Willkommen auf der Seite von Prädikant Wagner

 Predigten und Andachten zu vielen Anlässen
Willkommen auf der Seite von Prädikant Wagner Foren-Übersicht
Benutzergruppen Check your PMs Login
Registrieren
    Intro   Portal   Index  Wichtige SeitenHomepage  Foto AlbumFoto Album  KarteKarte 


Die Suche hat 46 Ergebnisse ergeben.
Willkommen auf der Seite von Prädikant Wagner Foren-Übersicht
Autor Nachricht
  Thema: Gottesdienst am 10. Sonntag nach Trinitatis, 05.08.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 15

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 05.08.2018 17:13   Titel: Gottesdienst am 10. Sonntag nach Trinitatis, 05.08.2018
Gottesdienst am 10. Sonntag nach Trinitatis
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
05.08.2018
Text: Johannes 4, 19-26

*Orgelvorspiel

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde,
ich heiße Sie und euch alle ganz herzlich willkommen zum Gottesdienst am 10. Sonntag nach Trinitatis. Das Thema unseres Gottesdienstes heute lautet:
Kann man im Aldi fromm werden? Ich wünschen uns allen einen Mut machenden Morgengottesdienst.

*Lied EG 455 Morgenlicht leuchtet

*Eingangspsalm:
Im Wechsel mit der Gemeinde: Psalm 32 EG 717
Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
"So spricht der Herr, dein Erlöser, der Heilige Israels:
Ich bin der Herr, dein Gott, der dich lehrt, was dir hilft,
und dich leitet auf dem Wege, den du gehst.
O daß du auf meine Gebote gemerkt hättest,
so würde dein Friede sein wie ein Wasserstrom
und deine Gerechtigkeit wie Meereswellen."
Mit Israel bitten wir Gott um Erbarmen und rufen:


*Aufforderung zum Lobpreis:
"Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen,
aber meine Gnade soll nicht von dir weichen,
und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen,
spricht der Herr, dein Erbarmer."
Mit Israel danken wir Gott für seine Gnade und singen:

*Kollektengebet:
Lasst uns beten:
Bei dir, Gott, ist Gnade. Deinen Namen hast du Israel offenbart und in deinem Sohn Jesus Christus uns Menschen dein Heil geschenkt.
Wir bitten dich – mit all unserer Schuld: Schenke uns deinen Heiligen Geist, dass wir jetzt dein Wort hören und dich im Geist anbeten. Dir sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit.
G: AMEN

* Schriftlesung: Römer 11, 17-24
17 Wenn aber nun einige von den Zweigen ausgebrochen wurden und du, der du ein wilder Ölzweig warst, in den Ölbaum eingepfropft worden bist und teilbekommen hast an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums,
18 so rühme dich nicht gegenüber den Zweigen. Rühmst du dich aber, so sollst du wissen, dass nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich.
19 Nun sprichst du: Die Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft würde.
20 Ganz recht! Sie wurden ausgebrochen um ihres Unglaubens willen; du aber stehst fest durch den Glauben. Sei nicht stolz, sondern fürchte dich!
21 Hat Gott die natürlichen Zweige nicht verschont, wird er dich doch wohl auch nicht verschonen.
22 Darum sieh die Güte und den Ernst Gottes: den Ernst gegenüber denen, die gefallen sind, die Güte Gottes aber dir gegenüber, sofern du bei seiner Güte bleibst; sonst wirst du auch abgehauen werden.
23 Jene aber, sofern sie nicht im Unglauben bleiben, werden eingepfropft werden; denn Gott kann sie wieder einpfropfen.
24 Denn wenn du aus dem Ölbaum, der von Natur wild war, abgehauen und wider die Natur in den edlen Ölbaum eingepfropft worden bist, wie viel mehr werden die natürlichen Zweige wieder eingepfropft werden in ihren eigenen Ölbaum.

(Selig sind die Gottes Wort hören und bewahren. - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.
* Lied EG 288 Nun jauchzt dem Herren
* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Als Predigttext hören wir auf Worte aus Johannesevangelium Kapitel 4, Verse 19-26

19 Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist.
20 Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten soll.
21 Jesus spricht zu ihr: Glaube mir, Frau, es kommt die Zeit, dass ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.
22 Ihr wisst nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden.
23 Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben.
24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
25 Spricht die Frau zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen.
26 Jesus spricht zu ihr: Ich bin's, der mit dir redet.


Liebe Gemeinde,
I. Wortlos können wir nicht lange leben

Glaube wird nicht wortlos weitergegeben.
Aber manchmal im Leben werden wir wortlos.
Funktionieren nur noch. „Wozu das alles?“, stöhnen unsere Gedanken auf. „Ich kann nicht mehr,“ pflichtet die Seele bei.
Eine Frau schleppt sich den Berg hinauf. Wasser holen.
Wenn wir nur noch funktionieren, funktionieren müssen, wird das Leben unerträglich.
Glaube braucht das Gespräch. Aber wie soll man da hineinfinden?
Glaube entsteht, wo uns Christus anspricht. In evangelischer Tradition ist dieses Gespräch Gottes mit uns sehr stark auf die Predigt konzentriert. Die Predigt ist – wenn wir es mit einem Telefonat vergleichen – sozusagen „Gottes Anruf“. Zum Gespräch wird eine Predigt dann, wenn ich den „Anruf“ entgegennehme. Glaube wächst, wenn ich spüre: Das Gespräch hat etwas mit mir und meinem Leben zu tun.
Jesus lässt sich an einem Brunnen nieder.
Wenn wir Gottes Anruf annehmen. Was da geschieht, geschehen kann: Davon handelt unsere Predigt heute. Ihr Thema ist ein Gespräch, das Jesus mit einer Frau geführt hat.
Glaube entsteht, wenn wir hinter die Oberfläche der alltäglichen Dinge schauen. Glaube entsteht und bleibt lebendig, wenn wir mit Gottes Wort im Ohr hinter die Dinge des Alltags schauen können. Das ist ein Blick, ein Tiefenblick, den wir kaum noch üben.
Aus diesem Blick kommt uns das zu, was in den wortlosen Situationen fehlt:
Geist.
Wahrheit.
Innere Lebendigkeit.

Wenn wir nur noch funktionieren sind wir auf reine Körperlichkeit reduziert. Das kann ein Mensch nicht lange aushalten. Geistlose Existenz ist für uns wie Blumen ohne Wasser.
Wortlos, geistlos können wir nicht lange leben.
Wenn sie so wollen, können sie die heute Predigt auch als kleine Meditationsanleitung für den Alltag verstehen.
II. Begegnung

Wir besuchen einen Ort, den sie bis heute mit Sicherheit in keinerlei Weise mit Glaube und religiösen Themen in Verbindung bringen würden. Danach mag es anders sein.
Im Johannes-Evangelium treffen wir im 4. Kapitel auf die Begegnung zwischen Jesus und einer Frau aus Samarien. Jesus hatte sich ermüdet an einem Brunnen niedergelassen. Eine Frau kommt, Wasser zu schöpfen. Jesus spricht diese Frau, deren Namen wir nicht erfahren, an und bittet sie um Wasser. „Wie, ein Jude fragt eine wie mich wegen Wasser?“. Sie gibt es ihm mit erstauntem Gesicht. „Wasser kann viel bedeuten“, sagt Jesus dann sinngemäß. Und verwickelt sie ein Gespräch über die Symbolkraft von Wasser.

III. Beim ALDI fromm werden?

Ganz im Sinne einer modernen Wagner-Inszenierung verändern wir jetzt die Bühne. Wo würde das Gespräch zwischen Jesus und der Frau, die ja zum Einkaufen gegangen ist, heute stattfinden?
Gehen wir los. Wir betreten einen Discounter. Wir gehen einkaufen. Da wir sparsam sind, aber auf Qualität nicht verzichten wollen und weil wir uns nicht für besser als andere halten, gehen wir zum ALDI.
Vor uns der erste, lange Gang. Menschen eilen an uns vorbei. Wir haben Zeit. Wir bleiben stehen und versuchen einmal, dass, was wir von unserem Glauben wissen, mit dem, was wir sehen, in Verbindung zu bringen. Dazu brauchen wir kein Studium. Uns reichen die Stücke, Bruchstücke, Erinnerungsstücke unseres Glaubens.
Rechts sehen wir das verlockende Angebot: Milka Schokolade mit ganzen Nüssen. De Beukela Kekse. KAFFEE Gebäck. Links beginnt die Reihe mit Schnaps und endet mit Wein. Was wird einem Christenmenschen einfallen? Etwa diese Zeile aus dem Vater-Unser „Und führe mich nicht in Versuchung“.
Was ist Religion für sie, liebe Gemeinde? Ist Glaube für sie mit Warnung, Verbot und Vorschrift verbunden? Erwarten sie von Gottes Anruf klare Vorschriften?
Was spräche dagegen, fiele uns beim Eingang des Discounters dieser Vers ein: …dass der Wein erfreue des Menschen Herz (Psalm 15). Evangelium heißt „frohe Botschaft“. Glaube ist Einladung zum Leben.
Rechts, beim Schokoladenregal könnten wir darüber nachdenken, wie oft wir diese „Seelentröster“ brauchen. Nur sie wissen, wie sie Schokolade essen: Stück für Stück genießend. Mancher stopft sie wahrlich in sich rein.
Wenn unser Jakobsbrunnen-Gespräch beim ALDI stattfinden würde, fragte Jesus vielleicht: Frau, warum kaufst du so viel Schokolade. Und sie würde ihn irritiert anschauen. „Hab ja kaum was, was schön ist.“ Nein, noch ist sie bereitet, tiefer zu gehen mit ihren Gedanken.
Ich habe nun keine platte Konsumkritik vor, die in etwa besagen würde: Bete und du musst keine Schokolade mehr essen… Anders hielte ich es für besser: Ich genieße Schokolade und mach mir ab und zu bewusst, was meinem Leben Süßigkeit gibt. Und wem ich diese Süße im Leben weitergeben könnte. Glaube, und darauf zielt das Gespräch Jesu ab, hebt uns aus der bloßen Existenz heraus.
Unsere Samariterin schiebt ihren Wagen schnell weiter. Fast, als wollte sie flüchten. Am Ende des ersten Ganges stehen die Putzmittel. Da kann er ja wohl nichts dagegen haben, wenn eine Hausfrau Putzmittel kauft.
Sie ahnen es, liebe Gemeinde, natürlich könnten wir nun angesichts der meterlang aufgetürmten Reinigungsmittel über unser Bedürfnis nach Reinheit sprechen.
In der Bibel nimmt Jesus den Wasserkrug in die Hand:
„Warum holst du Wasser“?
„Sollen wir verdursten? Wir trinken es. Wir waschen uns damit“.
„Ist das alles. Lebst du nur, dass du trinkst und dich wäschst?“
„Hat er etwa meine stille Klage gehört: Ich kann nicht mehr?“ Die Frau läuft nicht weg.
Sie lässt sich beim Einkaufen Jesu Frage nach dem Grundsinn ihres Lebens gefallen. Sie läuft nicht davon. Sie ahnt das Tor zur Freiheit, das in dieser Frage liegt. Endlich stellt sie mir jemand. Erste Wassertropfen benetzen den vertrockneten Geist.
So beginnt Glaube. Du musst vor der Frage, warum du lebst, nicht davonlaufen. Das ist die evangelische, die ermutigende Botschaft, die in dieser kleinen Szene von damals liegt. Wenn du dich dieser Frage stellst, wirst du nicht ohne Antwort bleiben.
In unserer Geschichte ist es Jesus, der spricht:
„Es gibt etwas, dass dich wirklich rein macht. Es gibt ein lebendiges Wasser, das deiner Seele guttut. Ein Wasser, das in dir zur Quelle wird und dein Leben in Ordnung bringt.“ In unserer Geschichte, wie Johannes sie erzählt, ist es Gott, der sich der Frau zuwendet. Sie ahnt es. Das ist der Anfang.
Wir könnten nun durch den ganzen Laden laufen. Bei den Konserven mag uns der Gedanke kommen: Was weiß ich eigentlich noch von meinem Glauben? Hatte der Pfarrer damals nicht immer im Konfirmanden-Unterricht gesagt: Wir lernen auf Vorrat? Aber wo ist dieser Vorrat geblieben? Konserven haben ein Verfallsdatum. In Sachen Glauben ist das bei vielen Menschen schon längst überschritten.
Vor der Tiefkühltruhe mag uns der Gedanke kommen: Kann man Leben wirklich einfrieren?
Das Wurst- und Käseregal zur Rechten könnte uns Anlass geben, über unsern Umgang mit den Geschöpfen nachzudenken.

Vor dem Obst- und Gemüsestand – und hier kommen wir der Realität wohl am nächsten – blitzen immer mehr auch tatsächlich ethische Überlegungen in uns auf. „Bio“ soll darauf stehen und natürlich soll es auch „fair“ gehandelt sein und nix kosten.
Kann man beim ALDI fromm werden? Das will ich jetzt nicht ausschließen, liebe Gemeinde.
Nun habe ich den Discounter noch aus einem anderen Grund als Bühne für unsere biblische Szene gewählt. Jesus trägt in dieser Geschichte das Thema „Religion“ sozusagen auf den Markt. Da ist kein Tempel, keine Kirche, kein Gemeindesaal, kein Raum, in dem wir für gewöhnlich unseren Glauben wohnen lassen und ihm Gestalt geben.
„Früher war das hier eine heilige Stätte“, sagt die Frau zwar. Aber Jesus antwortet:
„Es kommt die Zeit, dass ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.“, und er fügt hinzu: „Ihr wisst nicht, was ihr anbetet“.
Sätze, die wir ohne Abstriche in unsere Zeit holen können.
Zeit, sich endlich einmal im Laden umzuschauen.
Wie viel Religionen und Konfessionen sind mit uns gleichzeitig im Laden?
Evangelische, Katholische, Freikirchler, Konfessionslose, Islamis, Buddhisten, Atheisten.
Wir wissen es nicht. Aber immerhin kann man durchaus feststellen:
ALDI führt die Menschen zusammen. Unsere Religionen trennen uns. Das ist kein Vorwurf. Nur ein Denkanstoß. Jesus begegnet diesen Menschen mit Respekt. Er belehrt sie nicht. Er tritt mit ihnen ins Gespräch. Nicht absichtslos. Er will ihre Augen, ihre Sinne, ihr Herz für Gott öffnen. In Liebe. Ohne Herrschsucht. Ohne Bevormundung. In Freiheit.
In unserer Geschichte heißt es: Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
Das kann nur in Freiheit, in Liebe und mit Respekt geschehen. Davon handelt die Begegnung Jesu mit der namenlosen Frau am Jakobsbrunnen beim Einkaufen des Wassers.
Es gelingt, wenn wir Glauben und Leben dort zusammenbringen, wo wir sind. ALDI ist ja nur ein Beispiel für viele Räume, in denen wir uns angewöhnt haben, Religion draußen zu lassen, obwohl sie gegenwärtig ist. Aber wollen wir das sehen?
Es wird Zeit, den Laden wieder zu verlassen. Es ist ja schon ziemlich lange her, dass wir uns vor dem Süßigkeiten-Regal die ersten Fragen haben stellen lassen.
Aber ehe wir hinausgelangen, müssen wir an der Kasse vorbei. Das ist wie beim „Jüngsten Gericht“. Jetzt wird alles offenbar, was wir durch den Lebensmittel-Laden geschoben haben. Stück um Stück dessen, was wir auf das Band legen, erzählt von uns: Was wir brauchen, genießen, verschlingen.
Zur Rechten und Linken teilt man sich auf. Wie beim „Jüngsten Gericht“. Man spekuliert noch, ob man strategisch so günstig steht, dass man die vielleicht bald sich öffnende Kasse vor den anderen erreicht. Allein das sagt viel über uns aus.
Und dann liegt alles auf dem Band. Wird notiert. Festgehalten. Berechnet. Ob das beim Jüngsten Gericht ähnlich sein wird: Alles liegt auf dem Band. Und man kriegt die Rechnung.
Vor einer Weile konnte ich dies an einer Kasse beobachten. Eine sehr junge Frau, deren Kleidung und unsichere Haltung in etwa ihren Seelenzustand ahnen ließen, hatte zu viel eingekauft. Es fehlten ihr gut zwanzig Euro. Kein Kreditinstitut hatte ihr eine Plastikkarte ausstellen wollen. Planlos griff sie einzelne Stücke aus dem Einkaufswagen heraus und legte sie mit hochrotem Kopf auf das Band zurück. Da aber zog der hinter ihr stehende Mann sein Portemonnaie hervor. „Ich zahle das für sie“, sagte er.
Diese einfache Szene sagt mehr aus über das, was Jesus im Jüngsten Gericht für uns tun wird als tausend Seiten kluge Dogmatik.
Glaube entsteht, wenn wir hinter die Oberfläche der alltäglichen Dinge schauen und sie auf diese Weise mit Gottes Wort ins Gespräch bringen.
Das ist ein Blick, ein Tiefenblick, den wir kaum noch üben. Heute wollte ich sie dazu animieren: Nehmen sie einfach irgendetwas, was ihnen wichtig ist in die Hand. Versuchen sie, unter die Oberfläche zu schauen. Es kann sein, dass sie sehr schnell bei ganz wichtigen Lebensthemen ankommen. Das tut dem Geist gut und verhindert, dass wir innerlich austrocknen.
Die Frau, der Jesus begegnet war, hat danach ihr ganzes Dorf bekehrt.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 331, 1-4 Großer Gott wir loben dich


* Fürbittengebet:

Lasst uns beten:
Herr, du hast dir Israel erwählt
und der Welt deinen Sohn Jesus Christus geschenkt.
Du willst Leben und Heil für uns.
Doch das Leben ist bedroht und Unheil herrscht immer wieder.
Darum kommen wir zu dir und bitten dich:
Hilf, Herr, dass Menschen nie wieder Menschen wegen ihrer Religion verfolgen und töten.

Bewahre deine Kirche vor Rechthaberei und Überheblichkeit.
Schenke ihr Menschenfreundlichkeit und Liebe zu den Nächsten.
Bewahre die Politiker vor Ignoranz und Menschenverachtung.
Schenke ihnen einen klaren Kopf und deinen Heiligen Geist.
Bewahre die Wohlhabenden vor Raffgier,
und die Armen schütze in ihrem Elend.
Schenke ihnen, was sie brauchen, um erfüllt leben zu können.

Bewahre uns, Gott, in deinem Heil und in deiner Liebe,
und schenke uns deinen Heiligen Geist,
der uns hilft, miteinander Leben und Glauben zu gestalten.

Wir bitten dich für unseren Täufling Leano und seine Familie, sei du der Weg und segne sie. Du hast den kleinen vor 17 Tagen angenommen und hälst deine schützende Hand über ihm.

In der Stille bringen wir vor dich, was uns persönlich bewegt


Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn Jesus Christus

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 588 Tragt in die Welt nun ein Licht


* Bekanntmachungen:
Die Kollekte für den heutigen Sonntag ist bestimmt, für die Schneller Schulen.
Gott segne Geber und Gabe.


Ich lade ein zu den Schulanfangsgottesdiensten am Dienstag den 07.08.18 um 9.30 Uhr in Spielberg, sowie am Mittwoch, 08.08.18 um 08.30 Uhr in der Kath. Kirche hier in Wächtersbach.

Am kommenden Sonntag, 12.08.2018 feiern wir Gottesdienste:

09.00 Uhr in Weilers
10.00 Uhr in Wächtersbach
18.00 Uhr Wittgenborn.

Als Wochenspruch geleite uns durch die vor uns liegende Woche aus Psalm 33, der 12 Vers.
„Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe gewählt hat“.

*Taufaufgebot:
Am 25.August 2018 taufen wir hier in der Ev. Kirche Wächtersbach Leano Volkmann der am 19.07.2018 das Licht der Welt erblickte. Gott der als Licht der Welt in diese Welt gekommen ist, leuchtet unserem Täufling und seiner Familie. In jedem Kind wird die große liebe Gottes erfahrbar und die Freude die damit verbunden ist. In den Kinderaugen sehen wir das Licht das Jesus Christus verkörpert.
Wir wollen für Leano Volkmann beten:
Lieber Vater, wir bitten dich für unseren Täufling um Schutz und Begleitung auf all seinen Wegen. Lass du Leano viele Fußabdrücke in dieser Welt hinterlassen. Hilf den Eltern Stephanie und Jan, Leano`s Brüdern Julien und Leander und der Patin Meike dass sie Leano im Christlichen Glauben erziehen und ihm Vorbild sind. Lass sein Leben getragen sein von Liebe, Respekt, Achtung, Hoffnung und Glauben.
Dankbar sind wir Herr, für Leano den du angenommen hast und den du liebst. AMEN

* Votum:
Mit uns nehmen wir Gottes Segen
und teilen ihn aus,
wem immer wir begegnen:
Gott allen Trostes und aller Verheißung,
segne uns und behüte uns.
Begleite uns mit deiner Liebe,
die uns trägt und fordert.
Lass dein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig,
denn deine Gnade schafft neues Leben.
Wende dein Angesicht uns zu
und schenke uns Frieden.

* Segen:
So gehet hin im Frieden in die kommende Woche.
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gottesdienste am 8. Sonntag anch Trinitatis, 22.07.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 36

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 22.07.2018 12:09   Titel: Gottesdienste am 8. Sonntag anch Trinitatis, 22.07.2018
Gottesdienste am 8. Sonntag nach Trinitatis
09.15 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
22.07.2018
Text: 1. Kor. 6, 9 - 14. 6,18-20

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

*Lied EG 441, 1-4 Du höchstes Licht

*Eingangspsalm:
Du, Herr, segnest die Gerechten,
du deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.

Herr, höre meine Worte,
merke auf mein Reden!
Vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott;
denn ich will zu dir beten.
Herr, frühe wollest du meine Stimme hören,
frühe will ich mich zu dir wenden und aufmerken.
Denn du bist nicht ein Gott, dem gottloses Wesen gefällt;
wer böse ist, bleibt nicht vor dir.
Die Ruhmredigen bestehen nicht vor deinen Augen;
du bist feind allen Übeltätern.
Du bringst die Lügner um;
dem Herrn sind ein Greuel die Blutgierigen und Falschen.
Ich aber darf in dein Haus gehen durch deine große Güte
und anbeten vor deinem heiligen Tempel in deiner Furcht.
Herr, leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen;
ebne vor mir deinen Weg!
Laß sich freuen alle, die auf dich trauen;
ewiglich laß sie rühmen, denn du beschirmest sie.
Fröhlich laß sein in dir,
die deinen Namen lieben!

Du, Herr, segnest die Gerechten,
du deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.


Kommt lasst uns anbeten:


*Aufforderung zum Bittruf:
Laßt uns um Erbarmen bitten den Herrn,
dessen Barmherzigkeit kein Ende hat,
dessen Güte alle Morgen neu ist,
der den Elenden hört und vom Tode errettet.
Wir rufen um erbarmen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Christus spricht:
"Ich bin das Licht der Welt.
Wer mir nachfolgt,
der wird nicht wandeln in der Finsternis,
sondern wird das Licht des Lebens haben."
Mit allen Christen laßt uns singen:

*Kollektengebet:
Gott, in deinem Licht
wachsen Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit.
Wir bitten dich:
Sende dein Licht in unsere Dunkelheit,
daß unsere Härte der Güte weicht
und die Lüge der Wahrheit,
daß wir dem Leben gerecht werden als Kinder des Lichtes
im Geist unseres Herrn Jesus Christus.
G: AMEN

* Schriftlesung: Mt. 5, 13-16
13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.
14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein.
15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.
16 So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

* Lied EG 166, 1-4 Tut mir auf die schöne Pforte

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Textlesung: 1. Kor. 6, 9 - 14. 6,18-20
Oder wißt ihr nicht, daß die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Laßt euch nicht irreführen! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben. Und solche sind einige von euch gewesen. Aber ihr seid reingewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes. Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber es soll mich nichts gefangennehmen. Die Speise dem Bauch und der Bauch der Speise; aber Gott wird das eine wie das andere zunichte machen. Der Leib aber nicht der Hurerei, sondern dem Herrn, und der Herr dem Leibe. Gott aber hat den Herrn auferweckt und wird auch uns auferwecken durch seine Kraft. Flieht die Hurerei! Alle Sünden, die der Mensch tut, bleiben außerhalb des Leibes; wer aber Hurerei treibt, der sündigt am eigenen Leibe. Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe.

Liebe Gemeinde!
Ein wenig befangen ist man als Prediger dieser Verse schon! Ich hätte ihnen nun wirklich lieber leichter verdauliche Kost vorgesetzt! Und beim besten Willen, uns auch einmal harte Worte gefallen zu lassen, das führt denn doch zu weit: „Knabenschänder, Unzüchtige, Hurerei, Götzendiener, Ehebrecher ..." Wer von uns müsste sich da angesprochen fühlen? Was also sollen wir aus diesen Worten des Paulus mitnehmen in die neue Woche, in unser Leben?
Mich hat mindestens der Schluss dieser Verse zum Nachdenken angeregt und ich glaube, da liegt für uns alle etwas drin - wenn es vielleicht auch nicht so richtig gut ankommen und uns gefallen wird. Ich meine diese zwei Sätze: „Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe."
Als aufgeklärte, moderne Menschen, die wir sind, wissen wir es ja: Man kann Leib und Seele nicht von einander trennen, so als wäre das Leibliche die eine, das Seelische die andere Seite unseres Wesens, unserer menschlichen Natur. Und nicht anders sieht es ja schon die Schöpfungsgeschichte in der Bibel, wenn sie vom Menschen als „einer lebendigen Seele" spricht (Gen. 2,7).
Seltsam ist aber vor diesem Hintergrund, dass wir Christen doch in der Praxis unseres Lebens die Einheit von Leib und Seele immer wieder auseinandernehmen. Und dafür gibt es eine Menge von Beispielen:
Da antwortet eine auf die Frage, wie es ihr denn gehe, so: „Mir geht es seelisch zur Zeit nicht so gut!" Dabei hätte sie ja schon die Frage darauf aufmerksam machen können, dass dem Frager auch an ihrem Äußeren schon aufgefallen war, dass sie nicht so ganz auf der Höhe ist.
Da sprechen wir oft solche oder ähnliche Sätze: „Das tut mir in der Seele weh!" Oder: „Ich will in den Ferien einmal die Seele baumeln lassen." Oder auch: „Körperlich bin ich eigentlich ganz zufrieden, wenn nur die seelischen Belastungen meiner Arbeit nicht wären."
Immer tun wir so, als wären das zwei voneinander unabhängige Bereiche: Der Körper und die Seele. Aber das ist nicht so! Und - wie gesagt - wir wissen das auch: Wenn's innen in der Seele weh tut, dann leidet unser ganzer Mensch! Wenn uns das Herz schwer ist (wie wir das oft ausdrücken), dann gehen wir auch gebeugter als sonst. Die Psyche hat viele - bei den Menschen unterschiedliche - körperliche Reaktionen zur Folge: Die eine bekommt stumpfe, spröde Haare, ein anderer hat schlechte Haut, eine Dritte kriegt „Kreuz"-schmerzen (die wohl nicht umsonst so heißen!), eine Vierte Herzrhythmusstörungen.
Aber es gibt zu dieser Sache noch einen Gedanken, der hat eine ganz enge Beziehung zu uns als religiöse Menschen, als Christinnen und Christen: Wir meinen auch oft und reden entsprechend, dass wir Gott eigentlich nur den Anspruch auf unsere Seele zugestehen müssen: Wenn wir in den Gottesdienst gehen, dann tun wir etwas für die „seelische Erhebung", vielleicht sagen wir auch: für unseren „Geist", aber damit meinen wir dasselbe. Wenn wir die Bibel aufschlagen, erwarten wir gewiss keine Steigerung unseres körperlichen Wohlbefindens. Da suchen wir Hilfe oder eine Antwort, die unser Herz betrifft. Und auch noch das müssen wir ansprechen: Es scheint uns eigentlich auch eher unangenehm, Gott in unseren körperlichen Bereich hineinsehen zu lassen, am Ende gar in unsere Sexualität! Nein, das ist nicht die Einflusszone Gottes! Das ist nicht seine Zuständigkeit!
Die andere Seite ist nun wieder, dass wir es doch sehr wohl spüren, dass eines mit dem anderen ganz eng zu tun hat: Wenn ich aus einem bösen Herzen heraus böse an meinem Mitmenschen handle, dann kann ich Gott doch nicht verweigern, dass er mein Handeln verurteilt. Und ganz sicher wünsche ich mir insgeheim, wenn ich in der Bibel Rat für mein Leben suche, dass auch die Beschwerden meines Körpers positiv beeinflusst werden. (Und das ist ja auch so! Wenn ich in der Heiligen Schrift etwa Trost in meiner Trauer, eine Antwort auf eine quälende Frage oder Vergebung meiner Schuld finde, dann werden sich auch die körperlichen Symptome bessern! Von daher ist es nun eigentlich eher kindisch, wenn wir als Christenmenschen meinen, Gott hätte nur mit unserer Seele zu tun und solle sich aus dem Bereich des „rein Körperlichen" heraushalten - als gäbe es einen solchen Bereich überhaupt.
Jedenfalls hören wir heute dieses Wort Gottes an uns: „Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe." Und vielleicht können sie jetzt doch mit mir sehen, dass dieses Wort wichtig ist und uns sehr wohl einen wesentlichen Anstoß geben kann.
Man spricht in dieser Zeit oft von „ganzheitlicher" Medizin oder Therapie. Dahinter steht eben die Auffassung, dass man den Menschen nicht in zwei Teile aufspalten kann, die wenig oder gar nichts miteinander zu schaffen hätten. Wir sind eine „lebendige Seele"! Wer nur das eine oder das andere bedenkt, bespricht und behandelt, der lässt den Menschen nicht „ganz" und damit nicht unversehrt, der zerteilt ihn, der löst die Einheit auf, aus der wir bestehen, oder besser: die wir sind.
Sprechen wir heute also auch einmal von einer „ganzheitlichen Religiosität". Sagen wir und bekennen wir uns dazu: Wir sind Christinnen und Christen - ganz! - mit Leib und Seele. Vielleicht sollten wir so weit gehen, dass wir von unserer Leibseele reden oder unserem Seelenleib. Denn es ist oft gar nicht möglich, noch zu trennen: hier ist unsere Seele, hier aber unser Leib betroffen. Denken sie doch nur an eine Lüge, die wir aussprechen. Obwohl das doch zuerst mit unserem Gewissen zu tun hat - was wir sicher eher dem „Seelischen" zuordnen würden - werden wir doch momentan auch mit unserer Haltung und unserem Gesicht zeigen, dass wir nicht die Wahrheit sagen. (Von den ganz Abgebrühten spreche ich heute einmal nicht, denn die sind nicht unter uns.)
Was könnte das nun bedeuten, wenn wir uns in Zukunft mehr darum bemühten, Gottes Herrschaft über unseren ganzen Menschen, unser ganzes Leben anzuerkennen? - Mir fallen dazu einige Dinge ein:
Wir hätten z.B. nicht mehr für unsere Laster die Ausflüchte und Entschuldigungen parat, die wir immer gern vorbringen: Das hätte doch nun wirklich nichts mit Gott und unserem Glauben zu tun, wenn wir dem Alkohol zu sehr zusprechen. Oder: Wir könnten doch wohl auch als starke Raucher gute Christen sein und Gott liebte doch sowieso alle Menschen und achte nicht auf diese eher leiblichen, weltlichen Sachen.
Gewiss liebt Gott uns alle, die er uns nach seinem Bild geschaffen hat, sonst hätte er auch das „Experiment Mensch" schon lange - und sicher zu unserem Unheil! - beendet. Andererseits aber ist unser „Leib der Tempel des heiligen Geistes". Oder sagen wir es so: Wir können mit uns als der Einheit von Körper und Seele eben nicht alles machen, was wir wollen. Gott hat uns geschaffen. Er hat ein Recht auf uns. Wir sollen ihm dienen und unseren Mitmenschen. Wenn wir uns also mit Alkohol oder Nikotin selbst schädigen, dann schwächen oder zerstören wir unsere Möglichkeiten zum Dienst Gottes und unserer Nächsten.
Aber ich denke auch an unsere Neigung, Gott sozusagen damit abzuspeisen, dass wir „aber doch alle 14 Tage in die Kirche gehen" oder „am Morgen die Tageslosung lesen" oder „abends in unserem Bett ein Nachtgebet sprechen". Als Einheit von Geist und Körper, als „Seelenleib", der wir sind, hat Gott eben nicht nur Anspruch auf die paar Minuten täglich oder die Stunde alle zwei Wochen, in denen wir uns - wie wir meinen - in einen Bereich begeben, der Gott angeht.
Und noch ein Gedanke kommt mir dazu in den Sinn: Unser Glaube müsste auch über Jesus Christus ganz neu nachdenken und über das, was sein Tod am Kreuz für uns bedeutet: Die Erlösung durch sein Opfer am Kreuz ist doch für uns auch so etwas, das eher in die religiöse Ecke unseres Denkens und unseres Lebens gehört. Vielleicht sagen wir: Es wird von uns dahin verbannt!
Die Vergebung, die aus Jesu Opfer kommt, hat mit dem „Christlichen" zu tun, mit „Kirche" und mit dem „Abendmahl", bei dem sie uns durch den Pfarrer, die Pfarrerin vermittelt wird. Und das alles betrifft eben unsere Seele und damit eine geistliche Zone, die mit dem sonstigen Leben in der Welt nur sehr entfernt zusammenhängt. So meinen wir jedenfalls.
Aber unser Herr Jesus Christus hat uns nicht nur für die Stunden geistlicher Erhebung erlöst. Die Rettung, die am Kreuz für uns geschehen ist, schenkt uns nicht nur hin uns wieder am Tisch des Herrn Vergebung von unserer Schuld. Wir - und eben ganz!- sind „teuer erkauft". Unser ganzer Mensch ist erlöst und für all unsere Zeit und in allen Lebensbereichen, in denen wir uns bewegen: Bei der Arbeit, in der Freizeit, wenn wir froh sind, traurig oder verzweifelt, ob bei Tag oder Nacht, an Werktagen oder am Sonntag, im Büro, der Schule, der Werkstatt oder der Kirche.
„Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe."
Es tut Not und es tut gut, dass wir uns und unseren Glauben überdenken. Wir sind eine lebendige Seele. Körper und Geist sind eine Einheit. Ganz sind wir und gehören unserem Gott. Jesus Christus hat uns am Kreuz frei gemacht von aller Schuld. Wir können eins sein mit uns, mit ihm und unseren Nächsten.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 389 Ein reines Herz

* Fürbittengebet:
Herr, wir bitten um deinen Segen für deine Gemeinde
in allen Teilen der Erde.
Leuchte du selbst in unserem Tun und Lassen,
daß wir mit allen deinen Jüngern
Licht der Welt und Zeugen deiner Liebe werden.

Herr, wir bitten um deinen Segen für die Staaten und ihre Verantwortlichen.
Stärke sie mit Weisheit und Mut,
daß ihren Worten Taten der Gerechtigkeit folgen,
daß sie die Würde des Menschen achten
und zäh und geduldig für den Frieden wirken.

Herr, wir bitten um deinen Segen für die Glücklichen und Erfolgreichen.
Lehre sie in ihrer Leistung deine Gaben erkennen,
daß sie dir danken und sich der Schwächeren annehmen.

Herr, wir bitten um deinen Segen für die Leidenden und die Müden.
Gib ihnen neue Kraft und neue Freude,
daß sie nicht in Neid, Trotz, Verzweiflung ersticken,
sondern in Geduld und Hoffnung ihr Schicksal bestehen.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 588 Tragt in die Welt nun ein Licht

* Bekanntmachungen:
Nur Lohrhaupten:
Aus unserer Gemeinde ist am vergangenen Freitag, 20.07.2018 im Alter von 77 Jahren Siegfried (Siggi) Raupach verstorben. Der Termin zur Beisetzung wird noch bekannt gegeben.

„Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginn der Ewigkeit in Gottes gnädigen Händen“. Amen

Kollekte: Eigene Gemeinde

Wochenspruch: Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Eph. 5, 8.

Nächste Gottesdienste

Sonntag, 29. Juli 2018 Lektorin Srocke

9:15 Uhr Kirchweih – Gottesdienst in Lettgenbrunn


Kein Gottesdienst in Lohrhaupten!!


Nächster Gottesdienst in Lohrhaupten

05.08.2018 um 10:30 Uhr

* Votum:
Mit uns nehmen wir Gottes Segen und teilen ihn aus, wem immer wir begegnen:
Gott allen Trostes und aller Verheißung, segne uns und behüte uns.
Begleite uns mit deiner Liebe, die uns trägt und fordert.
Lass dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,
denn deine Gnade schafft neues Leben.
Wende dein Angesicht uns zu und schenke uns Frieden.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.
  Thema: Abendgottesdienst am 7. Sonntag nach Trinitatis, 15.07.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 36

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 15.07.2018 19:18   Titel: Abendgottesdienst am 7. Sonntag nach Trinitatis, 15.07.2018
Abendgottesdienst am 7. Sonntag nach Trinitatis
18.00 Uhr Ev. Kirche Wittgenborn
15.07.2018
Text: Phil. 2, 1 - 4

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Guten Abend liebe Gemeinde, ich heiße sie und euch alle ganz herzlich willkommen zum Gottesdienst am 7. Sonntag nach Trinitatis. Thema dieses Gottesdienstes heute lautet: Am Tisch des Herrn

Ich wünsche uns einen mutmachenden Gottesdienst

*Lied EG 326, 1-3 Sei Lob und Ehr

*Eingangspsalm:
Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

So sollen sagen, die erlöst sind durch den Herrn,
die er aus der Not erlöst hat,
die er aus den Ländern zusammengebracht hat
von Osten und Westen, von Norden und Süden.
Die irre gingen in der Wüste, auf ungebahntem Wege,
und fanden keine Stadt, in der sie wohnen konnten,
die hungrig und durstig waren
und deren Seele verschmachtete,
die dann zum Herrn riefen in ihrer Not,
und er errettete sie aus ihren Ängsten
und führte sie den richtigen Weg,
daß sie kamen zur Stadt, in der sie wohnen konnten:
die sollen dem Herrn danken für seine Güte
und für seine Wunder,
die er an den Menschenkindern tut,
daß er sättigt die durstige Seele
und die Hungrigen füllt mit Gutem.

Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

Kommt lasst uns anbeten:

*Bittruf:
Wir bedenken unsere Armut,
unseren Hunger nach Liebe,
nach Verständnis und Anerkennung
und unsere Unfähigkeit,
anderen diesen Hunger zu stillen.
Wir bitten Gott um Erbarmen und rufen:

*Lobpreis:
Jesus sagt: „Ich bin das Brot des Lebens.
Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern,
und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“
Mit allen, die das erfahren,
mit allen, die darauf warten,
lobsingen wir:

*Kollektengebet:
Brot und Wein, Liebe und Leben finden wir bei dir, Gott.
Du rufst uns zu dir
und weckst in uns die Kraft, miteinander zu leben.
Steh uns bei, wenn wir einander trösten,
uns gegenseitig helfen und ermutigen.
Sei du nahe in Streit und Ärger und hilf uns,
uns in die anderen einzufühlen und die Konflikte zu lösen
oder, wenn sie nicht lösbar sind,
sie auszuhalten und fair zu bleiben.
In dir sind wir geborgen, in dir ist die Quelle des Lebens
und in deinem Licht sehen wir das Licht.

G: AMEN

* Schriftlesung: Lukas 9, 10-17
10 Und die Apostel kamen zurück und erzählten Jesus, wie große Dinge sie getan hatten. Und er nahm sie zu sich, und er zog sich mit ihnen allein in die Stadt zurück, die heißt Betsaida.
11 Als die Menge das merkte, zog sie ihm nach. Und er ließ sie zu sich und sprach zu ihnen vom Reich Gottes und machte gesund, die der Heilung bedurften.
12 Aber der Tag fing an, sich zu neigen.
Da traten die Zwölf zu ihm und sprachen: Lass das Volk gehen, damit sie hingehen in die Dörfer und Höfe ringsum und Herberge und Essen finden; denn wir sind hier in der Wüste.
13 Er aber sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen. Sie sprachen: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische, es sei denn, dass wir hingehen sollen und für alle diese Leute Essen kaufen.
14 Denn es waren etwa fünftausend Mann. Er sprach aber zu seinen Jüngern: Lasst sie sich setzen in Gruppen zu je fünfzig.
15 Und sie taten das und ließen alle sich setzen.
16 Da nahm er die fünf Brote und zwei Fische und sah auf zum Himmel und dankte, brach sie und gab sie den Jüngern, damit sie dem Volk austeilten.
17 Und sie aßen und wurden alle satt; und es wurde aufgesammelt, was sie an Brocken übrig ließen, zwölf Körbe voll.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 221 Das sollt ihr Jesu Jünger nie vergessen

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde,
zusammenzuleben ist schwierig. Ob man nun miteinander verwandt ist oder verheiratet oder einfach nur eine Zweckgemeinschaft bildet. Man muss sich aufeinander einstellen und ein Stück weit auch die Eigenheiten des oder der anderen ertragen. Das weiß jeder auch der Apostel Paulus. Und der hat die Aufgabe, das Zusammenleben in einer Gemeinde zu organisieren. Und zwar in einer Gemeinde, in der die Menschen aus völlig unterschiedlichen Schichten und Lebenszusammenhängen kommen. Das gab jede Menge Ärger und Konflikte. Und Paulus versucht diese Konflikte zu lösen, indem er den Menschen das christliche Ideal des Umgangs miteinander nahebringt. Unser Predigttext heute stammt aus dem Brief des Paulus an die Gemeinde in Philippi. Diese Gemeinde ist diejenige, die am harmonischsten ist und am besten läuft, also die Vorzeigegemeinde des Paulus. Hier kann er sein Ideal des gemeindlichen Zusammenlebens ausbreiten und hoffen, dass die Gemeindeglieder wenigstens versuchen, sich daran zu halten.

Textlesung: Phil. 2, 1 - 4
Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.


Das ist das Ideal: Liebe und Erbarmen regieren in der Gemeinschaft. Die Einzelnen achten die Anderen höher als sich selbst.
Im Vergleich zu Jesus steigert Paulus hier seine Ansprüche an die Menschen. Jesus sagt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Paulus sagt: Achte den anderen höher als dich selbst. Das sind hohe Ansprüche an das Verhalten der Gemeindeglieder. Aber wenn alle das tun, dann entsteht eine liebevolle Gemeinschaft, in der sich alle Wohlfühlen und zu der jeder gerne gehören möchte. Dass eine solche Gemeinschaft keine Probleme hat, neue Mitglieder zu werben, ist einleuchtend. Das Ideal ist also gut. Aber wie sieht das Alltagsleben mit diesem Ideal aus?
Sehen wir uns das mal an einem praktischen Beispiel heute an. Die meisten Gemeindehäuser haben eine Küche und nur eine begrenzte Menge Geld für Hausmeistertätigkeiten. Sie sind also darauf angewiesen, dass diejenigen, die die Küche benutzen, sie schonend behandeln, auf andere Nutzer Rücksicht nehmen und sie sauber und ordentlich hinterlassen. Es ist auch nötig, ein Auge auf den Kühlschrank zu haben und Dinge, die dabei sind zu verderben, sofort zu entsorgen, damit sich der Schimmel nicht ausbreitet und alle die Küche mit einem guten Gefühl benutzen können.
Ich habe einmal in einer Gemeinde einen Zettel gesehen, der versucht, das Ideal des Paulus auf die Benutzung der Gemeindehausküche anzuwenden. Auf dem Zettel stand: „Bitte verlassen Sie nach der Benutzung der Küche die Küche ein wenig ordentlicher und sauberer, als Sie sie vorgefunden haben.“
Da heißt es praktisch, barmherzig mit den Fehlern anderer umzugehen und den anderen höher zu achten als sich selbst. Sich also nicht zu gut zu sein, auch mal den Dreck einer anderen Gruppe wegzumachen. Soweit das Ideal. Das klingt gut.
Aber, so habe ich mich gefragt, warum ist denn so ein Zettel überhaupt nötig? Auf welche Situation reagiert der Zettel?
Der Zettel reagiert auf Schwierigkeiten bei der gemeinsamen Küchenbenutzung. Da hat die eine Gruppe Gläser ungespült stehen lassen, die im Laufe der Woche angeschimmelt sind. Die andere hat ihre Butter nicht mitgenommen. Niemand hat sie weggeworfen, woraufhin der Kühlschrank nach Buttersäure stinkt. Die dritte Gruppe hat Brot gebacken und vergessen, den Backofen zu säubern. Ein paar übermütige Jugendliche haben das Nutella der anderen weggegessen. Der fünften Gruppe ist ein Glas Limo umgekippt, und der Boden klebt. Jede Gruppe beschwert sich über die anderen beim Kirchenvorstand. Und der hat versucht, die Probleme mit einem Zettel zu lösen, der an das richtige christliche Verhalten nach Paulus erinnert und an das Ideal, dass eine Gemeinde doch eine liebevolle Gemeinschaft sein sollte, wo der eine die Fehler, der anderen auffängt.
Hat der Zettel die Probleme gelöst? Richten sich jetzt alle nach der Aufforderung: „Bitte verlassen Sie nach der Benutzung der Küche die Küche ein wenig ordentlicher und sauberer, als Sie sie vorgefunden haben!“? Das glaube ich nicht. Aber das ist auch nicht der Zweck des Zettels. Der Zettel soll diejenigen, die sich über Schmutz in der Küche ärgern, zum Nachdenken bringen. Denn der Zettel macht einen Anspruch deutlich, der gar nicht so einfach zu akzeptieren ist. Mich selbst und meine Interessen zu Gunsten eines anderen zurückstellen. Bereit sein, für andere etwas zu tun, was mir niemand dankt. Das ist schwierig. Und man fragt sich, ist es denn überhaupt sinnvoll? Fördert man damit nicht das unsoziale Verhalten von anderen? Und das ist für niemanden gut!
Wie in jeder Gemeinde gab es sicher auch in dieser Gemeinde verantwortungsvolle Menschen, die sich darum gekümmert haben, die Küche sauber zu halten. Es gab Menschen, die die Gläser nach der Kirchenvorstandssitzung gespült haben. Es gab Leute, die vor ihrer Gruppenstunde erst mal den Küchenboden gewischt haben, damit ihre Gruppenmitglieder sich in der Gruppe Wohlfühlen. Und die haben sich natürlich auch zu Recht darüber beschwert, dass sie immer diejenigen sind, die den Dreck der anderen wegmachen. Sie fanden: So kann es nicht weitergehen. Ich stelle mir eine Frau vor, die sagt: „Es kann doch nicht sein, dass ich hier immer spüle und andere lassen ihre Gläser einfach herumstehen. Das ist ungerecht.“ Und liebe Gemeinde, sie hat recht: Es ist ungerecht, wenn immer wieder dieselben versuchen, alles in Ordnung zu bringen und andere fühlen sich kein bisschen für die Küchenarbeit verantwortlich. Es ist ungerecht, wenn immer nur die Frauen in der Küche stehen und die Männer noch nicht mal wissen, wie man die Gemeindespülmaschine bedient oder umgekehrt. So geht es auch tatsächlich nicht. Die Gefahr ist doch, dass, wenn die einen bereit sind, mehr zu tun, die anderen das ausnutzen, um überhaupt nichts mehr zu tun.
Was würde Paulus dazu sagen? Paulus könnte sagen: „Meine Forderung gilt für alle. Alle sollen barmherzig miteinander umgehen und den anderen höher achten als sich selbst. Nicht nur die einen, damit sich die anderen darauf ausruhen können. Niemand darf sagen: „Die anderen machen das schon, und ich muss nichts machen.“ Diejenigen, die versuchen die Küche in Ordnung zu halten, beschweren sich zu Recht über die, die immer alles stehen lassen. So ein Verhalten geht tatsächlich nicht.“ Aber Paulus weiß noch etwas anderes über die Menschen: nämlich auf die Gerechtigkeit und gerechte Verteilung der Arbeit zu pochen, führt nicht zu einer liebevollen Gemeinschaft.
Meine Beobachtung bei der Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Gruppen über die Sauberkeit in der Küche ist: Diejenigen beschweren sich am lautesten, wenn ein anderer etwas nicht richtig sauber gemacht hat, die selbst öfter mal was dreckig hinterlassen.
Wenn man eine liebevolle Gemeinschaft und eine saubere Küche in der Kirchengemeinde möchte, dann müssen alle lernen, sich selbst an die eigene Nase zu fassen. Und wenn sich dann jemand über Krümel auf der Arbeitsplatte ärgert, dann sollte er sich erinnern, wie er ein anderes Mal schnell wegmusste und vielleicht ein paar Krümel auf dem Herd vergessen hatte. Und dann wird er möglicherweise barmherzig über die Krümel hinwegsehen und sie gerade wegputzen. Wenn sich so eine Einstellung in einer Kirchengemeinde ausbreitet, dann wird nicht nur die Küche sauberer, sondern der Umgang miteinander wird überhaupt freundlicher. Das wollte meines Erachtens der Apostel Paulus mit seinen Ermahnungen an die Gemeinde in Philippi erreichen.
In dem Text nach unserer Predigtstelle begründet Paulus übrigens seine Forderung, barmherzig miteinander umzugehen und die anderen höher zu achten als sich selbst. Er sagt: Christus hat sich selbst erniedrigt bis zum Tod am Kreuz zu unseren Gunsten. Ich setze fort: Da können wir doch auch mal was für andere tun und von uns selbst dabei absehen, auch wenn es schwer fällt - oder? Schließlich versuchen wir ja, Christus nachzufolgen. Aber Vorsicht! Das Problem bei moralischen Ansprüchen auch an uns selbst ist: Wir werden immer mal wieder darunterbleiben und den Ansprüchen nicht genügen. Damit rechnet Paulus, wenn er empfiehlt, barmherzig mit anderen umzugehen. Dazu gehört auch, barmherzig mit uns selbst umzugehen. Also, wenn wir es mal nicht geschafft haben, den anderen höher zu achten als uns selbst, nicht verzweifeln, sondern es das nächste Mal einfach noch mal versuchen. Dabei wünsche ich viel Erfolg und gutes Gelingen. Wenn immer mehr Christinnen und Christen das gelingt, werden unsere Gemeinden immer mehr zu liebevollen Gemeinschaften und damit zu Orten, an denen sich alle Wohlfühlen. Und das wünschen wir uns doch für uns selbst und für andere! Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 418 Brich mit dem Hungrigen dein Brot

* Fürbittengebet:
Gott wir danken dir, dass du deinen Sohn zu uns gesandt hast. Du hast uns durch ihn Gemeinschaft mir dir geschenkt und Gemeinschaft untereinander.
Wir freuen uns darüber und wollen diesem großen Geschenk gerecht werden.
Hilf uns, einander anzunehmen, wie wir sind.
Vergib uns, wenn wir wieder nur den Splitter im Auge des Bruders oder der Schwester sehen und den Balken im eigenen Auge nicht wahrnehmen.
Hilf uns zu einem liebevollen Umgang miteinander:
in unseren Familien,
in der Nachbarschaft,
bei der Arbeit,
in der Schule,
in der Kirchengemeinde.

Wir denken vor dir an die Menschen, die immer schnell die Verantwortung übernehmen und viel für andere tun, segne sie und hilf ihnen, trotzdem genügend Ruhe und Erholung zu finden.
Wir denken vor dir auch an diejenigen, die entspannt andere die Dinge für sich regeln lassen. Segne sie und hilf ihnen zu sehen, wo ihre Anstrengung gebraucht wird und sie etwas für andere tun können.
Herr erbarme dich über uns alle und stärke deine Gemeinden an allen Orten in der Welt.

Wir beten in der Stille.

STILLES GEBET

Dir vertrauen wir uns an,
du lädst alle an einen Tisch,
daß sie das volle Leben haben.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 320, 7+8 Wir bitten deine Güte

* Bekanntmachungen:
Kollekte:
Bahnhofsmission unserer Landeskirche

Nächster Gottesdienst in Wittgenborn ist am 29.07.2018 um 10.00 Uhr.

* Votum:
Die Liebe Gottes sei dir nahe in all deiner Angst.
Die Gnade Jesu Christi zeige dir den Weg der Befreiung aus all deiner Schuld.
Die Gemeinschaft des Heiligen Geistes richte dich auf
und leite dich in seine Zukunft.
Du bist gesegnet
und kannst ein Segen sein

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.

* Lied EG 487 Abend ward bald kommt die Nacht
  Thema: Gottesdienste am 7. Sonntag anch Trinitatis, 15.07.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 36

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 15.07.2018 19:17   Titel: Gottesdienste am 7. Sonntag anch Trinitatis, 15.07.2018
Gottesdienste am 7. Sonntag nach Trinitatis
09.00 Uhr DGH Hesseldorf
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
15.07.2018
Text: Phil. 2, 1 - 4

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Guten Morgen liebe Gemeinde, ich heiße sie und euch alle ganz herzlich willkommen zum Gottesdienst am 7. Sonntag nach Trinitatis. Thema dieses Gottesdienstes heute lautet: Am Tisch des Herrn

Ich wünsche uns einen Mutmachenden Gottesdienst

*Lied EG 326, 1-3 Sei Lob und Ehr

*Eingangspsalm:
Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

So sollen sagen, die erlöst sind durch den Herrn,
die er aus der Not erlöst hat,
die er aus den Ländern zusammengebracht hat
von Osten und Westen, von Norden und Süden.
Die irre gingen in der Wüste, auf ungebahntem Wege,
und fanden keine Stadt, in der sie wohnen konnten,
die hungrig und durstig waren
und deren Seele verschmachtete,
die dann zum Herrn riefen in ihrer Not,
und er errettete sie aus ihren Ängsten
und führte sie den richtigen Weg,
daß sie kamen zur Stadt, in der sie wohnen konnten:
die sollen dem Herrn danken für seine Güte
und für seine Wunder,
die er an den Menschenkindern tut,
daß er sättigt die durstige Seele
und die Hungrigen füllt mit Gutem.

Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.
Kommt lasst uns anbeten:

*Bittruf:
Wir bedenken unsere Armut,
unseren Hunger nach Liebe,
nach Verständnis und Anerkennung
und unsere Unfähigkeit,
anderen diesen Hunger zu stillen.
Wir bitten Gott um Erbarmen und rufen:

*Lobpreis:
Jesus sagt: „Ich bin das Brot des Lebens.
Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern,
und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“
Mit allen, die das erfahren,
mit allen, die darauf warten,
lobsingen wir:

*Kollektengebet:
Brot und Wein, Liebe und Leben finden wir bei dir, Gott.
Du rufst uns zu dir
und weckst in uns die Kraft, miteinander zu leben.
Steh uns bei, wenn wir einander trösten,
uns gegenseitig helfen und ermutigen.
Sei du nahe in Streit und Ärger und hilf uns,
uns in die anderen einzufühlen und die Konflikte zu lösen
oder, wenn sie nicht lösbar sind,
sie auszuhalten und fair zu bleiben.
In dir sind wir geborgen, in dir ist die Quelle des Lebens
und in deinem Licht sehen wir das Licht.

G: AMEN

* Schriftlesung: Lukas 9, 10-17
10 Und die Apostel kamen zurück und erzählten Jesus, wie große Dinge sie getan hatten. Und er nahm sie zu sich, und er zog sich mit ihnen allein in die Stadt zurück, die heißt Betsaida.
11 Als die Menge das merkte, zog sie ihm nach. Und er ließ sie zu sich und sprach zu ihnen vom Reich Gottes und machte gesund, die der Heilung bedurften.
12 Aber der Tag fing an, sich zu neigen.
Da traten die Zwölf zu ihm und sprachen: Lass das Volk gehen, damit sie hingehen in die Dörfer und Höfe ringsum und Herberge und Essen finden; denn wir sind hier in der Wüste.
13 Er aber sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen. Sie sprachen: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische, es sei denn, dass wir hingehen sollen und für alle diese Leute Essen kaufen.
14 Denn es waren etwa fünftausend Mann. Er sprach aber zu seinen Jüngern: Lasst sie sich setzen in Gruppen zu je fünfzig.
15 Und sie taten das und ließen alle sich setzen.
16 Da nahm er die fünf Brote und zwei Fische und sah auf zum Himmel und dankte, brach sie und gab sie den Jüngern, damit sie dem Volk austeilten.
17 Und sie aßen und wurden alle satt; und es wurde aufgesammelt, was sie an Brocken übrig ließen, zwölf Körbe voll.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 221 Das sollt ihr Jesu Jünger nie vergessen

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde,
zusammenzuleben ist schwierig. Ob man nun miteinander verwandt ist oder verheiratet oder einfach nur eine Zweckgemeinschaft bildet. Man muss sich aufeinander einstellen und ein Stück weit auch die Eigenheiten des oder der anderen ertragen. Das weiß jeder auch der Apostel Paulus. Und der hat die Aufgabe, das Zusammenleben in einer Gemeinde zu organisieren. Und zwar in einer Gemeinde, in der die Menschen aus völlig unterschiedlichen Schichten und Lebenszusammenhängen kommen. Das gab jede Menge Ärger und Konflikte. Und Paulus versucht diese Konflikte zu lösen, indem er den Menschen das christliche Ideal des Umgangs miteinander nahebringt. Unser Predigttext heute stammt aus dem Brief des Paulus an die Gemeinde in Philippi. Diese Gemeinde ist diejenige, die am harmonischsten ist und am besten läuft, also die Vorzeigegemeinde des Paulus. Hier kann er sein Ideal des gemeindlichen Zusammenlebens ausbreiten und hoffen, dass die Gemeindeglieder wenigstens versuchen, sich daran zu halten.

Textlesung: Phil. 2, 1 - 4
Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.

Das ist das Ideal: Liebe und Erbarmen regieren in der Gemeinschaft. Die Einzelnen achten die Anderen höher als sich selbst.
Im Vergleich zu Jesus steigert Paulus hier seine Ansprüche an die Menschen. Jesus sagt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Paulus sagt: Achte den anderen höher als dich selbst. Das sind hohe Ansprüche an das Verhalten der Gemeindeglieder. Aber wenn alle das tun, dann entsteht eine liebevolle Gemeinschaft, in der sich alle Wohlfühlen und zu der jeder gerne gehören möchte. Dass eine solche Gemeinschaft keine Probleme hat, neue Mitglieder zu werben, ist einleuchtend. Das Ideal ist also gut. Aber wie sieht das Alltagsleben mit diesem Ideal aus?
Sehen wir uns das mal an einem praktischen Beispiel heute an. Die meisten Gemeindehäuser haben eine Küche und nur eine begrenzte Menge Geld für Hausmeistertätigkeiten. Sie sind also darauf angewiesen, dass diejenigen, die die Küche benutzen, sie schonend behandeln, auf andere Nutzer Rücksicht nehmen und sie sauber und ordentlich hinterlassen. Es ist auch nötig, ein Auge auf den Kühlschrank zu haben und Dinge, die dabei sind zu verderben, sofort zu entsorgen, damit sich der Schimmel nicht ausbreitet und alle die Küche mit einem guten Gefühl benutzen können.
Ich habe einmal in einer Gemeinde einen Zettel gesehen, der versucht, das Ideal des Paulus auf die Benutzung der Gemeindehausküche anzuwenden. Auf dem Zettel stand: „Bitte verlassen Sie nach der Benutzung der Küche die Küche ein wenig ordentlicher und sauberer, als Sie sie vorgefunden haben.“
Da heißt es praktisch, barmherzig mit den Fehlern anderer umzugehen und den anderen höher zu achten als sich selbst. Sich also nicht zu gut zu sein, auch mal den Dreck einer anderen Gruppe wegzumachen. Soweit das Ideal. Das klingt gut.
Aber, so habe ich mich gefragt, warum ist denn so ein Zettel überhaupt nötig? Auf welche Situation reagiert der Zettel?
Der Zettel reagiert auf Schwierigkeiten bei der gemeinsamen Küchenbenutzung. Da hat die eine Gruppe Gläser ungespült stehen lassen, die im Laufe der Woche angeschimmelt sind. Die andere hat ihre Butter nicht mitgenommen. Niemand hat sie weggeworfen, woraufhin der Kühlschrank nach Buttersäure stinkt. Die dritte Gruppe hat Brot gebacken und vergessen, den Backofen zu säubern. Ein paar übermütige Jugendliche haben das Nutella der anderen weggegessen. Der fünften Gruppe ist ein Glas Limo umgekippt, und der Boden klebt. Jede Gruppe beschwert sich über die anderen beim Kirchenvorstand. Und der hat versucht, die Probleme mit einem Zettel zu lösen, der an das richtige christliche Verhalten nach Paulus erinnert und an das Ideal, dass eine Gemeinde doch eine liebevolle Gemeinschaft sein sollte, wo der eine die Fehler, der anderen auffängt.
Hat der Zettel die Probleme gelöst? Richten sich jetzt alle nach der Aufforderung: „Bitte verlassen Sie nach der Benutzung der Küche die Küche ein wenig ordentlicher und sauberer, als Sie sie vorgefunden haben!“? Das glaube ich nicht. Aber das ist auch nicht der Zweck des Zettels. Der Zettel soll diejenigen, die sich über Schmutz in der Küche ärgern, zum Nachdenken bringen. Denn der Zettel macht einen Anspruch deutlich, der gar nicht so einfach zu akzeptieren ist. Mich selbst und meine Interessen zu Gunsten eines anderen zurückstellen. Bereit sein, für andere etwas zu tun, was mir niemand dankt. Das ist schwierig. Und man fragt sich, ist es denn überhaupt sinnvoll? Fördert man damit nicht das unsoziale Verhalten von anderen? Und das ist für niemanden gut!
Wie in jeder Gemeinde gab es sicher auch in dieser Gemeinde verantwortungsvolle Menschen, die sich darum gekümmert haben, die Küche sauber zu halten. Es gab Menschen, die die Gläser nach der Kirchenvorstandssitzung gespült haben. Es gab Leute, die vor ihrer Gruppenstunde erst mal den Küchenboden gewischt haben, damit ihre Gruppenmitglieder sich in der Gruppe Wohlfühlen. Und die haben sich natürlich auch zu Recht darüber beschwert, dass sie immer diejenigen sind, die den Dreck der anderen wegmachen. Sie fanden: So kann es nicht weitergehen. Ich stelle mir eine Frau vor, die sagt: „Es kann doch nicht sein, dass ich hier immer spüle und andere lassen ihre Gläser einfach herumstehen. Das ist ungerecht.“ Und liebe Gemeinde, sie hat recht: Es ist ungerecht, wenn immer wieder dieselben versuchen, alles in Ordnung zu bringen und andere fühlen sich kein bisschen für die Küchenarbeit verantwortlich. Es ist ungerecht, wenn immer nur die Frauen in der Küche stehen und die Männer noch nicht mal wissen, wie man die Gemeindespülmaschine bedient oder umgekehrt. So geht es auch tatsächlich nicht. Die Gefahr ist doch, dass, wenn die einen bereit sind, mehr zu tun, die anderen das ausnutzen, um überhaupt nichts mehr zu tun.
Was würde Paulus dazu sagen? Paulus könnte sagen: „Meine Forderung gilt für alle. Alle sollen barmherzig miteinander umgehen und den anderen höher achten als sich selbst. Nicht nur die einen, damit sich die anderen darauf ausruhen können. Niemand darf sagen: „Die anderen machen das schon, und ich muss nichts machen.“ Diejenigen, die versuchen die Küche in Ordnung zu halten, beschweren sich zu Recht über die, die immer alles stehen lassen. So ein Verhalten geht tatsächlich nicht.“ Aber Paulus weiß noch etwas anderes über die Menschen: nämlich auf die Gerechtigkeit und gerechte Verteilung der Arbeit zu pochen, führt nicht zu einer liebevollen Gemeinschaft.
Meine Beobachtung bei der Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Gruppen über die Sauberkeit in der Küche ist: Diejenigen beschweren sich am lautesten, wenn ein anderer etwas nicht richtig sauber gemacht hat, die selbst öfter mal was dreckig hinterlassen.
Wenn man eine liebevolle Gemeinschaft und eine saubere Küche in der Kirchengemeinde möchte, dann müssen alle lernen, sich selbst an die eigene Nase zu fassen. Und wenn sich dann jemand über Krümel auf der Arbeitsplatte ärgert, dann sollte er sich erinnern, wie er ein anderes Mal schnell wegmusste und vielleicht ein paar Krümel auf dem Herd vergessen hatte. Und dann wird er möglicherweise barmherzig über die Krümel hinwegsehen und sie gerade wegputzen. Wenn sich so eine Einstellung in einer Kirchengemeinde ausbreitet, dann wird nicht nur die Küche sauberer, sondern der Umgang miteinander wird überhaupt freundlicher. Das wollte meines Erachtens der Apostel Paulus mit seinen Ermahnungen an die Gemeinde in Philippi erreichen.
In dem Text nach unserer Predigtstelle begründet Paulus übrigens seine Forderung, barmherzig miteinander umzugehen und die anderen höher zu achten als sich selbst. Er sagt: Christus hat sich selbst erniedrigt bis zum Tod am Kreuz zu unseren Gunsten. Ich setze fort: Da können wir doch auch mal was für andere tun und von uns selbst dabei absehen, auch wenn es schwer fällt - oder? Schließlich versuchen wir ja, Christus nachzufolgen. Aber Vorsicht! Das Problem bei moralischen Ansprüchen auch an uns selbst ist: Wir werden immer mal wieder darunterbleiben und den Ansprüchen nicht genügen. Damit rechnet Paulus, wenn er empfiehlt, barmherzig mit anderen umzugehen. Dazu gehört auch, barmherzig mit uns selbst umzugehen. Also, wenn wir es mal nicht geschafft haben, den anderen höher zu achten als uns selbst, nicht verzweifeln, sondern es das nächste Mal einfach noch mal versuchen. Dabei wünsche ich viel Erfolg und gutes Gelingen. Wenn immer mehr Christinnen und Christen das gelingt, werden unsere Gemeinden immer mehr zu liebevollen Gemeinschaften und damit zu Orten, an denen sich alle Wohlfühlen. Und das wünschen wir uns doch für uns selbst und für andere! Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 418 Brich mit dem Hungrigen dein Brot

* Fürbittengebet:
Gott wir danken dir, dass du deinen Sohn zu uns gesandt hast. Du hast uns durch ihn Gemeinschaft mir dir geschenkt und Gemeinschaft untereinander.
Wir freuen uns darüber und wollen diesem großen Geschenk gerecht werden.
Hilf uns, einander anzunehmen, wie wir sind.
Vergib uns, wenn wir wieder nur den Splitter im Auge des Bruders oder der Schwester sehen und den Balken im eigenen Auge nicht wahrnehmen.
Hilf uns zu einem liebevollen Umgang miteinander:
in unseren Familien,
in der Nachbarschaft,
bei der Arbeit,
in der Schule,
in der Kirchengemeinde.

Wir denken vor dir an die Menschen, die immer schnell die Verantwortung übernehmen und viel für andere tun, segne sie und hilf ihnen, trotzdem genügend Ruhe und Erholung zu finden.
Wir denken vor dir auch an diejenigen, die entspannt andere die Dinge für sich regeln lassen. Segne sie und hilf ihnen zu sehen, wo ihre Anstrengung gebraucht wird und sie etwas für andere tun können.
Herr erbarme dich über uns alle und stärke deine Gemeinden an allen Orten in der Welt.

Wir beten in der Stille.

STILLES GEBET

Dir vertrauen wir uns an,
du lädst alle an einen Tisch,
daß sie das volle Leben haben.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 320, 7+8 Wir bitten deine Güte

* Bekanntmachungen:
Kollekte:
Bahnhofsmission unserer Landeskirche

Nächster Gottesdienst in Hesseldorf ist am 16.09.2018 um 09.00 Uhr.
Am kommenden Sonntag, 22.07.2018 um 10.00 Uhr in Wächtersbach.
* Votum:
Die Liebe Gottes sei dir nahe in all deiner Angst.
Die Gnade Jesu Christi zeige dir den Weg der Befreiung aus all deiner Schuld.
Die Gemeinschaft des Heiligen Geistes richte dich auf
und leite dich in seine Zukunft.
Du bist gesegnet
und kannst ein Segen sein

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gottesdienst am 3. Sonntag anch Trinitatis, 17.06.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 57

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 17.06.2018 11:15   Titel: Gottesdienst am 3. Sonntag anch Trinitatis, 17.06.2018
Gottesdienst am 3. Sonntag nach Trinitatis
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
17.06.2018
Text: 1. Johannes 1, 5-2,6

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Guten Morgen liebe Gemeinde, herzlich Willkommen zum Gottesdienst am 3. Sonntag nach Trinitatis. Das Thema heute Morgen lautet: Wir haben einen Fürsprecher bei Gott, Jesus Christus. Ich wünsche uns einen Mut machenden Gottesdienst.

*Lied EG 316, 1-4 Lobe den Herren

*Eingangspsalm:
Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt,
so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten.

Lobe den Herrn, meine Seele,
und was in mir ist, seinen heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele,
und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat:
der dir alle deine Sünde vergibt
und heilet alle deine Gebrechen,
der dein Leben vom Verderben erlöst,
der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.
Barmherzig und gnädig ist der Herr,
geduldig und von großer Güte.
Er handelt nicht mit uns nach unseren Sünden
und vergilt uns nicht nach unserer Missetat.
Denn so hoch der Himmel über der Erde ist,
läßt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.
So fern der Morgen ist vom Abend,
läßt er unsere Übertretungen von uns sein.

Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt,
so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten.
Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Die Wahrheit liegt, so heißt es, im Auge des Betrachters. Wir erwischen uns dabei, dass wir uns in unseren Wahrnehmungen täuschen können. Darum suchen wir Erbarmen und rufen zu Gott:
G.: Herre Gott, erbarme dich

*Aufforderung zum Lobpreis:
Doch da ist einer, der sagt: Ich will vergeben und Gnade schenken. Wer zu mir kommt, dem sei vergeben. Dafür können wir Gott nur loben und singen:
G.: Ehre sei Gott in der Höhe

*Kollektengebet:
Gott, du kennst uns, wie wir hier sind.
Du suchst uns, auch wenn wir uns oft genug entfernt haben von dir.
Wir bitten dich: Gib uns offene Herzen für dein Rufen.
Sprich durch dein Wort zu uns, so dass wir uns gerne von dir finden lassen.
Lass es uns neu hören, wie nahe du uns bist, damit wir deine Nähe suchen und bewahrt werden in deinem Heil.
Das bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und deine Welt erhält von Ewigkeit zu Ewigkeit.
G: AMEN

* Schriftlesung: Lukas 15, 1-10
1 Es nahten sich ihm aber allerlei Zöllner und Sünder, um ihn zu hören.
2 Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen.
3 Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach:
4 Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, wenn er eins von ihnen verliert, nicht die neunundneunzig in der Wüste lässt und geht dem verlorenen nach, bis er's findet?
5 Und wenn er's gefunden hat, so legt er sich's auf die Schultern voller Freude.
6 Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war.
7 Ich sage euch: So wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.
8 Oder welche Frau, die zehn Silbergroschen hat und einen davon verliert, zündet nicht ein Licht an und kehrt das Haus und sucht mit Fleiß, bis sie ihn findet?
9 Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freut euch mit mir; denn ich habe meinen Silbergroschen gefunden, den ich verloren hatte.
10 So, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 66, 1-4 Jesus ist kommen

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde,
Sie werden die Situation kennen: Sie sehen, dass etwas schiefläuft. Sie überlegen: Muss ich das sagen? Muss ich mich da reinhängen?
Relativ leicht beantwortet bei Eltern, die mitbekommen, wie ihr Kind sich in der Schule in Sicherheit wiegt: Das ist doch klar, dass ich ihm sage: Wenn du so weitermachst, dann gibt es eine Ehrenrunde.
Aber schwieriger wird es schon, wenn wir abends in der Wirtschaft zusammensitzen. Sage ich da zu einem Freund: Wenn du nicht die Finger vom Bier lässt, obwohl du noch Auto fahren willst, dann bist du verantwortungslos. Sage ich ihm: Dass der Führerschein bei einer Kontrolle weg sein kann, ist das kleinere Übel -, du bist ein Unfallrisiko.
Noch schwieriger wird es womöglich sein, guten Bekannten zu sagen: So wie ihr miteinander umgeht in eurer Ehe, werdet ihr euch bald nichts mehr zu sagen haben.
Es ist gut zu verstehen, dass sich da der Gedanke einstellt: Ist das wirklich meine Aufgabe? Es ist gut zu verstehen, dass viele sagen: Misch dich nicht in fremde Geschichten ein -, jeder ist für sich selbst verantwortlich. Schließlich wir wissen nur zu gut: Man liebt den Kritiker nicht, der einen von Wolke 7 herunterholt. Man handelt sich schnell böse Worte ein: Du bist ein Besserwisser, du bist ein Moralapostel. Was geht dich das an? Du gönnst mir das nicht.
Es ist sicherlich einfacher, sich aus allem rauszuhalten, andere ihren Weg gehen zu lassen, auch wenn wir das Gefühl haben: das wird schief gehen. Und gewiss ist wahr: Schmeicheleien sagen sich leichter als Kritiken. Wer reichlich lobt, ist allgemein beliebter, als der, der häufig kritisiert oder tadelt. Überlegen Sie einmal für sich selbst: Wie gehen Sie mit den Leuten um, die Sie kritisieren, die Ihnen unangenehme Wahrheiten sagen, und wie stellen Sie sich zu denen, von denen Sie reichlich Lob erfahren?
Ich möchte eine Behauptung aufstellen: Es ist eine Form von Unbarmherzigkeit, wenn ich einen Menschen in sein Unglück rennen lasse, und es ist ausgeübte Barmherzigkeit, wenn ich ihn warne: Wenn du so weitermachst dann ……
Wichtig dabei wird aber sein: Rede ich von oben herab, oder stelle ich mich mit meinen Worten auf eine Stufe mit dem, zu dem ich rede?
Wie es gelingen kann, unbequeme Wahrheiten zu sagen, ohne von oben herab zu sprechen, ohne hochmütig zu sein und doch einen neuen Weg aufzuzeigen, das hören wir in unserem Predigttext aus dem 1. Johannesbrief.
5 Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis.
6 Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit.
7 Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.
8 Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.
9 Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.
10 Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.
2 1 Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist.
2 Und er ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.
3 Und daran merken wir, dass wir ihn kennen, wenn wir seine Gebote halten.
4 Wer sagt: Ich kenne ihn, und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in dem ist die Wahrheit nicht.
5 Wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrlich die Liebe Gottes vollkommen. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind.
6 Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der soll auch leben, wie er gelebt hat
Ja. Liebe Gemeinde Johannes sagt unbequeme Wahrheiten. Aber er sagt sie nicht aus einer Position der Besserwisserei heraus. Er sagt sie nicht von unten nach oben -, er sagt sie in der Solidarität dessen, der den Weg des Glaubens mit seinen Brüdern und Schwestern in der Gemeinde geht.
Das können wir merken an der Art, wie er spricht: „Wenn wir sagen”- „Wer sagt”, so fängt er seine Sätze an und macht damit deutlich: Was da gesagt wird, das kann ich auch sagen, das ist auch mein Glaube.

Drei Absichten verfolgt Johannes mit seinen Worten:
1. Er will aufrütteln aus falscher Sicherheit.
2. Er will freimachen aus bedrängender Angst.
3. Er will hinführen zu wahrhaftigem Leben.

1. Aufrütteln aus falscher Sicherheit
Gott ist für mich. Gott ist mit mir. Gott ist bei mir. Das sind Glaubens-Sätze, zu denen wir kommen sollen. Wir sollen es für unser Leben glauben können: Wenn wir morgens aus dem Haus gehen zu unserer Arbeit, so ist Gott mit uns. Wenn wir uns abends zu Bett legen, so ist er bei uns. Wenn wir unterwegs sind mitten im dicksten Verkehr, so will Gott mit uns sein.
Diese Woche war ich am Dienstag mitten im wilden Gewittersturm auf der Heimfahrt. Ich hatte in dem prasselnden Regen doch etwas Angst und hab mir dann am nächsten Tage gesagt: „Manchmal, wenn da so ein Wasserschwall auf meine Windschutzscheibe kommt, ein Blitz vor dem Wagen so hell leuchtet das man glaubt er schlägt vor mir auf der Straße ein, dann habe ich zu Gott gebetet.” Lass mich sicher nach Hause kommen, beschütze mich Herr auf all meinen Wegen“. Dazu will uns unser Glaube bringen, dass wir das wissen und uns darauf verlassen: Gott ist für mich, Gott ist bei mir, Gott ist mit mir.
Aber es wird alles falsch, wenn ich daraus mache: Egal, welche Wege ich gehe -, Gott muss auf meiner Seite sein. Egal, welche Wege ich gehe -, Gott ist wie eine Art Bodyguard immer hinter mir. Gott hat sich nicht so an uns gebunden, dass er immer nur unser Erfüllungsgehilfe ist, immer die Garantie für unsere Erfolge, egal, welche Mittel wir verwenden und welche Ziele wir verfolgen.
Ich möchte es so einfach wie möglich sagen: Gott ist nicht für mich und nicht mein Beistand, wenn ich meinen Nachbarn betrüge. Gott ist auch nicht mit mir, wenn ich meinen Ehegatten betrüge. Gott ist nicht meine Rückendeckung, wenn ich faule Dinger drehe, ob in der Schule oder im Betrieb. Gott ist nicht meine Sicherheitsgarantie, wenn ich mich mit drei Promille ins Auto setze. Gott ist nicht mein freundlicher Helfer, wenn ich auf Lug und Trug setze.
Gott ist nicht der Mann an meiner Seite wenn ich versuche einen anderen Menschen zu zerstören, durch Mobbing und Falschasusagen.
Johannes sagt: Wenn wir in der Finsternis wandeln -, dann lässt Gott uns da alleine laufen. Das heißt doch: Wenn wir leben, ohne uns nach Gottes Willen zu richten, ohne uns an ihm zu orientieren, dann lässt er es zu, dass wir uns in unseren eigenen Wegen verrennen. Die Zusage der Nähe Gottes gilt nicht für die Wege, mit denen Gott nicht einverstanden ist. Die Zusage des Beistandes Gottes gilt nicht für die Wege, die dem Willen Gottes widersprechen.
Wir wiegen uns in falscher Sicherheit, wenn wir glauben: Gott ist allemal auf unserer Seite, egal, ob wir seinen Willen achten oder ob wir seinen Willen missachten.

2. Freimachen aus bedrängender Angst
Wer nur einigermaßen nachdenklich ist und selbstkritisch, der wird jetzt wohl sagen müssen: Das ist doch ganz oft so, dass ich erschrecke über das, was ich getan habe -, und ich kann es nicht mehr gutmachen. Das ist ganz oft so, dass ich ein schnelles Wort wieder zurückholen möchte -, aber ich kann es nicht ungesagt machen. Und das ist ganz oft so, dass ich irgendeine Entscheidung am Tag treffe und hinterher erst merke ich: Das passt nicht mit meinem Glauben zusammen.
Und dann zieht jemand die Summe seiner Taten und sagt: Das ist doch ganz oft so bei mir, dass mein Leben nicht nach dem Willen Gottes läuft.
So erging es mir und meinem Berufsleben, ich kann dieses nicht mehr mit meinem Glauben vereinbaren.
Wenn Gott aber so ist, dass er sich von uns abwendet, wenn wir uns von ihm abgewandt haben - wie soll ich dann vor ihm bestehen können?
Es gibt nicht nur die Haltung der Selbstsicherheit: Ich bin o.k. und Gott muss und wird mit mir schon zufrieden sein. Es gibt auch die Haltung, die an sich selbst kein gutes Haar lässt und nicht glauben kann, dass Gott es doch gut mit uns meint.
Denen, die so über sich erschrecken, denen, die so sagen: Dann kann ich vor Gott ja gar nicht bestehen -, denen sagt Johannes: Wir haben einen Fürsprecher vor Gott - trotz und gerade wegen unserer Sünde. Wir haben einen Fürsprecher bei Gott, der weiß, wie wir sind, und nicht auf Abstand von uns geht. Das ist die Erfahrung der Jünger gewesen: Jesus hat sich der Sünder angenommen. Er hat sich zu der Ehebrecherin gestellt, er hat Sünden vergeben - noch am Kreuz; er hat einen Dieb mit weißem Kragen, einen Wirtschaftskriminellen und Ausbeuter wie Zachäus zur Umkehr gebracht durch seine Güte; er hat Petrus, der ihn verleugnet hat, einen neuen Anfang geschenkt.
Daraus hat die Gemeinde gelernt: Wer sich zu ihm kehrt, wer vor ihm seine Schuld eingesteht, zu dem stellt er sich. Es ist genau anders, als es heutzutage läuft: Bei uns gehen alle auf Abstand, wenn einer seine Fehler eingesteht. Jesus aber stellt sich zu denen, die sagen „Ja, das habe ich getan“ und sucht mit ihnen einen neuen Anfang.
Wenn das wahr ist, muss ich mich nicht mehr selbst entschuldigen, muss ich nicht mehr eigene Schuld unter den Teppich kehren -, ich darf sagen, was wahr ist, und wissen: Gott lässt mich deshalb nicht fallen.

3. Hinführen zu wahrhaftigem Leben
Das kennen wir nur zu gut: Unsere Worte und unsere Taten fallen auseinander. Es ist leichter, von Liebe zu reden als Liebe zu üben. Es ist leichter, von Vergebung zu reden als zu vergeben oder um Vergebung zu bitten. Es ist auch leichter, über den Glauben, über das Vertrauen auf Gott zu sprechen, als es in den großen und kleinen Alltagssituationen zu leben.
Johannes will seine Leser damals und uns heute hinführen zu einem wahrhaftigen Leben: Unsere Taten sollen anfangen, unseren Worten mehr und mehr zu entsprechen. Dein Wille geschehe - so beten wir - und dieses Beten soll unser Handeln bestimmen. Es soll dazu führen, dass wir nicht zurückschlagen mit Worten, wenn einer uns angegriffen hat, dass wir aufhören, mit Blicken und Gedanken zu töten, dass wir Geduld üben, weil Gott doch auch mit uns geduldig ist. Leben, wie er gelebt hat -, das ist das Ziel, das Johannes uns zeigt: Jesus als Vorbild, als Maßstab für unser Handeln.
Aber - so denken Sie wohl und ich auch - das schaffen wir doch nie. Nein, das schaffen wir nie. Und doch: Wir können anfangen, so zu tun als ob. Wir können anfangen, Maß an ihm zu nehmen, seine Maßstäbe zu unseren Maßstäben zu machen. Wir können anfangen zu üben: Vergeben, Geduld bewahren, über den anderen nichts Böses reden. Wir können anfangen, die Freundlichkeit, die wir bei Jesus erfahren, weiterzugeben, über unseren Schatten zu springen und nicht zurückzuschlagen.
Wer nie anfängt, kommt auch nicht weiter. Wer einen Weg beginnt, der hat nicht mit den ersten Schritten schon den ganzen Weg geschafft. Wer aber erste Schritte auf einem Weg geht, der gerät manchmal ins Stolpern und mag auch einmal fallen -, aber er geht diesen Weg. Und erfährt im Gehen: Ich komme trotz aller Schwierigkeiten weiter. Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 593 Licht, das in die Welt gekommen

* Fürbittengebet:
Gott, unser Vater, wir danken dir, dass du uns suchst. Du hast Jesus Christus, deinen Sohn als Zeichen deiner suchenden Liebe, deiner nachgehenden Hoffnung zu den Menschen gesandt. Gib uns, dass wir dir trauen.

Wir bitten dich: Bewahre uns vor aller falschen Sicherheit, dass wir nicht gleichgültig werden und von dir nichts mehr erwarten. Bewahre uns genauso vor der Angst, die über eigenen Schulderfahrungen nicht mehr deinem Vergeben zutraut, dass es uns neue Wege öffnet - zu Dir und zu den Menschen.

Wir sehen: Viele verzweifeln, und niemand richtet sie auf. Viele fragen und bekommen doch keine Antwort. Viele leben und wissen nicht wozu. Viele sterben und haben keine Hoffnung über den Tod hinaus.

Gott, für alle diese Menschen beten wir zu dir und bitten dich: Lehre uns die Sprache der Liebe, damit wir ihnen ihr Elend tragen helfen. Mache unser Leben zu einem Spiegelbild deiner Liebe und Treue. Lass unter uns dein Reich wachsen, in dem Friede und Gerechtigkeit wohnten

Wir beten in der Stille:

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte uns

* Bekanntmachungen:
Wer heute Nachmittag Zeit und Lust hat auf Kaffee, Kuchen und Livemusik, ist herzlich eingeladen zum Gartenfest unserer “Hospizgruppe Lichtbogen” bei Väths im Garten ab 14.00 Uhr. Geschenke bitte nicht mitbringen, wer kommt ist ein Geschenk. Helga wird ein Spendenschwein aufstellen, wenn jemand die wichtge Arbeit der Hospiz unterstützen möchte.

Sommer, Sonne, Segen
Zu einem besonderen Gottesdienst lädt die evangelische Kirchengemeinde Wächtersbach am 24.6. um 18 Uhr in Wittgenborn ein.
6 Monate vor dem Heiligen Abend, in der Mitte des Jahres, zu Beginn der Sommerferien feiern wir Gottesdienst. Im Mittelpunkt soll der Segen Gottes für die Sommer- und Reisezeit stehen. Im Anschluss an den kurzweiligen Gottesdienst sind alle eingeladen um ein Feuer herum zu Würstchen und Getränken.

In Wächtersbach Innenstadt findet kein Gottesdienst statt.

Die Kollekte ist für Projekte der Diakoniestationen (im Gebiet der EKKW).

Wochenspruch: Lukas 19, 10
„Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist“.

* Votum:
Gott, sei über uns und segne uns,
sei unter uns und trage uns,
sei neben uns und stärke uns,
sei vor uns und führe uns.
Sei du die Freude, die uns belebt,
die Ruhe, die uns erfüllt,
das Vertrauen, das uns stärkt,
die Liebe, die uns begeistert,
der Mut, der uns beflügelt.

Du bist da, wenn ich mich von allen verlassen fühle;
wenn ich meine,
vor Angst sterben zu müssen;
wenn mich alle verachten;
wenn ich vor Schmerzen weine;
wenn es dunkel wird um mich;
wenn ich arm bin und sich alle abwenden von mir;
wenn ich zu schwach bin,
um zum Gebet meine Hände zu falten;
Du bist da,
und faltest meine Hände zum Gebet.
Gott, halte deine Hand über uns
und behüte uns.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Abendgottesdienst am Trinitatissonntag, 27.05.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 71

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 27.05.2018 21:25   Titel: Abendgottesdienst am Trinitatissonntag, 27.05.2018
Abendgottesdienst am Trinitatissonntag
27.05.2018
18.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
Text: Epheser 1, 3-14

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Guten Abend liebe Gemeinde, herzlich Willkommen zum Abendgottesdienst am Trinitatissonntag. Wir wollen heute Abend nachdenken über ein Verse aus dem Epheserbrief. Das Thema lautet heute: „Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben .

Ich wünsche uns einen mutmachenden Gottesdienst.

* Lied EG 445, 1-4 Gott des Himmels und der Erde

*Eingangspsalm:

Psalm 145 EG 756 im wechsel mit der Gemeinde

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Herr, Jesus Christus, du bist unser Bruder, wir sind deine Geschwister und einander durch dich Schwestern und Brüder. Nur: Wo spürt man das? Kaum wagen wir, uns so herzlich zu geben, wie wir empfinden. Und schon gar nicht mahnen wir einander auch und bringen uns zurecht, wenn wir auf falschen Wegen sind. Hilf du uns zurecht! Herr, erbarme dich!

*Aufforderung zum Lobpreis:
Gott liebt alle seine Kinder gleich. Niemand ist mehr als ein anderer, keine hat einer anderen etwas voraus. Trotzdem gehen wir nicht so miteinander um, wie es Geschwistern ansteht. Immer wieder steht der Neid zwischen uns, der Hochmut und die Fragen: Wie kann sie so mit mir reden? Warum nimmt er sich das Recht, mir raten zu wollen? Dabei kann es uns doch nur helfen, wenn wir aufeinander acht haben! Gott schenkt uns heute ein neues Herz und seinen Heiligen Geist! Lobsinget Gott, erhebt seinen heiligen Namen!

*Kollektengebet:
Lasst uns beten:
Herr, unser Gott, heute am Trinitatisfest denken wir daran, dass du uns in Jesus als Bruder begegnest, dass du aber auch unser Vater bist und uns mit deinem Heiligen Geist zu neuen Menschen machen kannst. Wir bitten dich, verwandle uns zu Menschen, wie du sie gemeint hast durch unseren Herrn Jesus Christus.
AMEN.

* Schriftlesung: 4. Mose 6, 22-27
Und der HERR redete mit Mose und sprach:
Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet:
Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
Denn ihr sollt meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja!)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 126, 1-5 Denn du bist der Tröster genannt

* PREDIGT:
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde!
„Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!“
Ein geläufiges Sprichwort, ein Rat.

„Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!“
Vernünftig, so zu denken, zu handeln?
Lieber erst einmal abwarten, damit sich am Ende keine Enttäuschung breit macht?

Nicht zu viel erwarten, damit ich gegebenenfalls am Ende nicht frustriert dastehe?

Vernünftig oder eher eine Einstellung, pessimistisch oder sogar misstrauisch in den Tag zu gehen?

Bloß nicht zu früh freuen!
Wer weiß, was alles schiefgeht, was heute wieder für ein Bockmist passiert!

Gerade an Tagen, in Zeiten, die nicht zu den rosigen gehören, ist dieses Sprichwort, dieser Rat angebracht, kann man meinen.

Zeiten, in denen nicht alles rund, problemlos läuft oder gar schwere Zeiten, in denen ich etwas durchzustehen habe und vielleicht gar nicht weiß, ob ich es überhaupt überstehe.
Wenn ich schwer krank werde oder einer meiner Lieben.
Wenn ich Ärger habe in meinem Umfeld, auf der Arbeit oder in der Schule.
Wenn es Streit oder Missverständnisse gibt, die mein Leben belasten oder wenn ich besonders harte Aufgaben zu bewältigen habe, wenn ich z.B. jemanden pflege oder es in meiner Ehe kracht, eine Freundschaft auf dem Prüfstand steht, ich eine schier unlösbare Situation zu meistern habe.

Und mal ehrlich: Wenn ich mich an einem solchen Tag morgens aus dem Bett quäle, dann ist mir auch gar nicht danach, den Tag zu loben, schon gar nicht vor dem Abend.
Woher soll ich auch die Kraft nehmen, optimistisch und womöglich mit Vorfreude in einen solchen Tag zu gehen?
Was soll es da schon zu loben geben?
Wie soll das bitte schön gehen?

Es geht aber!

„Es geht,“ sagen Menschen, die eben nicht an solchen Tagen die Flinte gleich ins Korn werfen könnten, Menschen, die nicht die Decke über den Kopf ziehen und sich verkriechen, sondern sagen: Packen wir es an!

Solche Menschen verlieren ihren Optimismus nicht, weil sie sich auf das besinnen, was eben nicht im Argen liegt, weil sie sich bewusst machen, was gut ist in ihrem Leben und Kontinuität hat, was unumstößlich gilt für ihr Leben.

Da war einmal ein Mensch, der hatte schwere Zeiten durchzustehen, vielleicht saß er grad im Gefängnis, als er erfuhr:
Es gibt Ärger in der Gemeinschaft, dessen Teil ich bin.
Der Ärger: Menschen versuchen, andere auszugrenzen,
die sich ohnehin schon in der Minderheit befinden und
die einst aber die Mehrheit bildeten.

Man streitet sich auch darüber, wer als Autorität anzuerkennen sei und wer nicht.
Hinzukommen Schwierigkeiten von außen, andere Optionen,
sein Leben auszurichten und auch ein Weltbild, das dem eigenen völlig widerspricht.
Mit all diesen Problemen vor den Augen, in dieser schweren Zeit, besann sich dieser Mensch auf das, was unumstößlich galt in seinem Leben, was gut war, machte sich bewusst, was Kontinuität besaß trotz aller Umbrüche und Einsturzgefährdungen, machte sich klar, was er loben konnte, obwohl der Tag noch nicht vorbei, der Abend noch nicht angebrochen war.

Und er schrieb es auf, schrieb einen Brief, den Epheserbrief, aus dem ich uns aus dem ersten Kapitel nun vorlesen:


Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus. Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten; in seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns begnadet hat in dem Geliebten. In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns reichlich hat widerfahren lassen in aller Weisheit und Klugheit. Denn Gott hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschluss, den er zuvor in Christus gefasst hatte, um ihn auszuführen, wenn die Zeit erfüllt wäre, dass alles zusammengefasst würde in Christus, was im Himmel und auf Erden ist. In ihm sind wir auch zu Erben eingesetzt worden, die wir dazu vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Ratschluss seines Willens; damit wir etwas seien zum Lob seiner Herrlichkeit, die wir zuvor auf Christus gehofft haben. In ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Seligkeit - in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem heiligen Geist, der verheißen ist, welcher ist das Unterpfand unsres Erbes, zu unsrer Erlösung, dass wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit.
Ein ganz schön erschlagender Text, so viele Wörter, so viel Inhalt, so verschachtelt.

Versuchen wir einmal es auf den Punkt zu bringen, warum dieser Mensch den Tag vor dem Abend loben kann.

Was weiß er, woran hält er sich fest in seiner schweren Zeit?

Er hält sich fest an Gott, dem Vater, denn er weiß:
Gott, der Vater hat mich gesegnet.

Das heißt: Er gab mir und gibt mir, was ich brauche.

Gibt mir Kraft, ist gnädig mit mir, macht mir Mut, lässt mich nicht im Dunkeln drüber tappen, was ich bin und auf was ich vertrauen darf.

Er hat es bestimmt, hat mich dazu vorherbestimmt und er hat mich so angenommen wie ich bin, ich darf sein Kind sein.

Woran hält sich der Mensch in seiner schweren Zeit noch fest?

Er hält sich fest an Jesus Christus, an dem, der ihm vergibt.
Der ihm vergibt, woran er sich selbst schuldig gemacht hat in aller Auseinandersetzung, hält fest an dem, der ihn erlöst hat,
der ihn wissen lässt: du wirst mein Erbe sein, du wirst harte, schwere Zeiten durchmachen, genau wie ich, doch diese Zeiten werden dich nicht besiegen, sondern du wirst siegreich aus allem hervorgehen, auf Nacht folgt Morgen.

Und – er hält sich in seiner schweren Zeit fest am Heiligen Geist.
Der wirkt in ihm, der ist spürbar nahe, gibt ihm Brief und Siegel auf all das, was Gott Vater und Sohn ihm waren und sind und sein wollen.

In diesem Glauben, mit diesem Wissen kann er den Tag bereits vor dem Abend loben.

Und wir?
Sie und Du und ich?

Jeder Christ, jeder, der sich zum dreieinigen Gott bekennt,
ihm vertraut und auf ihn hofft, darf sich wie der Mensch,
der den Epheserbrief geschrieben hat, auf eben diesen dreifaltigen Gott verlassen.

Darauf, dass es herrlich ist und wir es, weil Gott es so vorherbestimmt hat, herrlich finden dürfen, zu glauben und zu wissen:
Ich bin ein geliebtes Kind Gottes, dass nicht aus dieser Liebe fällt, ganz egal, was zerbricht oder über mich hereinstürzt im Leben.

Ich bin durch Jesus Christus ein erlöster Mensch, ein Mensch, dem vergeben wird, was er selbst zu den chaotischen Zeiten beigetragen hat, ein Mensch, der mit Jesu Hilfe immer wieder neu anfangen darf.

Und: Ich bin ein Geistträger, bin versiegelt durch den Heiligen Geist, trage unabwaschbar in mir all das, was Gott mir sein will als Vater und Sohn.

All das gilt und kann uns den Tag vor dem Abend loben lassen,
so wie Gott es vorherbestimmt hat, kann uns optimistisch statt pessimistisch auf das blicken lassen, was vor uns liegt und sagen lassen:
Packen wir es an im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 134, 1-3 Komm o komm du Geist des Lebens

* Fürbittengebet:
Herr, unser Gott, wir danken dir, dass du uns in Jesus Christus zum Bruder geworden bist. Wir wissen jetzt, dass du durch ihn an unserem Leben teilnimmst, dass du nicht weltenfern in deinem Himmel thronst, sondern ganz nah bist, immer nur ein Gebet weit von unserem Herzen entfernt.
Wir bitten dich, mache uns in deinem lieben Sohn Jesus auch untereinander zu Geschwistern, die sich lieben, die aufeinander achten, sich gelten lassen, aber sich auch die Dinge sagen können, die gesagt werden müssen: Dass wir einander loben, aufbauen, trösten, aber auch mahnen, warnen und zurechtweisen. Und hilf uns, dass wir es nicht tun, um uns übereinander zu erheben, sondern um einander zu helfen.
Herr, unser Gott, habe auch Dank, dass du unser Vater bist. Nicht als der unerbittliche Richter rufst du uns zu dir, sondern als der Vater wartest du auf uns - mit ausgebreiteten Armen, bereit zu vergeben und neu mit uns zu beginnen.
Wir bitten dich, lass uns aus dem Wissen leben, dass du uns nicht verdammst, wenn wir auch lange fern von dir gelebt haben, dass du uns nicht verachtest, weil wir vielleicht deine unfolgsamen Kinder waren und dass du uns nicht strafen willst, weil wir dich gekränkt haben. Stell uns das Bild deiner Liebe und Treue vor Augen, dass wir uns zu dir aufmachen und in deiner Nähe leben und bleiben.
Herr, unser Gott, schließlich danken wir dir für deinen Heiligen Geist, der zwar unsichtbar aber doch immer wieder spürbar in unser Leben eingreift, wenn wir ihn nur wirken lassen.
Wir bitten dich, dass wir deinem Heiligen Geist mehr zutrauen, mit ihm rechnen und ihm auch nicht im Wege stehen, wenn er uns, die Mitmenschen oder unsere Beziehungen zu ihnen bessern und heilen will. Mache uns zu Helfern deines guten Geistes, dass wir, wo wir nur können, seiner guten Macht förderlich sind und in seinem Sinn denken, reden und handeln.
Himmlischer Vater, du hast uns ein wahrhaftig großes Erbe bereitet: Geistlichen Segen ... deine Liebe ... herrliche Gnade ... Erlösung ... Vergebung unserer Sünden ... den Reichtum deiner Gnade ... das Wort der Wahrheit ... das Evangelium von unserer Seligkeit ... den Glauben ... Mache uns bereit, das Erbe anzunehmen, uns daran zu freuen, damit in deinem Segen zu arbeiten und dir dankbar zu sein, die Erfüllung für uns alle ist.

Stilles Gebet

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte uns

* Bekanntmachungen:

* Votum:
Die Liebe Gottes sei dir nahe in all deiner Angst.
Die Gnade Jesu Christi zeige dir den Weg der Befreiung
aus all deiner Schuld.
Die Gemeinschaft des Heiligen Geistes richte dich auf
und leite dich in seine Zukunft.
Du bist gesegnet und kannst ein Segen sein.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.

* Lied EG 487 Abend ward bald kommt die Nacht
  Thema: Nachfeier zum Pfingstfest am 27.05.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 77

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 27.05.2018 11:39   Titel: Nachfeier zum Pfingstfest am 27.05.2018
Nachfeier des Pfingstfestes mit Abendmahl
am 27. Mai 2018
10.00 Uhr Ev. Kirche Kirche Wittgenborn
Text: Apostelgeschichte 2, 1-13


Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Herzlich willkommen zum Pfingstgottesdienst. Wir wollen heute das Abendmahl feiern. Das Thema heute lautet: Sind wir alle Voll des Weines?

Lied EG 134, 1-3 Komm o komm du Geist des Lebens

Eingangspsalm:
Dies ist der Tag, den der Herr macht;
laßt uns freuen und fröhlich an ihm sein.
O Herr, hilf!
O Herr, laß wohlgelingen!
Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!
Wir segnen euch, die ihr vom Hause des Herrn seid.
Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet.
Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!
Du bist mein Gott, und ich danke dir;
mein Gott, ich will dich preisen.
Danket dem Herrn; denn er ist freundlich,
und seine Güte währet ewiglich.

Dies ist der Tag, den der Herr macht;
laßt uns freuen und fröhlich an ihm sein.
Ps 118,24; 25-29
(Kommt, lasst uns anbeten:)

Aufforderung zum Bittruf:
Gott hat uns seinen Geist gegeben,
den Geist der Hoffnung und der Geduld,
den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
Wir bekennen, dass wir ihn verleugnen
durch Ungeduld und Verzagtheit,
durch Streitsucht und Unverstand.
Wir bitten Gott um Erbarmen:

Aufforderung zum Lobpreis:
So spricht Gott:
"Ich will euch ein neues Herz
und einen neuen Geist in euch geben.
Ich will meinen Geist in euch geben
und Leute aus euch machen,
die in meinen Geboten wandeln
und meine Rechte halten und danach tun."
Dankt ihm, freut euch an seiner Barmherzigkeit:

Kollektengebet: (stehend)
Gott, unser Schöpfer,
vielerlei Sprachen trennen die Menschen,
aber dein Evangelium verkündet deine Liebe allen Völkern.
Dein Geist stärke uns, die gute Nachricht auszurufen,
daß alle Menschen einstimmen in das Lob deiner Herrlichkeit.
Durch unseren Herrn Jesus Christus.
AMEN.

Schriftlesung: (stehend) Apostelgeschichte 2,1-13
1 Dann kam der Pfingsttag. Alle, die zu Jesus gehört hatten, waren an einem Ort versammelt.
2 Plötzlich kam vom Himmel her ein Rauschen
wie von einem starken Wind.
Das Rauschen erfüllte das ganze Haus, in dem sie sich aufhielten.
3 Dann erschien ihnen etwas wie züngelnde Flammen.
Die verteilten sich und ließen sich auf jedem Einzelnen von ihnen nieder.
4 Alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt. Sie begannen,
in fremden Sprachen zu reden – ganz so, wie der Geist es ihnen eingab.
5 In Jerusalem lebten auch fromme Juden aus aller Welt,
die sich hier niedergelassen hatten.
6 Als das Rauschen einsetzte, strömten sie zusammen.
Sie waren verstört, denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.
7 Erstaunt und verwundert sagten sie: "Sind das denn nicht alles Leute aus Galiläa, die hier reden?
8 Wie kommt es, dass jeder von uns sie in seiner Muttersprache reden hört?
9 Wir kommen aus Persien, Medien und Elam.
Wir stammen aus Mesopotamien, Judäa, Kappadozien,
aus Pontus und der Provinz Asien, 10 aus Phrygien und Pamphylien. Aus Ägypten und der Gegend von Zyrene in Libyen, ja sogar aus Rom sind Besucher hier.
11 Wir sind Juden von Geburt an und Fremde, die zum jüdischen Glauben übergetreten sind. Auch Kreter und Araber sind dabei. Wir alle hören diese Leute
in unseren eigenen Sprachen erzählen, was Gott Großes getan hat." 12 Erstaunt und ratlos sagte einer zum anderen: "Was hat das wohl zu bedeuten?"
13 Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

Glaubensbekenntnis: (stehend)
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

Lied EG 557 Ein Licht geht uns auf

PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde!
Sie sind voll von süßem Wein. So haben wir es vorhin in der Lesung die auch heute Predigttext ist gehört. Dies ist nicht nur eine Vermutung oder Behauptung, die mit entsprechender Technik (Röhrchen-Pusten!) leicht überprüft werden könnte. Es ist Spott. Warum wird nicht nur über scheinbar Betrunkene, sondern vor allem auch über offensichtlich und tatsächlich Betrunkene überhaupt gespottet? Warum gibt es so viele Witze darüber? Die müssen nicht immer bös‘ gemeint sein, – das kommt auf die Situation an. Jedenfalls gibt es sie.
Einen davon kenne ich durch meinen Opa, der im Krieg bei der Marine war: Käpten X und Steuermann Y sind sich nicht grün. Eines Tages schreibt Käpten X ins Logbuch (d.h. ins Schiffstagebuch, wo alle wichtigen Ereignisse festgehalten werden): "Steuermann Y war heute blau." Am nächsten Tag schreibt Steuermann Y ins Logbuch: "Käpten X war heute nüchtern."
Ich möchte, dass Sie heute Abend in Ihr Tagebuch schreiben können: "Prädikant Wagner war heute nüchtern." Deshalb möchte ich heute eine Ernüchterungspredigt halten. Wenn Sie so wollen: eine Anti-Pfingstpredigt.
Wenn der Tag x gekommen ist, wird Folgendes übrig geblieben sein von der Flamme des Heiligen Geistes: ausgebrannte Berufschristen also Pfarrerinnen und Pfarrer, die in den Jahren davor für immer größere Gemeinden zuständig gewesen waren. Fusionen und Zusammenschlüsse Land auf und Land ab. Und das Licht in Leerstehenden Pfarrhäusern, das zu bestimmten Zeiten angezündet wird, am besten mit Energiesparlampen. Und wenn es brennt, dann kommt die Menge zusammen, dann versammeln sich die Leute andächtig und sehnsüchtig davor.
Die Menschen, die dann noch Pfarrerin und Pfarrer werden, werden sich nicht mehr den Luxus unterschiedlicher Meinungen und Stielarten in Bezug auf den Glauben leisten. Sie predigen nicht mehr in verschiedenen Sprachen, sondern verwenden eine Einheitspredigt, weil die acht Stunden Vorbereitungszeit für eine eigene nicht drin sind. Sie versuchen nicht mehr, mit ihren eigenen Worten von Gott zu reden … oder gar die unterschiedlichen Hörergruppen – Alte und Junge, Kranke und Gesunde – jeweils in ihrer Sprache anzusprechen …
Man kann es auch positiv sehen: sie helfen sich gegenseitig, indem sie ihre Predigten ins Internet stellen. Sie lernen die Predigtsprache der Kolleginnen und Kollegen schätzen … so dass bei Predigttausch tatsächlich die Predigten getauscht werden und nicht die Prediger-Personen. Sie lernen überhaupt, sich helfen zu lassen, von jedem Menschen, dem Glaube und Kirche am Herzen liegt.
Das große Brausen hat sich dann auch gelegt. Kirchenmänner und -frauen sind nicht mehr Hans Dampf oder Grete Dampf in allen Gassen. Sie kehren vor der eigenen Tür. Wischen Staub auf ihrer eigenen Seele. Merken, dass sie Menschen sind, die gehasst und geliebt werden können. Und vielleicht sogar selber hassen und lieben.
Sie lassen es dann auf keinen Fall mehr zu, dass man sie Geistliche, Geistlichkeit nennt, – als ob es Menschen geben könnte, die vom Heiligen Geist auf Dauer erfüllt sind. Die Begeisterung überlassen sie dem Fußball. Und lassen sich lieber Kleriker nennen: d.h. die durch das Los Bestimmten. Das heißt: Irgendjemand muss den Job halt machen, stellvertretend für alle andern.
Dann stößt es nicht mehr auf ratloses Staunen und Entsetzen, wenn typische Berufskrankheiten auftreten. Dann wird man offen darüber sprechen, sie nicht mehr schamhaft verschweigen. Beim Personal der Friedhöfe und Krematorien hält man es ja auch nicht für erstaunlich, wenn einer trinkt, um den Geruch des Todes, den Pietätsdruck und die Einblicke in vielerlei Kummer und Nöte aushalten zu können.
Wenn es dann tatsächlich noch bezahlte Berufschristen geben wird, dann werden sie vielleicht neu fortgebildet, zu Fachleuten im Umgang mit der Droge Gott, der Droge Heiliger Geist: sie müssen wissen, wo sie zu finden ist: wo sie in der Natur vorkommt; wie sie synthetisch gewonnen werden kann aus Bibelwort und Glaube. Weil es ja immer noch Menschen gibt, die sie brauchen. Die unter Entzugserscheinungen leiden.
Diese Fachleute klären aber auch auf über die Gefahren des Missbrauchs, der mit Gott und seinem Namen getrieben wird: Man kann Gott missbrauchen wie ein Medikament, um die harte Wirklichkeit zu verklären, um das falsche Leben besser ertragen zu können. Vielleicht können wir nicht anders – wir brauchen Gott. Die Aufgabe dieser Fachleute wäre es dann, Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten, damit wir lernen, mit dieser Abhängigkeit zu leben und die für uns richtige Dosis von Gott zu erwischen. Und weil Gott pur einfach zu stark ist, würden die Fachleute passende Lösungsmittel empfehlen: Stille, Lachen, gerechtes Handeln. Für sich selber und im Interesse ihrer eigenen Gesundheit würden sie ihren eigenen Genuss der Droge auf ein verträgliches Maß begrenzen, – einen nüchternen Glauben üben und pflegen. Vielleicht nehmen sie sich den Alkoholiker zum Vorbild, der nachdem er eine Entziehungskur gemacht hatte und wusste, welche Grenze er für sich selber ziehen musste, die Verantwortung für das Weinregal im Supermarkt übernahm, anderen den Wein verkaufte, den er selber nicht trinken durfte.
Zum Schluss noch eine Anekdote: Pfarrer Johann Z möchte sich einmal ganz auf den Heiligen Geist verlassen. Er will vollkommen unvorbereitet auf die Kanzel gehen – der Heilige Geist wird ihm dann schon die richtigen Worte eingeben. So hat er es der Gemeinde bei der Begrüßung auch angekündigt. Nun steht er oben. Er horcht eine Weile. Dann verlässt er schweigend die Kanzel. Zum Glück setzt der Organist geistesgegenwärtig sofort mit dem Predigtlied ein. Die Küsterin fragt den Pfarrer: "Und? Hat der Heilig Geist nichts zu Ihnen gesagt?" "Doch," sagt der Pfarrer. "Er hat gesagt: Johann, du bist faul gewesen."
Zu mir, liebe Gemeinde, hat der Heilige Geist das nicht gesagt. Er weiß, was ich diese Woche gearbeitet habe und auch noch hätte arbeiten können, anstatt eine eigene Predigt zu schreiben. Aber er hat zu mir gesagt: Du hast noch nicht wirklich verstanden, wer ich bin. Wenn Du mich verstanden hättest, würdest Du freiwillig und spontan ein Fest für mich feiern, und das nicht nur, wenn Pfingsten im Kalender steht.
Amen
-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. AMEN.

Lied EG 136, 1-3 O komm du Geist der Wahrheit

ABENDMAHL
Danksagung (Präfation):

Unser Gott lädt uns zum Mahl Jesu,
zum Brot des Lebens, zum Trank der Freude.

Wir danken Gott für die ganze Schöpfung
und für alle Menschen,
die uns schützen und helfen.

Wir danken Gott für Jesus,
seinen Sohn, der uns befreit
von Angst und Schuld.

Wir danken Gott für
seinen guten Geist,
der uns Mut macht
zum Glauben und Hoffen.

Wir loben unseren Gott
mit allen seinen Geschöpfen
singen und loben wir:

Lied EG 185, 3 Heilig heilig, heilig

Einsetzungsworte:
Unser Herr Jesus Christus / in der Nacht, da er verraten ward / nahm er das Brot / dankte und brach's / und gab's seinen Jüngern / und sprach: Nehmet hin und esset / das ist mein Leib (+) / der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl / dankte / gab ihnen den / und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus / dieser Kelch ist das neue Testament (+) in meinem Blut / das für euch vergossen wird / zur Vergebung der Sünden . Solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis.

Vater unser: (stehend)
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
AMEN.

Lied EG 190.2 "Christe, du Lamm Gottes" (stehend)

Friedensgruß:
Der Friede des Herrn sei mit euch allen. Keiner sei gegen den anderen, keiner in sich verschlossen. Vergebt, wie euch vergeben ist, nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zum Lobe Gottes.
(Einladung zum Händereichen)

Austeilung:

Lobpreis:
Lobe den Herrn, meine Seele,
und was in mir ist, seinen Heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht,
was er dir Gutes getan hat:
Der dir alle deine Sünden vergibt und heilet
alle deine Gebrechen,
der dein Leben vom Verderben erlöst und dich
krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.

Fürbittengebet: (stehend)

Herr, unser Gott.
Wir suchen dich in der Ferne,
doch du bist uns durch deinen Geist ganz nah.
Durch ihn gibst du den Schwachen Kraft.
Durch ihn tröstest du die Traurigen
und ermutigst die Verzagenden.
Mach uns zu geistesgegenwärtigen Menschen,
die mit offenen Augen durch diese Welt gehen.

Dein Geist schafft Verständigung und Vertrauen.
Wir bitten dich für alle Menschen, die sich nicht mehr verstehen.
Schenke uns mehr Verständnis füreinander:
in unseren Familien,
zwischen den Ehepartnern, zwischen Eltern und Kindern,
aber auch im öffentlichen Leben.
Wir bitten dich für die Einheit der Kirche:
Gib, daß wir uns nicht abfinden mit ihrer Trennung
und aufeinander zugehen.

Dein Geist will uns zu freien Menschen machen.
Befreie uns von der Sorge um uns selbst
und schenke uns das Vertrauen, daß du für uns sorgst.
Hilf, daß wir uns nicht krampfhaft wichtig nehmen
und mehr Humor haben.

Dein Geist führt und hält zusammen.
Wir danken dir, daß wir hier in dieser Gemeinde
miteinander beten und dich loben können.
AMEN.

Lied EG 562 Segne und behüte

Bekanntmachungen

Segen:

Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Andacht zur Silberhochzeit am 26.05.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 83

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 26.05.2018 23:21   Titel: Andacht zur Silberhochzeit am 26.05.2018
Andacht zur Silberhochzeit der Eheleute Brosch
Am Samstag, 26. Mai 2018
18.30 Uhr Big Valley Radmühl
Text: 1. Korinther 16, 14


* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Bettina, lieber Roland, heute steht ihr am Weg eures 25. Jahrestages. So vieles Bewegt euch heute Abend in dieser Disco dem Big Valley das fast alle kennen und in dem fast alle viele Partys gefeiert haben. Ich selbst bin heute zurück in meiner Zeit als junger Mann. Gott was habe ich hier für Stunden verbracht.
Ihr zwei seht eure Beziehung als ein Geschenk, jeder Tag den ihr gemeinsam habt, ist ein Geschenk und nicht selbstverständlich. Vor zwei Jahren durfte ich euch euren Hochzeitsgottesdienst gestalten. Da habt ihr ja gesagt vor Gott. Damals seid ihr schon 23 Jahre euren Weg als Paar gemeinsam gegangen. Weil ihr dieses Glück eurer Liebe gerne mit den Menschen die auf vielfältige Weise mit euch verbunden sind feiern wollt, gibt es heute dieses Fest. Und es sind alle gekommen, die Familien, die Nachbarn, die Freunde und Kollegen. Das war euch wichtig heute.

Der Dalai Lama sagte einmal: „Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist Gestern, der andere Morgen. Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist.

Wir wollen beten:
Liebender Vater, uns ist bewusst wie schnell das alles immer vorbei sein kann. Das erleben wir gerade aktuell an der Krebserkrankung von Bettinas Onkel Willi, den wir heute so gerne unter uns gehabt hätten. Am 16. Mai wurde Onkel Willi von seinem Leiden erlöst. Wir wissen aber, dass er spirituell jetzt bei uns ist.
Wir wollen aber auch heute an einige Gäste unter uns denken, die auch in der letzten Zeit einen lieben Menschen, Mama, Papa, verloren haben und trotzdem heute zu diesem Fest gekommen sind. Darüber sind Bettina und Roland sehr dankbar und froh. Und für alle die gehen mussten wir wissen: „Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginn der Ewigkeit in Gottes gnädigen Händen“.

Mit diesem Fest heute gehen wir nicht über den Tod hinweg, das bedeutet auch nicht das der Verlust uns nicht das Herz zerreißt, das bedeutet aber das, was der Dalai Lama gesagt hat: „Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist Gestern, der andere Morgen. Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist.
So schließen wir alle heute mit ein, die gegangen sind und die, die gehen müssen. Das Leben bleibt nicht stehen und der Lauf der Dinge geht weiter.
AMEN

Liebe Bettina, lieber Roland,

das heute ist euer Tag, ein ganz besonderer Tag. Das ich wieder eine Andacht machen durfte, ist mir eine große Freude. Sind wir doch befreundet. Ihr beiden seid das beste Beispiel dafür, dass Liebe kein Ende haben muss und das Liebe auch Hürden überstehen kann. Eure Liebe ist nach all den Jahren noch immer nicht erloschen und kann für andere ein Vorbild sein. Über diesen euren Tag stelle ich einen Vers aus dem Korintherbrief aus dem 13. Kapitel den Vers 13, wo es heißt:
“Nun aber bleiben Glauben, Hoffnung, Liebe, diese drei, aber die Liebe ist die größte unter ihnen“.
Haltet an euch und eurer Liebe fest und lasst jeden Tag ein Geschenk sein. Bleibt miteinander bei allem was kommt verbunden und hört nie auf miteinander zu reden. Vertraut auf Eure Hoffnung die ihr ohne euren Glauben nicht hättet, weil das getragen wird von der Liebe die größer ist als alles was es gibt. So lasst uns heute Abend in der Ehrwürdigen Disco meiner und eurer Jugend feiern und schöne Stunden gemeinsam verbringen. Gott gebe euch dazu seinen Segen. AMEN

Bettina und Roland bitte nach vorne kommen.

SEGEN DES PAARES

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.
  Thema: Pfingstsonntag mit Abendmahl, 20.05.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 89

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 20.05.2018 12:27   Titel: Pfingstsonntag mit Abendmahl, 20.05.2018
Pfingstgottesdienst mit Abendmahl
am 20. Mai 2018
09.00 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn mit Totengedenken
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
Text: Apostelgeschichte 2, 1-13


Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Herzlich willkommen zum Pfingstgottesdienst. Wir wollen heute das Abendmahl feiern. Das Thema heute lautet: Sind wir alle Voll des Weines?

Lied EG 134, 1-3 Komm o komm du Geist des Lebens

Eingangspsalm:
Dies ist der Tag, den der Herr macht;
laßt uns freuen und fröhlich an ihm sein.
O Herr, hilf!
O Herr, laß wohlgelingen!
Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!
Wir segnen euch, die ihr vom Hause des Herrn seid.
Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet.
Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!
Du bist mein Gott, und ich danke dir;
mein Gott, ich will dich preisen.
Danket dem Herrn; denn er ist freundlich,
und seine Güte währet ewiglich.

Dies ist der Tag, den der Herr macht;
laßt uns freuen und fröhlich an ihm sein.
Ps 118,24; 25-29
(Kommt, lasst uns anbeten:)

Aufforderung zum Bittruf:
Gott hat uns seinen Geist gegeben,
den Geist der Hoffnung und der Geduld,
den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
Wir bekennen, dass wir ihn verleugnen
durch Ungeduld und Verzagtheit,
durch Streitsucht und Unverstand.
Wir bitten Gott um Erbarmen:

Aufforderung zum Lobpreis:
So spricht Gott:
"Ich will euch ein neues Herz
und einen neuen Geist in euch geben.
Ich will meinen Geist in euch geben
und Leute aus euch machen,
die in meinen Geboten wandeln
und meine Rechte halten und danach tun."
Dankt ihm, freut euch an seiner Barmherzigkeit:

Kollektengebet: (stehend)
Gott, unser Schöpfer,
vielerlei Sprachen trennen die Menschen,
aber dein Evangelium verkündet deine Liebe allen Völkern.
Dein Geist stärke uns, die gute Nachricht auszurufen,
daß alle Menschen einstimmen in das Lob deiner Herrlichkeit.
Durch unseren Herrn Jesus Christus.
AMEN.

Schriftlesung: (stehend) Apostelgeschichte 2,1-13
1 Dann kam der Pfingsttag. Alle, die zu Jesus gehört hatten, waren an einem Ort versammelt.
2 Plötzlich kam vom Himmel her ein Rauschen
wie von einem starken Wind.
Das Rauschen erfüllte das ganze Haus, in dem sie sich aufhielten.
3 Dann erschien ihnen etwas wie züngelnde Flammen.
Die verteilten sich und ließen sich auf jedem Einzelnen von ihnen nieder.
4 Alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt. Sie begannen,
in fremden Sprachen zu reden – ganz so, wie der Geist es ihnen eingab.
5 In Jerusalem lebten auch fromme Juden aus aller Welt,
die sich hier niedergelassen hatten.
6 Als das Rauschen einsetzte, strömten sie zusammen.
Sie waren verstört, denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.
7 Erstaunt und verwundert sagten sie: "Sind das denn nicht alles Leute aus Galiläa, die hier reden?
8 Wie kommt es, dass jeder von uns sie in seiner Muttersprache reden hört?
9 Wir kommen aus Persien, Medien und Elam.
Wir stammen aus Mesopotamien, Judäa, Kappadozien,
aus Pontus und der Provinz Asien, 10 aus Phrygien und Pamphylien. Aus Ägypten und der Gegend von Zyrene in Libyen, ja sogar aus Rom sind Besucher hier.
11 Wir sind Juden von Geburt an und Fremde, die zum jüdischen Glauben übergetreten sind. Auch Kreter und Araber sind dabei. Wir alle hören diese Leute
in unseren eigenen Sprachen erzählen, was Gott Großes getan hat." 12 Erstaunt und ratlos sagte einer zum anderen: "Was hat das wohl zu bedeuten?"
13 Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

Glaubensbekenntnis: (stehend)
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

Lied EG 557 Ein Licht geht uns auf

PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde!
Sie sind voll von süßem Wein. So haben wir es vorhin in der Lesung die auch heute Predigttext ist von Ingrid Brill gehört. Dies ist nicht nur eine Vermutung oder Behauptung, die mit entsprechender Technik (Röhrchen-Pusten!) leicht überprüft werden könnte. Es ist Spott. Warum wird nicht nur über scheinbar Betrunkene, sondern vor allem auch über offensichtlich und tatsächlich Betrunkene überhaupt gespottet? Warum gibt es so viele Witze darüber? Die müssen nicht immer bös‘ gemeint sein, – das kommt auf die Situation an. Jedenfalls gibt es sie.
Einen davon kenne ich durch meinen Opa, der im Krieg bei der Marine war: Käpten X und Steuermann Y sind sich nicht grün. Eines Tages schreibt Käpten X ins Logbuch (d.h. ins Schiffstagebuch, wo alle wichtigen Ereignisse festgehalten werden): "Steuermann Y war heute blau." Am nächsten Tag schreibt Steuermann Y ins Logbuch: "Käpten X war heute nüchtern."
Ich möchte, dass Sie heute Abend in Ihr Tagebuch schreiben können: "Prädikant Wagner war heute nüchtern." Deshalb möchte ich heute eine Ernüchterungspredigt halten. Wenn Sie so wollen: eine Anti-Pfingstpredigt.
Wenn der Tag x gekommen ist, wird Folgendes übrig geblieben sein von der Flamme des Heiligen Geistes: ausgebrannte Berufschristen also Pfarrerinnen und Pfarrer, die in den Jahren davor für immer größere Gemeinden zuständig gewesen waren. Fusionen und Zusammenschlüsse Land auf und Land ab. Und das Licht in Leerstehenden Pfarrhäusern, das zu bestimmten Zeiten angezündet wird, am besten mit Energiesparlampen. Und wenn es brennt, dann kommt die Menge zusammen, dann versammeln sich die Leute andächtig und sehnsüchtig davor.
Die Menschen, die dann noch Pfarrerin und Pfarrer werden, werden sich nicht mehr den Luxus unterschiedlicher Meinungen und Stielarten in Bezug auf den Glauben leisten. Sie predigen nicht mehr in verschiedenen Sprachen, sondern verwenden eine Einheitspredigt, weil die acht Stunden Vorbereitungszeit für eine eigene nicht drin sind. Sie versuchen nicht mehr, mit ihren eigenen Worten von Gott zu reden … oder gar die unterschiedlichen Hörergruppen – Alte und Junge, Kranke und Gesunde – jeweils in ihrer Sprache anzusprechen …
Man kann es auch positiv sehen: sie helfen sich gegenseitig, indem sie ihre Predigten ins Internet stellen. Sie lernen die Predigtsprache der Kolleginnen und Kollegen schätzen … so dass bei Predigttausch tatsächlich die Predigten getauscht werden und nicht die Prediger-Personen. Sie lernen überhaupt, sich helfen zu lassen, von jedem Menschen, dem Glaube und Kirche am Herzen liegt.
Das große Brausen hat sich dann auch gelegt. Kirchenmänner und -frauen sind nicht mehr Hans Dampf oder Grete Dampf in allen Gassen. Sie kehren vor der eigenen Tür. Wischen Staub auf ihrer eigenen Seele. Merken, dass sie Menschen sind, die gehasst und geliebt werden können. Und vielleicht sogar selber hassen und lieben.
Sie lassen es dann auf keinen Fall mehr zu, dass man sie Geistliche, Geistlichkeit nennt, – als ob es Menschen geben könnte, die vom Heiligen Geist auf Dauer erfüllt sind. Die Begeisterung überlassen sie dem Fußball. Und lassen sich lieber Kleriker nennen: d.h. die durch das Los Bestimmten. Das heißt: Irgendjemand muss den Job halt machen, stellvertretend für alle andern.
Dann stößt es nicht mehr auf ratloses Staunen und Entsetzen, wenn typische Berufskrankheiten auftreten. Dann wird man offen darüber sprechen, sie nicht mehr schamhaft verschweigen. Beim Personal der Friedhöfe und Krematorien hält man es ja auch nicht für erstaunlich, wenn einer trinkt, um den Geruch des Todes, den Pietätsdruck und die Einblicke in vielerlei Kummer und Nöte aushalten zu können.
Wenn es dann tatsächlich noch bezahlte Berufschristen geben wird, dann werden sie vielleicht neu fortgebildet, zu Fachleuten im Umgang mit der Droge Gott, der Droge Heiliger Geist: sie müssen wissen, wo sie zu finden ist: wo sie in der Natur vorkommt; wie sie synthetisch gewonnen werden kann aus Bibelwort und Glaube. Weil es ja immer noch Menschen gibt, die sie brauchen. Die unter Entzugserscheinungen leiden.
Diese Fachleute klären aber auch auf über die Gefahren des Missbrauchs, der mit Gott und seinem Namen getrieben wird: Man kann Gott missbrauchen wie ein Medikament, um die harte Wirklichkeit zu verklären, um das falsche Leben besser ertragen zu können. Vielleicht können wir nicht anders – wir brauchen Gott. Die Aufgabe dieser Fachleute wäre es dann, Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten, damit wir lernen, mit dieser Abhängigkeit zu leben und die für uns richtige Dosis von Gott zu erwischen. Und weil Gott pur einfach zu stark ist, würden die Fachleute passende Lösungsmittel empfehlen: Stille, Lachen, gerechtes Handeln. Für sich selber und im Interesse ihrer eigenen Gesundheit würden sie ihren eigenen Genuss der Droge auf ein verträgliches Maß begrenzen, – einen nüchternen Glauben üben und pflegen. Vielleicht nehmen sie sich den Alkoholiker zum Vorbild, der nachdem er eine Entziehungskur gemacht hatte und wusste, welche Grenze er für sich selber ziehen musste, die Verantwortung für das Weinregal im Supermarkt übernahm, anderen den Wein verkaufte, den er selber nicht trinken durfte.
Zum Schluss noch eine Anekdote: Pfarrer Johann Z möchte sich einmal ganz auf den Heiligen Geist verlassen. Er will vollkommen unvorbereitet auf die Kanzel gehen – der Heilige Geist wird ihm dann schon die richtigen Worte eingeben. So hat er es der Gemeinde bei der Begrüßung auch angekündigt. Nun steht er oben. Er horcht eine Weile. Dann verlässt er schweigend die Kanzel. Zum Glück setzt der Organist geistesgegenwärtig sofort mit dem Predigtlied ein. Die Küsterin fragt den Pfarrer: "Und? Hat der Heilig Geist nichts zu Ihnen gesagt?" "Doch," sagt der Pfarrer. "Er hat gesagt: Johann, du bist faul gewesen."
Zu mir, liebe Gemeinde, hat der Heilige Geist das nicht gesagt. Er weiß, was ich diese Woche gearbeitet habe und auch noch hätte arbeiten können, anstatt eine eigene Predigt zu schreiben. Aber er hat zu mir gesagt: Du hast noch nicht wirklich verstanden, wer ich bin. Wenn Du mich verstanden hättest, würdest Du freiwillig und spontan ein Fest für mich feiern, und das nicht nur, wenn Pfingsten im Kalender steht.
Amen
-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. AMEN.

Lied EG 136, 1-3 O komm du Geist der Wahrheit

ABENDMAHL
Danksagung (Präfation):

Unser Gott lädt uns zum Mahl Jesu,
zum Brot des Lebens, zum Trank der Freude.

Wir danken Gott für die ganze Schöpfung
und für alle Menschen,
die uns schützen und helfen.

Wir danken Gott für Jesus,
seinen Sohn, der uns befreit
von Angst und Schuld.

Wir danken Gott für
seinen guten Geist,
der uns Mut macht
zum Glauben und Hoffen.

Wir loben unseren Gott
mit allen seinen Geschöpfen
singen und loben wir:

Lied EG 185, 3 Heilig heilig, heilig

Einsetzungsworte:
Unser Herr Jesus Christus / in der Nacht, da er verraten ward / nahm er das Brot / dankte und brach's / und gab's seinen Jüngern / und sprach: Nehmet hin und esset / das ist mein Leib (+) / der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl / dankte / gab ihnen den / und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus / dieser Kelch ist das neue Testament (+) in meinem Blut / das für euch vergossen wird / zur Vergebung der Sünden . Solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis.

Vater unser: (stehend)
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
AMEN.

Lied EG 190.2 "Christe, du Lamm Gottes" (stehend)

Friedensgruß:
Der Friede des Herrn sei mit euch allen. Keiner sei gegen den anderen, keiner in sich verschlossen. Vergebt, wie euch vergeben ist, nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zum Lobe Gottes.
(Einladung zum Händereichen)

Austeilung:

Lobpreis:
Lobe den Herrn, meine Seele,
und was in mir ist, seinen Heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht,
was er dir Gutes getan hat:
Der dir alle deine Sünden vergibt und heilet
alle deine Gebrechen,
der dein Leben vom Verderben erlöst und dich
krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.

Fürbittengebet: (stehend)

Herr, unser Gott.
Wir suchen dich in der Ferne,
doch du bist uns durch deinen Geist ganz nah.
Durch ihn gibst du den Schwachen Kraft.
Durch ihn tröstest du die Traurigen
und ermutigst die Verzagenden.
Mach uns zu geistesgegenwärtigen Menschen,
die mit offenen Augen durch diese Welt gehen.

Dein Geist schafft Verständigung und Vertrauen.
Wir bitten dich für alle Menschen, die sich nicht mehr verstehen.
Schenke uns mehr Verständnis füreinander:
in unseren Familien,
zwischen den Ehepartnern, zwischen Eltern und Kindern,
aber auch im öffentlichen Leben.
Wir bitten dich für die Einheit der Kirche:
Gib, daß wir uns nicht abfinden mit ihrer Trennung
und aufeinander zugehen.

Dein Geist will uns zu freien Menschen machen.
Befreie uns von der Sorge um uns selbst
und schenke uns das Vertrauen, daß du für uns sorgst.
Hilf, daß wir uns nicht krampfhaft wichtig nehmen
und mehr Humor haben.

Nur Lettgenbrunn:
Dein Geist gibt und nimmt Leben. So trauern wir um Frau Gisela Rippl die am 23.04.2018 im Alter von 77 Jahren verstorben ist. Sie wurde am 19. Mai In Lohrhaupten im Wald der Stille beigesetzt.

Der Kirchenvorstand Lohrhaupten-Lettgenbrunn trauert um seine langjährige, ehrenamtliche, engagierte Mitarbeiterin.

Dein Geist führt und hält zusammen.
Wir danken dir, daß wir hier in dieser Gemeinde
miteinander beten und dich loben können.
AMEN.

Lied EG 562 Segne und behüte

Bekanntmachungen
Kollekte: Projekte der Missionswerke

Wochenspruch: Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. Sach. 4, 6

Nächster Gottesdienst Lohrhaupten

Pfingstmontag, 21. Mai 2018 mit Pfrin. Ehlers

10.:30 Uhr Gottesdienst in Lohrhaupten mit Vorstellung der neuen Konfirmanden
Nächster Gottesdienst Lettgenbrunn

- Sonntag, 27. Mai 2018 9:15 Uhr mit Pfrin. Ehlers

Segen:

Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gottesdienste am Sonntag Exaudi, 13.05.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 95

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 13.05.2018 12:04   Titel: Gottesdienste am Sonntag Exaudi, 13.05.2018
Gottesdienst am Sonntag Exaudi
09.15 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
13.05.2018
Text: Matthäus 21, 14-17

* Lied EG + 34 Komm Heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Der Wort und treue hält und er nicht fahren lässt,
dass Werk seiner gnädigen Hände. AMEN

Liebe Gemeinde,
zum Gottesdienst am Sonntag Exaudi heiße ich Sie und Euch alle ganz herzlich willkommen. Das Thema heute Morgen lautet: Gott zu loben, bedeutet unbefangen staunen zu können und die Grenzen der eigenen Wahrnehmung zu überwinden.
Ich wünsche uns einen Mutmachenden Gottesdienst.

*Lied EG 302, 1-2+8 Du meine Seele

*Eingangspsalm:
Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder. Halleluja.

Er schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm.
Der Herr lässt sein Heil kundwerden;
vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.
Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel,
aller Welt Enden sehen das Heil unseres Gottes.
Jauchzet dem Herrn, alle Welt, singet, rühmet und lobet!
Lobet den Herrn mit Harfen, mit Harfen und mit Saitenspiel!
Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem Herrn, dem König!
Das Meer brause und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen. Die Ströme sollen frohlocken,
und alle Berge seien fröhlich vor dem Herrn;
denn er kommt, das Erdreich zu richten.
Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit
und die Völker, wie es recht ist.

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder. Halleluja.

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Gottes Namen loben -
mit unseren Liedern, unseren Worten, unseren Taten:
Wie oft stehen wir uns dabei selbst im Weg,
fürchten uns vor dem Urteil der anderen,
meinen, wir hätten dazu wenig Grund.
Darum brauchen wir Gottes Geist,
der uns die Furcht nimmt,
der uns die Augen öffnet
für die Wunder und Schönheiten seiner Schöpfung.
Wir rufen um erbarmen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Gottes Namen loben
mit unseren Liedern, unseren Worten, unseren Taten:
Das können wir,
weil Gott uns in Jesus seine Liebe offenbart hat,
weil sein Geist in uns stark sein will,
stärker als alle Menschenfurcht,
stärker als unser Versagen.
Darum loben wir Gott mit allen,
die mit uns im Glauben verbunden sind:
Wir können aufatmen und singen:

*Kollektengebet:
Vater im Himmel,
du lässt uns jeden Morgen neu die Sonne schauen.
Wir bitten dich:
Mach uns froh in deiner Güte, damit wir dich ehren,
jetzt mit unserem Singen und Loben
und dann mit allem, was wir in dieser Woche reden und tun.
Durch Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes
lebt und Leben schenkt von Ewigkeit zu Ewigkeit.
G: AMEN

* Schriftlesung: Matthäus 11, 25-30
25 Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart.
26 Ja, Vater; denn so hat es dir Wohlgefallen.
27 Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.
28 Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.
29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.
30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

(Wer Ohren hat zu hören, der höre - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 243, 1-3 Lob Gott getrost mit Singen

* PREDIGT:
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Predigt zu Matthäus 21,14-17

14 Und es gingen zu ihm Blinde und Lahme im Tempel und er heilte sie.
15 Als aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder, die im Tempel schrien: Hosianna dem Sohn Davids!, entrüsteten sie sich
16 und sprachen zu ihm: Hörst du auch, was diese sagen? Jesus antwortete ihnen: Ja! Habt ihr nie gelesen »Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet«?
17 Und er ließ sie stehen und ging zur Stadt hinaus nach Betanien und blieb dort über Nacht.

Liebe Gemeinde,
ein Sprichwort sagt: „Kindermund tut Wahrheit kund.“ Und der Predigttext liest sich wie der Beweis dafür: Die Kinder im Tempel singen das Lob Gottes.
Sie sprechen aus, singen, schreien heraus: Hosianna dem Sohn Davids. Gelobt sei Gott für den Erlöser, für Jesus, den Christus.
Für sie ist es ganz offensichtlich, dass Jesus der Messias ist, der verheißene Sohn Davids.
Denn Jesus heilt Blinde und Lahme. Er tut, was so ohne Weiteres niemand zu tun in der Lage ist. Und er erweist so seine göttliche Autorität und Vollmacht: Er gibt Menschen das Augenlicht wieder und lässt Gelähmte wieder gehen. Er erweitert den Horizont und schenkt Bewegungsfreiheit –, so lassen sich die Gebrechen in einem übertragenen Sinn verstehen.
Man möchte es den Erwachsenen, den Hohenpriestern und Schriftgelehrten, ebenfalls wünschen, dass Jesus sie heilt, dass er ihre Augen öffnet, damit sie sehen, was so offenbar geschieht. Man möchte ihnen wünschen, dass er ihnen Bewegungsfreiheit gibt – geistige Bewegungsfreiheit, damit sie aus ihrer Lähmung heraus in Bewegung versetzt werden.
Man möchte ihnen wünschen, dass sie in das Lob der Kinder einstimmen:
„Hosianna dem Sohn Davids!“
Man möchte es ihnen wünschen, den Hohenpriestern und Schriftgelehrten. Aber es geht ihnen wie vielen Erwachsenen: Sie haben verlernt zu staunen. Sie sind gefangen in Traditionen, und der Blick ist verstellt, weil sie meinen, alles genau zu wissen. So sehen sie, ohne zu erkennen: Die Augen sind blind, der Verstand gelähmt.
Es kann nicht sein, was nicht sein darf!
Und so ist es natürlich ein Ärgernis für sie, dass die Kinder in Jesus den verheißenen Erlöser erkennen und Gott dafür lauthals loben: „Hosianna dem Sohn Davids!“
Aber die Kinder sagen die Wahrheit: „Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet“, so bekommen sie von Jesus zu hören, die Hohenpriester und Schriftgelehrten.
Gewiss kennen auch sie den Vers aus Psalm 8, mit Sicherheit sogar. Aber so wenig sie das Eine erkennen, so wenig können sie auch das Andere verstehen. Die Einzelteile liegen sozusagen offen vor ihnen, aber sie vermögen die Teile nicht zusammenzufügen.
So sehen sie, ohne zu erkennen: Die Augen sind blind, der Verstand gelähmt.
Es kann nicht sein, was nicht sein darf!

Liebe Gemeinde, wir haben es leichter als die Hohenpriester und Schriftgelehrten damals: Wir bekommen bereits die Deutung der Geschichte mitgeliefert. Uns bleibt die Probe erspart, ob wir erkennen, was doch so offensichtlich vor Augen ist, und ob wir uns den richtigen Reim darauf machen.
Und trotzdem haben wir große Schwierigkeiten, unsererseits in das Lob der Kinder einzustimmen: „Hosianna dem Sohn Davids!“
Wir überlassen es ihnen gerne, das Lob Gottes. Wir freuen uns daran, wenn die Kleinen im Kinderreim Gott loben, wenn sie als Kindergottesdienstkinder im Gottesdienst der Erwachsenen singen. Wir freuen uns daran und finden es niedlich. Aber wenn es darum geht, selbst einzustimmen und Gott zu loben, bleiben viele Erwachsene stumm.
Ist es uns zu schlicht? Ist es uns peinlich? Oder entgeht uns wirklich, was wir doch erkennen könnten:
Die Kinder sagen die Wahrheit: „Hosianna dem Sohn Davids!“ Gelobt sei Jesus Christus, der von Gott gesandte Erlöser.
Auch wir sehen, ohne zu erkennen: Die Augen sind blind, der Verstand gelähmt.
Auch wir haben unsere eingefahrenen Denkweisen und Traditionen.
Auch wir meinen, es letztlich besser zu wissen.
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir meinen, es nicht nötig zu haben. Wozu brauchen wir einen Erlöser?
Ähnlich mag es auch den Hohenpriestern und Schriftgelehrten gegangen sein: Ihnen ging es gut; ihre Augen waren in Ordnung, ihre Gliedmaßen voll beweglich. Sie litten keine Not. Sie waren die Führungselite ihrer Zeit.
Und die Starken, die brauchen doch keinen Erlöser; die sind doch selbst Erlöser, die andere freimachen können durch ihre Leistungskraft, durch ihren Einfluss, durch ihr Geld.
Sie könnten es; wir könnten es –, tun wir es auch?
Die Leistungskraft steigern, den Einfluss vermehren und natürlich auch das Geld, verstellen unseren Blick und lähmt unser Erkennen: Damit sind wir aber nur mit uns selbst beschäftigt.
„Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht.“ – So klingt wie der Leitspruch der Leistungsträger in unserer Gesellschaft.
Und das beginnt bereits im Kindesalter: Schule und Sportverein, Nachhilfe und Nebenjob.
Es fehlt uns nichts; aber wir wollen auch nichts vermissen. Wir leisten uns viel, wir leisten uns allerhand; aber auf das Lob Gottes meinen wir verzichten zu können.
Aber wenn wir an den Erwartungen scheitern, an den Anforderungen anderer und den Ansprüchen an uns selbst –, dann bleibt vielen nur das Selbstmitleid und manchen vielleicht noch nicht einmal das.
Brauchen wir wirklich keinen Erlöser?
Man möchte es uns wünschen, das Staunen neu zu lernen darüber, wie gut es uns geht und wie viele Möglichkeiten wir haben.
Man möchte es uns wünschen, dass wir aus dem Staunen heraus über Wege nachdenken, wie vielen anderen dieselben Möglichkeiten eröffnet werden können, damit es ihnen auch gut geht.
Man möchte es uns wünschen, dass uns die Augen geöffnet werden, dass unser Verstand und unser Herz in Bewegung kommen, dass wir angerührt werden von der Schönheit der Welt und berührt werden von der Not der Menschen, die uns brauchen.
Man möchte es uns wünschen, dass wir einstimmen in das Lob der Kinder: „Hosianna dem Sohn Davids!“
Einstimmen aus der tiefen Einsicht heraus, dass sie die Wahrheit sagen. Gott öffnet durch Jesus Christus unsere Augen füreinander und beseitigt die Lähmung unserer Herzen. Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 287 Singet dem Herrn ein neues Lied

* Fürbittengebet:
Gott, mit den Wundern des Lebens umgibst du uns.
Wir hören den Gesang der Vögel, das Lachen der Kinder,
sehen das neue Grün in den Bäumen,
die Farbenpracht der Blumen
und spüren den Hauch des Windes,
die wärmenden Strahlen der Sonne.
Deine Schöpfung singt das Lied vom Leben.
Dankbar stimmen wir ein:

G.: EG 179,1 Allein Gott in der Höh sei Ehr

Gott, deine Wunder des Lebens sind in Gefahr,
wenn wir nur unseren Nutzen daraus ziehen
und anderen vorenthalten, was du allen zugedacht hast.
Dann wird der Gesang in den Bäumen leise,
das Lachen vergeht.
Der Himmel verdunkelt sich, Klage wird laut.
Deshalb bitten wir und singen:

G.: EG 179,1 Allein Gott in der Höh sei Ehr

Gott, in Jesus Christus bist du unseren Weg gegangen,
nahe allem, was menschlich ist zwischen Geburt und Tod.
In seinem Namen sind wir bereit,
andere zu achten und anzunehmen
und begegnen einander erwartungsvoll.
Wir erkennen die Melodie des ewigen Lebens.
Dankbar stimmen wir ein:

G.: EG 179,1 Allein Gott in der Höh sei Ehr

Gott, wir versperren Christus den Weg,
wenn wir das Elend und das Leiden unter uns
nicht ernst nehmen.
Wir erschrecken über all die Ungerechtigkeiten in der Welt,
über verletzte und missachtete Menschenwürde
in so vielen Ländern
und über die lauten Gesänge von Hass und Gewalt.
Deshalb bitten wir und singen:

G.: EG 179,1 Allein Gott in der Höh sei Ehr

Gott, dein Heiliger Geist
entzündet das Feuer der Wahrheit in uns.
Wir kommen heraus mit deiner Sprache,
schweigen vom Glauben nicht.
Voll Freude entdecken wir, dass wir verstanden werden.
Wir finden Gemeinschaft, die Grenzen überwindet,
feiern Gottesdienst mit Liedern zu deiner Ehre.
Dankbar stimmen wir ein:

G.: EG 179,1 Allein Gott in der Höh sei Ehr

Gott, das Feuer deines Geistes ist bedroht
durch Lügen und falsche Versprechungen,
durch Irrtum und Vorurteil.
Das verschlägt uns die Sprache,
macht uns manchmal kleinmütig.
Mauern scheinen zwischen uns aufgerichtet.
Die Lieder des Glaubens haben kein Echo mehr.
Deshalb bitten wir und singen:

G.: EG 179,1 Allein Gott in der Höh sei Ehr


Gott, bei dir kommt alles zum Ziel.
Du wirst vollenden, was du angefangen hast.
Gemeinsam beten wir mit den Worten Jesu:

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 590 Herr wir bitten komm und segne uns

* Bekanntmachungen:
Pfingstsonntag, 20. Mai 2018 feier ich mit IHNEN

9:00 Uhr Lettgenbrunn mit Abendmahl
10:30 Uhr Lohrhaupten mit Abendmahl

Abkündigungen:


Mittwoch, 16. Mai 2018

19.00 Uhr Seniorentreff im Keilerstübchen in Lohrhaupten.
(zum Abschluss, vor der Sommerpause)


Schon mal als Hinweis: Am Pfingstmontag, 21.Mai 2018 werden die neuen Konfirmanden im Gottesdienst vorgestellt.

Kollekte: Eigene Gemeinde

Der Wochenspruch für diese Woche lautet:
Jesus Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. Joh. 12, 32

* Votum:
Einen strahlenden leuchtenden Segen
wünsche ich Dir;
Licht von außen und von innen.
Die Sonne möge dich überstrahlen
und Dein Herz erwärmen,
bis es glüht wie ein großes Feuer,
zu dem der Fremdling gerne kommt,
um sich zu wärmen.
Aus deinen Augen möge Licht voller Glück
und Segen strahlen wie von einer Kerze,
die in das Fenster gestellt wird,
damit der Wanderer heimfindet
aus dem Sturm in die Ruhe.
Möge der gesegnete Regen -
der frische, milde, auf dich fallen,
dass ringsum die Blumen hervorsprießen,
um mit ihrer Schönheit die Welt zu erfüllen.
Möge der Segen der Erde -
der guten, reichen Erde -
bei Dir sein.
Einmal soll Deine Seele leicht und unbeschwert
wie ein Strahl von Licht aus der Tiefe sich erheben -
auf und davon -
zur Höhe, zum Licht, zu Gott.


* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Traufe Hartig am 12.05.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 90

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 12.05.2018 17:53   Titel: Traufe Hartig am 12.05.2018
Hochzeit von Ann - Kathrin und Björn Hartig
Taufe von Milo Finn Hartig
am 12. Mai 2018 um 14.00 Uhr
in der Ev. Nikolauskirche Kirchbracht
Texte: Josua 1, 9 und Ruth 1, 16

Orgelmusik zum Einzug des Paares, Milo und Prädikant

Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vater und des Sohnes und des heiligen Geistes. AMEN

Herzlich willkommen zur Trauung von Ann-Kathrin und Björn und zur Taufe von Milo Finn.
Das ist heute euer Tag, der Tag eurer kleinen Familie. Zu-nächst wollen wir Milo taufen.

Lied EG 334, 1-2 anderer Text

Eingangspsalm:
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Gott du kennst mich. Du achtest auf mich Herr.
Nie gibst du mich verloren.
Ich sitze oder stehe, ich liege oder gehe,
du hältst deine Hand über mir.

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Alle meine Wege sind dir bekannt, alles was ich denke und sage. Du kennst es. Mein ganzes Leben liegt offen wie ein Buch vor dir.
Wenn ich in Schwierigkeiten bin, willst du mich begleiten.
Wenn ich nicht aus noch ein weiß und mich am liebsten
Verstecken möchte, so bleibt dir meine Not nicht verborgen.

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Du achtest auch mich.
Du gibst mich nicht verloren.
(Nach Psalm 139)
Kommt lasst uns anbeten:

*Taufe:

Gebet:
Herr Jesus Christus, heute bringen wir dir Milo um ihm das Sakrament der Taufe zu spenden. Wir nehmen ihn heute in die Gemeinschaft und in die Nachfolge Jesu Christi auf. An viele Dinge denken wir heute zurück. An den Moment der Ge-burt von Milo vor über 19 Monaten. An die ersten Schritte, an die ersten Tage und Stunden. So vieles bewegt uns heute Nachmittag hier der Nikolauskirche in Kirchbracht. Positives und negatives. Wir wissen aber dass wir alles in deine gnädi-ge Hand legen dürfen und dass Milo geborgen ist in deinem Schutz.
Herr, wir wissen, wie viel Zuwendung, wie viel Liebe Milo braucht, damit er voller Vertrauen aufwachsen kann. Doch wir wissen auch, Herr, dass unsere Liebe begrenzt ist, zeitlich und räumlich, aber auch in ihrer Kraft und Tiefe.
So werden auch Stunden und Tage kommen, wo Milo unsere Liebe entbehren muss, wo wir seinem Herzen ferne sind.

Herr Jesus Christus, lass Milo immer dann, wenn wir ihm nicht nahe sein können, die Wahrheit deiner Verheißung er-fahren, die auch heute über seiner Taufe ausgesprochen wird:
"Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende".
AMEN

Lesung - Mk 10, 13-16:
Die Bibel erzählt uns, wie Jesus mit Kindern umging:
Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühre. Die Jünger aber fuhren sie an. Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Got-tes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.

Lesung Mt 28, 18-20:
Hört den Tauf- und Missionsbefehl Jesu am Ende des Matthäusevangeliums:

Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Tauffrage:
Liebe Ann-Kathrin, lieber Björn, liebe Paten Sabrina und Fabian, Ihr wollt, dass eure Kind Milo Finn getauft wird. Damit übernehmt ihr die Aufgabe, euer Kind im christli-chen Glauben zu erziehen und ihm durch Wort und Bei-spiel zu helfen, Gott und die Menschen zu lieben. So fra-ge ich euch, die Eltern und die Paten:
Seid ihr dazu bereit, so antwortet: "Ja, mit Gottes Hilfe"

Eltern und Paten: "Ja mit Gottes Hilfe".

Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Solo Sängen

Taufe:
Im Namen dessen, der uns bei unserem Namen ruft,
(etwas Wasser ins Taufbecken füllen)
im Namen dessen, zu dem Gott bei seiner Taufe sprach: »An dir habe ich Wohlgefallen!«,
(weiteres Füllen des Taufbeckens mit Wasser)
im Namen dessen, der in der Taufe gegenwärtig ist und Ge-mein¬schaft wirkt –,
(noch einmal Wasser ins Taufbecken gießen)
im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geis-tes.

Taufe Milo:
Als Zeichen dafür, dass Gott dieses Kind ganz persönlich ruft, nennen Sie als Pate den Namen des Kindes.

Pate::
Milo Finn

Verlesen des Taufspruchs:
Milo Finn, über Dir wird in der Taufe diese Verheißung aus-gesprochen: Dein Taufspruch lautet:
„Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unver-zagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“. (Josua 1 ,9)

Milo Finn, ich taufe dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Gott Vater Sohn und heiliger Geist gebe dir seinen Gnade, Schutz und Schirm vor allem Argen, stärke und Hilfe zu allem guten, das du bewart wirst zum ewigen Leben,
Friede sei mit dir (+).
AMEN.

Anzünden der Taufkerzen von Milo:
Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Die Taufkerze brennt heute bei der Taufe unserem Täuflinge und soll sie immer daran erinnern, dass mit der Taufe ihr das Licht des Lebens versprochen wird.
Damit wir die Kerzen alle noch sehen, bitte ich sie, sie auf den Altar zu stellen.

* Lied EG + 60 Vergiss es nie

Trauung:

Mit dir will ich bauen an unserem gemeinsamen Leben,
nicht an etwas Leerem, sondern mit offenem Blick zur Welt.

Mit dir will ich bauen an einem Zuhause für dich und mich, für Milo unseren Sonnenschein und jeden, der unseren Weg kreuzt, einen Platz, wo Wärme und Ruhe für viele ist.

Mit dir will ich bauen an einem vielseitigen Zusammenleben
wo jeder, welche Hautfarbe, Sprache oder Überzeugung er auch hat, zusammen mit Anderen glücklich sein darf.

Mit dir will ich bauen an einer Welt, wie Gott sie sich erdacht hat. Ich möchte dich unentwegt anschauen, aber dann stän-den wir immer gegeneinander.
Ich möchte dich umarmen und meine Arme nie mehr öffnen,
doch dann kämen wir keinen Schritt weiter.
Drum wollen wir einander bei der Hand nehmen,
in dieselbe Richtung schauen und auf dasselbe Ziel zugehen.
Ich werde verstehen, wie du denkst und fühlst,
wie du die Menschen siehst und das Leben.
Ich werde lernen, mit dir zu denken, mit deinen Augen zu se-hen
und mit deinem Herzen zu empfinden.
Ich werde nicht versuchen, dich nach meinen Wünschen
umzuformen.
So werden wir aneinander wachsen und einander immer tiefer lieben und achten.
Du wirst durch mich mehr du selber werden
und ich mehr ich selbst durch dich.
Der Andere ist anders:
Er denkt anders, als ich denke.
Er handelt anders, als ich handle.
Er meint etwas anderes, als ich verstanden habe.
Er tut etwas anderes, als ich es von ihm erwartet hätte.
Er sagt etwas anderes, als ich es für passend finde.
Er lacht und trauert anders, als ich augenblicklich gestimmt bin.
Er schlussfolgert anders, als ich es für logisch halte.
Er äußert sich anders, als ich es hören wollte.
Er lebt anders als ich und doch sind wir eins, verbunden
in Liebe.

Psalm:
HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel
ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.
Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes
und dein Recht wie die große Tiefe. HERR, du hilfst
Menschen und Tieren.
Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder
unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!
Sie werden satt von den reichen Gütern deines
Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem
Strom.
Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,
und in deinem Lichte sehen wir das Licht.
(Ps. 36,6-10)
AMEN.

Gebet:
Lasst uns beten:
Lieber himmlischer Vater,
du hast Ann-Kathrin und Björn bis hier her begleitet.
Wir bitten dich, sei du der Wegbegleiter auf dem
Weg der Liebe von unseren beiden. Segne und begleite
was du begonnen hast und stärke unser Paar in der Kraft
deiner Liebe. Sei du der gute Hirte auf dem Weg der Liebe und sei du der das Vorbild. AMEN

Lied EG 621 Ins Wasser fällt ein Stein

PREDIGT
Liebe Ann Kathrin, lieber Björn, lieber Milo, liebe Festgemein-de!
Euer Trauspruch für diesen Tag heute steht im Buch Ruth im 1. Kapitel Vers 16. "Ruth antwortete: Rede mir nicht ein, dass ich dich verlasse und von dir umkehren sollte. „Wo du hin-gehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da blei-be ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott“.
Der Taufspruch von Milo steht bei Josua im 1. Kapitel, Vers 9
„Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unver-zagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“.
Liebes Brautpaar, lieber Milo, liebe Familie, liebe Hochzeits-gemeinde.
So spricht Ruth aus dem Alten Testament. Ruth die Moabite-rin, die nach dem Tod ihres Mannes in das fremde Land Israel wandert und so eine der Großmütter des Königs David wird. So spricht Ruth zu ihrer Schwiegermutter, die Ruth wieder nach Hause schicken will.
So ist das manchmal mit Bibelsprüchen, sie klingen so schön und passen zunächst einmal gar nicht zu unserer Situation. Denn wenn ihr, liebe Ann- Kathrin, lieber Björn, heute heiratet, dann müssen Eure Eltern und Schwiegereltern hören, dass Ihr endgültig Vater und Mutter verlasst und als Paar eure eigene Familie gegründet habt. Das loslassen der Eltern fällt oft schwer.
Trotzdem: Die Worte der Ruth passen auch für ein Brautpaar. Denn auch Eure Situation hat mit der der Ruth manches ge-meinsam. Ihr habt nun einen gemeinsamen Lebensweg als verheiratete vor Euch. Und auch wenn Ihr schon 3 Jahre ein Paar seid, jetzt anfangt euer eigenes Haus zu bauen, seid ihr froh und dankbar für de Unterstützung aller derer, die für euch da sind. Die euch die Hand reichen und euch nicht fallen las-sen: Wo genau Euer Weg in 5, 10, 20 Jahren hinführen wird, das wisst Ihr nicht. Auch die Zukunft ist ein fremdes Land.
Und gerade, weil wir so immer wieder aus dem Vertrauten in die Fremde unterwegs sind, brauchen und suchen wir uns Menschen, die mit uns gehen und bei denen wir in jeder Fremde geborgen und daheim sind. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen und wo du bleibst, da bleibe ich auch. Das ist so schön. Das hat natürlich etwas gedauert bis ihr euch einig und klar wart, euren Weg gemeinsam zu gehen. Kennen gelernt habt ihr euch im Internet in 2015. Und Björn war etwas verwirrt und wollte dann doch erst mal nicht. Nach einer Pause von 3 Monaten klappte es aber dann und das was zusammen gehört, fand dann auch seinen Anfang. Ihr seid essen gegangen, ward im Kino und eure Liebe konnte wachsen. Glücklich, seid ihr das ihr euch habt, das habe ich beim Traugespräch am 22. März in Mauswinkel gespürt. Ihr habt euch gefunden und ihr gehört zusammen. Glücklich der Mensch der die Liebe fürs Leben gefunden hat, bei dem man Zuhause sein kann in guten, wie in bösen Tagen. Und genau das sagt Ihr, liebes Brautpaar heute zueinander. Das ist und bleibt nicht nur heute ein Grund zum Feiern. Auch wenn ihr euch über die Macken des anderen Mal ärgert, Björn und Ann-Kathrin weil sie von 0 auf 200 in 2,5 Sekunden ist und bei ihr alles immer gleich erledigt werden muss. Und Ann-Kathrin über Björn der total vergesslich ist und sich nichts aufschreibt, also quasi beginnende Alzheimer hat. So habt ihr mir das er-zählt und dabei gelächelt. Und dann gibt es aber auch die Vorzüge die ihr habt. Ann- Kathrin sagt über Björn das er sie mega toll Unterstützt, gerade auch bei der Erziehung von Mi-lo, dass er hinter ihr steht und dass er ein hervorragender Zu-hörer ist. Und Björn sagt über Ann-Kathrin dass er ihre Ehr-lichkeit liebt, dass er ihr 1000% Vertrauen kann und dass du Ann- Kathrin ihm Milo geschenkt hast.
Und das habe ich bei unserem Gespräch gesehen und auch gespürt, eure Verbundenheit und eure Liebe. Da war in euren Augen immer wieder ein Funkeln.
Und Gott gibt euch seinen Segen dazu.
Ihr, liebe Ann-Kathrin, lieber Björn tut gut daran, wenn Ihr heu-te dem Beispiel von Ruth folgt und nicht zurück, sondern in die Zukunft schaut. Nicht im Vertrauen auf Eure eigene Kraft, sondern im Vertrauen auf den Gott, der seinen Segen dazu gibt. Dein Gott soll auch mein Gott sein, so heißt es in Eue-rem Trauspruch. Und damit ist eine Quelle angesprochen, die Eurer Beziehung mehr Kraft schenken kann, als gemeinsame Neigungen, Hobbys oder Interessen. Einen gemeinsamen Glauben haben heißt, sich nicht nur beieinander sondern auch in der gleichen Hoffnung geborgen wissen, bei dem Gott, der versprochen hat alle Tage bei Euch zu sein bis ans Ende der Welt. Und deshalb sagt ihr dann nicht einfach nur Ja zueinan-der: Sondern Ja, mit Gottes Hilfe.
Gottes Hilfe haben wir nötig. Auch die Liebe zwischen zwei Menschen braucht sie. Denn unsere Liebe hat Höhen und Abgründe.
Aber ohne Liebe funktioniert das Leben nicht.
Und ihr habt in dieser Liebe euren Sonnenschein gezeugt, euer Kind, den kleinen Milo Finn. Er ist das wunderbare Ge-schenk eurer Liebe. Was kann es schöneres geben als ein Kind aufwachsen zu sehen, es zu begleitet. Für ihn da zu sein. Beim Anblick von Milo stellen wir fest, wie großartig doch Leben ist. Wie einzigartig doch Leben ist. Auch wenn er euch auf Trapp hält, seid ihr glücklich und dankbar, dass ihr eine kleine Familie seid. Im Taufspruch von dir Milo sagt der liebe Gott, ja zu dir und verspricht dir auf allen deinen Wegen bei dir zu sein und seine schützende Hand nicht von dir zu nehmen. Da wo Menschen dich verletzten, sich von dir ab-wenden, wendet sich der liebe Gott dir zu. Das ist so schön, das gibt so viel Kraft und Mut.
Deshalb darf die Liebe nicht fehlen.
Daran erinnert euch immer wieder auf Eurem gemeinsamen Weg. Und stellt Euer Leben und Eure Liebe zueinander immer wieder unter den Schutz und Segen Gottes. Unter den Schutz des Gottes, der auf der Seite der Liebenden steht und alles tun will, damit Eure Liebe nicht stirbt, sondern wächst und ge-deiht zu Eurer Freude und zur Freude eures Sohnes Milo.
Dann wird Euch Euer gemeinsamer Gott davor bewahren, dass Ihr über allem Guten und Schönen im Leben, über Alltag und Arbeit das vergesst, was Euerem Leben wirklich Sinn und Zukunft gibt. Dann wird Euch Gott davor bewahren, dass Ihr einander und Eure Liebe aus den Augen verliert.
Dass Ihr Euch bei aller Liebe Platz lasst, auch dazu will der Glaube Euch helfen. Denn der Glaube nimmt der Liebe die Angst. Jeder von Euch darf den anderen in der Hand Gottes geborgen wissen. Dem gehört Euer Leben, Euer Anfang und Euer Ende. Das gleiche gilt auch für Milo.
Deshalb wünschen wir Euch, dass ihr Euch darauf freut und gelassen bleibt, und dass Ihr wie Ruth einmal zurückschauen und feststellen könnt, dass Euer gemeinsames Leben trotz aller Höhen und Tiefen von dem Gott gesegnet war, der seine Barmherzigkeit nicht von uns abwendet.
Amen.

Lied EG 334, 3-5 anderer Text

Lesung:
Der Apostel Paulus sagt in seinem Hohelied über die Liebe:
Man kann sich auf jede Sprache verstehen – ohne Liebe bleibt es leeres Getön.
Man kann die Verhältnisse durchschauen, kann die Folgen absehen, kann sehr fromm sein – ohne Liebe nützt das nichts.
Man kann hergeben was man hat, zuletzt sich selbst – ohne Liebe wird dadurch nichts besser.

Liebe ist ausdauernd und gütig, sie ist nicht eifersüchtig und macht nicht große Worte.
Liebe stellt sich nicht schamlos zur Schau.
Liebe will nicht auf ihre Kosten kommen, sie fragt nicht: Was hab’ ich davon?
Liebe lässt sich nicht zu Zank verleiten, sie trägt nicht nach. Sie bedauert Unrecht und freut sich an Wahrheit.
Liebe kann ertragen; sie hat immer noch Vertrauen, hat immer noch Hoffnung , hat immer noch Geduld.

Diese Liebe kennt kein Ende. Alle Weisheit kann am Ende sein, alles Träumen, alle Kunst.
Diese Liebe kennt kein Ende.
(1. Kor. 13,1-8a)

Traufrage:
Nun bitte ich euch, Ann-Kathrin und Björn, erhebt euch.

Ann-Kathrin und Björn, Ihr wollt eure Ehe vor Gott und der Gemeinde bezeugen und den Segen empfangen und ihr wollt dass Ihr eure Ehe in der Verantwortung gegenüber Gott füh-ren und nach Gottes Willen fragen wollt.

So frage ich Dich, Ann- Kathrin Hartig geb. Adam vor der hier anwesenden Gemeinde, vor Gott und in dieser wunderschö-nen Kirche, in der er jetzt ganz nahe bei dir ist: Ist es Dein Wunsch, Björn Hartig als Deinen Mann anzunehmen, wie Gott ihn geschaffen hat in seiner Liebe? Und hoffst Du, dass we-der Wohlstand noch Armut, weder Gesundheit noch Krankheit Euch trennen kann? Und ist es dein Wille im Gebet, dass Eu-re Liebe sich weiterentfalte, nicht stehen bleibe und so zum Zeichen der Gottesliebe werden kann, solange eure Liebe euch trägt? So antworte: Ja, Björn, mit Gottes Hilfe!

Ann-Kathrin antwortet: Ja, Björn, mit Gottes Hilfe!

So frage ich Dich, Björn Hartig, vor der anwesenden Gemein-de, vor Gott und in dieser wunderschönen Kirche, in der er jetzt ganz nahe bei dir ist: Ist es Dein Wunsch, Ann-Kathrin Hartig geb. Adam als Deine Frau anzunehmen, wie Gott sie geschaffen hat in seiner Liebe? Und hoffst Du, dass weder Wohlstand noch Armut, weder Gesundheit noch Krankheit Euch trennen kann? Und ist es dein Wille im Gebet, dass Eu-re Liebe sich weiterentfalte, nicht stehen bleibe und so zum Zeichen der Gottesliebe werden kann, solange eure Liebe euch trägt? So antworte: Ja, Ann-Kathrin mit Gottes Hilfe!

Björn antwortet: Ja, Ann-Kathrin, mit Gottes Hilfe!

Ringwechsel:
Ein Ring ist rund,
er hat keinen Anfang und kein Ende.
Deshalb ist er ein altes Symbol
für die Liebe Gottes,
die das Leben rund werden lässt
und kein Ende findet.

Tragt in Zukunft Eure Ringe
Mit den eingefügten Namen
Zum Zeichen, dass auch Eure Liebe
alle Grenzen überwindet
und Euch immer wieder verbindet,
bis Gott Euch zu sich ruft.

Gebet zum Trausegen:
(Zum Segen reicht euch nun die [rechte] Hand.)
Barmherziger Gott, siehe gnädig auf diese Eheleute.
Lass sie unter deinem Schutz ihr Leben führen, in der Liebe wachsen und in guten und bösen Tagen beieinander die Treue halten. Dein Segen sei und bleibe bei ih¬nen. Wir bitten dich durch Jesus Christus, unseren Herrn. AMEN

Trausegen (stehend):
GOTT, Vater, Sohn und Heiliger Geist segne eure Ehe. Er er-leuchte euch durch sein Wort und erfülle euch mit seiner Gnade, dass ihr bleibt in seiner Gemeinde und das ewige Le-ben erlangt.

Solo Sängerin

Fürbitten:
Menschenfreundlicher Gott, wir wenden uns dir zu und wir bit-ten dich:
- Für Ann-Kathrin und Björn, die sich in dieser Feier das Ja-Wort gegeben haben: dass sie einander lieben, achten und ehren und sich so gegenseitig zu einem geglückten Leben verhelfen. Das ihnen Glaube, Hoffnung und Liebe immer be-gegnen.

- Für euren kleinen Sonnenschein Milo Finn, das er in Liebe und Verständnis aufwachsen kann. Das ihr als Familie getra-gen seid mit allen die ihr liebt und die euch lieben.

- Für die Eltern und Verwanden, die sich mit euch freuen das ihr nach den heiligen Bund der Ehe hier in der Nikolauskirche gegangen seid.
- Für alle Eheleute, die es schwer miteinander haben: dass sie Gesprächsbereitschaft entwickeln und Wege zur Versöh-nung finden.

- Für alle, die nicht mehr an dich glauben können, und für alle, die unsicher geworden sind in ihrem Glauben an dich: dass sie die Zeichen erkennen, die du immer neu uns schenkst.

Gott, du bist unser Glück, und du willst das Glück der Men-schen. Wir loben und preisen dich, jetzt und in Ewigkeit.
AMEN.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten die uns Jesus gelehrt hat

Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldi¬gern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. AMEN.

Bekanntmachung:

Die Kollekte ist für die Eigene Gemeinde bestimmt.

Lied EG 590 Herr wir bitten komm und segne uns

Segen:
(Gehet hin im Frieden des Herrn.)
Der Herr segne dich und behüte dich,
der Herr lasse sein Angesicht
leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich
und gebe dir Frieden.
AMEN.

Auszug mit Brautpaar, Prädikant und Orgel
  Thema: Kirchliche Trauung Ehepaar Müller am 28.04.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 122

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 29.04.2018 22:33   Titel: Kirchliche Trauung Ehepaar Müller am 28.04.2018
Hochzeit von Lisa und Patrick Müller
Am 28. April 2018 um 16.00 Uhr
in der Ev. Kirche Wächtersbach
Text: Ruth 1, 16

Orgelvorspiel mit Einzug der Braut und des Brautvaters

Lied EG plus 34 Komm heiliger Geist

Begrüßung:

Im Namen Gottes des Vater und des Sohnes und des heiligen Geistes. AMEN

Herzlich willkommen zur Trauung von Lisa und Patrick.

Mit dir will ich bauen an unserem gemeinsamen Leben,
nicht an etwas Leerem, sondern mit offenem Blick zur Welt.

Mit dir will ich bauen an einem Zuhause für dich und mich und jeden, der unseren Weg kreuzt, für einen Platz wo Wärme und Ruhe für viele ist.

Mit dir will ich bauen an einem vielseitigen Zusammenleben
wo jeder, welche Hautfarbe, Sprache oder Überzeugung er auch hat, zusammen mit Anderen glücklich sein darf.

Mit dir will ich bauen an einer Welt, wie Gott sie sich erdacht hat. Ich möchte dich unentwegt anschauen, aber dann ständen wir immer gegeneinander.
Ich möchte dich umarmen und meine Arme nie mehr öffnen,
doch dann kämen wir keinen Schritt weiter.
Drum wollen wir einander bei der Hand nehmen,
in dieselbe Richtung schauen und auf dasselbe Ziel zugehen.
Ich werde verstehen, wie du denkst und fühlst,
wie du die Menschen siehst und das Leben.
Ich werde lernen, mit dir zu denken, mit deinen Augen zu sehen
und mit deinem Herzen zu empfinden.
Ich werde nicht versuchen, dich nach meinen Wünschen
umzuformen.
So werden wir aneinander wachsen und einander immer tiefer lieben und achten.
Du wirst durch mich mehr du selber werden
und ich mehr ich selbst durch dich.
Der Andere ist anders:
Er denkt anders, als ich denke.
Er handelt anders, als ich handle.
Er meint etwas anderes, als ich verstanden habe.
Er tut etwas anderes, als ich es von ihm erwartet hätte.
Er sagt etwas anderes, als ich es für passend finde.
Er lacht und trauert anders, als ich augenblicklich gestimmt bin.
Er schlussfolgert anders, als ich es für logisch halte.
Er äußert sich anders, als ich es hören wollte.
Er lebt anders als ich und doch sind wir eins, verbunden
in Liebe.

Psalm:
HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel
ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.
Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes
und dein Recht wie die große Tiefe. HERR, du hilfst
Menschen und Tieren.
Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder
unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!
Sie werden satt von den reichen Gütern deines
Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem
Strom.
Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,
und in deinem Lichte sehen wir das Licht.
(Ps. 36,6-10)
AMEN.

Gebet:
Lasst uns beten:
Lieber himmlischer Vater,
du hast Lisa und Patrick bis hier her begleitet.
Wir bitten dich, sei du der Wegbegleiter auf dem
Weg der Liebe von unseren beiden. Segne und begleite
was du begonnen hast und stärke unser Paar in der Kraft
deiner Liebe. Sei du der gute Hirte auf dem Weg der Liebe und sei du der das Vorbild. AMEN

Lied EG 331, 1-3 Großer Gott wir loben dich

PREDIGT

Liebe Lisa, lieber Patrick, liebe Festgemeinde!
Euer Trauspruch für diesen Tag heute steht im Buch Ruth im 1. Kapitel Vers 16. "Ruth antwortete: Rede mir nicht ein, dass ich dich verlasse und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.
Liebes Brautpaar, liebe Eltern, liebe Hochzeitsgemeinde.
So spricht Ruth aus dem Alten Testament. Ruth die Moabiterin, die nach dem Tod ihres Mannes in das fremde Land Israel wandert und so eine der Großmütter des Königs David wird. So spricht Ruth zu ihrer Schwiegermutter, die Ruth wieder nach Hause schicken will.
So ist das manchmal mit Bibelsprüchen, sie klingen so schön und passen zunächst einmal gar nicht zu unserer Situation. Denn wenn ihr, liebe Lisa, lieber Parick, heute heiratet, dann müssen Eure Eltern und Schwiegereltern hören, dass Ihr mit diesem Tag Vater und Mutter endgültig verlasst und als Paar jetzt eure eigene Familie gründet. Das loslassen der Eltern fällt oft schwer.
Trotzdem: Die Worte der Ruth passen auch für ein Brautpaar. Denn auch Eure Situation hat mit der der Ruth manches gemeinsam. Ihr habt nun einen gemeinsamen Lebensweg als verheiratete vor Euch. Und auch wenn Ihr schon knapp 4 Jahre ein Paar seid, eure eigene Wohnung habt und Pläne für die Zukunft gemacht habt: Wo genau Euer Weg in 5, 10, 20 Jahren hinführen wird, das wisst Ihr nicht. Auch die Zukunft ist ein fremdes Land.
Und gerade, weil wir so immer wieder aus dem Vertrauten in die Fremde unterwegs sind, brauchen und suchen wir uns Menschen, die mit uns gehen und bei denen wir in jeder Fremde geborgen und daheim sind. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen und wo du bleibst, da bleibe ich auch. Das ist so schön. Das hat natürlich etwas gedauert bis ihr euch einig und klar wart, euren Weg gemeinsam zu gehen. Kennen gelernt habt ihr euch im Chat im Juli 2014. Und Patrick versuchet immer ein treffen zu organsierten und Lisa hat es immer erst einmal verschoben. Du warst dir unsicher Lisa. Zwei Wochen lang hat Patrick gekämpft um ein treffen. Aber Patrick ließ nicht locker, mit reservierten Kinoplätzen hat er dich dann zum Treffen gelotst. Seit dem 29.07.2014 seid ihr ein Paar. Glücklich, seid ihr das ihr euch habt, das habe ich beim Traugespräch am 11. Januar gespürt. Ihr habt euch gefunden und ihr gehört zusammen. Glücklich der Mensch der die Liebe fürs Leben gefunden hat, bei dem man Zuhause sein kann in guten, wie in bösen Tagen. Und genau das sagt Ihr, liebes Brautpaar heute zueinander. Das ist und bleibt nicht nur heute ein Grund zum Feiern. Auch wenn ihr euch über die Macken des anderen Mal ärgert, Patrick und Lisa weil sie alles immer so leicht nimmt, das ist positiv und negativ zugleich und sie ist eine Ordnungswahnsinnige sagte Patrick im Gespräch. Und Lisa über Patrick der ein 150% Morgenmuffel ist und wenn er nach Hause kommt schmeißt er die Klamotten Kreuz und Quer in der Bude und der Badewanne, kaum hat sie Ordnung gemacht, macht er wieder Unordnung, so Lisa im Gespräch. Das ist die perfekte Rollenverteilung. So habt ihr mir das erzählt und dabei gelächelt. Und dann gibt es aber auch die Vorzüge die ihr habt. Lisa sagt Patrick ist immer für sie da und eine Stütze, besonders in ihrer Krankheit und bei dem Weg der nicht immer einfach ist. Und er bringt sie zum Lachen. Und Patrick liebt an seiner Lisa ihr lachen, ihre positive Art. Sie versteht ihn blind.
Und das habe ich bei unserem Gespräch gesehen und auch gespürt, eure Verbundenheit und eure Liebe. Da war in euren Augen ein Funkeln.
Und Gott gibt seinen Segen dazu. Als Ruth in die Fremde aufbricht, ist es alles andere als klar, dass eine gute Zukunft auf sie wartet. Und wenn sie auf ihre Vergangenheit zurückblickt, muss ihr der Mut noch mehr sinken. Aber Ruth verliert den Mut nicht. Ruth schaut nach vorn. Und Gott gibt seinen Segen dazu.
Ihr, liebe Lisa, lieber Patrick tut gut daran, wenn Ihr heute dem Beispiel von Ruth folgt und nicht zurück, sondern in die Zukunft schaut. Nicht im Vertrauen auf Eure eigene Kraft, sondern im Vertrauen auf den Gott, der seinen Segen dazu gibt. Dein Gott soll auch mein Gott sein, so heißt es in Euerem Trauspruch. Und damit ist eine Quelle angesprochen, die Eurer Beziehung mehr Kraft schenken kann, als gemeinsame Neigungen, Hobbys oder Interessen. Einen gemeinsamen Glauben haben heißt, sich nicht nur beieinander sondern auch in der gleichen Hoffnung geborgen wissen, bei dem Gott, der versprochen hat alle Tage bei Euch zu sein bis ans Ende der Welt. Und deshalb sagt ihr dann nicht einfach nur Ja zueinander: Sondern Ja, mit Gottes Hilfe.
Gottes Hilfe haben wir nötig. Auch die Liebe zwischen zwei Menschen braucht sie. Denn unsere Liebe hat Höhen und Abgründe.
Aber ohne Liebe funktioniert das Leben nicht.
Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich, Verantwortung ohne Liebe rücksichtslos; Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart, Freundlichkeit ohne Liebe heuchlerisch; Klugheit ohne Liebe macht grausam, Ordnung ohne Liebe kleinlich; Besitz ohne Liebe macht geizig, Ehre ohne Liebe hochmütig; Glaube ohne Liebe macht fanatisch. Ein Leben ohne Liebe ist sinnlos.
Deshalb darf die Liebe nicht fehlen.
Daran erinnert euch immer wieder auf Eurem gemeinsamen Weg. Und stellt Euer Leben und Eure Liebe zueinander immer wieder unter den Schutz und Segen Gottes. Unter den Schutz des Gottes, der auf der Seite der Liebenden steht und alles tun will, damit Eure Liebe nicht stirbt, sondern wächst und gedeiht zu Eurer Freude und zur Freude Eurer Freunde und Verwandten.
Dann wird Euch Euer gemeinsamer Gott davor bewahren, dass Ihr über allem Guten und Schönen im Leben, über Alltag und Arbeit das vergesst, was Euerem Leben wirklich Sinn und Zukunft gibt. Dann wird Euch Gott davor bewahren, dass Ihr einander und Eure Liebe aus den Augen verliert.
Dass Ihr Euch bei aller Liebe Platz lasst, auch dazu will der Glaube Euch helfen. Denn der Glaube nimmt der Liebe die Angst. Jeder von Euch darf den anderen in der Hand Gottes geborgen wissen. Dem gehört Euer Leben, Euer Anfang und Euer Ende.
Da kann es auch manchmal schon stressig werden wenn Lisa als FC Bayern Fan auf der Couch sitzt und die Spieler anbrüllt und Patrick so Garnichts mit Fußball am Hut hat. Auch das gehört dazu, jedem seinen eigenen Freiraum zu lassen.
Deshalb wünschen wir Euch, dass ihr Euch darauf freut und gelassen bleibt, und dass Ihr wie Ruth einmal zurückschauen und feststellen könnt, dass Euer gemeinsames Leben trotz aller Höhen und Tiefen von dem Gott gesegnet war, der seine Barmherzigkeit nicht von uns abwendet.
Amen.

Lied EG 316, 1-4 Lobe den Herren

Lesung:
Der Apostel Paulus sagt in seinem Hohelied über die Liebe:
Man kann sich auf jede Sprache verstehen – ohne Liebe bleibt es leeres Getön.
Man kann die Verhältnisse durchschauen, kann die Folgen absehen, kann sehr fromm sein – ohne Liebe nützt das nichts.
Man kann hergeben was man hat, zuletzt sich selbst – ohne Liebe wird dadurch nichts besser.

Liebe ist ausdauernd und gütig, sie ist nicht eifersüchtig und macht nicht große Worte.
Liebe stellt sich nicht schamlos zur Schau.
Liebe will nicht auf ihre Kosten kommen, sie fragt nicht: Was hab’ ich davon?
Liebe lässt sich nicht zu Zank verleiten, sie trägt nicht nach. Sie bedauert Unrecht und freut sich an Wahrheit.
Liebe kann ertragen; sie hat immer noch Vertrauen, hat immer noch Hoffnung , hat immer noch Geduld.

Diese Liebe kennt kein Ende. Alle Weisheit kann am Ende sein, alles Träumen, alle Kunst.
Diese Liebe kennt kein Ende.
(1. Kor. 13,1-8a)

Solo Sängerin:

Traufrage:
Nun bitte ich euch, Lisa und Patrick, erhebt euch.

Lisa und Patrick, Ihr wollt eure Ehe vor Gott und der Gemeinde bezeugen und den Segen empfangen und ihr wollt dass Ihr eure Ehe in der Verantwortung gegenüber Gott führen und nach Gottes Willen fragen wollt.

So frage ich Dich, Lisa Müller, geb. Günther vor der hier anwesenden Gemeinde, vor Gott und in dieser wunderschönen Wächtersbacher Kirche, in der er jetzt ganz nahe bei dir ist: Ist es Dein Wunsch, Patrick Müller als Deinen Mann anzunehmen, wie Gott ihn geschaffen hat in seiner Liebe? Und hoffst Du, dass weder Wohlstand noch Armut, weder Gesundheit noch Krankheit Euch trennen kann? Und ist es dein Wille im Gebet, dass Eure Liebe sich weiterentfalte, nicht stehen bleibe und so zum Zeichen der Gottesliebe werden kann, solange eure Liebe euch trägt? So antworte: Ja, Patrick, ich verspreche es!

Lisa antwortet: Ja, Patrick, ich verspreche es!

So frage ich Dich, Patrick Müller, vor der anwesenden Gemeinde, vor Gott und in dieser wunderschönen Wächtersbacher Kirche, in der er jetzt ganz nahe bei dir ist: Ist es Dein Wunsch, Lisa Müller Geb. Günther als Deine Frau anzunehmen, wie Gott sie geschaffen hat in seiner Liebe? Und hoffst Du, dass weder Wohlstand noch Armut, weder Gesundheit noch Krankheit Euch trennen kann? Und ist es dein Wille im Gebet, dass Eure Liebe sich weiterentfalte, nicht stehen bleibe und so zum Zeichen der Gottesliebe werden kann, solange eure Liebe euch trägt? So antworte: Ja, Lisa ich verspreche es!

Patrick antwortet: Ja, Lisa ich verspreche es!

Ringwechsel:
Ein Ring ist rund,
er hat keinen Anfang und kein Ende.
Deshalb ist er ein altes Symbol
für die Liebe Gottes,
die das Leben rund werden lässt
und kein Ende findet.

Tragt in Zukunft Eure Ringe
Mit den eingefügten Namen
Zum Zeichen, dass auch Eure Liebe
alle Grenzen überwindet
und Euch immer wieder verbindet,
bis Gott Euch zu sich ruft.

Gebet zum Trausegen:
(Zum Segen reicht euch nun die [rechte] Hand.)
Barmherziger Gott, siehe gnädig auf diese Eheleute.
Lass sie unter deinem Schutz ihr Leben führen, in der Liebe wachsen und in guten und bösen Tagen beieinander die Treue halten. Dein Segen sei und bleibe bei ih¬nen. Wir bitten dich durch Jesus Christus, unseren Herrn. AMEN

Trausegen (stehend):
GOTT, Vater, Sohn und Heiliger Geist segne eure Ehe. Er erleuchte euch durch sein Wort und erfülle euch mit seiner Gnade, dass ihr bleibt in seiner Gemeinde und das ewige Le-ben erlangt.

Solo Sängerin:

Fürbitten:
Menschenfreundlicher Gott, wir wenden uns dir zu und wir bitten dich:
Für Lisa und Patrick, die sich in dieser Feier das Ja-Wort gegeben haben: dass sie einander lieben, achten und ehren und sich so gegenseitig zu einem geglückten Leben verhelfen. Das ihnen Glaube, Hoffnung und Liebe immer begegnen.

Für die Eltern und Verwanden, die sich mit euch freuen das ihr den heiligen Bund der Ehe hier in der Wächtersbacher Kirche gegangen seid. Dies ist euer Tag, der Tag an dem Gott euren Bund gesegnet hat und mit euch geht. Ihr seid eins in der Liebe die über allem steht. Lisa und Patrick sind von Gott angenommen und geliebt und einzigartig und wertvoll.

Für alle Eheleute, die es schwer miteinander haben: dass sie Gesprächsbereitschaft entwickeln und Wege zur Versöhnung finden. Die Liebe vermag über alle schweren Tage und Stunden hinweg zu helfen, wenn man bereit ist auf den anderen zuzugehen.

Für alle, die nicht mehr an dich glauben können, und für alle, die unsicher geworden sind in ihrem Glauben an dich: dass sie die Zeichen erkennen, die du uns immer neu schenkst.

Gott, du bist unser Glück, und du willst das Glück der Menschen. Vor dir sind wir alle eins und in dir sind wir geborgen.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten die uns Jesus gelehrt hat

Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldi¬gern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. AMEN.

Lied EG 209 Ich möchte das einer mit mir geht

Bekanntmachung:

Die Kollekte ist für die Eigene Gemeinde bestimmt.

Segen:
(Gehet hin im Frieden des Herrn.)
Der Herr segne dich und behüte dich,
der Herr lasse sein Angesicht
leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich
und gebe dir Frieden.
AMEN.

Auszug mit Brautpaar, Prädikant und Orgel
  Thema: Gottesdienste am Sonntag Miserikordias Domini 15.04.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 129

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 15.04.2018 20:24   Titel: Gottesdienste am Sonntag Miserikordias Domini 15.04.2018
Gottesdienste am Sonntag Miserikordias Domini
15.04.2018
09.15 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn mit Totengedenken
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
Text: Johannes 10, 11-16

* Lied EG + 34 Komm Heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde, herzlich willkommen zum Gottesdienst heute am Sonntag Misericordias Domini. Das Thema heute lautet: Der gute Hirte. Ich wünsche uns allen einen Mut machenden Gottesdienst.

*Lied EG 100 Wir wollen alle fröhlich sein

*Eingangspsalm:
Die Barmherzigkeit des Herrn währet immer für und für
bei denen, die ihn fürchten. Halleluja.

Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele;
er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Die Barmherzigkeit des Herrn währet immer für und für
bei denen, die ihn fürchten. Halleluja.

*Aufforderung zum Bittruf:
In Christus begegnet uns der gute Hirte.
Er wendet sich uns zu
und hilft uns zum Leben.
Wir aber übersehen ihn, gehen an ihm vorbei
und versäumen unser Leben.
Wir bitten Gott um Erbarmen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Christus hält uns die Treue.
Er schenkt uns Leben, das kein Tod zerbricht.
Und niemand wird uns aus seiner Hand reißen.
Wir loben Gott mit allen Engeln:

*Kollektengebet:
Gütiger Gott,
du hast den Hirten deiner Herde von den Toten erweckt .
Wir bitten dich: Gib uns deinen Geist,
daß wir die Stimme dieses Hirten erkennen und ihm nachfolgen,
damit uns Sünde und Tod nicht aus deiner Hand reißen.
Durch ihn, unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir in der Einheit des Heiligen Geistes
lebt und herrscht von Ewigkeit zu Ewigkeit.
*G: AMEN

* Schriftlesung: Johannes 21, 15-19
15 Als sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber, als mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer!
16 Spricht er zum zweiten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!
17 Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Petrus wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb?, und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!
18 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst.
19 Das sagte er aber, um anzuzeigen, mit welchem Tod er Gott preisen würde. Und als er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach!

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 103 Gelobt sei Gott im höchsten Thron

* PREDIGT:
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Textlesung: Johannes 10, 11 - 16 (27 - 30)
Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht - und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie -, denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe.
Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt, und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe.
Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden, und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus des Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind eins.

Liebe Gemeinde,
auf den ersten Blick sind das wunderbare Worte und Bilder: Ein guter Hirte, der sein Leben für die Schafe lässt...sie werden nimmermehr umkommen...hören die Stimme des Hirten...eine Herde, ein Hirt... Aber nur auf den ersten Blick! Da ist auch vom Wolf die Rede, der die Schafe zerstreut...vom schlechten Hirten, der nur ein Mietling ist und die Tiere im Stich lässt... Aber wovon wird überhaupt gesprochen in diesen Versen und ihren Bildern?

Wer der "gute Hirte" ist, das wissen wir: Jesus Christus, der sein Leben gab für die Schafe, für uns.

Und der schlechte Hirte, wer ist das? - Da zögere ich. Weil das ja nicht so harmlos ist, jetzt hier Namen zu nennen und damit Menschen auch das zuzuschreiben, von dem hier die Rede ist: Dass sie nur Mietlinge sind, also Leute, die nur dafür bezahlt werden, dass sie sich kümmern und die "Schafe" versorgen, nicht aber mit ihren Herzen dabei sind. Dass sie sich wohl auch bei der ersten Gelegenheit davon machen, wenn es brenzlig wird für sie, dass sie zuerst an sich selber denken und daran, was ihnen das bringt, Hirte zu sein, nicht aber was das für sie für eine Aufgabe bedeutet und vielleicht sogar Mühe, Ärger und Gefahren... Ich wüsste wohl einige solcher Mietlinge und könnte sie beim Namen nennen...

Aber ich will es heute so halten, wie immer: Ich will das in diesen Bibelversen suchen und herausstellen, was uns allen etwas zu sagen hat. Und dabei werden wir schnell fündig: Sind wir nicht auch als Christinnen und Christen für einander da, für einander verantwortlich und eben auch als Hirtinnen und Hirten? Was ist das denn z.B. für ein Auftrag an die Eltern und Paten der Konfirmandinnen und Konfirmanden, die in diesen Wochen überall zur Konfirmation gehen, wenn nicht der, die jungen Leute wie ein Hirt zu begleiten, zu führen, ihnen die Wege zum "frischen Wasser und zur rechten Weide" zu weisen? Gewiss, das ist alles heute stark in den Hintergrund getreten. Die großen Geschenke, die wir bei der Konfirmation machen, das viele Geld, das da für die Jungen und Mädchen zusammenkommt, das lenkt nicht nur vom eigentlichen Sinn der Sache ab, das hat sich oft genug in den Köpfen der jungen Leute und auch der sie begleitenden Erwachsenen zur Hauptsache gemausert. Aber dennoch: Wir haben uns mindestens die Ahnung dafür bewahrt, dass es doch um etwas anderes geht in der Konfirmandenzeit, als dass wir die Jugendlichen zum Aushalten ermuntern, dass sie die Monate des Unterrichts halt über sich ergehen lassen, weil am Ende ja dann ein guter Gewinn herausschaut... Es gibt auch hier Eltern, die ihre Kinder wirklich begleiten, es gibt auch Paten, die Gespräche über religiöse Fragen mit den Jungen und Mädchen führen und ihnen so dazu helfen, die Konfirmandenzeit auch als wichtig, wesentlich und bereichernd zu erleben und vielleicht sogar dazu, dass sie in dieser Zeit auf die Konfirmation hin zum Glauben an Jesus Christus finden. Es gibt hier also auch "gute Hirten" - leider aber auch viele Mietlinge.

Aber wir wollen auch über uns als Eheleute sprechen, als Partner und Partnerinnen in Beziehungen der Liebe und der Freundschaft. Da sind wir auch füreinander da und verantwortlich! Und es hat doch auch immer mit dem Freund, dem Partner oder der Partnerin zu tun, was ich in religiösen Dingen denke und glaube, ob ich Jesus Christus kenne und in meinem Leben eine Beziehung zu Gott habe! Wenn es also heißt: "Geht hin in alle Welt und macht zu Jüngern alle Völker...", dann werde ich doch nicht sagen: In die Welt will ich ja gehen, aber dem Menschen, der mit mir in freundschaftlicher Verbindung steht, vielleicht gar Wohnung, Tisch und Bett teilt, will ich nichts von meinem Inneren preisgeben und schon gar nicht dafür werben. Wäre das nicht sehr seltsam und fragwürdig? - Aber es gibt Gott sei Dank auch hier "gute Hirten". Und oft genug sind die Partner, die da mit einander leben, beide solche Hirten. Da muss es doch kein Belehren geben, kein Recht haben und kein Unterliegen. Das kann und soll ein gegenseitiges Erzählen sein: "Du, ich glaube an Gott auf diese Weise." - "Mir ist an meinem Herrn Jesus Christus das am wichtigsten." Und auch dafür ist Platz in einer Beziehung, die auch in religiösen Fragen Gemeinschaft hält: "Mir fällt es schwer, an die Auferstehung zu glauben." - "Ich habe immer wieder Probleme damit, das harte Geschick mancher Menschen in der Nähe oder der Ferne mit der Güte Gottes zu reimen!" "Gute Hirten" können das mit und an einander ertragen und stehen lassen. - Aber auch hier gibt es bloße Mietlinge, die im Grunde uninteressiert sind, etwas aus der Tiefe des Herzens ihres Partners oder ihrer Freundin zu erfahren.

Schließlich sehe ich noch uns alle, die wir doch Christinnen und Christen heißen und Nachfolgerinnen und Nachfolger unseres Herrn sein sollen und doch gewiss auch sein wollen: Dann aber müssen wir auch das Hirtenamt für einander annehmen, denn es ist ganz gewiss eines der wichtigsten in der Nachfolge Jesu! Ich will jetzt nicht nostalgisch von früheren Zeiten schwärmen, in denen (vermeintlich) alles besser war. Aber in diesen Dingen hat die Großfamilie früherer Jahre ein besseres Umfeld geboten, einander auch im Glauben und der Nachfolge Christi zu begleiten und zu helfen. Aber, so ist es nicht mehr. Darum wollen wir nun aber nicht die Hoffnung fahren lassen, daß wir wenigstens hie und da und an manchen Stellen etwas von diese Klima zurück gewinnen können, in dem auch das Hirtenamt an einander gepflegt werden und gedeihen kann. Der Anfang darin ist gar nicht so schwer. Ich will ein paar Hinweise geben:

Wenn wir Kinder und junge Leute in der Familie oder der Nachbarschaft haben, die uns erreichbar sind, warum sprechen wir sie nicht einmal an, ob sie Jesus kennen, ob sie beten und was sie von den Geschichten über ihn kennen.
Wenn unser Freund oder Ehegefährte vielleicht auch noch nie darüber gesprochen hat, warum nehmen wir den Austausch über unseren Glauben nicht einmal auf, vielleicht so: "Was ist eigentlich für dich die Mitte des Lebens, woran hältst du dich, was trägt dich, auch wenn du an das Ende des Lebens denkst?"

Und selbst in den ganz alltäglichen Begegnungen mit anderen Menschen ist oft Raum, auch einmal von etwas anderem zu reden, als vom Wetter und den Lebensmittelpreisen. Es ist ganz erstaunlich, was für gute, tiefe Gespräche da möglich sind. Oft kommen sie nicht aus unseren Fragen, sondern aus dem, was wir einmal an- und aussprechen: "Ich war doch vor einiger Zeit im Krankenhaus - dass ich wieder so gesund bin, das verdanke ich Gott, der hat mir so geholfen!" - "Ich erlebe es immer wieder, dass ich im Gebet zu Gott ganz ruhig werde und auf einmal weiß, was ich tun soll!" - Wenn wir so beginnen, vielleicht erfahren wir dann auch etwas von denen, die wir so angesprochen haben. Wenn einer anfängt, ist es ja auch für die andere Seite leichter, von dem zu sprechen, was für den eigenen Glauben wichtig ist und was man selbst schon mit Gott erlebt hat.

Liebe Gemeinde, auf diese Weise legen wir es ab, nur ein Mietling zu sein. Wir gehen hinter Jesus her, nehmen ihn als den guten Hirten zu unserem Vorbild, kommen - wie er - den Menschen wirklich nah, und helfen nicht zuletzt auch den Menschen in die Nähe dessen, der von sich sagt:
Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt, und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe.
Haben wir keine Angst: Wir sollen nicht unser Leben lassen, das hat schon unser aller guter Hirte für uns getan. Aber ein wenig sollten wir schon an seinem Amt und in seinem Auftrag mittun.

Ist das nicht eine wunderbare Vorstellung, dass wir so mithelfen, dass diese Zukunft wahr wird: ...und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden, und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen?

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 112, 1-3 Auf, auf mein Herz mit Freuden

Totengedenken: Nur Lettgenbrunn:
Aus unserer Gemeinde ist Vera Heck am 23.03.2018 im Alter von 75 Jahren verstorben.
Frau Heck wurde in Lettgenbrunn beigesetzt.

“Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginn der Ewigkeit in Gottes gnädigen Händen. AMEN

* Fürbittengebet:
Gott, dein Sohn kommt uns nahe als der gute Hirte.
Er weist uns den Weg und schützt vor allem Argen.
In vielen Stunden spüren wir, daß er mit uns geht.
Das gibt uns Mut und Zuversicht, dich zu bitten
für alle, die anderen Wege weisen und für sie Verantwortung übernehmen, -
für alle, die Schutz brauchen und Ermutigung, -
für alle, die in die Irre geführt werden und im Alltag scheitern, -
für alle, die verlassen sind und verzweifelt. -
Hilf uns und ihnen, daß wir uns deiner Führung anvertrauen.

Nur Lettgenbrunn:
Für unsere verstorbene Schwester Vera Heck bitten wir dich, nimm sie auf in dein himmlisches Heiligtum und tröste du die, die zurückbleiben.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 170 Komm Herr segne uns

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Eigene Gemeinde

Wochenspruch: Christus spricht: Ich bin der gute Hirte.
Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben. Joh. 10,11.27-28

Nächster Gottesdienst in Lettgenbrunn

- Sonntag, 29. April 2018 mit Lektorin Kempf um 9:15 Uhr

Nächster Gottesdienst in Lohrhaupten

- Sonntag, 22. April 2018 mit Pfrin. Ehlers um 10.00 Uhr
Konfirmationsgottesdienst mit Abendmahl

Abkündigungen

Mittwoch, 18. April 2018

14:30 Uhr Seniorencafé im Gemeindehaus in Lohrhaupten

* Votum:
Sei gesegnet in deinen Füssen,
die dich tragen in allem was du bist.
Du, sei gesegnet in deinen Beinen,
die dich dahin bringen, wo du das lebst,
was jetzt wichtig ist.
Gesegnet sei in deinem Leib,
dass dir die Wärme und die Lust,
die Liebe und der Schmerz
zur ständigen Quelle deines Lebens werden.
Sei gesegnet in deinem Herzen,
dass dir die Güte einen Lichtkranz
um dein Herz entstehen lässt
und alles Blut hell pulsiert.
Du, sei gesegnet in deinen beiden Schultern,
Armen und Händen,
dass du klar weißt, was zu tragen ist,
zu geben oder abzuwehren.
Gesegnet sei in deinem Hals,
Nacken und Kopf,
dass gute Gedanken deine Schöpferkraft fördern
und das Lächeln deines inneren Friedens dich verschöne.
So sei gesegnet.
Jetzt!

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Kirchliche Trauung Ehepaar Huhn am 14.04.2018
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 138

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 14.04.2018 22:34   Titel: Kirchliche Trauung Ehepaar Huhn am 14.04.2018
Hochzeit von Bianca und Henrik Huhn
am 14. April 2018 um 15.00 Uhr
in der Ev. Kirche Wächtersbach
Text: 1. Korinther 13, 13

Orgelvorspiel mit Einzug des Paares und des Prädikan-ten

Lied EG plus 34 Komm heiliger Geist

Begrüßung:

Im Namen Gottes des Vater und des Sohnes und des heiligen Geistes. AMEN

Herzlich willkommen zur Trauung von Bianca und Henrik.

Mit dir will ich bauen an unserem gemeinsamen Leben,
nicht an etwas Leerem, sondern mit offenem Blick zur Welt.

Mit dir will ich bauen an einem Zuhause für dich und mich, für Marla unseren kleinen Sonnenschein und jeden, der unseren Weg kreuzt, einen Platz, wo Wärme und Ruhe für viele ist.

Mit dir will ich bauen an einem vielseitigen Zusammenleben
wo jeder, welche Hautfarbe, Sprache oder Überzeugung er auch hat, zusammen mit Anderen glücklich sein darf.

Mit dir will ich bauen an einer Welt, wie Gott sie sich erdacht hat. Ich möchte dich unentwegt anschauen, aber dann stän-den wir immer gegeneinander.
Ich möchte dich umarmen und meine Arme nie mehr öffnen,
doch dann kämen wir keinen Schritt weiter.
Drum wollen wir einander bei der Hand nehmen,
in dieselbe Richtung schauen und auf dasselbe Ziel zugehen.
Ich werde verstehen, wie du denkst und fühlst,
wie du die Menschen siehst und das Leben.
Ich werde lernen, mit dir zu denken, mit deinen Augen zu se-hen
und mit deinem Herzen zu empfinden.
Ich werde nicht versuchen, dich nach meinen Wünschen
umzuformen.
So werden wir aneinander wachsen und einander immer tiefer lieben und achten.
Du wirst durch mich mehr du selber werden
und ich mehr ich selbst durch dich.
Der Andere ist anders:
Er denkt anders, als ich denke.
Er handelt anders, als ich handle.
Er meint etwas anderes, als ich verstanden habe.
Er tut etwas anderes, als ich es von ihm erwartet hätte.
Er sagt etwas anderes, als ich es für passend finde.
Er lacht und trauert anders, als ich augenblicklich gestimmt bin.
Er schlussfolgert anders, als ich es für logisch halte.
Er äußert sich anders, als ich es hören wollte.
Er lebt anders als ich und doch sind wir eins, verbunden
in Liebe.

Psalm:
HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel
ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.
Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes
und dein Recht wie die große Tiefe. HERR, du hilfst
Menschen und Tieren.
Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder
unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!
Sie werden satt von den reichen Gütern deines
Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem
Strom.
Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,
und in deinem Lichte sehen wir das Licht.
(Ps. 36,6-10)
AMEN.

Gebet:
Lasst uns beten:
Lieber himmlischer Vater,
du hast Bianca und Henrik bis hier her begleitet.
Wir bitten dich, sei du der Wegbegleiter auf dem
Weg der Liebe von unseren beiden. Segne und begleite
was du 2013 begonnen hast und stärke unser Paar in der Kraft
deiner Liebe. Sei du der gute Hirte auf dem Weg der Liebe und sei du der das Vorbild. AMEN

Lied EG 331, 1-3 Großer Gott wir loben dich

PREDIGT

Liebe Bianca, lieber Henrik, liebe Festgemeinde!

Ein altes Ehepaar wurde einmal von einem Reporter gefragt: "Sie sind jetzt 60 Jahre verheiratet. Wie kommt es, dass Sie all die Jahre eine so harmonische Ehe geführt haben?"
Der Ehemann nahm zart die Hand seiner Frau und sagte sanft:
"Es begann alles auf unserer Hochzeitsreise. Wir waren mit Maultieren zu den Niagara - Wasserfällen unterwegs, als das Tier meiner Frau stolperte. In letzter Sekunde schaffte es meine Frau sich noch auf dem Tier zu halten ohne in den Ab-grund zu stürzen und sie murmelte nur "Eins".
Einige Kilometer später strauchelte das Tier ein zweites Mal, meine Frau konnte den Sturz in die Tiefe auch dieses mal wieder in letzter Sekunde verhindern und murmelte nur "Zwei".
Es kam wie es kommen musste, das Tier strauchelte ein drit-tes Mal. Wieder konnte meine Frau nur mit größter Mühe den Sturz in die Tiefe verhindern. Dieses Mal sagte sie laut "Drei", stieg von Ihrem Maultier zog eine 45er Magnum aus Ihrem Rucksack und erschoss das Tier.
Ich habe natürlich sofort meinen Unmut über Ihr Verhalten dem Tier gegenüber kundgetan. Da schaute mich meine Frau nur an und sagte leise "Eins...". lachen…….
Liebe Bianca, lieber Henrik,
auch wir wünschen euch heute, dass ihr mindestens 60 Jahre lang glücklich verheiratet sein werdet. Knapp 5 Jahrs seid ihr nun schon zusammen.
Aber ich denke und bin mir sicher, dass eure Ehe auf einer besseren Basis aufgebaut wird.
Ein wichtiger Baustein dabei ist schon mal dieser Traugottes-dienst. Und für diesen Gottesdienst habt ihr euch einen Bibel-vers als Leitwort ausgesucht, bei dem man auch bis drei zäh-len muss und dann zu dem Geheimnis einer glücklichen Ehe kommt.
Er steht im 1.Brief an die Korinther in Kapitel 13, Vers 13 Da heißt es:
„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei – aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“
„Aller guten Dinge sind drei!“ so sagt man, und ich denke, das passt auf jeden Fall sehr gut im Hinblick auf euren Trauspruch.
Glaube, Hoffnung und Liebe nennt man in der Theologie die göttlichen Tugenden und ich möchte sie heute einmal die drei Geheimnisse einer glücklichen Ehe nennen.
Glaube, Hoffnung und Liebe, sagt die Bibel, sind die drei Din-ge, die wirklich bleiben, die alles überdauern und wirklich Be-stand haben über dieses Leben hinaus. Ein Leben und eine Ehe, die von Glauben, Hoffnung und Liebe geprägt ist, die hat wirklich Ewigkeitswert. Und deshalb ist es genau der richtige Start für eine Ehe, sich über diese drei Fundamente einmal Gedanken zu machen.

Zum Ersten
1. Der Glaube
Das biblische Wort „Glauben“ heißt eigentlich soviel wie „Be-dingungslos vertrauen“. Darum geht es in der Beziehung zu Gott, dass wir ihm bedingungslos vertrauen, aber genau das hat sich Gott auch als Basis einer christlichen Ehe gedacht. Ehe soll heißen, dass wir einander glauben, dass wir einander bedingungslos vertrauen können.
Ihr beide kennt euch nun schon ziemlich lange. Schon seit knapp 5 Jahren seid ihr zusammen. Kennen tut ihr euch schon länger. Ihr seid ein Jahr in die Parallelklasse auf diesel-be Schule gegangen das war in 2006/2007 und Bianca kam uneingeladen auf deinen 18. Geburtstag. Der Garten deiner Mama Hendrik stand voll mit Lavendel und nach reichlich Al-kohol stellte sich Bianca die Frage, kann man Lavendel ei-gentlich rauchen? Das habt ihr dann aber nicht gemacht. Dann habt ihr euch asu den Augen verloren und in 2013 dank Facebook wieder gefunden. Hendrik schrieb dir damals, dass er, wenn er an dich denkt, immer an Lavendel denken muss. Und dann wurde es ernst und ihr wurdet ein Paar. Henrik zog auch sehr schnell bei dir ein. Und zu eurem Glück kam eure Sonnenschein Marla zur Welt die ich am 02.07.2017 getauft habe. Was ihr euch heute versprecht ist der wohldurchdachte Entschluss, zu dem Menschen, den man mit all seinen Feh-lern und Macken nur allzu gut kennt trotzdem bedingungslos zu sagen: „Ich glaube dir!“, Ich steh zu dir, ich vertraue dir und ich werde dir immer die Treue halten bis ans Ende unserer Liebe. Und wenn mir eines Tages vielleicht manches komisch vorkommen wird, was du erzählst oder tust, dann werde ich immer das Beste glauben und vertrauen, dass alles mit uns gut wird. Das heißt Glauben.

2. Die Hoffnung
Ein gläubiger Schiffskapitän wurde einmal gefragt, worauf er denn seinen Glauben an Gott bauen würde, obwohl er ihn doch noch nie gesehen habe.
Der Kapitän antwortete:
„Wenn Sie mit ihrem Schiff in einem Sturm eine rettende Bucht anlaufen, welchen Sinn macht es da, den Befehl zu ge-ben den Anker auszuwerfen auf einen Meeresgrund, den sie noch heute auch bei euch ist. gesehen haben und niemals sehen werden?“
„Oh“ sagte der Mann, „das macht Sinn, wenn man eine gute Seekarte hat!“
„Exakt!“ sagte der Kapitän, „Wer eine gute Karte hat, der hat eine begründete Hoffnung, gerettet zu werden! Und diese Kar-te, die mich in den Stürmen des Lebens sicher ans Ziel leitet, ist für mich die Bibel!“
Diese Hoffnung, dieser Blick nach vorne, ist auch ein ganz wichtiges Fundament für eine Ehe!
Nicht stehen zu bleiben und gemeinsam Wege gehen die bei-den wichtig sind. Dieser Blick nach vorne ist der Wind in den Segeln einer Beziehung, der euch immer wieder in neue Situ-ationen führt und die Ehe frisch hält. Und das wünsche ich euch, dass eure Ehe tatsächlich auch von einer Hoffnung ge-tragen wird, die über eure kleine Welt hinausreicht. Dass ihr für andere hoffen und für sie da sein könnt und dass ihr Got-tes Träume für euer Leben finden und verwirklichen könnt.
Er möchte euch ein sinnvolles Leben und eine sinnvolle Ehe schenken, in dem er euer Herz mit Liebe füllt. Und in eurem Herzen liebe Bianca fehlt heute auch nicht dein Papa Jürgen der heute sehr stolz auf dich ist.
Das ist das dritte Fundament einer glücklichen Ehe

3. Die Liebe
Wenn ihr euch demnächst vielleicht mal das ganze Kapitel durchlest, in dem euer Trauspruch steht, dann findet ihr dort in 1.Korinther 13 eine ausführliche Beschreibung, dessen, was Liebe eigentlich ist. Selbst unter Nichtchristen zählt die-ses so genannte „Hohelied der Liebe“ zu den Höhepunkten der Weltliteratur. Dort heißt es:
„Liebe ist geduldig und freundlich. Sie kennt keinen Neid, kei-ne Selbstsucht, sie prahlt nicht und ist nicht überheblich. Lie-be ist weder verletzend noch auf sich selbst bedacht, weder reizbar noch nachtragend. Sei freut sich nicht am Unrecht, sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Die Liebe erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles und hält allem stand.“
Soweit mal ein Auszug aus 1.Korinther 13.
Eine solche Liebe ist wirklich mehr als ein Bauchgefühl. Ein Gefühl trägt ein paar Tage, Wochen und vielleicht sogar manchmal ein paar Monate durch. Aber ein Versprechen treu zu sein, solang euch eure Liebe trägt, das braucht eine solche Liebe, von der die Bibel redet, voller Hingabe und Nachsicht und Vergebungsbereitschaft. Das heißt nicht, dass man alles, was einen nervt, einfach runterschlucken muss, sondern es bedeutet gerade, dass man ehrlich voreinander sein kann und auch streiten kann, in dem Wissen: bei allem, was uns gerade Probleme macht, werden wir bedingungslos zueinander ste-hen. Jeder von euch hat seine Ecken und Kanten. Bianca mag an ihrem Henrik nicht das er ein verlier Künstler ist, Schlüssel und Geldbörse um nur diese beiden Beispiele zu nennen oder seinen Sturkopf. Henrik mag an seiner Bianca nicht ihren peniblen Putz- und aufräumwahn den sie schon als Kind hatte. In der 1. Klasse blieb sie länger in der Schule um mit der Lehrerin aufzuräumen und zu putzen. Auch mag er nicht ihre Zickigkeit und ihren sturen Kling Kopf. Da haben beide ja etwas gemeinsam.

Gott selbst ist diese Liebe in Person. Gerade dieses Geheim-nis, dass dieser eine Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist ist, soll uns deutlich machen, dass Gottes innerstes Wesen Liebe ist. Vater, Sohn und Heiliger Geist begegnen sich in ewiger Liebe und diese Liebe will von Gott zu uns Menschen und auch in eure Ehe hineinfließen. Er möchte euch beschenken mit dieser Liebe die nicht nachträgt und immer wieder verge-ben kann. Und in dieser Liebe kam Marla zu Welt, euer Son-nenschein.
Und in dieser Liebe seid ihr Verbunden. Bianca liebt an ihrem Henrik seine Offenheit, sein Handwerkliches Geschick, dass er sie zum lachen bringt und seine Augen und seine Haare. Nein ich singe jetzt nicht, er hat die Haare schön…..
Henrik liebt an seiner Bianca auch wenn es nervt ihren penib-len Putz- und aufräumwahn, weil es ohne einfach auch nichts wäre, dass sie alles am laufen hält besonders das was er nicht so gerne macht mag er, als Frau liebt er das komplett Paket Bianca. Und das sie das mit den Urlauben so mit trät und mit macht, das sie beide das lieben, ist für Hendrik ein großes Geschenk.
So unterschiedlich auch Menschen sind, so gut passen sie auch zusammen.
Und wenn ihr vielleicht in den nächsten 60 Jahren manchmal an Punkte kommt, wo ihr am liebsten dem anderen die Pistole auf die Brust setzen und „Eins...“ sagen wollt, dann erinnert euch an euren Trauspruch und bittet Gott, dass er euch mit Glauben, Hoffnung und Liebe erfüllt und ihr damit wieder zu-einander findet. Gott segne euch dazu.
Amen.

Lied EG 316, 1-4 Lobe den Herren

Lesung:
Der Apostel Paulus sagt in seinem Hohelied über die Liebe:
Man kann sich auf jede Sprache verstehen – ohne Liebe bleibt es leeres Getön.
Man kann die Verhältnisse durchschauen, kann die Folgen absehen, kann sehr fromm sein – ohne Liebe nützt das nichts.
Man kann hergeben was man hat, zuletzt sich selbst – ohne Liebe wird dadurch nichts besser.

Liebe ist ausdauernd und gütig, sie ist nicht eifersüchtig und macht nicht große Worte.
Liebe stellt sich nicht schamlos zur Schau.
Liebe will nicht auf ihre Kosten kommen, sie fragt nicht: Was hab’ ich davon?
Liebe lässt sich nicht zu Zank verleiten, sie trägt nicht nach. Sie bedauert Unrecht und freut sich an Wahrheit.
Liebe kann ertragen; sie hat immer noch Vertrauen, hat immer noch Hoffnung , hat immer noch Geduld.

Diese Liebe kennt kein Ende. Alle Weisheit kann am Ende sein, alles Träumen, alle Kunst.
Diese Liebe kennt kein Ende.
(1. Kor. 13,1-8a)

Solo Sängerin

Traufrage:
Nun bitte ich euch, Bianca und Henrik, erhebt euch.

Bianca und Henrik Ihr wollt eure Ehe vor Gott und der Ge-meinde bezeugen und den Segen empfangen und ihr wollt dass Ihr eure Ehe in der Verantwortung gegenüber Gott füh-ren und nach Gottes Willen fragen wollt.

So frage ich Dich, Bianca Huhn geb. Kling vor der hier anwe-senden Gemeinde, vor Gott und in dieser wunderschönen Wächtersbacher Kirche, in der er jetzt ganz nahe bei dir ist: Ist es Dein Wunsch, Henrik Huhn als Deinen Mann anzuneh-men, wie Gott ihn geschaffen hat in seiner Liebe? Und hoffst Du, dass weder Wohlstand noch Armut, weder Gesundheit noch Krankheit Euch trennen kann? Und ist es dein Wille im Gebet, dass Eure Liebe sich weiterentfalte, nicht stehen blei-be und so zum Zeichen der Gottesliebe werden kann, solange eure Liebe euch trägt? So antworte: Ja, Henrik, ich verspre-che es!

Bianca antwortet: Ja, Henrik, ich verspreche es!

So frage ich Dich, Henrik Huhn, vor der anwesenden Ge-meinde, vor Gott und in dieser wunderschönen Wächtersba-cher Kirche, in der er jetzt ganz nahe bei dir ist: Ist es Dein Wunsch, Bianca Huhn geb. Kling als Deine Frau anzuneh-men, wie Gott sie geschaffen hat in seiner Liebe? Und hoffst Du, dass weder Wohlstand noch Armut, weder Gesundheit noch Krankheit Euch trennen kann? Und ist es dein Wille im Gebet, dass Eure Liebe sich weiterentfalte, nicht stehen blei-be und so zum Zeichen der Gottesliebe werden kann, solange eure Liebe euch trägt? So antworte: Ja, Bianca ich verspre-che es!

Henrik antwortet: Ja, Bianca ich verspreche es!

Ringwechsel:
Ein Ring ist rund,
er hat keinen Anfang und kein Ende.
Deshalb ist er ein altes Symbol
für die Liebe Gottes,
die das Leben rund werden lässt
und kein Ende findet.

Tragt in Zukunft Eure Ringe
Mit den eingefügten Namen
Zum Zeichen, dass auch Eure Liebe
alle Grenzen überwindet
und Euch immer wieder verbindet,
bis Gott Euch zu sich ruft.

Gebet zum Trausegen:
(Zum Segen reicht euch nun die [rechte] Hand.)
Barmherziger Gott, siehe gnädig auf diese Eheleute.
Lass sie unter deinem Schutz ihr Leben führen, in der Liebe wachsen und in guten und bösen Tagen beieinander die Treue halten. Dein Segen sei und bleibe bei ih¬nen. Wir bitten dich durch Jesus Christus, unseren Herrn. AMEN

Trausegen (stehend):
GOTT, Vater, Sohn und Heiliger Geist segne eure Ehe. Er er-leuchte euch durch sein Wort und erfülle euch mit seiner Gnade, dass ihr bleibt in seiner Gemeinde und das ewige Le-ben erlangt.

Solo Sängerin

Fürbitten:
Menschenfreundlicher Gott, wir wenden uns dir zu und wir bit-ten dich:
- Für Bianca und Henrik, die sich in dieser Feier das Ja-Wort gegeben haben: dass sie einander lieben, achten und ehren und sich so gegenseitig zu einem geglückten Leben verhelfen.
- Für die Eltern und Verwanden, die sich mit euch freuen das ihr ja zueinander gesagt habt.

- Für eure kleine Marla, dass sie ihren Weg in dieser Welt geht und immer In Liebe und Geborgenheit leben kann.

- Für alle, die nicht mehr an dich glauben können, und für alle, die unsicher geworden sind in ihrem Glauben an dich: dass sie die Zeichen erkennen, die du immer neu uns schenkst.

- Für die, die viel zu früh gehen mussten und die wir heute besonders vermissen.

Gott, du bist unser Glück, und du willst das Glück der Men-schen. Wir loben und preisen dich, jetzt und in Ewigkeit.
AMEN.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten die uns Jesus gelehrt hat

Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldi¬gern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. AMEN.

Lied EG 562 Segne und behüte

Bekanntmachung:

Die Kollekte ist für die Eigene Gemeinde bestimmt.

Segen:
(Gehet hin im Frieden des Herrn.)
Der Herr segne dich und behüte dich,
der Herr lasse sein Angesicht
leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich
und gebe dir Frieden.
AMEN.
Auszug mit Brautpaar, Prädikant und Orgel
  Thema: Anlassen der Motorradsaison, 08.04.2018 Vogelsberger Dom
-thommy-

Antworten: 0
Aufrufe: 126

BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 08.04.2018 17:47   Titel: Anlassen der Motorradsaison, 08.04.2018 Vogelsberger Dom
Motorradgottesdienst zum Anlassen der Saison
14.00 Uhr im Vogelsberger Dom Unterreichenbach
mit Totengedenken
Sonntag, 08.04.2018
Thema: „Ob zwei oder vier Räder, wir sind alles Menschen“

* Orgelvorspiel

* Begrüßung: Wagner

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat. Der
Wort und Treue hält und der nicht
fahren lässt das Werk seiner gnädigen Hände
AMEN.

Ich, heiße Euch alle ganz herzlich Willkommen zum Anlassen der Saison 2018, zum Motorradgottesdienst hier im Vogelsberger Dom zu Unterreichenbach. Euch alle die ihr mit euren Bikes gekommen seid und auch euch, die ihr als nicht Biker mitfeiert, ein herzliches Willkommen. Ganz besonders begrüße ich den Gospelchor „Singing Joey“ unter der Leitung von Dennis Korn, der den Gottesdienst musikalisch mitgestaltet. Herzlich Willkommen auch an Herrn Olaf Müller an der Orgel. Ein herzliches Willkommen auch der KSG Unterreichenbach.
Das Anlassen 2018 steht unter dem Motto: „Ob zwei oder vier Räder, wir sind alles Menschen“.
Ein Motorradgottesdienst, ist kein Gottesdienst für Motorräder, sondern ein Zueinanderkommen von Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern, mit dem Gott, der uns die Freiheit gibt Motorrad zu fahren. Mit dem Gott, der uns lange Geraden und enge Kurven schenkt, der bei uns ist in allen Situationen, der uns sicher nach Hause geleitet. Auf diesen Gott, von dem Christen hoffen, dass er heute hier anwesend ist, vertrauen wir und wissen uns geborgen in seiner Schützenden Hand.
Gott will bei uns sein, er will uns den richtigen Weg zeigen, uns begleiten in finsteren Tälern.
Uns allen hier wünsche ich eine Mutmachenden Gottesdienst.

*Lied EG EG + 94 Danke

*Eingangspsalm: Percz
(dem biblischen Psalm 16 nachempfunden)
Dir, Gott, will ich vertrauen!
Wenn ich auf meine Maschine steige, erinnere ich mich daran,
dass ich in Deiner Hand bin.
Du bist die Power meines Lebens!
Du gibst mir Speed für den Weg, der vor mir liegt!
Du hast ein Ziel für mich, für das es sich zu leben lohnt!
Um mich herum sind zu viele, die nichts von Dir wissen wollen:
"Glück gehabt", sagen die einen - "Pech gehabt", sagen die anderen.
So denke auch ich hier und da - leider!
Aber ich weiß:
Wer auf der Straße immer nur den eigenen Vorteil sucht,
die anderen schneidet und bedrängt -
wer sich immer und überall auf Kosten anderer durchsetzen will, der hat irgendwann ausgespielt:
Du lässt Dich nicht dauernd auf die Schippe nehmen, Gott!
Irgendwann spielst Du nicht mehr mit...
Was ich brauche, weißt Du ganz genau, Herr - besser, als ich selbst.
Du kannst sie mir geben:
die Gelassenheit, meine Touren wirklich zu genießen.
Du kannst sie mir nehmen:
die Angst, die mich lähmt, wenn ich handeln oder helfen soll.
Du kannst sie mir schenken:
die Aufmerksamkeit anderen gegenüber.
Du kannst sie mir zuteil werden lassen:
die Liebe, die mir verzeihen hilft - so, wie Du mir vergibst.
Du freust Dich mit mir, wenn ich Gas gebe,
und wenn der Fahrtwind mich die Freiheit erahnen lässt.
Ich finde es gut - und es beruhigt mich auch ein wenig,
dass Du mit mir auf die Bremse trittst, wenn es nötig ist.
Ich bin gewiss, dass Du mich bewahren kannst, Herr,
vor Unfall und Gefahr, vor Unachtsamkeit und Übermut.
Bei Dir ist unser aller Leben in guten Händen.
Du lässt mich nicht zur Hölle fahren.
Du bist und bleibst der treue Gott.
Ich mache mich auf den Weg. Du, Gott, bist bei mir. Amen

Chor:

*Gebet: Wagner
Ich danke dir, Herr, für die Freude am Fahren und die Freude am Leben. Dafür das wir immer wieder als Biker zusammen kommen dürfen und das wir eine große Familie sind.
Ich danke dir für gute Aussichten und herrliche Wege, die ich genießen darf. Das ich deine wunderbare Natur erfahren und erleben darf.
Ich danke dir für Bewahrung und Schutz auf den bisherigen Wegen. Dass du mich behütet hast und das du deine Hand nicht von mir genommen hast.
Ich bitte dich, dass du mir für meine Fahrten und für mein Leben Weitsicht, Übersicht und Voraussicht schenkst, damit ich sicher ans gute Ziel komme.
AMEN.

Lied EG 331, 1-3 Großer Gott wir loben dich

*Totengedenken: Wagner
Unter uns heute Nachmittag sind Biker der Biker Freunde Spessart/Niedersachsen. Am Ostermontag bekam ich die Nachricht von Matthias Hummel aus Biebergemünd Wirtheim über den Tod eines Bikerfreundes der am Ostersonntag 01.04.2018 an den Folgen eines Herzinfarktes verstorben ist.

Wir trauern um unseren Bikerfreund Michael Riedel allen bekannt unter seinem Spitznamen „Rambo“ der im Alter von 61Jahren aus diesem Leben abberufen wurde.

Wir sind unendlich traurig und fassungslos. War „Rambo“ doch noch am Karsamstag auf der Garagenparty wo noch viel gelacht wurde und Pläne geschmiedet wurden für diese Saison. Wir müssen loslassen und Adieu sagen. Rambo liebte das Biken, das Kochen und tanzen. In unseren Herzen wird Rambo immer einen Platz haben.

Wir bringen unsere Trauer vor Gott mit Worten des 121. Psalms:

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.
Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,
und der dich behütet, schläft nicht.

Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.
Der Herr behütet dich;
der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
dass dich des Tages die Sonne nicht steche
noch der Mond des Nachts.

Der Herr behüte dich vor allem Übel,
er behüte deine Seele.
Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit!

AMEN.

Wir denken auch an alle anderen, deren Namen wir nicht kennen, die mit dem Motorrad verunglückt sind, an die, die nicht mehr mit uns fahren, die ihr Leben ließen auf unseren Straßen.
Gott, sei du bei ihnen, lass sie schauen und erleben, was sie geglaubt und gewollt haben, lass sie erfahren, was sie hier nicht erleben durften.
Lieber Vater, heute Nachmittag wollen wir an alle Biker denken die im letzten Jahr verunglückt sind. Wir wollen an die Frauen und Männer, an die Kinder und Eltern, an die Freundinnen und Freunde denken die einen lieben Menschen verloren haben.

„Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginn der Ewigkeit in Gottes gnädigen Händen. AMEN

So lasst uns für Fred und alle anderen zu einer Schweigeminute erheben.

------------------------Schweigen-----------------------------------------------

Vielen Dank.

Chor:

*Danke Jesus Wagner und Percz

Wagner
Jesus, ich danke dir, dass ich ein Motorrad fahren kann. Du weißt wie gerne ich auf meinem Bock sitze und Freude dabei empfinde. Du allein fühlst mit mir diese Weite und Grenzenlosigkeit, die sich mir beim Fahren auftut. Du bist weit und grenzenlos. Wenn ich mit der Maschine in der Kurve liege und beschleunige bist du bei mir. Du bist auch dabei, wenn ich mal wieder “Glück” gehabt habe und bewahrt worden bin vor einem Unfall.

Wenn ich den Motor aufheulen lasse oder mit den Ledersachen vom Motorrad steige, schauen manchmal Menschen wütend, erstaunt und bewundernd auf mich. Erinnere mich immer mal wieder daran, mich im Straßenverkehr rücksichtsvoll und verantwortungsvoll zu verhalten.

Percz
Jesus, du allein kennst mein Innerstes und meine tiefsten Sehnsüchte nach einem erfüllten Leben mit dieser großen Weite, Grenzenlosigkeit, ja einer Tiefe, die du schenken kannst. Stell mir Menschen an die Seite, die ich liebe und die mich lieben, stell mir Menschen an die Seite auf die ich mich verlassen kann. Begleite mich auf allen Fahrten und beschütze mich.

Wagner
Jesus, ich weiß, dass es auch mal “schief” gehen kann auf einer Fahrt. Gib, dass ich dann nicht unvorbereitet bin. Hilf mir loszulassen und alles mit Vertrauen in deine Hände zu legen. Behüte alle Menschen, die mir lieb sind und gib mir Kraft allen zu vergeben, die an mir schuldig geworden sind. Amen.

Lied EG 630 Wo ein Mensch vertrauen schenkt

Predigt: Wagner

Liebe Biker, liebe Bikerinnen, liebe Gemeinde,

Nun ist es das neunte Jahr das ich hier das Anlassen in Unterreichenbach mache. Und mir ist nichts eingefallen. Hatte ich sonst immer im Herbst schon eine Idee, dauerte es dieses Mal bis Mitte März bevor ich anfangen konnte etwas aufzuschreiben. Mir viel kein Thema ein. Doch dann an einem Sonntag im März 2018.

Neulich saß ich bei strahlendem Sonnenschein und den ersten milden Frühlingstemperaturen in einer Dorf-Kirche. Der geschätzte Kollege dort predigte und las Werke von Dostojewski und Süßkind und noch einem großen Schriftsteller. Es war wunderschön - aber man dämmerte langsam weg. Ich sag das nicht negativ. Es war wirklich schön. Und er war wohl an einer entscheidenden Stelle angelangt, seine Stimme wurde leiser und leiser, draußen sang eine Amsel, es war mucks Mäuschen still. Bilder vor Augen, Sauna, Essen, eine Sommerwiese, Erinnerungen an früher, bei der Uroma als Kind. Schön wars, ich war so richtig gefangen in mir und meinen Gedanken und den Worten des Pfarrers.

Plötzlich donnerte draußen auf der Straße ein Motorrad vorbei, die Vasen auf dem Altar klingelten leise, von der Amsel und vom Pfarrer war für Sekunden nichts zu hören. Alle hatten die Augen aufgerissen. Das Geräusch verebbte, der Pfarrer las weiter, die Amsel schwieg.

Ich muss zugeben ich fing leise an zu lachen und dachte, das hätte auch ich sein können. Auch das ist Frühling. Viele in der Kirche schüttelten den Kopf und machten ein finsteres Gesicht. Die Omas räusperten sich. "Wieder so ein Raser, ein Krachmacher!" werden sie sich wohl gedacht haben, ein Störenfried, irgendein Spinner - a Rocker, wie man in meiner Jugend immer sagte.

Liebe Biker, ich glaub, es ist leicht, jemanden zu etwas zu machen, wenn man ihn nicht kennt. Das hat Tradition... Man erkennt die Motorradfahrer ja nicht, unter Helm und Kombi! Die in ihrer Ruhe gestörten Kopfschüttler hatten es leicht, ihr Urteil stand fest, als der Geräuschpegel am höchsten war. Aber wer wird wohl auf dieser Maschine gesessen haben? War es vielleicht jemand, der sie noch vor Wochen im Krankenhaus liebevoll gepflegt hat, war es ein Mitarbeiter ihrer Bank, der ihr Geld verwaltet, war es der Nachbarsbub, der immer so freundlich grüßt. Kann es sein, dass es ihr Arzt, ihr Bäcker, ihr Automechaniker, ihr Arbeitgeber, ihre Friseurin war... ihr Prädikant. Äh, nein, der saß ja in der Kirche.

Dass der Motorradfahrer ein Familienvater, eine Mutter sein kann, kommt vielen nicht in den Sinn. Dieses nicht erkennen wollen setzt sich fort. Passiert mal was, geht mal was schief auf der Straße zwischen vier und zwei Rädern, dann kann es schon mal sein, dass man die Schuld dafür schnell bei den Motorradfahrern sucht. Zu schnell sind sie, zu riskant, also schuldig. Die Statistik sagt was anderes: Autofahrer tragen zu zwei-drittel die Hauptschuld am Zustandekommen der Unfälle. Jeder könnte Geschichten erzählen, von Autofahrern, die einfach abbiegen, überholen ohne zu blinken, die uns einfach übersehen.

Wir auf zwei Rädern sind die Schwächeren. Sind zwar schneller. Oft auch geübter im Fahren. Aber unumwunden die Schwächeren. Nur ist mir ein Gedanke dabei wichtig. Klar weiß die empörte Oma nicht, wer auf der Maschine sitzt. Weiß nicht, was das für ein Lebensgefühl ist. Kanns auch gar nicht wissen. Aber wir auch. Wir wissen nicht, wer in den Autos sitzt. Wir haben es nicht mit Autos zu tun - sondern mit Menschen. Hinter den Lenkrädern sitzen Mütter, die womöglich ein plärrendes Kind auf der Rückbank sitzen haben und einen Moment unachtsam sind. Oder sitzt ein Arbeitgeber am Steuer, der gerade die bitteren Zahlen seines Betriebes durchrechnet - ist mit dem Kopf wo ganz anders. Es sind Menschen.

Wisst ihr, was mir auffällt. In letzter Zeit werden die Wagen immer größer. Neulich erst. Ein Q7 parkt in meiner Straße drüben rückwärts ein. Geht eng zu da. Vor zurück, kurbeln, drin. Es steigt eine junge Dame aus. Blond, im Kostümchen, die Handtasche unterm Ellenbogen, 20 cm Absätze. Wahnsinn. Was braucht die so einen Panzer? Ich habe den Eindruck, die Menschen suchen Sicherheit. Ziehen sich in das Ihre zurück. Bloß kein Kontakt zur Welt da draußen. Schutz und gekaufter Platz zwischen A-Säule und Kofferraumdeckel. Am besten noch getönte Scheiben...

Und irgendwie scheint es, wir Motorradfahrer und Motorradfahrerinnen passen nicht mehr in diese vom Sicherheitswahn geplagte Welt. Denn auf dem Motorrad sitzen ist genau das Gegenteil von Rückzug. Man grüßt sich. Man spürt die Luft - es ist unmittelbarer alles. Ich glaube, es kommt nicht von ungefähr, dass unsere Zahl ständig anwächst. Viele wollen raus, wollen fahren Natur und Freiheit unmittelbar erleben. Wollen Geschwindigkeit spüren, Beschleunigung, wollen Landschaft und Straße genießen, wollen zügig von A nach B.

Das verbindet uns. Und gleichzeitig sind alles Individualisten, jeder hat eine andere Motivation, wir sind so verschieden wie unsere Motorräder. Schaut euch um! Heute kann man uns sehen, heute kann man uns erkennen. So unterschiedlich, wie wir sind, so einig sind wir auf zwei Rädern, wir sind Motorradfahrer, das verbindet uns, wir sind Menschen
keine Raser, sind lebenslustig - nicht lebensmüde. Sind risikobewusst - nicht wahnsinnig.

Liebe Motorradfreunde. Das will ich euch mitgeben in diesen Sommer. Der Apostel schreibt mal im Brief an die Epheser - und nun nicht falsch verstehen: "Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel." Eine klare Ansage. Und der Apostel hat vermutlich recht. Aber Obacht - das gilt für das Leben mit dem Blick in den Himmel. Schauen wir auf die Straße, dann ist es wohl klug dem Satz eine liebevolle Wendung zu geben und das Wörtchen "nicht" umzusetzen: "Brüder und Schwester, wir haben mit Fleisch und Blut zu kämpfen, nicht mit Mächtigen und Gewaltigen, nicht mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel." Auch wenn die Autos noch so mächtig erscheinen. Es sitzen Menschen da. Und ich hoffe, dass wir damit rechnen, dass die anderen diese Predigt heut nicht gehört haben und uns auf unseren zwei Rädern ebenfalls so wahrnehmen.

Es liegt in unserer Gas Hand, daran sollte jeder denken, es liegt an unserer Weitsicht, an unserem siebenten Sinn, dass dieser Sommer Freude behält.
Und so wünsche ich uns, dass wir frei Motorrad fahren können, wünsche uns, dass wir von anderen erkannt und anerkannt werden, ich wünsche uns eine unfallfrei Saison 2018, viele schöne Stunden auf und mit unseren Motorrädern, mit unseren Freunden.

Amen
-Kanzelsegen:

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.
Chor

* Segnung der Biker auf die Stirn mit Wasser: Wagner

Dazu Orgelmusik

Fürbittengebet Wagner und Percz

Wagner
Herr, im Vertrauen auf Deine Begleitung auf unseren Wegen in dieser Saison bitten wir dich:

• Gib uns ein Bewusstsein für Verantwortung und Rücksicht im Straßenverkehr, um eigenes und anderes Leben zu schützen. Wir rufen:

G: Wir bitten dich, erhöre uns.

Percz
• Schenk uns Freude, Aufmerksamkeit und Sensibilität auf allen Fahrten, damit wir das Schöne erkennen, dir ehrlich danken für die schönen Erlebnisse und für jedes gesunde Ankommen zu Hause. Wir rufen:

G: Wir bitten dich, erhöre uns.

Wagner
• Wir bitten für unsere Angehörigen, dass sie gelassen bleiben und Verständnis für unser nicht ungefährliches Hobby aufbringen, wir rufen:

G: Wir bitten dich, erhöre uns.

Percz
• Wir bitten, dass wir uns heute auf die Texte und Besinnungen einlassen konnten und wir einiges von dem heute gehörten mit in unseren Alltag übernehmen können. Wir rufen:

G: Wir bitten dich, erhöre uns.

Wagner
Herr und Gott, nimm unsere Bitten an und lass uns in Frieden und Freude mit deinem Schutz und Segen unsere Ziele mit unseren Bikes in diesem Jahr erreichen. Bitte nimm unseren verstorbenen Bruder Michael Riedel alias „Rambo“ auf in dein Himmlisches Heiligtum und stärke uns auf dem Weg der Trauer. Schenke uns die Gewissheit, dass Michael bei dir aufgehoben und geborgen ist.
Stilles Gebet
Alle bisher unausgesprochenen Bitten tragen wir mit dem Gebet vor Gott, das uns Jesus gelehrt hat.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser: Wagner
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

Chor

*Bekanntmachungen zum weiteren Ablauf: Wagner
15.4.: 14h Vorstellungsgottesdienst der KonfirmandInnen im Dom
22.4.: 10h Konfirmation im Dom zusammen mit dem Kirchenchor
Kollekte :Notfallseelsorge

Oliver Sommer und ich vorne weg
Jeder fährt eigenverantwortlich.
Nicht überholen in der Gruppe
Kaffee, Kuchen, Steaks, Würstchen und Getränke warten.

EG + 153 Mögen sich die Wege

* Votum: Wagner
Herr und Gott, wir stehen vor deinem Angesicht hier in der Unterreichenbacher Kirche und rufen zu dir:
Segne diese Motorräder, ihre Fahrer und Fahrerinnen
und beschütze sie vor Unglück und Schaden.
Lass’ sie Freude finden am Fahren und erhalte Ihnen die nötige Übersicht.
Bewahre sie vor der Unachtsamkeit von LKW-und Autofahrern
und schenke ihnen Geistesgegenwart, Coolness sowie das nötige Geschick,
in gefährlichen Verkehrssituation richtig zu reagieren.
Lass’ sie immer wieder wohlbehalten zuhause ankommen.
Das gewähre uns durch Christus, unseren Herrn.


* Segen: Wagner
So segne euch, Gott der allmächtige und Barmherzige, der Vater, der Sohn und der heilige Geist.
AMEN.

*Orgel zum Ausgang
 
Seite 1 von 4 Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4  Weiter
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde


Willkommen auf der Seite von Prädikant Wagner letztes Thema RSS feed 
Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Dein eigenes kostenloses Forum
phpbb template by zig zag web design
© 2005 Copyright zig zag web design. All rights reserved.


Kostenloses Forum mit Portal, Shoutbox, Album Galerie, Smilies, Styles, Cash » kostenloses phpbb forum

© 2007-2009 phpBB 6 & Gooof.de, ein Kostenloses Forum mit unvorstellbaren Möglichkeiten. kostenloses phpbb forum

Forum-Tools: Impressum - Datenschutzerklärung - Sitemap - Archiv - Portal - Smilie Album
Links: Webtools : Support : Kostenloses Forum : Free Forum : phpBB3 : Gratis-Board : Entdecken web tracker