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  Thema: Abendgottesdienst am 1. S.n. Epiphanias, 13.01.19
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 13.01.2019 16:11   Titel: Abendgottesdienst am 1. S.n. Epiphanias, 13.01.19
Abendgottesdienst am 1. Sonntag nach Epiphanias
18.00 Uhr Ev. Kirche Wittgenborn
13.01.2019
Text: Matthäus 4, 12-17

* Lied EG 477, 1+2 Nun ruhen alle Wälder

* Begrüßung:
Liebe Gemeinde zum Abendgottesdienst am 1. Sonntag nach Epiphanias heiße ich Sie und Euch alle ganz herzlich willkommen.
Das Thema heute Abend lautet: Die Zeit, die rast.

*Lied EG 66, 1-4 Jesus ist kommen

*Eingangspsalm:
Ich habe einen Helden erweckt, der helfen soll, spricht der Herr,
ich habe erhöht einen Auserwählten aus dem Volk.

Meine Hand soll ihn erhalten,
und mein Arm soll ihn stärken.
Meine Treue und Gnade soll bei ihm sein,
und sein Haupt soll erhöht sein in meinem Namen.
Seine Hand laß ich herrschen über das Meer
und seine Rechte über die Ströme.
Er wird mich nennen: Du bist mein Vater,
mein Gott und Hort, der mir hilft.
Und ich will ihn zum erstgeborenen Sohn machen,
zum Höchsten unter den Königen auf Erden.
Ich will ihm ewiglich bewahren meine Gnade,
und mein Bund soll ihm fest bleiben.

Ich habe einen Helden erweckt, der helfen soll, spricht der Herr,
ich habe erhöht einen Auserwählten aus dem Volk.

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Wir sollen Gott und unseren Nächsten lieben wie uns selbst:
Nur so können wir den Weg gehen, den Gott uns zugedacht hat.
Doch wir zögern, ziehen Grenzen, wenden uns ab -
gegenüber Gott und gegenüber Menschen -->
die unsere Hilfe brauchen -
Oftmals unbewusst.
Wir bitten Gott um Erbarmen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Gott lieben
von ganzem Herzen,
von ganzem Gemüt und mit aller Kraft,
und unseren Nächsten lieben wie uns selbst.
Wir erinnern uns an die Worte Jesu und vertrauen darauf,
dass Gottes guter Geist uns leitet, dass wir die Welt nach seinem Willen gestalten.
Wir singen:

*Kollektengebet:
Barmherziger Gott.
Du hast uns deinen Sohn gesandt, dass er uns den rechten Weg der Liebe und des Friedens zeigt.
Wir bitten dich: Lass uns erkennen, wo wir nur uns im Blick haben, andere dadurch übersehen und uns von dir abwenden. Gib uns den Mut aufeinander zuzugehen um deine Liebe zu bezeugen.
Dies bitten wir dich durch ihn, Jesus Christus, unseren Herrn,
der mit dir und in der Einheit des Heiligen Geistes
lebt und leben schenkt von Ewigkeit zu Ewigkeit
G: AMEN

* Schriftlesung: Mt. 3, 13-17
13 Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, daß er sich von ihm taufen ließe.
14 Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, daß ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? [a ]
15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er's geschehen.
16 Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah [a ] den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen.
17 Und siehe, eine [a ] Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, [b ] an dem ich Wohlgefallen habe.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

* Lied EG 72, 1-3+6 O Jesus Christe, wahres Licht

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde!
Geht es ihnen nicht auch so: Man kommt einfach nicht mehr mit. Die Zeit ist so schnell geworden! Da haben wir gerade noch um den Adventskranz gesessen, Plätzchen gebacken, Weihnachtseinkäufe gemacht und die Geschenke verpackt. Und jetzt ist schon wieder alles rum und das neue Jahr hat angefangen. Jetzt geht alles wieder von vorne los haben einige meiner Freunde gesagt.
Wir wollten doch Weihnachten so genießen, hatten uns so viel vorgenommen für die Feiertage, oder wollten auch einfach nur entspannen und uns erholen. So schnell konnten wir nicht gucken, schwubbs waren die paar freien Tage zwischen den Jahren vorbei. Silvester mit der Knallerei, die schon um 12.00 Uhr mittags begonnen hat wie man in Facebook lesen konnte und die viele genervt hat und dass zu Recht. Und dann die vielen Wünschen und Vorsätzen, die schnell vorbei sind und an wir uns schon am 01.01. nicht mehr halten. Der Alltag hat uns wieder. Der Christbaum ist weg. Im Haus, der Wohnung erinnert nichts mehr daran, dass erst vor 21 Tagen Weihnachten war. Da stellt sich die Frage: „ist es in unserem Inneren anders?“
Hören wir zusammen auf ein paar Verse zu diesem Sonntag. Ich finde, sie nehmen gerade diese Gedanken auf und - vor allem! - sie können uns vielleicht helfen, in dieser schnellen Zeit, etwas festzuhalten, was wir im Fluge der Tage, Wochen und Jahre nicht verlieren dürfen.

Textlesung: Matthäus 4, 12 - 17
Als nun Jesus hörte, dass Johannes gefangen gesetzt worden war, zog er sich nach Galiläa zurück. Und er verließ Nazareth, kam und wohnte in Kapernaum, das am See liegt im Gebiet von Sebulon und Naftali, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht (Jesaja 8,23; 9,1): "Das Land Sebulon und das Land Naftali, das Land am Meer, das Land jenseits des Jordans, das heidnische Galiläa, das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen." Seit der Zeit fing Jesus an zu predigen: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!

Liebe Gemeinde,
ich weiß nicht ganz genau, ob sie auch gleich herausgehört haben, was ich als hilfreich empfinde, wenn wir an die so schnell rennende Zeit denken. Es ist ja einiges in diesen Versen enthalten, ziemlich unterschiedliche Gedanken von Johannes, Jesus, Nazareth und Kapernaum, Sebulon und Naftali, von Licht und Finsternis, Buße und dem Himmelreich. Über alles das könnte man sprechen – stundenlang könnte ich darüber predigen, keine Angst das mache ich nicht. Über einen Vers möchte ich heute Morgen nachdenken und predigen:
Das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen!
Das sind doch wir, dieses Volk! Wir haben noch vor 21 Tagen im Glanz dieses Lichts gesessen. Wir haben die Geburt Jesu gefeiert, der das Licht dieser Welt und unseres Lebens geworden ist. Nur: Ist dieser helle Schein der Weihnacht nicht auch schon längst wieder erloschen? Tragen wir das Licht noch in Händen? Erhellt es uns noch den Weg, heute am 13.01.2019?
Wenn wir an unseren Beruf denken, dann können wir uns das eigentlich gar nicht leisten, noch an Weihnachten und dem letzten Jahr 2018 zu kleben. Ich übrigens auch nicht! Wir haben 2019! Für die Kaufleute ein neues Geschäftsjahr, für alle, die in der Politik tätig sind, ein neues Wirtschaftsjahr und für uns in der Kirchengemeinde ein neues Haushaltsjahr.

So müssen etwa die letzten Rechnungen für 2018 bis zum kommenden Freitag angewiesen werden. Dann beginnt auch hier das neue Jahr - endgültig! Ein Beispiel dafür, wie weit man heute vorausplanen muss ist, die Planung der Gottesdienstpläne für 2019: Mit Pfarrerin Rilke und Pfarrer Böhme habe ich Anfang Dezember den Gottesdienstplan für das gesamte Jahr 2019 gemacht. Auch mit der Kirchengemeinde Lohrhaupten/Lettgenbrunn und Unterreichenbach sind die Termine schon bis Ende 2019 geplant und fest. Die ersten Gottesdienstanfragen kamen im Oktober des vergangenen Jahres.
Und privat? Persönlich? Können wir da an Vergangenem festhalten? Geht nicht, auch hier rast Zeit im Sauseschritt. Gerade ist unser Patenkind/ Kind oder Enkel doch geboren. In diesem Sommer nun kommt es schon in die Schule. Ist es ihnen nicht auch schon oft so gegangen, dass sie nicht mehr sagen konnten, wann dieses oder jenes frohe oder traurige Ereignis gewesen ist? Liegt das nun erst ein, zwei oder schon fünf Jahre zurück? Die rasende Zeit überholt alle Erinnerung. Ich habe das Gefühl je älter ich werde, umso schneller rast die Zeit. Dass hat meine Uroma immer gesagt, dass das im Alter so ist. Und sie hatte recht. Das ich heute Morgen mein 25-jähriges Jubiläum gefeiert habe, kann ich kaum fassen. Ich erinnere mich noch genau an die Anfänge in Großenhausen, meine erste Christmette, mein erstes Osterfest in Altenhaßlau. Wo ist die Zeit geblieben? Wo sind die letzten 25 Jahre geblieben. Die Schwester meines Patenkindes sagte vor einiger Zeit, du bist halt jetzt alt.
Und da sollen wir das Licht des letzten Weihnachtsfestes bewahren und mitnehmen in dieses neue Jahr?
Viele von ihnen wissen, wie wir uns in der letzten Christnacht und beim Jahreswechsel bemüht haben, ihnen etwas mitzugeben, was der Erinnerung hilft, dass sie das Weihnachtslicht und die tröstlichen Gedanken der Gottesdienste an Silvester und Neujahr nicht so schnell verliert: Alles versinkt nach und nach im Meer des Vergessens. Alles wird hinuntergerissen in den Strudel der Zeit. Weiter geht es, immer weiter...die Zeit, unser Leben...nicht einen Moment bleibt sie stehen. Egal was passiert.
Wir spüren jetzt, liebe Gemeinde, dass dies alles noch zu wenig ist. Man kann nicht nur mit einer Krippe oder dem Baum gegen die dahinfliegende Zeit ankommen. Auch diese gut gemeinten Versuche sind zu wenig. Sie allein schaffen es nicht. Wir brauchen mehr. Es muss noch etwas dazukommen zu den Dingen fürs Auge. Nur was?
Das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen.
Nein, es genügt nicht, wenn wir uns nur die Krippe und den Baum anschauen. Wir müssen uns an mehr erinnern, als an die Worte des Heiligen abends oder die Gedanken der Predigt am Neujahrstag. - Das Volk im Finstern hat ein Licht gesehen.
Saßen wir nicht auch schon in Finsternis? Haben wir die Schatten des Todes, der Krankheit, des Abschieds, des Leids und des Schmerzes nicht kennen gelernt? Und nicht nur im vergangenen Jahr - aber da doch auch!
Und sind wir nicht - durch Gottes Hilfe – da durchgekommen? Ja, sagen wir es so: Hat uns nicht das Licht Jesu Christi da durchgeleuchtet? War es nicht für eine Zeit ganz dunkel in unserem Leben? Was hat uns denn da durchgeholfen als nichts mehr ging? Wer hat uns geführt? - Wir wissen es. Das Licht Jesu ist das gewesen. Das Licht des Glaubens an ihn. Das Vertrauen auf ihn und auch die Erfahrung die wir mit ihm haben. Was hätte ich in so Mansch einer Situation in meinem Leben ohne diese Licht und der Kraft von diesem Kind in der Krippe gemacht. Wie oft hat er mich getragen, gestützt und mir wieder aufgeholfen.
Zwei Erlebnisse dazu, die Menschen gemacht haben. Sie mögen stellvertretend für viele und vieles stehen. Manche von ihnen haben mir etwas Ähnliches in den letzten Jahren erzählt:
Sie hatte große Angst vor der Operation gehabt. Als es dann so weit war, hat sie alles in Gottes Hände gelegt und...ist ganz ruhig und still geworden, hat in sich geruht, weil sie gespürt hat, es ist jetzt einer bei mir. Ich bin nicht allein. Was auch geschieht, es ist Gott, der an mir handelt. Ob es nun so oder so ausgeht, Gott lässt mich nicht im Stich. Ich bin bei ihm geborgen, wenn nicht mehr in der Zeit, so doch in Ewigkeit.
Er hatte gemeint, das wird nie mehr, als er seine Stelle verloren hatte. In den ersten Monaten war ja noch Aussicht, dass er bald wieder etwas finden würde. Aber dann. "Was, schon über 50!? Da sind sie aber schwer vermittelbar." Die Familie hat sich vorbildlich verhalten, dass auf jeden Fall. Aber dieses nagende Gefühl, eigentlich überflüssig zu sein. Entbehrlich, nichts mehr wert zu sein. Ihm hat nur die Gewissheit geholfen, bei Gott nicht überflüssig zu sein. Der Pfarrer seiner Gemeinde hatte es in seiner Predigt immer wieder gesagt: Jeder Mensch ist für Gott unendlich wertvoll. Das hat nichts mit seiner Leistung zu tun. Jesus Christus hat jedem diesen Wert gegeben. Der ist nicht abhängig davon, dass einer Arbeit hat oder nicht, sich selbst für wichtig hält oder nicht, Ansehen bei den Leuten genießt oder nicht. Dieses Wissen ist ihm damals zu einem großen Licht geworden. Dass er dann auch noch eine neue Stelle gefunden hat, die ihm gefällt und ihn zufrieden macht. Das war dann der Lohn seines Vertrauens in das Licht der Welt.
Nein, Krippe und Baum sind nicht genug. Wir müssen uns an unsere Erfahrungen erinnern. Dazu braucht es nicht nur den Augenblick, in dem unser Auge die Krippe oder Baum wahrnimmt. Dazu braucht es Zeit, eine kleine Weile - jeden Tag!
Was wir also gegen die so schnell rennende Zeit tun können, ist das liebe Gemeinde, Zeit!
Was wir wahrscheinlich am Silvesterabend gemacht haben und was doch auch nicht mehr lange in unserem Gedächtnis bleibt, weil 2019 auch wieder viel auf uns einstürmen wird, ist nämlich eine Bilanz des Vergangenen, das sollten wir jeden Tag machen: Bilanz des Tages, sehen, was gut war, was schwer war, wie sich Sorgen aufgelöst oder Leiden gelindert haben und dass wir das dann auch im Gebet vor Gott bringen, ihm danken und ihn auch bitten. Das wird uns helfen. Aber das ist keine Sache eines Augenaufschlags, dazu braucht es wenigstens einige Minuten.
Und noch mehr können wir tun, kann uns zur guten Gewohnheit werden: Dass wir auch die Erfahrungen eines Tages festhalten, sie zusammenbringen mit den Erfahrungen der Vergangenheit aus unserer Erinnerung: "Das ist doch jetzt genauso wie schon vor Monaten, und damals ging es dann doch wieder aufwärts, ich habe das geschafft und bin da durchgekommen, ich bin da von Gott durchgeführt worden." - "Warum soll ich Angst haben, mein Gott hilft mir, da kann ich mir sicher sein, wie er mir auch da schon geholfen hat!" - "Wenn ich auch jetzt ein paar Tage im Dunkel sein muss - das Licht meines Herrn leuchtet mir auch in der Finsternis, und er wird es bei mir auch wieder hell machen wie schon einige Mal in meinem Leben!" Das ist es was wir in dieses Jahr mitnehmen können vom Licht der letzten Weihancht.
Liebe Gemeinde, das wünsche ich uns, dass wir täglich zu dieser kleinen Weile finden, zu diesen paar Minuten der Erinnerung an die guten Erfahrungen mit dem Licht Jesu Christi. Das wird uns helfen, den nötigen Halt, das Vertrauen, den Glauben und eine getroste Gelassenheit in der so schnell rennenden Zeit zu bewahren.


-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 557 Ein Licht geht uns auf

* Fürbittengebet:

Barmherziger Gott,
dein Licht strahlt in der Dunkelheit.
Deine Weisheit zeigt den Weg zum Leben.
Durch deine Liebe wächst die Hoffnung.
Mache unsere Liebe groß.
Wir bitten dich: Sende dein Licht!

Wir bitten dich für die Menschen,
die durch ihr Leben hetzen und nur schwer zur Ruhe kommen.
Lass sie dein Licht in ihr Leben aufnehmen, dass auch sie aufatmen können, wenn die Zeit droht, sie zu überrennen.
Wir bitten dich: Sende dein Licht

Wir bitten dich für die Menschen, die einsam.
Für die, die einen geliebten Menschen verloren haben und diejenigen, die sich verlassen fühlen.
Gib ihnen den Mut auf andere zuzugehen, dass sie andere finden, die sie an der Hand nehmen und mit denen sie ihren Weg gemeinsam gehen können.
Wir bitten dich: Sende dein Licht

Wir bitten dich für die Kranken und Sterbenden und alle Menschen, die mit Schicksalsschlägen zu kämpfen haben.
Sende ihnen Freunde, dass sie durch sie und mit ihnen am Leben teilhaben können.
Wir bitten dich: Sende dein Licht

Wir bitten dich für diejenigen, die unter Naturkatastrophen zu leiden haben. Besonders bitten wir heute für die Menschen, die in den Alpen von Schneemassen umschlossen sind.
Sende ihnen Hilfe, dass sie trotz ihrer schwierigen Situation hoffen können. Stärke sie in ihrem Zusammenhalt.
Wir bitten dich: Sende dein Licht

Wir bitten dich für die Menschen, die sich für andere einsetzen. Für die Ehren- und Hauptamtlichen:
- im Rettungsdienst
- der Pflege und Diakonie
- der Seelsorge und Verkündigung
- und aller, die sich sozial engagieren.
Schenke ihnen Motivation für ihre Arbeit.
Lass andere Menschen den Wert ihres Tuns erkennen, dass die Engagierten Anerkennung erfahren, die sie erfreut
Wir bitten dich: Sende dein Licht

In der Stille beten wir für die Menschen, die uns besonders am Herzen liegen oder die uns zu tragen geben.


In der Stille bringen wir das heute Morgen vor dich, was uns in dieser Gottesdienstlichen Stunde besonders am Herzen liegt.

Stilles Gebet


Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,


* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Bekanntmachungen:

20.01.2019
10.00 Uhr GoDi in Wächtersbach
14.00 Uhr Verabschiedung Dekan Brill,
Marienkirche Gelnhausen
17.00 Uhr Neujahrs-Orgelfeuerwerk
Detlef Steffenhagen spielt klassische Filmmusik auf der Orgel. Während des Konzertes ist die Kirche nur mit Kerzen erleuchtet. Außerdem wird das Orgelspiel auf einer Leinwand im Altarraum übertragen, so dass Sie dem Künstler über die Schulter sehen können.

Kollekte:

* Lied EG 487 Abend ward bald kommt die Nacht

* Votum:
Nicht, dass jedes Leid dich verschonen möge,
noch dass dein zukünftiger Weg stets Rosen trage,
keine bittere Träne über deine Wege komme
und kein Schmerz dich quäle -
dies alles wünsche ich dir nicht.
Sondern:
dass dankbar du allzeit bewahrst die Erinnerung an gute Tage.
Dass mutig du gehst durch Prüfungen,
auch wenn das Kreuz auf deinen Schultern lastet,
auch wenn das Licht der Hoffnung schwindet.
Was ich dir wünsche:
dass jede Gabe Gottes in dir wachse,
dass einen Freund du hast,
der deiner Freundschaft wert.
Und dass in Freud und Leid
das Lächeln des Mensch gewordenen Gotteskindes
dich begleiten möge.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Festgottesdienst zum 25. jährigen DIenstjubiläum am 13.01.19
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 13.01.2019 16:09   Titel: Festgottesdienst zum 25. jährigen DIenstjubiläum am 13.01.19
25.-jähriges Jubiläum von Prädikant Thomas Wagner Festgottesdienst am 1. Sonntag nach Epiphanias
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
13.01.2019
Text: Matthäus 4, 12-17

Orgelvorspiel mit Einzug

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung: Fabian

*Lied EG 329 Bis hierher hat mich Gott gebracht

*Psalm: Fabian
Psalm 23 / EG 711 im Wechsel
Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

G: Ehr sei dem Vater und dem Sohn

*Aufforderung zum Bittruf: Fabian
Wir sollen Gott und unseren Nächsten lieben wie uns selbst:
Nur so können wir den Weg gehen, den Gott uns zugedacht hat.
Doch wir zögern, ziehen Grenzen, wenden uns ab -
gegenüber Gott und gegenüber Menschen -->
die unsere Hilfe brauchen -
Oftmals unbewusst.
Wir bitten Gott um Erbarmen:

G: Herre Gott, erbarme dich 

*Aufforderung zum Lobpreis: Fabian
Gott lieben
von ganzem Herzen,
von ganzem Gemüt und mit aller Kraft,
und unseren Nächsten lieben wie uns selbst.
Wir erinnern uns an die Worte Jesu und vertrauen darauf,
dass Gottes guter Geist uns leitet, dass wir die Welt nach seinem Willen gestalten.
Wir singen:

G: Ehre sei Gott in der Höhe 

*Kollektengebet: Fabian
Barmherziger Gott.
Du hast uns deinen Sohn gesandt, dass er uns den rechten Weg der Liebe und des Friedens zeigt.
Wir bitten dich: Lass uns erkennen, wo wir nur uns im Blick haben, andere dadurch übersehen und uns von dir abwenden. Gib uns den Mut aufeinander zuzugehen um deine Liebe zu bezeugen.
Dies bitten wir dich durch ihn, Jesus Christus, unseren Herrn,
der mit dir und in der Einheit des Heiligen Geistes
lebt und leben schenkt von Ewigkeit zu Ewigkeit
G: Amen 

* Schriftlesung: Mt. 3, 13-17 Thomas
13 Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließe.
14 Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir?
15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er's geschehen.
16 Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen.
17 Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis: Thomas
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 72, 1-3+6 O Jesu Christe wahre Licht

* PREDIGT: Thomas

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde!
Geht es ihnen nicht auch so: Man kommt einfach nicht mehr mit. Die Zeit ist so schnell geworden! Da haben wir gerade noch um den Adventskranz gesessen, Plätzchen gebacken, Weihnachtseinkäufe gemacht und die Geschenke verpackt. Und jetzt ist schon wieder alles rum und das neue Jahr hat angefangen. Jetzt geht alles wieder von vorne los, das denke ich selbst und habe es auch von einigen meiner Freunde mit einem seufzen gehört.

Wir wollten doch Weihnachten so genießen, hatten uns so viel vorgenommen für die Feiertage, oder wollten auch einfach nur entspannen und uns erholen. So schnell konnten wir nicht gucken, schwubbs waren die paar freien Tage zwischen den Jahren vorbei. Silvester mit der Knallerei, die schon um 12.00 Uhr mittags begonnen hat wie man in Facebook lesen konnte und die viele genervt hat und dass zu Recht. Und dann die vielen Wünschen und Vorsätzen, die schnell vorbei sind und an die wir uns schon am 01.01. nicht mehr halten. Der Alltag hat uns wieder. Der Christbaum ist weg. Im Haus, der Wohnung erinnert nichts mehr daran, dass erst vor 21 Tagen Weihnachten war. Da stellt sich die Frage: „ist es in unserem Inneren anders?“
Hören wir zusammen auf ein paar Verse zu diesem Sonntag. Ich finde, sie nehmen gerade diese Gedanken auf und - vor allem! - sie können uns vielleicht helfen, in dieser schnellen Zeit, etwas festzuhalten, was wir im Fluge der Tage, Wochen und Jahre nicht verlieren dürfen.

Textlesung: Matthäus 4, 12 - 17
Als nun Jesus hörte, dass Johannes gefangen gesetzt worden war, zog er sich nach Galiläa zurück. Und er verließ Nazareth, kam und wohnte in Kapernaum, das am See liegt im Gebiet von Sebulon und Naftali, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht (Jesaja 8,23; 9,1): "Das Land Sebulon und das Land Naftali, das Land am Meer, das Land jenseits des Jordans, das heidnische Galiläa, das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen." Seit der Zeit fing Jesus an zu predigen: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!

Liebe Gemeinde,
ich weiß nicht ganz genau, ob sie auch gleich herausgehört haben, was ich als hilfreich empfinde, wenn wir an die so schnell rennende Zeit denken. Es ist ja einiges in diesen Versen enthalten, ziemlich unterschiedliche Gedanken von Johannes, Jesus, Nazareth und Kapernaum, Sebulon und Naftali, von Licht und Finsternis, Buße und dem Himmelreich. Über alles das könnte man sprechen – stundenlang könnte ich darüber predigen, keine Angst das mache ich aber nicht. Über einen Vers möchte ich heute Morgen nachdenken und predigen:
Das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen!
Das sind doch wir, dieses Volk! Wir haben noch vor 21 Tagen im Glanz dieses Lichts gesessen. Wir haben die Geburt Jesu gefeiert, der das Licht dieser Welt und unseres Lebens geworden ist. Nur: Ist dieser helle Schein der Weihnacht nicht auch schon längst wieder erloschen? Tragen wir das Licht noch in Händen? Erhellt es uns noch den Weg, heute am 13.01.2019?
Wenn wir an unseren Beruf denken, dann können wir uns das eigentlich gar nicht leisten, noch an Weihnachten und dem letzten Jahr 2018 zu kleben. Ich übrigens auch nicht! Wir haben 2019! Für die Kaufleute ein neues Geschäftsjahr, für alle, die in der Politik tätig sind, ein neues Wirtschaftsjahr und für uns in der Kirchengemeinde ein neues Haushaltsjahr.

So müssen etwa die letzten Rechnungen für 2018 bis zum kommenden Freitag angewiesen werden. Dann beginnt auch hier das neue Jahr - endgültig! Ein Beispiel dafür, wie weit man heute vorausplanen muss ist, die Planung der Gottesdienstpläne für 2019: Mit Pfarrerin Rilke und Pfarrer Böhme habe ich Anfang Dezember den Gottesdienstplan für das gesamte Jahr 2019 gemacht. Auch mit der Kirchengemeinde Lohrhaupten/Lettgenbrunn und Unterreichenbach sind die Termine schon bis Ende 2019 geplant und fest. Die ersten Gottesdienstanfragen kamen im Oktober des vergangenen Jahres.
Und privat? Persönlich? Können wir da an Vergangenem festhalten? Geht nicht, auch hier rast Zeit im Sauseschritt. Gerade ist unser Patenkind/ Kind oder Enkel doch geboren. In diesem Sommer nun kommt es schon in die Schule. Ist es ihnen nicht auch schon oft so gegangen, dass sie nicht mehr sagen konnten, wann dieses oder jenes frohe oder traurige Ereignis gewesen ist? Liegt das nun erst ein, zwei oder schon fünf Jahre zurück? Die rasende Zeit überholt alle Erinnerung. Ich habe das Gefühl je älter ich werde, umso schneller rast die Zeit. Dass hat meine Uroma immer gesagt, dass das im Alter so ist. Und sie hatte recht. Das ich heute mein 25-jähriges Jubiläum Feier, kann ich kaum fassen. Ich erinnere mich noch genau an die Anfänge in Großenhausen, meine erste Christmette, mein erstes Osterfest in Altenhaßlau. Wo ist die Zeit geblieben? Wo sind die letzten 25 Jahre geblieben. Die Schwester meines Patenkindes sagte vor einiger Zeit, du bist halt jetzt alt.
Und da sollen wir das Licht des letzten Weihnachtsfestes bewahren und mitnehmen in dieses neue Jahr?
Viele von ihnen wissen, wie wir uns in der letzten Christnacht und beim Jahreswechsel bemüht haben, ihnen etwas mitzugeben, was der Erinnerung hilft, dass sie das Weihnachtslicht und die tröstlichen Gedanken der Gottesdienste an Silvester und Neujahr nicht so schnell verliert: Alles versinkt nach und nach im Meer des Vergessens. Alles wird hinuntergerissen in den Strudel der Zeit. Weiter geht es, immer weiter...die Zeit, unser Leben...nicht einen Moment bleibt sie stehen. Egal was passiert.
Wir spüren jetzt, liebe Gemeinde, dass dies alles noch zu wenig ist. Man kann nicht nur mit einer Krippe oder dem Baum gegen die dahinfliegende Zeit ankommen. Auch diese gut gemeinten Versuche sind zu wenig. Sie allein schaffen es nicht. Wir brauchen mehr. Es muss noch etwas dazukommen zu den Dingen fürs Auge. Nur was?
Das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen.
Nein, es genügt nicht, wenn wir uns nur die Krippe und den Baum anschauen. Wir müssen uns an mehr erinnern, als an die Worte des Heiligen abends oder die Gedanken der Predigt am Neujahrstag. - Das Volk im Finstern hat ein Licht gesehen.
Saßen wir nicht auch schon in Finsternis? Haben wir die Schatten des Todes, der Krankheit, des Abschieds, des Leids und des Schmerzes nicht kennen gelernt? Und nicht nur im vergangenen Jahr - aber da doch auch!
Und sind wir nicht - durch Gottes Hilfe – da durchgekommen? Ja, sagen wir es so: Hat uns nicht das Licht Jesu Christi da durchgeleuchtet? War es nicht für eine Zeit ganz dunkel in unserem Leben? Was hat uns denn da durchgeholfen als nichts mehr ging? Wer hat uns geführt? - Wir wissen es. Das Licht Jesu ist das gewesen. Das Licht des Glaubens an ihn. Das Vertrauen auf ihn und auch die Erfahrung die wir mit ihm haben. Was hätte ich in so Mansch einer Situation in meinem Leben ohne dieses Licht und der Kraft von diesem Kind in der Krippe gemacht. Wie oft hat er mich getragen, gestützt und mir wieder aufgeholfen, auch wenn ich es nicht immer gleich gesehen habe.
Zwei Erlebnisse dazu, die Menschen gemacht haben. Sie mögen stellvertretend für viele und vieles stehen. Manche von ihnen haben mir etwas Ähnliches in den letzten Jahren erzählt:
Sie hatte große Angst vor der Operation gehabt. Als es dann so weit war, hat sie alles in Gottes Hände gelegt und...ist ganz ruhig und still geworden, hat in sich geruht, weil sie gespürt hat, es ist jetzt einer bei mir. Ich bin nicht allein. Was auch geschieht, es ist Gott, der an mir handelt. Ob es nun so oder so ausgeht, Gott lässt mich nicht im Stich. Ich bin bei ihm geborgen, wenn nicht mehr in der Zeit, so doch in Ewigkeit.
Er hatte gemeint, das wird nie mehr, als er seine Stelle verloren hatte. In den ersten Monaten war ja noch Aussicht, dass er bald wieder etwas finden würde. Aber dann. "Was, schon über 50!? Da sind sie aber schwer vermittelbar." Die Familie hat sich vorbildlich verhalten, dass auf jeden Fall. Aber dieses nagende Gefühl, eigentlich überflüssig zu sein. Entbehrlich, nichts mehr wert zu sein. Ihm hat nur die Gewissheit geholfen, bei Gott nicht überflüssig zu sein. Der Pfarrer seiner Gemeinde hatte es in seiner Predigt immer wieder gesagt: Jeder Mensch ist für Gott unendlich wertvoll. Das hat nichts mit seiner Leistung zu tun. Jesus Christus hat jedem diesen Wert gegeben. Der ist nicht abhängig davon, dass einer Arbeit hat oder nicht, sich selbst für wichtig hält oder nicht, Ansehen bei den Leuten genießt oder nicht. Dieses Wissen ist ihm damals zu einem großen Licht geworden. Dass er dann auch noch eine neue Stelle gefunden hat, die ihm gefällt und ihn zufrieden macht. Das war dann der Lohn seines Vertrauens in das Licht der Welt.
Nein, Krippe und Baum sind nicht genug. Wir müssen uns an unsere Erfahrungen erinnern. Dazu braucht es nicht nur den Augenblick, in dem unser Auge die Krippe oder Baum wahrnimmt. Dazu braucht es Zeit, eine kleine Weile - jeden Tag!
Was wir also gegen die so schnell rennende Zeit tun können, ist das liebe Gemeinde, Zeit!
Was wir wahrscheinlich am Silvesterabend gemacht haben und was doch auch nicht mehr lange in unserem Gedächtnis bleibt, weil 2019 auch wieder viel auf uns einstürmen wird, ist nämlich eine Bilanz des Vergangenen, das sollten wir jeden Tag machen: Bilanz des Tages, sehen, was gut war, was schwer war, wie sich Sorgen aufgelöst oder Leiden gelindert haben und dass wir das dann auch im Gebet vor Gott bringen, ihm danken und ihn auch bitten. Das wird uns helfen. Aber das ist keine Sache eines Augenaufschlags, dazu braucht es wenigstens einige Minuten.
Und noch mehr können wir tun, kann uns zur guten Gewohnheit werden: Dass wir auch die Erfahrungen eines Tages festhalten, sie zusammenbringen mit den Erfahrungen der Vergangenheit aus unserer Erinnerung: "Das ist doch jetzt genauso wie schon vor Monaten, und damals ging es dann doch wieder aufwärts, ich habe das geschafft und bin da durchgekommen, ich bin da von Gott durchgeführt worden." - "Warum soll ich Angst haben, mein Gott hilft mir, da kann ich mir sicher sein, wie er mir auch da schon geholfen hat!" - "Wenn ich auch jetzt ein paar Tage im Dunkel sein muss - das Licht meines Herrn leuchtet mir auch in der Finsternis, und er wird es bei mir auch wieder hell machen wie schon einige Mal in meinem Leben!" Das ist es was wir in dieses Jahr mitnehmen können vom Licht der letzten Weihnacht.
Liebe Gemeinde, das wünsche ich uns, dass wir täglich zu dieser kleinen Weile finden, zu diesen paar Minuten der Erinnerung an die guten Erfahrungen mit dem Licht Jesu Christi. Das wird uns helfen, den nötigen Halt, das Vertrauen, den Glauben und eine getroste Gelassenheit in der so schnell rennenden Zeit zu bewahren.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 557 Ein Licht geht uns auf

*Jubiläum: Beate

* Lied EG 331, 1-4 Großer Gott wir loben dich

* Fürbittengebet: Thomas und Fabian
Fabian
Barmherziger Gott,
dein Licht strahlt in der Dunkelheit.
Deine Weisheit zeigt den Weg zum Leben.
Durch deine Liebe wächst die Hoffnung.
Mache unsere Liebe groß.
Wir bitten dich: Sende dein Licht!

Thomas
Wir bitten dich für die Menschen,
die durch ihr Leben hetzen und nur schwer zur Ruhe kommen.
Lass sie dein Licht in ihr Leben aufnehmen, dass auch sie aufatmen können, wenn die Zeit droht, sie zu überrennen.
Wir bitten dich: Sende dein Licht

Fabian
Wir bitten dich für die Menschen, die einsam.
Für die, die einen geliebten Menschen verloren haben und diejenigen, die sich verlassen fühlen.
Gib ihnen den Mut auf andere zuzugehen, dass sie andere finden, die sie an der Hand nehmen und mit denen sie ihren Weg gemeinsam gehen können.
Wir bitten dich: Sende dein Licht

Thomas
Wir bitten dich für die Kranken und Sterbenden und alle Menschen, die mit Schicksalsschlägen zu kämpfen haben.
Sende ihnen Freunde, dass sie durch sie und mit ihnen am Leben teilhaben können.
Wir bitten dich: Sende dein Licht

Fabian
Wir bitten dich für diejenigen, die unter Naturkatastrophen zu leiden haben. Besonders bitten wir heute für die Menschen, die in den Alpen von Schneemassen umschlossen sind.
Sende ihnen Hilfe, dass sie trotz ihrer schwierigen Situation hoffen können. Stärke sie in ihrem Zusammenhalt.
Wir bitten dich: Sende dein Licht

Thomas
Wir bitten dich für die Menschen, die sich für andere einsetzen. Für die Ehren- und Hauptamtlichen:
- im Rettungsdienst
- der Pflege und Diakonie
- der Seelsorge und Verkündigung
- und aller, die sich sozial engagieren.
Schenke ihnen Motivation für ihre Arbeit.
Lass andere Menschen den Wert ihres Tuns erkennen, dass die Engagierten Anerkennung erfahren, die sie erfreut
Wir bitten dich: Sende dein Licht

Fabian
In der Stille beten wir für die Menschen, die uns besonders am Herzen liegen oder die uns zu tragen geben.

---- Stilles Gebet ----

Lebendiger,
wunderbarer Gott.
Durch Jesus Christus sprichst du zu uns.
Durch deinen Heiligen Geist wirkst du Wunder.
Auf dich hoffen wir,
heute und alle Tage.

* Vater unser: Fabian
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Bekanntmachungen: Fabian

20.01.2019
10.00 Uhr GoDi in Wächtersbach
14.00 Uhr Verabschiedung Dekan Brill,
Marienkirche Gelnhausen
17.00 Uhr Neujahrs-Orgelfeuerwerk
Detlef Steffenhagen spielt klassische Filmmusik auf der Orgel. Während des Konzertes ist die Kirche nur mit Kerzen erleuchtet. Außerdem wird das Orgelspiel auf einer Leinwand im Altarraum übertragen, so dass Sie dem Künstler über die Schulter sehen können.

Kollekte:

* Lied EG 562 Segne und behüte

* Votum: Thomas
Nicht, dass jedes Leid dich verschonen möge,
noch dass dein zukünftiger Weg stets Rosen trage,
keine bittere Träne über deine Wege komme
und kein Schmerz dich quäle -
dies alles wünsche ich dir nicht.
Sondern:
dass dankbar du allzeit bewahrst die Erinnerung an gute Tage.
Dass mutig du gehst durch Prüfungen,
auch wenn das Kreuz auf deinen Schultern lastet,
auch wenn das Licht der Hoffnung schwindet.
Was ich dir wünsche:
dass jede Gabe Gottes in dir wachse,
dass einen Freund du hast,
der deiner Freundschaft wert.
Und dass in Freud und Leid
das Lächeln des Mensch gewordenen Gotteskindes
dich begleiten möge.

* Segen: Thomas
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Abendmahlsgottesdienst am 1. Feiertag, 25.12.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 25.12.2018 22:21   Titel: Abendmahlsgottesdienst am 1. Feiertag, 25.12.2018
Familienweihnachtsgottesdienst mit Abendmahl
am 1. Weihnachtstag, 25. Dezember 2018
Um 10.30 Uhr in der Ev. Kirche Kempfenbrunn
Text: Micha 5,1-4

*Orgelvorspiel

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.

Ob wir das Geheimnis von Weihnachten
jemals ganz erfassen können?
Gott wird Mensch.
Kein Thron weit über den Menschen
Kein Allherrscher weit
über dem Horizont der Welt.
Kein unbewegter Beweger
weit über uns am Himmelszelt.
Ein Gott mit uns – Immanuel.
Die Stätte seiner Geburt
unter den Ärmsten der Armen
Ohnmacht seine Liebe
auf den Wegen der Menschheitsgeschichte.
Durch unzähliges Leid bewegt
bewegt er uns
Bewegt er uns?

Ganz herzlich begrüße ich Sie und Euch alle zum Abend-mahlsgottesdienst am 2. Weihnachtsfeiertag. Das Thema heute lautet: Ohne Weihnachten würde unsere Welt in Fins-ternis versinken. Ich wünsche uns allen einen Mutmachenden Gottesdienst.

* Eingangslied EG 24, 1-4 Vom Himmel hoch

* Eingangspsalm:
Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und er heißt:
Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.

Singet dem Herrn ein neues Lied;
singet dem Herrn, alle Welt!
Singet dem Herrn und lobet seinen Namen,
verkündet von Tag zu Tag sein Heil!
Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit,
unter allen Völkern von seinen Wundern!
Ihr Völker, bringet dar dem Herrn,
bringet dar dem Herrn Ehre und Macht!
Bringet dar dem Herrn die Ehre seines Namens,
bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe!
Betet an den Herrn in heiligem Schmuck;
es fürchte ihn alle Welt!
Sagt unter den Heiden: Der Herr ist König.
Er hat den Erdkreis gegründet, daß er nicht wankt.
Er richtet die Völker recht.

Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und er heißt:
Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.

Kommt lasst uns anbeten:

* Aufforderung zum Bittruf:
Lasst uns anbeten das Kind in der Krippe,
Jesus, den Sohn Gottes,
der in die Welt gekommen ist,
zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.
Lasst uns rufen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
"Also hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen eingeborenen Sohn gab,
damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden,
sondern das ewige Leben haben."
Lasst uns lobsingen mit den Engeln im Himmel
und den Menschen auf Erden:

* Kollektengebet:
Gott,
zu allen Zeiten und auf vielerlei Weisen
hast du zu uns Menschen gesprochen.
An Weihnachten hast du dich uns menschlich zugewandt.
Dein Sohn ist einer von uns geworden,
ein Mensch wie wir.
Gib, dass wir offen und empfänglich sind für ihn,
dass wir ihm Wohnung und Heimat geben
in unserem Herzen und in dieser Welt,
damit er, das Licht von Weihnachten, überall sichtbar wird.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn und Bruder. Amen.

* Schriftlesung: Micha 5,1-4
1 Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Isra-el Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewig-keit her gewesen ist.
2 Indes lässt er sie plagen bis auf die Zeit, dass die, wel-che gebären soll, geboren hat. Da wird dann der Rest seiner Brüder wiederkommen zu den Söhnen Israel.
3 Er aber wird auftreten und weiden in der Kraft des HERRN und in der Macht des Namens des HERRN, sei-nes Gottes. Und sie werden sicher wohnen; denn er wird zur selben Zeit herrlich werden, so weit die Welt ist.
4 Und er wird der Friede sein.
(Micha 5,1-4a)
(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 35 Nun singet und seid froh

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Got-tes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Isra-el Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewig-keit her gewesen ist.
Es tut gut, diese Verheißung zu hören – gerade jetzt. In den vergangenen Wochen habe ich mich schon gefragt, was wir eigentlich feiern? Eine Betriebsfeier jagt die nächste, jeder Verein lädt seine Mitglieder zu Weihnachtsfeiern, tumultartige Zustände bei Sonderangebotaktionen in den Läden. Wo war da das Kind in der Krippe?
Ja, liebe Gemeinde, wir hetzen von einer Besinnung zur nächsten und verlieren dabei immer mehr die Weihnachtskul-tur. Es ist mehr der Tanz um das goldene Kalb denn der inne-re Weg zum Stall in Bethlehem. Dabei brauchen wir doch Weihnachten, brauchen die Geburt des Gottessohnes für un-ser Leben!

Ich frage mich seit einiger Zeit, ob die Menschen heutzutage noch Weihnachten brauchen. Auf die Frage eines Reporters in der Fußgängerzone in Frankfurt, was denn an Weihnachten gefeiert wird, antwortete ein junger Mann: „Hat das vielleicht etwas mit Jesus zu tun?“ Unser Weihnachtsfest ist inhalts-leer geworden, wir drohen es vor lauter X-mas Party und mul-timedialer Verblödung zwischen den Gängen des Festessens ganz zu verlieren. Manchmal frage ich mich wirklich, ob die Menschen Weihnachten wirklich brauchen, wenn sie so damit umgehen, als ob es das Kind in der Krippe nie gegeben hätte.


Was wäre gewesen, wenn die Geburt, die wir an Weihnachten feiern, gar nicht stattgefunden, dieser Jesus von Nazareth gar nicht gelebt hätte? Mag sein, dass genau diese Frage den Schriftsteller Günter Kunert zu der folgenden provo¬zierenden Geschichte angeregt hat, einer Geschichte, die ein Gegenbild zu dem Weihnachtsevangelium zeichnet:
» ... und sie gebar ihren ersten Sohn, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe im Stall.« Doch noch ehe die Hirten erschienen aber regte das Kind sich nicht mehr.
Und die Verkündigung?
Aus der Verzweiflung über den Tod des Neugeborenen entstand bald Zwei¬fel, ob überhaupt so etwas wie eine Zusage, etwas wie eine göttliche Absicht vor¬gelegen und nicht alles Einbildung gewesen sei. Wer war man schon, um die Vor¬aussetzung für die undurchschaubaren Pläne übermenschlicher Mächte zu bieten?
Und während der Zimmermann und seine Frau den klei-nen Leichnam hin¬ter dem Stall begruben, trösteten sie sich damit, dass ihnen wer weiß was erspart geblieben sei. In den schlimmen Zeiten nach einem gescheiterten Aufstand, nach dem verlorenen Krieg gegen die Besat-zungsmacht war die Zukunft ohnehin unsi¬cher und düs-ter genug. Wer jetzt von einem großen Schicksal auser-sehen schien, war von vornherein zum Tode verurteilt. Vielleicht hatten die Römer recht, wenn sie sagten: »Pulvis et umbra sumus«. Staub und Schatten sind wir.
So verließen sie Bethlehem und zogen nach Nazareth zu-rück, gemächlich und eher beruhigt, dass sich keines der Versprechen erfüllt hatte und sie, kleine Leute, nicht ge-zwungen waren, sich gegen den Lauf der Welt stellen zu müssen. Dann sollte lieber alles weitergehen wie bisher, wie eh und je, und man selber existierte besser als kurz-fristig belebter Staub und Schatten dahin.
Schließlich blieb einem das Heil, kein Heil mehr zu erwar-ten.
(GÜNTER KUNERT)

Wenn sich das Kind nicht geregt hätte - Eine ungeheuerliche Geschichte, eine Geschichte, bei der einem der Atem stockt. Eine Geschichte, die radikale Fragen stellt. Was wäre gewe-sen, wenn sich dieses Kind tatsächlich nicht geregt hätte? Was wäre die Welt ohne Jesus Christus?
Trotz der beklagenswerten Kulturlosigkeit unserer Gesell-schaft Weihnachten gegenüber, wo man Weihnachten, Sankt Martin oder auch Advent bald nicht mehr sagen darf, weil an-dere sich dadurch verletzt fühlen, da mag ich mir eine Welt ohne Jesus gar nicht vorstellen. Denn, hätte dann nicht einer gefehlt, der sich mit aller Radikalität für die kleinen Leute, für die Schwachen und Ausgegrenzten, die Armen und Rechtlo-sen, die Kranken und Sterbenden, für die, die in den Augen der Welt nichts zu sagen haben, eingesetzt hätte? Hat dieser Jesus von Nazareth nicht wie kein anderer eben diese kleinen Leute dazu ermutigt, sich gegen den Lauf der Welt zu stellen, in der Reichtum, Macht und Stärke mehr zählen als Frie¬den, Liebe und Gerechtigkeit?

»Pulvis et umbra sumus.« Staub und Schatten sind wir. Nein, das war nicht seine Botschaft! Er wollte die Menschen aus ihrer Lethargie herausho¬len, ihnen Selbstbewusstsein, ihnen einen Sinn geben, für den sie leben konnten. Er wollte ihnen sagen: Ihr seid mehr wert als Staub und Schatten. Ihr seid Geschöpfe der Liebe Gottes!
»Schließlich blieb einem das Heil, kein Heil mehr zu er-warten.« - Sein ganzes Dasein war ein lebendiger Wider-spruch gegen diese resignative Hal¬tung von Menschen. Selbst am Kreuz hat er die Hoffnung auf Gott nicht los-gelassen. Hätte er sonst nach ihm geschrieen? Keine Situati-on ist für Jesus so heillos gewesen, dass er sich von Gott nicht noch etwas erwartet hätte!

Wenn Jesus nicht geboren wäre und gelebt hätte, würde un-sere Welt in ihrer Finsternis völlig versinken. Wir würden eine unglaubliche Sehnsucht nach Heil, nach einer geheilten Welt in uns spüren, von der wir wüssten, dass sie niemals gestillt würde. Jesus hat uns die Vision von einer Welt gegeben, die mit Gott und mit sich selbst versöhnt ist, einer Welt, die ge-heilt ist von den Wunden, die die Menschen sich gegenseitig und der gesamten Schöpfung schlugen.

Jesus ist die personengewordene Liebe Gottes. Seine Vision von Frieden, Liebe, Heil sind seit über 2.000 Jahren lebendig.
Doch die Geschichte von Günter Kunert stellt die Frage nach der Bedeutung von Weihnachten für uns Menschen heute. Regt sich das Kind noch? Regt es sich noch in uns? Bewegt es uns noch?
Macht es auch uns heute noch Mut, uns immer wieder gegen den Lauf der Welt zu stellen, einer Welt, die doch auch heute noch mehr auf Erfolg, Stärke und Macht setzt, denn auf Liebe, Frieden und Gerechtigkeit? - Zivil¬courage oder Anpassung?
Bewegt dieser Jesus von Nazareth, dessen Geburt wir heute feiern, auch uns noch dazu, uns nicht dem Schicksal zu erge-ben, sondern unserem Leben Perspektiven und Sinn zu ge-ben, an unsere eigenen Stärken zu glauben und sie in den Dienst für die Menschen, für mehr Menschlichkeit zu stellen?¬ Sinnorientierung oder Lethargie?

So ganz, scheint es, kommen wir nicht ohne ihn aus. Die Kir-chen und ihre Botschaft finden die Jugendlichen unattraktiv, doch ist das Bedürfnis nach Sinn und Halt im Glauben größer als je zuvor. In dieser Sehnsucht liegt ein Gespür für Jesus und seine Vision, wenn auch nicht mehr bewusst und in den kirchlichen Traditionen. Die ungeheuer große Sehnsucht nach Heil ist gegenwärtig im religiösen Suchen und Fragen vieler Menschen, auch wenn sie sich noch so sehr von Jesus ab-wenden.
IV. Jesu Geburt in uns
Und doch muss ich noch einmal fragen: Gibt dieses Kind in der Krippe auch uns heute noch die Hoffnung, dass sich Gott in unserem Leben als der je Größere erweist, als der, der auch in den dunkelsten und schwierigsten Situationen unse-res Lebens, auch in der Stunde unseres Todes noch Heil zu schaffen vermag? Haben wir eine Zuver¬sicht, die alle Gren-zen übersteigt? - Hoffnung oder Resignation?
Wenn Menschen von Jesu Geburt nichts mehr wissen oder wissen wollen, wie können sie das Heil erfahren, dass in Got-tes Kommen in diesem Kind liegt.

»Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren und nicht in dir; du bleibst noch ewiglich verloren.« So hat es der Mystiker Angelus Silesius, der im 17. Jahrhundert lebte, gesagt.
Nur wenn sich das Kind in uns weiter regt, wenn es uns be-wegt, kommt das Weihnachtsfest an sein Ziel. Nur wenn sich in uns Zivilcourage gegen Anpassung, Sinnorientierung gegen Lethargie, Hoffnung gegen Resignation durchsetzen, ist das Kind nicht tot, sondern lebt weiter in uns.

Die Vision der Liebe Gottes, die unter den Menschen wirkt und die Welt verändert – diese Vision treibt seit 2.000 Jahren Menschen an, sich für eine gottgefälligere und menschlichere Welt einzusetzen und am künftigen Reich Gottes mitzuarbei-ten. Weihnachten ist, recht verstanden, der Motor für unser Christsein und unser Leben insgesamt. Weil Gott sich durch seinen Sohn in diese Welt mit ihren Dunkelheiten gegeben hat, sind wir nicht im Chaos unserer Zeit verlassen. Wir kön-nen mutig für eine bessere Welt einstehen.

Heißt das nun, Weihnachten ist noch nicht ganz verloren – trotz allem Verfall der Weihnachtskultur? Das Kind regt sich heute noch, auch wenn es viele Menschen nicht mehr wahr-nehmen?
Ja, es regt sich noch. Wir sind Gott so lieb und wichtig, dass er nie aufhören wird, in diesem Säugling in der Krippe zu uns zu kommen.
„Gott will im Dunkeln wohnen / und hat es selbst erhellt“, dichtete Jochen Klepper in seinem Adventslied. Er will uns nahe sein und seine Vision von einer geheilten Welt mit uns verwirklichen.
»Pulvis et umbra sumus.« Staub und Schatten sind wir. – Das stimmt für ihn nicht. Wir sind seine geliebten Kinder. An Weihnachten wird das so augenscheinlich, dass wir als Chris-ten nicht daran vorbeisehen können. Und es ist unsere Auf-gabe, immer und immer wieder diese Botschaft in alle Welt zu verbreiten: „Das Kind hat sich geregt und es regt sich noch!“ – Diese Botschaft trotz aller Widerstände und allen vermeintlichen Desinteresses hinauszutragen. Möge Weih-nachten unser Motor dafür sein. AMEN.
-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 36, 1-4 Fröhlich soll mein Herze springen

ABENDMAHL

* Sündenbekenntnis und Absolution: (stehend)
Als Jesus gefragt wurde,
was denn das wichtigste Gebot ist, antwortete er:
Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben:
von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit all deiner Kraft. Und deinen Nächsten wie dich selbst.
Denn Gott ist Liebe,
und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott. Und Gott in ihm.
An Gott und unseren Mitmenschen aber werden wir schuldig.
Täglich versündigen wir uns an ihnen. Wenn Ihr das auch so seht und bekennt,
und wenn Ihr Vergebung um Christi willen begehrt, so sprecht: Ja, mit Gottes Hilfe!

Gemeinde: Ja, mit Gottes Hilfe!

Gottes unerschöpfliche Barmherzigkeit heilt eure Herzen. Im Auftrag unseres Herrn, Jesus Christus,
verkünde ich euch die Vergebung aller eurer Schuld -
im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Der Friede des Herrn sei mit euch allen.
Euch geschehe, wie ihr glaubt.

Danksagung (Präfation):

* Lied Liedzettel Sanctus

* Einsetzungsworte:
Unser Herr Jesus Christus / in der Nacht, da er verraten ward / nahm er das Brot / dankte und brach's / und gab's seinen Jüngern / und sprach: Nehmet hin und esset / das ist mein Leib (+) / der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl / dankte / gab ihnen den / und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus / dieser Kelch ist das neue Testament (+) in mei-nem Blut / das für euch vergossen wird / zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächt-nis.

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 190.2 "Christe, du Lamm Gottes" (stehend)

* Friedensgruß:
Der Friede des Herrn sei mit euch allen. Keiner sei gegen den anderen, keiner in sich verschlossen. Vergebt, wie euch ver-geben ist, nehmt einander an, wie Christus euch angenom-men hat zum Lobe Gottes.

(Einladung zum Händereichen)

* Austeilung: dazu Orgelmusik

* Lobpreis:
Lobe den Herrn, meine Seele,
und was in mir ist, seinen Heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht,
was er dir Gutes getan hat:
Der dir alle deine Sünden vergibt und heilet
alle deine Gebrechen,
der dein Leben vom Verderben erlöst und dich
krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.

* Fürbittengebet:
Guter Gott!
In der Geburt deines Sohnes erfahren wir
deine Nähe zu uns Menschen.
Du bist ein Gott-mit-uns, Immanuel.
Deshalb dürfen wir zu Weihnachten
mit unseren Bitten zu dir kommen:
Gib uns den Mut und die Kraft,
deine Liebe und deine Gerechtigkeit
immer wieder dem Lauf der Welt entgegenzustellen.
Lass uns in schwierigen Situationen nicht resignieren
und den Glauben an deine heilschaffende Nähe nicht verlie-ren.
Öffne unsere Sinne für Erfahrungen
deiner Gegenwart mitten in dieser Welt.
Schenke uns den Blick für die Sorgen
und Nöte unserer Mitmenschen,
den dein Sohn wie kein anderer Mensch gehabt hat.
Denn du, Gott, bist unsere Hoffnung,
du bist die Quelle und das Ziel unserer Sehnsucht.
Dafür danken wir dir durch Jesus Christus,
unseren Herrn und Bruder.
Amen.

* Lied EG 45, 1 - 3 Herbei o ihr Gläubigen

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Kirchlicher Jugendförderplan

Wochenspruch: Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit. Joh. 1, 14

Nächster Gottesdienst:

2. Weihnachtstag, Mittwoch 26. Dezember 2018 mit Lekto-rin Weigelt

10:30 Uhr Gottesdienst in Kempfenbrunn

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein An-gesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.

* Lied EG 44 O du fröhliche
  Thema: Christmetten in der Heiligen Nacht, 24.12.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 25.12.2018 00:40   Titel: Christmetten in der Heiligen Nacht, 24.12.2018
Christmette in der Heiligen Nacht
24.12.2018
Um 22.00 Uhr in der Ev. Kirche Wittgenborn
Und um 23.00 Uhr in der Ev. Kirche Wächtersbach
Thema: Jesus besucht den Weihanchtsgottesdienst

*Orgelvorspiel

* Lied EG 24, 1-3 Vom Himmel hoch

* Begrüßung: Thomas
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Liebe Gemeinde,
zur Christmette in der Heiligen nacht heiße ich sie alle ganz herzlich willkommen.
Liebe Gemeinde,
aus der warmen Wohnung haben wir uns spät auf den Weg gemacht durch das nass kalte hierher in die Kirche, um noch einmal die Botschaft dieser heiligen Nacht zu hören und mit allen Sinnen in uns aufzunehmen. Dabei war der Weg hierher schon ein erster Anfang, auch wenn Sie es noch nicht so bewusst erlebt haben. Draußen im Freien sind sie gewesen. Ein großer Teil der Weihnachtsgeschichte spielt eben da. Die Hirten auf dem Felde und auch die Unterkunft der heiligen Familie war nicht unbedingt mit unseren kuscheligen Wohnungen vergleichbar. Das Lukasevangelium erwähnt das nur beiläufig mit einem Halbsatz, „denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Ich wünsche uns allen eine Mutmachenden Christmette in dieser heiligen Nacht.

Orgelmusik:

*Das Licht: Thomas
Es war einmal ein kleines Licht. Weil es Angst vor dem Verlöschen hatte, machte es sich auf die Suche nach einem großen Licht, das bleibt.
Bald traf es ein Licht, das bleibt. „Wohin gehst du?" „Ich habe Angst vor dem Verlöschen und suche ein Licht, das bleibt." So gingen sie miteinander. Unterwegs kam noch ein Licht dazu, und noch eins – zuletzt waren es viele. Die kleinen Lichter waren sehr müde.
Auf einmal sahen sei einen Stein, der im Dunkeln leuchtete. „Stein woher hast du dein Leuchten?" „Geh weiter – und ihr werdet sehen." Dann kamen sie zu einem Stück Holz. „Holz, woher hast du dein Leuchten?" „Geht weiter – und ihr werdet sehen." Und zu einem Blütenbaum. „Blütenbaum, woher hast du dein Leuchten?" „Geht nur weiter – gleich werdet ihr sehen." So gingen sie mit letzter Kraft. Plötzlich standen sie vor einem großen, hellen Licht.
Es war um ein Kind, das in der Krippe lag. Den kleinen Lichtern klopfte das Herz. Sie wagten sich nicht weiter. „Fürchtet euch nicht", sagte das Kind, „ich bin das Licht der Welt. Wer zu mir kommt, wird nicht im Finstern leben." Und es lächelte ihnen entgegen und segnete sie. Da wurde ihre Flamme stark und still. Auf dem Rückweg und zu Hause erzählten sie allen von dem großen Licht, das bleibt und das sie jetzt in sich tragen.

*Lied EG 45, 1-2 Herbei o ihr Gläubgen

*Weihnachten wie hast Du Dich verändert: Thomas
Was habe ich mich früher auf´s Christkind gefreut
im Dezember, nachts in den Himmel geschaut.
Wir haben gebacken, gebastelt, gesungen und gelacht
und so die Zeit bis zum heiligen Abend verbracht.
Da gab es dann liebevoll gemachte Geschenke,
für das Puppenhaus neu tapezierte Wände.
Oder auch ein schönes neues Kleid
lag für meine Puppe bereit.
Wir haben alle zusammen gespielt und gesungen
bis die Müdigkeit uns zum Schlafen gezwungen.
Nach dem Kirchgang zur Weihnacht, da war es soweit
da stand schon die Ente mit Klößen bereit.
Am Nachmittag ging es hinaus in den Wald,
es hatte gefroren, die Hände waren so kalt.
Am warmen Ofen haben wir uns wieder gewärmt,
und schmatzend vom Bratapfel geschwärmt.
Doch heute, was hat sich gewandelt die Zeit,
liegen Stollen und Weihnachtsmänner ab August schon bereit.
Und Ende Oktober da klingeln die Kassen,
auch Weihnachtslieder dröhnen laut in den Gassen.
Da macht sich so etwas wie Hektik dann breit
Man hört immer wieder „ Hab gar keine Zeit,
Weihnachtsfeier heute hier morgen dort,
muss Geschenke noch kaufen, entschuldige ich muss fort.“
Geschenke zu machen ist eine Sache für sich
Denn jeder hat alles, braucht eigentlich nichts.
Dinge die heut unterm Tannenbaum liegen
sind PC, Videospiele und Tickets zum Fliegen
Auch Handy und Blueray sind sehr beliebt
aber auch Spielzeug, das mit sich selber spielt.
Nach so viel Geränne, Gehetze und zeitlicher Not
ist man Heiligabend fix und fertig, beinahe schon tot.
Wo ist sie geblieben, die ruhige Zeit
in der ich mich immer aufs Christkind gefreut?

* Lied EG 37, 1+2 Ich steh an deiner Krippe hier

* Schriftlesung: Lukas 2, 1-20 Inge
1 Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.
2 Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.
3 Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.
4 Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war,
5 damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.
6 Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.
7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.
9 Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
12 Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
14 Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.
15 Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.
16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.
17 Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.
18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten.
19 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.
20 Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.
Amen

* Glaubensbekenntnis: Thomas
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 48 Kommet ihr Hirten ihr Männer und Fraun

* PREDIGT: Thomas
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde,

Ich möchte Ihnen eine Geschichte erzählen:

Als Jesus nach einigen Jahren Abstinenz mal wieder seine Welt besuchte, nahm er sich vor diesmal die Sache andersherum aufzuziehen. Diesmal wollte er nicht selbst die Welt verändern, sondern Menschen zu diesem Zweck aussenden und ausbilden. Damals bei seiner Geburt hatte das doch auch geklappt. Da waren die Hirten, die losgingen, einfach nur weil es der Engel zu ihnen gesagt hatte. „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; euch ist heute der Heiland geboren.“ Der Engel damals war richtig erfolgreich mit diesem Satz, die Hirten haben es in alle Lande getragen. Sie waren von der Krippe in alle Lande gezogen, „priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.“

Ohne sie hätte er es später viel schwerer gehabt.

Nun, so war das damals. Ihr wisst ja, was daraus geworden ist. Die Menschheit war seither durch finstere und finsterste Zeiten gegangen. In Jesu Namen hatten sie furchtbare Kriege geführt und schreckliche Gewalttaten begangen. Er hatte einige Male mit kaltem Grausen auf seine Welt gesehen.

Aber nun schien sich doch das Blatt zu wenden. Europa wurde vereint, der kalte Krieg war zu Ende. Man erklärte sich selbst zu „zivilisierten“ Menschen und war mächtig stolz auf die modernen Errungenschaften und auf die Globalisierung. Jesus dachte: Das guck ich mir mal an. Vielleicht hören sie mir ja diesmal zu.

Und so kam er dann zurück auf die Erde. Vorweihnachtszeit in einer deutschen Großstadt.

Überall Lichter. Viele Menschen vor bunten Buden. Gemütliche Atmosphäre. Und überall Bilder von damals - seinem Stall. Zwar nicht ganz naturgetreu. Aber immerhin. Sie erinnern sich noch. Also wann, wenn nicht jetzt, dachte sich Jesus. „Ihr seid das Licht der Welt. Leuchtet – es ist alles in euch drin. Fürchtet euch nicht!“


Er fing an bei dem Aufsichtsrat einer großen Automobilfirma. „Junge“, dachte er, „da steckt aber Geld hinter!“ Und er blickte hoch zu 56 Stockwerken aus Stahl und Glas, blank poliert wie für den Empfang der englischen Königin. „Bin doch bloß ich“, grinste er und dann ging er hinein und fuhr mit dem Fahrstuhl 56 Stockwerke hoch. „Damals in Babel ging das schief mit dem hohen Turm“, erinnerte er sich. Aber er fand, dieser hier wirkte recht stabil. Nur konnte er sich des Eindrucks nicht erwehren, dass auch hier Anmaßung und Eitelkeit am Werke waren. Zehn Männer in Schlips und Kragen erwarteten ihn an einem mächtigen Rauchglastisch. Sie saßen in hohen Ledersesseln und drehten sich um sich selber. Die Luft roch nach teurem Parfum und nach den Zigaretten, an denen sie gierig sogen. Vor jedem lag ein dicker Stapel Papier. Und einige hielten vor sich einen Blechkasten zum Aufklappen, in den sie aufgeregt mit den Fingern hackten und angespannt starrten. „Das sind Laptops“, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende, als er den neugierigen Blick Jesu sah. „Aber nun zur Sache. Bitte.“ Dabei machte er eine Bewegung mit der Hand, die wohl einladend wirken sollte.

Jesus holte tief Luft und sprach ein kleines Stoßgebet zu seinem Vater im Himmel. Dann begann er: „Euch ist viel gegeben. Gebt es weiter. Ihr seid das Licht der Welt. Es ist eure Aufgabe, andere zum leuchten zu bringen.“ Die zehn Männer schauten ihn mit hochgezogenen Brauen erwartungsvoll an. „Das wissen wir selber“, sagte schließlich einer von ihnen. „Ohne uns wäre es hier zappenduster. Wir beschäftigen 100 000 Mitarbeiter. Allein schon dadurch haben wir natürlich enormen politischen Einfluss. Aber wir zeigen auch gerne, was wir haben. Sie haben sicher unser Haus gesehen: Es ist ja weithin sichtbar. Und unser Stern leuchtet buchstäblich über das Land.“ Die anderen lachten und klopften auf den Tisch, das sollte wohl Zustimmung signalisieren. Nun wollte Jesus fortfahren. Von Gerechtigkeit wollte er ihnen erzählen und von sozialer Verantwortung, aber da hatte die hübsche Sekretärin ihn schon am Ärmel und schob ihn freundlich, aber bestimmt vor die Tür. „Das hier ist nichts für Gutmenschen“, sagte sie, „das hier ist der Kapitalismus.“

Kapitalismus. Aha. Da wäre doch eigentlich der Satz mit dem Kamel und dem Nadelöhr angebracht, aber wer sich Gerichtsurteile kaufen kann, der kapiert wahrscheinlich nicht wie arm er eigentlich ist. „Na gut – wenn sie mir nicht zuhören wollen, dann probiere ich es halt woanders. Dann müssen eben andere leuchten. Und so versuchte Jesus es woanders. Er ging zu den Kirchenleitenden Gremien der EKD, die Versammlung der Bischöfe wollte er sprechen. „Ihr seid das Licht der Welt.“ – die würden es ja wohl verstehen, die hatten ja schließlich studiert. Er wollte ihnen begreiflich machen, dass die Liebe unter Christenmenschen das höchste Gut wäre und dass die Sorge um das Geld nicht der Gemeinschaft der Glaubenden zerstören dürfe. Die Kirche müsse wieder den einfachen, direkten Weg zu den Menschen finden, damit sie Licht für die Welt sein könne - das war es, was er ihnen sagen wollte. Die Herren und Damen Bischöfe sahen müde aus und traurig. Sie hatten verkniffene Lippen und Augen, mit schweren Lidern und dicken Tränensäcken. Fast hatte Jesus Lust, ein paar Späße zu machen, nur damit diese armen Menschen mal wieder was zu lachen hätten. Aber er besann sich auf sein Amt und blieb mit einiger Mühe ernst. „Ihr seid das Licht der Welt.“, sagte er. Aber es fiel ihm schwer, das zu glauben. Sie sahen ihn mit ihren müden Augen an und nickten schwerfällig. „Natürlich“, sagten sie, „das wissen wir doch. Wir kennen unsere Bibel.“ Und dann erzählten sie ihm, was sie alles auf die Beine stellten, um Licht für die Welt zu sein: Große Kirchentage, riesige Events mit Live-Musik, Lasershows und Öffentlichkeitskampagnen. Nun verstand er auch, warum sie so müde waren. „Sieh, dies ist unsere letzte Plakataktion.“ Und sie zeigten ihm eine Seilbahn vor blauem Himmel. „Was ist Glück?“ stand drauf. Und unten rechts, ganz klein, das EKD-Symbol. „Und?“, fragten sie, „Gefällt es dir? Wir haben ganz Deutschland damit plakatiert. Das hat uns Millionen gekostet.“ „Nein“, sagte Jesus nur, „es gefällt mir nicht.“ Und damit ließ er sie stehen und ging.
Jesus versuchte es weiter und dachte: „Dann werde ich es jetzt bei den einfachen Menschen versuchen, so wie damals.“ Jesus ging zur Arbeitsagentur und sah dort einen jungen Mann, höchstens 20 Jahre alt, der sich aufgeregt mit seiner Sachbearbeiterin stritt. Es ging offenbar um Geld. Und Jesus trat zu ihm und flüsterte: „Du bist das Licht der Welt.“ Aber der junge Mann sah ihn nur mit leeren Augen an, schwieg und ging fort. Vielleicht sollte ich es mal in einer kleinen Stadt versuchen. Da wo die Menschen noch zuhören können. Und so kam Jesus nach Husum. Nachdem er über den Weihnachtsmarkt geschlendert war, traf er eine alte Frau. Er sah sie, wie sie sich in der Stadt mit ihren Einkaufstaschen quälte und er konnte sehen, dass ihr jeder Schritt weh tat. Da ging er zu ihr, nahm ihr die Taschen ab und sagte: „Du bist das Licht der Welt. Laß es leuchten, es ist tief in dir drin. Glaub mir.“ Doch sie schüttelte nur den Kopf. „Komm du erstmal in mein Alter, mein Junge, dann leuchtest du auch nicht mehr. Dann wartest du nur noch, dass dein Lebenslicht ausgeht.“

Langsam hatte Jesus die Nase voll. Dass Menschen, denen es so gut ging, so mutlos sein konnten, damit hatte er nicht gerechnet. Und dass eine Welt, die so reich war, so voller Glanz und Licht, inwendig so arm und verdunkelt sein konnte, das machte ihm Kummer und das tat ihm weh. Es müsste doch möglich sein, dass in einer zivilisierten Welt alle satt werden. Es sollten doch alle in eine solche Gesellschaft einen Platz und eine Perspektive haben! Müsste nicht jeder Mensch Licht und Freundlichkeit finden können? Es müsste doch möglich sein, dass ihr diesen Traum festhaltet und das Wort der Liebe Gottes nicht wegwerft wie ein kaputtes Spielzeug. Sie haben es immer noch nicht kapiert, dachte er sich und war kurz davor zum äußersten zu greifen. Wenn nichts mehr hilft, dann muss eben ein Wunder her. Das wäre an sich kein Problem. Aber es war genau das gleiche wie damals – am Ende haben ihm die Wunder mehr Schwierigkeiten gemacht als alles andere. Aber lieber nichts überstürzen. Erst mal in Ruhe nachdenken. Abstand gewinnen. Früher ist er dafür immer an den See gegangen. Und, wo er schon mal da war, dann sollte es schon gleich die Nordsee sein. Er besuchte die Nordseeküste und sah einige Tage lang zu, wie das Wasser kam und ging. „Was für eine witzige Idee“, dachte er erheitert und bewunderte nicht zum ersten Mal die kreative Schaffensfreude Gottes, seines Vaters. Als er vom Deich zurückkam, war es überall hell erleuchtet. Lange Lichterschlangen an den Häusern, überall Bäume mit blinkenden Lichtern. Jesus war geblendet. So hatte er das nicht gemeint mit dem Licht der Welt. Ihm ging es mehr um das Innere Licht, das von tief drinnen kommt und wärmt. Das leuchtet, nicht blendet. Wenn man vor lauter Licht nichts mehr sehen kann, dann stimmt doch was nicht. Vielleicht ist das der Grund, warum sie den Satz nicht mehr kapieren.

Einen Versuch habe ich noch, dachte er sich und kam direkt hierher – zu uns nach Wittgenborn/Wächtersbach.

Und nun kommst du: Nun stell dir mal vor, nicht ich, sondern er selbst stünde hier und sagte dir: „Du bist das Licht der Welt. Du sollst mit Liebe und Freundlichkeit, mit offenem Herzen und offenen Händen diese Welt heller machen. Du bist das Licht. Ich will in dir leuchten.“ Nun stell dir vor: Nicht ich, sondern er selber würde dir hier und heute erzählen, wie er es meint, was er sich wünscht und was dein Auftrag ist.

Nun stellt euch das mal vor: Jesus käme in diese Welt und würde das heute und hier jedem einzelnen von euch sagen. Und er würde jeden einzelnen meinen: die Alten und die Jungen, die Reichen und die Armen, die Pastoren und die, die Sonntags lieber ausschlafen: „Du bist das Licht der Welt. Durch dich will ich leuchten. Du musst mich nur noch rein lassen.“

Dann müsste es hier doch den ein oder anderen geben, der kapiert, was er meint, oder?

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 46 Stille Nacht

* Fürbittengebet: Thomas und Inge
Thomas
Wenn wir es zulassen, dass, das Licht der heiligen Nacht bei uns ankommt, können wir selber zu Engeln werden, dass heißt: zu Boten Gottes für Menschen in Not und in Angst, in Unfrieden und im Dunkel der Hoffnungslosigkeit. Denn auch und gerade ihnen soll das Weihnachtslicht leuchten. Darum wollen wir beten.
Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

1 Teelicht anzünden

Inge
Darum wollen wir beten, für die Kinder auf der ganzen Erde: dass ihre Hoffnungen nicht enttäuscht werden; dass sie in eine freundliche Welt hineinwachsen und erfahren, dass sich das Leben lohnt. Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

2 Teelicht anzünden

Thomas
Darum wollen wir beten, für alle in Partnerschaft, Ehe und Familie; dass sie auch in Enttäuschungen nicht aufgeben, dass sie Konflikte im Geist Jesu Christi durchstehen und immer wieder Wege zueinander finden.
Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

3 Teelicht anzünden

Inge
Darum wollen wir beten, für alle, die allein sind, dass sie sich nicht verschließen und dass sich Menschen finden, die auf sie zugehen und die sich nicht beirren lassen.
Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

4 Teelicht anzünden

Thomas
Darum wollen wir beten, für alle, die für Glauben, Wahrheit und Gerechtigkeit verfolgt werden und leiden müssen, dass sie die Hoffnung auf eine Welt des Friedens nicht verlieren und dass ihr Leiden und ihr Opfer nicht vergeblich sind.
Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

5 Teelicht anzünden

Inge
Darum wollen wir beten, für alle Vielbeschäftigten und Erfolgreichen, die in ihrer Arbeit aufgehen, dass sie bei allem, was sie tun, die schwächeren nicht übersehen, dass sie die nicht vergessen, die sie mögen und auf sie warten.
Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

6 Teelicht anzünden

Thomas
Darum wollen wir beten, für alle Kranken, alle Alten und für alle, die heute sterben, dass die Schmerzen sie nicht überwältigen und dass sie nicht allein gelassen werden, sondern Menschen haben, die sie spüren lassen, dass Gott ihnen Nahe ist.
Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

7 Teelicht anzünden

Inge
Darum wollen wir beten, für alle die nicht mehr Glauben können, dass sie ihren Platz an der Krippe entdecken und erfahren, dass Gott niemand wegschickt, sondern jeden annimmt, wie er ist.
Christus ist geboren. Lasst uns ein Licht anzünden:

8 Teelicht anzünden

Thomas
Für uns selber beten wir, für jede und jeden einzelnen hier, dass keiner ungesegnet von hier weggeht und dass wir alle zu Engeln Gottes werden, zu Boten seiner Nähe, seiner Freundlichkeit und seines Friedens.
Gott, Vater unseres Bruders Jesus Christus und unser Vater – hab Dank, dass dein Licht uns leuchtet. Dank dafür, dass wir deine Boten für die Welt sein dürfen. Lass es geschehen . Wir bitten dich dazu um deinen Geist. Mach selber wahr, worum wir dich in Jesu Namen und mit seinen Worten bitten.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser: Thomas
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. AMEN.

* Lied EG 54 Hört der Engel helle Lieder

* Bekanntmachungen:

* Votum: Thomas
Es segne Euch der Herr in dieser Nacht,
da so viel Neues an das Ohr der Erde dringt.
Er rühre eure Ohren an mit zarter Hand,
damit sie offen, stets zu lauschen,
wer da klopft und für sich wirbt.
Er lasse eure Gier nach Neuem wachsen,
damit ihr staunend fragt und forscht
nach jenem Kind, das Könige von fernen Thronen lockt.
Er komme zu euch jetzt als Wort
Und frohe Botschaft – doch einst
Als Gegenüber, das liebend euch umfängt.
Bis dahin halte segnend Er die Hand
Wohl über Leut’ und Land:
Der Vater – Gott genannt
Der Sohn – hier keine Herberg’ fand
Der Geist – uns unbekannt.
So geht in diese Nacht mit Gottes Segen:

* Segen: Thomas
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.

* Lied EG 44 O du fröhlich

Orgelnachspiel
  Thema: Krippespiel um 18.00 Uhr in Lohrhaupten, 24.12.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 25.12.2018 00:37   Titel: Krippespiel um 18.00 Uhr in Lohrhaupten, 24.12.2018
Krippespielgottesdienst am Heiligen Abend
18.00 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
24.12.2018
Thema: „Lukas und Matthäus erzählen die Weihnachtsgeschichte“

*Orgelvorspiel
*Liedheft 24, 1-4 Vom Himmel hoch

* Begrüßung:
Wo der Stern Gottes leuchtet, werden wir aus der Dunkelheit geboren.
Wo die Liebe Jesu erstrahlt, werden wir in die Dunkelheit gelockt.
Wo das Heilige erscheint, werden wir durch die Dunkelheit gestärkt.
Wir sind zusammen, im Namen Gottes. Gott ist die Liebe, die in uns wohnt.
Wir sind zusammen, im Namen Jesu, Jesus ist die Liebe, die zu uns spricht.
Wir sind zusammen, im Namen des Heiligen Geistes,
Heiliger Geist ist die Liebe, die durch uns wirkt.
AMEN.

Ich heiße sie und euch alle ganz herzlich willkommen zum Krippespielgottesdienst am Heiligen Abend hier in unserer Kirche. Hier wollen wir heute den Geburtstag von Jesus Christus feiern. Dazu haben uns die Konfis ein wunderschönes Krippenspiel mitgebracht. Das Krippenspiel heißt: „Lukas und Matthäus erzählen die Weihnachtsgeschichte“
Ich wünsche uns allen einen Mutmachenden Gottesdienst am Heiligen Abend.

*Liedheft 46, 1-3 Ihr Kinderlein kommet

*Weihnachten wie hast Du Dich verändert:

Was habe ich mich früher auf´s Christkind gefreut
im Dezember, nachts in den Himmel geschaut.
Wir haben gebacken, gebastelt, gesungen und gelacht
und so die Zeit bis zum heil. Abend verbracht.
Da gab es dann liebevoll gemachte Geschenke,
für das Puppenhaus neu tapezierte Wände.
Oder auch ein schönes neues Kleid
lag für meine Puppe bereit.
Wir haben alle zusammen gespielt und gesungen
bis die Müdigkeit uns zum Schlafen gezwungen.
Nach dem Kirchgang zur Weihnacht, da war es soweit
da stand schon die Ente mit Klößen bereit.
Am Nachmittag ging es hinaus in den Wald,
es hatte gefroren, die Hände waren so kalt.
Am warmen Ofen haben wir uns wieder gewärmt,
und schmatzend vom Bratapfel geschwärmt.

Doch heute, was hat sich gewandelt die Zeit,
liegen Stollen und Weihnachtsmänner ab August schon im Globus bereit.
Und Anfang November da klingeln die Kassen,
auch Weihnachtslieder dröhnen laut in den Gassen.
Da macht sich so etwas wie Hektik dann breit
Man hört immer wieder „ Hab gar keine Zeit,
Weihnachtsfeier heute hier morgen dort,
muss Geschenke noch kaufen, entschuldige ich muss fort.“
Geschenke zu machen ist eine Sache für sich.
Denn jeder hat alles, braucht eigentlich nichts.
Dinge die heut unterm Tannenbaum liegen
sind PC, Videospiele und Tickets zum Fliegen
Auch Handy und Blueray sind sehr beliebt
aber auch Spielzeug, das mit sich selber spielt.
Nach so viel Geränne, Gehetze und zeitlicher Not
ist man Heiligabend fix und fertig, beinahe schon tot.
Wo ist sie geblieben, die ruhige Zeit
in der ich mich immer aufs Christkind gefreut?

* Schriftlesung: Lukas 2, 1-20
1 Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.
2 Und diese Schätzung war die allererste und geschah zurzeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.
3 Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.
4 Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war,
5 damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.
6 Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.
7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.
9 Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
12 Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
14 [Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.
15 Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.
16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.
17 Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.
18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten.
19 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.
20 Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Amen

* Liedheft 50, 1-3 Ich steh an deiner Krippe hier

* Krippespiel
Lukas:
Liebe Gäste. Ich begrüße euch. Ich bin froh, dass ihr alle heute Abend gekommen seid, um zu erfahren, was damals in Nazareth und Bethlehem geschah. Aber zunächst möchte ich mich vorstellen:
Ich bin Lukas, Arzt und Schriftsteller. Ich habe ein Buch geschrieben. Ein Buch über das Leben von Jesus Christus, Gottes Sohn. Und heute Abend möchte ich euch erzählen, wie alles angefangen hat. Ich habe einiges darüber gehört, gelesen und dann aufgeschrieben, im Lukasevangelium, wie ihr es nennt.

Matthäus:
Sicher, Lukas, das stimmt. Aber auch ich habe einiges erfahren über die Geburt und die ersten Tage von Jesus. Über das ganze Leben Jesu liegt auch von mir ein Buch vor. Ach übrigens, liebe Gäste, ich bin Matthäus, ich bin auch Schriftsteller. Mein Buch nennt ihr „Matthäusevangelium“. Lukas, ich habe eine Idee. Wir erzählen gemeinsam unseren Gästen, wie es angefangen hat, damals in Nazareth und in Bethlehem als Gott Mensch wurde.

Lukas:
Das ist eine gute Idee. Wenn du nichts dagegen hast, fange ich an. Wir gehen um 2000 Jahr zurück in eine Stadt, die Nazareth heißt. Da ist heute viel los. Viele Menschen sind unterwegs auf dem Markt. Da geschieht etwas Unerwartetes. Ein Bote tritt hervor. Es ist ein Römer, ein Bote des Kaisers in Rom.

Bote:
Still Leute! Hört zu! Ich bin Marius, Bote des Kaisers in Rom: Augustus, Kaiser und Gott! Zugehört! Der Kaiser will wissen wie viele Untertanen in seinem Reich leben. Deshalb muss jeder in seine Heimatstadt gehen. Jeder muss sich dort aufschreiben lassen. Das ist ein Befehl des Kaisers!

Rebecca:
Habt ihr das gehört? Wir müssen dem Kaiser gehorchen. Er will uns zählen lassen. Kaiser und Gott?! Wir haben doch nur einen Gott! Er ist unser alleiniger Herr!

Josef:
Ja, aber was hilft es uns? Wir müssen nach Bethlehem. Meine Vorfahren stammen von dort. Aber ich kenne dort keinen Menschen mehr.

Maria:
Das ist aber ein weiter Weg. Wenn das nur gut geht.

Bote:
Nun schert Euch endlich weg! Hört auf des Kaisers Gebot! Sonst spürt ihr mein Schwert! Weg mit Euch!

Josef:
Das passt mir gar nicht! Ich bin der einzige Zimmermann in Nazareth. Und es gibt soviel Arbeit.

Maria:
Mir passt das auch nicht. Jeden Tag kann mein Kind zur Welt kommen. Was soll ich nur machen, wenn ich es unterwegs, in der Fremde, bekomme? Ich habe so Angst.

Josef:
Maria, wir können nichts machen. Der Kaiser hat es so befohlen. Sei ruhig, lass uns auf Gott vertrauen.

Maria:
Ja, Gott wird uns beschützen. Er wird dafür sorgen, dass alles gut geht. Er wird auch in der Fremde bei uns sein. Gott begleitet uns.

*** Szene 2 *** Zwischenspiel Liedheft 33, 1+2

Lukas:
Wissen unsere Gäste eigentlich, was das Besondere an Bethlehem, der Heimatstadt von Maria und Josef ist?

Matthäus:
Bethlehem, das ist die Geburtsstadt unseres großen Königs David, der vor mehr als 1000 Jahren gelebt und unser Land regiert hat – also etwa 3000 Jahre vor dem heutigen Datum. Du weißt doch, das ist der, der den großen Goliath mit einer Steinschleuder umgehauen hat. -. Josef kommt aus der Familie Davids. Er ist sein Nachkomme. Ich habe das genau nachgeprüft. Ihr könnt es am Anfang meines Buches nachlesen.

Lukas:
So machen sich Maria und Josef auf den Weg nach Bethlehem. Es ist ein langer und beschwerlicher Weg. Maria merkt, dass ihr Kind bald zur Welt kommen wird. Als sie in Bethlehem ankommen, finden sie kein Zimmer. Alle Gasthäuser sind voll bis unters Dach. Maria und Josef werden überall wieder weggeschickt. Bei einem weiteren Gasthaus klopfen sie an. Der Wirt erscheint.

Wirt 1:
Was gibt es denn? Was wollt ihr denn noch so spät in der Nacht?

Josef:
Wir suchen noch ein Zimmer zum Übernachten. Wir kommen aus Bethlehem. Und meine Frau bekommt ein Kind. Habt Erbarmen!

Wirt 1:
Alles besetzt. Und außerdem: Für Fremde habe ich erst recht keinen Platz. Verschwindet! Pack!

Maria:
Als Fremde nimmt uns hier keiner auf. Lass es uns noch einmal dort unten am Stadttor versuchen. Josef, klopfst du bitte an?

Wirt 2:
Was wollt ihr denn? Ihr kommt aber auch nicht hier aus der Gegend.

Josef
Wir kommen aus Nazareth und suchen ein Zimmer. Meine Frau bekommt ein Kind. Bitte lieber Mann hilf uns!

Wirt 2:
So ihr seid fremd? Nun ja, ein Zimmer habe ich nicht mehr frei. Aber ihr könnt in meinem Stall übernachten. Er ist draußen vor der Stadt. Irgendwie habe ich heute ein weites Herz für Fremde.

*** Szene 3 *** Zwischenspiel Orgel

Lukas:
So gehen Maria und Josef vor die Tore der Stadt in den Stall, von dem der Wirt erzählt hatte.

Matthäus:
Weißt du Lukas, Maria und Josef sind nicht die einzigen, die in diesen Tagen unterwegs sind, die Angst haben und fremd sind. Ich weiß von drei Königen aus dem Morgenland, Kaspar, Melchior und Balthasar, die einen neugeborenen König suchen. Sie haben einen hellen Stern am Himmel gesehen und sind ihm nachgegangen, um den König zu finden und ihn anzubeten. Als der König Herodes jedoch von dem neuen König hört, fürchtet er um seine Herrschaft und lässt die drei Weisen zu sich rufen.

Kaspar:
Ich weiß nicht. Ich habe Angst vor Herodes. Wir sind Fremde in diesem Land. Was Herodes wohl von uns will?

Melchior:
Und wir sind anders angezogen als die Leute hier. Wir sprechen auch anders. Außerdem habe ich eine andere Hautfarbe. Das ist gefährlich!

Balthasar:
Ich habe auch Angst. Aber denkt an den Stern und an den neuen König, der allen Menschen Frieden bringen wird. Ich will ihn anbeten. Er wird der Heiland sein. An Herodes kommen wir nicht vorbei.

Herodes:
Ich grüße euch, ihr Weisen aus dem Morgenland. Geht und sucht fleißig nach dem neugeborenen König. Wenn ihr ihn gefunden habt, sagt es mir. Ich werde kommen und ihm Geschenke bringen.

Matthäus:
Schnell verlassen die Weisen den Palast des mächtigen Herodes und ziehen den Stern nach, um das Kind zu suchen.

Kaspar:
Seht nur, der Stern. Dort ist er. Jetzt werden wir das Kind finden.

Melchior:
Ja, da leuchtet er. Ich habe schon nicht mehr so viel Angst. Mir wird richtig warm ums Herz.

Balthasar:
Wenn wir den neuen König gefunden haben, gehen wir zu Herodes. Das ist viel zu gefährlich. Er denkt nur an seine Macht. Bestimmt hat er Böses im Sinn! Dabei soll der neugeborene König doch Frieden bringen. Nein, Gott wird es schon richten, wir gehen nicht mehr zu Herodes.

*** Szene 4 *** Zwischenspiel Orgel

Matthäus:
Die drei Weisen aus dem Morgenland gehen dem Stern nach. Sie wollen unbedingt den neuen König finden, ihn anbeten und ihm ihre Geschenke bringen.

Lukas:
Ja, das ist richtig. Aber sie sind nicht die ersten, die das Kind im Stall finden, Denn vor Bethlehem auf den Feldern hüten wie in jeder Nacht Hirten ihre Schafe.

Matthäus:
Schafe? Das erinnert mich daran, dass die Familie unseres Königs David auch eine Hirtenfamilie war

Lukas:
Ganz genau und aus dieser Familie soll einmal der Heiland aller Menschen kommen, so steht es im Alten Testament: Der Messias, der Retter, der Sohn Gottes. Aber schauen wir doch mal, was wirklich geschieht.

Hirtenkind:
Das ist aber eine dunkle Nacht heute. So dunkel war es lange nicht mehr. Zum Fürchten!

Hirte 1:
Und kalt ist es. Ich lege mich schlafen. Gute Nacht, Freunde!

Hirte 2:
Schlafen? Ich kann kaum noch schlafen. Immer muss ich daran denken wie arm wir sind. Hoffentlich haben meine Kinder in den nächsten Tagen noch genug zu essen. Ich komme mir in meinem eigenen Land fremd vor. Selbst der große König David war doch Hirte. Aber wir, wir gelten nichts. Ich bitte Gott so oft, dass er uns helfen möge.

Hirte 1:
Seht mal da, was ist das? Das muss ein Engel Gottes sein.

Engel:
Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
- Pause -
Nun auf und schlaft nicht mehr. Der Herr des Himmels und der Erde ist geborgen! Lauft, lauft zum Stall. Schnell! Dort findet ihr Gottes Kind. Wacht auf und schlaft nicht mehr.

Hirte 1:
Habt ihr das gehört. Kommt, wir gehen nach Bethlehem, zur Stadt Davids, zum Stall, um den Heiland zu sehen.

Hirte 2:
Vielleicht fühlen wir uns dort nicht mehr fremd.

Hirtenkind:
Stimmt das wirklich? Dann hätte ich ja als armes Hirtenkind eine Chance den Heiland zu sehen. Toll! Aber ich habe ja gar kein Geschenk für ihn. Ich muss mir etwas überlegen.

*** Szene 5 *** Zwischenspiel Liedheft 26

Lukas:
Die Hirten machen sich auf und finden den Stall mit der Krippe und den König des Himmels und der Erde in Windeln gewickelt, so wie der Engel es ihnen verkündet hatte.

Matthäus:
Und auch die drei Weisen finden den neuen König, denn der Stern hat ihnen den Weg gezeigt. Vor der Krippe legen sie ihre Geschenke ab: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Lukas:
Also, Matthäus, wenn ich mir das so überlege und unsere Geschichte anschaue, dann wird mir klar: Maria und Josef waren Fremde, sie hatten Angst und fühlten sich einsam. Ebenso die Hirten, Fremde im eigenen Land.

Matthäus:
Richtig. Und auch die drei Weisen aus dem Morgenland. Fremde waren sie und hatten auch Angst.

Lukas:
… aber bei dem Kind im Stall, bei dem neuen König werden Fremde zu Freunden. Aus verschieden Gegenden und Ländern kommen sie, Männer und Frauen, mit unterschiedlichen Berufen, Zimmermann, Hirte, Weiser und König. Sie kommen mit verschiedenen Sorgen, aber Gott hat es gut gemacht. Er führt sie zusammen, schenkt ihnen seinen Sohn und macht ihr Leben Heil. Jesus wird Gottes Liebe vorleben.

Matthäus:
Die Botschaft ist eigentlich ganz einfach: Gott liebt alle Menschen. Und wer das weiß, soll es nicht für sich behalten, sondern weitersagen! So hat es der Engel gesagt.

Balthasar:
Der Stern hat uns direkt hierher zu diesem Stall geführt. Das Kind muss der neue Friedenskönig sein. Wir sind am Ziel. Auch die einfachen Hirten beten das Kind an. Also Kaspar und Melchior, gebt dem Kind unsere Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Er wird uns das Heil bringen.

Hirtenkind:
Halt, hohe Herren, ich will dem Kind in der Krippe auch noch etwas schenken. Ich werde ihm mein Lachen und mein Herz schenken. Durch den Heiland kommt ja so viel Liebe zu uns Menschen zurück. (– Geht zur Krippe und lächelt deutlich hinein! -) So jetzt darfst du, lieber Engel, loslegen.

Engel:
So, nun geht hinaus und erzählt, was ihr gesehen habt! Bringt allen Menschen die frohe Botschaft! Jesus Christus lebt, der Heiland ist geboren. Gott schenkt allen Menschen seine Liebe.
Er schenkt unserem Leben Wert.

* Ansprache
Es gibt Momente im Leben, da spürt man die Kraft des Glaubens und die Kraft der Verkündigung. So geht es mir gerade nach eurem Krippespiel. Ich möchte Euch ganz herzlich für das Krippespiel danke sagen. Das habt ihr wirklich super gemacht. Was ihr uns heute am Heiligen Abend 2018 am Geburtstag von Jesu mit nach Hause geben werdet, wird nachhaltig in den Köpfen von uns allen bleiben. Dafür herzlichen Dank. Einen herzlichen Dank auch an den Kirchenvorstand für das Schmücken, Dekorieren der Kirche und das versehen des Küsterdienstes. Konrad Fischer für Aubau Krippe herzlichen Dank. Liebe Gemeinde,
wir haben eben in dem Krippespiel von den Konfis gesehen und gehört wie wunderbar es ist von der Geschichte jedes Jahr wieder neu zu hören und sie neu erleben zu dürfen.
In diesen Zeiten Beobachten wir dass es immer mehr Menschen gibt, die sich von dem Kind in der Krippe abwenden.
Kirche gerät ins Abseits, die Kirchlichen Festtage werden verramscht und verhohnepiepelt. Es zählt das große Fressen und der Konsum. Man sieht genervte Menschen denen der Besuch der Familie eigentlich schon vor den Festtagen auf die Nerven geht.
Die Botschaft von dem Kind in der Krippe, dem Licht der Welt verschließen sich viele. Daher brauchen wir Mut und Kraft die Botschaft von dem Kind in der Krippe immer wieder aufs Neue in die Welt zu tragen. Und dafür stehen unsere Konfis hier, die uns mit Leichtigkeit und Fleiß die Botschaft der Weihnacht erzählt haben und das ist die fröhliche Botschaft die von dem Kind in der Krippe ausgeht. AMEN

* Liedheft 42 Stille Nacht

* Fürbittengebet:
Gott unser Vater, an diesem Abend feiern wir die Geburt deines Sohnes Jesus. Durch ihn willst du unser Leben hell machen. Wir bitten dich:
Hell wird die dunkle Nacht durch Jesus. Er ist als Licht in die Welt gekommen für alle, die traurig, einsam und allein sind.
Guter Gott schenke allen Menschen etwas von diesem Licht.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Hell wir die dunkle Nacht durch Jesus. Er ist als leuchtender Stern aufgegangen über dem dunklen Stall unserer Welt.
Guter Gott, lass uns in deinem Licht leben und den Weg zueinander finden.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Hell soll die dunkle Nacht durch uns werden, dann wir sollen dein Licht in die Welt tragen.
Guter Gott, lass uns leuchtende Sterne sein, die dein Licht aufleuchten lassen, wo Menschen traurig sind, einsam und krank.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Hell wird es werden in unserer Gemeinde, wenn wir alle leuchtende Sterne sind. Dann können wir in unserer Gemeinde und in vielen Gruppen Heimat finden.
Guter Gott, schenke uns und allen Menschen einen Ort der Geborgenheit und der Heimat.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Ja, Herr, lass es hell werden in uns und um uns herum. Dann werden alle sehen, dass du unter uns lebendig bist durch Christus, deinen Sohn.
Amen.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Brot für die Welt

Wochenspruch:
"Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids." | Lk 2,10b.11

Nächste Gottesdienste

1. Weihnachtsfeiertag, Dienstag 25. Dezember 2018 Mit Pfrin. Ehlers

9:00 Uhr Gottesdienst in Lettgenbrunn mit Abendmahl

10:30 Uhr Gottesdienst in Lohrhaupten mit Abendmahl


2. Weihnachtstag, Mittwoch 26. Dezember 2018 mit Präd. Reichel

10:30 Uhr Gottesdienst in Lohrhaupten mit Gesangverein

Das Bethlehem licht hier auf dem Taufstein ist angekommen, wer es haben möchte kann sich das Licht hier Tagsüber abholen. Die Kirche ist offen.
Die Liedhefte die sie heute benutzen sind neu, auf der vorder- und Rückseite sehen sie die Kirche und die Krippe. Bitte geben sie die Hefte am Ausgang wieder ab.

* Votum:
Nehmt das Licht und diesen Abend mit in eure Weihnacht.
Verkündet allen das Jesus zur Welt gekommen ist.
Gehet in diese Heilige Nacht und in die Weihnacht mit dem Segen des Vaters im Himmel.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.

*Liedheft 60 O du fröhliche

*Orgelnachspiel
  Thema: Christvesper um 16.30 Uhr in Lettgenbrun, 24.12.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 25.12.2018 00:31   Titel: Christvesper um 16.30 Uhr in Lettgenbrun, 24.12.2018
Christvesper am Heiligen Abend
Um 16.30 Uhr
Evangelische Kirche Lettgenbrunn
24.12.2018
Thema: Weihnachten wird unter dem Baum entschieden

*Orgelvorspiel

*Lied EG 24, 1-4 Vom Himmel hoch

* Begrüßung:
Es ist still geworden in den Lettgenbrunnern Straßen und Häusern.
Es ist festlich hier in Lettgenbrunn und in allen Dörfern Jossgrund und im Flörsbachtal.
Die Glocken der Kirchen läuten, man hört Gesang und Chöre, Posaunen und die Orgel. Es ist Weihnachtsabend. Wir, hier in Fischborn feiern die Christvesper.
Wir feiern sie im Namen Gottes der seinen Sohn gesandt hat, im Namen des Kindes dessen Geburtstag wir heute feiern und im Namen des heiligen Geistes der uns Wegbegleiter und Schutz ist.

Ich wünsche uns allen eine erholsame, ruhige und mutmachende Christvesper am Heiligen Abend.

*Lied EG 45, 1 + 2 Herbei o ihr Gläubigen

*Weihnachten wie hast Du Dich verändert:
Was habe ich mich früher auf´s Christkind gefreut
im Dezember, nachts in den Himmel geschaut.
Wir haben gebacken, gebastelt, gesungen und gelacht
und so die Zeit bis zum heiligen Abend verbracht.
Da gab es dann liebevoll gemachte Geschenke,
für das Puppenhaus neu tapezierte Wände.
Oder auch ein schönes neues Kleid
lag für meine Puppe bereit.
Wir haben alle zusammen gespielt und gesungen
bis die Müdigkeit uns zum Schlafen gezwungen.
Nach dem Kirchgang zur Weihnacht, da war es soweit
da stand schon die Ente mit Klößen bereit.
Am Nachmittag ging es hinaus in den Wald,
es hatte gefroren, die Hände waren so kalt.
Am warmen Ofen haben wir uns wieder gewärmt,
und schmatzend vom Bratapfel geschwärmt.
Doch heute, was hat sich gewandelt die Zeit,
liegen Stollen und Weihnachtsmänner ab August schon bereit.
Und Ende Oktober da klingeln die Kassen,
auch Weihnachtslieder dröhnen laut in den Gassen.
Da macht sich so etwas wie Hektik dann breit
Man hört immer wieder „ Hab gar keine Zeit,
Weihnachtsfeier heute hier morgen dort,
muss Geschenke noch kaufen, entschuldige ich muss fort.“
Geschenke zu machen ist eine Sache für sich
Denn jeder hat alles, braucht eigentlich nichts.
Dinge die heut unterm Tannenbaum liegen
sind PC, Videospiele und Tickets zum Fliegen
Auch Handy und Blueray sind sehr beliebt
aber auch Spielzeug, das mit sich selber spielt.
Nach so viel Geränne, Gehetze und zeitlicher Not
ist man Heiligabend fix und fertig, beinahe schon tot.
Wo ist sie geblieben, die ruhige Zeit
in der ich mich immer aufs Christkind gefreut?


Keiner wartet vergebens:
Und ich sage Euch: Warten ist für mich etwas schreckliches,
Wartezimmer sind mir zu wieder, ich hasse es in mitten kranker zu sitzen die Husten und Schnupfen, ich warte nicht gerne auf den Zug, ätzend wenn man da steht und er kommt nicht bei, warte nicht gerne mit Urteilen, ist doch besser einfach mal mir ein urteil über jemanden zu bilden ohne die Hintergründe zu wissen, warte nicht gerne auf den richtigen Moment zum Handeln, mache einfach was, ob es richtig oder falsch ist, egal. Und warum?? Habe ich vielleicht keine Zeit.
Alles ist so eingerichtet, dass das Warten keinen Raum mehr findet in unserer Zeit, in unserer schnelllebigen Gesellschaft, die Selbstbedienung am EC- Automaten, der Telefonanruf von Zuhause muss nicht sein, man hat ja das Handy dabei, E Mail und Internet, die Passfotos zum Mitnehmen, Drive in an den Fast Food Schaltern und vieles mehr. Ich habe es nicht mehr nötig zu warten. Auf Antworten muss ich auch nicht warten, es gibt ja das Internet, da findet man alle Antworten die man braucht.
Doch du Gott, machst aus dem Warten den Raum der Umkehr, das Anschauen des Verborgenen, die Wachsamkeit der innersten Sehnsucht. Denn nur die Erwartung macht uns fähig zu lieben.
Keiner von uns hat in der Adventszeit vergebens gewartet, du bist heute Abend gekommen, dafür danke ich dir, du mein Bruder, du das Kind in der Krippe.

*Lied EG 37, 1+2 Ich steh an deiner Krippe hier

* Schriftlesung: Lukas 2, 1-20
1 Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.
2 Und diese Schätzung war die allererste und geschah zurzeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.
3 Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.
4 Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war,
5 damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.
6 Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.
7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.
9 Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
12 Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
14 [Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.
15 Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.
16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.
17 Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.
18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten.
19 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.
20 Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Amen

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

* Lied EG 48 Kommet ihr Hirten ihr Männer und Fraun

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.
Liebe Gemeinde,

Es ist eine Ursehnsucht im Menschen, sich einmal gemütlich niederzulassen und sich für immer einzurichten, einmal geborgen und daheim zu sein.

An Weihnachten lebt dieser Wunsch besonders intensiv. Das Fest des Friedens, der Liebe und der Familie.

Entsprechend gestimmt hören wir alle Jahre wieder die vertraute Geschichte, die ich vorhin gelesen haben. Vom Kind in der Krippe. Dem Stall mit den Tieren. Maria und Josef. Hirten. Könige und Engel.
Wir haben sie uns zurechtgemacht, heimisch, wohnlich und vertraut. In Krippen geschnitzt und auf Postkarten abgebildet. Geborgenheit und Vertrautes ausstrahlend. Das Bild der kleinen heiligen Familie mit den Besuchern und Gästen. Hirten und Könige. Alle angekommen und festlich gestimmt.
So mögen wir es an Weihnachten. Wir richten uns gemütlich ein. Alles ist ruhig. Stille Nacht.

Und dann dies.
Kreischende Kinder, schreiende Mütter, wild herumhüpfende Väter. Und im Hintergrund Oma und Opa, die eine La-Ola Welle machen. Dazu in der Mitte ein kleiner Tannenbaum, schrill und bunt geschmückt.
Weihnachten in Deutschland 2016. Dazu eine Auswahl an aktuellen Elektroartikeln. Laptop, Smartphone, Spielekonsole und Flachbildfernseher –

Von wegen stille Nacht.
Weihnachten wird unterm Baum entschieden.
So lautet das Motto des „Ich-bin-doch-nicht-blöd-Konzerns“. Vielleicht haben sie ja einen dieser Werbespots gesehen.


Weihnachten wird unterm Baum entschieden, das klingt fast so wie „Deutschland wird am Hindukusch verteidigt.“ Und wenn man ehrlich ist, wird unterm Baum ja auch tatsächlich verteidigt, nämlich die Gewinne der Elektronikbranche.
Die Konsumgesellschaft wird unterm Tannenbaum verteidigt.
Weihnachten wird unterm Baum entschieden – ist nur die Frage, wessen Weihnachten.

Ich habe keine Ahnung wie ich von diesen schrillen und lauten Weihnachtsbildern dahin kommen kann, was Weihnachten wirklich ausmacht. Dahin, wo es wirklich entschieden wird.
Also weg vom Tannenbaum und hin zur Weihnachtsgeschichte.

Ich beginne mit einer kurzen Erzählung. Wenn sie Ihnen bekannt vorkommt, dann ist das beabsichtigt.
Deutschland im Spätherbst 2016. Es ist die Woche nach dem ersten Advent. Draußen ist es feucht und grau. Nebel hängt in den Straßen. Auf dem Marktplatz einer kleinen Stadt stehen ein Mann und eine Frau, beide so zwischen dreißig und vierzig. Sie sehen müde aus, abgekämpft. Als ob sie schon einen langen Weg hinter sich haben. Ihr Hab und Gut tragen sie in zwei Rucksäcken mit sich herum. Man sieht, dass sie auf der Straße leben.
Die Frau ist hochschwanger.

Wir befinden uns an den Hügeln des Taunus, im schönen Ort Kronberg, ein ziemlich exklusives Fleckchen. Eine Villa reiht sich an die nächste. Laut Statistik leben hier die reichsten Mensch in ganz Deutschland. Banker. Börsenmakler. Wirtschaftsführer.
Ein Ort, an dem alles klingt, als habe er für Monopoly Modell gestanden. Schlosshotel. Parkstrasse. Golfclub. Sogar eine Burg gibt es.

Der Mann und die Frau wirken ziemlich fehl am Platze. Dürfen die das überhaupt? Hier langgehen? Eigentlich wäre der Ort geeignet wie kein zweiter – und doch gehört ganz schön Mut dazu, hier nach einem Platz zum Schlafen zu fragen.

Es ist Mittagspause. Die beiden setzten sich vor eine Bäckerei und bitten um etwas Geld. Nach einer halben Stunde die ersten Münzen, verbunden mit dem Hinweis „Aber nicht für Drogen.“ Schließlich schickt die Verkäuferin die beiden weg, man merkt ihr das schlechte Gewissen deutlich an, „hier dürfen Sie nicht bleiben, sonst kriege ich Ärger“ und steckt ihnen eine Tüte mit Brötchen zu.

Die beiden gehen den Hügel hoch, Richtung Burg, und klingeln an den großen Toreinfahrten der Villen, argwöhnisch beäugt von Kameras. Wenn überhaupt einer reagiert, dann ablehnend. So geht das den ganzen Nachmittag. Einmal kommt ein Dienstmädchen heraus und drückt ihnen 20 Euro in die Hand. Sie gehen weiter. Hinter ihnen ein Schweif aus Licht, erbeigezaubert von den Bewegungsmeldern.

Sie kehren um. Eine Frau mit ihrer Tochter quert die Straße. Das Mädchen schaut sie an und ruft.

„Mama, da sind wieder die faulen Feiglinge.“

Dann klingeln sie beim örtlichen Pfarrer. Ob er einen Platz für die Nacht hätte. Sie seien schon lange unterwegs, und die Frau wäre schwanger. „Nein, das geht hier nicht.“ „Aber Sie sind doch Kirche“, kommt als Antwort. Der Pfarrer ringt sichtlich mit seinem Gewissen. Dann verschwindet er hinter einer Tür und kommt mit einer großen Tüte gefüllt mit Vorräten zurück. Er gibt ihnen 15 Euro, „sie müssen verstehen“, sagt er und schließt die Tür.

Am Ende des Tages stranden sie vor einem großen Hotel. Vielleicht haben die ja ein kleines Zimmer übrig. Ein Plakat wirbt für eine Wohltätigkeitsveranstaltung. „Hier sind wir richtig“, denken die beiden.
Sie gelangen irgendwie in den Saal, argwöhnisch beäugt von den Gästen in festlicher Abendgarderobe. Schließlich nimmt ein Hotelmanager sie zur Seite und geleitet sie nach draußen, „das passt heute wirklich nicht“, sagt er, „wir haben hier eine Wohltätigkeitsveranstaltung. Wir sammeln für blinde Kinder in Bangladesh.“

Weihnachtsgeschichte aktuell!!!!!!!!!!!!

Und das schlimmste, liebe Gemeinde, sie ist genauso passiert.
Diese Geschichte ist wahr!
und gleichzeitig ist sie auch nicht wahr.

Denn der Mann und die Frau waren nicht wirklich obdachlos. Der Mann ist Reporter und die Frau ist Schauspielerin. Das was ich hier in einigen Auszügen zusammengefasst habe, ist den beiden in der Woche zwischen dem ersten und zweiten Advent letzten Jahres passiert. Es stand letztes Jahr in der Ausgabe „ der Zeit“ vor Weihnachten Da kriegt man beim Lesen richtig Beklemmungen.

Es ist beeindruckend zu lesen, wie zwei Gutsituierten Menschen, etwas, das als Rolle begann plötzlich zur zweiten Haut wird. Zunächst haben sie mit großer Distanz und schlechtem Gewissen zu kämpfen (Darf man so was tun?), und dann trifft sie jeder ablehnende Satz persönlich ins Mark.
Der Selbstversuch hatte zum Ziel, zu gucken, wie richtig reiche Leute auf das Thema Armut reagieren. Der Reporter und die Schauspielerin wollten zwei Lebenswirklichkeiten miteinander konfrontieren, die sonst nur in Statistiken, oder im Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung aufeinander treffen.

Auch wenn es so scheint, es geht nicht darum, jemanden bloßzustellen. So nach dem Motto, wer reich ist, hat kein Herz. Die beiden haben die ganze Zeit überlegt, wie sie wohl reagieren würden, wenn jemand vor ihrer Tür stehen und um ein Bett für die Nacht bitten würde.
Und ich hab das beim Lesen auch die ganze Zeit überlegt und mich gefragt, ob ich wohl wie der Pfarrer reagieren würde, der sie weiterschickt und ihnen als Ablass für sein schlechtes Gewissen eine große Tüte mit Vorräten und Geld in die Hand drückt. Ich könnte nicht sagen was ich gemacht hätte, ich weiß es nicht.

Klopfet an, dann wird euch aufgetan.

Plötzlich wird Realität, was man in unzähligen Krippenspielen gesehen oder auch selber gespielt hat: Das junge Paar, das von Wirt zu Wirt geht, um einen Schlafplatz bittet und jedes Mal abgewiesen wird, bis der Dritte sie schließlich zum Stall bringt.
Was würden Sie machen, wenn plötzlich jemand vor ihrer Tür steht und um einen Schlafplatz bittet?

Hier wird Weihnachten an der Haustür entschieden!
Ich wünsche uns dass wir die richtige Entscheidung treffen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. AMEN.

* Lied EG 46 Stille Nacht

* Fürbittengebet:
Gott unser Vater, an diesem Abend feiern wir die Geburt deines Sohnes Jesus. Durch ihn willst du unser Leben hell machen. Wir bitten dich:
Hell wird die dunkle Nacht durch Jesus. Er ist als Licht in die Welt gekommen für alle, die traurig, einsam und allein sind.
Guter Gott schenke allen Menschen etwas von diesem Licht. Wir bitten dich, erhöre uns.

Hell wir die dunkle Nacht durch Jesus. Er ist als leuchtender Stern aufgegangen über dem dunklen Stall unserer Welt.
Guter Gott, lass uns in deinem Licht leben und den Weg zueinander finden. Wir bitten dich, erhöre uns.

Hell soll die dunkle Nacht durch uns werden, denn wir sollen dein Licht in die Welt tragen.
Guter Gott, lass uns leuchtende Sterne sein, die dein Licht aufleuchten lassen, wo Menschen traurig sind, einsam und krank. Wir bitten dich, erhöre uns.

Hell wird es werden in unserer Gemeinde, wenn wir alle leuchtende Sterne sind. Dann können wir in unserer Gemeinde und in vielen Gruppen Heimat finden.
Guter Gott, schenke uns und allen Menschen einen Ort der Geborgenheit und der Heimat.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Ja, Herr, lass es hell werden in uns und um uns herum. Dann werden alle sehen, dass du unter uns lebendig bist durch Christus, deinen Sohn.
Amen.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 43, 1-3 Ihr Kinderlein kommet

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Brot für die Welt

Wochenspruch:
"Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids." | Lk 2,10b.11

Nächste Gottesdienste

1. Weihnachtsfeiertag, Dienstag 25. Dezember 2018 Mit Pfrin. Ehlers

9:00 Uhr Gottesdienst in Lettgenbrunn mit Abendmahl

10:30 Uhr Gottesdienst in Lohrhaupten mit Abendmahl


2. Weihnachtstag, Mittwoch 26. Dezember 2018 mit Präd. Reichel

10:30 Uhr Gottesdienst in Lohrhaupten mit Gesangverein

* Votum:
Nehmt das Licht und diesen Abend mit in eure Weihnacht.
Verkündet allen das Jesus zur Welt gekommen ist.
Gehet in diese Heilige Nacht und in die Weihnacht mit dem Segen des Vaters im Himmel.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.

*Lied EG 44 O du fröhliche

Im stehen bei dunkler Kirche

*Orgelnachspiel
  Thema: Gottesdienste am 2. Advent, 09.12.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 09.12.2018 12:17   Titel: Gottesdienste am 2. Advent, 09.12.2018
Gottesdienst am 2. Sonntag im Advent
09.15 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
09.12.2018
Text: Jakobus 5, 7+8
Bitte warten, Sie werden gleich verbunden.


* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist mit deiner Kraft

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Liebe Gemeinde am heutigen 2. Advent, ich heißen Sie und euch alle ganz herzlich willkommen zum Gottesdienst.
Wir wollen uns heute liebe Gemeinde, auf den Weg des Wartens und der Geduld machen. Wir wollen dem Alltagsstress für eine Stunde entfliehen und ich laden Sie ein sich fallen zu lassen, in Gebete Lieder und Predigt. Abschalten von allem was uns im Moment noch belastet:
Die Angst vor dem Terror
Arbeitslosigkeit und Hartz 4
Krankheit und Tod
Liebeskummer
Schulprobleme
Alleinsein, gerade an den Feiertagen
Wir wollen heute warten und das warten aushalten, gemeinsam als Christen uns besinnen auf das, was wichtig ist. Ich wünsche uns allen einen Erwartungsvollen Gottesdienst am 2. Advent.

* Lied EG 17, 1+2 Wir sagen euch an

*Eingangspsalm:
Dezember Psalm von Hans Dieter Hüsch.

Mit fester Freude lauf ich durch die Gegend
Mal durch die Stadt
Mal meinen Fuß entlang Jesus kommt
Der Freund der Kinder und der Tiere
Ich gehe völlig anders
Ich grüße freundlich
Möchte alle Welt berühren
Mach dich fein
Jesus kommt
Schmück dein Gesicht
Schmücke dein Haus und deinen Garten
Mein herz schlägt ungemein
Macht Sprünge
Mein Auge lacht und färbt sich voll
Mit Glück
Jesus kommt
Alles wird gut

Kommt lasst uns anbeten:

Bittruf: Warten und Geduld:
Alles ist in Aufbruchstimmung. Unsere Welt dreht sich unaufhaltsam und wir haben kaum noch Zeit zum warten, alles muss schnell gehen, alles gibt es sofort ohne Wartezeit. 24 Std. Lieferung Freihaus bei AMAZON und erst nach der ZAHLPAUSE von 6 Monaten bezahlen, so viele Anbieter. Sind wir bereit? Bereit, Jesus zu empfangen? Können wir überhaupt noch warten? Ist uns noch bewusst was Advent und Weihnacht ist? Wissen wir noch warum wir es alle Jahre wieder feiern?
Auf was warten die Menschen? Auf wen warten Sie?
Haben wir unser inneres Chaos geordnet um Ihn zu empfangen?
Sind wir allzeit bereit?
Eine Geschichte dazu habe ich im Internet gefunden:
Auf einer Halbinsel eines italienischen Sees liegt eine verträumte Villa. Nur der Gärtner lebt da und führt auch die Besucher. „Wie lange sind sie schon hier?“ „24 Jahre.“ „Und wie oft war die Herrschaft hier in dieser Zeit?“ „Viermal.“ „Wann das letzte Mal?“ „Vor 12 Jahren“, sagte der Gärtner. „ich bin fast immer allein. Sehr selten, dass ein Besuch kommt.“ „Aber sie haben den Garten so gut instand, so herrlich gepflegt, dass ihre Herrschaft morgen kommen könnte.“ Der Gärtner lächelt: „Heute, mein Herr, heute.“
Wir rufen und singen:
G: Herr erbarme dich

Lobpreis: Gedanken:
Was wird aus uns? Wieder ist es Advent geworden und Frieden auf Erden ist es immer noch nicht. Der Terror steht vor unserer Tür und wir haben angst. Wir mischen wieder mal bei einem Krieg mit und das macht vielen Angst.
Immer noch Menschen die über andere reden, anstatt mit ihnen. Immer noch Menschen die Moppen und sich schuldig machen an ihren Mitmenschen. Immer noch Gewalt an unseren Schulen und aus Tätern werden Opfer.
Immer mehr Kinder verschwinden und werden Missbraucht und der Staat ist machtlos.
Immer mehr Terror, der IS ist schon längst nicht mehr nur woanders, weit weg.
Und doch ist es Advent geworden, die schöne besinnliche Zeit, Lichterketten und der Duft von Mandeln und Zimt. Bei allem schlimmen feiern wir die Ankunft von Jesus. Lasst uns die Freude weitergeben, aber nicht die vergessen, denen die Freude schwer fällt, lasst uns denen helfen die alleine sind, ängstlich und verlassen, lasst sie uns einladen mit uns zu feiern und fröhlich zu sein, lasst uns Boten der Liebe sein, damit wir Engel werden die aus Dankbarkeit, weil wir für andere da sind auch ein „Merci“ bekommen. Lasst uns die Türen auf machen für unseren Nächsten, der uns braucht.
Wir singen dein Lob:
G: Ehre sei Gott in der Höhe

*Kollektengebet:
Barmherziger Gott, du hast mit den Menschen immer wieder und wieder einen neuen Anfang gewagt.
Die, denen du dich offenbart hast, lässt du nicht im Stich,
und die, die dich noch nicht kennen, bietest du deine Liebe an.
Du begleitest uns Menschen auf vielfältige Weise.
Bei dir ist die Liebe, die uns fehlt.
Bei dir ist die Hoffnung, die wir brauchen.
Bei dir ist die Freude, nach der wir uns sehnen.
Bei dir ist das warten, was uns heutzutage oft fehlt.
Bei dir ist die Geduld die wir nicht mehr haben.

So bitten wir dich: Komm, nimm Platz in unserer Welt
und in unseren Herzen.
Lass dein Reich unter uns Wohnung finden und schenke uns deine Gegenwart, hier und jetzt und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
AMEN

Schriftlesung: Lukas 21, 25-33
25 Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres,
26 und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen.
27 Und alsdann awerden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit.
28 Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, aweil sich eure Erlösung naht.
29 Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an:
30 wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass jetzt der Sommer nahe ist.
31 So auch ihr: wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist.
32 Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis es alles geschieht.
33 Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.

(Selig sin die Gottes Wort hören und bewahren, Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

* Lied EG 13 Tochter Zion

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Predigttext Jakobus 5, 7+7
[7] So seid nun geduldig, liebe Brüder, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen. [8] Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe.

„Bitte gedulden Sie sich noch einen Moment. Sie werden mit dem nächsten freien Mitarbeiter verbunden.“
Please hold the Line, düt düt düt. Sie werden gleich mit dem nächsten freien Mitarbeiter verbunden.
„Bitte gedulden Sie sich noch einen Moment. Sie werden mit dem nächsten freien Mitarbeiter verbunden.“
Please hold the Line, düt düt düt. Sie werden gleich mit dem nächsten freien Mitarbeiter verbunden.

Ja da lacht ihr, da lachen sie. Wer kennt das nicht? Das kennen sie bestimmt alle auch liebe Gemeinde?
Man will mit einer zuständigen Person in einer Firma oder Behörde sprechen und wird am Telefon hingehalten. Sie müssen echt Geduld aufbringen, bis Sie den gewünschten Gesprächspartner am Apparat haben. Und wenn Sie ihn dann dran haben hat er zu 99% keine Ahnung und glänzt mit großartiger Blödheit. Oder Sie werden mit dem Falschen verbunden. Oder die Verbindung wird einfach unterbrochen, oder Sie legen irgendwann genervt auf, weil sich nichts rührt. Das ist ihnen doch bestimmt auch schon so gegangen? Oder?
(Schmunzeln) Ja und nicht nur einmal. Aber man muss aushalten können und geduldig sein. Man muss sich manchmal zurück nehmen und nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. O was habe ich schon für Wutausbrüche am Telefon gehabt wenn mir das passiert ist. Ich hätte in den Schreibtisch beißen können, die Person am anderen Ende in die Luft sprengen. Mein Blutdruck dann immer 260/150.
Haltet aus! Seid geduldig! Dieser Satz ist schnell gesagt und kann einem vor Zorn platzen lassen: Wie lange soll ich denn noch warten? Warten und sich in Geduld üben können, das kann ganz schön belastend sein – vor allem dann, wenn wir schon sehr lange auf etwas Bestimmtes warten.
Sicherlich ist das so liebe Gemeinde, trotzdem müssen wir manchmal warten. Aber können wir das überhaupt noch: warten? Wir leben in einer Zeit, die sich immer mehr beschleunigt. Alles muss schnell gehen. Zeit ist Geld. Warten können und Geduld haben sind zu einer seltenen Tugend geworden. Wer will heute schon noch warten? Wer sich im Straßenverkehr an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält, gilt als lahme Ente und ist ein Verkehrshindernis.
Wehe, wenn jemand an der Ampel nicht in der Sekunde losfährt, wenn sie auf Grün springt! Das gibt ein Hupkonzert und der Mittelfinger wird uns mit drohenden Gesten gezeigt. Auch der 24h-Service vieler Versandhäuser bedient diese Haltung: Ich kann, ich will nicht warten. Und auf eine Anschaffung, zum Beispiel eine neue Schrankwand oder Soundanlage, muss ich auch nicht warten – selbst dann, wenn ich momentan kein Geld habe. Heute kaufen, morgen da und in einem halben Jahr bezahlen. Gegen gute Zinsen natürlich. Warten und Geduld? Nein danke! Wer wartet und sich in Geduld übt, ist offensichtlich nicht auf der Höhe der Zeit. Warten ist mittlerweile zu einer Kunst geworden. Selbst die Weihnachtsmärkte öffnen inzwischen vor der Adventszeit, so wie in Offenbach, da ging das Spektakel schon in der Woche zum Ewigkeitssonntag los. Den passenden Zeitpunkt abzuwarten, ist wohl eine Kunst, den nur Wenige beherrschen.
Wir warten eigentlich immer auf etwas. Warten gehört zum Leben dazu. Wer nichts mehr vom Leben zu erwarten hat, ist bemitleidenswert. Ich frage mich: Worauf warten wir? Wen oder was erwarten wir? Da gibt es frohe oder sogar freudige Erwartungen: Eine Frau erwartet ein Baby. Oder Kinder freuen sich auf Weihnachten oder den Geburtstag. Oder jemand, der eine Party gibt, freut sich auf die Gäste. Es gibt aber auch bange Erwartungen. Ein banges Warten ist es für Patienten, die eine Untersuchung hinter sich haben und nun auf den Befund warten. Ist die Geschwulst gutartig oder bösartig? Ich muss doch wissen was mit mir ist. Die Angst dass da etwas drin steht was uns ans Ende der Kraft bringt weiter zu kämpfen. Oder was wird mit meiner Arbeitsstelle? Was wird am Ende meiner Krankengeld Zeit? Wird das Geld reichen? Und noch viele andere Dinge könnte ich anfügen.
Ja, mit dem Warten ist das so eine Sache. Es gibt immer irgendetwas auf das wir warten, aber das Warten fällt manchmal schwer. Geduld aufzubringen kostet Mühe. Sehr schön können wir das an unseren Kindern beobachten, die in der Vorweihnachtszeit ganz aufgeregt und zappelig sind und es nicht mehr erwarten können, bis endlich der Weihnachtsmann kommt. Dabei hat das Warten auch seinen eigenen Wert, denn es heißt ja: Vorfreude ist die schönste Freude.
Ha, aber nicht nur die Kinder sind Zappelig, auch wir Erwachsenen, wir sind ja manchmal noch schlimmer als unsere Kinder.
(Lachend) O ja, das stimmt, was habe ich mich auf den Adventskalender meiner Uroma gefreut, oder auf die Plätzchen……mhhhhhhhhhh. Aber die Adventszeit ist nun eine Zeit der Erwartung und das nicht nur für die kleinen. Wir warten auf Weihnachten. Wir warten auf die Ankunft Gottes bei uns Menschen. Jedes Jahr neu feiern wir Weihnachten und erinnern uns, wie Gott in Gestalt eines Menschenkindes zu uns kam. Und die Adventszeit gehört als Vorbereitungszeit dazu. Der hektische Charakter der heutigen Vorweihnachtszeit auch im Raum der Kirche lässt davon nur noch wenig spüren.
Die Bibeltexte der Adventszeit erinnern daran, dass wir uns nicht nur an die Geburt des Jesuskindes vor über 2000 Jahren erinnern sollen, sondern dass es um mehr geht. Advent heißt Ankunft. Der Blick bleibt nicht bei Maria, Josef, der Krippe und den Hirten stehen, sondern er ist auf die Wiederkunft des Herrn gerichtet.
Ja genau, Weihnachten – das ist der Beginn einer Geschichte, die in der Kreuzigung und Auferstehung Jesu ihren Höhepunkt hat und in der Wiederkunft des erhöhten Herrn ihren Abschluss findet. Ohne diesen Ausblick wäre Weihnachten mehr oder weniger gegenstandslos. Die Texte der Adventszeit erklären uns, warum wir überhaupt Weihnachten feiern. Den Zusammenhang beispielsweise zwischen Weihnachten und Karfreitag stellt Johann Sebastian Bach auf hervorragende Weise heraus, denn der Choral: Wie soll ich dich empfangen vertont er im Weihnachtsoratorium mit der Melodie: O Haupt voll Blut und Wunden. Das Kind in der Krippe: Das ist der gekreuzigte Christus, der am Ende der Tage wiederkommen wird.
Die ersten Gemeinden haben das Wiederkommen Christi noch sehr bald erwartet. Für sie gehörte das Warten zum Christ sein dazu. Die Gemeinden, an die sich der Jakobusbrief richtet, gehören schon zur nächsten Generation. Ihre Geduld wurde auf die Probe gestellt, denn bis jetzt war die angekündigte und erwartete Wiederkunft des Herrn ausgeblieben.
Interessant nicht wahr, liebe Gemeinde, ich stelle mir das wie auf dem Bahnhof vor. Erst hat der Zug 10 Minuten Verspätung, dann 30, dann eine Stunde und immer so weiter. Eine Vertröstung folgt auf die andere. Das Warten wird immer schwieriger und nerviger. Kommt der Zug überhaupt noch an oder haben wir die Mitteilung verpasst, dass er ganz ausfällt?
Irgendwie finde ich es verständlich, wenn sich Ungeduld und Resignation breit machen: Wenn überhaupt nichts passiert, worauf sollen wir dann noch warten? Das ist vielleicht die Frage, auf die der Schreiber des Jakobusbriefes antwortet. Seid geduldig! Habt Ausdauer! Lasst nicht nach im Warten! Verliert das Kommen des Herrn nicht aus dem Blick, selbst wenn es sich immer weiter hinauszögert. Nur weil es bis jetzt noch nicht eingetroffen ist, heißt das noch lange nicht, dass es sich prinzipiell erübrigt hat. Das ist seine Antwort.
Und wir? Was machen wir in unserer unruhigen Zeit, in der alles schnell gehen muss und das Warten ein Störfaktor ist? Worauf warten wir im Advent und zu Weihnachten?
Nun, ich denke, mit der Gemeinde des Jakobusbriefes haben wir gemeinsam, dass die Wiederkunft des Herrn immer noch aussteht, nur dass inzwischen einige Jahre mehr vergangen sind. Oder ist Gott schon längst wieder da, und wir wissen es nur nicht? Es ist in der Tat nicht ganz leicht, auf etwas zu warten, was sich immer weiter hinauszögert. Wie das Warten auf das Telefongespräch, das nicht zu Stande kommt, und stattdessen immer nur zu hören ist:
„Bitte gedulden Sie sich noch einen Moment. Sie werden mit dem nächsten freien Mitarbeiter verbunden.“
Please hold the Line, düt düt düt. Sie werden gleich mit dem nächsten freien Mitarbeiter verbunden.
Gott mutet uns zu, dass wir uns in Geduld üben. Vielleicht ist das auch ganz gut so, denn sind wir überhaupt auf seine Ankunft vorbereitet? Die Aufforderung des Jakobus zur Geduld steht im engen Zusammenhang mit dem Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen: Da geht es darum, sich bereit zu halten, denn der Bräutigam kann jederzeit kommen.
Im Advent besinnen wir uns auf das Warten. Wir warten auf Gott, der zu uns Menschen kommt. Nicht nur als Kind in der Krippe.
Am Schluss möchte ich noch einmal den Text aus dem Jakobusbrief lesen:
[7] So seid nun geduldig, liebe Brüder, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen. [8] Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe.
Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 11, 1-4 Wie soll ich dich empfangen

* Fürbittengebet:

Wir wollen auf die Bitte: „ ja so soll es sein“ Antworten: „Wir warten auf dich“
So lasst uns unsere Fürbitte vor Gott bringen:
Guter Gott,
wir bitten dich:
Begleite uns durch diese Adventszeit.
Lass uns etwas von der Freude spüren,
die durch das Kommen deines Sohne diese Welt erfüllt.
Schenke uns in dieser Zeit
die nötige Ruhe und Gelassenheit,
denn dein Fest soll feierlich und fröhlich sein, ja so soll es sein:

G: Wir warten auf dich

Wir wollen aber nicht die vergessen,
die in dieser Zeit die Einsamkeit schmerzhafter zu spüren bekommen.
Schenkte du ihnen Menschen,
die sich ihrer annehmen
und sie ein Stück weit begleiten können.
Und da,
wo unsere Kräfte es nicht vermögen,
da erfülle du die Leere
mit deiner Gegenwart. Ja so soll es sein:

G. Wir warten auf dich

Wir bitten dich für alle Menschen,
die körperliches oder seelisches Leid tragen müssen.
Gib du ihnen in ihrem Gebrechen
Hoffnung auf Besserung.
Sie sollen den Mut finden,
Hilfe zu suchen,
auf dass ihre Worte Gehör finden
-bei uns Menschen
und bei dir. Ja so soll es sein:

G: Wir warten auf dich

Gib uns allen die Einsicht,
dass diese Welt mit all ihrem vielfältigen Leben
deine Schöpfung ist,
die wir von unseren Kindern nur geliehen
und von dir zur Bewahrung anvertraut bekommen haben.
Lass uns Wege finden,
das Leben in Vielfalt zu fördern
und nicht zunichte zu machen.
Dies und alles,
was uns noch am Herzen liegt,
bringen wir vor dich
in den Worten deines Sohnes und beten gemeinsam:

Gemeinsam beten wir mit den Worten die Jesus uns geleert hat.

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segen und behüte

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Rehabilitations- und Erholungszentrum Nadeshda Weissrußland

Wochenspruch: Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. Sach 9, 9


Nächste Gottesdienste

Sonntag, 3. Advent – 16. Dezember 2018 mit Lektor Ziegenbein

9:15 Uhr Gottesdienst in Lettgenbrunn

10:30 Uhr Gottesdienst in Lohrhaupten


Abkündigungen:

Mittwoch, 12. Dezember 2018

19:00 Uhr Frauenkreis in Lohrhaupten im Gemeindehaus

Nur Lohrhaupten:
Am 07.12.2018 ist Frau Katharina Freund im Alter von 93 Jahren verstorben. Der Termin für die Trauerfeier steht noch nicht fest.
----------------Freies Gebet-------------------------------------------

* Votum:
Schwestern und Brüder, erhebt euch zum Segen,
faßt die Hände der Menschen zu beiden Seiten.
Geht hin im Namen des lebendigen Gottes,
der für uns sorgt wie Vater und Mutter.
Geht hin und hört auf die Weisheit
der Geschichten eurer Mütter und Väter im Glauben.
Geht hin und stellt euch dem entgegen,
was das Leben von Kindern, Frauen und Männern einengt.
Und freut euch daran, daß wir einander haben.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.
  Thema: Abendmahlsgottesdienste am 1. Advent, 02.12.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 02.12.2018 15:05   Titel: Abendmahlsgottesdienste am 1. Advent, 02.12.2018
Gottesdienst zum 1. Advent mit Abendmahl
02.12.2018
09.00 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten

Thema: „Was erwarten wir“ Text: Jesaja 35, 1-10 I.A.

* Lied EG 17, 1 Wir sagen euch an den lieben Advent

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Der Wort und Treue hält und der nicht
Fahren lässt das Werk seiner gnädigen Hände. AMEN

Ich heiße Sie alle und euch alle ganz herzlich Willkommen zum Gottesdienst am 1. Advent. In diesem Gottesdienst feiern wir das Abendmahl
Das freie Thema des Gottesdienstes lautet: Was erwarten wir?
Ich wünsche uns allen einen Mutmachenden und Segensreichen Gottesdienst.

* Lied EG 13 Tochter Zion

*Eingangspsalm:
Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze!
Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,
dass der König der Ehre einziehe!
Wer ist der König der Ehre?
Es ist der Herr, stark und mächtig; der Herr, mächtig im Streit.
Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,
dass der König der Ehre einziehe!
Wer ist der König der Ehre?
Es ist der Herr Zebaoth; er ist der König der Ehre.

Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze!
Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.
Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Manchmal gehen wir durch unser Leben
wie durch die Nacht,
verstört durch Ängste,
irregeführt durch Lügen,
belastet mit Versäumnissen.
Manchmal irren wir durch unser Leben
wie durch die Nacht
und sehnen uns nach Zeichen der Liebe,
nach dem Trost eines guten Wortes.
Wir rufen um erbarmen:

* Aufforderung zum Lobpreis
Es lohnt sich zu warten. Gott kommt, um uns zu helfen, wenn wir Angst haben, wenn wir einsam sind –, Gott, der Allmächtige und Barmherzige. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Wir singen:

*Kollektengebet:
Lasst uns beten:
Du kommst zu uns. Gott des Lebens,-- und unser müdes Herz schlägt schneller
Du kommst zu uns, Gott des Lichtes, in unseren matten Augen spiegelt sich dein Glanz.
Du kommst zu uns, Gott des Friedens, uns unsere Fäuste zu öffnen, unser Gesicht entspannt sich.
Du kommst zu uns, Gott des Trostes, und die schwere weicht aus unseren Füßen.
Du kommst zu uns, Gott der Geduld, ruhig wird unser Atem, ruhig und gleichmäßig.
Du kommst zu uns, Gott der Hoffnung, und unserer Seele wachsen Flügel.
Du ziehst dich zurück, du Gott der Ferne, hüllst dich in Dunkelheit und Nacht.
Du, der gnädige und barmherzige Gott, wir erwarten dich. Wir feiern deinen Advent, du unser Gott.
G: Amen

* Schriftlesung: Philipper 4, 4-7

4 Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!
5 Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe!
6 Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!
7 Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.
(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Amen)


* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Lied EG 11, 1+2 Wie soll ich dich empfangen

* PREDIGT:
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde,
Was erwarten wir? Diese Frage habe ich mir schon im Spätsommer gestellt als ich anfing den Gottesdienst für heute zu planen. Was wird aus der Eurokrise, was wird mit den Kriegen in der Welt? Auch im Hinblick auf meine eigene Lebenssituation und die vieler anderer Menschen die ähnliche Fragen haben, passt die Frage in den Advent hinein. Was werde ich in Zukunft beruflich machen, wohin geht mein Weg, was wird mit meiner Gesundheit. Wo stehe ich und mit wem? Wer geht den neuen Weg mit. Kann ich nach all dem was war, erwartungsfroh, ihn, Jesus erwarten? Also liebe Gemeinde, „was erwarten wir, jeder einzelne von uns“, in dieser Adventszeit?

Also ich denke das ist doch relativ einfach. Wir warten auf den wichtigen Termin beim Arzt. Heutzutage dauert das beim Facharzt mit unter vier Monate und länger. Und wir warten auf den Langersehnten Lotto Gewinn, wir spielen ja schon lange Jahre. Wir warten auf den Bescheid vom Amt, endlich zu wissen wie viel wir bekommen nach dem wir jetzt unseren Job verloren haben. Wir warten auf den Befund vom Labor, sind wir gesund oder hat es uns nun erwischt? Wir warten auf den guten Freund, die gute Freundin, auf ein liebes Wort, auf Zuneigung, auf Verständnis, ja und auf Liebe warten wir auch.

Auf den Menschen, der uns anrührt und mit dem wir dann zusammen alt werden wollen. Wir warten auf eine Entschuldigung von dem, der uns verletzt, wir warten auf die Prüfung in der Schule, wir warten auf die nächste Kerb und noch auf so vieles mehr warten wir.
Sicherlich sagen sie jetzt das ich mit allen genannten Erwartungen Recht habe. Nur was hat das alles mit Advent zu tun habe ich mich gefragt. Adventszeit, liebe Gemeinde, ist Vorbereitungszeit. Adventszeit ist die Zeit der Vorfreude und der Erwartung.
Aber WAS erwarten wir eigentlich in diesen Tagen? Und WORAUF bereiten wir uns vor?
Sicherlich, wir zünden die Kerzen am Adventskranz an. Wir schmücken unsere Wohnungen mit Fensterbildern, Lichterketten und Tannenzweigen. Wir backen Lebkuchen, Plätzchen und Zimtsterne und suchen nach passenden Weihnachtsgeschenken für unsere liebsten. Und mit all‘ dem stimmen wir uns ein in bekanntes und vertrautes.
Doch WAS entdecken wir auf diese Weise - außer den Erinnerungen an eine längst vergangene Kinderzeit? Erwarten wir von Advent noch etwas NEUES? Wünschen sich nicht vielmehr die meisten, dass alles wieder so werden soll, wie es früher einmal war?
Das wäre doch auch nicht schlimm, wenn wir uns die Adventszeit von früher wünschen. Da war auch noch Zusammenhalt in den Familien. Mit früher verbinden wir wunderbare Erinnerungen an schöne und gute Zeiten. Da war die Welt für uns auch noch in Ordnung. Keine Existenzängste, kein Sparen bei den Geschenken, weil das Geld nicht reicht. Keine Angst vor dem alljährlichen Gezanke am Heiligen Abend wenn die Damen im Hause wieder und wieder anderer Meinung sind was das Essen und das Fest betrifft. Früher gehörte der Weihnachtsgottesdienst noch fest zum Fest.
Früher waren alle Generationen zusammen und es war ein großes Familienfest, an dem man den Geburtstag des Jesuskindes feierte. Seinetwegen wird es jedes Jahr wieder Weihnachten. Da hat es kein FFH gebraucht, um festzustellen, dass fast 55% der befragten nicht wussten was an Weihnachten gefeiert wird. Früher war es allen klar.
Das alles zeigt: WIE wir Advent feiern, das hat nicht mehr viel mit einer nach vorn gerichteter Erwartung zu tun! Wir orientieren uns fast ausschließlich an VERGANGENEM: Ja, DAMALS - vor 2000 Jahren - DA hat man die Ankunft des Messias noch herbeigesehnt! Ja, DAMALS in unserer Kinderwelt, mit den alten Bräuchen und dem auf Weihnachten zu Fiebern – DA waren wir noch gespannt auf das, was kommen würde. Aber doch nicht mehr heute in einer erwachsen gewordenen Gesellschaft! Heute weiß Google doch alles besser und das Internet gibt alle Antworten.
Deshalb, liebe Gemeinde, lautet für mich die entscheidende Frage, HEUTE, am ersten Advent: WARTEN wir denn wirklich auf etwas in diesen Tagen? Und WIE sieht Ihre und meine adventliche Hoffnung konkret aus?
In der Alten Kirche hieß Advent feiern, den Blick nach VORN richten. Nicht in schönen Erinnerungen schwelgen – sondern in der täglichen Erwartung des Zu uns Kommens Gottes leben.
Und weil sie diese Hoffnung niemals aufgaben, machten die ersten Christen immer wieder die Erfahrung, wie ihrem Glauben Flügel wuchsen und wie sie ihre schwierige Gegenwart bestehen konnten. Damals begann man, die alten Prophezeiungen aus den Heiligen Schriften neu zu lesen. Prophezeiungen, die davon erzählen, wie Gottes zur Welt kommen die Erde verändert. Prophezeiungen, die man nicht schon als erfüllt ansah. Prophezeiungen, die für Gegenwart und Zukunft weitergalten.
Hören wir eine solche Prophezeiung als Predigttext zum 1. Advent aus Jesaja 35, 3-10

Macht die erschlafften Hände wieder stark und die zitternden Knie wieder fest! Ruft den verzagten Herzen zu: »Fasst wieder Mut! Habt keine Angst!

Denn euer Gott kommt. Er SELBER kommt, ER will euch befreien ... Dann können die Blinden wieder sehen, und die Tauben wieder hören. Dann springt der Gelähmte wie ein Hirsch, und der Stumme jubelt vor Freude. In der Wüste brechen Quellen auf, und Bäche ergießen sich durch die Steppe. Der glühende Sand verwandelt sich zum Teich, und im dürren Land sprudeln Wasserquellen ... Eine feste Straße wird dort sein, den 'heiligen Weg' wird man sie nennen. ... Selbst Unkundige finden den Weg, sie werden dort nicht irregehen. Auf dieser Straße gibt es keine Löwen, kein Raubtier ist auf ihr zu finden; nur die geretteten Menschen gehen dort. ... Aus ihren Augen strahlt grenzenloses Glück. Freude und Wonne bleiben bei ihnen, Sorgen und Seufzen sind für immer vorbei.

EINES, liebe Gemeinde, macht dieser Text unüberhörbar deutlich: Wenn Gott kommt, dann geschieht völlig Unerwartetes, ja, wunderbar Neues. Da gibt es Veränderungen in einem Menschenleben, die man nicht für möglich gehalten hätte. Mehr noch, da ereignet sich Rettung und Befreiung für die gesamte Schöpfung!
Jede und jeder von uns weiß Thomas: SO ist es noch nicht. Da fehlt noch viel. Das allumfassende Hoffnungsbild, das hier gezeichnet wird, hat sich auch mit der Geburt Jesu nicht erfüllt. Zwar hat er Kranke geheilt und Verzweifelte getröstet.
Zwar hat er Armen und Ausgegrenzten die gute Nachricht von der Zuneigung Gottes gebracht – und manchen hat er einen Neuanfang mitten im Leben geschenkt. Aber eben: Nur einigen WENIGEN - NICHT allen! Noch nicht einmal die Mehrzahl der Menschen damals hat er erreicht – geschweige denn das riesige Heer der Elenden und Notleidenden bis heute! Und die Wüste? Sie hat sich seit damals nicht zum fruchtbaren Garten entwickelt – ganz im Gegenteil: Jedes Jahr breitet sie sich weiter aus.
Und deshalb, ist die Eingangsfrage so wichtig: Erwarten wir denn – gerade im Advent – noch irgendetwas Neues?
Was erwarten wir denn? Oder leben wir Christen nur in schönen Erinnerungen, die mit dem bekannten Satz beginnen:
„Es begab sich aber zu der Zeit als ..."
Gewiss, mit dem Kommen Jesu da HAT die Herrschaft Gottes ihren Anfang genommen! Aber genauso sicher ist: Sie wurde noch nicht vollendet. Die 30 Lebensjahre Jesu – das war nicht schon alles, was Gott mit dieser Welt vor hatte! Sein Wirken auf dieser Erde ging - und geht! - weiter.
So verstanden, liebe Gemeinde, hieße Advent feiern: Dass ich mir EINMAL im Jahr auf besondere Weise bewusst mache, was eigentlich JEDEN TAG geschieht! Advent feiern, hieße: Dass ich für die Nähe Gottes - in ganz alltäglichen Situationen! - aufmerksamer werde! Damit meine ich, dass wir Gott in unserem Nächsten sehen.
So wie wir mit unserem Nächsten umgehen in dem wir zuhören, die Hand reichen, trösten, den Nächsten aufnehmen, wenn er alleine ist. Einfach da sind für den anderen der uns braucht. Der alten Dame den Platz anbieten, Verständnis für den anderen haben.
Uns nicht an übler Nachrede beteiligen und uns immer auch die andere Seite anhören, bevor wir ein Urteil bilden, um nur ein paar Beispiele genannt zu haben. Dass ich mich ganz neu darauf einstelle, dass wirklich GOTT mir begegnen will in jedem Menschen. Ich glaube, dieses Verständnis von Advent – weitab von der unter uns üblichen Advents-Folklore! - ist selbst unter Christen Mangelware. Zwar merken wir deutlich, wo es uns selbst und dieser Welt fehlt. Zwar sehen wir, wie Einsamkeit und Alleinsein gerade in diesen Tagen furchtbare Triumphe feiern.
In kaum einer Zeit im Jahr sind Menschen alleine und feiern alleine. Die Suizidrate steigt in der Adventszeit von Woche zu Woche. Wir vernehmen auch das Seufzen der geplagten Kreatur. Aber wer erwartet denn, dass Gottes Kommen – in Ihrem und in meinem Leben! – daran irgendetwas ändern könnte?
Haben wir, liebe Gemeinde, vor lauter Kerzenanzünden und Adventsstimmung pflegen, ganz vergessen, dass Gott schon einmal völlig unstandesgemäß zur Welt kam? Dass damals nichts war, wie man es - aufgrund geheiligter Traditionen! - erwartet hatte! Dass sich das göttliche Kind schnell draußen - VOR der Tür! - wiederfand!? Und, glauben wir wirklich, das wäre heute so anders? WER von uns rechnet denn damit, dass Gott so gewöhnlich – so menschlich – daherkommt?
Sie merken, liebe Gemeinde, Advent könnte eine spannende – und gar nicht rückwärts gerichtete! – Sache sein. Und deshalb zum Schluss noch einmal die sehr persönliche Frage:
WORAUF warten Sie - WORAUF warte ich eigentlich - in diesen Wochen?
Erwarten wir wirklich Gottes kommen? Hoffen wir auf eine grundlegende Veränderung unseres Lebens durch eine Begegnung mit ihm?
Oder wollen wir nur in altbekannten Erinnerungen und Stimmungen schwelgen?
Erwarten wir nur nicht zu wenig! „Gott, weil er groß ist, gibt am liebsten große Gaben. Ach, dass wir Armen nur so kleine Herzen haben." Amen

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

Lied EG 11, 3+4+6 Wie soll ich dich empfangen

Abendmahl:
Danksagung (Präfation):



Wahrhaft würdig und recht ist es,
dich zu loben, Gott
und dir für die Gaben zu danken,
die wir an deinem Tisch empfangen:
Kraft und Mut,
um aufzutanken für den Alltag,
Brot und Wein,
die uns ein Stückchen Himmel öffnen,
überall dort,
wo wir´s in deinem Namen teilen.

Gott, unser Vater,
in der Menschwerdung deines Sohnes
willst du uns Versöhnung schenken
und uns mit dir verbinden.

Durch Jesus Christus sind wir
hinein genommen in deine Liebe.
Zeichen dafür sind uns Brot und Wein,
in denen du uns gegenwärtig sein willst
durch deinen Sohn Jesus Christus,
unseren Herrn und Bruder.
Dafür loben wir dich, Gott und singen!

Lied EG 185, 3 Heilig, heilig, heilig

Einsetzungsworte:
Unser Herr Jesus Christus / in der Nacht, da er verraten ward / nahm er das Brot / dankte und brach's / und gab's seinen Jüngern / und sprach: Nehmet hin und esset / das ist mein Leib (+) / der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl / dankte / gab ihnen den / und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus / dieser Kelch ist das neue Testament (+) in meinem Blut / das für euch vergossen wird / zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis.


Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

Lied EG 190, 2 Christe du Lamm Gottes

Friedensgruß:
Mit dem Advent warten wir auf die Ankunft Jesu Christi. Der Advent bleibt für uns nicht ohne Konsequenzen. Nehmen wir das Warten an. Vertrauen wir dem Weg, den Jesus für uns gegangen ist. Sind wir bereit ihn in Empfang zu nehmen. Sind wir offen für das große Geheimnis der Liebe in diesem Kind, auf das wir warten. Als Zeichen unserer Verbundenheit wollen wir uns die Hand reichen mit den Worten: Ich warte auf den Gottes Sohn, der andere erwidere, wahrhaftig wir warten.
(Einladung zum Händereichen)

Liebe Schwestern und Brüder in Christo,
Wir laden Sie alle zum Tisch des Herrn zu ein.
Alle sind willkommen: Katholiken, Protestanten, alle Glieder einer Kirche, Erwachsene und Kinder. Sie alle ruft Jesus Christus an seinen Tisch, er schließt niemanden aus.

* Austeilung:

* Lobpreis:
Dankbar will ich sein
und mich von Herzen freuen,
dankbar sein und nicht vergessen,
wie viel Gutes ich erfahren habe:

Meine Schuld wird mir vergeben;
meine Verletzungen werden geheilt;
wenn ich keinen Ausweg mehr sehe,
wird mir das Leben wieder geschenkt.
Den verlorenen Mut gewinne ich zurück
und bin froh, neu beginnen zu können.


* Fürbittengebet:
Herr, wo du hinkommst, da kehrt Heil ein;
wo du hinkommst, da werden Menschen verwandelt;
da entsteht Hoffnung, Freude, Liebe, Geborgenheit.

Dafür danken wir dir.


Komm du zu all denen, die erschöpft und enttäuscht sind
und nicht mehr an deine Liebe glauben können.

Wir warten auf dich.

Komm du zu all denen, die einsam sind
und sich nicht mehr freuen können, weil sie keinen Menschen haben.

Lass sie nicht allein


Komm du zu all denen, die ratlos und verzweifelt sind,
die vor Leid oder vor Krankheit keine Hoffnung mehr haben.
Gib den Menschen die Krank sind, den Mut sich anzuvertrauen, mit jemanden darüber zu sprechen. Breche die Bande der Falschen Verschlossenheit, öffne die Menschen, öffne den Mund und die Augen, die herzen und den Verstand.

Schenke du Kraft und Trost

Komm du zu all denen, die sich aus der Gemeinschaft ausgestoßen fühlen,
die den Anschluss nicht mehr finden,
die sich nicht mehr zutrauen, einen neuen Anfang zu machen.


Sei Wegbegleiter und der Neuanfang


Komm du zu allen jungen und alten Menschen,
die keinen Sinn mehr in ihrem Leben finden,
nichts entdecken, wofür es zu leben lohnt.

Gib Hoffnung in diesen Wirtschaftlich dunklen Wochen und Tagen

Komm du zu all den Menschen, die in Streit und Unfrieden leben,
die den grausamen Wirren sinnloser Kriege ausgeliefert sind
wie die Menschen in Afghanistan, in Israel und in den Kleinkriegen der Familien, wo Menschen sich anschweigen und nicht die wahren Gründe nennen für das Schweigen, für die Sinnlosen Familienkriege, die meist lapidar sind, Missverständnisse sind aufgrund fehlender Kommunikation.

Setzte ein Zeichen der Gemeinsamkeit

Komm du zu deiner Gemeinde, deiner Kirche,
die immer noch uneins und zerstritten ist,
und lass deine Liebe in ihr Gestalt gewinnen.
Lass die Mächtigen der Kirchen erkennen, dass Gott niemals einen Unterschied machet zwischen Evangelisch und Katholisch. Wir sind alle ein Leib, wir haben alle einen Gott und Herrn.

Mach begreifbar dass es nicht um Ämter und Hirachien geht.


* Lied EG 1, 1+4-5 Macht hoch die Tür die Tor macht weit

* Bekanntmachungen:

Kollekte: Aktion „Brot für die Welt“

Wochenspruch: Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zur dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. Sacharja, 9, 9



Nächste Gottesdienste

Sonntag, 09. Dezember 2018 – 2. Advent – mit Prädikant Wagner

9:15 Uhr Gottesdienst in Lettgenbrunn

10:30 Uhr Gottesdienst in Lohrhaupten



Mittwoch, 05. Dezember 2018

14:30 Uhr Seniorencafé in Lohrhaupten im Gemeindehaus


* Votum:
Gott segne euch, die ihr warten könnt;
er öffne euch Seine Türen zu Seiner Zeit.
Gott segne euch, die ihr lauschen könnt;
er senke in eure Ohren Sein gutes Wort.
Gott segne euch, die ihr staunen könnt;
er erfülle eure Herzen mit Seinem Licht.
Gott segne euch, die ihr glauben könnt;
er lasse euch Seine Verheißung schauen.
Gott segne euch, die ihr lieben könnt;
er mache euch zu Feuern in Kälte und Dunkelheit.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gedenkgottesdienste am Ewigkeitssonntag, 25.11.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 25.11.2018 21:25   Titel: Gedenkgottesdienste am Ewigkeitssonntag, 25.11.2018
Gottesdienste am Ewigkeitssonntag
25. November 2018
09.15 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten mit Chor
Text: Daniel 12, 1-3a

Lied EG + 34 Komm Heiliger Geist mit deiner Kraft

Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geis-tes. Amen. Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. AMEN
Liebe Gemeinde, heute zum Gedenkgottesdienst am Ewigkeits-sonntag heiße ich Sie und Euch alle herzlich willkommen. Wir wollen heute an die Menschen denken die aus unserer Gemein-de verstorben sind. Aber auch an alle die aus unserem Umfeld, im Freundes – und Bekanntenkreis wollen wir heute denken. Das Thema heute Morgen lautet: Zeit und Vergänglichkeit. Ich wünsche uns einen Mutmachenden Gottesdienst.

Lied EG 152, 1+2 Wir warten dein o Gottes Sohn

Eingangspsalm:
Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr:
Gedanken des Friedens und nicht des Leides,
dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.

Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird,
so werden wir sein wie die Träumenden.
Dann wird unser Mund voll Lachens
und unsere Zunge voll Rühmens sein.
Dann wird man sagen unter den Heiden:
Der Herr hat Großes an ihnen getan!
Der Herr hat Großes an uns getan;
des sind wir fröhlich.
Herr, bringe zurück unsere Gefangenen,
wie du die Bäche wiederbringst im Südland.
Die mit Tränen säen,
werden mit Freuden ernten.
Sie gehen hin und weinen
und streuen ihren Samen
und kommen mit Freuden
und bringen ihre Garben.

Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr:
Gedanken des Friedens und nicht des Leides,
dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.

Aufforderung zum Bittruf:
Wir denken zurück.
Trauernd, noch immer trauernd,
hilflos, oft auch bitter
denken wir an die Menschen, die wir verloren haben.
In unserer Trauer brauchen wir Hoffnung.
Wir bitten Gott um Erbarmen und rufen:

Aufforderung zum Lobpreis:
Wir denken voraus. Hoffend, immer wieder hoffend
trotz aller Fragen und Zweifel
denken wir an die großen Verheißungen:
"Die Erlösten werden wiederkommen
und nach Zion kommen mit Jauchzen,
ewige Freude wird über ihrem Haupte sein."
Mit allen, die uns im Glauben vorangegangen sind, loben wir Gott und singen:

Kollektengebet:
Guter Gott,
wir sehnen uns nach dir,
du - der du Himmel und Erde geschaffen hast.
Wir hoffen auf deine geheimnisvolle Gegenwart,
die unser zerbrechliches Leben aufnimmt.
Du bist unsere Hoffnung,
in Jesus Christus kommst du uns sehr nahe.
Er verheißt uns neues Leben
in der Gegenwart seines Geistes.

Herr, wir bitten dich,
befreie uns von der Angst,
sei in unseren Tränen und Abschieden,
schenke uns neue Hoffnung,
neue Kraft, die uns wieder aufhilft.

Möge unser Gedenken heute liebevoll sein
und getragen von guten Gedanken.
Herr, unsere Zeit steht in deinen Händen.
AMEN.

Schriftlesung: Offenbarung des Johannes, Kapitel 21, Verse 1-7:
1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.
2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.
3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein;
4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.
5 Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!
6 Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
7 Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Halleluja)

Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

Lied EG 147 Wachet auf ruft uns die Stimme

PREDIGT:
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde,
ein kleines Mädchen zieht eine große rote Handtasche hinter sich her, sie läuft durch einen Park. Sie ist offensichtlich total wütend und macht ihrer Wut Luft, indem sie wildfremde Men-schen anschreit: "Gehört das so?!" Das weckt die Aufmerksam-keit der Leute. Sie beobachten sie zunächst nur unauffällig. Schließlich tun sie sich zusammen, um das Mädchen anzuspre-chen. Sie fragen: "Was ist denn los?" Als die Kleine dann er-zählt, dass Elvis tot ist, führt das zu einer seltsamem Mischung aus Mitgefühl, Verwunderung und natürlich auch Erheiterung bei den Umstehenden. Nun ja - Elvis ist tot. Es stellt sich aber her-aus, dass die Empörung des kleinen Mädchens nicht dem Tod des "King of Rock'n'Roll" gehört, sondern ihrem kleinen Vogel, der eben auch Elvis heißt - oder vielmehr hieß. Nun sieht die Lage schon ganz anders aus - denn Elvis ist nicht nur tot, son-dern auch noch in der Handtasche des kleinen Mädchens. Die Umstehenden sind von unbeteiligten Parkbesuchern zu Trauer-begleitern geworden - ohne, dass sie das je vorhatten. Es ist ihnen ihre Verwunderung anzumerken. Sie erfahren offensicht-lich zum ersten Mal, dass traurige Menschen oft wütend sind. "Gehört das so?!", brüllt das Mädchen. Es bleibt den anderen überlassen, diese Frage zu vervollständigen:
Gehört das so – dass jemand einfach stirbt?
Gehört das so - dass man ganz alleine ist damit?
Gehört das so - dass alle anderen weitermachen, als sei nichts passiert?

Die umher stehenden Menschen trauen sich nicht nachzufragen - denn ganz gleich welche Frage die Frage des Mädchens ist - sie hätten ja doch keine Antwort. Immerhin bemerken sie, dass etwas nicht stimmt mit dem kleinen Mädchen. Dann nimmt die Sache aber Gestalt an. Die Trauerbegleiter "wider Willen" haben zwar keine Antwort, ob das so gehört. Aber sie wissen, was sich gehört. Sie sorgen für einen echten Abschied in Form einer rich-tig feierlichen Beerdigung. Ein Sarg wird besorgt und Blumen und Kerzen - einer kommt sogar mit Weihrauch. Mit aller Ruhe und einem herzlichen Abschied finden sie eine würdige letzte Ruhestätte für Elvis. Vor allem aber lassen Sie das Mädchen dann nicht allein. Sie organisieren noch Kakao und Kuchen für einen Beerdigungskaffee. Jetzt kann das Mädchen noch einmal weinen und erzählen. Sie trösten das Mädchen und nehmen es in den Arm. Am Ende stellen sich alle gemeinsam vor, wie der eine Elvis mit dem anderen Elvis gemeinsam Musik macht - und können darüber schon wieder lachen.

Eine halbe Minute Orgelmusik

Liebe Gemeinde!
Die Geschichte von dem Mädchen und dem toten Elvis habe ich aus einem Bilderbuch.

Ich mag diese Geschichte, weil hier Trauer und der Umgang mit Trauernden bilderbuchhaft gut vorkommt. Vor allem aber, weil diese Geschichte eine Vision kennt. Durch Traurigkeit und Wut hindurch erscheint ein strahlender Himmel voll Freude und Mit-gefühl und glänzender Zukunft. Vom Propheten Daniel kennen wir so eine Vision, die sich zwischen Trübsal und Himmelsglanz aufspannt. Fast kann man sich vorstellen, dass er auch dem kleinen Mädchen beim Trauern hilft. Er sagt es so:

Predigttext: Daniel 12,1-3a
1 Zu jener Zeit wird Michael, der große Engelfürst, der für dein Volk eintritt, sich aufmachen. Denn es wird eine Zeit so großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist, seitdem es Menschen gibt, bis zu jener Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk errettet werden, alle, die im Buch geschrieben stehen.
2 Und viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande.
3 Und die da lehren, werden leuchten wie des Himmels Glanz.

Liebe Gemeinde,
es ist fast wie eine Reaktion auf das empört-wütende »Gehört das so?!« Ja, es gehört so: Wer einen geliebten Menschen ver-liert, ist traurig. Oft sind die Trauernden selbst überrascht, wie groß Trauer sein kann. Wie lang die Zeit ist, wo nichts, aber auch gar nichts so recht Freude machen kann. Trauer macht wütend und ungerecht, hilflos und klein. Es wird eine Zeit so großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist.

Eine halbe Minute Orgelmusik

Wenn Sie heute an die Gräber Ihrer Verstorbenen gehen, dann wird Sie diese Trauer vielleicht noch einmal packen. Sie werden Worte denken, die Sie noch gern gesagt hätten. Sie werden die Verstorbenen in Gedanken bitten, was Sie von ihnen noch gern bekommen hätten: Ein Wort des Verzeihens oder ein Zeichen der Wertschätzung. Das kann alles nicht mehr sein. Das alles kann noch wehtun. Aber es gehört so dazu, weil es so ist, die Trauer.
Der Prophet Daniel ist damit aber noch nicht fertig. »Gehört das so?!« Ja, zur Trauer gehört es auch zu hoffen. Daniel hofft und wir hoffen mit ihm: errettet werden alle, die im Buch geschrieben stehen. Das Buch des Lebens bewahrt alle, die eine Zukunft haben sollen. Als die Lebenden sind wir ein Teil davon. In uns selbst wird bewahrt und erinnert. Als Lebende bewahren wir die Würde, die uns Menschen gegeben ist. Wir spüren sehr genau, wann ein menschlicher Umgang würdig und wann würdelos ist - sogar über den Tod hinaus. Eine würdige Bestattung, ein würdi-ger Begräbnisort - dafür haben wir ein gemeinsames Gedächtnis und auch gemeinsame Verantwortung. Das gehört sich so: Ein großer Trost in der Trauer ist ein würdiges Begräbnis - nicht al-lein und "in aller Stille". Nicht so, dass ich die Trauer nicht mit anderen teilen kann. Der Segen liegt in der Gemeinschaft der Lebenden - sie sind Teil des Buches des Lebens.
Und auch das gehört so: Viele, die gestorben sind, werden auf-wachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zu ewiger Schmach und Schande - was beim Propheten wie eine Drohung klingt, ist keine Drohung, sondern das Gegenteil. Wenn unsere Hoffnung auf ein ewiges Leben wahr wird, dann wird es gerecht sein. Was das Lebens unwürdig macht und gemacht hat, soll uns keiner mehr schönreden können. Unrecht wird beim Namen genannt.
Was wehtat, wird nicht heruntergespielt - denn das ewige Leben soll frei sein. Frei von Unrecht und Schmerz.

Eine halbe Minute Orgelmusik

Zu guter Letzt gehört auch das so: Der Tod unserer Lieben ist unsere Aufgabe. Das Leben endet nicht in den Gräbern. Der Blick in die Zukunft schützt uns davor, dass wir unsere Toten nicht namenlos verscharren. Was wir unseren Verstorbenen an Würde und Achtung geben, erzählt von unserer Hoffnung. Hoff-nung sind auch wir selbst.
Wenn wir weitererzählen, weiterleben und weitergeben, dass unser Gott eine Zukunft für uns hat. Das gehört so! Wer durch die Trauer hindurchgegangen ist, kann von der Liebe erzählen, die Menschen verbindet. Wer trübe Tage vor einem leeren Ses-sel oder Bett zugebracht hat, kann weitergeben, was es heißt, einander zu vertrauen. Wer verloren hat, kann von Herzen ju-beln über jeden Gewinn. Wer den Karfreitag kennt, strahlt am Ostermorgen mit der Sonne um die Wette. »Gehört das so?!« Ja, so gehört das. Unser Herr hat uns nichts davon gesagt, dass es leicht sein wird, ihm zu folgen. Er hat nur davon ge-sprochen, dass es sich lohnt. Gott sei Dank.
Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

Lied EG 64, 1-3 Der du die Zeit in Händen hast/ Lettgen-brunn
Lied EG 64, 1-2 Der du die Zeit in Händen hast/ Lohrhaupten

*Totengedenken nur in Lohrhaupten
Am 23.11.2018 wurde im Wald der Stille hier in Lohrhaupten, unser Bruder Jörg Bauer der am 15.11.2018 im Alter von nur 47 Jahren verstorben ist, beerdigt. Am Ende eines Menschenle-bens suchen wir Trost und Halt in der Heiligen Schrift, im Psalm 121 heißt es:
Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde ge-macht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.

Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.
Der Herr behütet dich; der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand, dass dich des Tages die Sonne nicht steche
noch der Mond des Nachts.

Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.
Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit! AMEN.
„Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginn der Ewigkeit in Gottes gnädigen Händen“. AMEN

Lied EG 64, 3 Wer ist hier, der vor dir besteht/ Lohrhaupten

Verlesung der Verstorbenen:
In dem jetzt auslaufenden Kirchenjahr sind aus unserer Ge-meinde und aus der Mitte unserer Familien Männer und Frauen gestorben. Menschen, die aus ihrem Alter und ihrer Krankheit erlöst wurden, aber auch Menschen, von denen wir dachten, sie würden noch viele Jahre zusammen mit uns leben.
Wir standen an Gräbern und haben einander zu trösten ver-sucht. Wir fanden Worte der Hoffnung und versuchten danach zu leben.
Wir bitten Gott, der Herr über Lebende und Tote ist, dass er un-seren lieben Verstorbenen jetzt gnädig sei, dass er sie begleite in Jesus Christus auf ihrem weiteren Weg durch den Tod hin-durch, ein Weg, auf den wir keinen Zugriff haben, ein Weg, auf den wir hoffen dürfen.

Lohrhaupten: Chor: Herr dein Wort ist meines Fußes Leuchte

Gott sei mit unserer Trauer und schenke uns, dass unsere Trauer auch eine heilende Kraft erfahren möge.

Verstorben sind:
Verstorbene Lettgenbrunn

Heinrich (Hans) Edmund Heischmann 91 Jahre † 25.02.2018
Lieselotte Kaufhold, geb. Beierling 99 Jahre † 12.03.2018
Vera Heck, geb. Mallitz 74 Jahre † 23.03.2018
Gisela Rippl, geb. Starke 77 Jahre † 22.04.2018
Bruno Gustav Alwin Otto Graf 87 Jahre † 23.09.2018

Verstorbene Lohrhaupten

Anna Frieda Link geb. Krug 86 Jahre † 20.12.2017
Maria Elisabeta Hase, geb. Eisenacher 96 Jahre † 16.01.2018
Wilhelm Lindenberger 95 Jahre † 28.02.2018
Dieter Willibald Kriegsmann 73 Jahre † 16.03.2018
Johann Franz Gröger 71 Jahre † 14.06.2018
Siegfried Raupach 77 Jahre † 20.07.2018
Justina Franziska Dietrich 85 Jahre † 03.08.2018
Anna Christina Jähnsch geb. Scheuber 93 Jahre † 18.08.2018
Rudolf Glück 86 Jahre † 30.09.2018
Werner Decher 80 Jahre † 03.10.2018
Jörg Bauer 47 Jahre † 15.11.2018

In der Stille denken wir an diese Menschen, die Gott aus dieser Zeit genommen hat.

Lied EG 533 Du kannst nicht tiefer fallen

Lohrhaupten: Chor: Gott wird dich tragen mit Händen so lind

*Fürbittengebet:
Wir sehnen uns nach Leben,
gerade, wenn Tod und Trauer uns drücken.
Zu dir wenden wir uns,
Herr, unser Gott.
Wie viel Traurigkeit ist da,
wenn wir an unsere Verstorbenen denken,
viele Tränen, viele zerstörte Hoffnungen.
Fragen, die keiner beantworten kann,
und Leid, das die Kräfte lähmt.
Und daneben Dankbarkeit für gemeinsam Erlebtes,
für empfangene Liebe und glückliche Tage.
Manchmal auch Erleichterung nach überstandenen Qualen.
Komm, Geist des Lebens, guter Gott,
tröste die Trauernden,
stärke alle, die wieder Fuß fassen wollen im Leben.

Mitten im Leben schon spüren wir den Tod:
wenn wir enttäuscht aneinander vorbei leben,
wenn wir verletzt sind und Versöhnung nicht gelingt,
wenn Lieblosigkeit, Hass oder Vergeltung uns beherrschen.
Komm, Christus, Herr des Lebens, guter Gott,
lass uns auferstehen zur Liebe, die den anderen sucht,
und gib Mut zur Versöhnung.
Unsere Welt erstirbt an Feindschaft, an Gedankenlosigkeit,
daran, dass Menschen in hilfloser Angst einander bedrohen,
dass Feindseligkeiten sich vererben von einer Generation zur anderen,
dass Völker sich als Feinde begegnen.
Komm, Schöpfer des Lebens, guter Gott,
schaffe die guten Kräfte neu, die von Menschen zerstört sind,
damit wir in Frieden miteinander leben.
Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist,
trockne du unsere Tränen
und beende das Leid, das wir einander zufügen.
Schaffe neu das Gesicht deiner Erde.

In der Stille bringen wir heute Morgen vor dich Herr, was uns in dieser Gottesdienstlichen Stunde besonders am Herzen liegt.

-Stilles Gebet-

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn Jesus Christus

Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

Lied EG 347 Ach bleib mit deiner Gnade

Bekanntmachungen:

Kollekte: Eigene Gemeinde

Wochenspruch: Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lich-ter brennen. LK. 12, 35

Nächste Gottesdienste

Sonntag, 02. Dezember 2018, 1. Advent mit Prädikant Wag-ner

9:00 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl in Lettgenbrunn
10:30 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl in Lohrhaupten

Segen:
(Auf dem Weg zu Gott – Alter irischer Segen)

Segen sei mit dir,
der Segen strahlenden Lichtes,
Licht um dich her und innen in deinem Herzen.
Sonnenschein leuchte dir
und erwärme dein Herz,
bis es zu glühen beginnt
wie ein großes Torffeuer,
und der Fremde tritt näher,
um sich daran zu wärmen.
Aus deinen Augen strahle gesegnetes
Licht wie zwei Kerzen
in den Fenstern eines Hauses,
die den Wanderer locken,
Schutz zu suchen dort drinnen
vor der stürmischen Nacht.

Wen du auch triffst,
wenn du über die Straße gehst,
ein freundlicher Blick von dir
möge ihn treffen.
Und der gesegnete Regen,
der köstliche, sanfte Regen
ströme auf dich herab;
die kleinen Blumen mögen zu blühen beginnen
und ihren köstlichen Duft ausbreiten,
wo immer du gehst.

Der Segen der Erde,
der guten, der reichen Erde
sei für dich da.

Weich sei die Erde dir,
wenn du auf ihr ruhst
müde am Ende des Tages,
und leicht ruhe die Erde auf dir
am Ende des Lebens,
dass du sie schnell abschütteln kannst,
und auf und davon auf deinem Weg zu Gott.

So segne dich Gott, der Allmächtige und Barmherzige. Der Va-ter, der Sohn und der Heilige Geist. AMEN.
  Thema: Buß-und Bettag mit Abendmahl, 21.11.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 21.11.2018 23:13   Titel: Buß-und Bettag mit Abendmahl, 21.11.2018
Gottesdienst mit Abendmahl am Buß- und Bettag
21. November 2018 um 19.00 Uhr
In der Ev. Kirche Kempfenbrunn
Thema: »Da kommt noch was!«

Lied EG + 34 Komm heiliger Geist mit deiner Kraft

Begrüßung: Thomas
Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen des Vaters,
der uns durch sein Wort zur Umkehr ruft,
im Namen des Sohnes,
der viele Menschen auf den Weg des echten Lebens führte
und des Heiligen Geistes,
der uns befähigt, selbst das echte Leben zu wagen.

»Da kommt noch was« – so lautet unser Thema heute Abend. »Da kommt noch was« – ob wir uns davor fürchten oder da-nach sehnen – das hängt ganz entscheidend von unserer Sicht auf die Welt ab:
Denken wir an die vielen Krisenregionen, an die Wirtschafts-lage oder an den zunehmenden Druck auch auf uns selbst?
Oder hoffen wir auf den, der uns Zukunft und Hoffnung schenken will?
Der Buß- und Bettag ist ein Tag der Umkehr: die Chance da-rauf, dass wir unsere Perspektiven umkehren können, dass wir uns umkehren und neue Wege im Leben wagen.
Mit dem Blick auf Gott, der auf uns zukommt, feiern wir die-sen Gottesdienst.

Eingangslied EG 473, 1+2 Mein schönste Zier

Eingangspsalm: Inge
Bei dem Herrn ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm.
Und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden.
Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir.
Herr, höre meine Stimme!
Lass deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens.
Wenn du, Herr, Sünden anrechnen willst -
Herr, wer wird bestehen?
Denn bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte.
Ich harre des Herrn, meine Seele harret,
und ich hoffe auf sein Wort.
Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen; mehr als die Wächter auf den Morgen hoffe Is-rael auf den Herrn!
Bei dem Herrn ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm.
Und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden.
Ps 130,7b-8; 1-7a
(Kommt, lasst uns anbeten:)

Bekenntnis: Thomas
Das Symbol „Sackgasse“ fordert uns heraus. Wer stark, ge-sund und optimistisch ist, findet leicht Alternativen oder sucht mindestens nach Auswegen. Für alle, die glauben, sie haben ihr Leben im Griff, ist die Sackgasse schwer erträglich. Am liebsten gehen sie mit dem Kopf durch die Wand. Andere re-signieren und fallen in Depression. Sie fühlen sich eingeengt, unverstanden, ausgeliefert – in einer Sackgasse.

Zuspruch: Thomas
»Da kommt noch was!« Das Motiv des diesjährigen Buß- und Bettages kann für uns alle, Jugendliche und Erwachsene, An-stoß und Ermutigung sein: »Da kommt noch was«, das kann man auch so verstehen: »Da geht noch was!«. Ich muss mich nicht dem Sackgassen-Gefühl überlassen, sondern wir kön-nen jetzt gemeinsam etwas tun! Hinter dem Horizont geht’s weiter! Da kommt noch was! Denn »Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz werden mehr sein

Tagesgebet: Thomas
Du Gott komm zu uns, wir sehnen uns nach dir.
Du bist es doch, der auf uns zukommt:
Auf dem Weg, von dem ich nicht weiß, wie weit er noch geht;
Aber auch in jedem Sonnenstrahl, der mich wärmt und mich freuen lässt.
Gott, was kommt noch auf uns zu?
Ob es Wirklichkeit wird, was unsere dunkelsten Ahnungen fürchten?
Ob sich noch ändert, was ist und Frieden wird, wo wir nur Waffen sehen?

Du Gott kommst und mit Dir ein neuer Himmel und eine neue Erde.
Neue Menschen machst du aus uns.
Neue Wege werden wir gehen, wenn du kommst.
Hilf uns und komm!
Wir bitten dich im Namen Jesu Christi.
Amen.

Lesung: Inge
Wir hören die Zehn Gebote in der Fassung, die Martin Luther im Kleinen Katechismus verwendet:

Ich bin der Herr, dein Gott.
Du sollst nicht andere Götter haben neben mir.

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnütz gebrauchen;
denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.

Du sollst den Feiertag heiligen.

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren,
auf dass dir's wohlgehe und du lange lebest auf Erden.

Du sollst nicht töten.

Du sollst nicht ehebrechen.

Du sollst nicht stehlen.

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Näch¬sten.

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh
noch alles, was sein ist.
(Aus Martin Luthers Kleinem Katechismus)


Jesus Christus spricht:
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben
von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Ge-müt.
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Ge¬setz und die Propheten.
(Mt. 22,37 40)
So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.
AMEN.

Glaubensbekenntnis: (stehend) Thomas

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

Lied EG 584 Meine engen Grenzen

PREDIGT:
- Kanzelgruß: Thomas
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Got-tes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde,
Der Buß- und Bettag lädt dazu ein, sich zu orientieren: Wel-chen Weg bin ich bisher gegangen? Was „läuft“ in der Gesell-schaft? In der Welt? Wo wollen wir eigentlich hin? Hat die Art, wie wir leben, eine Zukunft? Führt mein Weg/unser Weg viel-leicht gerade in eine Sackgasse? Wir werden uns in diesem Gottesdienst mit diesen Fragen beschäftigen. Dabei sollen auch Aussagen aus der Bibel zur Sprache kommen.

I. Sackgasse – für wen?!

Inge
Das Verkehrsschild „Sackgasse“ bedeutet: „Hier geht es bald nicht mehr weiter.“
Im weißen Schild darunter wird genauer gesagt, für wen (hier für Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 4 Tonnen) es bald nicht mehr weiter geht.
Das Leben wird manchmal auch als »Weg« oder »Straße« bezeichnet. Manche Art zu leben führt im übertragenen Sinn in eine Sackgasse: »So geht es nicht mehr lange weiter!«
Es gibt so viele Beispiele dafür, wo Leben in einer Sackgasse endet.


Thomas
 In der Situation von Flüchtlingen. Unzählige Menschen flüchten vor Armut und Krieg nach Europa – auch viele Kinder. Sie haben meistens schreckliche Dinge erlebt und tragen tiefe Wunden in ihrer Seele davon. Sie stehen mit dem Rücken zu ihrer Heimat, die ihnen vertraut ist, die ihnen eine Heimat war. Dorthin können sie nicht mehr zurück, denn dort wartet nichts anderes auf sie als Krieg, Leid, Terror, Folter und der Tod.
 In einer Sackgasse stecken auch alles fest, die eine un-heilbare Krankheit haben. Wenn es nichts gibt, kein Me-dikament, keine Therapie, die wenigstens verhindern könnten, dass es schlimmer wird, dann ist man hilflos, ganz der Krankheit ausgeliefert und kann selbst nichts dagegen tun.
 Jugendliche verfallen manchmal der Sucht, rund um die Uhr Twitter- oder Whatsapp-Nachrichten über ihr Handy zu verschicken oder zu empfangen. In Facebook immer erreichbar und präsent zu sein. Oder sie sind abhängig von einem Computerspiel. Ihr Problem ist, dass sie sich nicht auf etwas anderes konzentrieren können, dass sie nicht mehr in der Lage sind, am Leben ihrer Umgebung wirklich teilzunehmen. Sie geben ihre Privatsphäre auf und geben anderen Personen Dinge von sich preis, die diese dazu nutzen, um sie fertig zu machen.
Ein sehr privates Bild, das an den Falschen verschickt wird, kann so Anlass dafür sein, dass man gemobbt wird. Jugendliche haben sich deswegen auch schon das Le-ben genommen.

Inge
 In einer Sackgasse können auch Menschen stecken, die arbeitslos geworden sind. Die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz ist für viele ein Weg, der mit Misserfolg und Frustration gepflastert ist. Zu alt, die falsche Qualifikati-on, zu teuer als Arbeitnehmer, zu wenig flexibel, so lau-ten oft die Gründe, warum Arbeitssuchende abgelehnt werden. Oder ihnen wird ein Gehalt angeboten, das nicht reicht – nicht zum Leben und nicht zum Sterben.

II. »Lebenssackgassen«

Thomas
Es gibt Sackgassen, in die gerät man unverschuldet. Eine Familie begibt sich zum Beispiel auf die Flucht, weil ein Feind ihr Land bedroht, oder ihre Stadt angreift. Menschen fliehen vor Armut und Hunger, weil die Politiker in ihrem Land korrupt oder unfähig sind und das Land immer tiefer in den Zerfall treiben. Oder der Weltmarkt gibt den Produzenten aus armen Ländern keine Chance, ihre Produkte zu vernünftigen Preisen zu verkaufen.

Inge
Es gibt aber auch Sackgassen, in die gerät man durch das ei-gene Verhalten. Und das Ende der Straße ist auch nicht mit einem Mal erst da. Es gibt einen Weg hin zum Ende, wo nichts mehr geht. Und auf diesem Weg gab es genug Mög-lichkeiten, noch abzubiegen und neu anzufangen. Sich helfen zu lassen.

Als Beispiel wollen wir ein leider allzu bekanntes Muster vor-stellen, wie es zu der Sackgasse Mobbing in der Schule kommt:
Ein Jugendlicher möchte von anderen akzeptiert werden. Er probiert es erst mit Äußerlichkeiten. Vielleicht kauft er sich Klamotten von der Marke, die gerade besonders in dieser Gruppe angesagt ist.

Thomas
Vielleicht lässt ihn die Gruppe aber abblitzen und er überlegt sich, wie er sie beeindrucken kann. Oder die Gruppenmitglie-der tun so, als ob der Jugendliche dazugehört und animieren ihn zu einer Mutprobe. In beiden Fällen tut er alles, um doch noch dazu zu gehören, weil er nicht genug Selbstbewusstsein hat, denen den Rücken zu kehren und sich nach echten Freunden umzugucken. Stellen wir uns jetzt einmal vor, die Mutprobe besteht darin, sich selbst mit der Handy-Kamera nackt zu fotografieren.

Er hätte vorher abbiegen können und mit Familienangehörigen oder echten Freunden reden können. Jeder hat doch jeman-den, mit dem er reden kann – wenigstens einen Menschen!

Inge
Der Jugendliche sendet das Bild an einen aus der Gruppe und denken nicht über die Folgen nach. Klar, er will ja dazu gehö-ren. Alles andere verliert für ihn an Bedeutung. Doch jetzt geht der Spuk erst richtig los: einen Tag später hat jeder aus seinem Jahrgang das Nacktfoto auf dem Handy. Das Mob-bing nimmt seinen Lauf. Er wird gemobbt. Man lacht hinter seinem Rücken über ihn, macht vielleicht Anspielungen in seiner Gegenwart. Er wird geschnitten, geschlagen, ausge-lacht. Der Junge wird immer verzweifelter und zieht sich im-mer weiter zurück. In die Schule möchte er nicht mehr gehen. Seine Eltern wissen nichts von dem Handybild, können sich keinen Reim auf sein Verhalten machen.

Thomas
Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, mit ihnen zu reden, ihnen zu sagen, was passiert ist und durch welche Hölle er gerade geht. Aber er lässt es, er schweigt, weil er sich schämt. Dabei könnten seine Eltern die Polizei einschalten, mit dem Vertrau-enslehrer und der Schulleitung reden. Die mobbenden Mit-schüler könnten im Gespräch mit Lehrern und Polizisten er-fahren, wie sehr sie das Leben eines anderen zerstören. Doch das alles unterbleibt, weil der Junge schweigt und stumm lei-det. Diese Möglichkeit abzubiegen hat er nicht wahrgenom-men, aus Scham, aus Angst.

Was bleibt jetzt noch? Der rote Querbalken, der das Ende der Straße darstellt. Der Junge sieht keinen Weg aus dieser Sackgasse. Er bricht zusammen, er unternimmt einen Selbstmordversuch.

III. Da kommt noch was

Inge
Manchmal sieht es nur so aus, als ob nichts mehr gehen wür-de. Manchmal geht es weiter, wenn man „umsteigt“ – ein langsameres Tempo wählt … Eigentlich muss sich – nach un-serem christlichen Glauben – überhaupt niemand in einer Sackgasse fühlen.

Thomas
Hinter der Sackgasse geht es weiter. Es ist kein Weg, wie er in einer Straßenkarte eingezeichnet wäre. Aber es gibt ihn. Ich sehe ihn vielleicht nicht mit meinen Augen. Aber ich glau-be ihn mit meinem Herzen … »Da kommt noch was.« Ich weiß nicht, was da noch kommt. Aber es klingt verheißungs-voll. Wie die Ankündigung der Nachspeise nach der Haupt-speise. Wie ein Bonusgeschenk bei einem Einkauf. Wie et-was, das ich nicht gesucht, sondern gefunden habe … »Da kommt noch was.« Auf der anderen Seite der Sackgasse. Im letzten Buch der Bibel wird diese Hoffnung so ausgedrückt:

Inge
Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.
2Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine ge-schmückte Braut für ihren Mann.
3Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein;
4und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Ge-schrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.
5Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache al-les neu!
[Offb 21, 1- 5]

Thomas
Der Weg jenseits der Sackgasse hängt mit dem Kreuz und mit Jesus Christus zusammen: Das Leben Jesu war am Kreuz anscheinend zu Ende. Eine Sackgasse. Aber der christ-liche Glaube sagt: Das stimmt gar nicht! Die Auferweckung Jesu zeigt, dass das Leben weitergeht. Dass keine Lage hoff-nungslos ist. Es gibt Grund zu hoffen und Grund, die richtigen Schritte zu tun. „Da kommt noch was.“ Ich weiß nicht, wie wir wirklich aus unseren verschiedenen Sackgasse kommen. Aber ich habe eine Ahnung, dass es immer noch eine Mög-lichkeit gibt. Für die ganze Schöpfung. Für uns als Mensch-heit. Für jede und jeden Einzelnen von uns …

Inge
Und weil ich das glaube, hab keine Angst davor, genau hinzu-schauen: auf die Zustände in der Welt; auf mich selbst. „Beichte“ nennen wir das, wenn wir unser Leben genau be-trachten – und wissen, dass wir uns nicht in einer Sackgasse befinden. Es gibt Möglichkeiten umzukehren oder umzustei-gen. Es gibt für jede und jeden von uns einen Weg aus der Sackgasse …

Thomas
Gott will uns aus der Sackgasse holen. Wir müssen uns dafür umkehren, uns umdrehen, in eine andere Richtung blicken, weg von uns selbst, den Blick frei bekommen für eine neue Perspektive, für Gottes Reich. Da kommt noch was – da bin ich sicher!
AMEN

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

Lied EG 395 Vertraut den neunen Wegen

ABENDMAHL

Sündenbekenntnis : (stehend) Thomas
Als Jesus gefragt wurde,
was denn das wichtigste Gebot ist, antwortete er:
Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben:
von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit all deiner Kraft. Und deinen Nächsten wie dich selbst.
Denn Gott ist Liebe,
und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott. Und Gott in ihm.
An Gott und unseren Mitmenschen aber werden wir schuldig.
Täglich versündigen wir uns an ihnen. Wenn ihr das auch so seht und um Vergebung der Sünden bittet, so sprecht:
Gott vergib mir meine Sünde und Schuld.

G: Gott vergib mir meine Sünde und Schuld.

Absolution: Thomas
Gottes unerschöpfliche Barmherzigkeit heilt eure Herzen. Im Auftrag unseres Herrn, Jesus Christus und als ordentlich Be-rufener Diener der Kirche Jesu Christi verkünde ich euch die Vergebung aller eurer Schuld- im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Der Friede des Herrn sei mit euch allen.
Euch geschehe, wie ihr glaubt.

Danksagung (Präfation): (sitzend) Thomas

Lied Sanctus

Einsetzungsworte: Thomas
Unser Herr Jesus Christus / in der Nacht, da er verraten ward / nahm er das Brot / dankte und brach's / und gab's seinen Jüngern / und sprach: Nehmet hin und esset / das ist mein Leib (+) / der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl / dankte / gab ihnen den / und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus / dieser Kelch ist das neue Testament (+) in mei-nem Blut / das für euch vergossen wird / zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächt-nis.

Vater unser: (stehend) Thomas
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

Lied EG 190.2 "Christe, du Lamm Gottes" (stehend)

Friedensgruß: Thomas
Der Friede des Herrn sei mit euch allen. Keiner sei gegen den anderen, keiner in sich verschlossen. Vergebt, wie euch ver-geben ist, nehmt einander an, wie Christus euch angenom-men hat zum Lobe Gottes.
(Einladung zum Händereichen)

Austeilung: Thomas

Lobpreis: Thomas
Dankbar will ich sein
und mich von Herzen freuen,
dankbar sein und nicht vergessen,
wie viel Gutes ich erfahren habe:
Meine Schuld wird mir vergeben;
meine Verletzungen werden geheilt;
wenn ich keinen Ausweg mehr sehe,
wird mir das Leben wieder geschenkt.
Den verlorenen Mut gewinne ich zurück
und bin froh, neu beginnen zu können.
(nach Psalm 103,1-5)

Fürbittengebet (Franz von Assisi): Thomas
O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich Liebe übe, wo man sich hasst,
dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt,
dass ich verbinde, da, wo Streit ist,
dass ich die Wahrheit sage, wo der Irrtum herrscht,
dass ich den Glauben bringe, wo der Zweifel drückt,
dass ich die Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält,
dass ich ein Licht anzünde, wo die Finsternis regiert,
dass ich Freude mache, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass du mich trachten:
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer da hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, erwacht zum ewigen Leben.
Amen.

Lied EG 170 Komm Herr segne uns

Bekanntmachungen: Thomas
Kollekte: Eigene Gemeinde

Tagesspruch: Gerechtigkeit erhöht ein Volk; aber die Sünde ist der Leute Verderben: Spr. 14,34

Nächste Gottesdienste:
Sonntag, 25. November 2018 mit Pfrin. Ehlers

9:30 Uhr Gottesdienst zum Totensonntag in Kempfenbrunn

11:00 Uhr Andacht auf dem Friedhof in Flörsbach

* Segen: Thomas
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein An-gesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.

Lied EG 487 Abend ward bald kommt die Nacht
  Thema: Abendgottesdienst am Drittl.Sonntag im Kirchenjahr, 11.11.18
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 11.11.2018 20:29   Titel: Abendgottesdienst am Drittl.Sonntag im Kirchenjahr, 11.11.18
Abendgottesdienst am Drittletzter Sonntag
im Kirchenjahr
18.00 Uhr Ev. Kirche Kempfenbrunn
11.11.2018
Text: Lukas 18, 1-8

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Thema heute: Die Kraft des Betens.

*Lied EG 147 Wachet auf ruft uns die Stimme

*Eingangspsalm:
Psalm EG 735
Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Die Welt ist nicht so, wie sie sein sollte.
Manchmal denken wir: Gott ist weit weg,
er kennt mich nicht und hört nicht, wenn ich
bete.
Lasst uns Gott um Erbarmen bitten:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Dann aber erleben wir, dass wir bekommen,
was wir zum Leben brauchen, dass Gott für uns
da ist, dass er uns kennt und hört, wenn wir
beten.
Dafür lasst uns Gott loben:

*Kollektengebet:
Lasst uns beten:
Gott, du Trost der Traurigen und Stärke der
Schwachen, höre die Bitten der Menschen,
die in Bedrängnis und Not nach dir rufen,
dass sie deine Hilfe erfahren und dich loben und
preisen. Wir bitten dich durch Jesus Christus,
unseren Herrn,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt
und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
G: AMEN

* Schriftlesung: Lk 17, 20-24
20 Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man's beobachten kann;
21 man wird auch nicht sagen: Siehe, hier ist es!, oder: Da ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.
22 Er sprach aber zu den Jüngern: Es wird die Zeit kommen, in der ihr begehren werdet, zu sehen einen der Tage des Menschensohns, und werdet ihn nicht sehen.
23 Und sie werden zu euch sagen: Siehe, da!, oder: Siehe, hier! Geht nicht hin und lauft ihnen nicht nach!
24 Denn wie der Blitz aufblitzt und leuchtet von einem Ende des Himmels bis zum andern, so wird der Menschensohn an seinem Tage sein.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 246, 1-4 Ach bleib bei uns Herr Jesu Christ

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde!
"Ich habe so darum gebetet, damals, dass ich wieder eine Stelle in meinem erlernten Beruf finde", sagte der Mann, "Gott aber hat einfach nicht gehört! Viele Monate bin ich arbeitslos gewesen. Dann konnte ich an einer Umschulungsmaßnahme teilnehmen für einen neuen Beruf, zu dem ich keinerlei Neigung verspürt habe. Heute bin ich zwar wieder im Arbeitsleben, aber dass ich nicht mehr machen kann, was ich gelernt habe, tut immer noch weh. Und irgendwie hadere ich auch noch mit Gott, dass er mich diesen Weg geführt hat."

Eine Mutter erzählt: "Meine Tochter war 15, als ich ihr Vertrauen verloren habe. Ich weiß bis heute nicht, warum und ob ich irgendeinen Anlass dazu gegeben hatte. Sie zog sich auf einmal ganz in sich zurück. Sie sprach nur noch das Nötigste mit mir und ließ mich nicht mehr teilhaben an ihrem Leben, was sie beschäftigt, was sie denkt und wer ihre Freunde sind... Wie oft habe ich gebetet, dass sie zu mir zurückfindet, dass es wieder wie früher ist, wir wieder miteinander sprechen können. Nichts ist besser geworden seitdem? Es ist, als ob meine Gebete ins Leere gegangen wären. Heute ist meine Tochter 18. Sie lebt noch bei uns, aber sie behandelt mich wie eine Fremde. Furchtbar ist das. Lange kann ich das nicht mehr ertragen."

Wovon würden wir sprechen, wenn es um unser Beten geht und darum, ob Gott uns erhört oder geschwiegen hat? Wollten wir nicht gesund werden - die Krankheit ist bis heute geblieben. Wollten wir nicht diese Last ablegen können, die uns schon so viele Jahre quält - liegt sie nicht noch immer auf unseren Schultern? Und von wie vielen verpassten Chancen könnten wir erzählen - und wir hatten doch zu Gott gefleht, dass er uns einmal nicht vergisst, uns gewährt, worum wir ihn bitten. Dabei gibt es doch genug Menschen, die würden bezeugen, dass Gott ihnen geholfen hat, dass ihre Gebete gehört und er ihnen geschenkt hat, was sie ihn gebeten haben. Vielleicht sind ja auch unter uns jetzt solche, die was das Beten angeht weniger von enttäuschter Hoffnung als von Erfüllung und guten Erfahrungen berichten könnten. Aber woran liegt das? Beten diese Menschen anders? Können sie's besser? Haben sie ein "Rezept" wie man bei Gott "erfolgreich" betet?

Das sind gewiss sehr heikle Fragen. Sie sind besetzt mit vielen Gefühlen, mit Schmerz, Traurigkeit und Enttäuschung. Trotzdem: Es liegt auch viel Verheißung darin, vielleicht zu einem Beten zu finden, das bei Gott etwas erreicht, unser Leid wendet und ein wenig mehr Glück und Zuversicht in unser Leben bringt. Darum fragen wir wirklich einmal, wie wir beten?

Manche Menschen sind in ihrem Gebet sehr zaghaft. Ganz tief in ihrem Innern haben sie Angst davor, Gott mit ihren Sorgen zu behelligen. Der große Gott hat doch gewiss anderes zu tun, als ihre Bitten anzuhören! Und die sind auch noch so persönlich! Darf man denn seine eigenen Wünsche vortragen? Ist das nicht unangemessen, Gott um Kleinigkeiten wie die eigene Genesung anzugehen, wenn in der großen Welt Millionen nichts zu essen und kein Dach über dem Kopf haben?

Andere bleiben nicht beharrlich bei ihrem Beten! Kaum haben sie ein-, zweimal ihre Wünsche vor Gott gebracht, da lassen sie ihre Bitten schon wieder fallen. Und sie sagen dabei: Gott hört ja doch nicht. - Aber vielleicht hätte Gott zu seiner Zeit doch geholfen? Vielleicht will er auch durch unsere Treue beim Beten sehen, wie ernst es uns ist und wie wichtig unsere Anliegen? Wenn wir unseren Wunsch wieder und wieder aussprechen, spricht das nicht wirklich dafür, dass uns etwas sehr viel bedeutet?
Viele Menschen trauen sich auch gar nicht, mit ihren eigenen Worten zu Gott zu kommen. Sie meinen, im Abendgebet, das sie seit ihrer Kindheit sprechen, wäre auch alles eingeschlossen, was sie beschäftigt und was sie sich von Gott erhoffen. Aber ist Gott nicht unser Vater? Würden wir mit unserem menschlichen Vater in vorgefertigten Worten reden? Ja, müssen wir bei unserem Vater denn wirklich darauf achten, dass unsere Worte wohlgesetzt sind? Wird er uns nicht auch verstehen, wenn wir einfach aussprechen, wie uns in unserem Herzen zumute ist?

Dann gibt es sicher auch noch die Menschen, die beim Beten einfach nicht mehr so unbefangen und hoffnungsvoll sind. Zu oft sind sie schon enttäuscht worden. Und vielleicht ist heute eine gewisse Bitterkeit und Resignation in ihnen. Doch: Sie beten noch - aber ohne all zuviel Vertrauen. Sie haben das Gespräch mit Gott nicht ganz eingestellt - aber es liegt nicht mehr viel ehrliche Erwartung darin. Groß und alles überragend steht ihre Erfahrung dem Glauben an die Macht des Gebets im Weg. Wir wollen jetzt auf den Predigttext zu diesem Sonntag hören, er steht bei Lukas 18, 1-8. Ich finde, er kann uns hier weiterführen. Er spricht über ein Beten, das bis zu Gottes Ohr vordringt, ein Beten, das erreicht, was es will:

Er sagte ihnen aber ein Gleichnis darüber, dass sie allezeit beten und nicht nachlassen sollten, und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der fürchtete sich nicht vor Gott und scheute sich vor keinem Menschen. Es war aber eine Witwe in derselben Stadt, die kam zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht gegen meinen Widersacher! Und er wollte lange nicht. Danach aber dachte er bei sich selbst: Wenn ich mich schon vor Gott nicht fürchte noch vor keinem Menschen scheue, will ich doch dieser Witwe, weil sie mir so viel Mühe macht, Recht schaffen, damit sie nicht zuletzt komme und mir ins Gesicht schlage. Da sprach der Herr: Hört, was der ungerechte Richter sagt! Sollte Gott nicht auch Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er's bei ihnen lange hinziehen? Ich sage euch: Er wird ihnen Recht schaffen in Kürze. Doch wenn der Menschensohn kommen wird, meinst du, er werde Glauben finden auf Erden?

Liebe Gemeinde, ziemlich unverschämt diese Witwe! Sollen wir es ihr wirklich gleich tun? Und ziemlich fragwürdig, wie sich dieser Richter verhält! Soll er etwa ein Bild für unseren himmlischen Vater abgeben?

Aber lassen wir uns davon nicht beirren. Wir wissen doch, wie anstößig Jesus immer wieder erzählt hat, um aufhorchen zu lassen und am Ende seine Botschaft in die Ohren und die Herzen zu sagen. Denken wir doch nur an die Arbeiter im Weinberg: Gewiss war es nicht richtig, den ganzen Tag müßig herumzustehen und dann nur noch eine Stunde zu arbeiten - aber so wird deutlich, wie gütig Gott ist, und dass er möchte, dass alle Menschen leben können und ihr Auskommen haben! Oder denken wir an den Verlorenen Sohn: Ist das nicht empörend? Alles hat er durchgebracht und verprasst und doch nimmt ihn der Vater auf mit offenen Armen. Aber erkennen wir nicht gerade an dem, was uns in dieser Geschichte aufregt, wie lieb der Vater im Himmel alle seine Kinder hat - und eben auch die, die sich von ihm abgewendet haben?

Und genau so ist es auch hier: Fragen wir nicht nach der Unverschämtheit der Witwe oder nach dem fragwürdigen Verhalten des Richters. Fragen wir, was uns über rechtes, "erfolgreiches" Beten gesagt wird: "Schaffe mir Recht!", so spricht die Witwe kein bisschen ängstlich oder ehrfurchtsvoll vor dem hohen Richter! Sie weiß, was sie will und sie trägt es vor. Auch hat sie keine Scheu, ihre eigene Sache zu vertreten: Um ihr Recht geht es. Sie will etwas für sich! - Wie geht es weiter: "Aber er wollte lange nicht!", heißt es. Die Frau aber lässt nicht locker. Wir können uns vorstellen, dass sie immer wieder vorstellig wird. Vielleicht lauert sie dem Richter sogar auf, wenn der zum Feierabend auf dem Weg nach Hause ist? Vielleicht besucht sie ihn sogar in seinem Haus, um ihm zu zeigen, dass er sie nicht los wird, dass sie nicht aufsteckt, bis er ihr gibt, was sie von ihm fordert? Und er tut's: "Ich will dieser Witwe, weil sie mir so viel Mühe macht, recht schaffen", sagt schließlich der Richter. Beharrlichkeit führt zum Ziel! Die Frau lässt sich nicht abwimmeln. Ihre enttäuschenden Erfahrungen können sie nicht entmutigen. Sie bleibt dran und erreicht, was sie will: ihr Recht!

Aber erinnern wir uns: Der Richter wird ungerecht genannt! Gott aber ist gerecht! Darum hat unser Beten zu ihm gewiss noch viel mehr Verheißung! "Sollte Gott nicht auch Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er's bei ihnen lange hinziehen?"

Liebe Gemeinde, lassen wir uns von Jesu Worten ermutigen, dazu anstoßen, dass wir mit einem neuen, anderen Beten vor Gott kommen: Dass wir nicht zaghaft und ängstlich unsere Bitten vortragen, sondern wie Menschen, denen es ausdrücklich erlaubt ist, auch ganz persönliche Dinge, Fragen und Wünsche auszusprechen. Dass wir beharrlich beim Beten sind, nicht gleich aufgeben, wenn die Hilfe ausbleibt oder sich nicht erfüllt, was wir von Gott erflehen. (Martin Luther hat - ähnlich unverschämt wie die Witwe in der Geschichte - gesagt: "Du musst Gott im Gebet die Ohren reiben, bis sie heiß werden!") Dass wir auch unsere ganz eigenen Worte beim Beten finden; sie müssen nicht wohl bedacht und trefflich formuliert sein. Der Vater versteht die Sprache seines Kindes! Und schließlich lassen wir uns von Jesu Worten dahin führen, dass wir niemals die Hoffnung verlieren. Es gibt ja doch hinter allem Beten und Erhören einen Vorbehalt, den der himmlische Vater macht: Er wird uns niemals geben, was schlecht, was nicht dienlich für uns ist. Darum wollen wir auch da, wo vermeintlich gar keine Antwort auf unser Gebet kommt, nicht das Vertrauen verlieren. Gott hat uns gehört. Gott wird uns antworten - aber dann und so, wie er es für richtig hält.

Ich wünsche den beiden Menschen, von denen ich am Anfang gesprochen habe, dass auch sie zur rechten Zeit und auf eine sie beglückende Weise erleben, dass Gott ihr Gebet erhört. Ich wünsche uns allen, dass wir bei unserem Gebet ein bisschen dem Beispiel der Witwe in der Geschichte Jesu folgen - und dadurch - und immer wieder in unserem Leben - die Wahrheit dieses Wortes erfahren: "Sollte Gott nicht auch Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er's bei ihnen lange hinziehen?"
Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 152 Wir warten dein o Gottes Sohn

* Fürbittengebet:
Lasst uns beten zu Gott,
der in Jesus der Welt seine Liebe geschenkt hat,
lasst uns rufen:

G.: Herr, erbarme dich.

Für alle, die das Warten aufgegeben und sich in
einem unveränderlichen Alltag
eingerichtet haben, dass sie sich neu
auf den Weg machen, um die Spuren deiner
Gegenwart zu suchen.
Für sie rufen wir zu dir:

G.: Herr, erbarme dich.


Für alle, die müde geworden sind an ihrem
Leben:
für die Mütter und Väter, die sich aufzehren in
Mühe und Arbeit für ihre Familien.
Für die Menschen, die Zeit und Kraft aufopfern
für andere, dass sie deine Hilfe spüren und
neuen Mut gewinnen.
Für sie rufen wir zu dir:

G.: Herr, erbarme dich.

Für alle, die enttäuscht und resigniert sind,
weil ihr Eintreten für eine bessere Welt scheinbar
ohne Wirkung bleibt.
Für die Menschen, die unsere Umwelt schützen
und bewahren wollen.
Für die Menschen, die für den Frieden eintreten,
dass sie den Glauben an deine
Friedensverheißung
und an deine Segenszusage nicht verlieren.
Für sie rufen wir zu dir:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir beten für uns,
weil wir oft hoffnungslos, müde und enttäuscht
sind.
Stärke uns und mach uns bereit, zu warten auf
dein Reich, das mitten unter uns ist und das du
uns verheißen hast. Tröste und
ermutige uns mitzuhelfen,
dass die Zeichen deiner Nähe und Liebe
in der Welt sichtbar werden.
Für sie rufen wir zu dir:

G.: Herr, erbarme dich.

-------------------stilles gebet-----------------------------

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 487 Abend ward bald kommt die Nacht

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Eigene Gemeinde

Wochenspruch: Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils! 2. Kor. 6, 2

Nächster Gottesdienst

Sonntag, 18. November 2018 mit Pfrin. Ehlers

9:30 Uhr Gottesdienst zum Volkstrauertag


Abkündigungen

Sonntag, 18. November 2018

9:30 Uhr Kindergottesdienst in Kempfenbrunn im Gemeindehaus

* Votum:
Möge Gott uns stärken,
dass wir unsere Gaben nutzen,
zu heilen
und nicht zu schaden,
zu helfen
und nicht zu behindern,
zu segnen
und nicht zu fluchen,
miteinander an Gottes Gerechtigkeit zu bauen.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gottesdienste am 23. Sonntag nach Trinitatis, 04.11.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 04.11.2018 12:56   Titel: Gottesdienste am 23. Sonntag nach Trinitatis, 04.11.2018
Gottesdienst am 23. Sonntag nach Trinitatis
09.00 Uhr Kirchraum im DGH Hesseldorf mit Totengedenken
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach mit Totengedenken
04.11.2018
Text: Johannes 15, 18-21

* Lied EG 136, 1 O komm du Geist der Wahrheit

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde in Schlierbach, ich heiße Sie und euch alle herzlich willkommen zum GD 23. S. n. Trinitatis.
Das Thema dieses Gottesdienstes lautet: Glaube stößt auf wenig Gegenliebe. In Jesus Christus begegnen sich die irdische und die himmlische Welt.
Das führt zu unvermeidlichen, heftigen Konflikten zwischen diesen Welten. Sie treffen Jesus selbst, aber auch alle Menschen, die ihm nachfolgen.
Auf Jesus Christus hinweisen, zu ihm hinführen,
ihn bezeugen im Reden, im Tun, wenn es sein soll, im Leiden:
dazu sind wir berufen.
Wie oft vergessen wir aus Angst oder aus Bequemlichkeit unsere Berufung.
Nimm von uns, Gott, unsere Trägheit, unsere Furcht vor den Menschen, und gib, dass wir dir dienen
mit allem, was wir tun und lassen.
Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen
Ich wünsche uns allen hier, heute Morgen einen mutmachenden Gottesdienst.

*Lied EG 324, 1-5 Ich singe dir mit Herz und Mund

*Eingangspsalm:
Es ist niemand heilig wie der Herr, außer dir ist keiner,
und ist kein Fels, wie unser Gott ist.
Laßt euer großes Rühmen und Trotzen,
freches Reden gehe nicht aus eurem Munde;
denn der Herr ist ein Gott, der es merkt,
und von ihm werden Taten gewogen.
Der Bogen der Starken ist zerbrochen,
und die Schwachen sind umgürtet mit Stärke.
Die da satt waren, müssen um Brot dienen,
und die Hunger litten, hungert nicht mehr.
Die Unfruchtbare hat sieben geboren,
und die viele Kinder hatte, welkt dahin.
Der Herr tötet und macht lebendig,
führt hinab zu den Toten und wieder herauf.
Der Herr macht arm und macht reich;
er erniedrigt und erhöht.
Er hebt auf den Dürftigen aus dem Staub
und erhöht den Armen aus der Asche,
daß er ihn setze unter die Fürsten
und den Thron der Ehre erben lasse.
Denn der Welt Grundfesten sind des Herrn,
und er hat die Erde darauf gesetzt.
Es ist niemand heilig wie der Herr, außer dir ist keiner,
und ist kein Fels, wie unser Gott ist.
Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Herr Jesus Christus! Wie gern teilen wir unser Leben in Bereiche ein, die mit dir zu tun haben und in die anderen, die allein uns gehören. In der Kirche lassen wir uns von dir etwas sagen - im Alltag gilt ein anderes Wort, ein anderes Gesetz. So machen wir dir keine Ehre. So sind wir schlechte Zeugen deiner guten Sache! So bestreiten wir dir deine Herrschaft über unser ganzes Leben und rufen um erbarmen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Gott will Menschen, die in ihrem Denken, Reden und Handeln zeigen, dass sie von Gott und seiner Güte leben. Alles was wir tun und sagen soll den Ruhm deines Namens verkünden. Unser ganzes Leben, unser Alltag und unser Sonntag soll Zeugnis und Hinweis auf Gott sein und ihn preisen.In der Gemeinschaft der Völker singen wir sein Lob:

*Kollektengebet:
Lasst uns beten:
Allmächtiger, ewiger Gott,
lenke du unsere Schritte, wie es dir gefällt.
Zeige uns unsere Aufgaben in dieser Welt
und gib uns Kraft und Mut, sie zu erfüllen.
Durch Jesus Christus, unseren Herrn,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert
in alle Ewigkeit.

G: AMEN

* Schriftlesung: Römer 13, 1-7
Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet.
Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt der Anordnung Gottes; die ihr aber widerstreben, ziehen sich selbst das Urteil zu.
Denn vor denen, die Gewalt haben, muß man sich nicht fürchten wegen guter, sondern wegen böser Werke. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so tue Gutes; so wirst du Lob von ihr erhalten.
Denn sie ist Gottes Dienerin, dir zu gut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst: sie ist Gottes Dienerin und vollzieht das Strafgericht an dem, der Böses tut.
Darum ist es notwendig, sich unterzuordnen, nicht allein um der Strafe, sondern auch um des Gewissens willen.
Deshalb zahlt ihr ja auch Steuer; denn sie sind Gottes Diener, auf diesen Dienst beständig bedacht.
So gebt nun jedem, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer gebührt; Zoll, dem der Zoll gebührt; Furcht, dem die Furcht gebührt; Ehre, dem die Ehre gebührt.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 351, 1-3 Ist Gott für mich so trete

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.
Predigt zu Johannes 15,18-21

18 Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat.
19 Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt.
20 Gedenkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten.
21 Aber das alles werden sie euch tun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.

Liebe Gemeinde, zwei Menschen mit ganz unterschiedlichen Auffassungen treffen sich. Sie kommen ins Gespräch, erzählen von ihren Erlebnissen und Erfahrungen. Dabei wird deutlich, wie die Erfahrungen sie geprägt haben und welche Einstellungen und Meinungen sie sich gebildet haben.

Der eine hat viel Schönes erlebt, hat eine unbeschwerte Kindheit gehabt, dann selber eine eigene Familie gegründet, eine gute Arbeit gefunden und behalten, alles läuft nach Wunsch. Dieser Mensch ist rundum zufrieden, er denkt positiv, freut sich am Leben.

Bei dem anderen ist es genau umgekehrt. Schon die Kindheit war schwer. Keiner hat sich so richtig um ihn gekümmert, überall musste er sich alleine durchbeißen. Viele Träume sind geplatzt, viele Enttäuschungen gab es. Eine eigene Familie hat er nicht, und Arbeit findet er nur hin und wieder mal als Gelegenheitsarbeiter. Aber lange hält das nie. Dieser Mensch ist im Laufe der Jahre hart und bitter geworden. Das Leben ist ihm eine Last, skeptisch und mürrisch betrachtet er alles, was auf ihn zukommt. Es wird sowieso nichts Gutes für mich sein, denkt er.

Wenn diese zwei Menschen sich begegnen, dann prallen zwei Welten aufeinander. Jeder hat eine andere Sicht vom Leben und den Dingen gewonnen. Es fällt ihnen schwer, die Erfahrungen des anderen nachzuvollziehen. Sie sprechen unterschiedliche Sprachen. Der eine glaubt an das Gute, sieht alles positiv, der andere erwartet nichts mehr vom Leben, er hält die Welt und die Menschen für abgrundtief schlecht. Wenn diese beiden über ihre Ziele und den Sinn des Lebens sprechen, dann kommen sie nie und nimmer auf einen gemeinsamen Nenner.
Zwei Welten prallen aufeinander. So ist das auch bei dem, was Johannes in seinem Evangelium beschreibt. Hier scheint es so, als seien die irdische und die himmlische Welt zwei Mengen, die überhaupt nichts gemeinsam haben, zwei entgegengesetzte Pole. Als Jesus Christus auf die Welt kam, sind diese beiden Welten dichter zusammengerückt. In ihm bildet sich eine Schnittmenge. Aber das geschieht nicht ohne Reibungen. Die „Welt“ entwickelt Abwehr, versucht, das Neue und Andersartige zu bekämpfen und zu verdrängen. Christen gehören durch die Taufe in den Herrschaftsbereich Jesu Christi, in die Schnittmenge. Jesus hat uns dazu berufen. Dadurch ist die Gemeinsamkeit mit der übrigen Welt geringer geworden. Sie bleibt gottlos. Wenn sie dann gegen den Bereich des Göttlichen kämpft und ihn wieder hinausdrängen will, dann trifft diese Ablehnung nicht nur Jesus Christus selbst, sondern auch alle, die zu ihm gehören.

An dieser Stelle des Johannesevangeliums bereitet Jesus seine Jünger auf seinen Abschied, sein Leiden, Sterben und Auferstehen vor. Er kündigt ihnen an, womit sie zu rechnen haben, was auf sie zukommt. Sie sollen nicht erwarten, dass sie sich mit ihrem Glauben beliebt machen und auf Gegenliebe stoßen. Die, die ohne Gott leben, werden sie nicht verstehen und als Fremdkörper betrachten. Fremdheit verunsichert, stößt auf Abwehr und Ablehnung. Diese Ablehnung kann so stark sein, dass Hass entsteht. Dass merken wir gerade wieder in unserer Zeit ganz deutlich. Stärkere negative Gefühle als Hass kann es gar nicht geben. Dieser Hass kann sich in Verfolgung, Zerstörung und sogar in dem Willen zum Töten entladen. An Jesus ist das so geschehen, und viele Christen hat dieses Schicksal in der Nachfolge Jesu auch so getroffen und es trifft sie auch heute noch.

Eigentlich haben Menschen überhaupt keinen Grund dafür, Jesus zu hassen. Das betont Jesus auch in seiner Rede ein paar Verse weiter, wenn er das Psalmwort zitiert: „Sie hassen mich ohne Grund.“ Gott hat Jesus Christus doch aus Liebe zur Welt gesandt. Er wollte sie für sich gewinnen, um ihre Gegenliebe werben. Jesus ist ganz offen und ehrlich den Menschen gegenübergetreten, ohne Macht und Gewalt. Er hat lieber Leiden auf sich genommen, als Leiden zu verursachen. Er wollte Liebe verkündigen, wollte, dass das Miteinander durch Liebe geprägt ist. In dem Abschnitt vor dem heutigen Predigttext ist dies ausdrücklich ausgeführt und bestätigt.

Da der Predigttext so deutlich vom Hass spricht, ist es sinnvoll, sich noch ein bisschen ausführlicher mit diesem Begriff bzw. diesem Gefühl zu beschäftigen.
Wie steht es eigentlich bei uns Christen mit dem Hass?

Haben Sie schon mal jemanden gehasst? Darf ich als Christ überhaupt Hass als Gefühl zulassen? Wenn wir Hass empfinden, müssen wir uns dessen schämen, ihn verstecken oder unterdrücken?

Hass gegenüber Dingen oder Tätigkeiten kennen wir schon eher, und das finden wir auch nicht so schlimm. Manche Schüler sagen: „Ich hasse diese Hausaufgaben.“ Oder eine Hausfrau sagt: „Ich hasse das ständige Putzen.“, Ich sage, ich hasse das Bügeln und kaufe mir zunehmend Bügelfreie Hemden. Oder ein Arbeiter sagt: „Ich hasse diese monotone Arbeit.“ Für alle diese Ausbrüche gibt es Verständnis. Aber darf man einem anderen Menschen an den Kopf schleudern: „Ich hasse dich!“? Da muss uns schon jemand etwas ganz, ganz Schlimmes angetan haben. Da hat mich jemand schwerwiegend verletzt, mir das Liebste genommen, mir unendlich wehgetan. Dann könnte es vielleicht tatsächlich zu einem solchen Ausbruch kommen: „Ich hasse dich!“ Am häufigsten geschieht das, wenn eine große Liebe enttäuscht wurde und zerbricht. Wenn eine tiefe Kränkung erfolgt ist, dann kann Liebe in Hass umschlagen, dann können Wut und Rachegefühle entstehen. Vernünftiges Denken und Nüchternheit sind in solchen Momenten ausgeschaltet.

Wenn man über die Entstehung von Kriegen nachdenkt, dann wird deutlich, dass das Schüren von kollektivem Hass in der Bevölkerung ein wichtiges Mittel zur Vorbereitung eines Krieges ist. Der Gegner wird schlecht gemacht, als unmenschlich dargestellt, als böse bezeichnet, und es wird dazu aufgefordert, das Böse zu bekämpfen.
Wir sollten als Christen jegliche Form des Hasses zu vermeiden suchen, den kollektiven wie auch den individuellen. Hass setzt sich an die Stelle der Liebe, und das ist schlecht. Unser Handeln folgt dann einem ganz anderen Gesetz, als es sollte. Christliches Handeln soll von Liebe geprägt sein. Und unser Gesicht spiegelt auch immer etwas von unseren Empfindungen wider. Hass macht hässlich, und wer möchte schon hässlich sein? Ein liebevolles, gütiges Gesicht ist ein erfreulicher Anblick. Ein von Hass verzerrtes Gesicht ist entstellt, die Schönheit ist weg.

Was kann man aber gegen Hassgefühle tun? Es wäre bestimmt falsch, sie einfach so stehen zu lassen und sich damit abzufinden. Richtig wäre es, sie zu bearbeiten, den Verstand einzuschalten und zu überlegen: Was ist genau passiert? Worin besteht die Kränkung und Verletzung? Warum hat der andere mir das angetan? Gibt es einen Grund? Lässt sich das Geschehene erklären? Habe ich selbst etwas dazu beigetragen?
Als Christen können wir die Angelegenheit auch im Gebet vor Gott tragen. Wir können vor Gott unsere Klage und Verzweiflung äußern. Kann ich mit jemand anderem darüber sprechen? Ist mit dem Betroffenen eine Aussprache möglich? Durch Reden und Reflektieren wird der Druck möglicherweise kleiner. Schließlich stellt sich die Frage: Kann ich irgendwann dazu kommen, dem anderen zu verzeihen, was er mir angetan hat?

Es ist wichtig, eine solche Begebenheit so zu verarbeiten, dass die Macht des Hasses verschwindet und dass ich mit der Verletzung zu leben lerne, ohne dass es mich zu sehr belastet. Vielleicht lässt sich langfristig Hass durch Liebe und Vergebung überwinden. Ein Versuch dahin gehend ist wichtig und lohnend.

Wir leben in einem Land christlicher Kultur und Prägung. Deshalb sind wir wegen unseres Glaubens normalerweise nicht dem Hass und der Verfolgung durch andere Menschen ausgesetzt. Anderen Brüdern und Schwestern im Glauben ergeht es da teilweise leider anders. Sie bekommen das, was Jesus im Predigttext ankündigt, leidvoll zu spüren. An diese Glaubensgeschwister sollten wir denken und für sie beten, dass sie gestärkt und ermutigt werden.

Wenn wir als Christen leben, dann sollte sich das darin äußern, dass wir unser Leben nicht von Hass bestimmen, sondern unser Miteinander durch einen liebevollen Umgang geprägt sein lassen. Die Liebe Gottes soll auch durch uns in die Welt hineinwirken. Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 351, 5-6+9 Der, der hat ausgelöschet

* Fürbittengebet:
Herr, unser Gott, wir sind heute hier hergekommen, um eine Stunde der Besinnung und der Erhebung zu haben.
Wir wollten hier in deiner Kirche Kraft und Mut finden, Trost und Erbauung. Aber was wir heute gehört haben, hat uns vielleicht auch erschreckt: Du gibst nicht nur Kraft und neuen Lebensmut, du willst auch unser klares Zeugnis haben, dass Jesus Christus unser Herr ist und wir von ihm unsere Seligkeit empfangen.
Weil du uns durch Jesus Christus erlöst hast, gehört dir, Gott, unser ganzes Leben. Du willst, dass wir dir mit unserem ganzen Wesen dienen und uns mit unserem Reden und Handeln zu dir bekennen - zu jeder Zeit und überall.
Wir bitten dich, lass es uns wenigstens versuchen, dein Wort, dein Gesetz und deinen Anspruch auf unsere Zeit und unser ganzes Leben nach Hause mitzunehmen und dort zu verwirklichen. Wenn wir wieder denken: Das hat ja nichts mit meinem Glauben zu tun, dann rede du uns hinein! Wenn wir wieder so reden, als gelte dein Wille bei unserer Arbeit oder in unserer Freizeit nichts, dann erinnere uns daran, dass du der Herr der Welt, aller Menschen und jeder Stunde unseres Lebens bist. So lass uns eins werden mit dir, mit uns selbst und ein rechtes Bild und glaubhaftes Zeugnis für dein Evangelium abgeben.
Wir bitten dich für unseren verstorbenen Bruder Heinrich Werth aus Hesseldorf der im Alter von 87 Jahren verstorben ist. Nimm ihn auf in dein Himmlisches Heiligtum und tröste du die, die zurückbleiben. Mache uns offen und bereit für deinen Trost.
Guter Gott, lass uns aber auch erkennen, wie gut es ist, wenn Menschen eins mit sich selbst sind: Wenn ihr Denken, Reden und Handeln zusammenstimmt und sie sich nicht verstellen oder verbiegen müssen. Schenke uns Geborgenheit in unserem Glauben. Mach uns Freude daran, zu dir zu gehören. Gib uns Mut in allen Lebenslagen und -bereichen deine Kinder zu sein. Und Herr, mach uns dankbar, dass wir durch Jesus Christus deine Kinder sein dürfen.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte

* Bekanntmachungen:
Die heutige Kollekte ist bestimmt für das Projekte der Suchthilfe der Diakonie Hessen.

Leider hat die GNZ veröffentlicht, dass die Gedenkfeier zum 9. Nov. am 8. Nov. stattfinden würde. Dies ist falsch.

Wie schon im Kirchenblättchen richtig angekündigt, findet die Gedenkfeier am Freitag, 9. Nov 2018, um 19.00 Uhr in der katholischen Kirche mit verschiedenen Texten und mit Musik von Detlef Steffenhagen statt. Anschließend gehen wir zur ehemaligen Synagogein der Bleichgartenstraße, um die Kerzen für die uns bekannten vierzehn Wächtersbacher Mitbürger abzustellen, von denen wir wissen, dass sie umgekommen sind, nur weil sie Jüdinnen und Juden waren.

Der nächster Gottesdienst ist am kommenden Sonntag, 11. November um 16 Uhr in Wächtersbach. Wir feiern einen Familiengottesdienst an St. Martin mit dem Kinderchor und dem Kindergarten. Die Kinder des Kindergartens laufen Laterne nach dem Gottesdienst, es gibt für alle Punsch und Würstchen im Anschluss und der neue Pfarrer Herr Fabian Böhme wird im Gottesdienst vorgestellt. Herzliche Einladung an alle.

Am 29.10.2018 wurde auf dem Friedhof in Hessledorf, Heinrich Werth der im Alter von 87 Jahren verstorben ist, beerdigt. Am Ende eines Menschenlebens suchen wir Trost und Halt in der Heiligen Schrift im Psalm 23 heißt es:
Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.
AMEN

„Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginn der Ewigkeit in Gottes gnädigen Händen“. AMEN

* Votum:
Gott sei das Haus,
das uns Geborgenheit schenkt.
Gott sei der Berg,
der uns Gewissheit sichert.
Gott sei der Weg,
der uns führt.
Der Friede Gottes erfülle und schütze uns.
Damit segne uns Gott.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Reformationsgottesdienst zum 501. Geburtstag am 31.10.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 31.10.2018 20:44   Titel: Reformationsgottesdienst zum 501. Geburtstag am 31.10.2018
Reformationsgottesdienst am 31.10.2018
19.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach
Text: Matthäus 5, 1-12

* Lied EG 473, 1+2 Mein schönste Zier und Kleinod bist

* Begrüßung: Thomas
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Liebe Gemeinde,
ganz herzlich begrüße ich Sie zum Gottesdienst am Reformationstag. Wir wollen diesen Gottesdienst heute Abend als Geburtstag unserer Kirche feiern, wir wollen einige Stellen betrachten aus dem Leben von Dr. Martin Luther. Lassen Sie uns diesem Mann heute unter uns sein, wir wollen ihm gedenken, zurückgehen zur Entstehung unserer Kirche, dazu lade ich Sie herzlich ein.

Ich wünsche uns allen einen Mutmachenden Abendgottesdienst.

*Lied EG 341, 1-3 Nun freut euch liebe Christengemien

*Eingangspsalm: Inge

Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

In der Angst rief ich den HERRN an; und der HERR erhörte mich und tröstete mich.
Der HERR ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun?
Der HERR ist mit mir, mir zu helfen; und ich werde herabsehen auf meine Feinde.
Es ist gut, auf den HERRN vertrauen und nicht sich verlassen auf Menschen.
Es ist gut, auf den HERRN vertrauen und nicht sich verlassen auf Fürsten.
Alle Heiden umgeben mich; aber im Namen des HERRN will ich sie abwehren.
Sie umgeben mich von allen Seiten; aber im Namen des HERRN will ich sie abwehren.
Sie umgeben mich wie Bienen, sie entbrennen wie ein Feuer in Dornen; aber im Namen des HERRN will ich sie abwehren.
Man stößt mich, dass ich fallen soll; aber der HERR hilft mir.
Der HERR ist meine Macht und mein Psalm und ist [a ] mein Heil.
Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des HERRN behält den Sieg!
Die Rechte des HERRN ist erhöht; die Rechte des HERRN behält den Sieg!
Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen.
Der HERR züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis.
Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich durch sie einziehe und dem HERRN danke.
Das ist das Tor des HERRN; die Gerechten werden dort einziehen.
Ich danke dir, dass du mich erhört hast und hast mir geholfen.
Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.
Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen.

Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

Kommt lasst uns anbeten:

Halloween an Reformation: Thomas

Immer wieder sind viele Menschen und auch Theologen verärgert dass die Menschen Halloween am Reformationsfest feiern. Es wird behauptet das Halloween ein Produkt der USA ist. Nun habe ich mich mal schlau gemacht und folgendes von einer Freundin zur Entstehung zum lesen bekommen.

Halloween gründet sich auf das alte keltische Fest „Samhain“. Da die Kelten einen anderen Kalender als wir heute hatten war der 31. Oktober für die Kelten der letzte Tag im Jahr. In dieser Nacht, so glaubten die Menschen damals, würden die Geister, also, die Seelen der Toten, zu ihren Häusern zurückkehren. Jene Geister, die trotz der großen Feuer nicht den Weg nach Hause fanden, irrten umher, spukten durch die Nacht und erschreckten friedliche Menschen. Es waren Iren, die vor vielen Jahren begangen „Samhain“ mit dem Katholischen Feiertag „Allerheiligen“ zu vermischen. So entstand Halloween, die Nacht, in der man sich am Vorabend des 1. November mit furchtbaren Masken und Kostümen verkleidet, um das eigene Haus vor bösen geistern zu beschützen. Irische Auswanderer nahmen diesen Brauch mit nach Amerika, von wo aus er sich fast in der ganzen Welt verbreitete. Auch das Wort Halloween stammt aus dem Englischen: Der Abend vor Allerheiligen,
„All Hallows`Eve“ und schließlich zum heutigen Halloween.
Also kein von den USA gemachtes Fest des Konsums wie es immer heißt.

*Lied EG 243, 1-2 Lob Gott getrost mit Singen

* Lesung aus Galater 5, 1-6 Inge

1 Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!
2 Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, so wird euch Christus nichts nützen.
3 Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden lässt, dass er das ganze Gesetz zu tun schuldig ist.
4 Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid aus der Gnade gefallen.
5 Denn wir warten im Geist durch den Glauben auf die Gerechtigkeit, auf die man hoffen muss.
6 Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnitten sein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.

Selig sind die Gottes Wort hören und bewahren Halleluja

* Glaubensbekenntnis: Thomas

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 362, 1-4 Ein feste Burg ist unsere Gott

* PREDIGT:
- Kanzelgruß:Thomas
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Predigttext: Matthäus 5, 1-12 Inge
1 Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; und seine Jünger traten zu ihm.
2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:
3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
6 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
8 Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
9 Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
10 Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen.
12 Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.

Thomas
Liebe Gemeinde,
Die Deutschen mögen keine Reformen, schrecken zurück, wenn sie angekündigt werden und fahren lieber weiter im vertrauten Fahrwasser. So eine landläufige Meinung. Grund dafür ist die Befürchtung, dass wenn einer Reform sagt, er Einschränkungen und finanzielle Belastungen meint. Die Folge: Notwendiges unterbleibt.

So aber soll es mit unserem Glauben nicht sein, wenn Reformation angesagt ist. Diese Reform hieß und heißt bis heute:
• Besinnung auf das Wesentliche
• Hinwendung zu Gott
• Christus als Weg und Wahrheit und Leben erkennen.

Mit einem Ruck hatte Luther die Kruste der Zeiten weggerissen und den unverstellten Blick auf den funkelnden Diamanten des Evangeliums ermöglicht.
Und das hieß: Die Antwort auf die Frage, „wie selig werden?“, oder mit Luther gesprochen: „Wie kriege ich einen gnädigen Gott?“ lautete:
Allein durch den Glauben werden wir selig,
allein aus Gnade,
allein mit Jesus Christus und
allein die Heilige Schrift verbürgt das.

Damals waren die Menschen froh und fühlten sich von Lasten, sich die Seligkeit durch eigene Leistung erwerben zu wollen, befreit. Nicht der Kauf eines Ablasszettels, nicht die Aneinanderreihung guter Taten, nicht die Angst vor der Hölle bewirken die Seligkeit. Vielmehr schürt das noch die Angst, es könnte nicht genug sein.
Eine Szene in dem bekannten Luther-Film beschreibt das.

Man sieht Luther im nächtlichen Gebetskampf, verzweifelt ringend um die Zuneigung Gottes, immer wieder zurückgeworfen auf das Gefühl, nicht zu genügen. Er ringt mit seinen finsteren Gedanken wie mit Dämonen. Sein Beichtvater Johann von Staupitz wird unfreiwillig Zeuge seiner Qual. Er tritt in die Zelle, reisst sich sein Kruzifix von der Halskette, drückt es Luther in die Hand und sagt. „Martin, Du brauchst nur eines: Sage einfach: DEIN bin ich Christus, rette mich!“

Luther stellt dem Gedanken, das Heil verdienen zu müssen, die ihm schließlich geschenkte Offenbarung entgegen: Nicht was Du tust hilft zur Seligkeit. Nein: Glaube an den HERRN Christus und Du bist selig. Gott in SEINER Gnade schenkt Dir SEINE Liebe.
Die geschichtsmächtige Bewegung der Reformation begann.
Was aber bleibt von dieser Reformation?

Die Themen von damals sind verblasst, kirchliche Insiderthemen, so scheint es. Daran ändert der Jahrestag der Augsburger Konsenserklärung zur Rechtfertigung zwischen Protestanten und Katholiken nichts. Sie hat die Grabenkriege zwischen den Konfessionen beendet, die im 16. Jahrhundert die Kirche entzweit hat.

Die Frage nach der Seligkeit treibt heute Menschen nicht mehr um, vielmehr geht es um das gelingende Leben, um Glück. Nichts dagegen. Aber die entscheidende Frage bleibt dann offen. Menschen wenden sich von der Kirche ab, weil sie die Beantwortung ihrer Fragen nicht mehr von ihr erwarten und den Zusammenhang zwischen ihrem irdischen Glück und dem geschenkten Heil nicht mehr spüren.
Wir brauchen heute eine neue Reformation der Herzen. Und die fängt naturgemäß bei jedem Einzelnen an.
Eigentlich ist das nichts anderes als Buße.
Täglich, wie Luther meinte:
Hinwendung meines Lebens zu Gott
Von IHM alles erwarten.
Den Weg mit Jesus gehen, SEINER Wahrheit vertrauen.

Dazu gehört die in der Bibel zu lesen und das persönliche Gebet pflegen. Schlimm genug, das sagen zu müssen im Land der Reformation. Das ändert aber nichts daran, dass es richtig ist, wo doch heute Kinder biblische Geschichten nicht mehr kennen.
Richtig, in einem Land, dem die Bibel verloren zu gehen droht. Indiz dafür ist für mich, als damals vor ein paar Jahren bei der Markteinführung der technischen Errungenschaft von E-books, der Trendsetter mit dem Slogan warb: „Buch der Bücher“ Es hat kaum jemanden aufgeregt. Ich dachte immer, „Buch der Bücher“ sei die Bezeichnung für die Heilige Schrift.
Bibel lesen ist also die Empfehlung der Stunde. Die Bibel bringt uns nämlich die Stimme Jesu ganz nahe.

Der O-Ton Jesu in den Seligpreisungen der Bergpredigt führt uns zur Reformation des Herzens.
Empfangen und Senden als Grund und Haltung des Glaubens werden in den Seligpreisungen beschrieben, diesen Kernworten des Glaubens.
Immer wieder hat man in der Auslegungsgeschichte der Bergpredigt gemeint, das sei eher eine Zukunftsvision auf das künftige Reich Gottes, als eine Handlungsanweisung für Christen heute. Und natürlich sollen die Worte kein Leistungsprogramm für einen permanenten Marathon Christen zum Erwerb der Gottesgunst sein. Der würde scheitern an seiner eigenen Anstrengung. Und doch ist die Bergpredigt die verbindende Klammer des himmlischen und des irdischen Reiches Gottes.

Als meine Ur Oma im Sterben lag, sagte sie plötzlich laut und vernehmlich: „Sterben ist gar nicht schwer, ich bin jetzt schon selig“.
Das ist das Geheimnis Gottes und des Reiches Gottes hier und jetzt und dort und dann, die gemeinsame Überschrift: Selig – zu Gott gehörig.
Das empfangen wir als Geschenk Gottes. Diese „Seligsprechung“ passiert sozusagen von vorneherein. Schon bei unserer Taufe hieß es: „ICH habe Dich erlöst, ICH habe Dich bei Deinem Namen gerufen, Du bist MEIN“ (Jes. 43,1).
Ungewöhnlich, wir sind es von unserer katholischen Schwesterkirche gewohnt, dass besondere Menschen, nach Lebensleistungen eines Heiligmäßigen Lebens, selig- oder gar heiliggesprochen werden. Aber eben im Nachhinein.
Jesus legt diese Grundgedanken des Reiches Gottes in unser Herz, wenn wir auf Empfang schalten.

Irgendwie muss es ja in uns hinein, in unser Herz, in unser Denken, in unsere Seele: Du gehörst zu Gott, in Jesu Namen.
Da sind wir nur Empfangende, Menschen, die wissen, vor Gott sind unsere Hände leer, geistlich arm eben. Luther brachte es auf den Punkt mit seinem letzten Vermächtnis: „Wir sind Bettler, das ist wahr“ Aber trotzdem dürfen wir wissen: „dem, der Gott nichts bieten kann, bietet Gott die Freundschaft an“. So heißt es in der deutschen Version eines Gospelsongs.

Weil das so ist und wenn das für uns so ist, sind wir die Leuchtfeuer des kommenden Reiches Gottes, hier und jetzt.
Kleine Lichter vielleicht nur, aber dennoch. Christen können mit ihrem Glauben auf Sendung gehen.

Wir haben die himmlische Vision, ja Triebkraft im Herzen,
jetzt schon aufscheinen zu lassen, ja, Reich Gottes irdisch erlebbar zu machen, wohin Jesus mit SEINEN Worten führen will, hier zum erfüllten Leben, dort zum ewigen Leben.
Jeder, auch der Nichtglaubende kann spüren, dass die Ideen der Bergpredigt helfen und den Menschen gut tun. Eigentlich muss man sich wundern, dass nicht mehr daraus gemacht wird in Richtung Barmherzigkeit, Sanftmut, Frieden, Gerechtigkeit, Nachgeben, nicht immer zurückschlagen, teilen.

Sehen wir einmal die Zusagen Jesu in den Seligpreisungen als Beschreibung und Interpretation des „Selig seid Ihr“: Kinder Gottes, Gott schauen, satt werden, getröstet, das Erdreich besitzen, Barmherzigkeit erlangen,
im Himmelreich sein. Das alles hieße dann selig sein.
Die Worte lassen es spüren, schon jetzt,
ja, wir sind Kinder Gottes,
ja, Jesus hat uns Gott als den liebenden Vater schauen lassen,
ja, das Evangelium hebt das Oben und Unten vor Gott auf,
ja, wir sind getröstet,
ja, wir leben von der Barmherzigkeit,
ja, zwar besitzen wir das Erdreich nicht, aber wir spüren immer Zeichen der Macht der Liebe gleichzeitig spüren wir aber, da ist zwar eine Kraft in uns, aber zugleich ist es erst ein Anfang.
Tausend Beispiele unseres täglichen Erlebens zeigen uns, wie weit himmlisches und irdisches Gottesreich auseinander klaffen,
natürlich in uns und bei anderen auch,
im eigenen Privatleben
im Leben der Kirche, einer Gemeinde
in der Politik, in der Gesellschaft
und global.

Manche Probleme scheinen erst modern dazugekommen zu sein. Und schließlich: Scheitern gehört eben auch dazu, scheitern an den hohen Idealen. Aber trotzdem sind wir weiter als Kind Gottes geliebt.
Wir haben etwas empfangen und dürfen unverdrossen die Spuren des Reiches Gottes in unseren Alltag zeichnen, Spuren vielleicht nur, manchmal ein Leuchtfeuer, an dem andere sich orientieren. Meist aber haben wir mit uns selbst genug zu tun, die Spuren Gottes im eigenen Leben zu sehen, überwältigt von SEINER Barmherzigkeit und Geduld mit uns. Und dann damit, davon etwas auszuleben.

„Fange bei mir an“ kann denn auch die wichtigste Bitte sein, wenn wir die Seligpreisungen lesen.

„Fange bei mir an“.

HERR, fülle meine leeren Hände, meinen Sinn, meinen Glauben mit DEINER „Seligsprechung“, jeden Tag neu, dass ich DEINE Kraft spüre, DEINEN Impuls,
Lass mich barmherzig sein,
gib’ Kraft im Leiden, hilf Leid lindern,
mach mich zu einem sanftmütigen Menschen,
halte die Sehnsucht nach Gerechtigkeit wach,
schenk mir ein reines Herz,
mache mich zu einem friedfertigen Menschen,
gib mir Mut, von meinem Glauben zu reden.
Liebe Gemeinde, soviel steckt in uns und
möchte mit Gottes Hilfe Kraft entfalten.
Wagen wir die Reformation des Herzens heute neu.
AMEN

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. AMEN.

* Lied EG 341, 5-7 Nun freut euch liebe Christengemien

Beichtgebet: Thomas

In deine Hände lege ich meine unruhigen Gedanken, meine Ängste, meine Gefühle, mein Leben.
In deinen Schoß lege ich meinen müden Kopf, die Früchte meines Tuns und meine Sorgen.
Unter deinen Mantel lege ich meinen schutzlosen Leib,
meine verwundete Seele, meinen angefochtenen Geist.
In deine Hände lege ich meine Freunde, meine Feinde, mein Leben. Amen.
In einem Augenblick der Stille können Sie an das denken, was Sie inner¬lich beschäftigt, an das, was Sie belastet und bedrückt, aber auch an das, was Ihnen innerlich Zuversicht und Lebensmut gibt.
Augenblick der Stille

Absolution: Thomas
So frage ich euch, begehrt ihr Vergebung der Sünden, so antwortet ja nach Gottes Willem:
G: Ja, mit Gottes Willen
"Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen;
und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten."
Das sagt Christus zu seinen Jüngern.
Weil auch ihr seine Jünger seid, darum seid ihr frei, einander zu vergeben. So tut das auch, und lasst es die anderen spüren.

Wenn ihr aufrichtig bereut und bekennet, wird Gott euch durch Jesus Christus vergeben.

Im Namen des Vater und des Sohnes und des heiligen Geistes,
AMEN.

Hände reichen: Thomas

Wir reichen uns die Hände, suchen eine rechte und linke Hand und halten sie einen Augenblick lang fest. Eine Hand liegt in deiner Hand. Du spürst die Nähe und den Halt.

Jesus, umarme uns, schicke uns deine Botinnen, die uns trösten, wenn wir traurig sind, die ihre Freude mit uns teilen.
Jesus, umarme uns, schicke uns deine Engel, die bei uns sind, wenn wir Angst haben, die sagen: Fürchte dich nicht.

Jesus, umarme uns, schicke uns deine Boten, die uns in unseren Sorgen begleiten und uns mit ihrer Hoffnung anstecken.

Eine Hand liegt in deiner Hand und du spürst die Nähe und den Halt. Komm, sagt die Hand, ich halte dich fest. Wie gut, wenn ein Mensch dem anderen Menschen die Hand reicht. AMEN

* Lied EG 599 Selig seid ihr

* Fürbittengebet:

Thomas
Christus, lieber Herr und Meister,
du hast uns den rechten Sinn deines Wortes aufgetan.
Mehre und stärke unser Verständnis
und hilf dazu, dass wir auch danach leben und tun.
Dir sei Lob und Dank samt dem Vater und dem Heiligen Geist
in Ewigkeit.

Inge
Wandle uns, Christus, und erneuere deine Kirche.
Wir danken für die Reformation: Erneuerung des Glaubens
aus dem lebendigen Wort der Predigt
und den Gaben von Taufe und Abendmahl.
Wir danken für die Reformation:
Erneuerung der Gemeinden
aus dem Leben und Wirken
der Väter und Mütter im Glauben.

Thomas
Wir bitten um Reformation:
um einen wachen Umgang mit der Heiligen Schrift,
um lebendigen Gottesdienst,
um Gottesfurcht und Gottesliebe und um mehr Gottvertrauen.
Wandle uns, Christus, und erneuere deine Kirche.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn:

Vater unser: Thomas
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
AMEN.

* Bekanntmachungen: Inge
Kollekte: Für neue Gesangbücher der Gemeinde.

Gottesdienste sind am kommenden Sonntag, 04.11.2018
09.00 Uhr in Hesseldorf
10.00 Uhr in Wächtersbach

Der Wochensspruch steht im 1. Korintherbrief 3, Vers 11
„Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus“.

* Votum: Thomas
Möge dann und wann
deine Seele aufleuchten
im Festkleid der Freude.
Möge dann und wann
deine Last leicht werden
und dein Schritt beschwingt
wie im Tanz.
Möge dann und wann
ein Lied aufsteigen
vom Grunde deines Herzens,
das Leben zu grüßen
wie die Amsel den Morgen.
Möge dann und wann
der Himmel über deine Schwelle treten.

* Segen: Thomas
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.

* Lied EG 487 Abend ward bald kommt die Nacht
  Thema: Gottesdienst am 22. Sonntag anch Trinitatis, 28.10.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 28.10.2018 11:56   Titel: Gottesdienst am 22. Sonntag anch Trinitatis, 28.10.2018
Gottesdienst am 22. Sonntag nach Trinitatis
9.30 Uhr Ev. Kirche Kempfenbrunn mit Totengedenken
28.10.2018
Text: Matthäus 18, 15-20

* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist mit deiner Kraft

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Liebe Gemeinde herzlich willkommen zum GD am 22. S. n. Trinitatis
Das Thema dieses Gottesdienstes heute lautet: Aus der Befreiung durch Christus leben.

*Lied EG 452, 1-3 Er weckt mich alle Morgen

*Eingangspsalm:
Freuet euch des Herrn und seid fröhlich, ihr Gerechten,
und jauchzet, alle ihr Frommen.

Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind,
dem die Sünde bedeckt ist!
Wohl dem Menschen, dem der Herr die Schuld nicht zurechnet, in dessen Geist kein Trug ist!
Denn als ich es wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen.
Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir,
daß mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird. Darum bekannte ich dir meine Sünde und meine Schuld verhehlte ich nicht.
Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Übertretungen bekennen. Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde.
Deshalb werden alle Heiligen zu dir beten zur Zeit der Angst.
Darum, wenn große Wasserfluten kommen, werden sie nicht an sie gelangen.
Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten,
daß ich errettet gar fröhlich rühmen kann.

Freuet euch des Herrn und seid fröhlich, ihr Gerechten,
und jauchzet, alle ihr Frommen.
Kommt lasst uns anbeten!

*Aufforderung zum Bittruf:
Wir wissen es, Herr, täglich leben wir davon,
dass du uns aus Erbarmen unsere Schuld vergibst.
Aus uns selbst sind wir nichts, können wir nichts und
haben wir nichts. Alles ist von dir, ein Geschenk
deiner Güte. Wir aber verhalten uns immer wieder so,
als könnten wir unser Leben selbst machen und
verdankten uns selbst alles. Darum bitten wir:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Gott ist gnädig! Jeden Morgen neu lädt er uns ein,
uns allein auf ihn zu verlassen. Er beschenkt uns mit allem,
was wir zum Leben brauchen - und noch viel mehr als wir wirklich nötig haben kommt aus seiner Güte. Wir haben allen Grund, dankbar zu sein und Gott zu preisen. Lobsinget Gott, erhebt seinen heiligen Namen!

*Kollektengebet:
Herr, unser Gott, du hast uns in Jesus Christus dein Herz geöffnet. Wir sind mit dir in Ordnung, du willst uns unsere Schuld nachsehen und uns nicht strafen. Keines Lebens Länge kann nun reichen, dir in Dank und Freude zurückzuerstatten, was du uns schenkst. Aber hilf uns zu einem Leben, das an den Mitmenschen das Gute tut, das du uns zuerst getan hast. Dass wir die Gaben an sie weitergeben und ihnen Vergebung gewähren, die wir zuerst von dir empfangen haben durch unseren Herrn Jesus Christus.
G: AMEN

* Schriftlesung: Römer 7, 14 - 25
Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so gebe ich zu, daß das Gesetz gut ist.
So tue nun nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Denn ich weiß, daß in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht.
Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. Wenn ich aber tue, was ich nicht will, so tue nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt.
So finde ich nun das Gesetz, daß mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt. Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen.
Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüt und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist.
Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe?
Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn! So diene ich nun mit dem Gemüt dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde.

(Lob sei dir, o Christus. Halleluja.)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 404, 1-3+6+8 Herr Jesu, Gnadensonne

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Predigt zu Matthäus 18,15-20
15 Sündigt aber dein Bruder an dir, so geh hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen.
16 Hört er nicht auf dich, so nimm noch einen oder zwei zu dir, damit jede Sache durch den Mund von zwei oder drei Zeugen bestätigt werde.
17 Hört er auf die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und Zöllner.
18 Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein.
19 Wahrlich, ich sage euch auch: Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel.
20 Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.

Liebe Gemeinde,
schon immer richten Menschen ihren Blick wehmütig zurück. Früher sei alles besser gewesen, sagen sie. Die Jugend war höflicher. Die Ehen waren besser. Die Politiker waren fähiger und die Winter schneereicher. War es wirklich so? Ein Sprichwort sagt: „Die Erinnerung malt mit goldenem Pinsel.“ Sie neigt dazu zu verklären. Und doch ist diese Nostalgie verständlich. Wie sieht die Gegenwart aus? Oft nur Probleme und schlechte Nachrichten, im Nahen wie im Fernen. Wir hören davon, dass ein Bekannter schwer erkrankt ist, dass eine Ehe zu scheitern droht. Die Arbeitslosenzahlen erreichen ungeahnte Höhen, auch wenn im Moment mal ein Tiefstand erreicht sei wie lange nicht. Und erst die Welt im Großen! Da scheint es nur Probleme und Konflikte, Unfrieden und Katastrophen zu geben. Allein diese Terrorangst und diese Bombenbedrohung in den USA, die Gewalt die bis Gelnhausen und Wächtersbach die schon um sich greift, wie in dieser Woche zu lesne war mit dem Überfall einer jungen Frau die das Geld der Firma in einer Bank einwerfen wollte und überfallen wurde. Dass die Welt bei genauerer Betrachtung in früheren Zeiten anders aber nicht besser war, wird dabei leicht übersehen.

Wie auch immer: Die Sehnsucht nach Frieden und Harmonie ist groß; sie ist verständlich. Doch wo lassen sich solche Oasen finden? Schön wäre es, wenn die Kirche eine wäre. In gewisser Weise kann die Kirche auch eine Oase sein: Aus dem Alltag kurz auszubrechen, sich einfach fünf Minuten in eine Kirche zu setzen, zur Ruhe zu kommen, das ist wohltuend und kann die Gedanken ordnen. Genauso der Gottesdienst: beten, singen, die Musik, das Evangelium, die gute Botschaft Gottes hören. Doch auch die Kirche ist keine Insel der Seligen, kein Ort ungetrübter Harmonie. Es gibt in ihr wie überall den mal offen, mal weniger offen ausgetragenen Streit der Meinungen. Der Kirche gelten die Verheißungen Gottes, weil sie aus Menschen besteht, werden Fehler gemacht, gibt es Versagen, werden Menschen aneinander schuldig. Auch das ist die Kirche.
War das schon immer so? Man mag die Hoffnung hegen, dass zumindest für die Kirche gilt: Die früheren Zeiten waren besser. Das ist nicht ganz falsch: Fast alle Menschen gehörten früher in unserem Land der Kirche an, und die Geschichten der Bibel waren ihnen bekannter, als sie heute sind. Doch war die Kirche eine Oase des Friedens? Hat es zumindest am Anfang der Kirche paradiesische Zustände gegeben, in der die Gemeinde der ersten Christen, wie es in der Apostelgeschichte heißt, „ein Herz und eine Seele“ war?

Der Predigttext zum heutigen Sonntag aus dem Matthäusevangelium belegt anderes; er beschreibt, wie man als christliche Gemeinde mit einer Konfliktsituation umgehen soll. Ein Mitglied der Gemeinde wird an einem anderen schuldig. „Sündigt aber dein Bruder an dir“, so heißt es im Matthäusevangelium. Sündigen - man kann sich vieles darunter vorstellen und sollte die Zehn Gebote zur Hand nehmen: Gewalt, Ehebruch, Diebstahl, Lüge oder üble Nachrede, Neid – worauf auch immer. Auch das gibt es in der Kirche – in Gedanken, Worten und Werken.
Wie empfiehlt das Matthäusevangelium, mit einer solchen Situation umzugehen? Es gibt den Rat, zunächst das Gespräch zwischen beiden Beteiligten zu suchen - in einem kleinen, geschützten Bereich. Das ist klug und doch nicht selbstverständlich, auch heute.

Wegen Kleinigkeiten verklagen sich Nachbarn, man wendet sich an den Rechtsanwalt an die Zeitung und ganze Fernsehabende gibt es mit Nachbarschaftsstreitigkeiten vom feinsten, keine nachgestellten Szenen, nein das echte Leben unter Erwachsenen wird da gezeigt, anstatt zuerst ein klärendes Gespräch zu führen fetzt man sich vor laufender Kamera. Einfach klingt dieser Vorschlag des Evangeliums, doch ist er oft schwierig umzusetzen: in der Gemeinde, am Arbeitsplatz oder in der Familie. Es ist schwer, über Konflikte und Verletzungen offen zu sprechen. Auch deshalb, weil Sprechen etwas anderes ist als Schimpfen oder Vorwürfe machen. Das Matthäusevangelium beginnt mit einem guten Vorschlag. Teilweise wird er in unserer Zeit auch im Rechtswesen angewandt: bei Jugendlichen als so genannter Täter-Opfer-Ausgleich, bei dem beide Seiten an einem Tisch zum Gespräch zusammengebracht werden. Unsere Erfahrung zeigt, dass durch ein Gespräch Konflikte gelöst werden, Schuld eingestanden und verziehen werden kann.

Wir Menschen aber sind schwach. Es fällt uns schwer, Schuld einzugestehen. Auch diese Erfahrung steht hinter dem Predigttext. Wenn ein Gespräch unter vier Augen nichts gefruchtet hat, so empfiehlt er, einen oder mehrere „Zeugen“ hinzuzuziehen. Manche Konflikte lassen sich besser lösen, wenn sie von anderen, nicht unmittelbar Beteiligten, begleitet werden. Denn vielleicht sind beide Parteien zu befangen, um sich in die Lage des anderen zu versetzen. Ein Dritter kann dann helfen.

Doch Matthäus hat wohl auch die Erfahrung gemacht, dass das Modell, Zeugen hinzuziehen, nicht immer zu einem Ergebnis führt. Die letzte Instanz ist für ihn dann die Gemeinde. Dort werden Streit und Schuld öffentlich, beides kann dann von vielen bedacht werden. Hier endlich sollte Einvernehmen herzustellen sein. Hier liegt für die frühe Christenheit die letzte Instanz und der letzte Versuch zu Einigung und Versöhnung. Doch auch er kann scheitern. Was uns das Matthäusevangelium für einen solchen Fall vorschlägt, mag uns zunächst befremden. „Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide oder Zöllner.“ Das heißt: Man ist fertig mit ihm, man stößt ihn aus der Gemeinschaft aus, so wie Heiden und Zöllner zur Zeit Jesu in der jüdischen Gemeinschaft nicht erwünscht waren. Die Frage liegt nahe: Wie verträgt sich das mit dem Liebesgebot der Bibel, mit der Mahnung Jesu zur Vergebung? Dieser letzte Weg der Ausgrenzung hatte in der Geschichte der Christenheit hochproblematische Folgen: Mit Bezug auf diese Bibelstelle haben die Kirche und ihre Mächtigen Menschen als Ketzer gebrandmarkt und diskriminiert, kritische Christen – wie Martin Luther - ausgeschlossen. Auch die evangelische Kirche hat sich oft nicht besser verhalten.
Der Vorschlag des Matthäus, wie Christen Konflikte bearbeiten sollen, ist klug und maßvoll. Aber wir kennen auch die Erfahrung: Es gibt Fälle, da ist alles Bemühen um Einigung und Ausgleich vergebens; Trennung kann, nicht nur in Ehen oder im Beruf, dann die bessere, die ehrlichere Lösung sein. Das ist eine schmerzliche Einsicht. Dies gilt auch für Trennungen innerhalb der Kirche: Doch dieser Schritt darf nie leichtfertig oder aus einer Haltung der moralischen Überlegenheit getan werden. Es ist besser, alles daranzusetzen, dass es zu schmerzhaften Konflikten, zu Schuld und Trennung nicht kommt. Und wenn es doch einen scharfen, endgültigen Schnitt geben muss, sollte dabei immer noch Liebe zu erkennen sein und eine Möglichkeit zur Einigung offen gehalten werden.

Damit nehmen wir einen wichtigen Gedanken des Matthäusevangeliums auf. Es erschöpft sich auch an dieser Stelle ja nicht in der Beschreibung der Konfliktbearbeitung in der Gemeinde. Die Verse, die darauf folgen, ermutigen. Jesus sagt uns zu, dass wir erhört werden, wenn wir in Gemeinschaft etwas ernsthaft von Gott erbitten. Er sichert uns zu, dass er bei und mit uns ist, wenn wir uns in seinem Namen versammeln – und mögen wir auch nur wenige, nur „zwei oder drei“ sein. Die Aussicht, erhört zu werden, und das Versprechen, dass Jesus bei uns ist, erleichtern es uns, in einer Welt mit ihren Widersprüchen und Konflikten zu bestehen. Auch als Christen in und mit der Kirche. Gott hilft uns; er ist mit uns. Wir brauchen nicht allein auf unsere Kraft zu vertrauen. Jesus ist mitten unter uns – auch in Situationen, wenn Versöhnung schwer fällt und ernste Entscheidungen notwendig sind. Denn auf Jesus zu vertrauen heißt, in seinem Geist der Liebe zu handeln und einander von Herzen zu vergeben. Das ist möglich, so unvollkommen diese Welt, Menschen, Christen und die Kirche auch sein mögen. Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 302, 1-3 Du meine Seele singe

* Fürbittengebet:
Himmlischer Vater, heute bitten wir dich um wache Sinne, dass wir sehen und erkennen können, wir gut du zu uns bist.

Wir bitten um die rechte Demut, die nicht nur von geschenkter Gnade spricht, sondern so lebt und handelt, wie es beschenkten Menschen zukommt.

Wir bitten dich um Herzen, die sich für andere öffnen, die nach dem fragen, was die Nächsten bewegt, sorgt, ängstigt und was sie brauchen.

Wir bitten dich um Hände, die ihnen geben, was sie nötig haben und um das Vertrauen in dich, dass du uns immer wieder von allem darreichst, was wir mit anderen teilen.
Stärke den Glauben im Hintergrund unseres Handelns: Dass wir erkennen und wissen, dass nichts von alledem, was wir sind und haben durch unser eigenes Verdienst und Vermögen herkommt. Festige in uns den Glauben an Jesus Christus, der allein alles für uns verdient und uns mit dir ins Reine gebracht hat. Lass unser Vertrauen in ihn immer noch wachsen, dass uns nichts von unserem Weg hinter Jesus her abbringen und kein Geld und Gut der Welt von seiner Seite ziehen kann.

Sei auch bei denen, die meinen, durch Leistung und eigene Verdienste deine Liebe gewinnen zu können. Schenke ihnen eine Stunde, in der sie begreifen, dass sie nur von deiner Barmherzigkeit leben und selbst ihr Bemühen noch von deiner Kraft gespeist ist.

Besonders befehlen wir dir die Menschen an, die deine Güte über sich nicht oder nicht mehr sehen und glauben können, vielleicht weil sie behindert, krank oder einsam sind. Lass sie auch wieder andere Tage erleben und stärke in ihnen das Wissen, dass in deiner ewigen Welt einmal alles zu einem herrlichen und gerechten Ausgang kommen soll.

Heute bitten wir dich um rechtes, christliches Verhalten dann, wenn wir uns über unsere Mitmenschen geärgert haben oder mit ihnen im Streit liegen. Dass wir alles tun, zu schlichten und den Anstoß, soweit es an uns liegt, auszuräumen. Hilf uns, dass wir zur Versöhnung und zum gerechten Ausgleich beitragen und so dem Frieden zwischen den Menschen dienen, den du zuerst mit uns geschlossen hast.

Besonders gedenken wollen wir heute Morgen unserem Bruder Friedhelm Adam Ernst Weigand der am 16.10.2018 im Alter von 64 Jahren verstorben ist. Herr Weigand wurde am 26.10.2018 im Wald der Stille Lohrhaupten beigesetzt. Nach diesem Tod fragen wir uns nach dem Sinn des Lebens und nach dem Sinn des Sterbens. Wir bitten dich für die Familien und Freunde unseres verstorbenen, schenke ihnen Kraft und Hoffnung. Mache ihren Weg der Trauer zu einem Weg des Vertrauens, dass wir bei dir Herr geborgen sind. Schenke uns die Kraft den Tod im Leben zu ertragen und zu tragen, auch wenn wir glauben daran zu zerbrechen. In der Bibel heißt es, leben wir dem Herrn so leben wir dem Herrn, sterben wir dem Herrn so sterben wir dem Herrn. Nimm unseren verstorbenen Bruder auf in deinem Himmlischen Heiligtum. Ihnen den Angehörigen möge dieser Vers Kraft geben in der Zeit des Trauerns: „Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginn der Ewigkeit, in Gottes gnädigen Händen“.

--------------------------------Stilles Gebet--------------------------------------

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Eigene Gemeinde

Wochenspruch: Bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte. PS. 130,4

Nächster Gottesdienst

Mittwoch, 31. Oktober 2018

19:00 Uhr Reformationsgottesdienst in Bieber in der Laurentiuskirche
Nach dem Gottesdienst sind alle herzlich eingeladen. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.
Es wäre schön, wenn aus allen drei Kirchengemeinde möglichst viele Gemeindeglieder an diesem Gottesdienst teilnehmen könnten. Die Laurentiuskirche ist groß genug!
Um eine gemeinsame Anfahrt für möglichst viele Gäste zu gewährleisten treffen wir uns in:
Kempfenbrunn: 18:30 Uhr / Parkplatz Pfarrhaus
Flörsbach: 18:40 Uhr / SKG - Halle
Lohrhaupten: 18:30 Uhr auf dem roten Platz
Hier können alle auf die Autos verteilt werden

Sonntag, 04. November 2018 mit Lektorin Atzert

9:30 Uhr Kempfenbrunn

* Votum:

Hier geht es nicht
um solche kleinen Dinge:
Daß wir versäumen,
was der Anstand lehrt,
ob ich der Neugier Drängen
nicht bezwinge,
ob ich nicht achte,
was beachtenswert...

Das sind nur Schwächen,
gern und leicht verziehen,
gehn meist nur mich
und meinen Nächsten an
und bleiben selbst,
wo sie zur Schuld gediehen,
wovon ein Mensch
den andern lösen kann.

Doch gibt's auch Schulden,
die mir zu begleichen
bei keinem Menschen
jemals möglich sind:
Wenn meine Jahre
ungenutzt verstreichen
für Gottes Wink und Auftrag
taub und blind.

Wenn ich nicht spüre,
daß ich die Geschenke,
die er mir gab,
nicht nur für mich empfing;
wenn ich an den
von Zeit zu Zeit nur denke,
der für mein Heil
in Schmach und Leiden ging.

Hier geht's um mehr!
Hier kann nur Gott vergeben.
Doch wenn sich Reue
zu Bekennen fügt,
dann schenkt er neues,
todbefreites Leben,
und ich erfahre,
was zum Glück genügt.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gottesdienste am 21. Sonntag nach Trinitatis, 21.10.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 21.10.2018 11:14   Titel: Gottesdienste am 21. Sonntag nach Trinitatis, 21.10.2018
Gottesdienst am 21. Sonntag nach Trinitatis
9.15 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
21.10.2018
Text: Jeremia 29, 1.4-7.10-14


* Lied EG + 34 Komm heiliger Geist mit deiner Kraft

* Begrüßung:

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde
ich begrüße Sie und Euch alle ganz herzlich zum Gottesdienst am 21. Sonntag nach Trinitatis.
Thema dieses Gottesdienstes: Liebe mutet neue Wege zu.

Ich wünsche uns einen Mutmachenden Gottesdienst

*Lied EG 455 Morgenlicht leuchtet

*Eingangspsalm:
Die Furcht des Herrn ist rein und bleibt ewiglich.

Die Rechte des Herrn sind Wahrheit, allesamt gerecht.
Sie sind köstlicher als Gold und viel feines Gold,
sie sind süßer als Honig und Honigseim.
Auch lässt dein Knecht sich durch sie warnen;
und wer sie hält, der hat großen Lohn.
Wer kann merken, wie oft er fehlet?
Verzeihe mir die verborgenen Sünden!
Bewahre auch deinen Knecht vor den Stolzen,
dass sie nicht über mich herrschen;
so werde ich ohne Tadel sein
und rein bleiben von großer Missetat.
Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes
und das Gespräch meines Herzens vor dir, Herr,
mein Fels und mein Erlöser.

Die Furcht des Herrn ist rein und bleibt ewiglich.

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Kaum einer von uns, der keine Feinde hat -,
Menschen, von denen er sich missverstanden,
bedroht und gekränkt fühlt.
Wir können das ruhig zugeben.
Wir bringen unsere Angst, unseren Hass,
unsere dunklen Gedanken vor Gott
und bitten ihn um Erbarmen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Jesus sagt:
„Liebt eure Feinde
und bittet für die, die euch verfolgen,
damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel.“
Im Vertrauen auf ihn,
bereit, ihm zu folgen,
singen wir Gottes Lob:

*Kollektengebet:
Lasst uns beten:
Gott, du unendliche Liebe,
wir hören die guten Worte,
die du uns ins Gedächtnis rufst
und neu ans Herz legst.
Wir hören sie und denken: Ja, aber….
Böses mit Gutem überwinden: Ja, aber….
Unsere Feinde lieben: Ja, aber….
Gott, wir wissen, wie sehr wir deine Worte brauchen,
und haben erfahren, wie schwer es ist, sie zu leben.
Vergib uns unser halbherziges „Ja“,
sei barmherzig mit unseren Versuchen,
die neuen Wege deiner Liebe zu gehen.
Stärke uns,
lass uns die Zumutung annehmen,
ohne „Wenn und Aber“ zu lieben,
gib uns die Kraft, deinen Frieden zu leben.

G: AMEN

* Schriftlesung: Matthäus 5, 38-45
Jesus macht ganz ungewöhnliche Vorschläge, wie Menschen den Angriffen von anderen und ihren Ansprüchen wirkungsvoll begegnen können. Man muss damit nicht sofort einverstanden sein. Man kann diese Worte für unrealistisch und ärgerlich halten. Aber sie gehören zum Kern unseres Glaubens. Einmal gehört, vergisst man sie niemals. Wer sich auf sie einlässt, kann erstaunliche Erfahrungen machen. Das bezeugen sogar Menschen, die gar keine Christen sind! In der Bergpredigt macht Jesus ganz ungewöhnliche Vorschläge.

38 Ihr habt gehört, dass gesagt ist »Auge um Auge, Zahn um Zahn.«
39 Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar.
40 Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel.
41 Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei.
42 Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will.
43 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« und deinen Feind hassen.
44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen,
45 damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 377, 1-3 Zieh an die Macht, du Arm des Herrn

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Textlesung: Jeremia 29,1.4-7.10-14
Dies sind die Worte des Briefes, den der Prophet Jeremia von Jerusalem sandte an den Rest der Ältesten, die weggeführt waren, an die Priester und Propheten und an das ganze Volk, das Nebukadnezar von Jerusalem nach Babel weggeführt hatte:
So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu den Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen: Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und esst ihre Früchte; nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter, nehmt für eure Söhne Frauen und gebt eure Töchter Männern, dass sie Söhne und Töchter gebären; mehrt euch dort, dass ihr nicht weniger werdet.
Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's auch euch wohl.
Denn so spricht der HERR: Wenn für Babel siebzig Jahre voll sind, so will ich euch heimsuchen und will mein gnädiges Wort an euch erfüllen, dass ich euch wieder an diesen Ort bringe.
Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe das Ende, des ihr wartet.
Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten und ich will euch erhören. Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR, und will eure Gefangenschaft wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, wohin ich euch verstoßen habe, spricht der HERR, und will euch wieder an diesen Ort bringen, von wo ich euch habe wegführen lassen.


Liebe Gemeinde!
Wir spüren es deutlich: Es geht auf das Ende des Kirchenjahres zu. Es sind die ernsteren Texte und Themen der Bibel dran: Verbannung, Gefangenschaft, Leid und Tod. Wir schreiben das Jahr 594 vor Christus. Der Prophet Jeremia verfasst in Jerusalem einen Brief an den Rest des Volkes Israel, seiner Priester und Ältesten, die aus ihrer Heimat weggeführt wurden und jetzt als Verbannte in Babylon leben müssen. Er will sie trösten, ihnen Mut machen und die Verheißung Gottes weitersagen: „Ich will euch gnädig sein, eure Gefangenschaft wenden und euch wieder nach Hause führen - wenn die Zeit da ist.“ Und er sagt ihnen, wie sie sich in der Fremde verhalten sollen, dass sie die Jahre bis zum Ende ihrer Gefangenschaft gut überstehen und nicht untergehen. - Ein guter Brief! Mit beherzigenswerten Vorschlägen. Aber was soll uns das - über 2600 Jahre später?
Wir wollen den Brief des Propheten einmal so lesen, als wäre er an uns geschrieben. Was der Zeit des Jeremia entspricht und nur in ihr verständlich ist, wollen wir so übertragen, dass es in die Welt unserer Tage passt. Wir wollen dem Brief aber nicht seinen Ernst nehmen, vielmehr soll deutlich werden, dass es in ihm auch um Schuld geht, um Gefangenschaft und um Strafe. Aber wir wollen auch die Worte der Hoffnung hören, die uns Mut machen wollen und Zuversicht, dass Leid, Gefangenschaft und Tod einmal vergehen werden.
Wir wollen sehen, ob uns ein Brief des Propheten Jeremia, wie er an uns geschrieben sein könnte, das darin enthaltene Wort Gottes näher bringt und ob er auch für uns heute eine Botschaft hat, auf die wir hören können. Wir gehen dazu diesem Brief an uns Abschnitt für Abschnitt entlang. Das hört sich dann so an:
Dies sind die Worte des Briefes, den der Prophet Jeremia an uns hier in der Kirchengemeinde von ................ sendet, an die Ältesten (Kirchenvorsteher), den Pfarrer und an alle Glieder der Gemeinde, die in einer Gesellschaft und einer Welt leben müssen, die ihnen häufig fremd sind und deren Lebensweise und Werte sie oft nicht verstehen und nicht mit ihrem Glauben vereinbaren können.


Liebe Gemeinde, ist es nicht so? Fragen wir uns nicht, warum in unserer Welt die einen hungern müssen, während die anderen im Überfluss leben und nicht wissen, was sie mit ihrem Geld noch an sinnlosem Zeug kaufen sollen? Und können wir das verstehen, warum in unserem Land die Erlaubnis zum Bau von Moscheen erteilt wird, aber in muslimischen Ländern die Errichtung einer christlichen Kirche undenkbar ist, ja, schon ein solches Vorhaben als todeswürdiges Verbrechen gilt? Und meinen wir nicht oft, wir wären eigentlich die Dummen, wenn wir immer wieder versuchen, nach unserem Glauben, eben christlich zu handeln, wenn wir dann erleben müssen, dass andere ganz ohne Skrupel nur ihren eigenen Vorteil wahrnehmen. - Aber hören wir weiter:
So spricht der HERR, euer Gott, zu euch, denen ich das Leben in dieser Welt, die nur auf Zeit eure Heimat ist, geschenkt habe: Baut Häuser und wohnt darin; geht eurer Arbeit nach und genießt deren Früchte. Ihr Männer nehmt euch Frauen, ihr Frauen nehmt Männer und bekommt Söhne und Töchter. Auch eure Söhne sollen Frauen nehmen und eure Töchter Männer, dass sie auch wieder Söhne und Töchter haben; mehrt euch in dieser Welt, dass ihr nicht weniger werdet. - Es ist Gottes Wille - auch wo wir ihn nicht verstehen - dass wir in dieser Welt leben sollen. Es ist kein göttliches Versehen, dass es auch viel Böses gibt, dass Menschen ganz anders glauben als wir, dass wir unterschiedliche Sprachen haben, Gesellschaftssysteme und eine eigene Prägung durch unsere Geschichte. Vor allem ist es kein Irrtum gewesen, wenn Gott uns als freie Menschen geschaffen hat mit der Möglichkeit zu entscheiden, mit der Wahl zwischen Gut und Böse. Aber das Leben jedes Einzelnen, auch unser persönliches Leben!, kann mithelfen, dass unser Glaube, unsere christlichen Werte in der Gesellschaft gesehen und wahrgenommen werden. Dass sie Einfluss gewinnen und den Willen unseres Gottes und seiner Sache bekannt machen. Auch das Wunder, dass aus uns Kinder und Enkel kommen, soll dem dienen. Durch die Erziehung, die wir unseren Nachkommen angedeihen lassen, kann auch der Einfluss unseres Glaubens in der Welt größer werden. Darum sollen wir alles, was uns wert und heilig ist, an unsere Kinder und Kindeskinder weitergeben.
Suchet das Beste für die Menschen in eurer Umgebung, in allen Bezügen und Beziehungen, in denen ihr lebt, denn ich habe euch euren Platz genau dort gegeben. Betet für eure Mitmenschen; denn, wenn es ihnen wohl geht, so geht's auch euch wohl. - Wir sollen uns nicht anpassen, nicht so werden wie die anderen, die oft ohne Maßstab, Richtung und Ziel ihre Tage verbringen. Halten wir fest, woran wir glauben! Geben wir nicht leichtfertig auf, was an unserer christlichen Überzeugung in unserer Welt und Gesellschaft Anstoß erregt und Ärgernis. Sagen wir die Wahrheit, auch wo die Menschen sie nicht hören wollen. Meiden wir die Lüge, auch wenn sie uns Unannehmlichkeiten erspart. Wir stehen dort, wohin Gott uns gestellt hat. Es ist genau unser Platz, an dem wir leben sollen. Lassen wir uns nicht von dem abbringen, was unser Halt ist. Lassen wir uns die Mitte nicht nehmen, wir verlieren uns sonst selber. Wenn wir unsere Mitmenschen auch nicht von dem überzeugen können, was uns im Innersten trägt, so können wir doch für sie beten! Und das sollen wir tun. Und wir wollen es auch tun. So wird unser Leben (noch) nicht von stetem Glück erfüllt sein, aber erträglich. - So geht der Brief an uns weiter:
Wenn eure Zeit in dieser oft fremden Welt um ist, dann will ich mein gnädiges Wort an euch erfüllen und euch in eine Heimat führen, in der ihr wirklich zu Hause sein könnt. - Vergessen wir es nie: Uns ist mehr verheißen als dieses Leben, in dem wir heute sind. Um Jesu Christi Willen wartet eine Herrlichkeit auf uns, von der wir heute nur träumen können: Das Land ohne Tränen, ohne Leid, ohne Sorgen, ohne Krankheit, ohne Not und Tod. Einer des anderen Bruder und Schwester, einer unser aller Vater ... ewig ... ohne Ende.
Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides. Dort wo ihr meint, alles wäre zu Ende, geht es weiter in der Ewigkeit meiner neuen Welt. - Alle Schuld wird vergeben sein. Einer, Jesus Christus, hat sie für uns ans Kreuz getragen und abgetan. Gottes Verheißung für uns ist das Leben, nicht der Tod. Wo wir vom Ende sprechen, beginnt unser Leben in Gottes Reich.

Wenn ihr nicht ablasst, alle eure Bitten im Gebet vor mich zu bringen, dann will ich euch erhören. Wenn ihr mich von Herzen sucht, dann werdet ihr mich finden, spricht der HERR. Ich werde, wenn die Zeit da ist, eure Gefangenschaft in dieser Welt beenden und meine Menschenkinder sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, wohin sie das Schicksal zerstreut hat, spricht der HERR, und will euch nach Hause bringen, dorthin, von wo ich euch einmal ausgesandt habe. - Wir wollen unser Leben, das uns Gott bestimmt hat, aushalten, auch dort wo es schwer ist. Wir wollen immer wieder die Hände falten und Gott sagen, was uns bedrückt uns quält. Wir wollen ihm aber auch danken, wenn er uns mit guten Gaben beschenkt und wir Freude erfahren. So werden wir auch schon in diesem Leben Gottes Nähe spüren und unter seinem Segen sein. Und einmal wird für uns der Morgen des Tages anbrechen, der keinen Abend mehr hat. Wir werden frei sein von allem, was uns hier noch beschwert. Und wir werden daheim sein dort, wo wir das wirkliche, das wahre Leben haben. Und alle Geschwister, alle Kinder des einen Vaters werden bei uns sein und keiner von uns wird mehr an die Zeit in dieser Welt denken, denn sie ist - für uns - für immer vergangen. AMEN

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 322, 2-7 Ermuntert euch und singt mit Schall

* Fürbittengebet:
Lasst uns beten:
Barmherziger Gott,
deine Liebe trägt uns,
deine Liebe fordert uns heraus.
Deine Liebe mutet uns neue Wege zu.
Denn du willst Zukunft und Hoffnung für uns, für alle.

Wir bitten dich, Gott,
für Menschen, die in Lebenskrisen stecken.
Lass sie den Halt finden, den sie brauchen,
und einen Weg für sich erkennen in schwerer Zeit.

Wir bitten dich, Gott,
für Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten,
dass sie die Kraft bekommen, neu anzufangen,
und anderen begegnen, die sie willkommen heißen und aufnehmen.

Wir bitten dich, Gott,
für alle, die unter Gewalt und Terror leiden –
Gewalt, die jetzt geschieht
oder auch vor langer Zeit erlitten wurde.
Dass sie Worte finden
für das, was ihnen geschieht
oder damals geschehen ist.
Dass andere zuhören und sich bewegen lassen.

Barmherziger Gott,
deine Liebe trägt uns,
deine Liebe fordert uns heraus.
Deine Liebe traut uns neue Wege zu.
Denn allen gehören Zukunft und Hoffnung.
Dir sei Lob und Dank – alle Zeit.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 170 Komm Herr Segne uns

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Eigene Gemeinde

Wochenspruch: Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Röm. 12, 21

Nächste Gottesdienste

Sonntag, 28. Oktober 2018 mit Pfrin. Ehlers

9:15 Uhr Gottesdienst in Lettgenbrunn

10:30 Uhr Gottesdienst in Lohrhaupten

* Votum:
Wusstest du schon?
Gott ist dir nah.
Er ist für immer ganz für dich da.
In deiner Angst spendet er Licht,
in der Wüste verlässt er dich nicht.

In deinen Freuden lädt er zum Tanzen dich ein,
deine Erwartungen lässt er mit Sehnsucht genähret sein.
In deiner Not hält er ein Taschentuch bereit,
in deinem Kampf beschwichtigt er den Streit.
Er ist Begleiter auf all deinen Wegen
darum geh hin in seinem Segen ...

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
 
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