurer Freude und zur Freude Eurer Freunde und Verwandten.
Dann wird Euch Euer gemeinsamer Gott davor bewahren, dass Ihr über allem Guten und Schönen im Leben, über Alltag und Arbeit das vergesst, was Euerem Leben wirklich Sinn und Zukunft gibt. Dann wird Euch Gott davor bewahren, dass Ihr einander und Eure Liebe aus den Augen verliert.
Dass Ihr Euch bei aller Liebe Platz lasst, auch dazu will der Glaube Euch helfen. Denn der Glaube nimmt der Liebe die Angst. Jeder von Euch darf den anderen in der Hand Gottes geborgen wissen. Dem gehört Euer Leben, Euer Anfang und Euer Ende.
Da kann es auch manchmal schon stressig werden wenn Lisa als FC Bayern Fan auf der Couch sitzt und die Spieler anbrüllt und Patrick so Garnichts mit Fußball am Hut hat. Auch das gehört dazu, jedem seinen eigenen Freiraum zu lassen.
Deshalb wünschen wir Euch, dass ihr Euch darauf freut und gelassen bleibt, und dass Ihr wie Ruth einmal zurückschauen und feststellen könnt, dass Euer gemeinsames Leben trotz aller Höhen und Tiefen von dem Gott gesegnet war, der seine Barmherzigkeit nicht von uns abwendet.
Amen.

Lied EG 316, 1-4 Lobe den Herren

Lesung:
Der Apostel Paulus sagt in seinem Hohelied über die Liebe:
Man kann sich auf jede Sprache verstehen – ohne Liebe bleibt es leeres Getön.
Man kann die Verhältnisse durchschauen, kann die Folgen absehen, kann sehr fromm sein – ohne Liebe nützt das nichts.
Man kann hergeben was man hat, zuletzt sich selbst – ohne Liebe wird dadurch nichts besser.

Liebe ist ausdauernd und gütig, sie ist nicht eifersüchtig und macht nicht große Worte.
Liebe stellt sich nicht schamlos zur Schau.
Liebe will nicht auf ihre Kosten kommen, sie fragt nicht: Was hab’ ich davon?
Liebe lässt sich nicht zu Zank verleiten, sie trägt nicht nach. Sie bedauert Unrecht und freut sich an Wahrheit.
Liebe kann ertragen; sie hat immer noch Vertrauen, hat immer noch Hoffnung , hat immer noch Geduld.

Diese Liebe kennt kein Ende. Alle Weisheit kann am Ende sein, alles Träumen, alle Kunst.
Diese Liebe kennt kein Ende.
(1. Kor. 13,1-8a)

Solo Sängerin:

Traufrage:
Nun bitte ich euch, Lisa und Patrick, erhebt euch.

Lisa und Patrick, Ihr wollt eure Ehe vor Gott und der Gemeinde bezeugen und den Segen empfangen und ihr wollt dass Ihr eure Ehe in der Verantwortung gegenüber Gott führen und nach Gottes Willen fragen wollt.

So frage ich Dich, Lisa Müller, geb. Günther vor der hier anwesenden Gemeinde, vor Gott und in dieser wunderschönen Wächtersbacher Kirche, in der er jetzt ganz nahe bei dir ist: Ist es Dein Wunsch, Patrick Müller als Deinen Mann anzunehmen, wie Gott ihn geschaffen hat in seiner Liebe? Und hoffst Du, dass weder Wohlstand noch Armut, weder Gesundheit noch Krankheit Euch trennen kann? Und ist es dein Wille im Gebet, dass Eure Liebe sich weiterentfalte, nicht stehen bleibe und so zum Zeichen der Gottesliebe werden kann, solange eure Liebe euch trägt? So antworte: Ja, Patrick, ich verspreche es!

Lisa antwortet: Ja, Patrick, ich verspreche es!

So frage ich Dich, Patrick Müller, vor der anwesenden Gemeinde, vor Gott und in dieser wunderschönen Wächtersbacher Kirche, in der er jetzt ganz nahe bei dir ist: Ist es Dein Wunsch, Lisa Müller Geb. Günther als Deine Frau anzunehmen, wie Gott sie geschaffen hat in seiner Liebe? Und hoffst Du, dass weder Wohlstand noch Armut, weder Gesundheit noch Krankheit Euch trennen kann? Und ist es dein Wille im Gebet, dass Eure Liebe sich weiterentfalte, nicht stehen bleibe und so zum Zeichen der Gottesliebe werden kann, solange eure Liebe euch trägt? So antworte: Ja, Lisa ich verspreche es!

Patrick antwortet: Ja, Lisa ich verspreche es!

Ringwechsel:
Ein Ring ist rund,
er hat keinen Anfang und kein Ende.
Deshalb ist er ein altes Symbol
für die Liebe Gottes,
die das Leben rund werden lässt
und kein Ende findet.

Tragt in Zukunft Eure Ringe
Mit den eingefügten Namen
Zum Zeichen, dass auch Eure Liebe
alle Grenzen überwindet
und Euch immer wieder verbindet,
bis Gott Euch zu sich ruft.

Gebet zum Trausegen:
(Zum Segen reicht euch nun die [rechte] Hand.)
Barmherziger Gott, siehe gnädig auf diese Eheleute.
Lass sie unter deinem Schutz ihr Leben führen, in der Liebe wachsen und in guten und bösen Tagen beieinander die Treue halten. Dein Segen sei und bleibe bei ih¬nen. Wir bitten dich durch Jesus Christus, unseren Herrn. AMEN

Trausegen (stehend):
GOTT, Vater, Sohn und Heiliger Geist segne eure Ehe. Er erleuchte euch durch sein Wort und erfülle euch mit seiner Gnade, dass ihr bleibt in seiner Gemeinde und das ewige Le-ben erlangt.

Solo Sängerin:

Fürbitten:
Menschenfreundlicher Gott, wir wenden uns dir zu und wir bitten dich:
Für Lisa und Patrick, die sich in dieser Feier das Ja-Wort gegeben haben: dass sie einander lieben, achten und ehren und sich so gegenseitig zu einem geglückten Leben verhelfen. Das ihnen Glaube, Hoffnung und Liebe immer begegnen.

Für die Eltern und Verwanden, die sich mit euch freuen das ihr den heiligen Bund der Ehe hier in der Wächtersbacher Kirche gegangen seid. Dies ist euer Tag, der Tag an dem Gott euren Bund gesegnet hat und mit euch geht. Ihr seid eins in der Liebe die über allem steht. Lisa und Patrick sind von Gott angenommen und geliebt und einzigartig und wertvoll.

Für alle Eheleute, die es schwer miteinander haben: dass sie Gesprächsbereitschaft entwickeln und Wege zur Versöhnung finden. Die Liebe vermag über alle schweren Tage und Stunden hinweg zu helfen, wenn man bereit ist auf den anderen zuzugehen.

Für alle, die nicht mehr an dich glauben können, und für alle, die unsicher geworden sind in ihrem Glauben an dich: dass sie die Zeichen erkennen, die du uns immer neu schenkst.

Gott, du bist unser Glück, und du willst das Glück der Menschen. Vor dir sind wir alle eins und in dir sind wir geborgen.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten die uns Jesus gelehrt hat

Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldi¬gern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. AMEN.

Lied EG 209 Ich möchte das einer mit mir geht

Bekanntmachung:

Die Kollekte ist für die Eigene Gemeinde bestimmt.

Segen:
(Gehet hin im Frieden des Herrn.)
Der Herr segne dich und behüte dich,
der Herr lasse sein Angesicht
leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich
und gebe dir Frieden.
AMEN.

Auszug mit Brautpaar, Prädikant und Orgel
  Thema: Gottesdienste am Sonntag Miserikordias Domini 15.04.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 15.04.2018 20:24   Titel: Gottesdienste am Sonntag Miserikordias Domini 15.04.2018
Gottesdienste am Sonntag Miserikordias Domini
15.04.2018
09.15 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn mit Totengedenken
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
Text: Johannes 10, 11-16

* Lied EG + 34 Komm Heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde, herzlich willkommen zum Gottesdienst heute am Sonntag Misericordias Domini. Das Thema heute lautet: Der gute Hirte. Ich wünsche uns allen einen Mut machenden Gottesdienst.

*Lied EG 100 Wir wollen alle fröhlich sein

*Eingangspsalm:
Die Barmherzigkeit des Herrn währet immer für und für
bei denen, die ihn fürchten. Halleluja.

Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele;
er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Die Barmherzigkeit des Herrn währet immer für und für
bei denen, die ihn fürchten. Halleluja.

*Aufforderung zum Bittruf:
In Christus begegnet uns der gute Hirte.
Er wendet sich uns zu
und hilft uns zum Leben.
Wir aber übersehen ihn, gehen an ihm vorbei
und versäumen unser Leben.
Wir bitten Gott um Erbarmen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Christus hält uns die Treue.
Er schenkt uns Leben, das kein Tod zerbricht.
Und niemand wird uns aus seiner Hand reißen.
Wir loben Gott mit allen Engeln:

*Kollektengebet:
Gütiger Gott,
du hast den Hirten deiner Herde von den Toten erweckt .
Wir bitten dich: Gib uns deinen Geist,
daß wir die Stimme dieses Hirten erkennen und ihm nachfolgen,
damit uns Sünde und Tod nicht aus deiner Hand reißen.
Durch ihn, unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir in der Einheit des Heiligen Geistes
lebt und herrscht von Ewigkeit zu Ewigkeit.
*G: AMEN

* Schriftlesung: Johannes 21, 15-19
15 Als sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber, als mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer!
16 Spricht er zum zweiten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!
17 Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Petrus wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb?, und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!
18 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst.
19 Das sagte er aber, um anzuzeigen, mit welchem Tod er Gott preisen würde. Und als er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach!

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 103 Gelobt sei Gott im höchsten Thron

* PREDIGT:
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Textlesung: Johannes 10, 11 - 16 (27 - 30)
Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht - und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie -, denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe.
Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt, und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe.
Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden, und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus des Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind eins.

Liebe Gemeinde,
auf den ersten Blick sind das wunderbare Worte und Bilder: Ein guter Hirte, der sein Leben für die Schafe lässt...sie werden nimmermehr umkommen...hören die Stimme des Hirten...eine Herde, ein Hirt... Aber nur auf den ersten Blick! Da ist auch vom Wolf die Rede, der die Schafe zerstreut...vom schlechten Hirten, der nur ein Mietling ist und die Tiere im Stich lässt... Aber wovon wird überhaupt gesprochen in diesen Versen und ihren Bildern?

Wer der "gute Hirte" ist, das wissen wir: Jesus Christus, der sein Leben gab für die Schafe, für uns.

Und der schlechte Hirte, wer ist das? - Da zögere ich. Weil das ja nicht so harmlos ist, jetzt hier Namen zu nennen und damit Menschen auch das zuzuschreiben, von dem hier die Rede ist: Dass sie nur Mietlinge sind, also Leute, die nur dafür bezahlt werden, dass sie sich kümmern und die "Schafe" versorgen, nicht aber mit ihren Herzen dabei sind. Dass sie sich wohl auch bei der ersten Gelegenheit davon machen, wenn es brenzlig wird für sie, dass sie zuerst an sich selber denken und daran, was ihnen das bringt, Hirte zu sein, nicht aber was das für sie für eine Aufgabe bedeutet und vielleicht sogar Mühe, Ärger und Gefahren... Ich wüsste wohl einige solcher Mietlinge und könnte sie beim Namen nennen...

Aber ich will es heute so halten, wie immer: Ich will das in diesen Bibelversen suchen und herausstellen, was uns allen etwas zu sagen hat. Und dabei werden wir schnell fündig: Sind wir nicht auch als Christinnen und Christen für einander da, für einander verantwortlich und eben auch als Hirtinnen und Hirten? Was ist das denn z.B. für ein Auftrag an die Eltern und Paten der Konfirmandinnen und Konfirmanden, die in diesen Wochen überall zur Konfirmation gehen, wenn nicht der, die jungen Leute wie ein Hirt zu begleiten, zu führen, ihnen die Wege zum "frischen Wasser und zur rechten Weide" zu weisen? Gewiss, das ist alles heute stark in den Hintergrund getreten. Die großen Geschenke, die wir bei der Konfirmation machen, das viele Geld, das da für die Jungen und Mädchen zusammenkommt, das lenkt nicht nur vom eigentlichen Sinn der Sache ab, das hat sich oft genug in den Köpfen der jungen Leute und auch der sie begleitenden Erwachsenen zur Hauptsache gemausert. Aber dennoch: Wir haben uns mindestens die Ahnung dafür bewahrt, dass es doch um etwas anderes geht in der Konfirmandenzeit, als dass wir die Jugendlichen zum Aushalten ermuntern, dass sie die Monate des Unterrichts halt über sich ergehen lassen, weil am Ende ja dann ein guter Gewinn herausschaut... Es gibt auch hier Eltern, die ihre Kinder wirklich begleiten, es gibt auch Paten, die Gespräche über religiöse Fragen mit den Jungen und Mädchen führen und ihnen so dazu helfen, die Konfirmandenzeit auch als wichtig, wesentlich und bereichernd zu erleben und vielleicht sogar dazu, dass sie in dieser Zeit auf die Konfirmation hin zum Glauben an Jesus Christus finden. Es gibt hier also auch "gute Hirten" - leider aber auch viele Mietlinge.

Aber wir wollen auch über uns als Eheleute sprechen, als Partner und Partnerinnen in Beziehungen der Liebe und der Freundschaft. Da sind wir auch füreinander da und verantwortlich! Und es hat doch auch immer mit dem Freund, dem Partner oder der Partnerin zu tun, was ich in religiösen Dingen denke und glaube, ob ich Jesus Christus kenne und in meinem Leben eine Beziehung zu Gott habe! Wenn es also heißt: "Geht hin in alle Welt und macht zu Jüngern alle Völker...", dann werde ich doch nicht sagen: In die Welt will ich ja gehen, aber dem Menschen, der mit mir in freundschaftlicher Verbindung steht, vielleicht gar Wohnung, Tisch und Bett teilt, will ich nichts von meinem Inneren preisgeben und schon gar nicht dafür werben. Wäre das nicht sehr seltsam und fragwürdig? - Aber es gibt Gott sei Dank auch hier "gute Hirten". Und oft genug sind die Partner, die da mit einander leben, beide solche Hirten. Da muss es doch kein Belehren geben, kein Recht haben und kein Unterliegen. Das kann und soll ein gegenseitiges Erzählen sein: "Du, ich glaube an Gott auf diese Weise." - "Mir ist an meinem Herrn Jesus Christus das am wichtigsten." Und auch dafür ist Platz in einer Beziehung, die auch in religiösen Fragen Gemeinschaft hält: "Mir fällt es schwer, an die Auferstehung zu glauben." - "Ich habe immer wieder Probleme damit, das harte Geschick mancher Menschen in der Nähe oder der Ferne mit der Güte Gottes zu reimen!" "Gute Hirten" können das mit und an einander ertragen und stehen lassen. - Aber auch hier gibt es bloße Mietlinge, die im Grunde uninteressiert sind, etwas aus der Tiefe des Herzens ihres Partners oder ihrer Freundin zu erfahren.

Schließlich sehe ich noch uns alle, die wir doch Christinnen und Christen heißen und Nachfolgerinnen und Nachfolger unseres Herrn sein sollen und doch gewiss auch sein wollen: Dann aber müssen wir auch das Hirtenamt für einander annehmen, denn es ist ganz gewiss eines der wichtigsten in der Nachfolge Jesu! Ich will jetzt nicht nostalgisch von früheren Zeiten schwärmen, in denen (vermeintlich) alles besser war. Aber in diesen Dingen hat die Großfamilie früherer Jahre ein besseres Umfeld geboten, einander auch im Glauben und der Nachfolge Christi zu begleiten und zu helfen. Aber, so ist es nicht mehr. Darum wollen wir nun aber nicht die Hoffnung fahren lassen, daß wir wenigstens hie und da und an manchen Stellen etwas von diese Klima zurück gewinnen können, in dem auch das Hirtenamt an einander gepflegt werden und gedeihen kann. Der Anfang darin ist gar nicht so schwer. Ich will ein paar Hinweise geben:

Wenn wir Kinder und junge Leute in der Familie oder der Nachbarschaft haben, die uns erreichbar sind, warum sprechen wir sie nicht einmal an, ob sie Jesus kennen, ob sie beten und was sie von den Geschichten über ihn kennen.
Wenn unser Freund oder Ehegefährte vielleicht auch noch nie darüber gesprochen hat, warum nehmen wir den Austausch über unseren Glauben nicht einmal auf, vielleicht so: "Was ist eigentlich für dich die Mitte des Lebens, woran hältst du dich, was trägt dich, auch wenn du an das Ende des Lebens denkst?"

Und selbst in den ganz alltäglichen Begegnungen mit anderen Menschen ist oft Raum, auch einmal von etwas anderem zu reden, als vom Wetter und den Lebensmittelpreisen. Es ist ganz erstaunlich, was für gute, tiefe Gespräche da möglich sind. Oft kommen sie nicht aus unseren Fragen, sondern aus dem, was wir einmal an- und aussprechen: "Ich war doch vor einiger Zeit im Krankenhaus - dass ich wieder so gesund bin, das verdanke ich Gott, der hat mir so geholfen!" - "Ich erlebe es immer wieder, dass ich im Gebet zu Gott ganz ruhig werde und auf einmal weiß, was ich tun soll!" - Wenn wir so beginnen, vielleicht erfahren wir dann auch etwas von denen, die wir so angesprochen haben. Wenn einer anfängt, ist es ja auch für die andere Seite leichter, von dem zu sprechen, was für den eigenen Glauben wichtig ist und was man selbst schon mit Gott erlebt hat.

Liebe Gemeinde, auf diese Weise legen wir es ab, nur ein Mietling zu sein. Wir gehen hinter Jesus her, nehmen ihn als den guten Hirten zu unserem Vorbild, kommen - wie er - den Menschen wirklich nah, und helfen nicht zuletzt auch den Menschen in die Nähe dessen, der von sich sagt:
Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt, und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe.
Haben wir keine Angst: Wir sollen nicht unser Leben lassen, das hat schon unser aller guter Hirte für uns getan. Aber ein wenig sollten wir schon an seinem Amt und in seinem Auftrag mittun.

Ist das nicht eine wunderbare Vorstellung, dass wir so mithelfen, dass diese Zukunft wahr wird: ...und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden, und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen?

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 112, 1-3 Auf, auf mein Herz mit Freuden

Totengedenken: Nur Lettgenbrunn:
Aus unserer Gemeinde ist Vera Heck am 23.03.2018 im Alter von 75 Jahren verstorben.
Frau Heck wurde in Lettgenbrunn beigesetzt.

“Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginn der Ewigkeit in Gottes gnädigen Händen. AMEN

* Fürbittengebet:
Gott, dein Sohn kommt uns nahe als der gute Hirte.
Er weist uns den Weg und schützt vor allem Argen.
In vielen Stunden spüren wir, daß er mit uns geht.
Das gibt uns Mut und Zuversicht, dich zu bitten
für alle, die anderen Wege weisen und für sie Verantwortung übernehmen, -
für alle, die Schutz brauchen und Ermutigung, -
für alle, die in die Irre geführt werden und im Alltag scheitern, -
für alle, die verlassen sind und verzweifelt. -
Hilf uns und ihnen, daß wir uns deiner Führung anvertrauen.

Nur Lettgenbrunn:
Für unsere verstorbene Schwester Vera Heck bitten wir dich, nimm sie auf in dein himmlisches Heiligtum und tröste du die, die zurückbleiben.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 170 Komm Herr segne uns

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Eigene Gemeinde

Wochenspruch: Christus spricht: Ich bin der gute Hirte.
Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben. Joh. 10,11.27-28

Nächster Gottesdienst in Lettgenbrunn

- Sonntag, 29. April 2018 mit Lektorin Kempf um 9:15 Uhr

Nächster Gottesdienst in Lohrhaupten

- Sonntag, 22. April 2018 mit Pfrin. Ehlers um 10.00 Uhr
Konfirmationsgottesdienst mit Abendmahl

Abkündigungen

Mittwoch, 18. April 2018

14:30 Uhr Seniorencafé im Gemeindehaus in Lohrhaupten

* Votum:
Sei gesegnet in deinen Füssen,
die dich tragen in allem was du bist.
Du, sei gesegnet in deinen Beinen,
die dich dahin bringen, wo du das lebst,
was jetzt wichtig ist.
Gesegnet sei in deinem Leib,
dass dir die Wärme und die Lust,
die Liebe und der Schmerz
zur ständigen Quelle deines Lebens werden.
Sei gesegnet in deinem Herzen,
dass dir die Güte einen Lichtkranz
um dein Herz entstehen lässt
und alles Blut hell pulsiert.
Du, sei gesegnet in deinen beiden Schultern,
Armen und Händen,
dass du klar weißt, was zu tragen ist,
zu geben oder abzuwehren.
Gesegnet sei in deinem Hals,
Nacken und Kopf,
dass gute Gedanken deine Schöpferkraft fördern
und das Lächeln deines inneren Friedens dich verschöne.
So sei gesegnet.
Jetzt!

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Kirchliche Trauung Ehepaar Huhn am 14.04.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 14.04.2018 22:34   Titel: Kirchliche Trauung Ehepaar Huhn am 14.04.2018
Hochzeit von Bianca und Henrik Huhn
am 14. April 2018 um 15.00 Uhr
in der Ev. Kirche Wächtersbach
Text: 1. Korinther 13, 13

Orgelvorspiel mit Einzug des Paares und des Prädikan-ten

Lied EG plus 34 Komm heiliger Geist

Begrüßung:

Im Namen Gottes des Vater und des Sohnes und des heiligen Geistes. AMEN

Herzlich willkommen zur Trauung von Bianca und Henrik.

Mit dir will ich bauen an unserem gemeinsamen Leben,
nicht an etwas Leerem, sondern mit offenem Blick zur Welt.

Mit dir will ich bauen an einem Zuhause für dich und mich, für Marla unseren kleinen Sonnenschein und jeden, der unseren Weg kreuzt, einen Platz, wo Wärme und Ruhe für viele ist.

Mit dir will ich bauen an einem vielseitigen Zusammenleben
wo jeder, welche Hautfarbe, Sprache oder Überzeugung er auch hat, zusammen mit Anderen glücklich sein darf.

Mit dir will ich bauen an einer Welt, wie Gott sie sich erdacht hat. Ich möchte dich unentwegt anschauen, aber dann stän-den wir immer gegeneinander.
Ich möchte dich umarmen und meine Arme nie mehr öffnen,
doch dann kämen wir keinen Schritt weiter.
Drum wollen wir einander bei der Hand nehmen,
in dieselbe Richtung schauen und auf dasselbe Ziel zugehen.
Ich werde verstehen, wie du denkst und fühlst,
wie du die Menschen siehst und das Leben.
Ich werde lernen, mit dir zu denken, mit deinen Augen zu se-hen
und mit deinem Herzen zu empfinden.
Ich werde nicht versuchen, dich nach meinen Wünschen
umzuformen.
So werden wir aneinander wachsen und einander immer tiefer lieben und achten.
Du wirst durch mich mehr du selber werden
und ich mehr ich selbst durch dich.
Der Andere ist anders:
Er denkt anders, als ich denke.
Er handelt anders, als ich handle.
Er meint etwas anderes, als ich verstanden habe.
Er tut etwas anderes, als ich es von ihm erwartet hätte.
Er sagt etwas anderes, als ich es für passend finde.
Er lacht und trauert anders, als ich augenblicklich gestimmt bin.
Er schlussfolgert anders, als ich es für logisch halte.
Er äußert sich anders, als ich es hören wollte.
Er lebt anders als ich und doch sind wir eins, verbunden
in Liebe.

Psalm:
HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel
ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.
Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes
und dein Recht wie die große Tiefe. HERR, du hilfst
Menschen und Tieren.
Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder
unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!
Sie werden satt von den reichen Gütern deines
Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem
Strom.
Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,
und in deinem Lichte sehen wir das Licht.
(Ps. 36,6-10)
AMEN.

Gebet:
Lasst uns beten:
Lieber himmlischer Vater,
du hast Bianca und Henrik bis hier her begleitet.
Wir bitten dich, sei du der Wegbegleiter auf dem
Weg der Liebe von unseren beiden. Segne und begleite
was du 2013 begonnen hast und stärke unser Paar in der Kraft
deiner Liebe. Sei du der gute Hirte auf dem Weg der Liebe und sei du der das Vorbild. AMEN

Lied EG 331, 1-3 Großer Gott wir loben dich

PREDIGT

Liebe Bianca, lieber Henrik, liebe Festgemeinde!

Ein altes Ehepaar wurde einmal von einem Reporter gefragt: "Sie sind jetzt 60 Jahre verheiratet. Wie kommt es, dass Sie all die Jahre eine so harmonische Ehe geführt haben?"
Der Ehemann nahm zart die Hand seiner Frau und sagte sanft:
"Es begann alles auf unserer Hochzeitsreise. Wir waren mit Maultieren zu den Niagara - Wasserfällen unterwegs, als das Tier meiner Frau stolperte. In letzter Sekunde schaffte es meine Frau sich noch auf dem Tier zu halten ohne in den Ab-grund zu stürzen und sie murmelte nur "Eins".
Einige Kilometer später strauchelte das Tier ein zweites Mal, meine Frau konnte den Sturz in die Tiefe auch dieses mal wieder in letzter Sekunde verhindern und murmelte nur "Zwei".
Es kam wie es kommen musste, das Tier strauchelte ein drit-tes Mal. Wieder konnte meine Frau nur mit größter Mühe den Sturz in die Tiefe verhindern. Dieses Mal sagte sie laut "Drei", stieg von Ihrem Maultier zog eine 45er Magnum aus Ihrem Rucksack und erschoss das Tier.
Ich habe natürlich sofort meinen Unmut über Ihr Verhalten dem Tier gegenüber kundgetan. Da schaute mich meine Frau nur an und sagte leise "Eins...". lachen…….
Liebe Bianca, lieber Henrik,
auch wir wünschen euch heute, dass ihr mindestens 60 Jahre lang glücklich verheiratet sein werdet. Knapp 5 Jahrs seid ihr nun schon zusammen.
Aber ich denke und bin mir sicher, dass eure Ehe auf einer besseren Basis aufgebaut wird.
Ein wichtiger Baustein dabei ist schon mal dieser Traugottes-dienst. Und für diesen Gottesdienst habt ihr euch einen Bibel-vers als Leitwort ausgesucht, bei dem man auch bis drei zäh-len muss und dann zu dem Geheimnis einer glücklichen Ehe kommt.
Er steht im 1.Brief an die Korinther in Kapitel 13, Vers 13 Da heißt es:
„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei – aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“
„Aller guten Dinge sind drei!“ so sagt man, und ich denke, das passt auf jeden Fall sehr gut im Hinblick auf euren Trauspruch.
Glaube, Hoffnung und Liebe nennt man in der Theologie die göttlichen Tugenden und ich möchte sie heute einmal die drei Geheimnisse einer glücklichen Ehe nennen.
Glaube, Hoffnung und Liebe, sagt die Bibel, sind die drei Din-ge, die wirklich bleiben, die alles überdauern und wirklich Be-stand haben über dieses Leben hinaus. Ein Leben und eine Ehe, die von Glauben, Hoffnung und Liebe geprägt ist, die hat wirklich Ewigkeitswert. Und deshalb ist es genau der richtige Start für eine Ehe, sich über diese drei Fundamente einmal Gedanken zu machen.

Zum Ersten
1. Der Glaube
Das biblische Wort „Glauben“ heißt eigentlich soviel wie „Be-dingungslos vertrauen“. Darum geht es in der Beziehung zu Gott, dass wir ihm bedingungslos vertrauen, aber genau das hat sich Gott auch als Basis einer christlichen Ehe gedacht. Ehe soll heißen, dass wir einander glauben, dass wir einander bedingungslos vertrauen können.
Ihr beide kennt euch nun schon ziemlich lange. Schon seit knapp 5 Jahren seid ihr zusammen. Kennen tut ihr euch schon länger. Ihr seid ein Jahr in die Parallelklasse auf diesel-be Schule gegangen das war in 2006/2007 und Bianca kam uneingeladen auf deinen 18. Geburtstag. Der Garten deiner Mama Hendrik stand voll mit Lavendel und nach reichlich Al-kohol stellte sich Bianca die Frage, kann man Lavendel ei-gentlich rauchen? Das habt ihr dann aber nicht gemacht. Dann habt ihr euch asu den Augen verloren und in 2013 dank Facebook wieder gefunden. Hendrik schrieb dir damals, dass er, wenn er an dich denkt, immer an Lavendel denken muss. Und dann wurde es ernst und ihr wurdet ein Paar. Henrik zog auch sehr schnell bei dir ein. Und zu eurem Glück kam eure Sonnenschein Marla zur Welt die ich am 02.07.2017 getauft habe. Was ihr euch heute versprecht ist der wohldurchdachte Entschluss, zu dem Menschen, den man mit all seinen Feh-lern und Macken nur allzu gut kennt trotzdem bedingungslos zu sagen: „Ich glaube dir!“, Ich steh zu dir, ich vertraue dir und ich werde dir immer die Treue halten bis ans Ende unserer Liebe. Und wenn mir eines Tages vielleicht manches komisch vorkommen wird, was du erzählst oder tust, dann werde ich immer das Beste glauben und vertrauen, dass alles mit uns gut wird. Das heißt Glauben.

2. Die Hoffnung
Ein gläubiger Schiffskapitän wurde einmal gefragt, worauf er denn seinen Glauben an Gott bauen würde, obwohl er ihn doch noch nie gesehen habe.
Der Kapitän antwortete:
„Wenn Sie mit ihrem Schiff in einem Sturm eine rettende Bucht anlaufen, welchen Sinn macht es da, den Befehl zu ge-ben den Anker auszuwerfen auf einen Meeresgrund, den sie noch heute auch bei euch ist. gesehen haben und niemals sehen werden?“
„Oh“ sagte der Mann, „das macht Sinn, wenn man eine gute Seekarte hat!“
„Exakt!“ sagte der Kapitän, „Wer eine gute Karte hat, der hat eine begründete Hoffnung, gerettet zu werden! Und diese Kar-te, die mich in den Stürmen des Lebens sicher ans Ziel leitet, ist für mich die Bibel!“
Diese Hoffnung, dieser Blick nach vorne, ist auch ein ganz wichtiges Fundament für eine Ehe!
Nicht stehen zu bleiben und gemeinsam Wege gehen die bei-den wichtig sind. Dieser Blick nach vorne ist der Wind in den Segeln einer Beziehung, der euch immer wieder in neue Situ-ationen führt und die Ehe frisch hält. Und das wünsche ich euch, dass eure Ehe tatsächlich auch von einer Hoffnung ge-tragen wird, die über eure kleine Welt hinausreicht. Dass ihr für andere hoffen und für sie da sein könnt und dass ihr Got-tes Träume für euer Leben finden und verwirklichen könnt.
Er möchte euch ein sinnvolles Leben und eine sinnvolle Ehe schenken, in dem er euer Herz mit Liebe füllt. Und in eurem Herzen liebe Bianca fehlt heute auch nicht dein Papa Jürgen der heute sehr stolz auf dich ist.
Das ist das dritte Fundament einer glücklichen Ehe

3. Die Liebe
Wenn ihr euch demnächst vielleicht mal das ganze Kapitel durchlest, in dem euer Trauspruch steht, dann findet ihr dort in 1.Korinther 13 eine ausführliche Beschreibung, dessen, was Liebe eigentlich ist. Selbst unter Nichtchristen zählt die-ses so genannte „Hohelied der Liebe“ zu den Höhepunkten der Weltliteratur. Dort heißt es:
„Liebe ist geduldig und freundlich. Sie kennt keinen Neid, kei-ne Selbstsucht, sie prahlt nicht und ist nicht überheblich. Lie-be ist weder verletzend noch auf sich selbst bedacht, weder reizbar noch nachtragend. Sei freut sich nicht am Unrecht, sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Die Liebe erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles und hält allem stand.“
Soweit mal ein Auszug aus 1.Korinther 13.
Eine solche Liebe ist wirklich mehr als ein Bauchgefühl. Ein Gefühl trägt ein paar Tage, Wochen und vielleicht sogar manchmal ein paar Monate durch. Aber ein Versprechen treu zu sein, solang euch eure Liebe trägt, das braucht eine solche Liebe, von der die Bibel redet, voller Hingabe und Nachsicht und Vergebungsbereitschaft. Das heißt nicht, dass man alles, was einen nervt, einfach runterschlucken muss, sondern es bedeutet gerade, dass man ehrlich voreinander sein kann und auch streiten kann, in dem Wissen: bei allem, was uns gerade Probleme macht, werden wir bedingungslos zueinander ste-hen. Jeder von euch hat seine Ecken und Kanten. Bianca mag an ihrem Henrik nicht das er ein verlier Künstler ist, Schlüssel und Geldbörse um nur diese beiden Beispiele zu nennen oder seinen Sturkopf. Henrik mag an seiner Bianca nicht ihren peniblen Putz- und aufräumwahn den sie schon als Kind hatte. In der 1. Klasse blieb sie länger in der Schule um mit der Lehrerin aufzuräumen und zu putzen. Auch mag er nicht ihre Zickigkeit und ihren sturen Kling Kopf. Da haben beide ja etwas gemeinsam.

Gott selbst ist diese Liebe in Person. Gerade dieses Geheim-nis, dass dieser eine Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist ist, soll uns deutlich machen, dass Gottes innerstes Wesen Liebe ist. Vater, Sohn und Heiliger Geist begegnen sich in ewiger Liebe und diese Liebe will von Gott zu uns Menschen und auch in eure Ehe hineinfließen. Er möchte euch beschenken mit dieser Liebe die nicht nachträgt und immer wieder verge-ben kann. Und in dieser Liebe kam Marla zu Welt, euer Son-nenschein.
Und in dieser Liebe seid ihr Verbunden. Bianca liebt an ihrem Henrik seine Offenheit, sein Handwerkliches Geschick, dass er sie zum lachen bringt und seine Augen und seine Haare. Nein ich singe jetzt nicht, er hat die Haare schön…..
Henrik liebt an seiner Bianca auch wenn es nervt ihren penib-len Putz- und aufräumwahn, weil es ohne einfach auch nichts wäre, dass sie alles am laufen hält besonders das was er nicht so gerne macht mag er, als Frau liebt er das komplett Paket Bianca. Und das sie das mit den Urlauben so mit trät und mit macht, das sie beide das lieben, ist für Hendrik ein großes Geschenk.
So unterschiedlich auch Menschen sind, so gut passen sie auch zusammen.
Und wenn ihr vielleicht in den nächsten 60 Jahren manchmal an Punkte kommt, wo ihr am liebsten dem anderen die Pistole auf die Brust setzen und „Eins...“ sagen wollt, dann erinnert euch an euren Trauspruch und bittet Gott, dass er euch mit Glauben, Hoffnung und Liebe erfüllt und ihr damit wieder zu-einander findet. Gott segne euch dazu.
Amen.

Lied EG 316, 1-4 Lobe den Herren

Lesung:
Der Apostel Paulus sagt in seinem Hohelied über die Liebe:
Man kann sich auf jede Sprache verstehen – ohne Liebe bleibt es leeres Getön.
Man kann die Verhältnisse durchschauen, kann die Folgen absehen, kann sehr fromm sein – ohne Liebe nützt das nichts.
Man kann hergeben was man hat, zuletzt sich selbst – ohne Liebe wird dadurch nichts besser.

Liebe ist ausdauernd und gütig, sie ist nicht eifersüchtig und macht nicht große Worte.
Liebe stellt sich nicht schamlos zur Schau.
Liebe will nicht auf ihre Kosten kommen, sie fragt nicht: Was hab’ ich davon?
Liebe lässt sich nicht zu Zank verleiten, sie trägt nicht nach. Sie bedauert Unrecht und freut sich an Wahrheit.
Liebe kann ertragen; sie hat immer noch Vertrauen, hat immer noch Hoffnung , hat immer noch Geduld.

Diese Liebe kennt kein Ende. Alle Weisheit kann am Ende sein, alles Träumen, alle Kunst.
Diese Liebe kennt kein Ende.
(1. Kor. 13,1-8a)

Solo Sängerin

Traufrage:
Nun bitte ich euch, Bianca und Henrik, erhebt euch.

Bianca und Henrik Ihr wollt eure Ehe vor Gott und der Ge-meinde bezeugen und den Segen empfangen und ihr wollt dass Ihr eure Ehe in der Verantwortung gegenüber Gott füh-ren und nach Gottes Willen fragen wollt.

So frage ich Dich, Bianca Huhn geb. Kling vor der hier anwe-senden Gemeinde, vor Gott und in dieser wunderschönen Wächtersbacher Kirche, in der er jetzt ganz nahe bei dir ist: Ist es Dein Wunsch, Henrik Huhn als Deinen Mann anzuneh-men, wie Gott ihn geschaffen hat in seiner Liebe? Und hoffst Du, dass weder Wohlstand noch Armut, weder Gesundheit noch Krankheit Euch trennen kann? Und ist es dein Wille im Gebet, dass Eure Liebe sich weiterentfalte, nicht stehen blei-be und so zum Zeichen der Gottesliebe werden kann, solange eure Liebe euch trägt? So antworte: Ja, Henrik, ich verspre-che es!

Bianca antwortet: Ja, Henrik, ich verspreche es!

So frage ich Dich, Henrik Huhn, vor der anwesenden Ge-meinde, vor Gott und in dieser wunderschönen Wächtersba-cher Kirche, in der er jetzt ganz nahe bei dir ist: Ist es Dein Wunsch, Bianca Huhn geb. Kling als Deine Frau anzuneh-men, wie Gott sie geschaffen hat in seiner Liebe? Und hoffst Du, dass weder Wohlstand noch Armut, weder Gesundheit noch Krankheit Euch trennen kann? Und ist es dein Wille im Gebet, dass Eure Liebe sich weiterentfalte, nicht stehen blei-be und so zum Zeichen der Gottesliebe werden kann, solange eure Liebe euch trägt? So antworte: Ja, Bianca ich verspre-che es!

Henrik antwortet: Ja, Bianca ich verspreche es!

Ringwechsel:
Ein Ring ist rund,
er hat keinen Anfang und kein Ende.
Deshalb ist er ein altes Symbol
für die Liebe Gottes,
die das Leben rund werden lässt
und kein Ende findet.

Tragt in Zukunft Eure Ringe
Mit den eingefügten Namen
Zum Zeichen, dass auch Eure Liebe
alle Grenzen überwindet
und Euch immer wieder verbindet,
bis Gott Euch zu sich ruft.

Gebet zum Trausegen:
(Zum Segen reicht euch nun die [rechte] Hand.)
Barmherziger Gott, siehe gnädig auf diese Eheleute.
Lass sie unter deinem Schutz ihr Leben führen, in der Liebe wachsen und in guten und bösen Tagen beieinander die Treue halten. Dein Segen sei und bleibe bei ih¬nen. Wir bitten dich durch Jesus Christus, unseren Herrn. AMEN

Trausegen (stehend):
GOTT, Vater, Sohn und Heiliger Geist segne eure Ehe. Er er-leuchte euch durch sein Wort und erfülle euch mit seiner Gnade, dass ihr bleibt in seiner Gemeinde und das ewige Le-ben erlangt.

Solo Sängerin

Fürbitten:
Menschenfreundlicher Gott, wir wenden uns dir zu und wir bit-ten dich:
- Für Bianca und Henrik, die sich in dieser Feier das Ja-Wort gegeben haben: dass sie einander lieben, achten und ehren und sich so gegenseitig zu einem geglückten Leben verhelfen.
- Für die Eltern und Verwanden, die sich mit euch freuen das ihr ja zueinander gesagt habt.

- Für eure kleine Marla, dass sie ihren Weg in dieser Welt geht und immer In Liebe und Geborgenheit leben kann.

- Für alle, die nicht mehr an dich glauben können, und für alle, die unsicher geworden sind in ihrem Glauben an dich: dass sie die Zeichen erkennen, die du immer neu uns schenkst.

- Für die, die viel zu früh gehen mussten und die wir heute besonders vermissen.

Gott, du bist unser Glück, und du willst das Glück der Men-schen. Wir loben und preisen dich, jetzt und in Ewigkeit.
AMEN.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten die uns Jesus gelehrt hat

Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldi¬gern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. AMEN.

Lied EG 562 Segne und behüte

Bekanntmachung:

Die Kollekte ist für die Eigene Gemeinde bestimmt.

Segen:
(Gehet hin im Frieden des Herrn.)
Der Herr segne dich und behüte dich,
der Herr lasse sein Angesicht
leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich
und gebe dir Frieden.
AMEN.
Auszug mit Brautpaar, Prädikant und Orgel
  Thema: Anlassen der Motorradsaison, 08.04.2018 Vogelsberger Dom
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 08.04.2018 17:47   Titel: Anlassen der Motorradsaison, 08.04.2018 Vogelsberger Dom
Motorradgottesdienst zum Anlassen der Saison
14.00 Uhr im Vogelsberger Dom Unterreichenbach
mit Totengedenken
Sonntag, 08.04.2018
Thema: „Ob zwei oder vier Räder, wir sind alles Menschen“

* Orgelvorspiel

* Begrüßung: Wagner

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat. Der
Wort und Treue hält und der nicht
fahren lässt das Werk seiner gnädigen Hände
AMEN.

Ich, heiße Euch alle ganz herzlich Willkommen zum Anlassen der Saison 2018, zum Motorradgottesdienst hier im Vogelsberger Dom zu Unterreichenbach. Euch alle die ihr mit euren Bikes gekommen seid und auch euch, die ihr als nicht Biker mitfeiert, ein herzliches Willkommen. Ganz besonders begrüße ich den Gospelchor „Singing Joey“ unter der Leitung von Dennis Korn, der den Gottesdienst musikalisch mitgestaltet. Herzlich Willkommen auch an Herrn Olaf Müller an der Orgel. Ein herzliches Willkommen auch der KSG Unterreichenbach.
Das Anlassen 2018 steht unter dem Motto: „Ob zwei oder vier Räder, wir sind alles Menschen“.
Ein Motorradgottesdienst, ist kein Gottesdienst für Motorräder, sondern ein Zueinanderkommen von Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern, mit dem Gott, der uns die Freiheit gibt Motorrad zu fahren. Mit dem Gott, der uns lange Geraden und enge Kurven schenkt, der bei uns ist in allen Situationen, der uns sicher nach Hause geleitet. Auf diesen Gott, von dem Christen hoffen, dass er heute hier anwesend ist, vertrauen wir und wissen uns geborgen in seiner Schützenden Hand.
Gott will bei uns sein, er will uns den richtigen Weg zeigen, uns begleiten in finsteren Tälern.
Uns allen hier wünsche ich eine Mutmachenden Gottesdienst.

*Lied EG EG + 94 Danke

*Eingangspsalm: Percz
(dem biblischen Psalm 16 nachempfunden)
Dir, Gott, will ich vertrauen!
Wenn ich auf meine Maschine steige, erinnere ich mich daran,
dass ich in Deiner Hand bin.
Du bist die Power meines Lebens!
Du gibst mir Speed für den Weg, der vor mir liegt!
Du hast ein Ziel für mich, für das es sich zu leben lohnt!
Um mich herum sind zu viele, die nichts von Dir wissen wollen:
"Glück gehabt", sagen die einen - "Pech gehabt", sagen die anderen.
So denke auch ich hier und da - leider!
Aber ich weiß:
Wer auf der Straße immer nur den eigenen Vorteil sucht,
die anderen schneidet und bedrängt -
wer sich immer und überall auf Kosten anderer durchsetzen will, der hat irgendwann ausgespielt:
Du lässt Dich nicht dauernd auf die Schippe nehmen, Gott!
Irgendwann spielst Du nicht mehr mit...
Was ich brauche, weißt Du ganz genau, Herr - besser, als ich selbst.
Du kannst sie mir geben:
die Gelassenheit, meine Touren wirklich zu genießen.
Du kannst sie mir nehmen:
die Angst, die mich lähmt, wenn ich handeln oder helfen soll.
Du kannst sie mir schenken:
die Aufmerksamkeit anderen gegenüber.
Du kannst sie mir zuteil werden lassen:
die Liebe, die mir verzeihen hilft - so, wie Du mir vergibst.
Du freust Dich mit mir, wenn ich Gas gebe,
und wenn der Fahrtwind mich die Freiheit erahnen lässt.
Ich finde es gut - und es beruhigt mich auch ein wenig,
dass Du mit mir auf die Bremse trittst, wenn es nötig ist.
Ich bin gewiss, dass Du mich bewahren kannst, Herr,
vor Unfall und Gefahr, vor Unachtsamkeit und Übermut.
Bei Dir ist unser aller Leben in guten Händen.
Du lässt mich nicht zur Hölle fahren.
Du bist und bleibst der treue Gott.
Ich mache mich auf den Weg. Du, Gott, bist bei mir. Amen

Chor:

*Gebet: Wagner
Ich danke dir, Herr, für die Freude am Fahren und die Freude am Leben. Dafür das wir immer wieder als Biker zusammen kommen dürfen und das wir eine große Familie sind.
Ich danke dir für gute Aussichten und herrliche Wege, die ich genießen darf. Das ich deine wunderbare Natur erfahren und erleben darf.
Ich danke dir für Bewahrung und Schutz auf den bisherigen Wegen. Dass du mich behütet hast und das du deine Hand nicht von mir genommen hast.
Ich bitte dich, dass du mir für meine Fahrten und für mein Leben Weitsicht, Übersicht und Voraussicht schenkst, damit ich sicher ans gute Ziel komme.
AMEN.

Lied EG 331, 1-3 Großer Gott wir loben dich

*Totengedenken: Wagner
Unter uns heute Nachmittag sind Biker der Biker Freunde Spessart/Niedersachsen. Am Ostermontag bekam ich die Nachricht von Matthias Hummel aus Biebergemünd Wirtheim über den Tod eines Bikerfreundes der am Ostersonntag 01.04.2018 an den Folgen eines Herzinfarktes verstorben ist.

Wir trauern um unseren Bikerfreund Michael Riedel allen bekannt unter seinem Spitznamen „Rambo“ der im Alter von 61Jahren aus diesem Leben abberufen wurde.

Wir sind unendlich traurig und fassungslos. War „Rambo“ doch noch am Karsamstag auf der Garagenparty wo noch viel gelacht wurde und Pläne geschmiedet wurden für diese Saison. Wir müssen loslassen und Adieu sagen. Rambo liebte das Biken, das Kochen und tanzen. In unseren Herzen wird Rambo immer einen Platz haben.

Wir bringen unsere Trauer vor Gott mit Worten des 121. Psalms:

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.
Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,
und der dich behütet, schläft nicht.

Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.
Der Herr behütet dich;
der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
dass dich des Tages die Sonne nicht steche
noch der Mond des Nachts.

Der Herr behüte dich vor allem Übel,
er behüte deine Seele.
Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit!

AMEN.

Wir denken auch an alle anderen, deren Namen wir nicht kennen, die mit dem Motorrad verunglückt sind, an die, die nicht mehr mit uns fahren, die ihr Leben ließen auf unseren Straßen.
Gott, sei du bei ihnen, lass sie schauen und erleben, was sie geglaubt und gewollt haben, lass sie erfahren, was sie hier nicht erleben durften.
Lieber Vater, heute Nachmittag wollen wir an alle Biker denken die im letzten Jahr verunglückt sind. Wir wollen an die Frauen und Männer, an die Kinder und Eltern, an die Freundinnen und Freunde denken die einen lieben Menschen verloren haben.

„Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginn der Ewigkeit in Gottes gnädigen Händen. AMEN

So lasst uns für Fred und alle anderen zu einer Schweigeminute erheben.

------------------------Schweigen-----------------------------------------------

Vielen Dank.

Chor:

*Danke Jesus Wagner und Percz

Wagner
Jesus, ich danke dir, dass ich ein Motorrad fahren kann. Du weißt wie gerne ich auf meinem Bock sitze und Freude dabei empfinde. Du allein fühlst mit mir diese Weite und Grenzenlosigkeit, die sich mir beim Fahren auftut. Du bist weit und grenzenlos. Wenn ich mit der Maschine in der Kurve liege und beschleunige bist du bei mir. Du bist auch dabei, wenn ich mal wieder “Glück” gehabt habe und bewahrt worden bin vor einem Unfall.

Wenn ich den Motor aufheulen lasse oder mit den Ledersachen vom Motorrad steige, schauen manchmal Menschen wütend, erstaunt und bewundernd auf mich. Erinnere mich immer mal wieder daran, mich im Straßenverkehr rücksichtsvoll und verantwortungsvoll zu verhalten.

Percz
Jesus, du allein kennst mein Innerstes und meine tiefsten Sehnsüchte nach einem erfüllten Leben mit dieser großen Weite, Grenzenlosigkeit, ja einer Tiefe, die du schenken kannst. Stell mir Menschen an die Seite, die ich liebe und die mich lieben, stell mir Menschen an die Seite auf die ich mich verlassen kann. Begleite mich auf allen Fahrten und beschütze mich.

Wagner
Jesus, ich weiß, dass es auch mal “schief” gehen kann auf einer Fahrt. Gib, dass ich dann nicht unvorbereitet bin. Hilf mir loszulassen und alles mit Vertrauen in deine Hände zu legen. Behüte alle Menschen, die mir lieb sind und gib mir Kraft allen zu vergeben, die an mir schuldig geworden sind. Amen.

Lied EG 630 Wo ein Mensch vertrauen schenkt

Predigt: Wagner

Liebe Biker, liebe Bikerinnen, liebe Gemeinde,

Nun ist es das neunte Jahr das ich hier das Anlassen in Unterreichenbach mache. Und mir ist nichts eingefallen. Hatte ich sonst immer im Herbst schon eine Idee, dauerte es dieses Mal bis Mitte März bevor ich anfangen konnte etwas aufzuschreiben. Mir viel kein Thema ein. Doch dann an einem Sonntag im März 2018.

Neulich saß ich bei strahlendem Sonnenschein und den ersten milden Frühlingstemperaturen in einer Dorf-Kirche. Der geschätzte Kollege dort predigte und las Werke von Dostojewski und Süßkind und noch einem großen Schriftsteller. Es war wunderschön - aber man dämmerte langsam weg. Ich sag das nicht negativ. Es war wirklich schön. Und er war wohl an einer entscheidenden Stelle angelangt, seine Stimme wurde leiser und leiser, draußen sang eine Amsel, es war mucks Mäuschen still. Bilder vor Augen, Sauna, Essen, eine Sommerwiese, Erinnerungen an früher, bei der Uroma als Kind. Schön wars, ich war so richtig gefangen in mir und meinen Gedanken und den Worten des Pfarrers.

Plötzlich donnerte draußen auf der Straße ein Motorrad vorbei, die Vasen auf dem Altar klingelten leise, von der Amsel und vom Pfarrer war für Sekunden nichts zu hören. Alle hatten die Augen aufgerissen. Das Geräusch verebbte, der Pfarrer las weiter, die Amsel schwieg.

Ich muss zugeben ich fing leise an zu lachen und dachte, das hätte auch ich sein können. Auch das ist Frühling. Viele in der Kirche schüttelten den Kopf und machten ein finsteres Gesicht. Die Omas räusperten sich. "Wieder so ein Raser, ein Krachmacher!" werden sie sich wohl gedacht haben, ein Störenfried, irgendein Spinner - a Rocker, wie man in meiner Jugend immer sagte.

Liebe Biker, ich glaub, es ist leicht, jemanden zu etwas zu machen, wenn man ihn nicht kennt. Das hat Tradition... Man erkennt die Motorradfahrer ja nicht, unter Helm und Kombi! Die in ihrer Ruhe gestörten Kopfschüttler hatten es leicht, ihr Urteil stand fest, als der Geräuschpegel am höchsten war. Aber wer wird wohl auf dieser Maschine gesessen haben? War es vielleicht jemand, der sie noch vor Wochen im Krankenhaus liebevoll gepflegt hat, war es ein Mitarbeiter ihrer Bank, der ihr Geld verwaltet, war es der Nachbarsbub, der immer so freundlich grüßt. Kann es sein, dass es ihr Arzt, ihr Bäcker, ihr Automechaniker, ihr Arbeitgeber, ihre Friseurin war... ihr Prädikant. Äh, nein, der saß ja in der Kirche.

Dass der Motorradfahrer ein Familienvater, eine Mutter sein kann, kommt vielen nicht in den Sinn. Dieses nicht erkennen wollen setzt sich fort. Passiert mal was, geht mal was schief auf der Straße zwischen vier und zwei Rädern, dann kann es schon mal sein, dass man die Schuld dafür schnell bei den Motorradfahrern sucht. Zu schnell sind sie, zu riskant, also schuldig. Die Statistik sagt was anderes: Autofahrer tragen zu zwei-drittel die Hauptschuld am Zustandekommen der Unfälle. Jeder könnte Geschichten erzählen, von Autofahrern, die einfach abbiegen, überholen ohne zu blinken, die uns einfach übersehen.

Wir auf zwei Rädern sind die Schwächeren. Sind zwar schneller. Oft auch geübter im Fahren. Aber unumwunden die Schwächeren. Nur ist mir ein Gedanke dabei wichtig. Klar weiß die empörte Oma nicht, wer auf der Maschine sitzt. Weiß nicht, was das für ein Lebensgefühl ist. Kanns auch gar nicht wissen. Aber wir auch. Wir wissen nicht, wer in den Autos sitzt. Wir haben es nicht mit Autos zu tun - sondern mit Menschen. Hinter den Lenkrädern sitzen Mütter, die womöglich ein plärrendes Kind auf der Rückbank sitzen haben und einen Moment unachtsam sind. Oder sitzt ein Arbeitgeber am Steuer, der gerade die bitteren Zahlen seines Betriebes durchrechnet - ist mit dem Kopf wo ganz anders. Es sind Menschen.

Wisst ihr, was mir auffällt. In letzter Zeit werden die Wagen immer größer. Neulich erst. Ein Q7 parkt in meiner Straße drüben rückwärts ein. Geht eng zu da. Vor zurück, kurbeln, drin. Es steigt eine junge Dame aus. Blond, im Kostümchen, die Handtasche unterm Ellenbogen, 20 cm Absätze. Wahnsinn. Was braucht die so einen Panzer? Ich habe den Eindruck, die Menschen suchen Sicherheit. Ziehen sich in das Ihre zurück. Bloß kein Kontakt zur Welt da draußen. Schutz und gekaufter Platz zwischen A-Säule und Kofferraumdeckel. Am besten noch getönte Scheiben...

Und irgendwie scheint es, wir Motorradfahrer und Motorradfahrerinnen passen nicht mehr in diese vom Sicherheitswahn geplagte Welt. Denn auf dem Motorrad sitzen ist genau das Gegenteil von Rückzug. Man grüßt sich. Man spürt die Luft - es ist unmittelbarer alles. Ich glaube, es kommt nicht von ungefähr, dass unsere Zahl ständig anwächst. Viele wollen raus, wollen fahren Natur und Freiheit unmittelbar erleben. Wollen Geschwindigkeit spüren, Beschleunigung, wollen Landschaft und Straße genießen, wollen zügig von A nach B.

Das verbindet uns. Und gleichzeitig sind alles Individualisten, jeder hat eine andere Motivation, wir sind so verschieden wie unsere Motorräder. Schaut euch um! Heute kann man uns sehen, heute kann man uns erkennen. So unterschiedlich, wie wir sind, so einig sind wir auf zwei Rädern, wir sind Motorradfahrer, das verbindet uns, wir sind Menschen
keine Raser, sind lebenslustig - nicht lebensmüde. Sind risikobewusst - nicht wahnsinnig.

Liebe Motorradfreunde. Das will ich euch mitgeben in diesen Sommer. Der Apostel schreibt mal im Brief an die Epheser - und nun nicht falsch verstehen: "Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel." Eine klare Ansage. Und der Apostel hat vermutlich recht. Aber Obacht - das gilt für das Leben mit dem Blick in den Himmel. Schauen wir auf die Straße, dann ist es wohl klug dem Satz eine liebevolle Wendung zu geben und das Wörtchen "nicht" umzusetzen: "Brüder und Schwester, wir haben mit Fleisch und Blut zu kämpfen, nicht mit Mächtigen und Gewaltigen, nicht mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel." Auch wenn die Autos noch so mächtig erscheinen. Es sitzen Menschen da. Und ich hoffe, dass wir damit rechnen, dass die anderen diese Predigt heut nicht gehört haben und uns auf unseren zwei Rädern ebenfalls so wahrnehmen.

Es liegt in unserer Gas Hand, daran sollte jeder denken, es liegt an unserer Weitsicht, an unserem siebenten Sinn, dass dieser Sommer Freude behält.
Und so wünsche ich uns, dass wir frei Motorrad fahren können, wünsche uns, dass wir von anderen erkannt und anerkannt werden, ich wünsche uns eine unfallfrei Saison 2018, viele schöne Stunden auf und mit unseren Motorrädern, mit unseren Freunden.

Amen
-Kanzelsegen:

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.
Chor

* Segnung der Biker auf die Stirn mit Wasser: Wagner

Dazu Orgelmusik

Fürbittengebet Wagner und Percz

Wagner
Herr, im Vertrauen auf Deine Begleitung auf unseren Wegen in dieser Saison bitten wir dich:

• Gib uns ein Bewusstsein für Verantwortung und Rücksicht im Straßenverkehr, um eigenes und anderes Leben zu schützen. Wir rufen:

G: Wir bitten dich, erhöre uns.

Percz
• Schenk uns Freude, Aufmerksamkeit und Sensibilität auf allen Fahrten, damit wir das Schöne erkennen, dir ehrlich danken für die schönen Erlebnisse und für jedes gesunde Ankommen zu Hause. Wir rufen:

G: Wir bitten dich, erhöre uns.

Wagner
• Wir bitten für unsere Angehörigen, dass sie gelassen bleiben und Verständnis für unser nicht ungefährliches Hobby aufbringen, wir rufen:

G: Wir bitten dich, erhöre uns.

Percz
• Wir bitten, dass wir uns heute auf die Texte und Besinnungen einlassen konnten und wir einiges von dem heute gehörten mit in unseren Alltag übernehmen können. Wir rufen:

G: Wir bitten dich, erhöre uns.

Wagner
Herr und Gott, nimm unsere Bitten an und lass uns in Frieden und Freude mit deinem Schutz und Segen unsere Ziele mit unseren Bikes in diesem Jahr erreichen. Bitte nimm unseren verstorbenen Bruder Michael Riedel alias „Rambo“ auf in dein Himmlisches Heiligtum und stärke uns auf dem Weg der Trauer. Schenke uns die Gewissheit, dass Michael bei dir aufgehoben und geborgen ist.
Stilles Gebet
Alle bisher unausgesprochenen Bitten tragen wir mit dem Gebet vor Gott, das uns Jesus gelehrt hat.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser: Wagner
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

Chor

*Bekanntmachungen zum weiteren Ablauf: Wagner
15.4.: 14h Vorstellungsgottesdienst der KonfirmandInnen im Dom
22.4.: 10h Konfirmation im Dom zusammen mit dem Kirchenchor
Kollekte :Notfallseelsorge

Oliver Sommer und ich vorne weg
Jeder fährt eigenverantwortlich.
Nicht überholen in der Gruppe
Kaffee, Kuchen, Steaks, Würstchen und Getränke warten.

EG + 153 Mögen sich die Wege

* Votum: Wagner
Herr und Gott, wir stehen vor deinem Angesicht hier in der Unterreichenbacher Kirche und rufen zu dir:
Segne diese Motorräder, ihre Fahrer und Fahrerinnen
und beschütze sie vor Unglück und Schaden.
Lass’ sie Freude finden am Fahren und erhalte Ihnen die nötige Übersicht.
Bewahre sie vor der Unachtsamkeit von LKW-und Autofahrern
und schenke ihnen Geistesgegenwart, Coolness sowie das nötige Geschick,
in gefährlichen Verkehrssituation richtig zu reagieren.
Lass’ sie immer wieder wohlbehalten zuhause ankommen.
Das gewähre uns durch Christus, unseren Herrn.


* Segen: Wagner
So segne euch, Gott der allmächtige und Barmherzige, der Vater, der Sohn und der heilige Geist.
AMEN.

*Orgel zum Ausgang
  Thema: Taufgottesdienst am 08.04.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 08.04.2018 12:29   Titel: Taufgottesdienst am 08.04.2018
Taufgottesdienst von Jana Franzke
am Sonntag Quasimodogeniti
mit Tauf- und Traufaufgebot Familie Hartig
am 08. April 2018 um 10.30 Uhr
im Ev. Betsaal Fischborn
Text: Psalm 91, 11 + 12

Lied EG 161 Liebster Jesus wir sind hier

Begrüßung:
Wir feiern diesen Taufgottesdienst im Namen des Vaters, der uns auf allen Wegen begleitet,
im Namen Jesu, der uns alle kennt und für uns da sein will,
und im Namen des Heiligen Geistes, der mitten unter uns ist. Amen.

Wir wollen in diesem Taufgottesdienst heute morgen Jana Franzke taufen.
Unser kleine Täufling Jana, seine Eltern, Julia und Christians, Jana`s Bruder Leon, die Patinnen Nicole und Melissa, Verwandten und Freunde begrüße ich deshalb ganz besonders herzlich heute im Betsaal Fischborn zum Taufgottesdienst von Jana.
Ich wünsche uns einen Mutmachenden Gottesdienst.

Lied EG 557 Ein Licht geht uns auf

Eingangspsalm:
HERR, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zu-schanden werden, errette mich durch deine Gerechtig-keit!

Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends!
Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!
Denn du bist mein Fels und meine Burg,
und um deines Namens willen wollest du mich leiten und füh-ren.
Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir heimlich stellten; denn du bist meine Stärke.
In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott.

HERR, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zu-schanden werden, errette mich durch deine Gerechtig-keit!

(Ps. 31, 1-6)
Kommt lasst uns anbeten

Gebet :
Herr Jesus Christus, so vieles bewegt uns heute morgen,
am Tag der Taufe von Jana. Wir denken an all das, was nun hinter uns liegt, an die große Freunde und Aufregung, als Ja-na zu ihrer Familie kam, an die Hoffnungen und Ängste in den ersten Tagen und Wochen.
Wir denken auch an das, was vor uns liegt, an die Verantwor-tung, die wir für Jana tragen.

Herr,wir wissen, wie viel Zuwendung, wie viel Liebe Jana braucht, damit sie voller Vertrauen aufwächst.
Doch wir wissen auch, Herr, dass unsere Liebe begrenzt ist,
zeitlich und räumlich, aber auch in ihrer Kraft und Tiefe.

So werden auch Stunden und Tage kommen, wo Jana unsere Liebe entbehren muss, wo wir ihrem Herzen ferne sind.

Herr Jesus Christus, lass Jana immer dann,wenn wir ihr nicht nahe sind, die Wahrheit deiner Verheißung erfahren,
die auch heute über diesem Kind ausgesprochen wird:
"Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende".
AMEN

Lesung - Mk 10, 13-16:
Die Bibel erzählt uns, wie Jesus mit Kindern umging:
Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühre. Die Jünger aber fuhren sie an. Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Got-tes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.
Lesung Mt 28, 18-20:
Hört den Tauf- und Missionsbefehl Jesu am Ende des Matthäusevangeliums:
Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Tauffrage:
Liebe Eltern, liebe Patinnen.
Ihr wollt, dass eure Kinde Jana getauft wird. Damit übernehmt ihr die Aufgabe, euer Kind Jana im christlichen Glauben zu erziehen und ihm durch Wort und Beispiel zu helfen, Gott und die Menschen zu lieben. So frage ich euch, Eltern und dich die Patin:
Seid ihr dazu bereit, so antwortet: "Ja"
Eltern und Paten: "Ja".

Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Taufe:
Im Namen dessen, der uns bei unserem Namen ruft,
(etwas Wasser ins Taufbecken füllen)
im Namen dessen, zu dem Gott bei seiner Taufe sprach: »An dir habe ich Wohlgefallen!«,
(weiteres Füllen des Taufbeckens mit Wasser)
im Namen dessen, der in der Taufe gegenwärtig ist und Ge-mein¬schaft wirkt –,
(noch einmal Wasser ins Taufbecken gießen)
im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geis-tes.

Taufe Jana:
Als Zeichen dafür, dass Gott dieses Kind ganz persönlich ruft, nennen Sie als Patin den Namen des Kindes.
Patin:
Jana

Verlesen des Taufspruchs:
Jana, über Dir wird in der Taufe diese Verheißung ausgespro-chen: DeinTaufspruch lautet:
„Denn er hat seinen Engeln befohlen, das sie dich behü-ten auf allen deinen Wegen, das sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest“.
(Ps. 91,11+12)

Jana, ich taufe dich auf den Namen des Vaters und des Soh-nes und des Heiligen Geistes.
Gott Vater Sohn und heiliger Geist gebe dir seinen Gnade, Schutz und Schirm vor allem Argen, stärke und Hilfe zu allem guten, das du bewart wirst zum ewigen Leben,
Friede sei mit dir (+). AMEN.

Anzünden der Taufkerzen:
Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Die Taufkerze brennt heute bei der Taufe von Jana und soll sie immer darin erinnern, dass ihr mit der Taufe das Licht des Lebens versprochen wird.
Damit wir die Kerzen alle noch sehen, bitte ich sie, sie auf den Altar zu stellen.

Tauferinnerung Leon:
Freie Worte
Leon mit dem Wasser segnen und dann Taufkerze an-zünden.

Segen für die Eltern und Paten:
- Gott segne euch Eltern. Er hat euch euer Kind geschenkt. Er helfe euch, ihm zu zeigen, Gott und die Menschen zu lie-ben.
- Gott segne euch die Patinnen, Ihr haben eine große Ver-antwortung übernommen. Er helfe euch, diese Aufgabe zu erfüllen.
- Gott sedich Leon, den Bruder von Jana, dass er seine schützende Hand niemals von dir nehme und dich auf allen deinen Wegen begleitet.
- Gott segne uns alle. Er helfe uns, dass wir sein Wort in der Gemeinde hören und nach seiner Liebe leben. Amen.

Lied EG + 60 Vergiss es nicht

PREDIGT:
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Got-tes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Julia, lieber Christian, lieber Leon, liebe Patinnen Nicole und Melissa, liebe Verwandte und Freunde von Jana, liebe Gemeinde!

1. Einmaligkeit und Dankbarkeit

Es gibt wunderschöne Worte, die ausdrücken, was viele von uns beim Anblick eines kleinen Kindes bewegt.
»Du bist zur Welt gekommen, Jana.
Einmalig, mit einem unverwechselbaren Äußeren, einem We-sen, das nur du hast.
Wir schauen dich an und wissen, dass wir vor einem Geheim-nis stehen, dem Geheimnis des lebens, vor dem Geschenk deines Lebens. Dafür empfinden wir tiefe Dankbarkeit,
und wie vor deiner Geburt spüren wir jetzt, dass wir das Ei-gentliche deines Lebens nicht in Händen halten.«

Als Jana sich auf den Weg in dieses Welt machte ging es schnell, sie hatte es eilig. De Papa hatte es nicht so eilig nach Hasue zu kommen, war doch noch das ein oder andere zu er-ledigen. Aber am Ende reichte die Zeit doch. Jana ist ein Sonnenschein und ihr Bruder Leon liebt seine kliene Schwes-ter. Sie schlafen gerne zusammen ein. Sie sind als Eltern dankbar und stolz, dass ihre Eltern, die Geschwister, die Pa-ten beider Kinder, die Familie und die Freunde da sind und sie unterstützen, dass sie eine Einheit sind und dass sie sich auf-einenader verlasen können.

Zu Janas Taufspruch den wir gleich hören habe ich uns eine Wahre Geschichte mitgebracht.
Nach der Konfirmation ist er in den Küsterdienst an der Ha-nauer Marienkirche gegangen, war mit auf Küsterrüstzeiten gefahren. Und irgendwann hat er sich entschieden, dass er mit dem Glauben ernst machen wollte. Dass er ganz bewusst als Christ die Taufe als Baby irgendwann einmal folgen soll, damit die Taufe einen Sinn hat. Und genau an diesem Tag, als er das getan hatte, als er ganz intensiv gebetet hatte, ge-nau an dem Tag fuhr er mit dem Fahrrad von der Marienkir-che Hanau nach Hause in den Tümpelgarten und da passier-te es: Er legte sich heftig mit dem Fahrrad auf Höhe des Sportgeländes der 1860 auf die Nase. Es ist nichts Schlim-mes passiert, aber Schürfwunden, Verstauchungen, und das Fahrrad war Schrott. Eine halbe Stunde vorher hatte er ganz intensiv gebetet und Gott gesagt, dass er an ihn glauben woll-te, dass er Jesus in seinem Leben nachfolgen wollte. Und dann liegt er da auf der Straße mit kaputtem Fahrrad. Und er überlegt ganz ernsthaft: Soll ich den Glauben nicht am besten direkt wieder an den Nagel hängen? Was bringt das schon – wenn Gott mich noch nicht einmal vor Fahrradunfällen be-schützt? Er hat sich die Frage ganz ernsthaft gestellt. Aber dann hat dieser Junge, der später Lektor und dann Prädikant wurde, mit dem Glauben doch weiter gemacht, obwohl seine Eltern dagegen waren. Die hatten mit Kirche und Glauben so gar nichts am Hut. Weil er begriffen hat, dass Glaube keine Versicherung ist gegen die Unglücksfälle des Lebens. Keine Garantie, dass im Leben immer alles glatt geht. Sondern ein letztes Vertrauen auf Gott und eine letzte Geborgenheit bei Gott, auch wenn man Leid und Unglück erfährt.
Darum ihr lieben geht es auch in Janas Taufspruch, aus Psalm 91 Verse 11 + 12 wo es heißt:

„Denn er hat seinen Engeln befohlen, das sie dich behü-ten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest“.

2. Bewahrung im Unglück
In der Zeitung stand einmal folgende Kleinanzeige:
„Ich danke Gott und dem Fahrer des blauen Mercedes,
der uns durch seine schnelle Reaktion vor einem schlimmen Unfall bewahrt hat.“
Am nächsten Tag stand an der gleichen Stelle der Zeitung ei-ne Antwort, eine Kleinanzeige mit dem Text:
„Schwein gehabt. Der Mercedesfahrer“.
Eine gefährliche Situation, in der zwei Menschen ganz knapp einem Unglück entgangen sind. Und die beiden betrachten das ganz unterschiedlich: „Ich danke Gott“ auf der einen Sei-te, auf der anderen Seite „Schwein gehabt“. Es kommt also ganz auf meine Einstellung an, wie ich solche Situationen be-trachte und
mit ihnen umgehe. Jemand hat einmal gesagt:
„Ein Atheist ist ein Mensch, der niemanden hat, dem er „Dan-ke“ sagen kann.“
Da ist viel Wahres dran: Wenn ich an Gott glaube, dann habe ich eine Adresse, an die ich mich wenden kann mit meinem Dank. Mit meinem Dank für die Geburt von Jana. Mit meinem Dank, wenn ich vor etwas Schlimmem bewahrt worden bin. Wenn ich nicht an ihn glaube, dann bleibt als Reaktion nur ein „Schwein gehabt“.
Wenn ich an Gott glaube, habe ich jemanden, dem ich danken kann für Schutz und Bewahrung in meinem Leben. Von die-sem Schutz, dieser Bewahrung ist in Janas Taufspruch und in dem ganzen Psalm ausführlich die Rede. Aber es gibt ja – lei-der – auch die Erfahrung, dass Leid und Unglück passieren, dass man nicht auf Händen getragen wird, sondern zu Boden stürzt. In solchen Situationen von Leid und Unglück kann ich
sagen „Pech gehabt“. Oder ich kann so damit umgehen, wie es die Menschen in der Bibel getan haben: Ich kann mein Leid, meine Traurigkeit, auch meine Enttäuschung und meine Zweifel Gott klagen. Denn zum Glauben gehören beide Erfah-rungen: Die Erfahrung von Schutz und Bewahrung, für die ich Gott danke. Aber auch die Erfahrung von Leid, von Dingen, die ich nicht verstehe – und die mir das Glauben vielleicht manchmal schwer machen.
„Denn er hat seinen Engeln befohlen, das sie dich behü-ten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest“.
Dieser Satz allein genommen hört sich so an, als gäbe der Glaube eine Garantie, dass einem kein Unglück, nichts Böses geschehen könnte. Aber wenn man den Psalm genauer liest, dann merkt man: Da ist ja ganz viel von Unglückserfahrungen die Rede: Und so ist der Glaube ja nicht eine naive
Vorstellung, dass einem nichts Schlimmes zustoßen könnte. Sondern das Vertrauen: Auch in Leid und Unglück, ist Gott bei mir,

3.) Engel sein
Der Taufspruch von Jana ist ein beliebtes Bibelwort. Weil es von Gottes Schutz spricht. Aber wohl auch, weil es so ein schönes, anschauliches Bild ist: Engel, die einen auf Händen tragen. Heutzutage sind Engel wieder ziemlich „in“. Es gab mal eine Zeit in den 70 ern bis in in den Anfang der jahrtau-sendwende, da waren Engel verpöhnt. Ihr kennt sie ja alle die Bilder und Figuren. Am bekanntesten sind die Putten, kleine dicke süße Engel. Ich hatte mal ein solches Köstum an als ich noch 32 kg mehr hatte. Eine aufgeklärte und intelligente Frau hat mir einmal davon erzählt, dass sie in einer bestimmten Si-tuation ihres Lebens ihren Schutzengel gesehen hat. Ich kann nicht beurteilen, ob das wirklich so war. Aber warum nicht? Ich bin davon überzeugt das in meinem Leben, mein Schutz-engel ganz schön zu tun hat und auch noch zu tun haben wird.
Unser Wort „Engel“ kommt vom griechischen Wort „Angelos“ - und das heißt übersetzt. Bote oder Gesandter. Engel sind Bo-ten, Gesandte Gottes. In der Bibel sind nicht die Engel selbst wichtig, sondern wichtig ist, dass von Gott her etwas bei den Menschen ankommt: Seine Botschaft, sein Schutz, seine Nä-he.
Menschen, die anderen etwas von Gott weitersagen und wei-tergeben. Menschen, die anderen Nähe schenken. Und viel-leicht spürt der andere durch unsere Nähe etwas von Gottes Nähe. Sie Julia, Sie Christian, als Eltern und sie Nicole und Melissa als Patinnen habt das übrigens vorhin erklärt, dass ihr Engel sein wollt. Dass ihr nämlich Jana den Glauben an Gott, den Glauben an Jesus Christus nahe bringen wollt.
Die frohe Botschaft an euren Sonnenschein Lea weitergeben, Botschafter Gottes, Engel sein wollen. Und auch das
Umgekehrte kann gelten: Ich weiß nicht, ob „Engelchen“ zu den Kosenamen gehört, mit denen ihr Jana anredet. Aber auch das kann und soll so sein, dass Jana für euch und für andere ein Engel, eine Botschafterin Gottes ist. Ein indische Dichter hat einmal gesagt:
»Jedes Kind bringt die Botschaft mit auf die Welt, dass Gott sich von den Menschen noch nicht hat entmutigen lassen.«
Dass Er noch mit uns zu tun haben will.
Hoffentlich kommt die Botschaft bei uns an und wir reagieren darauf und antworten auf Gottes Botschaft.
Nach der glücklichen Geburt von Jana kann man sagen: „Schwein gehabt.“ Oder man kann Gott dafür danken. Wenn man so ein süßes einzigartiges Kind anguckt, kann man sa-gen: Ganz süß, und man kann staunen und den Schöpfer lo-ben, der hinter diesem Wunder steht. Engel sein für andere, Botschafter Gottes sein für andere – das können und das sol-len wir.
Sie als Eltern und als Patinnen und Jana selbst wird es einmal sein. Euer Engelchen ist ein von Gott angenommenes und ge-liebtes Kind. Er hat ja zu Jana gesagt und er will das Jana be-hütet und beschütz wird auf all ihren Wegen. Er wird sie tra-gen und stützen und in allem was sie tut wird er bei ihr sein. Amen

Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. AMEN.

Lied: EG 200,1+2+4 Ich bin getauft auf deinen Namen

*Tauf – und Trauaufgebot Familie Hartig
Am 12. Mai 2018, taufen wir in der Nikolauskirche Kirch-bracht Milo Finn Hartig der am 04.10.2016 das Licht der Welt erblickte. Gott der als Licht der Welt in diese Welt ge-kommen ist, leuchtet unserem Täufling und seiner Familie. In jedem Kind wird die große liebe Gottes erfahrbar und die Freude die damit verbunden ist. In den Kinderaugen sehen wir das Licht das Jesus Christus verkörpert.

Wir wollen für Milo Finn beten:
Lieber Vater, wir bitten dich für unseren Täufling um Schutz und Begleitung auf all seinen Wegen. Lass du Milo viele Fuß-abdrücke in dieser Welt hinterlassen. Hilf den Eltern Ann-Kathrin und Björn und den Paten Sabrina und Fabian dass sie Milo im Christlichen Glauben erziehen. Lass sein Leben ge-tragen sein von Liebe, Respekt, Achtung, Hoffnung und Glau-ben.
Dankbar sind wir Herr, für Milo die du angenommen hast und die du liebst.
AMEN

Auch am 12. Mai 2018, in der Nikolauskirche Kirchbracht ge-ben sich das Ja Wort die Eltern von Milo, Ann-Kathrin und Björn. Die kleine Familie möchte mit Gottes Segen in diesen Lebensabschnitt gehen. Eine Liebe ist immer ein Wagnis. Es gibt keine Garantie, es ist immer wieder eine Herausforde-rung, besonders dann wenn der Alltag Einzug erhalten hat.

Wir wollen für Ann-Kathrin und Björn beten:

Herr du hast die beiden zusammen auf den Weg der Liebe geschickt. Ein Stück Weges sind sie schon gegangen, nun folgt der Weg den du segnest und auf dem du mitgehen willst. Gib unseren beiden die nötige Kraft die Liebe zu leben. Be-sonders dann wenn es schwierig wird und steinig. Schenke ihnen das Vertrauen, dass die Liebe alles ertragen, erdulden und aushalten kann, das die Liebe niemals aufhört und dass die Liebe ein großes und wichtiges Gut ist. AMEN

Orgelmusik: 30 Sekunden

Fürbittengebet:
Prädikant
Wir bitten dich, liebender Gott, für Jana.
dass sie deine Liebe stets spürt, dass stets Menschen da sind, die zuhören können, dass Menschen da sind, die ihren Glauben stärken,dass sie offen sind für deine frohe Botschaft und darin Hilfe für ihr Leben finden, dass sie deinen Segen spüren und ein Segen für andere Menschen sein kann.

Melissa
Wir bitten dich, sanfter Gott, für Jana, dass sie viel Liebe und Geborgenheit durch die Menschen erfahre, die sie so anneh-men wie sie ist, denen sie vertrauen kann und die für sie im-mer da sind und ihr helfen, dass sie im Vertrauen wachsen kann
und dass sie lieben lernen kann von ganzem Herzen. Das Ja-na getragen wird in Liebe und dass auf all ihren Wegen Gott an ihrer Seite ist.

Prädikant
Wir bitten dich, lieber Gott, für die Familie und die Patinnen um deinen Beistand, damit sie Jana mit Güte, Weisheit und Geduld begleiten und dass sie für sie beten und ihr Christsein vorleben.

Melissa
Wir bitten dich, lieber Gott, für uns alle, dass wir uns der Ver-antwortung für dieses Kind bewusst sind und dass wir allen Kindern eine Welt übergeben, in der sie gut und gerne leben mögen. Das wir uns der Verantwortung für die Schöpfung be-wusst sind und mit den Rohstoffen behtsam umgehen für die nächsten generationen.

Prädikant
Liebender Vater, wir danken dir, dass du Jana mit Namen ge-rufen und in die Gemeinschaft der Kirche eingeführt hast.
Amen


In der Stille bringen wir vor dich Herr, was uns in dieser Gottesdienstlichen Stunde besonders am herzen liegt.

Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

Lied EG 209 Ich will das einer mit mir geht

Bekanntmachungen:
Heute Nachmittag um 14.00 Uhr Anlassen im Dom
15.4.: 14h Vorstellungsgottesdienst der KonfirmandInnen im Dom
22.4.: 10h Konfirmation im Dom zusammen mit dem Kirchen-chor
Nächster Gottesdienst in Fischborn: 13.5. um 10.30h
Kollekte: 200 Jahre Hanauer Union (in Fischborn)

Lied EG 621 Ins Wasser fällt ein Stein

Votum:
Schwestern und Brüder,
erhebt euch zum Segen,
fasst die Hände der Menschen zu beiden Seiten:
Geht hin im Namen des lebendigen und fürsorgenden Gottes,
der uns seinen Geist schenkt.
Geht hin, um euch allem entgegenzustellen,
was das Leben von Kindern, Frauen und Männer versklavt.
Geht hin, um euch daran zu freuen,
dass wir einander haben,
geht hin, um das neue Leben aus Gottes Geist zu feiern.
Gott segne euch!

Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein An-gesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Ostermontag mit Chor, 02.04.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 02.04.2018 20:59   Titel: Ostermontag mit Chor, 02.04.2018
Osterfestgottesdienst am Ostermontag
unter Mitwirkung des Liederkranz Lohrhaupten
02. April 2018
Ev. Kirche Lohrhaupten
10.30 Uhr
Text: Markus 16, 1-8

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Bruder Christus,
du hast alles gekannt und alles erlebt:
Verraten und verkauft von Judas,
geleugnet und abgeschrieben von Petrus,
von Ferne beobachtet von den Jüngern –
hast du durch Not und Tod
das Vertrauen zu deinem Vater,
unserem Gott, nicht begraben.
Als alle dich im Stich ließen,
hast du dich nicht von ihnen losgesagt.
Als sie dich auf’s Kreuz legten,
hast du um Verständnis gebeten:
Vergib ihnen, Vater, sie wissen nicht, was sie tun.

Bruder Christus,
du hast Gott mehr gehorcht als den Mächtigen,
und deine Fahne hast du nicht nach dem Wind gehängt.
Du hast dich von ihnen nicht abhängig gemacht,
sondern warst bis in den Tod von Gott abhängig.
Bis zum letzten Atemhauch
Bist du eingestanden für die, die dich bloßstellten,
die dir die Kleider vom Leibe rissen und dich schlugen.
Du hast sie nicht verflucht, nicht sie, nicht Gott.
Sie haben dich nicht klein gekriegt,
nicht damals, nicht heute.
Du lebst unter uns,
und wir lernen, auf Gott zu vertrauen,
wie du es getan hast – bis in die Reiche des Todes.
Du bist auferstanden,
Christus, du bist wahrhaftig auferstanden.

Mit diesem Psalm von Hanns-Dieter Hüsch heiße ich Sie und Euch zu diesem Ostergottesdienst willkommen. Wir feiern ihn:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

* Eingangslied EG 100 Wir wollen alle fröhlich sein

* Eingangspsalm: Ps. 30 - EG 715

* Aufforderung zum Bittruf:
Christus ist auferstanden.
Doch unsere Freude ist verhalten.
Unser tägliches Leben verdeckt,
was am Ostermorgen geschah.
Wir bitten Gott um Erbarmen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Christus ist wahrhaftig auferstanden.
Wie die Jünger lässt er uns Leben entdecken
und macht uns froh.
So begegnet er uns.
Wir stimmen ein in den Jubel des Lebens
und singen:

* Kollektengebet:
Herr, unser Gott,
du rufst uns mit Jesus aus dem Tod ins Leben.
Wir bitten dich:
Lass uns nicht in dunkler Nacht bleiben.
Schenke uns wieder Hoffnung auf deinen Tag,
den Tag des Lebens und der Freude
inmitten von Tod und lähmenden Zweifeln.
Durch Christus, unseren Bruder, der für uns lebt, gestern, heute und in Ewigkeit.
AMEN.

* Chor: Passion und Ostern

* Schriftlesung: (Lukas 24,13-35) Inge
Die Emmaus-Jünger
13 Und siehe, zwei von ihnen gingen an demselben Tage in ein Dorf, das war von Jerusalem etwa zwei Wegstunden ent-fernt; dessen Name ist Emmaus.
14 Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschichten.
15 Und es geschah, als sie so redeten und sich miteinander besprachen, da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen.
16 Aber ihre Augen wurden gehalten, dass sie ihn nicht er-kannten. 17 Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Dinge, die ihr miteinander verhandelt unterwegs? Da blieben sie trau-rig stehen. 18 Und der eine, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu ihm: Bist du der einzige unter den Fremden in Jerusalem, der nicht weiß, was in diesen Tagen dort gesche-hen ist?
19 Und er sprach zu ihnen: Was denn? Sie aber sprachen zu ihm: Das mit Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in Taten und Worten vor Gott und allem Volk;
20 wie ihn unsre Hohenpriester und Oberen zur Todesstrafe überantwortet und gekreuzigt haben.
21 Wir aber hofften, er sei es, der Israel erlösen werde. Und über das alles ist heute der dritte Tag, dass dies geschehen ist.
22 Auch haben uns erschreckt einige Frauen aus unserer Mit-te, die sind früh bei dem Grab gewesen,
23 haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben eine Erscheinung von Engeln gesehen, die sagen, er lebe. 24 Und einige von uns gingen hin zum Grab und fanden's so, wie die Frauen sagten; aber ihn sahen sie nicht.
25 Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben!
26 Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlich-keit eingehen? 27 Und er fing an bei Mose und allen Prophe-ten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war. 28 Und sie kamen nahe an das Dorf, wo sie hin-gingen. Und er stellte sich, als wollte er weitergehen.
29 Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben.
30 Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, dankte, brach's und gab's ihnen.
31 Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen.
32 Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete? 33 Und sie standen auf zu derselben Stunde, kehrten zurück nach Jerusalem und fanden die Elf versam-melt und die bei ihnen waren;
34 die sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simon erschienen. 35 Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war und wie er von ihnen erkannt wurde, als er das Brot brach.

(Lob sei dir, o Christe - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinab gestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 112,1-3 Auf, auf mein Herz mit Freuden

* PREDIGT:
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Got-tes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

* PREDIGT zu Markus 16, 1-8

Zielsatz: Mit dem Tod ist es nicht vorbei

1. Ist alles aus und vorbei?
Liebe Gemeinde,
damals am ersten Karfreitagabend, zeigt sich für alle, die mu-tig öffentlich, oder nur noch verängstigt und heimlich zu Jesus halten, eine riesen Katastrophe ab. Der Mann, Jesus, an dem ihre ganze Hoffnung hängt, ist Tod. Nach kurzem Prozess verurteilt und gehängt. Sein Galgen „ein Kreuz“.

Endgültigkeit eines scheinbar gescheiterten Menschen Schicksals. Mit seinem Tod ist offenbar alles aus, wie üblich, nur im Ablauf brutal. Jesu letztes Stück Weges, sehr brutal und für uns heute unvorstellbar. Der Mann ist Tod, der kein Unrecht begangen hat. Der als er noch lebte, mit starker Überzeugung sagte:„Wer an mich glaubt wird leben, auch wenn er stirbt“. Mit solchen Worten hatte er denen die ihm folgten und auf ihn hörten, umwälzende Veränderung für ihr Leben und für ihren Tod in Aussicht gestellt. Aber sein Kata-strophales Ende stößt sie in kaum vorstellbare Hoffnungslo-sigkeit. Der Evangelist Markus kennzeichnet die Lage an je-nem Bewussten Abend mit den kargen Worten: „Josef von Arimathäa, wohl ein Freund des gekreuzigten, kaufte ein Leinentuch und nahm den Leichnam ab vom Kreuz und wickelte ihn in das Tuch und legte ihn in ein Grab, das war in einen Felsen gehauen, und ein großer Stein war vor des Grabes Tür. Er wälzte ihn vor des Grabes Tür“.

Zu, total zu. Nun hatten sie es doch geschafft, die ihm schon immer nach dem Leben trachteten, die Theologen, die Politi-ker, die Schriftgelehrten, die Knechte des Krieges und die un-durchschaubare Masse Mensch, die Leute wie man sagt. Sie hatten sich nun selbst erlöst, glaubten sie. Von dem der ge-kommen war, wie es hieß, sie zu erlösen, die Menschen. Sein tot habe ihrer Meinung nach eine endgültige Lösung herbei geführt. Die Endlösung wie man sagen würde. Eine Endlö-sung nach Meinung derer, die dabei waren und damals das sagen hatten.

Endlösungen liebe Gemeinde, kommen immer von denen die das sagen haben und von einer schweigenden oder brüllen-den Menschenmasse geduldet oder ermutigt werden. Aber dann geschieht das ganz andere. Man spricht von drei Tagen danach. Im Zwielicht des Morgens, völlig überraschend und niemand bekommt das Ereignis in den Griff seit dem. In der Ostergeschichte beim Evangelisten Markus im 16. Kapitel heißt es.

1 Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben.
2 Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging.
3 Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?
4 Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß.
5 Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich.
6 Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstan-den, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hin-legten.
7 Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingehen wird nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.
8 Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas; denn sie fürchteten sich.

2. Es gibt den Hoffnungsschimmer am Ostermorgen

Liebe Ostergemeinde,
drei Frauen auf dem Wege zum Grabe Jesu am Ostermorgen, es ist noch düster und man sieht nur Schatten, im Zwielicht des anbrechenden Tages ehe die Sonne aufgeht. Ich kann diese Frauen so gut verstehen, sie blicken zurück, verzehrt von Schmerz, von Resignation und von Trauer. In wehmütiger Verehrung und Anhänglichkeit halten sie sich am vergängli-chem und sterblichen fest. Sie suchen stütze und halt an dem Leichnam Jesu. Am Grabe des verstorbenen mit dessen Tod für sie eine Welt, ein Leben und Gemeinschaft zerbrochen ist. Gräber haben für viele Menschen magische Anziehungskraft, das wissen wir alle. Die Gräber unserer Lieben rufen uns im-mer wieder zurück und versprechen Beruhigung und Trost. Sie geben Gelegenheit sich zu erinnern an das was war, viel-leicht auch Gelegenheit versäumte Zuwendung und Liebe am Grab des toten nach zu holen. Als ob das möglich wäre. Mit Kränzen etwa und Blumen und den tollsten Grabsteinen. Da nutzen auch die feinen Öle und Salben nichts um nachgeholte Dankabstattung zu betreiben. Er hat so viel für uns getan. Und wir haben ihn so wenig dank spüren lassen, als er noch lebte. Versäumte Zuwendung und Liebe am Grabe verstorbe-ner nachzuholen, als ob das möglich wäre.

Und dann der Stein vor des Grabes Tür in dem ihre Zukunft und ihr Glaube beerdigt liegt. Mit ihrer verständlichen Frage stehen die drei Frauen am Ostermorgen stellvertretend für ungezählte Menschen in der ganzen Welt, auch für uns. Wer wälzt den Stein von dem Grab in dem das Leben, die Zukunft, der Friede, die Gerechtigkeit, die Liebe beerdigt liegt. Noch ist keine rechte Freud da am anbrechenden Ostermorgen, das fällt mir auf an dem Bericht des Evangelisten Markus. Und noch etwas fällt mir auf. Wo sind eigentlich die Männer am Ostermorgen? Sie fehlen zunächst in dem Bericht. Aus ande-ren Informationen wissen wir aber, wo sie sich aufhalten. Hin-ter verriegelten Türen sind sie. Total verängstigte Menschen. Keiner von ihnen weiß etwas genaues, auch nicht ob sie jetzt auch schon auf der Abschussliste stehen, bei denen die das sagen haben und ihren Meister Jesus liquidiert haben. Ab-schusslisten oder so genannte schwarze Listen das ist eine grauenvolle Sache unter uns Menschen. Es gibt sie in allen Epochen unserer Geschichte und an allen Orten auf der gan-zen Welt. Überall dort gibt es sie, wo sich Henkersknechte anmaßen über das Leben anderer Menschen zu entscheiden und eigen Maßstäbe für gut und böse festlegen. Wo sie Gott mit Staatsgewalt und Staatsgewalt mit Gott gleichsetzten, o-der sogar im Namen Gottes kostbares Menschenleben ver-nichten. Das haben wir in der Vergangenheit ja in der Welt wieder erleben und erfahren müssen. Ich kann die Angst der Jünger hinter verschlossenen Türen richtig gut verstehen. Wer schon einmal um sein Leben gezittert hat, angst hatte es zu verlieren, fühlt sich den verängstigten Jüngern nahe.

3. Tapfere Frauen in der Glaubens- und Weltgeschichte
Umso mehr habe ich Hochachtung und Respekt vor den mu-tigen Frauen auf dem Weg zum Grab Jesu. Und sind wir mal ganz ehrlich, hat nicht die Frau in der Geschichte der Kirche, auch in der Glaubensgeschichte des Alten- und Neuen Tes-tamentes immer wieder ein Beispiel gebende Rolle gespielt? Tapfere Frauen auch in Zeiten der Verfolgung und Gefangen-schaft, in den Kriegen und auf der Flucht und in den Bomben-nächten manchmal „Engel“ genannt. Wenn sie unter Einsatz ihres eigenen Lebens und das Leben von verschütteten und eingeschlossenen, von verwundetet und sterbenden kämpf-ten. Nicht ohne Grund tragen Frauen in besondern Berufsein-satz den Ehrentitel „Schwester“. Und nicht zuletzt denke ich heute auch an alle Mütter die unter Einsatz ihrer Gesundheit und oftmals auch ihres Lebens, Kindern leben schenken. Ich habe Hochachtung vor den mutigen Frauen am Ostermorgen, bis in diese Gottesdienstliche Stunde hinein gedenkt man ih-rer. Nennt sogar ihre Namen in der ganzen Welt, Maria von Magdala und Maria des Jakobus Mutter und Salome. Alle Menschlichen Erwartungen werden am Ostermorgen umge-stoßen. Das Osterereignis Jesu Auferstehung führt uns an das Ende menschlicher Logik. An das Ende unserer Möglich-keiten und Erfahrung. Jesu Auferstehung sprengt die mittel und Schablonen und Grenzen in denen wir Menschen abwä-gen, planen und denken. Genau aus dem Grund geraten die Frauen am Ostermorgen zunächst in totale Verunsicherung und Furcht. Denn das Ereignis führt alle die sich in das ge-schehen mit einbeziehen lassen zunächst in Verlegenheit. Macht sie sprachlos und hilflos. Und erst wenn wir am Ende unsrer Beurteilung und Bewertungen angekommen sind. Wenn wir auf abgesicherte Erklärungen verzichten auch auf die vielen versuche religiöser Deutungen liebe Ostergemein-de, kann Gott anfangen mit uns zu reden. So jedenfalls ergeht es den Frauen am Ostermorgen. Das was sie erwarten finden sie nicht mehr vor. Der Stein ist weggewälzt und das Grab ist leer. Und beides war doch ihr bedrückendes Problem, das verschlossene Grab und der Wunsch, oder die Absicht, sich um den Leichnam Jesu zu kümmern. Manchmal denke ich, es drückt sich in dieser so persönlichen Not der Frauen die gro-ße allgemeine Sehnsucht des sterblichen Menschens aus. Wenn doch da einer wäre, der mir hilf mit dem Problem des verschlossenen Grabes fertig zu werden. Eine Antwort zu wissen, die der Endgültigkeit der ungezählten verschlossenen Gräber widersteht und diese Höhlen der Hoffnungslosigkeit öffnet. Eine Antwort, die mit überraschender Eindeutigkeit der sprechende Wegweiser Gottes am Ostermorgen zu geben weiß. Er sagt: „Ihr sucht Jesus von Nazareth, den gekreu-zigten, er ist Auferstanden, er ist nicht hier“. Der Engel Gottes im offenen und leeren Grab Jesu redet die entsetzten und sprachlosen Frauen an, mit menschlicher Sprache. Er nimmt das vergebliche suchen von vertrautem im Grab ernst, zeigt dann aber den Weg zum Leben, zu dem lebendigem und bittet sie: „Geht hin und kehrt um, der lebendige Herr ist nicht hier“. Gottes Stimme aus dem Munde des sprechen-den Wegweisers, des Engels, führt vom Grab fort, zurück an den Ort des alltäglichen Lebens. Dort so sagt der sprechende Wegweiser; „werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat“. Wer die menschliche Sprache versteht findet am Wort Gottes halt und Orientierung. Und Gottes Wort heißt deswe-gen Frohe Botschaft, weil es dem Tod die Macht der Endgül-tigkeit nimmt. Jesus Auferweckung ist beginn der unaufhalt-samen Gegenbewegung gegen alles Tödliche. Wer sich die-ser Bewegung anschließt, weiß, dass Gott zu allem fähig ist. Gott hat gemacht das auch auf den Tod kein verlass mehr ist. Karfreitag und Ostern, liebe Ostergemeinde, Passion und Auferstehung Jesu gehören ganz eng zusammen. Das ver-kündigt jedenfalls laut und deutlich der sprechende Wegwei-ser Gottes, der Engel im leeren und offenen Grab Jesu. Er sagt: „Jesus von Nazareth der gekreuzigte ist auferstan-den“.

4. Mit dem Ostermorgen beginnt etwas ganz neues
So gibt es für alle die Gottes Wort vertrauen keinen untröstli-chen Tatbestand, keine unabänderliche Lage und keinen Hoffnungslosen Fall mehr. Dass liebe Ostergemeinde ist un-sere Chance. Die Sache des Glaubens und unsere Zugehö-rigkeit zu unserer Kirche nicht als etwas Abgeschlossenes zu verstehen, sondern vielmehr als einen Wachstumsprozess, als einen Weg mit ständigen Überraschungen. Ein Weg auf dem wir in Bewegung bleiben und ohne vorbehalte aufeinan-der zu gehen. Egal woher wir kommen, egal wer wir sind. Ein Weg der Ideen freisetzt um die angeschlagenen Beziehungen zwischen einzelnen Menschen, Völkern, Rassen und denen die bei uns Hilfe suchen, zu heilen, zu helfen und zu pflegen. Ein weg der neuen Impulse schenkt, sich einander zu verzei-hen und den schwachen, armen, Gefangenen, den Verfolgtem und Obdachlosen, den Heimatlosen zu ihrem Recht zu verhel-fen. Ein Weg der die Phantasie zur Lösung aller Probleme an-regt um auf der ganzen Welt friedlich leben zu können. Ein Weg schließlich, der uns alle einlädt zum beständigen bleiben in der Apostellehre, in der Gemeinschaft, im Brot brechen und im Gebet. Der Osterglaube orientiert sich nicht mehr daran was menschliche Erfahrung für möglich hält, sondern daran das bei Gott alle Dinge möglich sind. Diese Hoffnung und die-ses Vertrauen des Glaubens vertritt Jesus Christus einmalig und auf wunderbare Weiße. Er versetzt Berge, er überwindet böses mit gutem. Er liebt seine Feinde, er legt sich selbst als Brücke über alle Abgründe zwischen Menschen und zwischen Gott und Menschen. Er tritt auch dem grauenvollen Tod am Kreuz in all seinen Formen entgegen. Allerdings so meinte ein Theologe einmal, müsse die neue Logik des Glaubens aus unserm Mund und aufgrund unseres täglichen Lebens sehr viel bescheidener klingen. Er hält es schon für viel, wenn Christen im Glauben an die Auferstehung Jesu Christi anstatt Berge versetzten und unmögliches für möglich halten wollen, erst einmal einige Hügel abtragen und das mögliche nicht mehr für unmöglich halten.
Der Sprechende Wegweiser Gottes im leeren Grab Jesu gibt den drei Frauen sehr genaue Anweisungen für ihren Weg, weg vom Grab, geht zu seinen Jüngern und Petrus und sagt ihnen: „in Galiläa werdet ihr den Auferstanden sehen.“ In Galiläa hatte er sie in seinen Dienst gerufen, dort hatte alles angefangen. Nun soll nach der menschlichen Katastrophe und dem Zusammenbruch ihrer Beziehung zu Jesus der ganz an-dere Anfang gesetzt werden. Neubeginn. Besonders auch mit Petrus, den der Engel in merkwürdiger Weiße nicht in die Schar der Jünger mit einbezieht, so als ob Petrus besondern Zuspruch und ganz persönliche Ermutigung nötig hätte, nach alledem was in den zurück liegenden Stunden geschehen ist. Bis hin zu seinen Worten in der Nacht des Verrates; „ich kenne den Menschen nicht, als der Hahn krähte“. Gut zu wissen, das Gott der Jesus Christus von den toten auferweckt hat, gerade der schwachen, der im Glauben zweifelnden und auch der suchenden Zweifler annimmt. Was würde sonst aus und? Aber Zittern und Entsetzten lassen nicht ab von den drei Frauen, trotz des Weggewälzten Steines, trotz des leeren Grabes, trotz der Erklärenden Worte des sprechenden Weg-weisers, der ihnen wie ein Jüngling im langen weißen Gewand im Höhlengrab Jesu entgegentritt. Sie begreifen das alles nicht. Sie fliehen von dem Grab und sagten niemanden etwas, denn sie fürchten sich. Also schafft die Entdeckung des lee-ren Grabes noch keinen Glauben, entsetzten und schweigen der Frauen zeigen an, das es keinen Einblick darin geben kann wie das Lebendigwerden geschehen kann. Und wie für die ersten Zeugen der Auferstehung Jesu zur Gewissheit wurde. Allerdings, besitzen wir ergänzende und zusätzliche Nachrichten in allen Evangelien, zudem was danach ge-schieht. Wir erfahren, dass Jesus seinen Jüngern begegnet und vielen anderen als der Lebendige. Und erst diese Begeg-nungen mit dem lebendigen Herrn führen zu der Zeit übergrei-fenden Bekenntnis, Jesus lebt. Der Glaubensgrund schlecht hin liebe Ostergemeinde. So richtet sich auch unser Glaube bis in diese Stunde heute am Ostermonat hinein in erster Li-nie, auf den lebendigen Herrn und bleibt nicht hängen am wie seines lebendig Werdens. Gleichwohl ist das leere Grab Zei-chen für die Einzigartigkeit des hier geschehenen. In allen Ostergeschichten stellen sich die sprechenden Wegweiser Gottes sehr klar der Angst und des Entsetzens wie es bei den drei Frauen am Ostermorgen Ausdruck findet. Sie sagen aber freut euch, denn dass was Jesus voraus gesagt hat ist einge-troffen, Gott hat ihn am dritten Tag auferweckt von den Toten. Genauso wird auch alles andere eintreffen was er gesagt hat. Auch das: „wer an mich glaubt wird leben, auch wenn er stirbt“, und „siehe ich bin bei euch, alle Tage bis an der Welt Ende“, und „ich will wiederkommen und euch zu mir nehmen, dass ihr seid, wo ich bin“. Der Biologische Tod hat Jesus nicht aus der Hand Gottes reisen können. Darum können Men-schen nach Ostern, also wir alle, daraus den Schluss ziehen, dass der Naturbedingte Tod keinen einzigen Menschen von Gott trennt. Kein einziges Leben vor Gott beendet. Jesus Auf-erstehung hat der ganzen Menschheit das alles entscheiden-de Lebenszeichen gegeben, in jeder Hinsicht.
Jesus lebt und mit ihm auch ich.
Amen

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. AMEN.

*Chor: Auferstanden ist der Herr

* Fürbittengebet:

Du bist auferstanden, Bruder Christus.
Du, das Licht, siegst über alle Finsternis.
Du, die Wahrheit, endest allen Wahn.
Du, die Liebe, befreist von aller Furcht.
Der Stein ist abgewälzt.
In Angst und Schwermut leuchtet dein Licht auf.
Fesseln der Seele fallen.

Das Werk des Todes, von Menschen getan, endet. Pilatus und der Hohe Rat urteilten vergeblich. Leben, das nicht getö-tet werden kann, setzt sich durch.
Die Frauen am Grab erschrecken, die ohnmächtigen.
Sie waren zum Zuschauen verdammt.
Sie erkennen, wie mächtig die Liebe ist, und fassen Mut.
Wir empfangen das Leben. Wir wollen unser Leben austeilen für das Leben der Menschen.
Dein sind wir im Licht deines Tages und im Dunkel unsrer Nächte.
Behüte unsern Ausgang und Eingang jetzt und in Ewigkeit. AMEN


Und gemeinsam beten wir mit Jesu Worten
* Vater unser:
Vater werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 103 Gelobt sei Gott im höchsten Thron

* Bekanntmachungen:
Wochenspruch: Chistus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. Offb. 1, 18


Nächster Gottesdienst

Sonntag, 08. April 2018 mit Lektorin Kempf

10:30 Uhr Lohrhaupten

Abkündigungen:

Mittwoch, 04. April 2018

14:30 Uhr Seniorencafé in Lohrhaupten

Samstag, 07. April 2018

16:00 Uhr Kindergottesdienst in Lohrhaupten im Gemein-dehaus


* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein An-gesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gottesdienste am Palmsonntag, 25.03.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 25.03.2018 20:51   Titel: Gottesdienste am Palmsonntag, 25.03.2018
Gottesdienst am Palmsonntag, 25.03.2018
09.15 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn mit Totengedenken
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten mit Totengedenken und Musikverein

Text: Hebräer 12, 1-3

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat, der Wort
und Treue hält und der nicht fahren lässt das Werk seiner Hände. AMEN

Liebe Gemeinde, mit dem heutigen Palmsonntag beginnt die Karwoche. Unter Jubel zieht Jesus in Jerusalem ein. Begrüßt wird er mit dem rufen der Menschen „Hosianna“. Wir wollen heute im beten, singen und hören dem nachgehen was mit dem Palmsonntag beginnt.
Ich wünsche uns einen Mutmachenden Gottesdienst

*Lied EG 87, 1-3 Du großer Schmerzensmann

*Eingangspsalm:
Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!
Hosianna in der Höhe!

Erhöre mich, Herr, denn deine Güte ist tröstlich;
wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit
und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte,
denn mir ist angst, erhöre mich eilends.
Nahe dich zu meiner Seele und erlöse sie,
erlöse mich um meiner Feinde willen.
Ich bin elend und voller Schmerzen.
Gott, deine Hilfe schütze mich!
Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied
und will ihn hoch ehren mit Danken.
Die Elenden sehen es und freuen sich,
und die Gott suchen, denen wird das Herz aufleben.

Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!
Hosianna in der Höhe!

(Kommt, lasst uns anbeten:)


*Aufforderung zum Bittruf:
Wir rufen Hosianna. Wir öffnen unsere Augen, ihn zu sehen und unsere Ohren um ihn zu hören und unsere Herzen ihn zu empfangen. Wie bald schon schreien wir kreuzige ihn, wir auch?
Wir rufen:

*Kollektengebet:
Herr unser Gott,
segne uns die Woche,
in der wir das Leiden und Sterben deines Sohnes bedenken.
Lass uns im Wort vom Kreuz deine Liebe erkennen
und sie mit unserem Leben preisen.
Das bitten wir dich durch ihn, Jesus Christus, unseren Herren.
AMEN.

* Schriftlesung: Johannes 12, 12-19
Jesus hat in den Menschen seiner Zeit Glauben geweckt und ihnen Hoffnung gegeben. Er ist in ihr Leben eingezogen. Ihr Leben hat neu begonnen. Darum rufen sie ihm „Hosianna“ zu; empfangen Jesus mit Palmzweigen, die sie auf den Weg legen, damit seine Füße nicht den Schmutz der Straße berühren.
Der Jubel dieses Tages wird in der Hoffnungslosigkeit des Karfreitags enden. Doch das Licht des Ostermorgens wird ihre begrabenen Hoffnungen erhellen - in Jesus Christus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens.
Ich lese uns aus dem Johannesevangelium „Jesu Einzug in Jerusalem“:

Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem käme,
13 nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und riefen: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, der König von Israel!
14 Jesus aber fand einen jungen Esel und ritt darauf, wie geschrieben steht :

15 »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.«
16 Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so mit ihm getan hatte.
17 Das Volk aber, das bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, rühmte die Tat.
18 Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan.
19 Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - AMEN)


* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 11, 1-4 Wie soll ich dich empfangen

* PREDIGT: „Zielsatz“: Wir sind die Wolke der Zeugen

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Textlesung: Hebr. 12, 1 - 3
Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. Gedenkt an den, der soviel Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, damit ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst.

1. Verzweiflung und Resignation breiten ich aus
Liebe Gemeinde!
Sie greifen heute um sich: die Mutlosigkeit und die Resignation. Und man muss Verständnis dafür haben, wenn etwa ein Mann von 45 Jahren - nachdem er 200 Bewerbungsschreiben losgeschickt und immer noch keine Stelle hat - die Hoffnung sinken lässt und das Schreiben aufgibt. Noch dazu, wenn er bei der Agentur für Arbeit gesagt bekommt, er wäre mit seinen 45 Jahren halt schon "schwer vermittelbar und zu alt"! Und man kann auch begreifen, wenn der Arbeitslose nach einer gewissen Zeit den Mut verliert, sich zu Hause vergräbt und seine Minderwertigkeitsgefühle pflegt.
Und wer versteht nicht, wenn Umweltschützer irgendwann ihren verzweifelten Kampf gegen die Interessen der Politik und der Wirtschaft einstellen - auch wenn sie wohl meist Recht haben?
Ja und dann der Euro, alles ist unverschämt teuer geworden, viele Familien wissen nicht wo das Geld noch herkommen soll. Der Sprit ist schon Luxus. Wo führt das noch hin. Die Menschen haben es satt und sind stink sauer, weil die Löhne nicht den Lebenshaltungskosten angepasst werden.

Im religiösen Bereich ist das nicht anders: Da kommen junge Leute etwa vom Evangelischen Kirchentag zurück in ihre Kirchengemeinden. Sie haben Kirche einmal ganz anders erlebt: Liturgische Nächte, Tanz und Fröhlichkeit unter den Christen, neue Formen des Abendmahls, Gemeinschaft, die ansteckt und zum mitmachen einlädt. Dann erfahren sie wieder die "Normal-Gemeinde", oft sehr starr, ein Gottesdienst, der selten begeistert, wenig Wandel, kaum Bewegung und ausladend ist. Dann ziehen sie sich nach und nach aus der Gemeinde zurück, wollen mit "der Kirche" nichts mehr zu tun haben, oder suchen ihr Heil bei Jugendreligionen, in der Esoterik oder in irgendwelchen Sekten.

Und wir können das mitfühlen, wenn die Frau, die seit Monaten ohne Besserung im Krankenhaus liegt, sagt: "Nun ist es schon eine so lange Zeit! Nie war ich so weit unten wie jetzt. Mein Glaube an Gott bricht nach und nach zusammen. Ich traue ihm nichts mehr zu."

Und ich muss auch an die denken, die wir Erwachsenen durch unser Beispiel zu Gott führen sollen, denen wir Hilfe sein sollen zu einem Leben an der Hand Jesu Christi: unsere Kinder, Konfirmanden und Patenkinder. Wenn ich daran denke wie oft am Sonntagmorgen das Auto der Eltern vor der Kirche hält und die Konfirmanden ausgeladen werden und die Eltern fahren dann wieder nach Hause. Das ist kein gutes Vorbild. Da kann der junge Mensch nicht verstehen warum er in den Gottesdienst muss, wenn doch die Eltern es für nicht so wichtig erachten.

Haben die Eltern und Paten doch bei der Taufe versproch
en die Kinder im Christlichen Glauben zu erziehen. Die Jungen Menschen sehen aber nur noch zu besondern Anlässen den Kirchgang der Eltern und Paten. Auch im Alltag spielt der Glaube keine allzu große Rolle. Bei Problemen heißt es: „Gott hat es zugelassen“. Womit soll man denen Mut machen, die so entmutigt sind? Was könnte hilfreich sein und Hoffnung wecken?

2. Die Wolke von Zeugen

Unser Predigtwort nennt zwei Möglichkeiten: Die "Wolke von Zeugen" und "Jesus Christus, den Anfänger und Vollender des Glaubens", auf den wir schauen sollen. "Wolke von Zeugen" Das meint Menschen der Vergangenheit und der Gegenwart, die ihren Glauben auch in schweren Lebenslagen bewährt und bewahrt haben.
Ja, auch in der Gegenwart, denn es gibt sie doch, die Leute, die auch kein noch so großes Leid aus der Nähe Gottes treibt. Und es gibt auch die Menschen in unserer Zeit, die ihre feste Zuversicht in Gott nicht aufgeben - und wenn sie barfuss durch die Hölle gehen müssten. Und ich kenne doch auch einige, die sich beim Bau des Reiches Gottes in dieser Welt von Rückschlägen, Desinteresse der Mitmenschen, Spott und Verächtlichmachung nicht den Schneid abkaufen lassen. Und ich darf Menschen in meiner Nähe haben, die nicht käuflich sind, die niemals ihre Karriere, ihre materielle Sicherung, einen Vorteil über das stellen würden, was ihnen ihr Glaube an Jesus Christus gebietet. Es gibt solche Menschen. Sie gehören in die "Wolke von Zeugen". Das ist das eine, was Mut und Hoffnung geben kann.

3. Jesus unser Vorbild

Das andere, der andere ist Jesus Christus selbst: Irgendwie hat er uns mit seinem Leben - gerade mit dem Ende seines Weges, den wir in diesen Tagen bedenken - gezeigt: es geht wohl nicht ohne Leiden ab. Daran kommt keiner vorbei. Aber wir lernen auch an seinem Beispiel, dass man den Glauben dann nicht verlieren muss, weil nach dem Leiden immer noch etwas anderes wartet: seine Freude, Auferstehung, das wirkliche Leben, Ewigkeit, die er uns erworben hat. Das mag, wenn man es in die eigene Resignation hineingesagt bekommt, ein wenig wie Vertröstung klingen: "Später einmal wird alles besser, drüben im anderen Leben!" Aber so ist es gar nicht gemeint - jedenfalls nicht nur. Vielmehr will und kann mich das auch schon heute aus meiner Hoffnungslosigkeit herausreißen: "Weil ich weiß, dass es einmal besser werden soll und muss, darum setze ich schon jetzt darauf und handle so, wie es meiner gewissen Zuversicht entspricht."

Bloß, wie bekomme ich die? Sicher nicht, wenn ich meinen Blick immer und immer wieder auf die Zeitgenossen richte, die so ganz und gar nicht im Sinne des Glaubens leben, den sie laut Karteikarte bekennen. Das zu tun, haben wir aber eine starke Neigung:

"X oder Y ist doch auch Christ; wie kann der seine Raffgier, die Ausbeutung seiner Angestellten, das Verhalten seinen Eltern gegenüber, den Betrug in seiner Ehe usw., wie kann der das mit seinem Christentum vereinbaren?
Was dabei herauskommt ist ja meist nicht:

"X oder Y ist halt ein schlechter Christ", sondern leider oft: "das Christentum, das X oder Y ein solches Verhalten erlaubt, muss schlecht sein!"
Und schnell ist einer dann soweit, dass er zu sich spricht: "Ich muss eigentlich dumm sein, wenn ich mir einen solchen Lebenswandel nicht auch gestatte. Also: Weg mit den christlichen Skrupeln und Vorbehalten."

Oder das geht so: Der Nachbar ist kein erklärter Bekenner des christlichen Glaubens. Ihm aber geht es gut. Sein Weg geht - äußerlich betrachtet - immer schön bergauf. Schicksalsschläge bleiben ihm erspart. Er wird zusehends reicher, wohlhabender, nie kreuzt ein Leid seinen Weg... Und wir selbst müssen vielleicht durch ein Tief nach dem anderen. Ein Verlust trifft uns, ein schwerer Abschied, dann Kummer und Leid...wir sehen gar keinen Lichtstrahl in all dem Dunkel. Da fragen wir dann schon, warum? Da kommen uns dann auch Zweifel: Ob da wirklich eine höhere Gerechtigkeit über alledem herrscht und regiert? - Aber da fragt uns jetzt dieses Wort zum heutigen Sonntag: Warum schauen wir nicht einmal - und immer, wenn uns Mutlosigkeit überfällt - auf die "Wolke von Zeugen" und den Bezeugten selbst: Jesus Christus.

4. Mein/ unser Weg in die Wolke von Zeugen

Liebe Gemeinde, ich will jetzt einfach einmal antworten, warum ich glaube, dass wir lieber woanders hin sehen: Es ist letztlich einfacher, nur auf das zu vertrauen, was man fühlen, sehen, greifen und bezahlen kann. Das ist - wie selbstverständlich - in guten Tagen so: Ein großes Haus für so und soviel Hunderttausend Euro, ein dickes Bankkonto, eine Menge Land...das scheint uns eine solide Basis für das Leben in dieser Welt. Und die Bedeutung des Materiellen, ja geradezu die Anbetung der käuflichen Güter und Sachen scheint in unserer Zeit noch immer größer zu werden, je mehr die Menschen ihren Halt an den inneren Werten verlieren. Aber alles wird anders, wenn's einmal nicht mehr nach Plan und Wunsch geht, wenn Krankheit, Tod und Leiden uns erschüttern, wenn der Weg steil wird und dornig und der Wind uns entgegenbläst. Das heißt, dann müsste es anders werden: Wir müssten erkennen, dass all der Kram, mit dem wir uns behängt haben, das Haus mit seinen 10 Zimmern, die sechsstellige Zahl auf dem Konto nicht helfen kann, dass wir falsch liegen mit unserer Orientierung am Materiellen... Aber wir können das dann nicht mehr, oder nur sehr schwer und verbunden mit vielen Schmerzen. Irgendwie fehlt dann die Übung, an Dinge zu glauben, die man nicht greifen kann, auf die "Wolke von Zeugen" zu hören und auf den Herrn Jesus Christus zu sehen. Und das will ich auch noch sagen: Unser Predigtwort spricht in diesem Zusammenhang von Sünde: Darum wollen wir jede hemmende Last und die uns so leicht umstrickende Sünde ablegen... Und das ist auch wirklich unsere Sünde, wenn wir in Zeiten des Glücks und der Freude dem Geber aller Gaben den Dank versagen - und das tun wir! Und Schuld ist auch, wenn wir nur dem äußerlichen Besitz nachlaufen, wenn wir die Spannende Zeit in dieser Welt so bis zum Rand mit Kurzweil und Zerstreuung anfüllen wollen, wenn wir dem "Woher" und "Wohin" unseres Lebens so gar keine Beachtung mehr schenken. Aber es gibt sie - bei aller Mutlosigkeit, allen berechtigten Sorgen und allem, was uns die Hoffnung nehmen will - es gibt sie: die "Wolke von Zeugen"! Und den Herrn Jesus Christus, den Ursprung und Vollender des Glaubens, den gibt es auch! Und auch unserem Leben ist heute von diesem Herrn ein neuer Anfang gesetzt und der heißt: Was auch immer du erdulden musst, wo auch immer du hindurchgehst, wie viel Kummer und Leid dich auch immer beschwert, wie angefochten dein Mut sein mag und wie angeschlagen deine Hoffnung...du hast einen Vater im Himmel, der meint es gut mit dir, heute, jetzt, in Zukunft und in alle Ewigkeit. Nur dieser Glaube hilft dir gegen die Resignation. Er allein kann dir Kraft zum Aushalten geben, wenn du aufgeben willst.
Und - Gott sei Dank! - es gibt auch noch die Menschen, die dafür stehen und zeugen: Die Frauen und Männer in der Hospizarbeit, die unentgeltlich für andere da sind und mit anderen den letzten Weg gehen. Die vielen tausend Menschen in den Vereinen die unsere Werte und unsere Kultur aufrecht halten. Die unzähligen ehrenamtlichen Helfer bei unserer Tafel „EFA“, essen für alle. Alle, die Nächstenliebe üben ohne lange darüber nachzudenken. Wir, die wir uns immer wieder auf den Weg machen, Gott zu suchen und zu finden. Nach seinem Wort fragen, beten und singen.
Schauen wir nach diesen. Lassen wir uns helfen von der „Wolke von Zeugen“. Lassen wir uns mitreisen und anstecken und auch in dunklen Tagen nicht aufgeben. Wir sind nicht alleine. Gott ist bei uns, er ist in uns und um uns. Er ist die Quelle der Kraft und die Pforte der Hoffnung.
-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 341, 1+3+5-6 Nun freut euch liebe Christen

*Totengedenken:
Abkündigungen für Lettgenbrunn

Aus unserer Gemeinde ist Herr Heinrich (Hans) Heischmann am 25.02.2018 im Alter von 91 Jahren verstorben.
Herr Heischmann wurde am 15.03.2018 in Lettgenbrunn beigesetzt.

“Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginn der Ewigkeit in Gottes gnädigen Händen. AMEN


Abkündigungen für Lohrhaupten

Aus unserer Gemeinde ist Herr Johann Kaspar Wilhelm Lindenberger am 28.02.2018 im Alter von 95 Jahren
verstorben. Herr Lindenberger ist am 16.03.2018 in Lohrhaupten beigesetzt worden.

Herr Dieter Kriegsmann ist am 16. März 2018 im Alter von 73 Jahren verstorben.
Herr Kriegsmann wurde am 23. März 2018 in Lohrhaupten beigesetzt.

“Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginn der Ewigkeit in Gottes gnädigen Händen. AMEN

Solo Musikverein

* Fürbittengebet:
Jesus, du kommst im Namen des Herrn - gewaltlos.
Du lieferst dich Menschen aus
und gibst dein Leben hin.
So vollendest du Gottes Willen.
Versöhnende Kraft geht von dir aus:
Wir brauchen nicht mehr auf Macht und Gewalt zu setzen,
denn du machst uns Hoffnung,
dass Sanftmut und Liebe die Welt bewahren werden.

Vor dir denken wir an Frauen und Männer,
die öffentliche Verantwortung tragen.
Lass sie den Versuchungen der Macht widerstehen
und für das Recht und das Wohl eines jeden eintreten.

Vor dir denken wir an alle, die Menschenhänden ausgeliefert sind:
rassisch Verfolgte, politische Gefangene,
Menschen, die um ihres Glaubens willen mundtot gemacht werden,
Wehre dem Unrecht und der Gewalttat.

Vor dir denken wir an Not und Elend mitten unter uns:
an die vielen, die arbeitslos sind,
an Menschen, die keinen Sinn mehr in ihrem Leben sehen,
an alle, die vergessen und abgeschrieben sind.

Gib uns Augen, die sehen,
und Ohren, die hören,
einen Mund, der zur rechten Zeit redet
und schweigt,
und Hände, die helfen.

Jesus Christus,
du willst uns gewinnen und nicht beherrschen.
Befreie uns, deine Kirche,
von Macht- und Herrschaftsansprüchen.
Lass uns dir folgen
im Einstehen für andere,
in der Hingabe an die Welt
und so deinem Namen Ehre machen.

Lettgenbrunn:
Wir bitten dich für unsere verstorbene Bruder Heinrich (Hans) Heischmann. Nimm ihn auf in deinem himmlischen Heiligtum. Tröste uns, die wir zurückbleiben und hilf uns zu verstehen das wir Leben um zu sterben. Gib uns die Hoffnung auf ein Wiedersehen am jüngsten Tag und stärke uns den Weg in der Trauer. Wir sind dankbar für die Wege den wir mit ihm gehen durften und bitten dich, lass uns die schönen und tollen Momente in guter Erinnerung behalten.

Lohrhaupten:
Wir bitten dich für unsere verstorbenen Brüder Johann Kaspar Wilhelm Lindenberger und Dieter Kriegsmann. Nimm sie auf in deinem himmlischen Heiligtum. Tröste uns, die wir zurückbleiben und hilf uns zu verstehen das wir Leben um zu sterben. Gib uns die Hoffnung auf ein Wiedersehen am jüngsten Tag und stärke uns den Weg in der Trauer. Wir sind dankbar für die Wege die wir mit unseren verstorbenen gehen durften und bitten dich, lass uns die schönen und tollen Momente in guter Erinnerung behalten.


In der Stille bringen wir heute Morgen das vor dich Herr, was uns in dieser Gottesdienstlichen Stunde besonders am Herzen liegt.
Stilles Gebet

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,


* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte uns

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Partnerschaftsarbeit mit der Tanidare Gemeinde Namibia

Wochenspruch: Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. Joh. 3, 14 + 15


Nächster Gottesdienst:


Gründonnerstag, 29. März 2018

19:00 Uhr Tischabendmahl in Lohrhaupten


Karfreitag, 30. März 2018

9.00 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl in Lettgenbrunn

10:30 Uhr Gottesdienst in Lohrhaupten


In der KV-Sitzung vom 07.03.2018 wurde der Haushalt für die Jahre 2018 und 2019 beschlossen.
Dieser Haushalt liegt am 29.03. und 05.04.2018 zu den Öffnungszeiten im Pfarrbüro in Lohrhaupten für alle zur Einsicht aus.

Solo Musikverein

* Votum:
Nicht, dass jedes Leid dich verschonen möge,
noch dass dein zukünftiger Weg stets Rosen trage,
keine bittere Träne über deine Wege komme
und kein Schmerz dich quäle -
dies alles wünsche ich dir nicht.
Sondern:
dass dankbar du allzeit bewahrst die Erinnerung an gute Tage.
Dass mutig du gehst durch Prüfungen,
auch wenn das Kreuz auf deinen Schultern lastet,
auch wenn das Licht der Hoffnung schwindet.
Was ich dir wünsche:
dass jede Gabe Gottes in dir wachse,
dass einen Freund du hast,
der deiner Freundschaft wert.
Und dass in Freud und Leid
das Lächeln des Mensch gewordenen Gotteskindes
dich begleiten möge.


* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.
  Thema: Gottesdienste am Passionssonntag Reminiszere, 25.02.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 25.02.2018 13:21   Titel: Gottesdienste am Passionssonntag Reminiszere, 25.02.2018
Gottesdienst am Sonntag Reminiszere
9.15 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
25.02.2018
Text: Jesaja 5, 1-7

* Lied EG plus 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Herzlich Willkommen zum Gottesdienst am Sonntag Reminiszere. Thema dieses Gottesdienstes: Leben kommt nicht von selbst.

*Lied EG 79 Wir danken dir Herr Jesu Christ

*Eingangspsalm:
Gedenke, Herr,
an deine Barmherzigkeit und an deine Güte,
die von Ewigkeit her gewesen sind.

Herr, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Steige! Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich!
Denn du bist der Gott, der mir hilft;
täglich harre ich auf dich.
Die Wege des Herrn sind lauter Güte und Treue für alle, die seinen Bund und seine Gebote halten.
Wer ist der Mann, der den Herrn fürchtet?
Er wird ihm den Weg weisen, den er wählen soll.
Er wird im Guten wohnen,
und sein Geschlecht wird das Land besitzen.
Der Herr ist denen Freund, die ihn fürchten;
und seinen Bund lässt er sie wissen.

Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit
und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Viele Frauen und Männer sind uns im Glauben vorange-gangen, sind Botinnen und Boten Gottes gewesen.
Wir sehnen uns nach der Kraft ihres Glaubens,
um neue und ungewohnte Wege gehen zu können,
wenn es die Not erfordert. Wir bitten ihn um Erbarmen:

*Kollektengebet:
Lasst uns beten:
Gott, unser Vater,
du vereinst uns mit allen, die an dich glauben.
Wir bitten dich:
Gib uns deinen Geist, dass wir in dir verbunden bleiben und voneinander lernen, nach deinem Willen zu leben, durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Bruder.
G: AMEN

* Schriftlesung: Hört die Lesung aus Römer 5, die Verse 1-5
1 Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus;
2 durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird.
3 Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt,
4 Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung,
5 Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.

( Lasst uns aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens.) G.: Amen

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 391 Jesu geh voran

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Textlesung: Jesaja 5, 1-7
1 Wohlan, ich will meinem lieben Freunde singen, ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg.
Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fetten Höhe.
2 Und er grub ihn um und entsteinte ihn und pflanzte darin edle Reben. Er baute auch einen Turm darin und grub eine Kelter und wartete darauf, dass er gute Trauben brächte; aber er brachte schlechte.
3 Nun richtet, ihr Bürger zu Jerusalem und ihr Männer Judas, zwischen mir und meinem Weinberg!
4 Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, das ich nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, während ich darauf wartete, dass er gute brächte?
5 Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will! Sein Zaun soll weggenommen werden, dass er verwüstet werde, und seine Mauer soll eingerissen werden, dass er zertreten werde.
6 Ich will ihn wüst liegen lassen, dass er nicht beschnitten noch gehackt werde, sondern Disteln und Dornen darauf wachsen, und will den Wolken gebieten, dass sie nicht darauf regnen.
7 Des HERRN Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel und die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.

Liebe Gemeinde!
Folgendes fand ich am Freitag im Internet. Als Mitarbeiter eines Krankenhauses in Kenia davon hörten, dass auch in Deutschland arme Menschen um Lebensmittel anstehen müssen, entschlossen sie sich zu helfen. Vor 12 Jahren also in 2006 kamen in Berlin eine Kaffee- und Teespende für Hartz-IV-Empfänger an. Kenianer sammeln damals für Deutsche. Im Diakonieladen in der Berliner Rubensstraße, Stadtteil Schöneberg, wurden damals Kaffee und Tee an Hartz-IV-Empfänger ausgeteilt – gespendet von Mitarbeitern eines muslimischen Krankenhauses in Malindi, Kenia.

Quizfrage an Sie alle – ist diese Geschichte wahr oder unwahr?

Die Geschichte ist wahr. Sie ist erschreckend wahr. Die Menschen in Kenia haben durch einen persönlichen Kontakt erfahren, dass in Deutschland Menschen nach Essen anstehen müssen und wollen ein Zeichen setzen. Das reiche Deutschland bekommt Kaffeepakete aus dem armen Afrika. So konnte man es im "Spiegel" damals lesen. Was ist daran erschreckend? Dass wir nicht in der Lage sind, ein Land zu gestalten, in dem keiner hungern und frieren muss. Was sind wir für ein Land geworden? Gewalt auf Schulhöfen, Angst vor Neonazis, Proleten von der AFD die den berechtigten Unmut ausnutzen, Drogen hinterm Steuer, Sportskandale, der ganze Betrug mit unseren Lebensmitteln, der so alt ist wie die Menschheit selber, ein Gesundheitswesen, das in die Knie geht, obwohl es technisch auf dem Höchststand ist, junge Menschen, die sich für nichts mehr interessieren und in der 10 Klasse eine Handschrift haben wie ein Erstklässler, man kann aufzählen und aufzählen und kaum fertig werden. Was ist eigentlich los, wo stimmt denn überhaupt noch etwas?

Und traurig muss man feststellen: das ist alles gar nicht neu. Wir Menschen lernen bloß aus der Geschichte nicht. Eine Geschichte, die so viel Schlimmes kennt, die wir rückwirkend sogar erklären können. Hat nicht jemand mal gesagt, die Geschichte ist dazu da, dass wir daraus lernen und es besser machen sollen? Natürlich sagt mancher jetzt, lasst uns doch mit früher in Ruhe. Aber wer sich um früher nicht kümmert, wird heute untergehen. Wer nur hinter der Spielkonsole am PC klebt, kann seine Zukunft in den Wind schreiben.

Von unseren Problemen wussten die Menschen vor 2500 Jahren nichts. Sie wussten nicht einmal, dass es Europa gibt. Und da steht einer auf dem Markt und singt ein Lied. Ein Lied, was neugierig macht. Von seinem Freund, der einen Weinberg hat und ihn hegt und pflegt. Auf Ertrag wartet. Und schließlich nur ein paar kleine saure Trauben erntet. Und nun? Was macht man mit so einem Weinberg? Die Zuschauer sind ordentlich in Stimmung. Einreißen, einfach lassen, wie es ist. Verwildern soll er, Dornen und Disteln sollen wachsen. Menschlich gesagt: wenn du dich nicht bemühst, wirste schon sehen, was du davon hast. — Was soll so was eigentlich. Keiner gibt doch sein Land so einfach auf, Chemie drauf, moderne Technik, das klappt schon

Und da lässt der Mann die Katze aus dem Sack. Wer ihn kannte, diesen Jesaja, der ahnte schon, da kommt noch was. Der erzählt uns doch nichts vom Weinbau. Und tatsächlich, das Lied ist gar nicht lustig.

Ihr, die Leute, ihr seid der Weinberg.
Und so wie ihr lebt, da kann nichts werden. Statt Miteinander ----- nur Gegeneinander.
Statt Gerechtigkeit -- Korruption und Betrug.
Es geht mit euch den Bach runter.

Und wer ist der Weinbergbesitzer? Upps Gott. Gott, der es fertigbringt, auch mal zu sagen: dann macht euer Ding und seht mal zu wie ihr klarkommt. Aber hängt euer Unglück nicht immer und immer wieder mir an. Ich habe mich um euch gekümmert, ihr habt Regeln, Gebote, ihr habt meine ganze Liebe. Bloß ihr lasst den lieben Gott einen guten Mann sein. Und dann kriegt ihr Hilfspakete aus Afrika. So schlimm ist es bei euch. Huch , da bin ich doch glatt in unsere Zeit gerutscht. Hat das alles was mit Gott zu tun? Also unser Unglück macht doch die Regierung mit ihrem Hartz IV Gesetz. Wir doch nicht. Was können wir dann für die vielen Obdachlosen, in den Städten und die steigende Zahl der verarmten Kinder? Und die Schulschließungen und die Schwimmbäder, die Sporthallen die geschlossen werden, da sind doch die da oben schuld und das ist doch unser Elend, die anderen, die da oben.

Aber ich finde bei Jesaja nichts von dem König, der das Land kaputt regiert, ich finde nichts von den oberen Zehntausend, die sich da einen Fetten machen. Ich finde nur Volk und Gott. Ihr seid das Volk, um euch möchte sich Gott kümmern, aber er kümmert euch nicht.

Und ich ahne, Jesaja hat Recht. Zu viel stimmt nämlich auch bei uns, den kleinen Leuten nicht. Es gäbe keine Geflügelpest, wenn es keine Massentierhaltung gäbe. Und für wen ist die Massentierhaltung? Es gäbe kaum überfette Kinder, wenn es Eltern gäbe, die mal denken würden und ihre Kinder richtig ernährten, anstatt m it Burger und Nutella voll zu stopfen. Und es gäbe weniger Gewalt, wenn Kinder zu Hause keine Gewalt erfahren würden. Und wenn Schüler kapieren würden, was sie für ihre Zukunft brauchen, nämlich Bildung, lesen, Politik, Mathematik, dann gäbe es nicht so viele hilflose Menschen, die auf dem Arbeitsamt wie Dreck behandelt werden. Wer bei jeder Frage in der Schule nur die Schultern zuckt und vor sich hin grinst und stammelt „alder ich weiss ned was du willst“, mit dem kann man machen, was man will.

Was das mit Gott zu tun hat? Sehr viel. Denn wer sich mit Gott beschäftigt, beschäftigt sich automatisch mit dem Leben. Mit seinem Leben. Und wer das tut, kriegt einen anderen Lebensinhalt. Wer sich mal auf der Zunge zergehen lässt – besser auf der Seele – dass Gott ihn liebt, der kann doch keine Gewalt ausüben. Wer mal von der xBox aufsteht und die Natur genießt, der kann doch keine gequälten Tiere in sich reinfressen und wer es glauben kann, dass Gott für ihn sorgt, der kann bescheidener werden und einmal überprüfen, was er im Leben braucht. Und wer dann noch spürt, dass Gott ihm einen Verstand gegeben hat, der beginnt nachzudenken und entdeckt, wie wir Menschen manipuliert werden, was uns die Werbung, die wir ja alle blöd finden, einredet, der entdeckt einfach, was wichtig ist und wird vieles weglassen. Ein Volk mit Gott hätte eine gute Zukunft. Aus der Geschichte lernen für heute? Damals hat Israel schlimme Zeiten durchmachen müssen. Aber Gott hat ihnen immer wieder einen Neuanfang gegeben. Wir haben ihn auch, diesen Neuanfang, jeden Tag.

Natürlich, mancher wird sagen, ja, wie viele sind wir denn? Wer hat denn diesen Text heute gehört. Aber das ist kein Argument. Die Frage ist zuerst, was wir eigentlich selber mit Gott machen. Die Frage ist zum Beispiel, ob Ihr nach Eurer Konfirmation sagt: Danke, das wars, ich habe die Urkunde, die Eltern sind zufrieden, und ansonsten sieht mich die Kirche nicht wieder. Könnt Ihr machen. Haben ja viele gemacht und machen es. Aber dann klagt bitte nicht. Es erschreckt mich schon, dass ich mehr als noch vor ein paar Jahren höre: Kirche, Junge Gemeinde, keine Lust. Bibel kaufen, ist doch teuer. Keine Lust? Keine Lust auf Leben? Und Leben kommt nicht von selbst, Leben ist Arbeit und Anstrengung. Ich wünschte uns, dass der Jesaja sein Lied bei uns nicht singen brauchte. Aber er muss es singen, damit wir aufwachen. Damit es uns wieder bessergeht. Amen

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 390 Erneure mich o ewigs Licht

* Fürbittengebet:
Lasst uns beten:
Herr, guter Gott,
du willst uns von der Angst zum Vertrauen führen;
du willst, dass wir die Last der Vergangenheit abtun
und Neues erproben;
du versprichst uns deine Hilfe,
du gibst uns dein Wort und deinen Beistand.
Dafür danken wir dir.

Wir bitten nicht nur für uns, dass du mit uns gehst,
sondern auch für die, die bei uns und neben uns leben;
wir bitten dich für die, die keine Wohnung, keine Arbeit,
die keine Aussicht auf Veränderung haben.

Geh, guter Gott, mit einem jeden von ihnen.

Wir bitten dich für die Flüchtlinge in aller Welt,
die aus ihrer Heimat, aus ihrer Familie ausgezogen sind,
in der Verzweiflung, in der Panik aufgebrochen
oder durch hasserfüllte Gewalt vertrieben;
die nicht wissen, ob sie ein gutes Land mit freundlichen Menschen oder ein elendes Schicksal vor sich haben.

Geh, guter Gott, mit einem jeden von ihnen.

Wir bitten dich für die Fremden in unserem Ort,
in unserem Land.
Lass uns geschwisterlich mit ihnen zusammen leben.
Bewahre sie vor Missachtung und Gewalt.

Sei, guter Gott, mit einem jeden von ihnen.

Wir danken dir,
dass du in Jesus Christus auch uns in deinen Segen hineingenommen hast. Seinem Beispiel lass uns folgen, damit wir für andere zum Segen werden.
Schenke uns einen guten Sonntag, eine gute Woche,
eine gute Zeit und einen guten Weg.
Wir beten in der Stille:

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.


* Lied EG 171 Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Projekte des Gutav – Adolf-Werkes

Wochenspruch: Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.
Röm. 5, 8

Nächste Gottesdienste:


Freitag, 02. März 2018

19:00 Uhr Weltgebetstag-Gottesdienst in Lohrhaupten

Dieses Jahr wird das Land Surinam vorgestellt mit dem Thema :

Gottes Schöpfung ist sehr gut !

Nach dem Gottesdienst wollen wir im Gemeindehaus noch gemütlich bei landestypischem Essen aus Surinam zusammensitzen.



Sonntag, 04. März 2018 mit Lektor Ziegenbein

9:15 Uhr in Lettgenbrunn

10:30 Uhr in Lohrhaupten


* Votum:
Der Herr segne dich und behüte dich,
dass du bewahrt bleibst in allem,
was du bist,
was du fühlst
und in dir trägst
und in dir Raum ist
für gütige Gedanken
und Weite für ein Herz,
das sich dem andern und der andern öffnet.
Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir,
dass aus dem Glanz seiner Göttlichkeit,
dem zarten und leisen Glanz von Bethlehem
etwas zum Leuchten gebracht wird in dir
und ein Leuchten aufgeht über dir
und ansteckt und zum Klingen bringt,
was lange stumm war.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich,
dass du dich sehen lernst,
wie er dich meint,
dass du dich erkennst,
wie du längst erkannt bist,
dass du erhoben wirst,
wo du dich am Boden siehst
und mit erhobenem Haupt
und starkem Rückgrat leben lernst.
Der Herr gebe dir Frieden,
den du dir nicht geben kannst,
der mir und dir geschenkt wird
von dem Kind in der Krippe,
dem Gott des Friedens,
der bei den Menschen beginnt von unten
und nicht von oben,
der seine Sicht der Dinge in diese Welt bringt,
damit du in deinem Herzen Ruhe findest.
So gehet hin in diesen Tag, in diese Woche mit
Gottes Segen.


* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Abendgottesdienst am Passionssonntag Invokavit, 18.02.18
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 18.02.2018 22:15   Titel: Abendgottesdienst am Passionssonntag Invokavit, 18.02.18
Abendgottesdienst am Sonntag Invokavit
18.00 Uhr Ev. Kirche Wittgenborn
18.02.2018
Text: 2. Korinther 6, 1-10

*Lied EG plus 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde, die Passionszeit ist die Zeit, in der wir in besonderer Weise an das Leiden und Sterben Jesu Christi denken. Sie lädt uns ein, uns erneut mit unserem ganzen Leben zu ihm hinzuwenden, um in seiner Kraft zu bestehen und unseren Glauben zu bewähren.
Ich wünsche uns heute Morgen einen Mutmachenden Gottesdienst

*Lied EG 76 O Mensch bewein dein Sünde groß

*Eingangspsalm:
Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!

Denn du bist mein Fels und meine Burg,
und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen.
Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir heimlich stellten;
denn du bist meine Stärke.
In deine Hände befehle ich meinen Geist;
du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.
Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte,
dass du mein Elend ansiehst
und nimmst dich meiner an in Not
und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes;
du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Gott ist unsere Zuversicht.
Er ist bei uns in Not und Anfechtung.
Wir haben es erlebt, immer wieder,
und können es doch nicht glauben,
wenn es ernst wird.
Wir bitten ihn um Erbarmen:

*Kollektengebet:
Herr Gott, himmlischer Vater,
du hast deinen Sohn in die Welt gesandt,
dass er die Macht des Bösen besiege.
Wir bitten dich:
Stärke uns in aller Not und Anfechtung,
dass wir in seiner Kraft dem Feind widerstehen
und den Glauben, die Liebe und die Hoffnung bewahren.
Durch ihn, unseren Herrn Jesus Christus,
der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

G: AMEN

* Schriftlesung: Hebräer 4, 14-16
Als Lesung für den heutigen Sonntag hören wir Worte aus dem Hebräerbrief. Jesus wird der Gemeinde als der wahre Hohepriester vor Augen gestellt. Sie kann sich darauf verlassen, dass die Nöte und Anfechtungen, die sie in ihrem irdischen Dasein zu bestehen hat, im Himmel nicht unbekannt sind.
Lesung Hebr 4,14-16

14 und wisst nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? Ein Rauch seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet.
15 Dagegen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.
16 Nun aber rühmt ihr euch in eurem Übermut. All solches Rühmen ist böse.

(Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es eine Gotteskraft. Amen.)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.
* Lied EG 295 Wohl denen die da wandeln
* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde,
manchmal muss man zurückstecken. Das ist nicht immer leicht, aber es gibt manchmal Größeres und Wichtigeres als das eigene Wohlergehen. Und gut hat es der, der höhere Werte kennt und weiß woher er die Kraft bekommt, seine eigenen Wünsche hintenanzustellen.

Ich lese den Predigttext aus dem 2. Brief des Paulus an die Korinther im 6. Kapitel:
1 Als Mitarbeiter aber ermahnen wir euch, dass ihr die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangt.
2 Denn er spricht (Jesaja 49,Cool: »Ich habe dich zur Zeit der Gnade erhört und habe dir am Tage des Heils geholfen.« Siehe, ajetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!
3 Und wir geben in nichts irgendeinen Anstoß, damit unser Amt nicht verlästert werde;
4 sondern in allem erweisen wir uns als Diener Gottes: in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Ängsten,
5 in Schlägen, in Gefängnissen, in Verfolgungen, in Mühen, im Wachen, im Fasten,
6 in aLauterkeit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, im Heiligen Geist, in ungefärbter Liebe,
7 in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken,
8 in Ehre und Schande; in bösen Gerüchten und guten Gerüchten, als Verführer und doch wahrhaftig;
9 als die Unbekannten und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten und doch nicht getötet;
10 als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben.

Mit einer Geschichte liebe Gemeinde möchte ich versuchen, diesen Text in unseren Alltag und in unser Leben zu holen:

Peter und Anke hatten drei Kinder großgezogen: Sven, Tolke und Olliver. Es hatte Höhen und Tiefen gegeben, auch Streit und Sorge, aber das hier, das was jetzt mit dem Jüngsten abging, das war für die gestandenen Eltern neu und erschreckend.
Michael hieß das Nesthäkchen. Und wie das so oft ist, mit den Nachzüglern: Sie werden mit besonderer Liebe umsorgt, besonders herzlich wird die Entwicklung begleitet und besonders viel Zeit wird in dieses Kind investiert. Auch Eltern werden erwachsen – beim 4. Kind sind sie echte Profis, durch nichts zu erschüttern, gelassen bei Stürzen, ruhig bei Fehlschlägen, geduldig in der Auseinandersetzung, großzügig bis nachsichtig in der Erziehung.

So war Michael aufgewachsen. Er machte seinen Eltern Freude und die Geschwister liebten den Kleinen über die Maßen.

Wann hatte die Veränderung nur angefangen? Rückblickend fielen Peter und Anke die Auffälligkeiten wieder ein: Mit 10 war er auffallend unkonzentriert gewesen. Er verlor nicht nur Handschuhe und Mützen, sondern auch einzelne Schuhe, ganze Sporttaschen und immer wieder seine Schreibmappe. Zwei Jahre später musste die Schultasche einmal in der Woche auf verschimmelte Essensreste hin untersucht werden und die losen Blätter wurden unter Aufsicht eingeheftet, Michael schaffte das alleine nicht. Mit 14 war sein Zimmer so verdreckt, dass man es nicht mehr betreten konnte, Ermahnungen führten zu oberflächlichem Beiseiteschieben, aber niemals zu einem als normal zu bezeichnenden Zustand. „So sind Jugendliche halt“ hatten Peter und Anke gedacht, sich lächelnd an die Meckereien der eigenen Eltern erinnert und beizeiten selbst Hand angelegt. Liebevoll und geduldig hatten sie Michael immer wieder ermahnt, ihm genauere Anweisungen gegeben und weil Michael folgsam und lieb war, hatte es nie Probleme gegeben. Aber das wurde eines Tages anders.

Es begann mit einem Anruf aus der Schule: Michael sei seit 8 Tagen nicht mehr in der Schule gesehen worden, ob das irgendeine Bedeutung habe?

Peter und Anke fielen aus allen Wolken. Michael? Seit 8 Tagen nicht zur Schule? Er hatte jeden Morgen wie immer winkend das Haus verlassen und war mittags nach Hause gekommen, hatte über Lehrer und Mitschüler geschimpft und sich dann erstmal hingelegt. Ihr Michael – ein gewiefter Lügner und Betrüger? Und das ganze ein halbes Jahr vor dem Schulabschluß?

Der Schock saß tief. Sie wussten gar nicht, wie sie sich verhalten sollten. „Michael, was ist da los? Was denkst du dir nur dabei? Was hast du getan?“ so fragten sie ihn abends und sie bemühten sich sehr um einen gefassten Tonfall.

Aber der Junge verschloss sein Gesicht. „Na, nun habt ihr´s endlich kapiert, oder was? Wisst ihr was? Ich kann euch nicht mehr ertragen! Ihr habt überhaupt keine Ahnung, wie das Leben wirklich ist!“

„Aber Michael, dann erklär es uns, damit wir verstehen, was mit dir los ist und damit wir dir helfen können!“

Ein böses Lächeln erschien auf dem Gesicht des Jungen. „Ihr und helfen? Was bildet ihr euch eigentlich ein?“ Und dann nahm er seine Jacke und ging und kam nicht wieder.
Am Abend kam er nicht nach Hause und am nächsten Abend auch nicht. Keiner wusste, wo er war. Er ging anscheinend wieder zur Schule, immerhin. Aber niemand konnte ihnen sagen, wo er aß und wo er schlief. Bitter war der Anruf bei der Polizei. „Wir wissen nicht, was wir tun sollen!“ sagte Anke. „Na, auf ihre Kinder müssen Sie schon selber aufpassen“, knurrte der Beamte.

Weil sie nicht wusste, wohin mit sich, räumte sie Michaels Zimmer auf. Da wurde einiges klarer. Zwischen unsäglichem Dreck und verschimmelten Essensresten fanden sich Marihuanatütchen und Wasserpfeifen, Aschenbecher und Zigarettenkippen. Wie hatten sie nur so blind sein können? Der Absturz ihres Kindes hatte sich vor mindestens einem Jahr angebahnt und sie hatten es nicht gemerkt.
Und nun? Peter und Anke waren ratlos.

„Dann muss er eben alleine leben, wenn er mit uns nicht leben will,“ meinte Peter. „Ich bin so traurig,“ sagte Anke „ich hab mein Kind verloren.“ Die Tage vergingen in Sorge, Angst und großer Trauer.

Peter und Anke fanden Hilfe im 2. Korintherbrief. “Und wir geben in nichts irgendeinen Anstoß, damit unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allem erweisen wir uns als Diener Gottes.“ So schreibt Paulus. „Unser Amt,“ sagte Peter, „das ist jetzt unser Elternamt. Das ist jetzt das Wichtigste, das müssen wir richtig machen. Ich denke, es ist gut, wenn wir ihm möglichst wenig Anlass zum Streiten geben, wenn wir möglichst klar in unserer Linie bleiben.“

„in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Ängsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Verfolgungen, in Mühen, im Wachen, im Fasten“ Anke las laut vor. „Das ist mir wie aus dem Herzen geschrieben“ seufzte sie. „Ich habe seitdem keine Nacht mehr durchgeschlafen. Aber was machen wir jetzt?“

„Lies,“ sagte Peter. „In Lauterkeit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, im Heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit“. Ich denke, dass es so gehen kann. Wir werden sehr freundlich und liebevoll mit ihm umgehen, wenn er wiederkommt. Aber er muss auch wissen, was geht und was nicht. Aber wir müssen darauf Acht geben, dass wir uns nicht zu Zornausbrüchen hinreißen lassen, sondern ganz bei uns und bei unserem guten Willen bleiben.

„Dass die Bibel so eine Hilfe sein kann“ darüber staunte Anke. „Hör zu: in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken, in Ehre und Schande; in bösen Gerüchten und guten Gerüchten, als Verführer und doch wahrhaftig, wie gerne ich ihn verführen möchte, doch zu einem normalen Leben zurückzukehren! Wenn er doch bloß merken würde, wo er hinsteuert!“

„Tja, und wir“ sagte Peter, „wir müssen wohl neu anfangen. Die wunderbare Kinderzeit mit Michael ist zu Ende. Er ist kein Kind mehr. Und wir sind zwar noch seine Eltern, aber wir müssen nun auch umlernen und sehen, was Elternsein für uns jetzt bedeutet.“ Und er las weiter:“ als die Unbekannten und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten und doch nicht getötet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben. Wir müssen aufpassen, Anke, dass wir fröhlich bleiben. Wir helfen ihm nicht, wenn wir jammern und klagen.“`

„Wenn´s bloß schon vorbei wäre“ sagte Anke. „Ich weiß gar nicht, wie ich das aushalten soll“. Peter lächelte. „Guck doch mal, hier steht´s: Ich habe dich zur Zeit der Gnade erhört und habe dir am Tage des Heils geholfen.« Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils! – Ich spüre einfach, dass das richtig und gut ist. Ich merke richtig, wie Gott hilft, jetzt und hier. Es geht mir schon viel besser. Ich glaube, wir schaffen das, du und ich und Michael. Mit Gottes Hilfe ganz bestimmt.“

Michael kam 8 Tage später nach Hause. Er war schmutzig und ausgehungert. Niemand wollte ihn mehr Unterschlupf bieten. Er war verzweifelt und müde. Der Kampf ums Überleben und der Kampf mit seinem eigenen Stolz hatte ihn mürbe gemacht.

Seine Eltern empfingen ihn mit offenen Armen. Sie machten ihm ein Bad zurecht und kochten sein Lieblingsgericht. Kein Wort des Vorwurfs kam über ihre Lippen. „Lass uns miteinander überlegen, Michael, wie es weitergeht, was du willst und ob und wie wir dir helfen können, ja?“ so begann das Gespräch, so wurden Vereinbarungen getroffen und erste Wege des Verstehens begangen.

Damit war längst nicht alles gut. Michael hat noch Jahre gebraucht, um seinen Weg ins Leben zu finden, anstrengende und manchmal auch verzweifelte Jahre für Anke und Peter. Aber sie blieben fest in dem, was sie sich vorgenommen hatten und fanden immer wieder Trost und Kraft in der Bibel. „Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, jetzt ist die Zeit des Heils“ – das half ihnen, kleine Schritte zu gehen und sich mit Michael über jeden kleinen Erfolg zu freuen.

Paulus hat seine eigenen Wünsche ganz hinten angestellt für das Wohl seiner Gemeinde in Korinth. Das Amt ist das wichtigste, sagt er, dafür lohnt es, sich selbst zurückzunehmen. Peter und Anke schafften das auch. Ihr Elternamt und die Verantwortung für ihr jüngstes Kind wurde ihre vornehmste Aufgabe.

Der Verzicht muss nicht zur Saure Gurken Zeit werden, sagt Paulus, wenn man das Ziel vor Augen behält. Und er muss nicht tragisch und schwer sein, wenn man weiß, woher man die Kraft dazu bekommt. Peter und Anke sind ein Beispiel, wie das geht. Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, weil Gott uns erhört, jetzt ist die Zeit des Heils, weil Gott uns hilft – Mutter und Vater von Michael haben das erlebt.
Und wir? Wir sind eingeladen, darauf zu vertrauen.
Amen

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 365, 1-3+5 Von Gott will ich nicht lassen

* Fürbittengebet:
Lasst uns beten und mit dem Gebetsruf „Herr, erbarme dich“, antworten.

Gott, du bist den Leidenden nah,
du bist den Weg des Leidens zu Ende gegangen
durch den Tod hindurch zum Leben.

Wir fürchten um unser Leben, wenn wir hören und sehen,
was Menschen aushalten müssen, was ihnen zugemutet wird.
Wir erschrecken und hoffen, dass es uns nicht trifft.
Wir möchten glauben, dass du auch dann bei uns bist,
wenn wir Angst haben, wenn wir Schmerzen leiden,
wenn wir mit uns selbst nicht zurechtkommen.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich für die Menschen,
die den Tod auf sich zukommen sehen:
Lass ihre Hoffnung wachsen und ihre Angst kleiner werden.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir beten für die Menschen,
die in Ungewissheit und Sorge leben,
die sich von Spannungen wie zerrissen fühlen:
Gib ihnen deinen Frieden, der alle Vernunft übersteigt.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir rufen dich an für die Verbitterten,
denen über ihrem Schicksal der Glaube zerbrochen ist:
Gib ihnen Menschen an die Seite,
durch die sie deine Liebe erfahren
wie ein Licht in der Finsternis.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich für unsere Schwestern und Brüder in der Welt,
die um ihres Glaubens willen Nachteile auf sich nehmen
oder Leiden erdulden müssen:
Festige sie in ihrem Glauben und stärke ihre Geduld,
dass sie nicht wanken.
Lass sie durch unser Gebet deinen Trost erfahren.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Gott, wir bitten dich für uns alle:
Wenn wir nicht wissen, warum dieses Unglück,
warum diese Krankheit, warum dieser Tod,
dann lass diese Fragen uns nicht von dir trennen.
Hilf uns glauben: Deine Liebe führt uns auch Wege,
die wir nicht verstehen,
durch den Tod hindurch zum Leben.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 590 Herr wir bitten komm und segne uns

* Bekanntmachungen:
Liebe Gemeinde, die Kollekte heute ist bestimmt für die Aktion „Hilfe in Osteuropa“

Am nächsten Sonntag, 25.02.2018 feiern wir um 18.00 Uhr in der Kirche in Wächtersbach den Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden des Westbezirks.

Der Wochenspruch der uns durch die kommende Woche geleitet steht im 1 Johannes 3, Vers 8b, dort heisst es:
„Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre“.

* Votum:
Vergiss die Träume nicht,
wenn die Nacht
wieder über dich hereinbricht
und die Dunkelheit
dich wieder gefangen zu nehmen droht.
Noch ist nicht alles verloren.
Deine Träume und deine Sehnsüchte
tragen Bilder der Hoffnung in sich.
Deine Seele weiß,
dass in der Tiefe Heilung schlummert
und bald in dir ein neuer Tag erwacht.
Ich wünsche dir,
dass du die Zeiten der Einsamkeit
nicht als versäumtes Leben erfährst,
sondern dass du beim Hineinhorchen
in dich selbst
noch Unerschlossenes
in dir entdeckst.
Ich wünsche dir,
dass dich all das Unerfüllte
in deinem Leben nicht erdrückt,
sondern dass du dankbar sein kannst für das,
was dir an Schönem gelingt.
Ich wünsche dir,
dass all deine Traurigkeiten
nicht vergeblich sind,
sondern dass du aus der Berührung
mit deinen Tiefen
auch Freude
wieder neu erleben kannst.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.

* Lied EG 487 Abend ward bald kommt die Nacht
  Thema: Gottesdienst am Passionssonntag Invokavit, 18.02.18
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 18.02.2018 22:12   Titel: Gottesdienst am Passionssonntag Invokavit, 18.02.18
Gottesdienst am Sonntag Invokavit
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach mit Trauaufgebot
18.02.2018
Text: 2. Korinther 6, 1-10

*Lied EG + 34 Komm heilger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde, die Passionszeit ist die Zeit, in der wir in besonderer Weise an das Leiden und Sterben Jesu Christi denken. Sie lädt uns ein, uns erneut mit unserem ganzen Leben zu ihm hinzuwenden, um in seiner Kraft zu bestehen und unseren Glauben zu bewähren.
Ich wünsche uns heute Morgen einen Mutmachenden Gottesdienst

*Lied EG 76 O Mensch bewein dein Sünde groß

*Eingangspsalm:
Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!

Denn du bist mein Fels und meine Burg,
und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen.
Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir heimlich stellten;
denn du bist meine Stärke.
In deine Hände befehle ich meinen Geist;
du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.
Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte,
dass du mein Elend ansiehst
und nimmst dich meiner an in Not
und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes;
du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Gott ist unsere Zuversicht.
Er ist bei uns in Not und Anfechtung.
Wir haben es erlebt, immer wieder,
und können es doch nicht glauben,
wenn es ernst wird.
Wir bitten ihn um Erbarmen:

*Kollektengebet:
Herr Gott, himmlischer Vater,
du hast deinen Sohn in die Welt gesandt,
dass er die Macht des Bösen besiege.
Wir bitten dich:
Stärke uns in aller Not und Anfechtung,
dass wir in seiner Kraft dem Feind widerstehen
und den Glauben, die Liebe und die Hoffnung bewahren.
Durch ihn, unseren Herrn Jesus Christus,
der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

G: AMEN

* Schriftlesung: Hebräer 4, 14-16
Als Lesung für den heutigen Sonntag hören wir Worte aus dem Hebräerbrief. Jesus wird der Gemeinde als der wahre Hohepriester vor Augen gestellt. Sie kann sich darauf verlassen, dass die Nöte und Anfechtungen, die sie in ihrem irdischen Dasein zu bestehen hat, im Himmel nicht unbekannt sind.
Lesung Hebr 4,14-16

14 und wisst nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? Ein Rauch seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet.
15 Dagegen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.
16 Nun aber rühmt ihr euch in eurem Übermut. All solches Rühmen ist böse.

(Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es eine Gotteskraft. Amen.)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 295 Wohl denen die da wandeln

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde,
manchmal muss man zurückstecken. Das ist nicht immer leicht, aber es gibt manchmal Größeres und Wichtigeres als das eigene Wohlergehen. Und gut hat es der, der höhere Werte kennt und weiß woher er die Kraft bekommt, seine eigenen Wünsche hintenanzustellen.

Ich lese den Predigttext aus dem 2. Brief des Paulus an die Korinther im 6. Kapitel:
1 Als Mitarbeiter aber ermahnen wir euch, dass ihr die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangt.
2 Denn er spricht (Jesaja 49,Cool: »Ich habe dich zur Zeit der Gnade erhört und habe dir am Tage des Heils geholfen.« Siehe, ajetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!
3 Und wir geben in nichts irgendeinen Anstoß, damit unser Amt nicht verlästert werde;
4 sondern in allem erweisen wir uns als Diener Gottes: in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Ängsten,
5 in Schlägen, in Gefängnissen, in Verfolgungen, in Mühen, im Wachen, im Fasten,
6 in aLauterkeit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, im Heiligen Geist, in ungefärbter Liebe,
7 in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken,
8 in Ehre und Schande; in bösen Gerüchten und guten Gerüchten, als Verführer und doch wahrhaftig;
9 als die Unbekannten und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten und doch nicht getötet;
10 als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben.

Mit einer Geschichte liebe Gemeinde möchte ich versuchen, diesen Text in unseren Alltag und in unser Leben zu holen:

Peter und Anke hatten drei Kinder großgezogen: Sven, Tolke und Olliver. Es hatte Höhen und Tiefen gegeben, auch Streit und Sorge, aber das hier, das was jetzt mit dem Jüngsten abging, das war für die gestandenen Eltern neu und erschreckend.
Michael hieß das Nesthäkchen. Und wie das so oft ist, mit den Nachzüglern: Sie werden mit besonderer Liebe umsorgt, besonders herzlich wird die Entwicklung begleitet und besonders viel Zeit wird in dieses Kind investiert. Auch Eltern werden erwachsen – beim 4. Kind sind sie echte Profis, durch nichts zu erschüttern, gelassen bei Stürzen, ruhig bei Fehlschlägen, geduldig in der Auseinandersetzung, großzügig bis nachsichtig in der Erziehung.

So war Michael aufgewachsen. Er machte seinen Eltern Freude und die Geschwister liebten den Kleinen über die Maßen.

Wann hatte die Veränderung nur angefangen? Rückblickend fielen Peter und Anke die Auffälligkeiten wieder ein: Mit 10 war er auffallend unkonzentriert gewesen. Er verlor nicht nur Handschuhe und Mützen, sondern auch einzelne Schuhe, ganze Sporttaschen und immer wieder seine Schreibmappe. Zwei Jahre später musste die Schultasche einmal in der Woche auf verschimmelte Essensreste hin untersucht werden und die losen Blätter wurden unter Aufsicht eingeheftet, Michael schaffte das alleine nicht. Mit 14 war sein Zimmer so verdreckt, dass man es nicht mehr betreten konnte, Ermahnungen führten zu oberflächlichem Beiseiteschieben, aber niemals zu einem als normal zu bezeichnenden Zustand. „So sind Jugendliche halt“ hatten Peter und Anke gedacht, sich lächelnd an die Meckereien der eigenen Eltern erinnert und beizeiten selbst Hand angelegt. Liebevoll und geduldig hatten sie Michael immer wieder ermahnt, ihm genauere Anweisungen gegeben und weil Michael folgsam und lieb war, hatte es nie Probleme gegeben. Aber das wurde eines Tages anders.

Es begann mit einem Anruf aus der Schule: Michael sei seit 8 Tagen nicht mehr in der Schule gesehen worden, ob das irgendeine Bedeutung habe?
Peter und Anke fielen aus allen Wolken. Michael? Seit 8 Tagen nicht zur Schule? Er hatte jeden Morgen wie immer winkend das Haus verlassen und war mittags nach Hause gekommen, hatte über Lehrer und Mitschüler geschimpft und sich dann erstmal hingelegt. Ihr Michael – ein gewiefter Lügner und Betrüger? Und das ganze ein halbes Jahr vor dem Schulabschluß?

Der Schock saß tief. Sie wussten gar nicht, wie sie sich verhalten sollten. „Michael, was ist da los? Was denkst du dir nur dabei? Was hast du getan?“ so fragten sie ihn abends und sie bemühten sich sehr um einen gefassten Tonfall.
Aber der Junge verschloss sein Gesicht. „Na, nun habt ihr´s endlich kapiert, oder was? Wisst ihr was? Ich kann euch nicht mehr ertragen! Ihr habt überhaupt keine Ahnung, wie das Leben wirklich ist!“

„Aber Michael, dann erklär es uns, damit wir verstehen, was mit dir los ist und damit wir dir helfen können!“

Ein böses Lächeln erschien auf dem Gesicht des Jungen. „Ihr und helfen? Was bildet ihr euch eigentlich ein?“ Und dann nahm er seine Jacke und ging und kam nicht wieder.
Am Abend kam er nicht nach Hause und am nächsten Abend auch nicht. Keiner wusste, wo er war. Er ging anscheinend wieder zur Schule, immerhin. Aber niemand konnte ihnen sagen, wo er aß und wo er schlief. Bitter war der Anruf bei der Polizei. „Wir wissen nicht, was wir tun sollen!“ sagte Anke. „Na, auf ihre Kinder müssen Sie schon selber aufpassen“, knurrte der Beamte.

Weil sie nicht wusste, wohin mit sich, räumte sie Michaels Zimmer auf. Da wurde einiges klarer. Zwischen unsäglichem Dreck und verschimmelten Essensresten fanden sich Marihuanatütchen und Wasserpfeifen, Aschenbecher und Zigarettenkippen. Wie hatten sie nur so blind sein können? Der Absturz ihres Kindes hatte sich vor mindestens einem Jahr angebahnt und sie hatten es nicht gemerkt.
Und nun? Peter und Anke waren ratlos.

„Dann muss er eben alleine leben, wenn er mit uns nicht leben will,“ meinte Peter. „Ich bin so traurig,“ sagte Anke „ich hab mein Kind verloren.“ Die Tage vergingen in Sorge, Angst und großer Trauer.

Peter und Anke fanden Hilfe im 2. Korintherbrief. “Und wir geben in nichts irgendeinen Anstoß, damit unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allem erweisen wir uns als Diener Gottes.“ So schreibt Paulus. „Unser Amt,“ sagte Peter, „das ist jetzt unser Elternamt. Das ist jetzt das Wichtigste, das müssen wir richtig machen. Ich denke, es ist gut, wenn wir ihm möglichst wenig Anlass zum Streiten geben, wenn wir möglichst klar in unserer Linie bleiben.“

„in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Ängsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Verfolgungen, in Mühen, im Wachen, im Fasten“ Anke las laut vor. „Das ist mir wie aus dem Herzen geschrieben“ seufzte sie. „Ich habe seitdem keine Nacht mehr durchgeschlafen. Aber was machen wir jetzt?“

„Lies,“ sagte Peter. „In Lauterkeit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, im Heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit“. Ich denke, dass es so gehen kann. Wir werden sehr freundlich und liebevoll mit ihm umgehen, wenn er wiederkommt. Aber er muss auch wissen, was geht und was nicht. Aber wir müssen darauf Acht geben, dass wir uns nicht zu Zornausbrüchen hinreißen lassen, sondern ganz bei uns und bei unserem guten Willen bleiben.

„Dass die Bibel so eine Hilfe sein kann“ darüber staunte Anke. „Hör zu: in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken, in Ehre und Schande; in bösen Gerüchten und guten Gerüchten, als Verführer und doch wahrhaftig, wie gerne ich ihn verführen möchte, doch zu einem normalen Leben zurückzukehren! Wenn er doch bloß merken würde, wo er hinsteuert!“

„Tja, und wir“ sagte Peter, „wir müssen wohl neu anfangen. Die wunderbare Kinderzeit mit Michael ist zu Ende. Er ist kein Kind mehr. Und wir sind zwar noch seine Eltern, aber wir müssen nun auch umlernen und sehen, was Elternsein für uns jetzt bedeutet.“ Und er las weiter:“ als die Unbekannten und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten und doch nicht getötet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben. Wir müssen aufpassen, Anke, dass wir fröhlich bleiben. Wir helfen ihm nicht, wenn wir jammern und klagen.“`

„Wenn´s bloß schon vorbei wäre“ sagte Anke. „Ich weiß gar nicht, wie ich das aushalten soll“. Peter lächelte. „Guck doch mal, hier steht´s: Ich habe dich zur Zeit der Gnade erhört und habe dir am Tage des Heils geholfen.« Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils! – Ich spüre einfach, dass das richtig und gut ist. Ich merke richtig, wie Gott hilft, jetzt und hier. Es geht mir schon viel besser. Ich glaube, wir schaffen das, du und ich und Michael. Mit Gottes Hilfe ganz bestimmt.“

Michael kam 8 Tage später nach Hause. Er war schmutzig und ausgehungert. Niemand wollte ihn mehr Unterschlupf bieten. Er war verzweifelt und müde. Der Kampf ums Überleben und der Kampf mit seinem eigenen Stolz hatte ihn mürbe gemacht.
Seine Eltern empfingen ihn mit offenen Armen. Sie machten ihm ein Bad zurecht und kochten sein Lieblingsgericht. Kein Wort des Vorwurfs kam über ihre Lippen. „Lass uns miteinander überlegen, Michael, wie es weitergeht, was du willst und ob und wie wir dir helfen können, ja?“ so begann das Gespräch, so wurden Vereinbarungen getroffen und erste Wege des Verstehens begangen.

Damit war längst nicht alles gut. Michael hat noch Jahre gebraucht, um seinen Weg ins Leben zu finden, anstrengende und manchmal auch verzweifelte Jahre für Anke und Peter. Aber sie blieben fest in dem, was sie sich vorgenommen hatten und fanden immer wieder Trost und Kraft in der Bibel. „Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, jetzt ist die Zeit des Heils“ – das half ihnen, kleine Schritte zu gehen und sich mit Michael über jeden kleinen Erfolg zu freuen.

Paulus hat seine eigenen Wünsche ganz hinten angestellt für das Wohl seiner Gemeinde in Korinth. Das Amt ist das wichtigste, sagt er, dafür lohnt es, sich selbst zurückzunehmen. Peter und Anke schafften das auch. Ihr Elternamt und die Verantwortung für ihr jüngstes Kind wurde ihre vornehmste Aufgabe.

Der Verzicht muss nicht zur Saure Gurken Zeit werden, sagt Paulus, wenn man das Ziel vor Augen behält. Und er muss nicht tragisch und schwer sein, wenn man weiß, woher man die Kraft dazu bekommt. Peter und Anke sind ein Beispiel, wie das geht. Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, weil Gott uns erhört, jetzt ist die Zeit des Heils, weil Gott uns hilft – Mutter und Vater von Michael haben das erlebt.

Und wir? Wir sind eingeladen, darauf zu vertrauen.
Amen

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 365, 1-3+5 Von Gott will ich nicht lassen

*Trauaufgebot Huhn
Am 14. April 2018 geben sich hier in der Wächtersbacher Kirche das „Ja Wort“ Bianca und Henrik Huhn. Ihr möchte mit Gottes Segen in diesen Lebensabschnitt gehen. Eine Liebe ist immer ein Wagnis. Es gibt keine Garantie, es ist immer wieder eine Herausforderung, besonders dann, wenn der Alltag Einzug erhalten hat.
Eure Liebe besiegelt ihr mit eurem Spruch aus dem hohen Lied der Liebe.
“Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größte unter ihnen.”

* Fürbittengebet:
Lasst uns beten und mit dem Gebetsruf „Herr, erbarme dich“, antworten.

Gott, du bist den Leidenden nah,
du bist den Weg des Leidens zu Ende gegangen
durch den Tod hindurch zum Leben.

Wir fürchten um unser Leben, wenn wir hören und sehen,
was Menschen aushalten müssen, was ihnen zugemutet wird.
Wir erschrecken und hoffen, dass es uns nicht trifft.
Wir möchten glauben, dass du auch dann bei uns bist,
wenn wir Angst haben, wenn wir Schmerzen leiden,
wenn wir mit uns selbst nicht zurechtkommen.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich für die Menschen,
die den Tod auf sich zukommen sehen:
Lass ihre Hoffnung wachsen und ihre Angst kleiner werden.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir beten für die Menschen,
die in Ungewissheit und Sorge leben,
die sich von Spannungen wie zerrissen fühlen:
Gib ihnen deinen Frieden, der alle Vernunft übersteigt.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir rufen dich an für die Verbitterten,
denen über ihrem Schicksal der Glaube zerbrochen ist:
Gib ihnen Menschen an die Seite,
durch die sie deine Liebe erfahren
wie ein Licht in der Finsternis.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich für unsere Schwestern und Brüder in der Welt,
die um ihres Glaubens willen Nachteile auf sich nehmen
oder Leiden erdulden müssen:
Festige sie in ihrem Glauben und stärke ihre Geduld,
dass sie nicht wanken.
Lass sie durch unser Gebet deinen Trost erfahren.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Gott, wir bitten dich für das Paar Bianca und Hendrik Huhn:
Herr du hast die beiden zusammen auf den Weg der Liebe geschickt. Ein Stück Weges sind sie schon gegangen, nun folgt der Weg den du segnest und auf dem du mitgehen willst. Gib unseren beiden die nötige Kraft die Liebe zu leben. Besonders dann wenn es schwierig wird und steinig. Schenke ihnen das Vertrauen, dass die Liebe alles ertragen, erdulden und aushalten kann, das die Liebe niemals aufhört und dass die Liebe ein großes und wichtiges Gut ist.

Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 590 Herr wir bitten komm und segne uns

* Bekanntmachungen:
Liebe Gemeinde, die Kollekte heute ist bestimmt für die Aktion „Hilfe in Osteuropa“

Am nächsten Sonntag, 25.02.2018 feiern wir um 18.00 Uhr in der Kirche in Wächtersbach den Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden des Westbezirks.

Der Wochenspruch der uns durch die kommende Woche geleitet steht im 1 Johannes 3, Vers 8b, dort heisst es:
„Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre“.

* Votum:
Vergiss die Träume nicht,
wenn die Nacht
wieder über dich hereinbricht
und die Dunkelheit
dich wieder gefangen zu nehmen droht.
Noch ist nicht alles verloren.
Deine Träume und deine Sehnsüchte
tragen Bilder der Hoffnung in sich.
Deine Seele weiß,
dass in der Tiefe Heilung schlummert
und bald in dir ein neuer Tag erwacht.
Ich wünsche dir,
dass du die Zeiten der Einsamkeit
nicht als versäumtes Leben erfährst,
sondern dass du beim Hineinhorchen
in dich selbst
noch Unerschlossenes
in dir entdeckst.
Ich wünsche dir,
dass dich all das Unerfüllte
in deinem Leben nicht erdrückt,
sondern dass du dankbar sein kannst für das,
was dir an Schönem gelingt.
Ich wünsche dir,
dass all deine Traurigkeiten
nicht vergeblich sind,
sondern dass du aus der Berührung
mit deinen Tiefen
auch Freude
wieder neu erleben kannst.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gottesdienste am Sonntag Septuagesimae, 28.01.2017
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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 28.01.2018 21:42   Titel: Gottesdienste am Sonntag Septuagesimae, 28.01.2017
Gottesdienst am Sonntag Septuagesimä
28.01.2018
09.15 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
Text: Jeremia 9, 22-23

* Lied EG Plus 34 Komm Heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

*Lied EG 320, 1-5 Nun lasst uns Gott

*Eingangspsalm:
Herr, du wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden;
laß dein Güte und Treue allewege mich behüten.

Denn es haben mich umgeben Leiden ohne Zahl.
Meine Sünden haben mich ereilt; ich kann sie nicht überblicken.
Ihrer sind mehr als Haare auf meinem Haupt,
und mein Herz ist verzagt.
Laß dir's gefallen, Herr, mich zu erretten;
eile, Herr, mir zu helfen!
Laß deiner sich freuen und fröhlich sein
alle, die nach dir fragen;
und die dein Heil lieben, laß allewege sagen:
Der Herr sei hochgelobt!
Denn ich bin arm und elend;
der Herr aber sorgt für mich.
Du bist mein Helfer und Erretter;
mein Gott, säume doch nicht!

Herr, du wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden;
laß dein Güte und Treue allewege mich behüten.

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Laßt uns Gott um Vergebung bitten
für alles, was uns von ihm
und untereinander trennt:
Ehrgeiz und Eifersucht,
Neid, Haß und Streit.
Wir rufen um erbarmen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Laßt uns Gott danken
für die Geduld, in der er uns erträgt,
die Güte, mit der er uns begleitet,
die Gnade, durch die er uns befreit
Darum können wir Gott loben:

* Kollektengebet:
Herr Gott, himmlischer Vater,
wir können mit dem, was wir tun, vor dir nicht bestehen.
Hilf, daß wir uns allein auf deine Gnade verlassen
und alles, was uns belastet und niederdrückt,
durch deine Hilfe überwinden.
Durch Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
G: AMEN

* Schriftlesung: Matthäus 25, 14-29
14 Denn es ist wie mit einem Menschen, der außer Landes ging: Er rief seine Knechte und vertraute ihnen sein Vermögen an;
15 dem einen gab er fünf Zentner Silber, dem andern zwei, dem dritten einen, jedem nach seiner Tüchtigkeit, und zog fort.
16 Sogleich ging der hin, der fünf Zentner empfangen hatte, und handelte mit ihnen und gewann weitere fünf dazu.
17 Ebenso gewann der, der zwei Zentner empfangen hatte, zwei weitere dazu.
18 Der aber einen empfangen hatte, ging hin, grub ein Loch in die Erde und verbarg das Geld seines Herrn.
19 Nach langer Zeit kam der Herr dieser Knechte und forderte Rechenschaft von ihnen.
20 Da trat herzu, der fünf Zentner empfangen hatte, und legte weitere fünf Zentner dazu und sprach: Herr, du hast mir fünf Zentner anvertraut; siehe da, ich habe damit weitere fünf Zentner gewonnen.
21 Da sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!
22 Da trat auch herzu, der zwei Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwei Zentner anvertraut; siehe da, ich habe damit zwei weitere gewonnen.
23 Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!
24 Da trat auch herzu, der einen Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist: Du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast;
25 und ich fürchtete mich, ging hin und verbarg deinen Zentner in der Erde. Siehe, da hast du das Deine.
26 Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht! Wusstest du, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und einsammle, wo ich nicht ausgestreut habe?
27 Dann hättest du mein Geld zu den Wechslern bringen sollen, und wenn ich gekommen wäre, hätte ich das Meine wiederbekommen mit Zinsen.
28 Darum nehmt ihm den Zentner ab und gebt ihn dem, der zehn Zentner hat.
29 Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 409, 1-5 Gott liebt diese Welt

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Textlesung: Jeremia 9, 22 - 23
So spricht der HERR: Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums. Sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, daß er klug sei und mich kenne, daß ich der HERR bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden; denn solches gefällt mir, spricht der HERR.

Liebe Gemeinde!
Meine Gedanken zu diesem Prophetenwort haben heute einmal die weniger ausgetretenen Pfade gesucht. Ausgegangen sind sie von dem Wort, das hier gleich fünfmal wiederholt wird: "Rühmen". Ich habe mich gefragt, ob das denn wirklich auch unsere Schwäche ist, dass wir uns rühmen? Und dabei kam mir in den Sinn, dass unser Ruhm heute vielleicht weniger unsere Weisheit, unsere Stärke oder unseren Reichtum herausstellt, als vielmehr in einer Verkleidung einhergeht: Unser Selbstruhm trägt sozusagen die Maske der "Selbstständigkeit" und "Unabhängigkeit". Und hinter dieser Maske tönt es: "Ich mache mein Leben selbst!" - "Ich brauche keinen Gott!" - "Ich will mein eigener Herr sein!" Aber das ist ja nur in meinen Gedanken so. Im Alltag hören wir solche Sätze wohl eher selten. Dafür aber leben die Menschen entsprechend: Man kann ihrem Denken, ihrem Reden und Handeln abspüren, abhören und ansehen, wie sie innerlich eingestellt sind. Und nicht immer, aber oft genug werden wir dann erkennen, dass die Menschen vor allem dem nachstreben, was sie selbst sich als Ziel ihres Lebens gesetzt haben: Der eine die Arbeit, eine andere mehr das Vergnügen. Eine mehr den Besitz, ein anderer will möglichst viel von fremden Ländern und Kulturen sehen und erfahren. Und - ja, auch das gibt es noch - manche weihen sich auch ganz dem Dienst an ihren Mitmenschen oder sonst einem Auftrag, den sie von Gott herhaben.
Angekommen sind meine Überlegungen dann bei diesem Vers des Propheten Jeremia: Grund, uns zu rühmen oder anders gesagt, das Wichtigste für uns ist es: Gott zu kennen und dass er der Herr ist, der unser Leben bestimmt und eine Aufgabe für uns hat. Aber genug mit den hohen Worten. Ich habe eine schöne Geschichte gefunden, die passt sehr gut zu diesen Gedanken. Ich will sie einmal erzählen:
In einem großen Weizenfeld stand eine Ähre mit vielen kleinen Körnern darin, die geborgen und behütet in ihrem Häuschen saßen und auf das große Leben warteten. Und während sie so warteten und wuchsen und reiften, machten sie sich ihre Gedanken und sprachen auch über ihre Wünsche.
"Ich möchte einmal viel erleben", sagte das Erste, "in die Welt hinausgehen; endlich einmal etwas anderes sehen als dieses Weizenfeld!" Das zweite und das dritte Korn pflichteten ihm bei: "Ja, das wollen wir auch!" Das vierte Körn lein wollte in Ruhe sein Leben genießen. Das Fünfte sagte: "Ich möchte ein sinnvolles Leben haben, das für die Menschen nützlich ist! Ich will dem Hunger in der Welt wehren." Das sechste schaute in die Ferne und sagte sehnsüchtig: "Ich möchte Gottes Geheimnisse sehen!" Das letzte Körn lein schließlich war etwas einfältig und wusste nicht so recht, was es sich wünschen sollte. "Ich möchte, dass Gott mein Leben gebraucht, so wie er will", sagte es schließlich.
Liebe Gemeinde, nein, die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Ich wollte nur schon hier einmal unterbrechen und fragen: Entspricht das nicht wirklich in etwa dem Bild, das heute die Menschen unserer Gesellschaft abgeben? Sicher ist doch: Die Mehrheit versteht ihr Leben in erster Linie als Jahre, die ihnen etwas "bringen" sollen: Freude, Glück, schöne Erfahrungen, Genuss, Kurzweil ... Wesentlich weniger sind es, die sich und ihrem Leben andere Ziele setzen. Und nur ganz wenige lassen sich hier von Gottes Plan und seinem Auftrag an sie leiten. Aber hören wir, wie es den Weizenkörnern weiter erging:
Und es geschah, dass der allmächtige Gott die Wünsche der Ährenkinder hörte und beschloss, jedem Körn lein das zu geben, was es begehrte. - Und als die Körner dick und reif waren und die Ernte kam, da fiel das erste, das die Welt sehen wollte, neben dem Sack auf den Wagen und fuhr die lange Strecke vom Feld zur Scheune, vorbei an Wiese und Wald, an Häusern, Menschen, Gärten, an Rinderherden, die von der Weide, und Schulkindern, die von der Schule kamen. Und es schaute und schaute. Dreimal fuhr es vom Feld zur Scheune und von der Scheune zum Feld. Dann aber fiel es an einer holprigen Wegstelle vom Wagen und wurde von den Rädern überrollt.
Das vierte Körn lein, das sein Leben genießen wollte, kam erst gar nicht auf den Wagen. Es hatte Angst vor der Sichel und dem Dreschflegel und sprang vorher auf die Erde. Da freute es sich an Luft und Sonnenschein und schloss Freundschaft mit einer Ackerwinde und einem Marienkäfer - bis ein frecher Spatz kam und es einfach aufpickte.
Die anderen Körn lein fielen alle miteinander in einen großen Sack und kamen in die Scheune. In dem Sack war es ziemlich dunkel und sehr eng. Sie stießen und drückten sich gegenseitig. Es war nicht mehr so schön wie in ihrer Kinderstube, da jedes sein eigenes kleines Häuschen an der großen Ähre hatte.
Das zweite und dritte Körn lein, die wie das Erste in die Welt hinaus wollten, wurden eines Tages zusammen mit vielen anderen von einer großen Schippe aus dem Sack geholt und in die Mühle geworfen. Die beiden Körnchen ahnten, was da kommen sollte, sprangen schnell von der Schippe ab - zurück in den Sack. "Nein, nein!" sprachen sie, "das ist zuviel! Da verlieren wir uns ja. So eng mit den anderen zermahlen und verbacken werden, das ist doch geschmacklos!" Der allmächtige Gott achtete den Wunsch der Körn lein. Und am nächsten Tag griff die Bäuerin sie mit einer Hand voll anderer Körner und streute sie alle mit weitem Schwung in den Hühnerhof. Jedes hatte nun Weite um sich und sein persönliches Plätzchen und jedes wurde einzeln und ganz für sich von den Hühnern gefressen.
Das fünfte Körn lein aber, das in die Mühle geraten war, wurde gemahlen und im Ofen zu knusprigen Brötchen gebacken. Und am Morgen beim Frühstück machte es die Kinder satt.
Nun blieb noch das sechste Körnchen, das Gottes Geheimnisse sehen und das kleine Siebte, das sich einfach von Gott gebrauchen lassen wollte.
Und der allmächtige Gott dachte an sie und dachte sich etwas ganz Schönes für sie aus.
Das sechste Körnchen kam eines Tages auch in die Mühle und in die Backstube und musste durch die gleichen Schmerzen gehen wie seine Brüder vorher und mit vielen anderen zusammen zu Brot werden. Es wurde aber kein knuspriges Brötchen für den Morgenkaffee, sondern es kam als Abendmahlsbrot auf den Altar der kleinen Dorfkirche. Und als der Pfarrer Gebet und Segen für das Abendmahl sprach und das Brot emporhob, da spürte es, dass etwas vom Geheimnis Gottes in ihm selbst war.
Das kleine siebte Korn aber griff der Bauer mit seinen Brüdern und Schwestern, die auch noch übrig waren, und fuhr sie wieder zurück zum Acker. Mit gleichmäßigen Armbewegungen warf er sie in die schwarze Erde. Dann kam die Egge und der Boden schloss sich über ihnen. Das siebte Körnchen wusste nicht, was mit ihm geschah, es war zu einfältig, um sich viele Gedanken zu machen. Es blieb still im Dunkel und ertrug die Schmerzen und Veränderungen, die es in sich fühlte, bis es in der Erde starb.
Und nach einigen Monaten wuchs dort, wo es gestorben war, eine Ähre auf, die dreißig Körner trug. Der allmächtige Gott lächelte und nahm sieben davon für sich auf den Altar, und sieben warf er wieder auf den Acker - und alle, die noch übrig waren, bekamen die Kinder als Frühstücksbrötchen. (Nach: Die Wünsche der sieben Weizenkörner, von Gertrud Renate Sopp)
Liebe Gemeinde! Eine schöne Geschichte, nicht wahr? Viel ist dazu nicht mehr zu sagen oder gar zu erklären. Nur ein paar Wünsche für uns will ich noch anschließen: "Das siebte Körnchen wusste nicht, was mit ihm geschah, es war zu einfältig, um sich viele Gedanken zu machen." Es ist diese Einfalt, die ich uns allen wünsche. Vielleicht kann ich auch "Gelassenheit" sagen oder "Vertrauen"? Dass wir uns keine Gedanken machen, wenn wir uns Gott überlassen. Er weiß, was er mit uns vorhat. Und das entspricht unseren Gaben, die er uns am Anfang unseres Lebens mitgibt. Die Ziele, die wir unserem Leben kurzsichtig setzen, sind meist nichts, wofür sich ein Leben lohnt. Gottes Ziel mit uns ist Sinn und Fülle in dieser Zeit und - oft durch Leid und Schmerzen, immer durch Dunkelheit und Sterben hindurch - ein neues, ewiges Leben. Ich wünsche uns, dass wir uns in Gottes Hand geben können, damit er mit uns nach seinem Willen tut, so wie beim siebten Weizenkorn.
Gott spricht: "Wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er klug sei und mich kenne, dass ich der HERR bin!"

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 324, 1-7 Ich singe dir mi Herz und Mund

* Fürbittengebet:
Von deiner Liebe leben wir, Gott.

Wir teilen die Menschen ein
in solche, die viel, und solche, die wenig leisten,
in solche, die mehr, und solche, die weniger taugen.
Durchkreuze unsere Einteilungen
und laß uns danach fragen,
wer Zuwendung und Güte braucht.
Von deiner Liebe leben wir, Gott.

Wir berechnen, was wir verdient haben
an Zuwendung und Wohlergehen,
was uns geschuldet wird an Anerkennung und Verständnis,
wie oft wir zu kurz kommen im Vergleich zu anderen.
Mach einen Strich durch unsere Rechnungen
und laß uns erkennen:
Von deiner Liebe leben wir, Gott.

Unsere Rangordnungen überwinde,
damit unser Herz sich auch für den Letzten öffne.
Und wenn wir von der Höhe unserer Selbstüberschätzung herabstürzen,
fange uns auf mit deiner Güte.
Dann sind wir erlöst,
weil wir nicht mehr beweisen müssen,
wie stark und bedeutend wir sind.
Wir sind erlöst,
weil wir Frieden machen können mit unserer Schwachheit.
Denn deine Barmherzigkeit schenkt uns Flügel,
und von deiner Liebe leben wir, Gott.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte

* Bekanntmachungen:
Kollekte: EKD Kollekte für die Weltbibelhilfe

Wochenspruch: Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. Dan. 9, 1

Nächster Gottesdienst in Lettgenbrunn:

Sonntag, 11. Februar 2018 mit Pfrin. Ehlers 9:15 Uhr

Nächster Gottesdienst in Lohrhaupten

Sonntag, 04. Februar 2018 mit Lektorin Kempf 10:30 Uhr

Abkündigungen

Unsere Kirchengemeinden suchen Mitwirkende für den
diesjährigen Weltgebetstaggottesdienst. Dieser findet statt am 02. März 2018.
Es geht in diesem Jahr um das Land Surinam. Interessierte melden sich bitte im
Pfarrbüro, donnerstags zwischen 9 – 12 Uhr, Tel.: 06057 / 679 oder bei Frau Pfrin. Ehlers,
Tel.: 06057 / 647. Wir freuen uns!

Der Jahresabschluss zum 31.12.2016, unserer Kirchengemeinde Lohrhaupten – Lettgenbrunn
liegt für alle Gemeindemitglieder am Donnerstag, 01.02. und Donnerstag, 08.02.2018 in der Zeit
von 9 – 12.00 Uhr im Pfarrbüro in Lohrhaupten zur Einsicht aus.

* Votum:
Der Herr segne dich,
er lasse dein Leben gedeihen,
er lasse deine Hoffnung erblühen,
er lasse deine Früchte reifen.
Der Herr behüte dich,
er umarme dich in deiner Angst,
er stelle sich vor dich in deiner Not.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir,
wie ein zärtlicher Blick erwärmt,
so überwinde er bei dir,
was erstarrt ist.
Er sei dir gnädig,
wenn dir Schuld dich drückt,
dann lasse er dich aufatmen
und mache dich frei.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich,
er sehe dein Leid,
er tröste und heile dich.
Er schenke dir das Wohl des Leibes
und das Heil deiner Seele durch Jesus Christus!
Er gebe dir Frieden.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN
  Thema: Abendgottesdienst am 2. S.n. Epiphanias, 14.01.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 14.01.2018 21:54   Titel: Abendgottesdienst am 2. S.n. Epiphanias, 14.01.2018
Abendgottesdienst am 2. Sonntag nach Epiphanias
Am 14.01.2018 um 18.00 Uhr
In der Evangelischen Kirche Wittgenborn
Text: Johannes 1, 29 - 34

Lied EG plus 34

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat. AMEN
Liebe Gemeinde, guten Abend und herzlich Willkommen zum Abendgottesdienst am 2. Sonntag nach Epiphanias.

*Lied EG 66, 1-3 Jesus ist kommen

*Eingangspsalm:
Ich habe einen Helden erweckt, der helfen soll, spricht der Herr,
ich habe erhöht einen Auserwählten aus dem Volk.

Meine Hand soll ihn erhalten,
und mein Arm soll ihn stärken.
Meine Treue und Gnade soll bei ihm sein,
und sein Haupt soll erhöht sein in meinem Namen.
Seine Hand laß ich herrschen über das Meer
und seine Rechte über die Ströme.
Er wird mich nennen: Du bist mein Vater,
mein Gott und Hort, der mir hilft.
Und ich will ihn zum erstgeborenen Sohn machen,
zum Höchsten unter den Königen auf Erden.
Ich will ihm ewiglich bewahren meine Gnade,
und mein Bund soll ihm fest bleiben.

Ich habe einen Helden erweckt, der helfen soll, spricht der Herr,
ich habe erhöht einen Auserwählten aus dem Volk.

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Als Gottes Kinder leben,
Brüder und Schwestern sein
im Geiste Jesu -
das möchten wir.
Hilf uns, Gott, das wir sehen und bezeugen
Wir rufen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
"Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen,
daß wir Gottes Kinder heißen sollen -
und wir sind es auch!"
Wir singen:

*Kollektengebet:
Gott, deine Kinder sein - das möchten wir gern.
Uns von deinem Geist treiben lassen,
dir vertrauen - das wünschen wir uns.
Es gibt so viele andere Dinge, die uns treiben:
Sorgen, Fragen, Ängste.
Uns fehlt der Mut, bei dir zu bleiben.
Wir tun lieber, was alle tun.
Wecke uns auf, sprich uns an, gib uns deinen Geist,
damit wir werden, wie du uns gewollt hast:
Deine Kinder,
Menschen deines Wohlgefallens.
G: AMEN

* Schriftlesung: Matthäus 3, 13-17
13 Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, daß er sich von ihm taufen ließe.
14 Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, daß ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? [a ]
15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er's geschehen.
16 Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah [a ] den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen.
17 Und siehe, eine [a ] Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, [b ] an dem ich Wohlgefallen habe.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

*Lied EG 72 O Jesu Christe wahres Licht

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Textlesung: Joh. 1, 29 - 34
Am nächsten Tag sieht Johannes, daß Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! Dieser ist's, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich. Und ich kannte ihn nicht. Aber damit er Israel offenbart werde, darum bin ich gekommen, zu taufen mit Wasser. Und Johannes bezeugte und sprach: Ich sah, daß der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm. Und ich kannte ihn nicht. Aber der mich sandte, zu taufen mit Wasser, der sprach zu mir: Auf wen du siehst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, der ist's, der mit dem heiligen Geist tauft. Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist Gottes Sohn.

Liebe Gemeinde!
Was heute über dieser Predigt steht, was hier Johannes der Täufer ausspricht, ist wohl die kürzeste Beschreibung dessen, worum es in unserem Christenleben geht. Das sollen auch wir: Sehen und bezeugen. Und nicht irgendwen oder irgendwas - Jesus Christus, den Sohn Gottes. - Aber nähern wir uns diesem Wort ein wenig langsamer: Was "sehen" wir?
Zunächst sicher viel Böses, schlechte Verhältnisse, schlimme Vorzeichen und manche verfahrene Situation, persönlich und in der Welt. Gerade am Beginn eines neuen Jahres ist unser Blick ja besonders geschärft und empfänglich für das Dunkle, Bedrohliche, Angsterregende. Gerade weil wir uns doch nach Glück und guten Aussichten im neuen Jahr sehnen, sind wir so empfindlich für alles, was uns die Hoffnung und den Mut nehmen will. So fragen wir uns: Werde ich meine Arbeit behalten? Wird meine Gesundheit in diesem gerade begonnenen Jahr besser werden? Kann ich mir den Krankenkassenbeitrag von meiner Rente leisten? Darf man überhaupt noch krank werden ohne zu verarmen? Kommt ein wenig mehr Sinn in meine Tage? Werde ich schaffen, was ich mir für die kommenden 12 Monate vorgenommen habe? - Dieser Ausblick nach vorn ist nicht immer hoffnungsvoll. Er kann auch beängstigen und uns das Herz schwer machen.
Aber "sehen" wir nicht auch anderes? Schauen wir doch noch einmal kurz zurück auf die vergangenen 12 Monate: Gab's da nicht auch - neben manchem Schweren - viel Schönes? Ich weiß ja nicht, was ihnen alles widerfahren ist, aber ich nenne hier einmal ein paar Ereignisse, die geschehen sind. Etwas davon haben auch sie erlebt!
Einem wurde ein Enkel geschenkt. Ein anderer hat endlich wieder ein gutes Wort mit seinem Nachbarn gewechselt. Eine dritte geht nach jahrelanger Pause wieder arbeiten, und der Anfang ist gelungen: Es macht viel Freude! Einer vierten ist endlich der Herzenswunsch in Erfüllung gegangen: Die Reise nach Gran Canaria! Und dann: Manche Bewahrung haben wir erfahren. Manche Hilfe in Not. Manche Kraft, von der wir wussten, sie kommt nicht aus uns selbst.
Gewiss: Wir könnten dem jetzt auch wieder schlechte Erlebnisse gegenüberstellen. Aber die haben nicht unser ganzes Jahr 2017 ausgemacht. Das Gute, das Glück, die Freude gab es auch! Wir haben also "gesehen"! Nur: haben wir auch "bezeugt"?
Da werden manche jetzt denken, aber wer wird sich denn hinstellen und ständig verkünden: "Was ich bin und habe kommt von Jesus Christus, meinem Herrn!" Wer kann das denn auf solche Weise öffentlich werden lassen? Das wäre uns doch peinlich!
Ich kann das verstehen. Mir fiele das auch schwer - besonders dann, wenn ich nicht als Prädikant auf der Kanzel stehe. Doch es gibt auch andere, leisere Möglichkeiten, die aber nicht weniger wichtig und effektiv sind: Da ist das Lächeln, das ich immer einmal zeigen kann - mein grämliches Gesicht spricht sicher nicht für meine Freude und die Geborgenheit im Glauben an meinen Herrn. Da ist ein ehrliches Dankeschön gegenüber Gott in meinem Gebet - wer dankbar ist, der weiß offenbar zu schätzen, was ihm geschenkt wird. Da gibt es aber auch hin und wieder Gelegenheit - vielleicht den Kindern und Enkeln gegenüber - Gott ins Gespräch zu bringen. Warum nicht einmal davon sprechen, wenn wir über unsere Lebenserfahrungen reden, dass wir Gott sehr viel Gutes verdanken?
Und warum denn nicht einmal in die Trauer eines Kollegen hinein ein paar Worte des Trostes sagen, vielleicht solche: "Ich kann das nachfühlen, wie es dir jetzt geht! Ich dachte damals, als mein Kusseng starb, auch, mir bricht die Welt zusammen. Mir hat in dieser schweren Zeit mein Glaube geholfen. Ich wusste, dass mein Kusseng nicht ins Nichts gefallen ist, sondern in Gottes Hände. Das gilt auch jetzt...für dich und für den Menschen, um den du trauerst!"
Und es gibt auch täglich die kleinen Gelegenheiten, in einer Zeit, die Gott und seiner Sache wenig Raum lässt, den Glauben und worauf unser Herz vertraut zur Sprache zu bringen: Wenn in einer Gesprächsrunde die negative Stimmung siegen will - dann reden wir von Hoffnung und davon, dass Gott am Ende alles in seiner Hand hält. Wenn in unserem Verein die Terminplanung für das Jahr gemacht wird, dann achten wir darauf und sprechen unser Interesse auch einmal deutlich an, dass die Sonntage und besonders die Gottesdienstzeiten frei von Veranstaltungen bleiben und so alle die Möglichkeit haben, den Gottesdienst ihrer Gemeinde zu besuchen. Überall, wo es uns möglich ist, mahnen wir, nicht nur den Schwund der Werte zu beklagen, die in unserer Gesellschaft einmal galten, sondern sich auch ehrlich und tatkräftig dafür einzusetzen, sie Zurückzugewinnen.
Liebe Gemeinde!
Das sollen wir: Sehen und bezeugen. Ich bin ganz sicher, wenn wir uns einmal besinnen, was wir in unserem Leben - und wenn es nur das vergangen Jahr wäre - erfahren und von Gott und seiner Macht "gesehen" haben, dann werden wir alle sagen müssen: Es war viel Gutes, viel Schönes und manches kleine und große Wunder dabei! Aber ich bin auch sicher, dass wir aus den gemachten Erfahrungen heraus, nicht in dem Maß "bezeugt" haben, wie es recht gewesen wäre. Vielleicht gelingt uns das im gerade begonnenen Jahr besser?
Ich wünsche uns für dieses Jahr, dass Gott uns wieder reichlich und gnädig sehen lässt, wie sehr er uns liebt und dass er in Jesus Christus seinen Sohn in die Welt gesandt hat, einen starken Helfer für alles, was auf uns zukommt.
Darüber hinaus aber wünsche ich uns, dass wir das Bekennen lernen. Nicht unbedingt das laute, öffentliche, aber doch das deutliche Sprechen darüber, was wir mit Gott erlebt haben und täglich neu erleben, wenigstens vor unseren Leuten, den Menschen in unserer Nähe und besonders den Kindern! Und das fröhliche Gesicht, das zu diesem Wissen passt, wünsche ich uns auch.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. AMEN.

* Lied EG 398 In dir ist Freude

* Fürbittengebet:
"In dir ist Freude in allem Leide" - darauf vertrauen wir.
Dein Wort sagt es uns zu. Und wir entdecken Spuren deiner Güte.

Für die Menschen danken wir, die unser Leben hell machen:
Freunde, die uns verstehen und Vertraute, die uns begleiten.
Für sie und uns bitten wir, dass Gott uns füreinander erhält
und unsere Freude bewahrt.

Über Menschen freuen wir uns, die ein Hoffnungsschimmer sind für andere durch ihr Lachen, durch ihr Reden, auch durch ihr stilles Mittragen oder ihren mutigen Einsatz.

Für die Menschen bitten wir, die aufeinander angewiesen sind
als Frau und Mann in der Ehe, als Kinder, Eltern und Großeltern,
als Nachbarn nebenan oder als Kollegen im Beruf,
als Gesunde und Kranke, trostlos oder voll Hoffnung:
dass die Freude nicht versiegt auf ihrem Weg miteinander.

Du bist unsere Freude, auch noch an schweren Tagen.
Du gehst mit uns und bist unsere Hoffnung.
"Durch dich wir haben himmlische Gaben, du der wahre Heiland bist".

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

*Lied EG 487 Abend ward bald kommt die Nacht

* Bekanntmachungen:

* Votum:
Lasst uns diesen Gottesdienst beschließen mit der Bitte um Gottes Segen.
Lasst uns bewahren, was wir gesehen und gehört haben.
Lasst uns bezeugen, wovon wir selbst überwunden sind.
Lasst uns leben, wozu wir von Gott befreit sind, und den Segen empfangen, wozu er uns berufen hat.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
 
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