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  Thema: Abendgottesdienst am Passionssonntag Invokavit, 18.02.18
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 18.02.2018 21:15   Titel: Abendgottesdienst am Passionssonntag Invokavit, 18.02.18
Abendgottesdienst am Sonntag Invokavit
18.00 Uhr Ev. Kirche Wittgenborn
18.02.2018
Text: 2. Korinther 6, 1-10

*Lied EG plus 34 Komm heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde, die Passionszeit ist die Zeit, in der wir in besonderer Weise an das Leiden und Sterben Jesu Christi denken. Sie lädt uns ein, uns erneut mit unserem ganzen Leben zu ihm hinzuwenden, um in seiner Kraft zu bestehen und unseren Glauben zu bewähren.
Ich wünsche uns heute Morgen einen Mutmachenden Gottesdienst

*Lied EG 76 O Mensch bewein dein Sünde groß

*Eingangspsalm:
Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!

Denn du bist mein Fels und meine Burg,
und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen.
Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir heimlich stellten;
denn du bist meine Stärke.
In deine Hände befehle ich meinen Geist;
du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.
Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte,
dass du mein Elend ansiehst
und nimmst dich meiner an in Not
und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes;
du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Gott ist unsere Zuversicht.
Er ist bei uns in Not und Anfechtung.
Wir haben es erlebt, immer wieder,
und können es doch nicht glauben,
wenn es ernst wird.
Wir bitten ihn um Erbarmen:

*Kollektengebet:
Herr Gott, himmlischer Vater,
du hast deinen Sohn in die Welt gesandt,
dass er die Macht des Bösen besiege.
Wir bitten dich:
Stärke uns in aller Not und Anfechtung,
dass wir in seiner Kraft dem Feind widerstehen
und den Glauben, die Liebe und die Hoffnung bewahren.
Durch ihn, unseren Herrn Jesus Christus,
der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

G: AMEN

* Schriftlesung: Hebräer 4, 14-16
Als Lesung für den heutigen Sonntag hören wir Worte aus dem Hebräerbrief. Jesus wird der Gemeinde als der wahre Hohepriester vor Augen gestellt. Sie kann sich darauf verlassen, dass die Nöte und Anfechtungen, die sie in ihrem irdischen Dasein zu bestehen hat, im Himmel nicht unbekannt sind.
Lesung Hebr 4,14-16

14 und wisst nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? Ein Rauch seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet.
15 Dagegen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.
16 Nun aber rühmt ihr euch in eurem Übermut. All solches Rühmen ist böse.

(Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es eine Gotteskraft. Amen.)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.
* Lied EG 295 Wohl denen die da wandeln
* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde,
manchmal muss man zurückstecken. Das ist nicht immer leicht, aber es gibt manchmal Größeres und Wichtigeres als das eigene Wohlergehen. Und gut hat es der, der höhere Werte kennt und weiß woher er die Kraft bekommt, seine eigenen Wünsche hintenanzustellen.

Ich lese den Predigttext aus dem 2. Brief des Paulus an die Korinther im 6. Kapitel:
1 Als Mitarbeiter aber ermahnen wir euch, dass ihr die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangt.
2 Denn er spricht (Jesaja 49,Cool: »Ich habe dich zur Zeit der Gnade erhört und habe dir am Tage des Heils geholfen.« Siehe, ajetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!
3 Und wir geben in nichts irgendeinen Anstoß, damit unser Amt nicht verlästert werde;
4 sondern in allem erweisen wir uns als Diener Gottes: in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Ängsten,
5 in Schlägen, in Gefängnissen, in Verfolgungen, in Mühen, im Wachen, im Fasten,
6 in aLauterkeit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, im Heiligen Geist, in ungefärbter Liebe,
7 in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken,
8 in Ehre und Schande; in bösen Gerüchten und guten Gerüchten, als Verführer und doch wahrhaftig;
9 als die Unbekannten und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten und doch nicht getötet;
10 als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben.

Mit einer Geschichte liebe Gemeinde möchte ich versuchen, diesen Text in unseren Alltag und in unser Leben zu holen:

Peter und Anke hatten drei Kinder großgezogen: Sven, Tolke und Olliver. Es hatte Höhen und Tiefen gegeben, auch Streit und Sorge, aber das hier, das was jetzt mit dem Jüngsten abging, das war für die gestandenen Eltern neu und erschreckend.
Michael hieß das Nesthäkchen. Und wie das so oft ist, mit den Nachzüglern: Sie werden mit besonderer Liebe umsorgt, besonders herzlich wird die Entwicklung begleitet und besonders viel Zeit wird in dieses Kind investiert. Auch Eltern werden erwachsen – beim 4. Kind sind sie echte Profis, durch nichts zu erschüttern, gelassen bei Stürzen, ruhig bei Fehlschlägen, geduldig in der Auseinandersetzung, großzügig bis nachsichtig in der Erziehung.

So war Michael aufgewachsen. Er machte seinen Eltern Freude und die Geschwister liebten den Kleinen über die Maßen.

Wann hatte die Veränderung nur angefangen? Rückblickend fielen Peter und Anke die Auffälligkeiten wieder ein: Mit 10 war er auffallend unkonzentriert gewesen. Er verlor nicht nur Handschuhe und Mützen, sondern auch einzelne Schuhe, ganze Sporttaschen und immer wieder seine Schreibmappe. Zwei Jahre später musste die Schultasche einmal in der Woche auf verschimmelte Essensreste hin untersucht werden und die losen Blätter wurden unter Aufsicht eingeheftet, Michael schaffte das alleine nicht. Mit 14 war sein Zimmer so verdreckt, dass man es nicht mehr betreten konnte, Ermahnungen führten zu oberflächlichem Beiseiteschieben, aber niemals zu einem als normal zu bezeichnenden Zustand. „So sind Jugendliche halt“ hatten Peter und Anke gedacht, sich lächelnd an die Meckereien der eigenen Eltern erinnert und beizeiten selbst Hand angelegt. Liebevoll und geduldig hatten sie Michael immer wieder ermahnt, ihm genauere Anweisungen gegeben und weil Michael folgsam und lieb war, hatte es nie Probleme gegeben. Aber das wurde eines Tages anders.

Es begann mit einem Anruf aus der Schule: Michael sei seit 8 Tagen nicht mehr in der Schule gesehen worden, ob das irgendeine Bedeutung habe?

Peter und Anke fielen aus allen Wolken. Michael? Seit 8 Tagen nicht zur Schule? Er hatte jeden Morgen wie immer winkend das Haus verlassen und war mittags nach Hause gekommen, hatte über Lehrer und Mitschüler geschimpft und sich dann erstmal hingelegt. Ihr Michael – ein gewiefter Lügner und Betrüger? Und das ganze ein halbes Jahr vor dem Schulabschluß?

Der Schock saß tief. Sie wussten gar nicht, wie sie sich verhalten sollten. „Michael, was ist da los? Was denkst du dir nur dabei? Was hast du getan?“ so fragten sie ihn abends und sie bemühten sich sehr um einen gefassten Tonfall.

Aber der Junge verschloss sein Gesicht. „Na, nun habt ihr´s endlich kapiert, oder was? Wisst ihr was? Ich kann euch nicht mehr ertragen! Ihr habt überhaupt keine Ahnung, wie das Leben wirklich ist!“

„Aber Michael, dann erklär es uns, damit wir verstehen, was mit dir los ist und damit wir dir helfen können!“

Ein böses Lächeln erschien auf dem Gesicht des Jungen. „Ihr und helfen? Was bildet ihr euch eigentlich ein?“ Und dann nahm er seine Jacke und ging und kam nicht wieder.
Am Abend kam er nicht nach Hause und am nächsten Abend auch nicht. Keiner wusste, wo er war. Er ging anscheinend wieder zur Schule, immerhin. Aber niemand konnte ihnen sagen, wo er aß und wo er schlief. Bitter war der Anruf bei der Polizei. „Wir wissen nicht, was wir tun sollen!“ sagte Anke. „Na, auf ihre Kinder müssen Sie schon selber aufpassen“, knurrte der Beamte.

Weil sie nicht wusste, wohin mit sich, räumte sie Michaels Zimmer auf. Da wurde einiges klarer. Zwischen unsäglichem Dreck und verschimmelten Essensresten fanden sich Marihuanatütchen und Wasserpfeifen, Aschenbecher und Zigarettenkippen. Wie hatten sie nur so blind sein können? Der Absturz ihres Kindes hatte sich vor mindestens einem Jahr angebahnt und sie hatten es nicht gemerkt.
Und nun? Peter und Anke waren ratlos.

„Dann muss er eben alleine leben, wenn er mit uns nicht leben will,“ meinte Peter. „Ich bin so traurig,“ sagte Anke „ich hab mein Kind verloren.“ Die Tage vergingen in Sorge, Angst und großer Trauer.

Peter und Anke fanden Hilfe im 2. Korintherbrief. “Und wir geben in nichts irgendeinen Anstoß, damit unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allem erweisen wir uns als Diener Gottes.“ So schreibt Paulus. „Unser Amt,“ sagte Peter, „das ist jetzt unser Elternamt. Das ist jetzt das Wichtigste, das müssen wir richtig machen. Ich denke, es ist gut, wenn wir ihm möglichst wenig Anlass zum Streiten geben, wenn wir möglichst klar in unserer Linie bleiben.“

„in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Ängsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Verfolgungen, in Mühen, im Wachen, im Fasten“ Anke las laut vor. „Das ist mir wie aus dem Herzen geschrieben“ seufzte sie. „Ich habe seitdem keine Nacht mehr durchgeschlafen. Aber was machen wir jetzt?“

„Lies,“ sagte Peter. „In Lauterkeit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, im Heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit“. Ich denke, dass es so gehen kann. Wir werden sehr freundlich und liebevoll mit ihm umgehen, wenn er wiederkommt. Aber er muss auch wissen, was geht und was nicht. Aber wir müssen darauf Acht geben, dass wir uns nicht zu Zornausbrüchen hinreißen lassen, sondern ganz bei uns und bei unserem guten Willen bleiben.

„Dass die Bibel so eine Hilfe sein kann“ darüber staunte Anke. „Hör zu: in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken, in Ehre und Schande; in bösen Gerüchten und guten Gerüchten, als Verführer und doch wahrhaftig, wie gerne ich ihn verführen möchte, doch zu einem normalen Leben zurückzukehren! Wenn er doch bloß merken würde, wo er hinsteuert!“

„Tja, und wir“ sagte Peter, „wir müssen wohl neu anfangen. Die wunderbare Kinderzeit mit Michael ist zu Ende. Er ist kein Kind mehr. Und wir sind zwar noch seine Eltern, aber wir müssen nun auch umlernen und sehen, was Elternsein für uns jetzt bedeutet.“ Und er las weiter:“ als die Unbekannten und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten und doch nicht getötet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben. Wir müssen aufpassen, Anke, dass wir fröhlich bleiben. Wir helfen ihm nicht, wenn wir jammern und klagen.“`

„Wenn´s bloß schon vorbei wäre“ sagte Anke. „Ich weiß gar nicht, wie ich das aushalten soll“. Peter lächelte. „Guck doch mal, hier steht´s: Ich habe dich zur Zeit der Gnade erhört und habe dir am Tage des Heils geholfen.« Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils! – Ich spüre einfach, dass das richtig und gut ist. Ich merke richtig, wie Gott hilft, jetzt und hier. Es geht mir schon viel besser. Ich glaube, wir schaffen das, du und ich und Michael. Mit Gottes Hilfe ganz bestimmt.“

Michael kam 8 Tage später nach Hause. Er war schmutzig und ausgehungert. Niemand wollte ihn mehr Unterschlupf bieten. Er war verzweifelt und müde. Der Kampf ums Überleben und der Kampf mit seinem eigenen Stolz hatte ihn mürbe gemacht.

Seine Eltern empfingen ihn mit offenen Armen. Sie machten ihm ein Bad zurecht und kochten sein Lieblingsgericht. Kein Wort des Vorwurfs kam über ihre Lippen. „Lass uns miteinander überlegen, Michael, wie es weitergeht, was du willst und ob und wie wir dir helfen können, ja?“ so begann das Gespräch, so wurden Vereinbarungen getroffen und erste Wege des Verstehens begangen.

Damit war längst nicht alles gut. Michael hat noch Jahre gebraucht, um seinen Weg ins Leben zu finden, anstrengende und manchmal auch verzweifelte Jahre für Anke und Peter. Aber sie blieben fest in dem, was sie sich vorgenommen hatten und fanden immer wieder Trost und Kraft in der Bibel. „Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, jetzt ist die Zeit des Heils“ – das half ihnen, kleine Schritte zu gehen und sich mit Michael über jeden kleinen Erfolg zu freuen.

Paulus hat seine eigenen Wünsche ganz hinten angestellt für das Wohl seiner Gemeinde in Korinth. Das Amt ist das wichtigste, sagt er, dafür lohnt es, sich selbst zurückzunehmen. Peter und Anke schafften das auch. Ihr Elternamt und die Verantwortung für ihr jüngstes Kind wurde ihre vornehmste Aufgabe.

Der Verzicht muss nicht zur Saure Gurken Zeit werden, sagt Paulus, wenn man das Ziel vor Augen behält. Und er muss nicht tragisch und schwer sein, wenn man weiß, woher man die Kraft dazu bekommt. Peter und Anke sind ein Beispiel, wie das geht. Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, weil Gott uns erhört, jetzt ist die Zeit des Heils, weil Gott uns hilft – Mutter und Vater von Michael haben das erlebt.
Und wir? Wir sind eingeladen, darauf zu vertrauen.
Amen

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 365, 1-3+5 Von Gott will ich nicht lassen

* Fürbittengebet:
Lasst uns beten und mit dem Gebetsruf „Herr, erbarme dich“, antworten.

Gott, du bist den Leidenden nah,
du bist den Weg des Leidens zu Ende gegangen
durch den Tod hindurch zum Leben.

Wir fürchten um unser Leben, wenn wir hören und sehen,
was Menschen aushalten müssen, was ihnen zugemutet wird.
Wir erschrecken und hoffen, dass es uns nicht trifft.
Wir möchten glauben, dass du auch dann bei uns bist,
wenn wir Angst haben, wenn wir Schmerzen leiden,
wenn wir mit uns selbst nicht zurechtkommen.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich für die Menschen,
die den Tod auf sich zukommen sehen:
Lass ihre Hoffnung wachsen und ihre Angst kleiner werden.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir beten für die Menschen,
die in Ungewissheit und Sorge leben,
die sich von Spannungen wie zerrissen fühlen:
Gib ihnen deinen Frieden, der alle Vernunft übersteigt.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir rufen dich an für die Verbitterten,
denen über ihrem Schicksal der Glaube zerbrochen ist:
Gib ihnen Menschen an die Seite,
durch die sie deine Liebe erfahren
wie ein Licht in der Finsternis.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich für unsere Schwestern und Brüder in der Welt,
die um ihres Glaubens willen Nachteile auf sich nehmen
oder Leiden erdulden müssen:
Festige sie in ihrem Glauben und stärke ihre Geduld,
dass sie nicht wanken.
Lass sie durch unser Gebet deinen Trost erfahren.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Gott, wir bitten dich für uns alle:
Wenn wir nicht wissen, warum dieses Unglück,
warum diese Krankheit, warum dieser Tod,
dann lass diese Fragen uns nicht von dir trennen.
Hilf uns glauben: Deine Liebe führt uns auch Wege,
die wir nicht verstehen,
durch den Tod hindurch zum Leben.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 590 Herr wir bitten komm und segne uns

* Bekanntmachungen:
Liebe Gemeinde, die Kollekte heute ist bestimmt für die Aktion „Hilfe in Osteuropa“

Am nächsten Sonntag, 25.02.2018 feiern wir um 18.00 Uhr in der Kirche in Wächtersbach den Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden des Westbezirks.

Der Wochenspruch der uns durch die kommende Woche geleitet steht im 1 Johannes 3, Vers 8b, dort heisst es:
„Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre“.

* Votum:
Vergiss die Träume nicht,
wenn die Nacht
wieder über dich hereinbricht
und die Dunkelheit
dich wieder gefangen zu nehmen droht.
Noch ist nicht alles verloren.
Deine Träume und deine Sehnsüchte
tragen Bilder der Hoffnung in sich.
Deine Seele weiß,
dass in der Tiefe Heilung schlummert
und bald in dir ein neuer Tag erwacht.
Ich wünsche dir,
dass du die Zeiten der Einsamkeit
nicht als versäumtes Leben erfährst,
sondern dass du beim Hineinhorchen
in dich selbst
noch Unerschlossenes
in dir entdeckst.
Ich wünsche dir,
dass dich all das Unerfüllte
in deinem Leben nicht erdrückt,
sondern dass du dankbar sein kannst für das,
was dir an Schönem gelingt.
Ich wünsche dir,
dass all deine Traurigkeiten
nicht vergeblich sind,
sondern dass du aus der Berührung
mit deinen Tiefen
auch Freude
wieder neu erleben kannst.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.

* Lied EG 487 Abend ward bald kommt die Nacht
  Thema: Gottesdienst am Passionssonntag Invokavit, 18.02.18
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 18.02.2018 21:12   Titel: Gottesdienst am Passionssonntag Invokavit, 18.02.18
Gottesdienst am Sonntag Invokavit
10.00 Uhr Ev. Kirche Wächtersbach mit Trauaufgebot
18.02.2018
Text: 2. Korinther 6, 1-10

*Lied EG + 34 Komm heilger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde, die Passionszeit ist die Zeit, in der wir in besonderer Weise an das Leiden und Sterben Jesu Christi denken. Sie lädt uns ein, uns erneut mit unserem ganzen Leben zu ihm hinzuwenden, um in seiner Kraft zu bestehen und unseren Glauben zu bewähren.
Ich wünsche uns heute Morgen einen Mutmachenden Gottesdienst

*Lied EG 76 O Mensch bewein dein Sünde groß

*Eingangspsalm:
Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!

Denn du bist mein Fels und meine Burg,
und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen.
Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir heimlich stellten;
denn du bist meine Stärke.
In deine Hände befehle ich meinen Geist;
du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.
Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte,
dass du mein Elend ansiehst
und nimmst dich meiner an in Not
und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes;
du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Gott ist unsere Zuversicht.
Er ist bei uns in Not und Anfechtung.
Wir haben es erlebt, immer wieder,
und können es doch nicht glauben,
wenn es ernst wird.
Wir bitten ihn um Erbarmen:

*Kollektengebet:
Herr Gott, himmlischer Vater,
du hast deinen Sohn in die Welt gesandt,
dass er die Macht des Bösen besiege.
Wir bitten dich:
Stärke uns in aller Not und Anfechtung,
dass wir in seiner Kraft dem Feind widerstehen
und den Glauben, die Liebe und die Hoffnung bewahren.
Durch ihn, unseren Herrn Jesus Christus,
der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

G: AMEN

* Schriftlesung: Hebräer 4, 14-16
Als Lesung für den heutigen Sonntag hören wir Worte aus dem Hebräerbrief. Jesus wird der Gemeinde als der wahre Hohepriester vor Augen gestellt. Sie kann sich darauf verlassen, dass die Nöte und Anfechtungen, die sie in ihrem irdischen Dasein zu bestehen hat, im Himmel nicht unbekannt sind.
Lesung Hebr 4,14-16

14 und wisst nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? Ein Rauch seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet.
15 Dagegen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.
16 Nun aber rühmt ihr euch in eurem Übermut. All solches Rühmen ist böse.

(Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es eine Gotteskraft. Amen.)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 295 Wohl denen die da wandeln

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde,
manchmal muss man zurückstecken. Das ist nicht immer leicht, aber es gibt manchmal Größeres und Wichtigeres als das eigene Wohlergehen. Und gut hat es der, der höhere Werte kennt und weiß woher er die Kraft bekommt, seine eigenen Wünsche hintenanzustellen.

Ich lese den Predigttext aus dem 2. Brief des Paulus an die Korinther im 6. Kapitel:
1 Als Mitarbeiter aber ermahnen wir euch, dass ihr die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangt.
2 Denn er spricht (Jesaja 49,Cool: »Ich habe dich zur Zeit der Gnade erhört und habe dir am Tage des Heils geholfen.« Siehe, ajetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!
3 Und wir geben in nichts irgendeinen Anstoß, damit unser Amt nicht verlästert werde;
4 sondern in allem erweisen wir uns als Diener Gottes: in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Ängsten,
5 in Schlägen, in Gefängnissen, in Verfolgungen, in Mühen, im Wachen, im Fasten,
6 in aLauterkeit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, im Heiligen Geist, in ungefärbter Liebe,
7 in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken,
8 in Ehre und Schande; in bösen Gerüchten und guten Gerüchten, als Verführer und doch wahrhaftig;
9 als die Unbekannten und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten und doch nicht getötet;
10 als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben.

Mit einer Geschichte liebe Gemeinde möchte ich versuchen, diesen Text in unseren Alltag und in unser Leben zu holen:

Peter und Anke hatten drei Kinder großgezogen: Sven, Tolke und Olliver. Es hatte Höhen und Tiefen gegeben, auch Streit und Sorge, aber das hier, das was jetzt mit dem Jüngsten abging, das war für die gestandenen Eltern neu und erschreckend.
Michael hieß das Nesthäkchen. Und wie das so oft ist, mit den Nachzüglern: Sie werden mit besonderer Liebe umsorgt, besonders herzlich wird die Entwicklung begleitet und besonders viel Zeit wird in dieses Kind investiert. Auch Eltern werden erwachsen – beim 4. Kind sind sie echte Profis, durch nichts zu erschüttern, gelassen bei Stürzen, ruhig bei Fehlschlägen, geduldig in der Auseinandersetzung, großzügig bis nachsichtig in der Erziehung.

So war Michael aufgewachsen. Er machte seinen Eltern Freude und die Geschwister liebten den Kleinen über die Maßen.

Wann hatte die Veränderung nur angefangen? Rückblickend fielen Peter und Anke die Auffälligkeiten wieder ein: Mit 10 war er auffallend unkonzentriert gewesen. Er verlor nicht nur Handschuhe und Mützen, sondern auch einzelne Schuhe, ganze Sporttaschen und immer wieder seine Schreibmappe. Zwei Jahre später musste die Schultasche einmal in der Woche auf verschimmelte Essensreste hin untersucht werden und die losen Blätter wurden unter Aufsicht eingeheftet, Michael schaffte das alleine nicht. Mit 14 war sein Zimmer so verdreckt, dass man es nicht mehr betreten konnte, Ermahnungen führten zu oberflächlichem Beiseiteschieben, aber niemals zu einem als normal zu bezeichnenden Zustand. „So sind Jugendliche halt“ hatten Peter und Anke gedacht, sich lächelnd an die Meckereien der eigenen Eltern erinnert und beizeiten selbst Hand angelegt. Liebevoll und geduldig hatten sie Michael immer wieder ermahnt, ihm genauere Anweisungen gegeben und weil Michael folgsam und lieb war, hatte es nie Probleme gegeben. Aber das wurde eines Tages anders.

Es begann mit einem Anruf aus der Schule: Michael sei seit 8 Tagen nicht mehr in der Schule gesehen worden, ob das irgendeine Bedeutung habe?
Peter und Anke fielen aus allen Wolken. Michael? Seit 8 Tagen nicht zur Schule? Er hatte jeden Morgen wie immer winkend das Haus verlassen und war mittags nach Hause gekommen, hatte über Lehrer und Mitschüler geschimpft und sich dann erstmal hingelegt. Ihr Michael – ein gewiefter Lügner und Betrüger? Und das ganze ein halbes Jahr vor dem Schulabschluß?

Der Schock saß tief. Sie wussten gar nicht, wie sie sich verhalten sollten. „Michael, was ist da los? Was denkst du dir nur dabei? Was hast du getan?“ so fragten sie ihn abends und sie bemühten sich sehr um einen gefassten Tonfall.
Aber der Junge verschloss sein Gesicht. „Na, nun habt ihr´s endlich kapiert, oder was? Wisst ihr was? Ich kann euch nicht mehr ertragen! Ihr habt überhaupt keine Ahnung, wie das Leben wirklich ist!“

„Aber Michael, dann erklär es uns, damit wir verstehen, was mit dir los ist und damit wir dir helfen können!“

Ein böses Lächeln erschien auf dem Gesicht des Jungen. „Ihr und helfen? Was bildet ihr euch eigentlich ein?“ Und dann nahm er seine Jacke und ging und kam nicht wieder.
Am Abend kam er nicht nach Hause und am nächsten Abend auch nicht. Keiner wusste, wo er war. Er ging anscheinend wieder zur Schule, immerhin. Aber niemand konnte ihnen sagen, wo er aß und wo er schlief. Bitter war der Anruf bei der Polizei. „Wir wissen nicht, was wir tun sollen!“ sagte Anke. „Na, auf ihre Kinder müssen Sie schon selber aufpassen“, knurrte der Beamte.

Weil sie nicht wusste, wohin mit sich, räumte sie Michaels Zimmer auf. Da wurde einiges klarer. Zwischen unsäglichem Dreck und verschimmelten Essensresten fanden sich Marihuanatütchen und Wasserpfeifen, Aschenbecher und Zigarettenkippen. Wie hatten sie nur so blind sein können? Der Absturz ihres Kindes hatte sich vor mindestens einem Jahr angebahnt und sie hatten es nicht gemerkt.
Und nun? Peter und Anke waren ratlos.

„Dann muss er eben alleine leben, wenn er mit uns nicht leben will,“ meinte Peter. „Ich bin so traurig,“ sagte Anke „ich hab mein Kind verloren.“ Die Tage vergingen in Sorge, Angst und großer Trauer.

Peter und Anke fanden Hilfe im 2. Korintherbrief. “Und wir geben in nichts irgendeinen Anstoß, damit unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allem erweisen wir uns als Diener Gottes.“ So schreibt Paulus. „Unser Amt,“ sagte Peter, „das ist jetzt unser Elternamt. Das ist jetzt das Wichtigste, das müssen wir richtig machen. Ich denke, es ist gut, wenn wir ihm möglichst wenig Anlass zum Streiten geben, wenn wir möglichst klar in unserer Linie bleiben.“

„in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Ängsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Verfolgungen, in Mühen, im Wachen, im Fasten“ Anke las laut vor. „Das ist mir wie aus dem Herzen geschrieben“ seufzte sie. „Ich habe seitdem keine Nacht mehr durchgeschlafen. Aber was machen wir jetzt?“

„Lies,“ sagte Peter. „In Lauterkeit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, im Heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit“. Ich denke, dass es so gehen kann. Wir werden sehr freundlich und liebevoll mit ihm umgehen, wenn er wiederkommt. Aber er muss auch wissen, was geht und was nicht. Aber wir müssen darauf Acht geben, dass wir uns nicht zu Zornausbrüchen hinreißen lassen, sondern ganz bei uns und bei unserem guten Willen bleiben.

„Dass die Bibel so eine Hilfe sein kann“ darüber staunte Anke. „Hör zu: in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken, in Ehre und Schande; in bösen Gerüchten und guten Gerüchten, als Verführer und doch wahrhaftig, wie gerne ich ihn verführen möchte, doch zu einem normalen Leben zurückzukehren! Wenn er doch bloß merken würde, wo er hinsteuert!“

„Tja, und wir“ sagte Peter, „wir müssen wohl neu anfangen. Die wunderbare Kinderzeit mit Michael ist zu Ende. Er ist kein Kind mehr. Und wir sind zwar noch seine Eltern, aber wir müssen nun auch umlernen und sehen, was Elternsein für uns jetzt bedeutet.“ Und er las weiter:“ als die Unbekannten und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten und doch nicht getötet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben. Wir müssen aufpassen, Anke, dass wir fröhlich bleiben. Wir helfen ihm nicht, wenn wir jammern und klagen.“`

„Wenn´s bloß schon vorbei wäre“ sagte Anke. „Ich weiß gar nicht, wie ich das aushalten soll“. Peter lächelte. „Guck doch mal, hier steht´s: Ich habe dich zur Zeit der Gnade erhört und habe dir am Tage des Heils geholfen.« Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils! – Ich spüre einfach, dass das richtig und gut ist. Ich merke richtig, wie Gott hilft, jetzt und hier. Es geht mir schon viel besser. Ich glaube, wir schaffen das, du und ich und Michael. Mit Gottes Hilfe ganz bestimmt.“

Michael kam 8 Tage später nach Hause. Er war schmutzig und ausgehungert. Niemand wollte ihn mehr Unterschlupf bieten. Er war verzweifelt und müde. Der Kampf ums Überleben und der Kampf mit seinem eigenen Stolz hatte ihn mürbe gemacht.
Seine Eltern empfingen ihn mit offenen Armen. Sie machten ihm ein Bad zurecht und kochten sein Lieblingsgericht. Kein Wort des Vorwurfs kam über ihre Lippen. „Lass uns miteinander überlegen, Michael, wie es weitergeht, was du willst und ob und wie wir dir helfen können, ja?“ so begann das Gespräch, so wurden Vereinbarungen getroffen und erste Wege des Verstehens begangen.

Damit war längst nicht alles gut. Michael hat noch Jahre gebraucht, um seinen Weg ins Leben zu finden, anstrengende und manchmal auch verzweifelte Jahre für Anke und Peter. Aber sie blieben fest in dem, was sie sich vorgenommen hatten und fanden immer wieder Trost und Kraft in der Bibel. „Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, jetzt ist die Zeit des Heils“ – das half ihnen, kleine Schritte zu gehen und sich mit Michael über jeden kleinen Erfolg zu freuen.

Paulus hat seine eigenen Wünsche ganz hinten angestellt für das Wohl seiner Gemeinde in Korinth. Das Amt ist das wichtigste, sagt er, dafür lohnt es, sich selbst zurückzunehmen. Peter und Anke schafften das auch. Ihr Elternamt und die Verantwortung für ihr jüngstes Kind wurde ihre vornehmste Aufgabe.

Der Verzicht muss nicht zur Saure Gurken Zeit werden, sagt Paulus, wenn man das Ziel vor Augen behält. Und er muss nicht tragisch und schwer sein, wenn man weiß, woher man die Kraft dazu bekommt. Peter und Anke sind ein Beispiel, wie das geht. Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, weil Gott uns erhört, jetzt ist die Zeit des Heils, weil Gott uns hilft – Mutter und Vater von Michael haben das erlebt.

Und wir? Wir sind eingeladen, darauf zu vertrauen.
Amen

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 365, 1-3+5 Von Gott will ich nicht lassen

*Trauaufgebot Huhn
Am 14. April 2018 geben sich hier in der Wächtersbacher Kirche das „Ja Wort“ Bianca und Henrik Huhn. Ihr möchte mit Gottes Segen in diesen Lebensabschnitt gehen. Eine Liebe ist immer ein Wagnis. Es gibt keine Garantie, es ist immer wieder eine Herausforderung, besonders dann, wenn der Alltag Einzug erhalten hat.
Eure Liebe besiegelt ihr mit eurem Spruch aus dem hohen Lied der Liebe.
“Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größte unter ihnen.”

* Fürbittengebet:
Lasst uns beten und mit dem Gebetsruf „Herr, erbarme dich“, antworten.

Gott, du bist den Leidenden nah,
du bist den Weg des Leidens zu Ende gegangen
durch den Tod hindurch zum Leben.

Wir fürchten um unser Leben, wenn wir hören und sehen,
was Menschen aushalten müssen, was ihnen zugemutet wird.
Wir erschrecken und hoffen, dass es uns nicht trifft.
Wir möchten glauben, dass du auch dann bei uns bist,
wenn wir Angst haben, wenn wir Schmerzen leiden,
wenn wir mit uns selbst nicht zurechtkommen.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich für die Menschen,
die den Tod auf sich zukommen sehen:
Lass ihre Hoffnung wachsen und ihre Angst kleiner werden.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir beten für die Menschen,
die in Ungewissheit und Sorge leben,
die sich von Spannungen wie zerrissen fühlen:
Gib ihnen deinen Frieden, der alle Vernunft übersteigt.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir rufen dich an für die Verbitterten,
denen über ihrem Schicksal der Glaube zerbrochen ist:
Gib ihnen Menschen an die Seite,
durch die sie deine Liebe erfahren
wie ein Licht in der Finsternis.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich für unsere Schwestern und Brüder in der Welt,
die um ihres Glaubens willen Nachteile auf sich nehmen
oder Leiden erdulden müssen:
Festige sie in ihrem Glauben und stärke ihre Geduld,
dass sie nicht wanken.
Lass sie durch unser Gebet deinen Trost erfahren.
Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Gott, wir bitten dich für das Paar Bianca und Hendrik Huhn:
Herr du hast die beiden zusammen auf den Weg der Liebe geschickt. Ein Stück Weges sind sie schon gegangen, nun folgt der Weg den du segnest und auf dem du mitgehen willst. Gib unseren beiden die nötige Kraft die Liebe zu leben. Besonders dann wenn es schwierig wird und steinig. Schenke ihnen das Vertrauen, dass die Liebe alles ertragen, erdulden und aushalten kann, das die Liebe niemals aufhört und dass die Liebe ein großes und wichtiges Gut ist.

Wir bitten:

G.: Herr, erbarme dich.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 590 Herr wir bitten komm und segne uns

* Bekanntmachungen:
Liebe Gemeinde, die Kollekte heute ist bestimmt für die Aktion „Hilfe in Osteuropa“

Am nächsten Sonntag, 25.02.2018 feiern wir um 18.00 Uhr in der Kirche in Wächtersbach den Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden des Westbezirks.

Der Wochenspruch der uns durch die kommende Woche geleitet steht im 1 Johannes 3, Vers 8b, dort heisst es:
„Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre“.

* Votum:
Vergiss die Träume nicht,
wenn die Nacht
wieder über dich hereinbricht
und die Dunkelheit
dich wieder gefangen zu nehmen droht.
Noch ist nicht alles verloren.
Deine Träume und deine Sehnsüchte
tragen Bilder der Hoffnung in sich.
Deine Seele weiß,
dass in der Tiefe Heilung schlummert
und bald in dir ein neuer Tag erwacht.
Ich wünsche dir,
dass du die Zeiten der Einsamkeit
nicht als versäumtes Leben erfährst,
sondern dass du beim Hineinhorchen
in dich selbst
noch Unerschlossenes
in dir entdeckst.
Ich wünsche dir,
dass dich all das Unerfüllte
in deinem Leben nicht erdrückt,
sondern dass du dankbar sein kannst für das,
was dir an Schönem gelingt.
Ich wünsche dir,
dass all deine Traurigkeiten
nicht vergeblich sind,
sondern dass du aus der Berührung
mit deinen Tiefen
auch Freude
wieder neu erleben kannst.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Gottesdienste am Sonntag Septuagesimae, 28.01.2017
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 28.01.2018 20:42   Titel: Gottesdienste am Sonntag Septuagesimae, 28.01.2017
Gottesdienst am Sonntag Septuagesimä
28.01.2018
09.15 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
Text: Jeremia 9, 22-23

* Lied EG Plus 34 Komm Heiliger Geist

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

*Lied EG 320, 1-5 Nun lasst uns Gott

*Eingangspsalm:
Herr, du wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden;
laß dein Güte und Treue allewege mich behüten.

Denn es haben mich umgeben Leiden ohne Zahl.
Meine Sünden haben mich ereilt; ich kann sie nicht überblicken.
Ihrer sind mehr als Haare auf meinem Haupt,
und mein Herz ist verzagt.
Laß dir's gefallen, Herr, mich zu erretten;
eile, Herr, mir zu helfen!
Laß deiner sich freuen und fröhlich sein
alle, die nach dir fragen;
und die dein Heil lieben, laß allewege sagen:
Der Herr sei hochgelobt!
Denn ich bin arm und elend;
der Herr aber sorgt für mich.
Du bist mein Helfer und Erretter;
mein Gott, säume doch nicht!

Herr, du wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden;
laß dein Güte und Treue allewege mich behüten.

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Laßt uns Gott um Vergebung bitten
für alles, was uns von ihm
und untereinander trennt:
Ehrgeiz und Eifersucht,
Neid, Haß und Streit.
Wir rufen um erbarmen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Laßt uns Gott danken
für die Geduld, in der er uns erträgt,
die Güte, mit der er uns begleitet,
die Gnade, durch die er uns befreit
Darum können wir Gott loben:

* Kollektengebet:
Herr Gott, himmlischer Vater,
wir können mit dem, was wir tun, vor dir nicht bestehen.
Hilf, daß wir uns allein auf deine Gnade verlassen
und alles, was uns belastet und niederdrückt,
durch deine Hilfe überwinden.
Durch Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
G: AMEN

* Schriftlesung: Matthäus 25, 14-29
14 Denn es ist wie mit einem Menschen, der außer Landes ging: Er rief seine Knechte und vertraute ihnen sein Vermögen an;
15 dem einen gab er fünf Zentner Silber, dem andern zwei, dem dritten einen, jedem nach seiner Tüchtigkeit, und zog fort.
16 Sogleich ging der hin, der fünf Zentner empfangen hatte, und handelte mit ihnen und gewann weitere fünf dazu.
17 Ebenso gewann der, der zwei Zentner empfangen hatte, zwei weitere dazu.
18 Der aber einen empfangen hatte, ging hin, grub ein Loch in die Erde und verbarg das Geld seines Herrn.
19 Nach langer Zeit kam der Herr dieser Knechte und forderte Rechenschaft von ihnen.
20 Da trat herzu, der fünf Zentner empfangen hatte, und legte weitere fünf Zentner dazu und sprach: Herr, du hast mir fünf Zentner anvertraut; siehe da, ich habe damit weitere fünf Zentner gewonnen.
21 Da sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!
22 Da trat auch herzu, der zwei Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwei Zentner anvertraut; siehe da, ich habe damit zwei weitere gewonnen.
23 Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!
24 Da trat auch herzu, der einen Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist: Du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast;
25 und ich fürchtete mich, ging hin und verbarg deinen Zentner in der Erde. Siehe, da hast du das Deine.
26 Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht! Wusstest du, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und einsammle, wo ich nicht ausgestreut habe?
27 Dann hättest du mein Geld zu den Wechslern bringen sollen, und wenn ich gekommen wäre, hätte ich das Meine wiederbekommen mit Zinsen.
28 Darum nehmt ihm den Zentner ab und gebt ihn dem, der zehn Zentner hat.
29 Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 409, 1-5 Gott liebt diese Welt

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Textlesung: Jeremia 9, 22 - 23
So spricht der HERR: Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums. Sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, daß er klug sei und mich kenne, daß ich der HERR bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden; denn solches gefällt mir, spricht der HERR.

Liebe Gemeinde!
Meine Gedanken zu diesem Prophetenwort haben heute einmal die weniger ausgetretenen Pfade gesucht. Ausgegangen sind sie von dem Wort, das hier gleich fünfmal wiederholt wird: "Rühmen". Ich habe mich gefragt, ob das denn wirklich auch unsere Schwäche ist, dass wir uns rühmen? Und dabei kam mir in den Sinn, dass unser Ruhm heute vielleicht weniger unsere Weisheit, unsere Stärke oder unseren Reichtum herausstellt, als vielmehr in einer Verkleidung einhergeht: Unser Selbstruhm trägt sozusagen die Maske der "Selbstständigkeit" und "Unabhängigkeit". Und hinter dieser Maske tönt es: "Ich mache mein Leben selbst!" - "Ich brauche keinen Gott!" - "Ich will mein eigener Herr sein!" Aber das ist ja nur in meinen Gedanken so. Im Alltag hören wir solche Sätze wohl eher selten. Dafür aber leben die Menschen entsprechend: Man kann ihrem Denken, ihrem Reden und Handeln abspüren, abhören und ansehen, wie sie innerlich eingestellt sind. Und nicht immer, aber oft genug werden wir dann erkennen, dass die Menschen vor allem dem nachstreben, was sie selbst sich als Ziel ihres Lebens gesetzt haben: Der eine die Arbeit, eine andere mehr das Vergnügen. Eine mehr den Besitz, ein anderer will möglichst viel von fremden Ländern und Kulturen sehen und erfahren. Und - ja, auch das gibt es noch - manche weihen sich auch ganz dem Dienst an ihren Mitmenschen oder sonst einem Auftrag, den sie von Gott herhaben.
Angekommen sind meine Überlegungen dann bei diesem Vers des Propheten Jeremia: Grund, uns zu rühmen oder anders gesagt, das Wichtigste für uns ist es: Gott zu kennen und dass er der Herr ist, der unser Leben bestimmt und eine Aufgabe für uns hat. Aber genug mit den hohen Worten. Ich habe eine schöne Geschichte gefunden, die passt sehr gut zu diesen Gedanken. Ich will sie einmal erzählen:
In einem großen Weizenfeld stand eine Ähre mit vielen kleinen Körnern darin, die geborgen und behütet in ihrem Häuschen saßen und auf das große Leben warteten. Und während sie so warteten und wuchsen und reiften, machten sie sich ihre Gedanken und sprachen auch über ihre Wünsche.
"Ich möchte einmal viel erleben", sagte das Erste, "in die Welt hinausgehen; endlich einmal etwas anderes sehen als dieses Weizenfeld!" Das zweite und das dritte Korn pflichteten ihm bei: "Ja, das wollen wir auch!" Das vierte Körn lein wollte in Ruhe sein Leben genießen. Das Fünfte sagte: "Ich möchte ein sinnvolles Leben haben, das für die Menschen nützlich ist! Ich will dem Hunger in der Welt wehren." Das sechste schaute in die Ferne und sagte sehnsüchtig: "Ich möchte Gottes Geheimnisse sehen!" Das letzte Körn lein schließlich war etwas einfältig und wusste nicht so recht, was es sich wünschen sollte. "Ich möchte, dass Gott mein Leben gebraucht, so wie er will", sagte es schließlich.
Liebe Gemeinde, nein, die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Ich wollte nur schon hier einmal unterbrechen und fragen: Entspricht das nicht wirklich in etwa dem Bild, das heute die Menschen unserer Gesellschaft abgeben? Sicher ist doch: Die Mehrheit versteht ihr Leben in erster Linie als Jahre, die ihnen etwas "bringen" sollen: Freude, Glück, schöne Erfahrungen, Genuss, Kurzweil ... Wesentlich weniger sind es, die sich und ihrem Leben andere Ziele setzen. Und nur ganz wenige lassen sich hier von Gottes Plan und seinem Auftrag an sie leiten. Aber hören wir, wie es den Weizenkörnern weiter erging:
Und es geschah, dass der allmächtige Gott die Wünsche der Ährenkinder hörte und beschloss, jedem Körn lein das zu geben, was es begehrte. - Und als die Körner dick und reif waren und die Ernte kam, da fiel das erste, das die Welt sehen wollte, neben dem Sack auf den Wagen und fuhr die lange Strecke vom Feld zur Scheune, vorbei an Wiese und Wald, an Häusern, Menschen, Gärten, an Rinderherden, die von der Weide, und Schulkindern, die von der Schule kamen. Und es schaute und schaute. Dreimal fuhr es vom Feld zur Scheune und von der Scheune zum Feld. Dann aber fiel es an einer holprigen Wegstelle vom Wagen und wurde von den Rädern überrollt.
Das vierte Körn lein, das sein Leben genießen wollte, kam erst gar nicht auf den Wagen. Es hatte Angst vor der Sichel und dem Dreschflegel und sprang vorher auf die Erde. Da freute es sich an Luft und Sonnenschein und schloss Freundschaft mit einer Ackerwinde und einem Marienkäfer - bis ein frecher Spatz kam und es einfach aufpickte.
Die anderen Körn lein fielen alle miteinander in einen großen Sack und kamen in die Scheune. In dem Sack war es ziemlich dunkel und sehr eng. Sie stießen und drückten sich gegenseitig. Es war nicht mehr so schön wie in ihrer Kinderstube, da jedes sein eigenes kleines Häuschen an der großen Ähre hatte.
Das zweite und dritte Körn lein, die wie das Erste in die Welt hinaus wollten, wurden eines Tages zusammen mit vielen anderen von einer großen Schippe aus dem Sack geholt und in die Mühle geworfen. Die beiden Körnchen ahnten, was da kommen sollte, sprangen schnell von der Schippe ab - zurück in den Sack. "Nein, nein!" sprachen sie, "das ist zuviel! Da verlieren wir uns ja. So eng mit den anderen zermahlen und verbacken werden, das ist doch geschmacklos!" Der allmächtige Gott achtete den Wunsch der Körn lein. Und am nächsten Tag griff die Bäuerin sie mit einer Hand voll anderer Körner und streute sie alle mit weitem Schwung in den Hühnerhof. Jedes hatte nun Weite um sich und sein persönliches Plätzchen und jedes wurde einzeln und ganz für sich von den Hühnern gefressen.
Das fünfte Körn lein aber, das in die Mühle geraten war, wurde gemahlen und im Ofen zu knusprigen Brötchen gebacken. Und am Morgen beim Frühstück machte es die Kinder satt.
Nun blieb noch das sechste Körnchen, das Gottes Geheimnisse sehen und das kleine Siebte, das sich einfach von Gott gebrauchen lassen wollte.
Und der allmächtige Gott dachte an sie und dachte sich etwas ganz Schönes für sie aus.
Das sechste Körnchen kam eines Tages auch in die Mühle und in die Backstube und musste durch die gleichen Schmerzen gehen wie seine Brüder vorher und mit vielen anderen zusammen zu Brot werden. Es wurde aber kein knuspriges Brötchen für den Morgenkaffee, sondern es kam als Abendmahlsbrot auf den Altar der kleinen Dorfkirche. Und als der Pfarrer Gebet und Segen für das Abendmahl sprach und das Brot emporhob, da spürte es, dass etwas vom Geheimnis Gottes in ihm selbst war.
Das kleine siebte Korn aber griff der Bauer mit seinen Brüdern und Schwestern, die auch noch übrig waren, und fuhr sie wieder zurück zum Acker. Mit gleichmäßigen Armbewegungen warf er sie in die schwarze Erde. Dann kam die Egge und der Boden schloss sich über ihnen. Das siebte Körnchen wusste nicht, was mit ihm geschah, es war zu einfältig, um sich viele Gedanken zu machen. Es blieb still im Dunkel und ertrug die Schmerzen und Veränderungen, die es in sich fühlte, bis es in der Erde starb.
Und nach einigen Monaten wuchs dort, wo es gestorben war, eine Ähre auf, die dreißig Körner trug. Der allmächtige Gott lächelte und nahm sieben davon für sich auf den Altar, und sieben warf er wieder auf den Acker - und alle, die noch übrig waren, bekamen die Kinder als Frühstücksbrötchen. (Nach: Die Wünsche der sieben Weizenkörner, von Gertrud Renate Sopp)
Liebe Gemeinde! Eine schöne Geschichte, nicht wahr? Viel ist dazu nicht mehr zu sagen oder gar zu erklären. Nur ein paar Wünsche für uns will ich noch anschließen: "Das siebte Körnchen wusste nicht, was mit ihm geschah, es war zu einfältig, um sich viele Gedanken zu machen." Es ist diese Einfalt, die ich uns allen wünsche. Vielleicht kann ich auch "Gelassenheit" sagen oder "Vertrauen"? Dass wir uns keine Gedanken machen, wenn wir uns Gott überlassen. Er weiß, was er mit uns vorhat. Und das entspricht unseren Gaben, die er uns am Anfang unseres Lebens mitgibt. Die Ziele, die wir unserem Leben kurzsichtig setzen, sind meist nichts, wofür sich ein Leben lohnt. Gottes Ziel mit uns ist Sinn und Fülle in dieser Zeit und - oft durch Leid und Schmerzen, immer durch Dunkelheit und Sterben hindurch - ein neues, ewiges Leben. Ich wünsche uns, dass wir uns in Gottes Hand geben können, damit er mit uns nach seinem Willen tut, so wie beim siebten Weizenkorn.
Gott spricht: "Wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er klug sei und mich kenne, dass ich der HERR bin!"

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 324, 1-7 Ich singe dir mi Herz und Mund

* Fürbittengebet:
Von deiner Liebe leben wir, Gott.

Wir teilen die Menschen ein
in solche, die viel, und solche, die wenig leisten,
in solche, die mehr, und solche, die weniger taugen.
Durchkreuze unsere Einteilungen
und laß uns danach fragen,
wer Zuwendung und Güte braucht.
Von deiner Liebe leben wir, Gott.

Wir berechnen, was wir verdient haben
an Zuwendung und Wohlergehen,
was uns geschuldet wird an Anerkennung und Verständnis,
wie oft wir zu kurz kommen im Vergleich zu anderen.
Mach einen Strich durch unsere Rechnungen
und laß uns erkennen:
Von deiner Liebe leben wir, Gott.

Unsere Rangordnungen überwinde,
damit unser Herz sich auch für den Letzten öffne.
Und wenn wir von der Höhe unserer Selbstüberschätzung herabstürzen,
fange uns auf mit deiner Güte.
Dann sind wir erlöst,
weil wir nicht mehr beweisen müssen,
wie stark und bedeutend wir sind.
Wir sind erlöst,
weil wir Frieden machen können mit unserer Schwachheit.
Denn deine Barmherzigkeit schenkt uns Flügel,
und von deiner Liebe leben wir, Gott.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte

* Bekanntmachungen:
Kollekte: EKD Kollekte für die Weltbibelhilfe

Wochenspruch: Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. Dan. 9, 1

Nächster Gottesdienst in Lettgenbrunn:

Sonntag, 11. Februar 2018 mit Pfrin. Ehlers 9:15 Uhr

Nächster Gottesdienst in Lohrhaupten

Sonntag, 04. Februar 2018 mit Lektorin Kempf 10:30 Uhr

Abkündigungen

Unsere Kirchengemeinden suchen Mitwirkende für den
diesjährigen Weltgebetstaggottesdienst. Dieser findet statt am 02. März 2018.
Es geht in diesem Jahr um das Land Surinam. Interessierte melden sich bitte im
Pfarrbüro, donnerstags zwischen 9 – 12 Uhr, Tel.: 06057 / 679 oder bei Frau Pfrin. Ehlers,
Tel.: 06057 / 647. Wir freuen uns!

Der Jahresabschluss zum 31.12.2016, unserer Kirchengemeinde Lohrhaupten – Lettgenbrunn
liegt für alle Gemeindemitglieder am Donnerstag, 01.02. und Donnerstag, 08.02.2018 in der Zeit
von 9 – 12.00 Uhr im Pfarrbüro in Lohrhaupten zur Einsicht aus.

* Votum:
Der Herr segne dich,
er lasse dein Leben gedeihen,
er lasse deine Hoffnung erblühen,
er lasse deine Früchte reifen.
Der Herr behüte dich,
er umarme dich in deiner Angst,
er stelle sich vor dich in deiner Not.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir,
wie ein zärtlicher Blick erwärmt,
so überwinde er bei dir,
was erstarrt ist.
Er sei dir gnädig,
wenn dir Schuld dich drückt,
dann lasse er dich aufatmen
und mache dich frei.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich,
er sehe dein Leid,
er tröste und heile dich.
Er schenke dir das Wohl des Leibes
und das Heil deiner Seele durch Jesus Christus!
Er gebe dir Frieden.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN
  Thema: Abendgottesdienst am 2. S.n. Epiphanias, 14.01.2018
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 14.01.2018 20:54   Titel: Abendgottesdienst am 2. S.n. Epiphanias, 14.01.2018
Abendgottesdienst am 2. Sonntag nach Epiphanias
Am 14.01.2018 um 18.00 Uhr
In der Evangelischen Kirche Wittgenborn
Text: Johannes 1, 29 - 34

Lied EG plus 34

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat. AMEN
Liebe Gemeinde, guten Abend und herzlich Willkommen zum Abendgottesdienst am 2. Sonntag nach Epiphanias.

*Lied EG 66, 1-3 Jesus ist kommen

*Eingangspsalm:
Ich habe einen Helden erweckt, der helfen soll, spricht der Herr,
ich habe erhöht einen Auserwählten aus dem Volk.

Meine Hand soll ihn erhalten,
und mein Arm soll ihn stärken.
Meine Treue und Gnade soll bei ihm sein,
und sein Haupt soll erhöht sein in meinem Namen.
Seine Hand laß ich herrschen über das Meer
und seine Rechte über die Ströme.
Er wird mich nennen: Du bist mein Vater,
mein Gott und Hort, der mir hilft.
Und ich will ihn zum erstgeborenen Sohn machen,
zum Höchsten unter den Königen auf Erden.
Ich will ihm ewiglich bewahren meine Gnade,
und mein Bund soll ihm fest bleiben.

Ich habe einen Helden erweckt, der helfen soll, spricht der Herr,
ich habe erhöht einen Auserwählten aus dem Volk.

Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Als Gottes Kinder leben,
Brüder und Schwestern sein
im Geiste Jesu -
das möchten wir.
Hilf uns, Gott, das wir sehen und bezeugen
Wir rufen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
"Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen,
daß wir Gottes Kinder heißen sollen -
und wir sind es auch!"
Wir singen:

*Kollektengebet:
Gott, deine Kinder sein - das möchten wir gern.
Uns von deinem Geist treiben lassen,
dir vertrauen - das wünschen wir uns.
Es gibt so viele andere Dinge, die uns treiben:
Sorgen, Fragen, Ängste.
Uns fehlt der Mut, bei dir zu bleiben.
Wir tun lieber, was alle tun.
Wecke uns auf, sprich uns an, gib uns deinen Geist,
damit wir werden, wie du uns gewollt hast:
Deine Kinder,
Menschen deines Wohlgefallens.
G: AMEN

* Schriftlesung: Matthäus 3, 13-17
13 Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, daß er sich von ihm taufen ließe.
14 Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, daß ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? [a ]
15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er's geschehen.
16 Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah [a ] den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen.
17 Und siehe, eine [a ] Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, [b ] an dem ich Wohlgefallen habe.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

*Lied EG 72 O Jesu Christe wahres Licht

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Textlesung: Joh. 1, 29 - 34
Am nächsten Tag sieht Johannes, daß Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! Dieser ist's, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich. Und ich kannte ihn nicht. Aber damit er Israel offenbart werde, darum bin ich gekommen, zu taufen mit Wasser. Und Johannes bezeugte und sprach: Ich sah, daß der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm. Und ich kannte ihn nicht. Aber der mich sandte, zu taufen mit Wasser, der sprach zu mir: Auf wen du siehst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, der ist's, der mit dem heiligen Geist tauft. Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist Gottes Sohn.

Liebe Gemeinde!
Was heute über dieser Predigt steht, was hier Johannes der Täufer ausspricht, ist wohl die kürzeste Beschreibung dessen, worum es in unserem Christenleben geht. Das sollen auch wir: Sehen und bezeugen. Und nicht irgendwen oder irgendwas - Jesus Christus, den Sohn Gottes. - Aber nähern wir uns diesem Wort ein wenig langsamer: Was "sehen" wir?
Zunächst sicher viel Böses, schlechte Verhältnisse, schlimme Vorzeichen und manche verfahrene Situation, persönlich und in der Welt. Gerade am Beginn eines neuen Jahres ist unser Blick ja besonders geschärft und empfänglich für das Dunkle, Bedrohliche, Angsterregende. Gerade weil wir uns doch nach Glück und guten Aussichten im neuen Jahr sehnen, sind wir so empfindlich für alles, was uns die Hoffnung und den Mut nehmen will. So fragen wir uns: Werde ich meine Arbeit behalten? Wird meine Gesundheit in diesem gerade begonnenen Jahr besser werden? Kann ich mir den Krankenkassenbeitrag von meiner Rente leisten? Darf man überhaupt noch krank werden ohne zu verarmen? Kommt ein wenig mehr Sinn in meine Tage? Werde ich schaffen, was ich mir für die kommenden 12 Monate vorgenommen habe? - Dieser Ausblick nach vorn ist nicht immer hoffnungsvoll. Er kann auch beängstigen und uns das Herz schwer machen.
Aber "sehen" wir nicht auch anderes? Schauen wir doch noch einmal kurz zurück auf die vergangenen 12 Monate: Gab's da nicht auch - neben manchem Schweren - viel Schönes? Ich weiß ja nicht, was ihnen alles widerfahren ist, aber ich nenne hier einmal ein paar Ereignisse, die geschehen sind. Etwas davon haben auch sie erlebt!
Einem wurde ein Enkel geschenkt. Ein anderer hat endlich wieder ein gutes Wort mit seinem Nachbarn gewechselt. Eine dritte geht nach jahrelanger Pause wieder arbeiten, und der Anfang ist gelungen: Es macht viel Freude! Einer vierten ist endlich der Herzenswunsch in Erfüllung gegangen: Die Reise nach Gran Canaria! Und dann: Manche Bewahrung haben wir erfahren. Manche Hilfe in Not. Manche Kraft, von der wir wussten, sie kommt nicht aus uns selbst.
Gewiss: Wir könnten dem jetzt auch wieder schlechte Erlebnisse gegenüberstellen. Aber die haben nicht unser ganzes Jahr 2017 ausgemacht. Das Gute, das Glück, die Freude gab es auch! Wir haben also "gesehen"! Nur: haben wir auch "bezeugt"?
Da werden manche jetzt denken, aber wer wird sich denn hinstellen und ständig verkünden: "Was ich bin und habe kommt von Jesus Christus, meinem Herrn!" Wer kann das denn auf solche Weise öffentlich werden lassen? Das wäre uns doch peinlich!
Ich kann das verstehen. Mir fiele das auch schwer - besonders dann, wenn ich nicht als Prädikant auf der Kanzel stehe. Doch es gibt auch andere, leisere Möglichkeiten, die aber nicht weniger wichtig und effektiv sind: Da ist das Lächeln, das ich immer einmal zeigen kann - mein grämliches Gesicht spricht sicher nicht für meine Freude und die Geborgenheit im Glauben an meinen Herrn. Da ist ein ehrliches Dankeschön gegenüber Gott in meinem Gebet - wer dankbar ist, der weiß offenbar zu schätzen, was ihm geschenkt wird. Da gibt es aber auch hin und wieder Gelegenheit - vielleicht den Kindern und Enkeln gegenüber - Gott ins Gespräch zu bringen. Warum nicht einmal davon sprechen, wenn wir über unsere Lebenserfahrungen reden, dass wir Gott sehr viel Gutes verdanken?
Und warum denn nicht einmal in die Trauer eines Kollegen hinein ein paar Worte des Trostes sagen, vielleicht solche: "Ich kann das nachfühlen, wie es dir jetzt geht! Ich dachte damals, als mein Kusseng starb, auch, mir bricht die Welt zusammen. Mir hat in dieser schweren Zeit mein Glaube geholfen. Ich wusste, dass mein Kusseng nicht ins Nichts gefallen ist, sondern in Gottes Hände. Das gilt auch jetzt...für dich und für den Menschen, um den du trauerst!"
Und es gibt auch täglich die kleinen Gelegenheiten, in einer Zeit, die Gott und seiner Sache wenig Raum lässt, den Glauben und worauf unser Herz vertraut zur Sprache zu bringen: Wenn in einer Gesprächsrunde die negative Stimmung siegen will - dann reden wir von Hoffnung und davon, dass Gott am Ende alles in seiner Hand hält. Wenn in unserem Verein die Terminplanung für das Jahr gemacht wird, dann achten wir darauf und sprechen unser Interesse auch einmal deutlich an, dass die Sonntage und besonders die Gottesdienstzeiten frei von Veranstaltungen bleiben und so alle die Möglichkeit haben, den Gottesdienst ihrer Gemeinde zu besuchen. Überall, wo es uns möglich ist, mahnen wir, nicht nur den Schwund der Werte zu beklagen, die in unserer Gesellschaft einmal galten, sondern sich auch ehrlich und tatkräftig dafür einzusetzen, sie Zurückzugewinnen.
Liebe Gemeinde!
Das sollen wir: Sehen und bezeugen. Ich bin ganz sicher, wenn wir uns einmal besinnen, was wir in unserem Leben - und wenn es nur das vergangen Jahr wäre - erfahren und von Gott und seiner Macht "gesehen" haben, dann werden wir alle sagen müssen: Es war viel Gutes, viel Schönes und manches kleine und große Wunder dabei! Aber ich bin auch sicher, dass wir aus den gemachten Erfahrungen heraus, nicht in dem Maß "bezeugt" haben, wie es recht gewesen wäre. Vielleicht gelingt uns das im gerade begonnenen Jahr besser?
Ich wünsche uns für dieses Jahr, dass Gott uns wieder reichlich und gnädig sehen lässt, wie sehr er uns liebt und dass er in Jesus Christus seinen Sohn in die Welt gesandt hat, einen starken Helfer für alles, was auf uns zukommt.
Darüber hinaus aber wünsche ich uns, dass wir das Bekennen lernen. Nicht unbedingt das laute, öffentliche, aber doch das deutliche Sprechen darüber, was wir mit Gott erlebt haben und täglich neu erleben, wenigstens vor unseren Leuten, den Menschen in unserer Nähe und besonders den Kindern! Und das fröhliche Gesicht, das zu diesem Wissen passt, wünsche ich uns auch.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. AMEN.

* Lied EG 398 In dir ist Freude

* Fürbittengebet:
"In dir ist Freude in allem Leide" - darauf vertrauen wir.
Dein Wort sagt es uns zu. Und wir entdecken Spuren deiner Güte.

Für die Menschen danken wir, die unser Leben hell machen:
Freunde, die uns verstehen und Vertraute, die uns begleiten.
Für sie und uns bitten wir, dass Gott uns füreinander erhält
und unsere Freude bewahrt.

Über Menschen freuen wir uns, die ein Hoffnungsschimmer sind für andere durch ihr Lachen, durch ihr Reden, auch durch ihr stilles Mittragen oder ihren mutigen Einsatz.

Für die Menschen bitten wir, die aufeinander angewiesen sind
als Frau und Mann in der Ehe, als Kinder, Eltern und Großeltern,
als Nachbarn nebenan oder als Kollegen im Beruf,
als Gesunde und Kranke, trostlos oder voll Hoffnung:
dass die Freude nicht versiegt auf ihrem Weg miteinander.

Du bist unsere Freude, auch noch an schweren Tagen.
Du gehst mit uns und bist unsere Hoffnung.
"Durch dich wir haben himmlische Gaben, du der wahre Heiland bist".

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

*Lied EG 487 Abend ward bald kommt die Nacht

* Bekanntmachungen:

* Votum:
Lasst uns diesen Gottesdienst beschließen mit der Bitte um Gottes Segen.
Lasst uns bewahren, was wir gesehen und gehört haben.
Lasst uns bezeugen, wovon wir selbst überwunden sind.
Lasst uns leben, wozu wir von Gott befreit sind, und den Segen empfangen, wozu er uns berufen hat.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Abendmahlsgottesdienst am 2. Feiertag, 26.12.2017
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 26.12.2017 20:14   Titel: Abendmahlsgottesdienst am 2. Feiertag, 26.12.2017
Weihnachtsgottesdienst mit Abendmahl
Unter Mitwirkung des Chores
am 2. Weihnachtstag, 26. Dezember 2017
Um 10.00 Uhr in der Ev. Kirche Wittgenborn
Text: Johannes 1, 14

*Orgelvorspiel
* Lied EG 1, 5 Komm, o mein Heiland

* Begrüßung: Thomas
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.

Ob wir das Geheimnis von Weihnachten
jemals ganz erfassen können?
Gott wird Mensch.
Kein Thron weit über den Menschen.
Kein Allherrscher weit über dem Horizont der Welt.
Kein unbewegter Beweger weit über uns am Himmelszelt.
Ein Gott mit uns.
Die Stätte seiner Geburt unter den Ärmsten der Armen
Ohnmacht seine Liebe auf den Wegen der Menschheitsge-schichte.
Durch unzähliges Leid bewegt bewegt er uns.
Bewegt er uns?
Ganz herzlich begrüße ich Sie und Euch alle zum Abendmahls-gottesdienst am 2. Weihnachtsfeiertag. Ganz herzlich begrüße ich den Chor und Markus Kauffeld an der Orgel. Ich wünsche uns allen einen Mutmachenden Weihnachtsgottesdienst.

* Eingangslied EG 23, 1-4 Gelobet seist du Jesus Christ

Chor kommt nach vorne

* Eingangspsalm: Thomas
Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und er heißt:
Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.

Singet dem Herrn ein neues Lied;
singet dem Herrn, alle Welt!
Singet dem Herrn und lobet seinen Namen,
verkündet von Tag zu Tag sein Heil!
Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit,
unter allen Völkern von seinen Wundern!
Ihr Völker, bringet dar dem Herrn,
bringet dar dem Herrn Ehre und Macht!
Bringet dar dem Herrn die Ehre seines Namens,
bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe!
Betet an den Herrn in heiligem Schmuck;
es fürchte ihn alle Welt!
Sagt unter den Heiden: Der Herr ist König.
Er hat den Erdkreis gegründet, daß er nicht wankt.
Er richtet die Völker recht.

Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und er heißt:
Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.

Chor singt: Groß sein lässt meine Seele den Herrn

* Tagesgebet: Thomas
Gott, zu allen Zeiten und auf vielerlei Weisen
hast du zu uns Menschen gesprochen.
An Weihnachten hast du dich uns menschlich zugewandt.
Dein Sohn ist einer von uns geworden, ein Mensch wie wir.
Gib, dass wir offen und empfänglich sind für ihn,
dass wir ihm Wohnung und Heimat geben
in unserem Herzen und in dieser Welt,
damit er, das Licht von Weihnachten, überall sichtbar wird.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn und Bru-der. Amen.

Chor singt: Fürchte dich nicht

* Schriftlesung: Lukas 1, 26-33. 46a (Herr Dietz)

Chor singt: Maria durch ein Dornwald ging, 1-3

* Glaubensbekenntnis: Thomas
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

Chor nimmt Platz

* Lied EG 24, 1-6 Vom Himmel hoch

* PREDIGT zu Johannes 1, 14: Christoph

* Lied EG 27, 1-4 Lobt Gott, ihr Christen alle gleich

ABENDMAHL

* Sündenbekenntnis und Absolution: (stehend) Thomas
Als Jesus gefragt wurde, was denn das wichtigste Gebot ist, antwortete er:
Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben: von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit all deiner Kraft. Und deinen Nächsten wie dich selbst.
Denn Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott. Und Gott in ihm.
An Gott und unseren Mitmenschen aber werden wir schuldig.
Täglich versündigen wir uns an ihnen. Wenn Ihr das auch so seht und bekennt, und wenn Ihr Vergebung um Christi willen begehrt, so sprecht: Ja, mit Gottes Hilfe!

Gemeinde: Ja, mit Gottes Hilfe!

Gottes unerschöpfliche Barmherzigkeit heilt eure Herzen. Im Auftrag unseres Herrn, Jesus Christus,
verkünde ich euch die Vergebung aller eurer Schuld -
im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Der Friede des Herrn sei mit euch allen.
Euch geschehe, wie ihr glaubt.

* Danksagung (Präfation): Thomas
Gott, du Geber aller Gaben
Du berührst uns immer wieder neu in unserer Sehnsucht, Unse-rer Sehnsucht nach deinem Heil.
Du weckst immer wieder neu unseren Hunger Nach dem, was die Welt wirklich satt macht. Jetzt lassen wir uns von dir einla-den
Und mit deinen Gaben beschenken.
Im Brot gibst du uns, was uns stärkt und sättigt.
Im Saft der Trauben lässt du uns deine Liebe und Fülle schme-cken. Du vertraust uns an, Salz zu sein inmitten dieser Welt.
Du lässt uns bei dir Gäste sein, so wie wir sind.
An deinem Tisch spüren wir die Verheißung:
Dann sitzen Menschen unter ihren Weinstöcken und Feigen-bäumen Und niemand schreckt sie auf. Deshalb wollen wir Dir singen:

* Lied EG 185.3 Heilig, heilig

* Einsetzungsworte: Thomas
Unser Herr Jesus Christus / in der Nacht, da er verraten ward / nahm er das Brot / dankte und brach's / und gab's seinen Jün-gern / und sprach: Nehmet hin und esset / das ist mein Leib (+) / der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächt-nis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl / dankte / gab ihnen den / und sprach: Nehmet hin und trinket al-le daraus / dieser Kelch ist das neue Testament (+) in meinem Blut / das für euch vergossen wird / zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis.

* Vater unser: Thomas
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 190.2 "Christe, du Lamm Gottes" (stehend)

* Friedensgruß: Thomas
Der Friede des Herrn sei mit euch allen. Keiner sei gegen den anderen, keiner in sich verschlossen. Vergebt, wie euch verge-ben ist, nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zum Lobe Gottes.
Als Zeichen dafür, reicht einander die Hand mit den Wor-ten: „Friede sei mit dir“

(Einladung zum Händereichen)

So kommet an den Tisch des Herrn, sehet und schmecket wie freundlich der Herr ist.

* Austeilung: Christoph und Thomas

* Lobpreis: Thomas
Lobe den Herrn, meine Seele,
und was in mir ist, seinen Heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht,
was er dir Gutes getan hat:
Der dir alle deine Sünden vergibt und heilet
alle deine Gebrechen,
der dein Leben vom Verderben erlöst und dich
krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. AMEN

* Fürbittengebet: Thomas
Guter Gott!
In der Geburt deines Sohnes erfahren wir
deine Nähe zu uns Menschen.
Du bist ein Gott-mit-uns.
Deshalb dürfen wir zu Weihnachten
mit unseren Bitten zu dir kommen:
Gib uns den Mut und die Kraft,
deine Liebe und deine Gerechtigkeit
immer wieder dem Lauf der Welt entgegenzustellen.
Lass uns in schwierigen Situationen nicht aufgeben
und den Glauben an deine heilschaffende Nähe nicht verlieren.
Öffne unsere Sinne für Erfahrungen
deiner Gegenwart mitten in dieser Welt.
Schenke uns den Blick für die Sorgen
und Nöte unserer Mitmenschen,
den dein Sohn wie kein anderer Mensch gehabt hat.
Denn du, Gott, bist unsere Hoffnung,
du bist die Quelle und das Ziel unserer Sehnsucht.
Dafür danken wir dir durch Jesus Christus,
unseren Herrn und Bruder.
Amen.

* Bekanntmachungen: Christoph

Chor kommt nach vorne und bleibt bis zum Schluss

Chor singt: The first noel the angel did say

* Segen: Christoph
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein An-gesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.

* Lied EG 44 O du fröhliche

Orgelmusik zum Auszug
  Thema: Abendmalsgottesdienste am 1. Feiertag, 25.12.2017
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 25.12.2017 20:32   Titel: Abendmalsgottesdienste am 1. Feiertag, 25.12.2017
Weihnachtsgottesdienste mit Abendmahl
am 1. Weihnachtstag, 25. Dezember 2017
09.00 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
Text: Johannes 3, 16-21


*Orgelvorspiel

* Lied vom Liedzettel: Komm heiliger Geist

* Begrüßung: Thomas:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.

Ob wir das Geheimnis von Weihnachten
jemals ganz erfassen können?
Gott wird Mensch.
Kein Thron weit über den Menschen
Kein Allherrscher weit
über dem Horizont der Welt.
Kein unbewegter Beweger
weit über uns am Himmelszelt.
Ein Gott mit uns – Immanuel.
Die Stätte seiner Geburt
unter den Ärmsten der Armen
Ohnmacht seine Liebe
auf den Wegen der Menschheitsgeschichte.
Durch unzähliges Leid bewegt
bewegt er uns
Bewegt er uns?

Ganz herzlich begrüße ich Sie und Euch alle zum Abendmahls-gottesdienst am 1. Weihnachtsfeiertag. Das Thema heute lau-tet: Gottes Liebe ist das einzige, das die Menschen wirklich verändern kann. Ich wünsche uns allen einen Mutmachenden Gottesdienst.

* Eingangslied EG 24, 1-4 Vom Himmel hoch

* Eingangspsalm: Inge:
Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und er heißt:
Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.

Singet dem Herrn ein neues Lied;
singet dem Herrn, alle Welt!
Singet dem Herrn und lobet seinen Namen,
verkündet von Tag zu Tag sein Heil!
Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit,
unter allen Völkern von seinen Wundern!
Ihr Völker, bringet dar dem Herrn,
bringet dar dem Herrn Ehre und Macht!
Bringet dar dem Herrn die Ehre seines Namens,
bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe!
Betet an den Herrn in heiligem Schmuck;
es fürchte ihn alle Welt!
Sagt unter den Heiden: Der Herr ist König.
Er hat den Erdkreis gegründet, daß er nicht wankt.
Er richtet die Völker recht.

Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und er heißt:
Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.

Kommt lasst uns anbeten:

* Aufforderung zum Bittruf: Thomas:
Lasst uns anbeten das Kind in der Krippe,
Jesus, den Sohn Gottes,
der in die Welt gekommen ist,
zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.
Lasst uns rufen:

*Aufforderung zum Lobpreis: Thomas:
"Also hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen eingeborenen Sohn gab,
damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden,
sondern das ewige Leben haben."
Lasst uns lobsingen mit den Engeln im Himmel
und den Menschen auf Erden:

* Kollektengebet: Thomas:
Gott,
zu allen Zeiten und auf vielerlei Weisen
hast du zu uns Menschen gesprochen.
An Weihnachten hast du dich uns menschlich zugewandt.
Dein Sohn ist einer von uns geworden,
ein Mensch wie wir.
Gib, dass wir offen und empfänglich sind für ihn,
dass wir ihm Wohnung und Heimat geben
in unserem Herzen und in dieser Welt,
damit er, das Licht von Weihnachten, überall sichtbar wird.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn und Bru-der. Amen.

* Schriftlesung: Micha 5,1-4 Inge:
1 Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.
2 Indes lässt er sie plagen bis auf die Zeit, dass die, welche gebären soll, geboren hat. Da wird dann der Rest seiner Brüder wiederkommen zu den Söhnen Israel.
3 Er aber wird auftreten und weiden in der Kraft des HERRN und in der Macht des Namens des HERRN, seines Gottes. Und sie werden sicher wohnen; denn er wird zur selben Zeit herrlich werden, so weit die Welt ist.
4 Und er wird der Friede sein.
(Micha 5,1-4a)

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis: Thomas:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 35 Nun singet und seid froh

* PREDIGT:
- Kanzelgruß: Thomas
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

(Zielsatz: Gottes Liebe ist das einzige, das die Menschen wirklich verändern kann!)

Inge:
Als Predigttext lese ich uns aus Johannes 3, die Verse 16-21
16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingebo-renen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.
18 Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Na-men des eingeborenen Sohnes Gottes.
19 Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekom-men ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse.
20 Wer Böses tut, der hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden.
21 Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind

I. Unsere Sehnsucht nach Heil
Thomas:
Liebe Gemeinde!
„Also hat Gott die Welt geliebt…“ Er hat sie geliebt. Er hat sie tatsächlich geliebt, unsere Welt. Wenn das keine verrückte Ge-schichte ist, die wir Weihnachten immer und immer wieder er-zählen!
Er, der Anfang und das Ende von allem, der Schöpfer der Welt, Gott, er hat unsere kleine Welt geliebt, und diese Liebe ist nicht ohne Folgen geblieben. Von einem Kind hören wir, das zur Welt gebracht wurde. Von einem Kind, das der ganzen Welt ge-schenkt wurde.
Also hat Gott die Welt geliebt, „also“, das heißt „so sehr“. So groß war diese Liebe von Gott zu der Welt, dass ein Kind dar-aus entstand. Das ist die Weihnachtsgeschichte, die Geschich-te einer Beziehung, einer großen Liebe vom Schöpfer zu seiner Welt.

Inge:
Eines verstehe ich nicht: Alle Jahre zur Weihnachtszeit kom-men die Menschen in die Kirchen, um diese Geschichte zu hö-ren. Um sie wieder zu hören, obwohl sie sie ja längst kennen. Obwohl sie das Jahr über vielleicht kaum an diese Geschichte gedacht haben. Wer denkt schon im Alltagsgeschehen oder im Urlaub an diese Geschichte.

Thomas:
Ja Inge da gebe ich dir recht, aber die Sehnsucht, die in dieser Geschichte liegt, die hat wohl so manchen durchs ganze Jahr begleitet. Und Heilig Abend, (gestern) und heute, da hat diese Sehnsucht die Menschen hierher gerufen in diesen Weih-nachtsgottesdienst nach Lettgenbrunn/Lohrhaupten. Es könnte ja doch wahr sein, was diese verrückte Geschichte erzählt. Es könnte ja etwas zu spüren sein von der Liebe, um die es in ihr geht. Von Gottes großer Liebe zu dieser Welt, von der auch wir ein Teil sind. Jeder einzelne von uns. Es könnte ja sein, dass Gott auch mich dieses winzige Rädchen in dieser Welt „so sehr“ lieb hat, mich das kleine Staubkorn.

II. Wie kann Gott ausgerechnet diese Welt lieben?
Inge:
Aber manchmal kommen mir gerade an dieser Stelle auch wie-der Zweifel:
Gott hat die Welt geliebt? Wie kam er denn darauf? Diese Welt?! Wo es soviel Hass und Streit gibt, Unfrieden, Kampf, Krankheiten, Katastrophen, Oberflächlichkeit, Egoismus und ei-ne große Vergeblichkeit aller Mühen. Es ist doch eine traurige Welt. Und die soll Gott lieb haben?
Nun gut, es gibt wunderschöne dunkelblaue Winternachthimmel mit leuchtenden Sternen, herrliche Sonnenuntergänge, faszinie-rende Pflanzen und Tiere, traumhafte Länder, wunderbares und tief beeindruckendes und auch wir Menschen haben ja bei al-lem Übel auch unsere guten und liebevollen Seiten, aber insge-samt, aufs Ganze gesehen, ist es doch schwierig diese Welt zu lieben.
Da brauchen wir uns doch nur umzusehen, was in der Welt los ist. Hier ein neuer Krieg, dort der Terror, da ein Wirbelsturm, der ganze Länder verwüstet und zahllosen Menschen fast alles nimmt. Hier ein Busunglück, dort ein Flugzeugabsturz. Und in all dem so viel Leid, wie es heute und morgen auch sie oder mich treffen kann.
Wie es heute oder morgen oder übermorgen uns alle, dich und mich treffen wird. Es braucht nicht spektakulär zu sein, was uns treffen wird, es reicht der ganz alltägliche Abschied von einem geliebten Menschen; die ganz gewöhnliche und normale Erfah-rung, dass nichts so bleibt, wie es war; zu merken, dass am Ende wenig übrig bleibt von unseren großen Plänen und Hoff-nungen. Dass alles irgendwie doch immer anders kommt, als wir dachten. Obwohl wir Menschen doch heute zunehmend meinen, wir hätten alles im Griff, müssen wir uns aber immer wieder eingestehen, dass das überhaupt nicht stimmt.
Und weil unsere Welt so ist, wie sie ist, gibt es eine Reihe von Menschen, die sagen: Ich liebe mein Leben und finde auch vie-les wunderbar. Mit dem schrecklichen in dieser Welt komme ich schon irgendwie klar, aber ein Kind würde ich in diese Welt nicht hineinsetzen! Diesen Satz kennen wir doch sicher alle. Oft haben wir ihn ja auch gehört.

Thomas:
Und Gott denkt genau das Gegenteil, liebe Inge, liebe Gemein-de. Also: Warum hat Gott die Welt so sehr geliebt, die wir doch nur schwerlich von Herzen lieben können?

Inge:
Das möchte ich so gerne verstehen Thomas, damit ich diesem Satz weiter folgen kann, damit ich die Liebe, von der gespro-chen wird, ernst und vielleicht sogar annehmen kann.

III. Allein die Liebe verändert und erlöst
Thomas:
Eine Antwort: Die Frage an sich übergeht ja eines: Die Liebe fragt ja nicht nach vernünftigen Gründen, sie geschieht einfach. Das wissen wir, haben es womöglich auch schon selbst erfah-ren.
Wenn Gott sich in diese Welt auch wie sie ist verliebt hat, dann ist das eben so. Er hat sich ja auch in das kleine unbedeutende Ziegenhütervölkchen Israel verliebt und es zu seinem Volk ge-macht. Das ist eben Gottes Freiheit.
Noch eine Antwort und die finde ich am einleuchtendsten: Gott hat sich dieser Welt in Liebe zugewandt, weil sie es so beson-ders nötig hat. Weil sie in ihrer ganzen Armut und Unbelehrbar-keit nur durch eines wirklich belehrt werden kann: durch ganz viel Liebe. Ich habe eine kleine Geschichte gefunden, die das sehr einfühlsam beschreibt:

Zwiegespräch an der Krippe
Ein kleiner Junge ist stolz darauf, einen Großvater zu haben, der Figuren schnitzen kann. Es ist schon faszinierend zuzuse-hen, wie langsam aus einem Stück Holz »lebendige« Gestalten entstehen. Der Junge vertieft sich so in die geschnitzten Krip-penfiguren, dass sich seine Gedanken mit der Welt der Figuren vermischen: Er geht mit den Hirten und Königen in den Stall und steht plötzlich vor dem Kind in der Krippe.
Da bemerkt er: Seine Hände sind leer! Alle haben etwas mitge-bracht, nur er nicht. Aufgeregt sagt er schnell: »Ich verspreche dir das Schönste, was ich habe! Ich schenke dir mein neues Fahrrad - nein, meine elektrische Eisenbahn.«
Das Kind in der Krippe schüttelt lächelnd den Kopf und sagt: »Ich möchte aber gar nicht deine elektrische Eisenbahn. Schenke mir deinen — letzten Aufsatz!«
»Meinen letzten Aufsatz?« stammelt der Junge ganz erschro-cken, »aber da steht doch ...‚ da steht >ungenügend< drunter! «
»Genau deshalb will ich ihn haben«, antwortet das Jesuskind. »Du sollst mir immer das geben, was >nicht genügend< ist. Da-für bin ich in die Welt gekommen!«
»Und dann möchte ich noch etwas von dir«, fährt das Kind in der Krippe fort, »ich möchte deinen Milchbecher!« Jetzt wird der kleine Junge traurig: »Meinen Milchbecher? - Aber der ist mir doch zerbrochen!« »Eben deshalb will ich ihn haben«, sagt das Jesuskind liebevoll, »du kannst mir alles bringen, was in dei-nem Leben zerbricht. Ich will es heil machen! «
»Und noch ein Drittes möchte ich von dir«, hört der kleine Jun-ge wieder die Stimme des Kindes in der Krippe, »ich möchte von dir noch die Antwort haben, die du deiner Mutter gegeben hast, als sie dich fragte, wieso denn der Milchbecher zerbre-chen konnte.« Da weint der Junge. Schluchzend gesteht er: »Aber da habe ich doch gelogen. Ich habe der Mutter gesagt: >Der Milchbecher ist mir ohne Absicht hingefallen.< Aber in Wirklichkeit habe ich ihn ja vor Wut auf die Erde geworfen.« »Deshalb möchte ich die Antwort haben«, sagt das Jesuskind bestimmt, »bring mir immer alles, was in deinem Leben böse ist, verlogen, trotzig und gemein. Dafür bin ich in die Welt ge-kommen, um dir zu verzeihen, um dich an die Hand zu nehmen und dir den Weg zu zeigen.«
Und das Jesuskind lächelt den Jungen wieder an. Und der schaut und hört und staunt

Inge:
Wenn ich das Thomas, was Du sagst und die Geschichte richtig verstehe, dann ist die Welt und damit auch jeder einzelne von uns angewiesen, unendlich angewiesen auf jemanden, der sie oder ihn in den Arm nimmt und tröstet. Der ihr Leid und Elend mit ansieht und nicht darüber hinweggeht. Der wahrnimmt, was hier geschieht und mitleidet. So wie er sich an allem Schönem mitfreut und mit glücklich ist über alles, was gut gelingt. Diese Welt und wir brauchen Nähe, ganz viel Nähe und große Liebe, wie nur Gott sie selbst geben kann. Darum hat er ihr und uns geschenkt, was nur er schenken konnte: sein Kind, sein Herz, sein Innerstes: ihn den Heiland und Retter, der heute geboren wird wie vor 2017 Jahren und in jedem Augenblick, den die Zeit bringt.
Gott schickt uns heute nicht die Erinnerung an einen fernen Geburtstag, sondern er bringt sein Kind in uns zur Welt, in ei-nem jeden Herzen, das offen ist, dieses Kind zu empfangen

IV. Zusammenfassung
Thomas:
Wo dies mit ganzem Herzen geschieht bleibt nichts mehr wie es vorher war Inge, da bin ich mir sicher.
Gott hat sein Kind zur Welt gebracht, damit wir fühlen:
Nichts kann uns von ihm trennen.
Nichts kann uns wegnehmen, was unser Bestes ist: geliebt zu sein.
Wo wir glauben, wo wir uns öffnen, wo wir uns nicht der Sehn-sucht schämen, sondern hören auf sie als die Stimme in uns, die sagt, was wirklich los ist, da geschieht es dann.
Dass wir das ewige Leben in uns spüren. Das ewige Leben, das uns nicht unsterblich macht und nicht unverwundbar, das aber eine große Ruhe gibt, eine Gewissheit: äußerlich werden unsere Tage scheinbar unverändert weitergehen, wir werden unsere Glücksmomente genießen und unsere Schrecken durchleiden. Innerlich aber wird dieses Kind in uns leben und uns begleiten, wohin wir auch gehen. Es wird mit uns gehen, und wir werden mit ihm gehen, den ganzen Weg.

Inge:
Dann kann es uns gelingen, dass wir im Licht leben, dass uns die Finsternis dieser Welt nicht verschlucken wird, sondern wir immer wieder ins Licht zurückkehren.

Thomas:
Dann kann es uns gelingen, dass Sehnsüchte wahr werden und wir tiefes Glück erfahren.

Inge:
Dann kann es uns gelingen, uns geliebt zu fühlen, sicher und geborgen und diese Liebe auch weiterzugeben.

Thomas:
Dann kann es Weihnachten werden heute und jeden Tag neu!
Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben nicht verloren ge-hen, sondern das ewige Leben haben.

-Kanzelsegen: Thomas:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eu-re Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 36, 1-4 Fröhlich soll mein Herze springen

ABENDMAHL

* Sündenbekenntnis und Absolution: (stehend) Thomas:
Als Jesus gefragt wurde,
was denn das wichtigste Gebot ist, antwortete er:
Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben:
von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit all deiner Kraft. Und deinen Nächsten wie dich selbst.
Denn Gott ist Liebe,
und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott. Und Gott in ihm.
An Gott und unseren Mitmenschen aber werden wir schuldig.
Täglich versündigen wir uns an ihnen. Wenn Ihr das auch so seht und bekennt,
und wenn Ihr Vergebung um Christi willen begehrt, so sprecht: Ja, mit Gottes Hilfe!

Gemeinde: Ja, mit Gottes Hilfe!

Gottes unerschöpfliche Barmherzigkeit heilt eure Herzen. Im Auftrag unseres Herrn, Jesus Christus,
verkünde ich euch die Vergebung aller eurer Schuld -
im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Der Friede des Herrn sei mit euch allen.
Euch geschehe, wie ihr glaubt.

* Danksagung (Präfation): Thomas:
Gott, du Geber aller Gaben
Du berührst uns immer wieder neu in unserer Sehnsucht, Unse-rer Sehnsucht nach deinem Heil.
Du weckst immer wieder neu unseren Hunger Nach dem, was die Welt wirklich satt macht. Jetzt lassen wir uns von dir einla-den
Und mit deinen Gaben beschenken.
Im Brot gibst du uns, was uns stärkt und sättigt.
Im Saft der Trauben lässt du uns deine Liebe und Fülle schme-cken. Du vertraust uns an, Salz zu sein inmitten dieser Welt.
Du lässt uns bei dir Gäste sein, so wie wir sind.
An deinem Tisch spüren wir die Verheißung:
Dann sitzen Menschen unter ihren Weinstöcken und Feigen-bäumen Und niemand schreckt sie auf.
Thomas: Der Herr sei mit euch G: und mit deinem Geiste.
Thomas: Erhebet eure Herzen. G: Wir erheben sie zum Her-ren.
Thomas: Lasst uns danken, dem Herrn unserm Gott.
G: Das ist würdig und recht
Darum lasst uns einstimmen und singen:

* Lied EG 185.3 Heilig, heilig

* Einsetzungsworte: Thomas:
Unser Herr Jesus Christus / in der Nacht, da er verraten ward / nahm er das Brot / dankte und brach's / und gab's seinen Jün-gern / und sprach: Nehmet hin und esset / das ist mein Leib (+) / der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächt-nis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl / dankte / gab ihnen den / und sprach: Nehmet hin und trinket al-le daraus / dieser Kelch ist das neue Testament (+) in meinem Blut / das für euch vergossen wird / zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis.

* Vater unser: Thomas:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 190.2 "Christe, du Lamm Gottes" (stehend)

* Friedensgruß: Thomas:

Der Friede des Herrn sei mit euch allen. Keiner sei gegen den anderen, keiner in sich verschlossen. Vergebt, wie euch verge-ben ist, nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zum Lobe Gottes.

(Einladung zum Händereichen)

* Austeilung: Wagner und KV

* Lobpreis: Thomas:
Lobe den Herrn, meine Seele,
und was in mir ist, seinen Heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht,
was er dir Gutes getan hat:
Der dir alle deine Sünden vergibt und heilet
alle deine Gebrechen,
der dein Leben vom Verderben erlöst und dich
krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.

* Abkündigung Lohrhaupten: Thomas:
Aus unserer Gemeinde ist am 20.12.2017 Frau Anna Frieda Link geb. Krug verstorben. Frau Link wurde am 05.11.1931 ge-boren. Die Beisetzung ist am 30.12.2017 um 14.00 Uhr hier in Lohrhaupten.
Wir wollen wir unserer verstorbenen Schwester beten:
„Herr unser Gott, nimm unsere Schwester Anna Frieda Link in deinem himmlischen Heiligtum auf und schenke ihr die Ewige Ruhe in deinem Reich. Lass uns das Gute im Herzen tragen und lehre uns begreifen, dass unser Leben ein Ende haben muss. Tröste du die, die zurück bleiben und mache uns stark für den Weg der Trauer“.
„Der Tod ist nicht das Ende, er ist die Wende, beginnt der Ewigkeit in Gottes gnädigen Händen“ Amen

* Fürbittengebet:
Thomas:
Guter Gott!
In der Geburt deines Sohnes erfahren wir
deine Nähe zu uns Menschen.
Du bist ein Gott-mit-uns, Immanuel.
Deshalb dürfen wir zu Weihnachten
mit unseren Bitten zu dir kommen:
Gib uns den Mut und die Kraft,
deine Liebe und deine Gerechtigkeit
immer wieder dem Lauf der Welt entgegenzustellen.
Lass uns in schwierigen Situationen nicht resignieren
und den Glauben an deine heilschaffende Nähe nicht verlieren.
Öffne unsere Sinne für Erfahrungen
deiner Gegenwart mitten in dieser Welt.
Schenke uns den Blick für die Sorgen
und Nöte unserer Mitmenschen,
den dein Sohn wie kein anderer Mensch gehabt hat.
Denn du, Gott, bist unsere Hoffnung,
du bist die Quelle und das Ziel unserer Sehnsucht.
Dafür danken wir dir durch Jesus Christus,
unseren Herrn und Bruder.
Amen.

* Lied EG 45, 1+2 Herbei o ihr Gläubigen

* Bekanntmachungen: Inge:
Kollekte: Kirchlicher Jugendförderplan

Nächste Gottesdienste:

2. Weihnachtstag, 26. Dezember 2017 mit Dekan Brill

10:30 Uhr Gottesdienst in Lohrhaupten mit dem Gesangverein

* Segen: Thomas:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein An-gesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.

* Lied EG 44 O du fröhliche
  Thema: 2. Krippespiel am heiligen Abend, 24.12.2017
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 25.12.2017 00:57   Titel: 2. Krippespiel am heiligen Abend, 24.12.2017
Krippespielgottesdienste am Heiligen Abend
18.00 Uhr Ev. Kirche Unterreichenbach
(Vogelsberger Dom)
24.12.2017
Thema: „Oma erzählt ihren Enkeln von Weihnachten“

*Orgelvorspiel und Einzug der Kinder und Prädikant Wagner

* Begrüßung: Thomas
Wo der Stern Gottes leuchtet, werden wir aus der Dunkelheit geboren.
Wo die Liebe Jesu erstrahlt, werden wir in die Dunkelheit gelockt.
Wo das Heilige erscheint, werden wir durch die Dunkelheit gestärkt.
Wir sind zusammen, im Namen Gottes. Gott ist die Liebe, die in uns wohnt.
Wir sind zusammen, im Namen Jesu, Jesus ist die Liebe, die zu uns spricht.
Wir sind zusammen, im Namen des Heiligen Geistes,
Heiliger Geist ist die Liebe, die durch uns wirkt.
AMEN.

Ich heiße sie und euch alle ganz herzlich willkommen zum Krippespielgottesdienst am Heiligen Abend hier in unserer Kirche. Hier in diesen altehrwürdigen Mauern wollen wir heute den Geburtstag von Jesus Christus feiern. Dazu haben uns die Kinder und Jugendlichen ein wunderschönes Krippespiel mitgebracht. Das Krippespiel heißt: „Oma erzählt ihren Enkeln von Weihnachten“
Ich wünsche uns allen einen Mutmachenden Gottesdienst am Heiligen Abend.

*Lied EG 43, 1 Ihr Kinderlein kommet

*Weihnachten wie hast Du Dich verändert:

Was habe ich mich früher auf´s Christkind gefreut
im Dezember, nachts in den Himmel geschaut.
Wir haben gebacken, gebastelt, gesungen und gelacht
und so die Zeit bis zum heil. Abend verbracht.
Da gab es dann liebevoll gemachte Geschenke,
für das Puppenhaus neu tapezierte Wände.
Oder auch ein schönes neues Kleid
lag für meine Puppe bereit.
Wir haben alle zusammen gespielt und gesungen
bis die Müdigkeit uns zum Schlafen gezwungen.
Nach dem Kirchgang zur Weihnacht, da war es soweit
da stand schon die Ente mit Klößen bereit.
Am Nachmittag ging es hinaus in den Wald,
es hatte gefroren, die Hände waren so kalt.
Am warmen Ofen haben wir uns wieder gewärmt,
und schmatzend vom Bratapfel geschwärmt.

Doch heute, was hat sich gewandelt die Zeit,
liegen Stollen und Weihnachtsmänner ab August schon im Globus bereit.
Und Anfang November da klingeln die Kassen,
auch Weihnachtslieder dröhnen laut in den Gassen.
Da macht sich so etwas wie Hektik dann breit
Man hört immer wieder „ Hab gar keine Zeit,
Weihnachtsfeier heute hier morgen dort,
muss Geschenke noch kaufen, entschuldige ich muss fort.“
Geschenke zu machen ist eine Sache für sich.
Denn jeder hat alles, braucht eigentlich nichts.
Dinge die heut unterm Tannenbaum liegen
sind PC, Videospiele und Tickets zum Fliegen
Auch Handy und Blueray sind sehr beliebt
aber auch Spielzeug, das mit sich selber spielt.
Nach so viel Geränne, Gehetze und zeitlicher Not
ist man Heiligabend fix und fertig, beinahe schon tot.
Wo ist sie geblieben, die ruhige Zeit
in der ich mich immer aufs Christkind gefreut?

* Lied EG 43, 2 O seht in der Krippe

* Krippespiel
Oma erzählt ihren Enkeln von Weihnachten

(Oma und ihre zwei Enkelkinder sind oben auf der Kanzel und werden bei jeder ihrer Textstelle mit Licht angestrahlt)

Oma:
Kommt, lasst uns ein Weihnachtslied singen. Wie wär's mit „Oh du fröhliche“?

Band (immer Moderation durch Jana Sch.) singt mit Gemeinde „Oh du fröhliche“ Lied EG 44, 1

Kind 1:
Oma, warum feiern wir eigentlich Weihnachten?

Kind 2:
Oh ja Oma, lies uns das doch noch einmal aus deinem dicken bunten Buch vor!

Oma:
Ja, setzt euch zu mir. Ich will euch alles genau erzählen.

(Oma holt Buch)

Oma: Vor fast 2000 Jahren…..

Band und Gemeinde „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ EG 1, 1+2

(Schild „Nazareth in Galiläa“ hält jemand hoch)

Engel 1:
Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir!

(Maria verwirrt, überrascht, ängstlich)

Engel 2:
Fürchte dich nicht Maria, denn Gott meint es gut mit dir. Siehe, du wirst schwanger werden und bald einen Sohn bekommen. Dem sollst du den Namen Jesus geben! Gott der Herr wird ihn zu einem König machen, der bis in alle Ewigkeit herrscht.

Maria:
Wie soll das geschehen?

Engel 3:
Der Heilige Geist wird über dich kommen. Deshalb wird auch das Kind heilig, und Sohn Gottes genannt werden.

Maria:
Wenn Gott es so will, dann soll es so geschehen.

(Alle zurück zum Platz)

Kind 1:
Dann gab es den Befehl des Kaisers, nicht wahr?

Kind 2:
Ja, und Maria und Josef mussten weit laufen.

Oma:
Ja, so war es. Eines Tages befahl der Kaiser, dass eine große Volkszählung stattfinden sollte….

(Bote kommt)

Bote:
Hiermit verkündige ich die Anordnung des Kaisers Augustus:
Alle Bewohner des Landes sollen in die Heimatstadt ihrer Vorfahren gehen und sich zählen lassen, damit erfasst werden kann, wie viel Steuern erhoben werden. Macht euch sofort auf den Weg!

(Bote geht wieder, Josef und Maria auf die Bühne)

Josef:
Maria, hast du das gehört? Jetzt wo du schwanger bist, sollen wir uns auf die lange und beschwerliche Reise von Nazareth nach Bethlehem machen, denn dort sind meine Eltern geboren.

Maria:
Das Kind soll zwar bald geboren werden, aber einem Befehl des Kaisers können wir uns nicht widersetzen. Ich werde unsere Sachen zusammen packen.

Josef:
Und vergiss die warmen Decken nicht! Nachts wird es schon sehr kalt.

(packen ihre Sachen zusammen)

Maria:
Also dann, machen wir uns auf den Weg.

Band/Gesang

Kind 2:
Und dann kamen sie in der völlig überfüllten Stadt an.

Kind 1:
In Bethlehem! Dabei waren die zwei von der langen Reise doch so erschöpft!

Oma:
Genau, da geht es jetzt weiter. Am Abend des dritten Tages...

(Schild: „Bethlehem 24.12.“, Maria und Josef gehen zum 1. Wirt)

Maria:
Ach Josef, sind wir bald da? Ich kann schon nicht mehr laufen und bin schon ganz erschöpft.

Josef:
Schau Maria, dort ist eine Herberge. Hoffentlich finden wir noch einen Platz. Aber du siehst ja, wie viele Menschen unterwegs sind. Sie alle folgen dem Befehl des Kaisers.

Maria:
Ach wär' das schön, heute Abend in einem weichen und warmen Bett zu liegen.

Josef:
Lass uns klopfen.

(Josef klopft, Wirt öffnet die Tür)

Wirt 1:
Was wollt ihr denn noch zu solch später Stunde?

Josef:
Guten Abend, werter Herr. Wir hätten gerne ein Zimmer.

Wirt 1:
Da habt ihr bei mir aber nichts verloren, ihr seht doch: Hier ist alles voll!!!
Kein Platz mehr für euch, ihr seid zu spät!

(Wirt dreht sich um)

Maria:
Ach Josef!

Josef:
Maria, hab Vertrauen! Wir werden schon ein Plätzchen für die Nacht finden.

(klopfen beim nächsten Wirt)

Josef:
Habt ihr noch ein Plätzchen für mich und meine schwangere Frau?

Wirtin 2:
Leider nicht, wir sind belegt bis unters Dach! Zieht nur weiter!

Josef:
Maria komm weiter! Vielleicht haben wir beim nächsten Glück.

(Sie ziehen weiter und klopfen beim nächsten Wirt)

Wirtin 3:
Oh nein, nicht noch mehr Gäste! Meine Herberge ist bis auf das letzte Bett belegt! Der Erlass des Kaisers hat viele Leute hierher geführt. Alle Herbergen im Ort sind voll!

Josef:
Wir kommen von weit her aus Nazareth, und da meine Frau ein Kind erwartet, konnten wir nicht schneller reisen.

Maria (flehend):
Bitte, hast du nicht noch einen Platz für uns, an dem wir heute schlafen können? Ich kann nicht mehr weiter!

Wirtin 2:
In meinem Haus auf gar keinen Fall! Das Einzige, was ich zu bieten hätte, wäre der alte Stall dort drüben. Dort ist sauberes Stroh, und die Tiere werden euch wohl nicht stören.

(Maria und Josef verbeugen sich dankbar und gehen zum Stall, Wirte zurück in die Bank)

Kind 1:
Dann sind sie tatsächlich in diesen alten Stall gegangen!

Kind 2:
Jetzt kommen doch die Hirten, oder?

Band und Gemeinde: „Ihr Kinderlein kommet“ EG 43, 3+4

Oma:
Ich lese weiter: Draußen vor den Toren von Bethlehem, hüteten die Hirten des Nachts ihre Schafe….

Hirte 1:
So eine kalte Nacht! Gib mir bitte noch eine Decke und du, leg noch mehr Holz auf das Feuer.

(Hirte 2 gibt Hirte 1 Decke, Hirte 4 legt Holz auf den Feuerkorb)

Hirte 2:
Aber zum Glück ist alles still, keine wilden Tiere zu sehen, die Herde ist ganz ruhig.

Oma:
Plötzlich erschraken sie sich.

Kind 2:
Da kamen die Engel!

(Alle Engel kommen, Hirten stehen auf und sehen die Engel staunend an)

Engel 4:
Fürchtet euch nicht! Siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kindlein in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend.

Alle Engel:
Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen.

(Engel gehen zur Krippe)

Hirte 3:
Habt Ihr das gesehen? Ich glaub, ich trau meinen Augen nicht. War das etwa ein Engel?

Hirte 1:
In Bethlehem, unserer kleinen Stadt, soll der Heiland geboren sein? Und wir sollen die ersten sein, die davon erfahren?

Hirte 2:
Meint ihr wirklich, wir können da so hingehen? Wir sind doch nur einfache Hirten, die man für unehrlich hält und verachtet.

Hirte 3:
Du hast es doch gehört, der Engel kam doch extra zu uns.

Hirte 1:
Kommt schnell! Aber stellt euch vor, wenn es wirklich in einer Futterkrippe liegt, es ist doch furchtbar kalt! Wir wollen ihm ein warmes Fell mitbringen.

Band und Gemeinde: „Kommet ihr Hirten“ EG 48
(Hirten bringen Felle und Schafe zur Krippe)

Kind 2:
Gleich kommen die drei Weisen aus dem Morgenland.

Kind 1:
….die bringen die Geschenke.

Oma:
Na, ihr könnt es ja gar nicht mehr abwarten. Wartet, ich lese weiter: Weit fort im Morgenland lebten Sterndeuter. „Weise“ nannte man sie. Sie glaubten nicht an Gott. Er aber schickte ihnen einen ganz hellen, leuchtenden Stern. Der sollte sie zur Krippe führen.

Band und Gemeinde „Stern über Bethlehem“, EG 542, 1
(Herodes und die Weisen auf ihre Plätze)

Oma:
Als die Weisen den Stern sahen, sprachen sie:

Kaspar:
Seht den Stern, wie groß und hell er ist. So ein Stern steht nur am Himmel, wenn ein großer König geboren ist.

Melchior:
Wir wollen dem Stern nachziehen, und den neuen König sehen.

Oma:
Nach einer langen und beschwerliche Reise kamen sie nach Jerusalem. Dort trafen sie Herodes.

(Drei Weisen knieen vor Herodes)

Kaspar:
Herodes, ein Stern als Zeichen der Geburt eines großen Königs führt uns den weiten Weg aus dem Morgenland hierher.

Balthasar:
Wo ist der neugeborene König? Wir bringen ihm Geschenke und wollen ihm Ehre erweisen.

Oma:
Da erschrak Herodes. Er dachte:

Herodes:
Ich bin der König, und ich bleibe es! Es darf keinen neuen König geben.
(ruft) Lasst die Schriftgelehrten zu mir kommen!

(Herodes winkt den Schriftgelehrten herbei, er kommt)

Herodes:
Wo soll Christus, der Erlöser, geboren werden, auf den ihr wartet?

Schriftgelehrter:
In Bethlehem, im jüdischen Land, denn so steht es geschrieben beim Propheten Micha: Und du Bethlehem im jüdischen Land bist die kleinste unter den Städten in Juda; aber aus dir soll kommen der Herr über mein Volk Israel.

Oma:
Da schickt Herodes die Weisen aus dem Morgenland nach Bethlehem und sprach:

Herodes:
Ihr habt gehört, was mein Schriftgelehrter berichtet. Ziehet hin und forscht fleißig nach dem Kind, und wenn ihr's findet, so sagt es mir gleich, damit auch ich kommen und das Kind anbeten kann.

Kind 1:
Oh das war gelogen!!! Er wollte das Kind ja töten!

Oma:
Ja! Aber Gott behütete das Kind.
Ganz traurig, weil auch der König nichts von dem Kind wusste, machten sich die drei Weisen auf den Weg. Aber unterwegs sahen sie plötzlich wieder den Stern. Er stand gerade über einem kleinen Stall in Bethlehem.

Band und Gemeinde „Stern über Bethlehem“ EG 542, 2+3

(Weisen laufen und sehen in den Himmel)

Oma:
Da überkam die Weisen eine große Freude, denn sie wussten:

Alle Weisen (zeigen dabei zum Stall):
Dort in dem Stall finden wir das Kind, den neugeborenen König, den Heiland der Menschen.

Oma:
Und sie gingen in den Stall und fanden das Kindlein und Maria und Josef. Sie knieten nieder vor dem Kind, beteten es an und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrre.

(Die Könige gehen zur Krippe und überreichen Geschenke, setzen sich dazu)

Oma:
Gott hat die armen verachteten Hirten und die suchenden Weisen, die ihn nicht kannten, zur Krippe geführt.

Kind 1:
Weil der Heiland für alle geboren ist. Jetzt weiß ich es.

Kind 2:
Oma? Die Hirten und Weisen, gibt es die heute noch?

Oma:
Wir alle sind die sorgenbeladenen Hirten und die suchenden Weisen, die den Heiland brauchen, und für die er gekommen ist.

Kind 1:
Aber der Stern? Oma, was ist mit dem?
Oma:
Der Stern, der uns zur Krippe führt, ist das Wort von der Gnade und der Liebe Gottes. Dieses Wort zeigt uns den Weg zum Heiland.

Band und Gemeinde „Stern über Bethlehem“, EG 542, 4

* Ansprache
Es gibt Momente im Leben, da spürt man die Kraft des Glaubens und die Kraft der Verkündigung. So geht es mir gerade nach eurem Krippespiel. Ich möchte Euch ganz herzlich für das Krippespiel danke sagen. Das habt ihr super spitzen klasse gemacht. Ich möchte dem Team um Frank Kempel Und Elvira herzlich danken. Ihr habt mit den Kindern und Jugendlichen ein super Krippespiel auf die Beine gestellt. Mein Dank gilt auch Jana von der Band und Michael Orgel und Band. Auch die Deko ist einsame spitze, mein Dank gilt Herrn Karlheinz Lofink der den Stall und die Wand gebaut hat. Was ihr uns heute am Heiligen Abend 2017 im Reformationsjubiläumsjahr am Geburtstag von Jesu mit nach Hause geben werdet wird nachhaltig in den Köpfen von uns allen bleiben. Dafür herzlichen Dank.

Liebe Gemeinde,
wir haben eben in dem Krippespiel von den Kindern gesehen wie wunderbar es ist von den Alten hier von der Oma zu hören über wie viele Generationen hinweg diese Geschichte jedes Jahr wieder neu belebt wird.
In diesen Zeiten Beobachten wir dass es immer mehr Menschen gibt, die sich von dem Kind in der Krippe abwenden.
Kirche gerät ins Abseits, die Kirchlichen Festtage werden verramscht und verhohnepiepelt.
Die Botschaft von dem Kind in der Krippe, dem Licht der Welt verschließen sich viele. Daher brauchen wir Mut und Kraft die Botschaft von dem Kind in der Krippe immer wieder aufs Neue in die Welt zu tragen. Und dafür stehen unsere Kinder hier, die uns mit Leichtigkeit und Fleiß die Botschaft der Weihnacht erzählt haben, mit Inbrunst und auswendig gelernten texten froh und fröhlich herausgerufen haben, dass Christus geborne wurde. AMEN

* Lied EG 46 Stille Nacht

* Fürbittengebet:
Gott unser Vater, an diesem Abend feiern wir die Geburt deines Sohnes Jesus. Durch ihn willst du unser Leben hell machen. Wir bitten dich:
Hell wird die dunkle Nacht durch Jesus. Er ist als Licht in die Welt gekommen für alle, die traurig, einsam und allein sind.
Guter Gott schenke allen Menschen etwas von diesem Licht.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Hell wir die dunkle Nacht durch Jesus. Er ist als leuchtender Stern aufgegangen über dem dunklen Stall unserer Welt.
Guter Gott, lass uns in deinem Licht leben und den Weg zueinander finden.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Hell soll die dunkle Nacht durch uns werden, dann wir sollen dein Licht in die Welt tragen.
Guter Gott, lass uns leuchtende Sterne sein, die dein Licht aufleuchten lassen, wo Menschen traurig sind, einsam und krank.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Hell wird es werden in unserer Gemeinde, wenn wir alle leuchtende Sterne sind. Dann können wir in unserer Gemeinde und in vielen Gruppen Heimat finden.
Guter Gott, schenke uns und allen Menschen einen Ort der Geborgenheit und der Heimat.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Ja, Herr, lass es hell werden in uns und um uns herum. Dann werden alle sehen, dass du unter uns lebendig bist durch Christus, deinen Sohn.
Amen.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Bekanntmachungen:
zu folgenden Gottesdiensten laden wir herzlich ein:
24.12.: 22 Uhr Christmette in der Kirche in Untersotzbach zusammen mit dem Kirchenchor.
25.12.: 10 Uhr Abendmahlsgottesdienst in der Kirche in Unterreichenbach
26.12.: 10 Uhr Abendmahlsgottesdienst mit Taufe in der Kirche in Untersotzbach zusammen mit dem Posaunenchor
Die Kollekte am Ausgang ist zur einen Hälfte bestimmt für die eigene Gemeinde und zur anderen für Brot für die Welt.
* Votum:
Nehmt das Licht und diesen Abend mit in eure Weihnacht.
Verkündet allen das Jesus zur Welt gekommen ist.
Gehet in diese Heilige Nacht und in die Weihnacht mit dem Segen des Vaters im Himmel.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.

*Lied EG 44, 2+3 O du fröhliche

* Verabschiedung und bedanken bei den Mitgestaltern

*Orgelnachspiel und Auszug der Kinder und Prädikant Wagner
  Thema: 1. Krippespiel am heiligen Abend, 24.12.2017
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 25.12.2017 00:55   Titel: 1. Krippespiel am heiligen Abend, 24.12.2017
Krippespielgottesdienste am Heiligen Abend
16.30 Uhr Ev. Kirche Untersotzbach
24.12.2017
Krippespielthema: „Fürchtet euch nicht“


*Orgelvorspiel und Einzug der Kinder und Prädikant Wagner

* Begrüßung: Thomas
Wo der Stern Gottes leuchtet, werden wir aus der Dunkelheit geboren.
Wo die Liebe Jesu erstrahlt, werden wir in die Dunkelheit gelockt.
Wo das Heilige erscheint, werden wir durch die Dunkelheit gestärkt.
Wir sind zusammen, im Namen Gottes. Gott ist die Liebe, die in uns wohnt.
Wir sind zusammen, im Namen Jesu, Jesus ist die Liebe, die zu uns spricht.
Wir sind zusammen, im Namen des Heiligen Geistes,
Heiliger Geist ist die Liebe, die durch uns wirkt.
AMEN.

Ich heiße sie und euch alle ganz herzlich willkommen zum Krippespielgottesdienst am Heiligen Abend hier in unserer Kirche. Schön das sie sich auf den Weg gemacht haben den Geburtstag von Jesus zu feiern. Die Kinder nehmen uns mit in eine Zeit die mehr als 2000 Jahre zurück liegt.
Ich wünsche uns allen einen Mutmachenden Gottesdienst am Heiligen Abend.

*Lied EG 43, 1-3 Ihr Kinderlein kommet

*Weihnachten wie hast Du Dich verändert:

Was habe ich mich früher auf´s Christkind gefreut
im Dezember, nachts in den Himmel geschaut.
Wir haben gebacken, gebastelt, gesungen und gelacht
und so die Zeit bis zum heil. Abend verbracht.
Da gab es dann liebevoll gemachte Geschenke,
für das Puppenhaus neu tapezierte Wände.
Oder auch ein schönes neues Kleid
lag für meine Puppe bereit.
Wir haben alle zusammen gespielt und gesungen
bis die Müdigkeit uns zum Schlafen gezwungen.
Nach dem Kirchgang zur Weihnacht, da war es soweit
da stand schon die Ente mit Klößen bereit.
Am Nachmittag ging es hinaus in den Wald,
es hatte gefroren, die Hände waren so kalt.
Am warmen Ofen haben wir uns wieder gewärmt,
und schmatzend vom Bratapfel geschwärmt.

Doch heute, was hat sich gewandelt die Zeit,
liegen Stollen und Weihnachtsmänner ab August schon im Globus bereit.
Und Anfang November da klingeln die Kassen,
auch Weihnachtslieder dröhnen laut in den Gassen.
Da macht sich so etwas wie Hektik dann breit
Man hört immer wieder „ Hab gar keine Zeit,
Weihnachtsfeier heute hier morgen dort,
muss Geschenke noch kaufen, entschuldige ich muss fort.“
Geschenke zu machen ist eine Sache für sich.
Denn jeder hat alles, braucht eigentlich nichts.
Dinge die heut unterm Tannenbaum liegen
sind PC, Videospiele und Tickets zum Fliegen
Auch Handy und Blueray sind sehr beliebt
aber auch Spielzeug, das mit sich selber spielt.
Nach so viel Geränne, Gehetze und zeitlicher Not
ist man Heiligabend fix und fertig, beinahe schon tot.
Wo ist sie geblieben, die ruhige Zeit
in der ich mich immer aufs Christkind gefreut?

* Lied EG 48, 1-3 Kommet ihr Hirten

* Krippespiel

Sprecher:
Seid uns willkommen, liebe Gäste!
Wir grüßen euch zum Weihnachtsfeste.
Laßt uns zusammen Gottesdienst halten,
singen und beten, ein Spiel gestalten!
Hier sind die Hirten. Und da die drei Weisen.
Der Stern. Und der Engel. Und viele auf Reisen.
Aus Nazareth, von weit und breit.
Propheten und Seher aus ltester Zeit.
Soldaten aus Rom. Und die vielen andern,
die alle zum Stall von Bethlehem wandern.
Das Kind in der Krippe, das zeigen wir nicht.
Es ist uns zu groß und hat zuviel Licht.
Daß Gott uns seinen Sohn gegeben,
das ist kein Spiel. - Das ist das Leben.
Es ist der einzige Weg und die Wahrheit.
Wir reden und sprechen von Gott, unserm Vater,
der zu uns gekommen vom höchsten Thron
und Mensch geworden in seinem Sohn. -
Doch Maria und Josef sind noch nicht genannt,
von Kindheit an uns am meisten bekannt.
Wir wollen sie auf ihrem Wege begleiten.

Kaiserbote.
Ich bin des Kaisers Bote genannt,
Kaiser Augustus hat mich gesandt. -
Groß ist das kaiserlich römische Reich,
Augustus, er ist der Sonne gleich,
ein Kaiser von Ehre und Macht umglänzt,
ein Herrscher von großem Ruhme umkränzt.
Ein jeder dem Kaiser gehorchen muß,
auch diese Provinz des Cyrenius:
Dies ist des römischen Kaisers Wort:
es eile ein jeder in seinen Ort,
wo er geboren, in seine Stadt,
wo er seine Väter und Ahnen hat.
Dort melde er sich sogleich.
Der Kaiser will wissen, wieviel Steuern und Zins er erhält.
Gehabt euch wohl und gehorcht dem Gebot,
denn der Kaiser ist Herr über Leben und Tod.

Bürger:
Sie wollen Steuern, sie wollen Geld,
sie machen sich groß als Herren der Welt
uns machen sie arm, uns machen sie klein,
und niemand hilft uns, wir sind allein.

2. Bürger:
So müssen wir reisen zur Winterzeit?
Der Römer kennt keine Barmherzigkeit.

3. Bürger:
0 höre doch Gott, den flehenden Schrei:
Gib uns den Heiland! Herr! Mach uns frei!

4. Bürger:
Gott, sei uns gnädig, erhör das Gebet
der Männer und Frauen von Nazareth.
Gib den Messias, errichte dein Reich,
und mache uns anderen Völkern gleich,
glücklich und frei, mächtig und groß -
mach uns o Herr von den Römern los!

Engel:
Gegrüßest seist du und glücklich gepriesen!
Denn ganz große Gnade hat Gott dir erwiesen.
Erwählt bist du unter allen Frauen in Israel,
die Mutter zu werden vom Gottessohn, dem Immanuel.

Maria:
Das soll ich nun verstehn?
Als große Gnade muß ich es sehn!
Ich soll die Mutter des Heilandes werden.
Der all die Armen erlöst hier auf Erden.
Ich bin des Herrn Magd,
tu willig, was er mir sagt.

Maria:
Ich kann's nicht begreifen, ich kann's nicht verstehn,
müssen wir wirklich nach Bethlehem gehn?
Ich bin voller Angst und fürchte mich sehr.
Josef:
Ich weiß Maria, warum du bangst, die Reise ist weit,
voller Mühe und Beschwerlichkeit.

Maria:
Ach daß wir so arm wie die Bettler sind!
Ganz arm wird auch sein unser Kind.
Der Ahnherr David war m chtig und groß.
Wir haben nicht Krone noch Zepter noch Stern.

Josef:
Doch haben wir eine Verheißung des Herrn.
Und die macht uns froh und unsagbar reich.
Noch dazu, wir werden des Christkindes Hüter sein.
Maria: Ich danke dir, daß du dies gesagt,
ich bin ja des großen Gottes Magd.
Er wird uns schützen.

Maria:
Nun ist es aus, ich kann nicht mehr,
die Füße sind wie Blei so schwer.
Ich bin erschöpft, ich bin am Ende,
daß Gott doch unser Elend wende.

Josef:
Versinke nicht in Traurigkeit
Gott hat schon einen Platz bereit.
Ich will von Tür zu Türe gehn.
Von neuem um Erbarmung flehn!
(ruft mehrmals) Habt ihr in eurem Haus noch Raum?

Frau:
Es tut mir leid, weiß selber kaum,
wohin die Menschen ich soll schichten,
kann weder Bett noch Schlafstatt richten!

Joseph:
Habt ihr in eurem Haus noch Raum?

Mann:
Glaub bald, du hast 'nen bösen Traum,
schert euch davon, ihr Lumpenpack,
ihr stehlt mir sonst noch Geld und Frack!

Joseph:
Habt ihr in eurem Haus noch Raum?
2. Mann:
Habt ihr nicht Pferd und edlen Zaum,
so seid ihr bei mir schlecht beraten,
hier zählen einzig Golddukaten!

Joseph:
Habt ihr in eurem Haus noch Raum?

Wirt:
Es fragten viele, glaub es kaum

Frau:
Mein Gott, das ist ja kaum zu sagen:
wie eure Frau hier seufzt und stöhnt:
Paßt auf! Ihr scheint ja nicht verwöhnt -
ein Stall, fast wag ich's nicht zu sagen,
er ist zur H lfte abgeschlagen:
Doch wäre dort ein trockener Fleck,
wenn ihr nicht scheut im Stall den Dreck.

Maria:
Gott Lob, er läßt die Seinen nicht,
nun wird auch diese Nacht noch Licht!
Komm Joseph, gib mir deinen Arm,
bei Ochs und Esel ist es warm.

Hirte:
So die Schafe sind gezählt.
Wir sind froh, daß keines fehlt.

1. Hirte:
Auch unsere Herden sind in den Hürden.
Wie froh wohl manche Menschen würden,
wenn sie versorgt wären so wie ein Schaf.

2. Hirte:
So gut sorgt Gott nicht für uns Hirten.

3. Hirte:
Den Unterschied hast du vergessen.
Mit Tieren kannst du dich nicht messen.
Die kennen nämlich ihren Herrn
und folgen ihm zur Krippe gern.

4. Hirte:
Wir Menschen haben Gott verachtet.
Statt bescheiden Gottes Gaben zu empfangen,
wird immer frecher unser Verlangen.
Wie oft kommt Gott noch bei dir vor?
Und dann wagst du Gott zu sagen,
er soll dich nach deinen Wünschen fragen.

5. Hirte:
Ich weiß, ich bin ein schäbiger Hirt.
Wenn Gott sich nicht erbarmen wird,
dann hab ich nichts mehr zu erhoffen.

6. Hirte:
Es kommen bestimmt bald bessere Zeiten.

7. Hirte:
Meinst du, der Messias wird bald kommen?
So behaupten es ja alle Frommen.

8. Hirte:
Der Messias? Da hoffst du vergebens.

9. Hirte:
Ich erwarte ihn Zeit meines Lebens.
Ich weiß, daß die Welt so nicht bleiben wird.
Denn Gott ist für uns ein besserer Hirt,
als wir es sind für unsere Herden.
10. Hirte:
Ach könnt ich doch so glauben wie du?

11. Hirte:
Du kannst es. - Doch jetzt mach die Augen zu.

12. Hirte:
Du schau mal dort! - Was ist das für ein Licht?

Engel:
Fürchtet euch nicht!
Siehe, ich verkündige euch große Freude,
die allem Volke widerfahren wird;
denn euch ist heute der Heiland geboren,
welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids
Und das habt zum Zeichen:
Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt
und in einer Krippe liegen.

Engel schar:
Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden
und den Menschen ein Wohlgefallen.

13. Hirte:
Wir hatten geschlafen. Wir wurden geweckt.
Ein helles Licht hat uns aufgeschreckt.

14. Hirte:
Dann haben wir alle das gleiche vernommen:
wir haben von Gott eine Botschaft bekommen.

15. Hirte:
Es war eine Nachricht von oben!
Der Messias ist da. Wir sollten Gott loben.

16. Hirte:
Ob wir Hirten denn für Gott so wichtig sind,
daß wir zuerst erfahren von de Kind?

17. Hirte:
Ich hab es gehört und ihr alle mit mir!
Was zögern wir noch. Kommt gehen wir.

18. Hirte:
In dieser Nacht ist die Zeit erfüllt.
Der Heiland ist da.

19. Hirte:
Alles ist so still hier in der Stadt.
Ob keiner es erfahren hat,
daß heut der Heiland geboren'(

20. Hirte:
Da ist jemand! Wißt ihr Bescheid?
Frau: Wie kommt's, daß ihr nicht draußen seid?
Laßt ihr denn einfach die Schafe allein?

21. Hirte:
Hier soll der Messias geboren sein!
Frau: Der Messias? Ihr seid wohl von Sinnen!
Geht zu den Herden. Der Tag wird beginnen!

22. Hirte:
Weißt du nichts von einem neugeborenen Kind?
Frau: Doch, dort drüben im Stall, bei Esel und Rind.
Da wurden arme Leute aufgenommen.
Eine Frau hat dort ein Kind bekommen.
Mit dem Messias hat das aber nichts zu tun.
Den läßt Gott nicht in einer Krippe ruhn.

23. Hirte:
In einer Krippe? - Dann sind wir richtig!
Davon sprach der Engel. Das sei wichtig!

Frau:
Ein Engel hat euch das verkündigt?
Paßt auf, daß ihr euch nicht versündigt!
Mit solchen Dingen sche zt man nicht!
Als ob zu euch ein Engel spricht.

Frau:
Da ist das Kind. - Die Mutter sitzt daneben. -
In eine Stall, wo sonst nur Tiere leben,
kommt der Heiland auf die elt,
so. als ob es Gott gefällt,
mit allen Ängsten und Beschwerden
für uns Arme arm zu werden.

1. König:
Die Reise hat uns mitgenommen!

2. König:
Weit war der eg, hart und beschwerlich.

3. König:
Wir kommen aus einem Land,
wo die Weisen noch Könige werden genannt.

Mann:
Kaum zu glauben, daß es das gibt,
ein Land das seine Weisen liebt.

Frau:
Wenn in jenem Land ihr so geeh t,
dann habe ihr doch alles, was ihr begehrt?
Was sucht ihr dann noch?

1. König:
Wir suchen, was wir schon das ganze Leben suchten.
Wir haben alle Bücher gelesen
und alle Weisheit gelernt.

2. König:
Wir sind bei allen in die Lehre gegangen.

3. König:
Wir erforschten die Bahnen von den Sternen
um daraus die Antwort für das Leben zu lernen...

Alle drei:
Jedoch wir suchten vergebens:
nach dem Sinn unseres Lebens.

1. König:
Was wir fanden in llen den Jahren
war immer nur die Antwort auf unsere Fragen.

2. König:
Wir hörten auf, auf uns selber zu bauen
wir hörten auf, der Wissenschaft zu trauen.

3. König:
Wir sahen: was immer Gott sein mag
der Verstand kann ihn nicht fassen.

Alle drei:
Unsere Erkenntnis, die macht es nicht!
Wir baten: zeig du uns ein Licht!

3. König:
Und als wir uns nicht mehr selber suchten,
Gottes Licht uns fan!
Ihm zogen wir nach, in dieses Land.

1. König:
Ein Stern ist im Kommen, anders als alle,
die wir je gesehn,

2. König:
ein König kommt, anders als alle - zu ihm wir gehen

3. König:
Gott selber kommt in diese Welt:
anders als alle, die Nacht uns erhellt.

Alle drei:
Ja, welche Wege Gott uns immer mag leiten,
in welchem Leben, zu welchen Zeiten:
wer sich ihm öffnet, sei er noch so verloren,
in dessen Leben wird Gott geboren!

1. König:
Kommt schnell hinein! Hier ist das Kind!
Jetzt endlich wir am Ziele sind.

2. König:
So hatt' ich mir das nicht gedacht,
daß du so liegst ohne alle Pracht.
Du willst uns zeigen: unser Reichtum wertlos ist,
weil du der größte Reichtum bist.

3. König:
Wie gut, daß dem Stern wir nachgezogen.
Stellt euch vor, wir hätten aufgegeben,
wir h tten nie entdeckt das wahre Leben.
0 Gott, daß ich das erfahren kann!
Ich danke dir, ich bete dich an.

Alle drei:
Wir sind zwar nicht aus Israel
doch du bist für uns der Immanuel
Du bist mit uns, du bist mit allen.
Als Dank ni diese Gaben
weil wir dich nun gefunden haben.

* Ansprache
Es gibt Momente im Leben, da spürt man die Kraft des Glaubens und die Kraft der Verkündigung. So geht es mir gerade nach eurem Krippespiel. Ich möchte Euch ganz herzlich für das Krippespiel danke sagen. Das habt ihr super spitzen klasse gemacht. Ich möchte dem Team Petra Eschke und Karina Wiegand herzlich danken. Ihr habt mit den Kindern und Jugendlichen ein super Krippespiel auf die Beine gestellt. Herzlichen Dank auch Emely Boss und Sarah Weber für die Begleitung am Keyboard. Auch die Deko ist einsame spitze. Was ihr uns heute am Heiligen Abend 2017 im Reformationsjubiläumsjahr am Geburtstag von Jesu mit nach Hause geben werdet wird nachhaltig in den Köpfen von uns allen bleiben. Dafür herzlichen Dank.

Liebe Gemeinde,
wir haben eben in dem Krippespiel von den Kindern gesehen wie wunderbar es ist von über viele Generationen hinweg jedes Jahr wieder Weihnachten zu feiern. Auch wenn es schon so alt ist, ist es immer wieder neu und wir entdecken etwas neues an der alten Geschichte der heiligen Nacht.
In diesen Zeiten Beobachten wir dass es immer mehr Menschen gibt, die sich von dem Kind in der Krippe abwenden.
Kirche gerät ins Abseits, die Kirchlichen Festtage werden verramscht und verhohnepiepelt.
Die Botschaft von dem Kind in der Krippe, dem Licht der Welt verschließen sich viele. Daher brauchen wir Mut und Kraft die Botschaft von dem Kind in der Krippe immer wieder aufs Neue in die Welt zu tragen. Und dafür stehen unsere Kinder hier, die uns mit Leichtigkeit und Fleiß die Botschaft der Weihnacht erzählt haben, mit Inbrunst und auswendig gelernten texten froh und fröhlich herausgerufen haben, dass Christus geborne wurde.
AMEN

* Lied EG 46 Stille Nacht

* Fürbittengebet:
Gott unser Vater, an diesem Abend feiern wir die Geburt deines Sohnes Jesus. Durch ihn willst du unser Leben hell machen. Wir bitten dich:
Hell wird die dunkle Nacht durch Jesus. Er ist als Licht in die Welt gekommen für alle, die traurig, einsam und allein sind.
Guter Gott schenke allen Menschen etwas von diesem Licht.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Hell wir die dunkle Nacht durch Jesus. Er ist als leuchtender Stern aufgegangen über dem dunklen Stall unserer Welt.
Guter Gott, lass uns in deinem Licht leben und den Weg zueinander finden.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Hell soll die dunkle Nacht durch uns werden, dann wir sollen dein Licht in die Welt tragen.
Guter Gott, lass uns leuchtende Sterne sein, die dein Licht aufleuchten lassen, wo Menschen traurig sind, einsam und krank.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Hell wird es werden in unserer Gemeinde, wenn wir alle leuchtende Sterne sind. Dann können wir in unserer Gemeinde und in vielen Gruppen Heimat finden.
Guter Gott, schenke uns und allen Menschen einen Ort der Geborgenheit und der Heimat.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Ja, Herr, lass es hell werden in uns und um uns herum. Dann werden alle sehen, dass du unter uns lebendig bist durch Christus, deinen Sohn.
Amen.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Bekanntmachungen:
zu folgenden Gottesdiensten laden wir herzlich ein:
24.12.: 22 Uhr Christmette in der Kirche in Untersotzbach zusammen mit dem Kirchenchor.
25.12.: 10 Uhr Abendmahlsgottesdienst in der Kirche in Unterreichenbach
26.12.: 10 Uhr Abendmahlsgottesdienst mit Taufe in der Kirche in Untersotzbach zusammen mit dem Posaunenchor

Die Kollekte am Ausgang ist zur einen Hälfte bestimmt für die eigene Gemeinde und zur anderen für Brot für die Welt.

* Votum:
Nehmt das Licht und diesen Abend mit in eure Weihnacht.
Verkündet allen das Jesus zur Welt gekommen ist.
Gehet in diese Heilige Nacht und in die Weihnacht mit dem Segen des Vaters im Himmel.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.

*Lied EG 44, 1-3 O du fröhliche

* Verabschiedung und bedanken bei den Mitgestaltern

*Orgelnachspiel und Auszug der Kinder und Prädikant Wagner
  Thema: Friedenslichtgottesdienst am 3. Advent, 17.12.1017
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 17.12.2017 21:07   Titel: Friedenslichtgottesdienst am 3. Advent, 17.12.1017
Friedenslichtgottesdienst
Am Abend des 3. Advent, 17.12.2017
um 18.00 Uhr in Wittgenborn


Orgelvorspiel

Chor: Macht hoch die Tür (Pfadfinder bringen das Licht herein)

Votum und Begrüßung, Vorstellung Prädikant Wagner (Beate)

Lied EG 17,1-3

* Psalm: Thomas

Herr, erweise uns deine Gnade und gib uns dein Heil!

Könnte ich doch hören,
was Gott der Herr redet,
dass er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen,
damit sie nicht in Torheit geraten.
Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten,
dass in unserem Lande Ehre wohne;
dass Güte und Treue einander begegnen,
Gerechtigkeit und Friede sich küssen;
dass Treue auf der Erde wachse
und Gerechtigkeit vom Himmel schaue;
dass uns auch der Herr Gutes tue,
und unser Land seine Frucht gebe;
dass Gerechtigkeit vor ihm her gehe
und seinen Schritten folge.

Herr, erweise uns deine Gnade und gib uns dein Heil!
Psalm 85,8; 9-14

Chor: Fürchte dich nicht

* Bittruf: Thomas
Wir bitten heute Abend Gott um Erbarmen in einer Zeit in der wir Angst haben vor Krieg und Gewalt. Es ist unruhig in unserer Welt und auch bei uns im kleinen. Wir suchen Frieden und wollen in Frieden leben. Wir brauchen den Frieden in unseren Familien, im Freundeskreis, in der Schule, in unserem Ort und auf der ganzen Welt. Schenke uns mit dem Friedenslicht das heute leuchtet den Anfang in Frieden zu leben. Wir rufen und bitten:

Chor: Oh du mein Trost und süßes Hoffen

* Gebet: Thomas
Lasst uns beten.
Allmächtiger Gott, du hast einen Frieden ohne Ende verheißen und eine neue Welt, in der Recht und Gerechtigkeit herrschen.
Mach bitte deine Verheißung wahr, schreite ein gegen Unrecht und Krieg, erweise dich als der Gott, der Frieden will und Frieden schafft.
Wir sagen Dir Dank, Herr und Gott, durch Deinen Sohn Jesus Christus, durch den Du uns erleuchtet hast mit unvergänglichem Licht. Dieser Tag geht langsam zu Ende und wir stehen am Beginn der Nacht. Wieder hast Du uns das Licht des Tages geschenkt. Jetzt, in der Dunkelheit, im milden Licht des Abends, Loben und preisen wir Dich durch Deinen Sohn Jesus Christus, der uns das Licht der Welt ist.

G: AMEN

* Schriftlesung: Philipper 4 ,4-7 Thomas
4 Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!
5 Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe!
6 Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!
7 Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Chor: Seht, die gute Zeit ist nah

* Glaubensbekenntnis: Thomas
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Lied 16,1-4

Predigt: Beate

Lied 536,1-4

Fürbitten: (Thomas, Pfadis)

Thomas
Gott, du bist ein Gott des Lichtes und des Friedens. Du bist ein Gott der Liebe und der Hoffnung. In unserer Welt, die oft so finster ist, so friedlos und kalt, so lieblos und resigniert kommen wir zu Dir – mit diesem kleinen Licht. Wir bitten Dich

1. So wie dieses kleine Licht in der dunklen Zeit brennt, so entzün-de auch unsere Herzen, dass es warm und hell werde in uns und durch uns. Guter Gott:

Wir bitten Dich, erhöre uns.

Pfadis
2. Mach uns zu Boten Deines Lichtes und Deines Friedens. Schenke uns Mut und Phantasie, den Weg des Friedens zu gehen. Guter Gott:

Wir bitten Dich, erhöre uns.

Pfadis
3. Wir bitten dich, für die Menschen, die Feinde sind. Lass sie neue Wege finden, friedlich miteinander um zu gehen. Guter Gott:

Wir bitten Dich, erhöre uns.

Pfadis
5. Lass alle Menschen erkennen, dass Kriege und Waffen keinen Frieden bringen können. Guter Gott:

Wir bitten Dich, erhöre uns

Thomas
6. Lass nicht zu, dass wir mitmachen, wenn Menschen sich hassen und böse zueinander sind. Gib uns die Kraft, für den Frieden einzu-stehen.
Guter Gott:

Wir bitten Dich, erhöre uns.

Guter Gott, wir leben in einem reichen Land. Wir können uns viele Dinge leisten und kennen den Krieg nur aus dem Fernsehen. Wir bitten dich: Lass uns nie alleine! Sei Du an unserer Seite, wenn un-sere Welt dunkel und leer erscheint! Lass uns Boten Deines Friedens sein.

In der Stille bringen wir Gott das, was uns auf dem Herzen liegt.

Stille

Vater unser: Thomas
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

Bekanntmachungen (Beate)

Lied: EG 588 Tragt in die Welt nun ein Licht
Währenddessen wird das Licht verteilt

Segen (Beate)

Lied: EG 13 Tochter Zion
  Thema: Gottesdienste am 3. Advent, 17.12.2017
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 17.12.2017 12:10   Titel: Gottesdienste am 3. Advent, 17.12.2017
Gottesdienste am 3. Sonntag im Advent
17.12.2017
09.15 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
Text: Lukas 1, 26-38

* Orgelvorspiel
* Lied EG 17, 3 Wir sagen euch an

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde,
Ganz herzlich heiße ich Sie und Euch alle willkommen zum Gottesdienst am 3. Advent. Das Thema heute Abend lautet: „Ist die Bibel Männersache?“ Ich wünsche uns allen einen Mutmachenden Adventsgottesdienst.

*Lied EG 1, 1+4+5 Macht hoch die Tür die Tor macht weit

*Eingangspsalm:
Dezember Psalm von Hans Dieter Hüsch.

Mit fester Freude lauf ich durch die Gegend
Mal durch die Stadt
Mal meinen Fuß entlang Jesus kommt
Der Freund der Kinder und der Tiere
Ich gehe völlig anders
Ich grüße freundlich
Möchte alle Welt berühren
Mach dich fein
Jesus kommt
Schmück dein Gesicht
Schmücke dein Haus und deinen Garten
Mein herz schlägt ungemein
Macht Sprünge
Mein Auge lacht und färbt sich voll
Mit Glück
Jesus kommt
Alles wird gut

Kommt lasst uns anbeten:

*Das schäbige Haus:
Wenn ich malen könnte, würde ich ein kleines schäbiges Haus malen, ganz klein in ganz viel Weite und mit ganz viel Verlorenheit und mit ganz viel Dunkelheit Drumherum, und der Sturm der gahinfegt und die Kälte die zittern lässt und die Hoffnungslosigkeit und die Angst und die Sorge und
dann würde ich mitten in dieses kleine schäbige Haus mit dem gelbsten Gelb einen Punkt setzten und diesem Bild würde ich dann den Titel „DU“ geben.

*Ich warte auf das Licht:
Ich habe auf das Licht gewartet, aber vielleicht ist das Warten schon das Licht?
Ich habe auf die Erfüllung gewartet, aber vielleicht ist die Sehnsucht schon die Erfüllung?
Ich habe auf die Freude gewartet, aber vielleicht waren die Tränen schon Zeichen des Lebens.
Ich habe auf Gott gewartet und ein Kind kommt in wenigen Tagen zur Welt.
Auf was wartest du???

*Gebet:
Gott, unser Vater, wir haben uns hier versammelt,
um mit Abstand zur Alltagshektik Gottesdienst zu feiern.
Mit Texten und Liedern wollen wir unsere Vorfreude auf das nahe Weihnachtsfest kundtun.
Hilf uns, dass wir die feierliche Stimmung dieses 3.Advent empfinden und in uns erhalten,
dass wir nicht zulassen, dass uns das oberflächliche von der Werbung aufdringlich propagierte Konsumweihnachten mit großen Geschenkpaketen, opulentesten Mahlzeiten und teuren Kulturevents einholt.
Schließe unser Herz auf für dein Kommen, so dass wir echte Weihnachtsfreude erfahren und dein kommen als dein Geschenk empfinden und weitergeben können. Amen

* Schriftlesung: Matthäus 11, 2-6
2 Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte er seine Jünger 3 und ließ ihn fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?
4 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht:
5 Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt; 6 und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert.
7 Als sie fort gingen, fing Jesus an, zu dem Volk von Johannes zu reden: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her weht?
8 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die weiche Kleider tragen, sind in den Häusern der Könige.
9 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen [a]Propheten sehen? Ja, ich sage euch: Er ist mehr als ein Prophet. 10 Dieser ist's, von dem geschrieben steht : »Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.«
(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 11, 1-3+6 Wie soll ich dich empfangen

* PREDIGT:
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde!
Manchmal meint man, die Bibel sei bis zum Rand voller "Männergeschichten": Denken wir doch nur ans Alte Testament, Saul, David, Mose, Noah... Immer stehen Männer im Vordergrund, Frauen haben die Nebenrollen. Und das geht im Neuen Testament weiter: Meist hat Jesus mit Männern zu schaffen, spricht zu ihnen, belehrt sie, fragt sie... Seine Geschichten handeln von Männern - überwiegend jedenfalls: Könige, Weinbergbesitzer, ein Vater... Und die 12 Jünger - alles Männer!

Ist die frohe Botschaft also Männersache? Sind die Frauen in der Schrift nicht gefragt?
Gerade jetzt in der Advents- und Weihnachtszeit könnte es wieder so scheinen: Die Hirten sind die ersten im Stall. Ihnen nach treten die Weisen an die Krippe heran. Sie kommen vom König Herodes, der sie nach Bethlehem wies, in die Stadt Davids... Männer handeln in dieser Geschichte. Maria, die einzige Frau der Szene, steht ganz im Dunkel, kaum beleuchtet der Glanz ihres Kindes in der Krippe ihr Gesicht. Hat die Schrift kein Interesse an Frauen? Ich müsste mich dann ernsthaft fragen, ob das nicht damit zusammenhängt, dass alle Evangelien und eigentlich das ganze neue Testament von Männern geschrieben wurde. Ging da vielleicht die eine oder andere Geschichte über Frauen verloren, weil eben Männer sie hörten und aufschreiben sollten?
Jedenfalls sind heute hier - wie immer - mehr Frauen als Männer versammelt, und ich freue mich über den Text, den ich heute predigen soll. Es sind Verse über eine Frau - an die Frauen - aber (die/wir) Männer dürfen mithören:

Textlesung: Lukas 1, 26 - 38
Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir! Sie aber erschrak über die Rede und dachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Mann weiß? Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und ist jetzt im sechsten Monat, von der man sagt, dass sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr.

Liebe Frauen, mir tut das gut, dass ich einmal ihnen das weitersagen darf: Eine Frau - hochbegnadet, der heilige Geist wird über dich kommen, Heiliges wird von dir geboren werden... Wirklich, mir macht das Spaß, eine solche Geschichte für sie zu haben: Eine Frau war die erste, die von dem wusste, was da kommen sollte - vor den Hirten, vor den Weisen, vor allen Männern!!!
Ich sehe das vor dem Hintergrund so vieler Gemeindeveranstaltungen: Der Bibelkreis, die Adventsfeiern jetzt in dieser Zeit, die Seniorennachmittage, die Gottesdienste jeden Sonntag - immer sind die Frauen in der Überzahl. Und sie sagen nicht: Wir waren doch schon am (Donnerstag) in der Frauenstunde, da sparen wir uns den Sonntagmorgen.
So sind die Frauen zu einer wichtigen Stütze für die Sache Gottes in der Welt geworden. Durch sie werden heute überwiegend die christlichen Werte und die Botschaft des Evangeliums in die Gemeinde und die Familie hineingetragen. Das musste einmal gesagt werden! Wir Männer sollten das vielleicht im Kopf behalten, wenn bald wieder die "Männergeschichten" in den Kirchen erzählt werden: Von den Hirten, den Königen, dem Gottessohn... Eine Frau steht ganz am Anfang des Evangeliums: Maria, die Hochbegnadete, von der gesagt wurde: Der heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Eine Frau war die erste in der Weihnachtsgeschichte Gottes mit den Menschen!
Und dann: Sind Frauen nicht immer die ersten geblieben?
Es gibt etwas zu tun: Ein Bazar, ein Gemeindefest wird vorbereitet: Die Frauen reiben die Hände, arbeiten, planen, setzen sich ein, basteln, stricken, nähen. Wir haben's so erlebt! Es gibt etwas zu hören: Eine Bibelwoche, Gesprächsabend, Vorträge. Die Frauen sind da, beteiligen sich, sind interessiert, aufmerksam und mit ihren Gedanken dabei. Wir haben's so erlebt! Es gibt etwas weiterzugeben: Religiöse Inhalte in der Erziehung.
Bei wem lernen die Kinder beten, vertrauen, das Einmaleins des Glaubens, die ersten Schritte an der Hand Gottes.., meist bei der Mutter. Wir erleben's so!
In alledem sagen Frauen "Ja!" - Ja zu Gott, ja zum Glauben, ja zur Gemeinde - und man kann auf sie zählen. Ich freue mich darüber! Und ist das nicht wie in der Geschichte? Wie muss das bei Maria angekommen sein: Du wirst Gottes Sohn zur Weit bringen. Du bist von allen Frauen dazu bestimmt... Gewiss regte sich da bei ihr nicht nur Freude! Auch Angst. Angst vor diesen Auftrag, dieser Verheißung: Du sollst Heiliges gebären...du bist dazu auserwählt.
Aber stärker als die Angst ist ihr Ja... Mir geschehe, wie Gott will, ich bin des Herrn Magd! Und sie bleibt bei diesen Ja, durch die ganze Geschichte ihres Sohnes hindurch. Kaum ist er auf der Welt, trägt sie für ihn die Strapazen der Flucht nach Ägypten. Für ihn lebt sie jahrelang in der Fremde. Ihn begleitet sie auf seiner Wanderschaft durch Galiläa. Als sie ihn gefangen setzen leidet sie, die Mutter, mit ihm. Die Geiseln, die ihn verletzen, treffen auch sie. Die Wunden, die sie ihm beibringen, schmerzen auch sie. Der Tod, den er leiden wird, den leidet Maria mit.
Ihr Ja - einmal gesagt - es hält bis zuletzt: Das Ja einer Frau zur Sache Gottes: Ich bin des Herrn Magd, mir geschehe, wie er will. Ich bleibe dabei, was auch kommt!
Ihr Ja...ist das nicht wie euer Ja, liebe Frauen?: Gültig, fest, verlässlich...
Sie liebe Frauen, ziehen die Kinder groß, sind immer da, gehen jeden weg im leben Ihrer Kinder mit, auch da wo Wege von den Kindern enden sind Sie da, liebe Frauen, dass was Mütter geben, können Kinder meist nicht zurückgeben, das was eine Mutter leisten muss ist mehr als das es ein Mann je leisten kann. Hut ab, Hochachtung vor den Frauen die Tag ein Tag aus Ihrer lieben zu Hause pflegen, rund um die Uhr, ohne an sich selbst zu denken. Respekt wenn alles zusammenbricht, der Mann erkältet ist und jammert, weil er ja so schlimm den Schnupfen hat, die Frau umsorgt und fängt auf, gibt halt und Kraft obwohl die Kraftreserven manchmal nahe null sind.
Denkt doch einmal daran, wenn in ein paar Tagen wieder die "Männergeschichten" des Evangeliums beginnen: Eine Frau war die erste, die von der frohen Botschaft erfuhr! Sie sagte ja zu dem, was ihr Auftrag war...und sie blieb dabei!
AMEN

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 8 Es kommt ein Schiff

* Fürbittengebet:

In dieser Zeit bitten wir dich, Herr:
Lass es Weihnachten werden in uns,
dass wir den eigentlichen Sinn von Weihnachten wieder erkennen
Lass es Weihnachten werden für die gestressten,
die aus ihrer Hektik keinen Ausweg mehr sehen.
Lass uns erkennen, dass du in die Welt gekommen bist,
um uns den Weg zu zeigen, den du als Licht der Welt vor uns gegangen bist

Lass es Weihnachten werden für die, die es nur als Geschenk Olympiade feiern denen so viele Möglichkeiten genommen sind, zu erkennen was der Wert dieses Festes ist.
Lass uns erkennen, dass du Mensch geworden bist,
damit wir lernen, menschlich zu handeln.
Lass uns erkennen, dass du unser Leben geteilt hast,
damit wir lernen zu teilen, was wir zum Leben brauchen.

Lass es Weihnachten werden für die Schöpfung,
die dem Hochmut und der Gewalttätigkeit des Menschen unterworfen ist.
Lass uns erkennen, dass du gekommen bist,
um die ganze Schöpfung zu erlösen, dass du das Geschenk bist.
Wir bitten dich:
Lass es Weihnachten werden für die ganze Welt,
für unsere Nächsten und für uns selbst, für die Rentnerin die alleine ist, den Single, der alleine ist, der Familie mit wenig Geld. Gib uns Mut und Kraft für dass was kommt. Gib uns den Glauben an die Frohe Botschaft des Heiligen Abends, den wir in drei Tagen wieder feiern.

In der stille wollen wir vor Gott bringen was uns in dieser Gottesdienstlichen Stunde bewegt.

Stilles Gebet

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 16, 1+4 Die Nacht ist vorgedrungen

* Bekanntmachungen:
Kollekte: Kirchenerhaltungsfonds der EKKW: Orgelsanierung

Nächste Gottesdienste

Heilig Abend, 24. Dezember 2017 mit Pfrin. Ehlers

16:30 Uhr Gottesdienst in Lohrhaupten mit Krippenspiel

18:00 Uhr Gottesdienst in Lettgenbrunn

Votum:
Siehst du es, am Sternenhimmel? Der Stern von Bethlehem kommt.
Kannst du Raum in dir schaffen, um ihn aufzunehmen.
Spürst du es, das Kindlein ruft nach dir und greift nach deiner Hand.
Lass es zu und nimm die Frohe Botschaft der Weihnacht in dir auf, lass es zu
und sei bereit das Kindlein anzunehmen und in dein Herz, in d eine Wohnung, in deine Familie zu lassen. Folge dem Stern der dir den Weg der Weihnacht zeigt.
So gehet in die Woche mit dem Segen.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.

Orgelnachspiel
  Thema: Abendmahlsgottesdienste am 1. Advent, 03.12.2017
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 03.12.2017 13:00   Titel: Abendmahlsgottesdienste am 1. Advent, 03.12.2017
Gottesdienst zum 1. Advent mit Abendmahl
03.12.2017
09.00 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten

Thema: Advent- ein Zeichen für unser Leben

* Orgelvorspiel
* Lied EG 17, 1 Wir sagen euch an den lieben Advent

* Begrüßung: Thomas
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Der Wort und Treue hält und der nicht
Fahren lässt das Werk seiner gnädigen Hände. AMEN

Ich heiße Sie alle und euch alle ganz herzlich Willkommen zum Gottesdienst am 1. Advent. In diesem Gottesdienst feiern wir das Abendmahl
Das freie Thema des Gottesdienstes lautet: Advent ein Zeichen für unser Leben.
Ganz herzlich begrüße ich Ingrid Brill, sie wird den Gottesdienst heute mitgestalten.
Ich wünsche uns allen einen Mutmachenden und Segensreichen Gottesdienst.

* Lied EG 13 Tochter Zion

*Eingangspsalm: Inge
Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze!
Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,
dass der König der Ehre einziehe!
Wer ist der König der Ehre?
Es ist der Herr, stark und mächtig; der Herr, mächtig im Streit.
Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,
dass der König der Ehre einziehe!
Wer ist der König der Ehre?
Es ist der Herr Zebaoth; er ist der König der Ehre.

Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze!
Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.
Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf: Thomas
Manchmal gehen wir durch unser Leben
wie durch die Nacht,
verstört durch Ängste,
irregeführt durch Lügen,
belastet mit Versäumnissen.
Manchmal irren wir durch unser Leben
wie durch die Nacht
und sehnen uns nach Zeichen der Liebe,
nach dem Trost eines guten Wortes.
Wir rufen um erbarmen:

* Aufforderung zum Lobpreis Thomas
Es lohnt sich zu warten. Gott kommt, um uns zu helfen, wenn wir Angst haben, wenn wir einsam sind –, Gott, der Allmächtige und Barmherzige. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Wir singen:

*Kollektengebet:Thomas
Lasst uns beten:
Du kommst zu uns. Gott des Lebens,-- und unser müdes Herz schlägt schneller
Du kommst zu uns, Gott des Lichtes, in unseren matten Augen spiegelt sich dein Glanz.
Du kommst zu uns, Gott des Friedens, uns unsere Fäuste zu öffnen, unser Gesicht entspannt sich.
Du kommst zu uns, Gott des Trostes, und die schwere weicht aus unseren Füßen.
Du kommst zu uns, Gott der Geduld, ruhig wird unser Atem, ruhig und gleichmäßig.
Du kommst zu uns, Gott der Hoffnung, und unserer Seele wachsen Flügel.
Du ziehst dich zurück, du Gott der Ferne, hüllst dich in Dunkelheit und Nacht.
Du, der gnädige und barmherzige Gott, wir erwarten dich. Wir feiern deinen Advent, du unser Gott.
G: Amen

* Schriftlesung: Philipper 4, 4-7 Inge

4 Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!
5 Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe!
6 Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!
7 Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.
(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Amen)

* Glaubensbekenntnis: Thomas
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Lied EG 11, 1+2 Wie soll ich dich empfangen

* PREDIGT: Thomas
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Adventgemeinde,
Und wieder beginnt eine neue Adventzeit. Meine 49. Adventzeit. Heute möchte ich in drei verschiedenen Anläufen über den Advent nachdenken.
Schon einmal habe ich so die Gottesdienste am ersten Advent begonnen, das war auf den tag genau vor 6 Jahren, Inge kann sich vielleicht noch daran erinnern. Auch das Thema war dasselbe.
Denn wirklich was verändert hat sich auch nichts.
Ich dachte damals wie heute an folgende Überschriften und werde die Predigt auch in diese teile aufteilen. Hier die drei Schritte:
- Ach du schreck!
- Ach wie schön!
- Die Frage ist, wer kommt.
1.
Liebe Adventgemeinde,
Also zuerst: Advent, ach du Schreck! Ist es denn wirklich schon wieder so weit? Wo ist bloß die Zeit geblieben? Gerade war doch noch Sommer, na ja, zumindest auf dem Kalender war es Sommer. Das Wetter war alles andere als schön. Und der Herbst die letzen Wochen waren dann auch nicht so wie es in die Zeit passt. Es geht aber auch alles so rasend schnell. Meine Uroma hat immer gesagt: „ Wenn du mal älter wirst, wird es dir schneller vorkommen“, ich glaubte das nicht. Ich dachte immer, ach was die alten Leute nur immer wollen mit dem es geht so schnell herum. Mir kamen die Tage immer so lang vor, es konnte nicht schnell genug sein für uns Kinder damals. Doch heute weiß ich, das es stimmt, das Sie recht hatte meine liebe Uroma. Die Zeit rennt und mit jedem Jahr das ich älter werde, empfinde ich, als rennt die Zeit noch schneller. Seit Wochen trage ich mir nun schon Notdiensttermine und Gottesdiensttermine fürs Neue Jahr in meinen Kalender ein. Und dabei war doch gerade erst Weihnachten. Schnee satt, so viel wie die letzten Jahrzehnte nicht und Kalt. Was haben alle gestöhnt, erst das an Weihnachten kein Schnee liegt und dann dass es zu viel Schnee war. Und jetzt schon wieder der erste Advent. Seit Mitte/ Ende August schon in den Geschäften der ganze Weihnachtskram. Lebkuchen, Dominosteine, Madelgebäck und und und… Wie soll ich mich denn im August schon darauf einstellen. An den warmen Tagen der ganze Fresskram für die Advent- und Weihnachtszeit. Ja und die Dekosachen standen auch schon herum. O nein,---- ach du Schreck! Schon wieder Advent.
Jetzt geht auch die Schenkerei wieder los. Seit Wochen wird man zu gemüllt mit Reklamensendungen in der Zeitung und im E Mail Postfach: Schmuck, Kleidung, Spielsachen, Elektrogeräte und so weiter, alles schön abgebildet auf Hochglanzpapier. Da freut sich die Papiertonne die zu keiner anderen Jahreszeit so schnelle überläuft.
Auch in der Flimmerkiste, Weihnachtswerbung bis der Arzt kommt. Oder bis man einfach abschaltet weil man es nicht mehr sehen kann. Keine Werbesendung ohne die Krönung von Jacobs Kaffee ohne den das fest nichts ist, genauso wie Milka Weihnachtsmänner mit dem Glöckchen, ohne die ist Nikolaus auch nichts. Für die Jungen neue PC Spiele und der Duft von Tausend Wässerchen muss es sein wie uns so verführerisch die jungen Damen es in dem Werbespot beschreibt. Es wird höchste Zeit zu kaufen, denn er kommt bald, der Weihnachtsmann
>> kommt mit seinen Gaben <<. Goldenes Armband, goldene Clips, Socken, Oberhemden und Schlips, Schnäpschen und Bierchen, Weihnachtsschwips soll man schließlich haben, ach du Schreck.
Und dann die Hetzerei, die dazu gehört: In Frankfurt in der Innenstadt waren gestern sämtliche Parkplätze voll, so warnte FFH man soll die Öffentlichen verkehrsmittel benutzen. Jedes Jahr das selbe, liebe Gemeinde. In den Kirchen wird von Frieden und Ruhe gepredigt. Und draußen gibt es Hetze und Stress, muffelige Gesichter und überforderte Menschen. Vor die freudig erregten Gesichter beim Auspacken der Geschenke sind die verkniffenen beim Kampf um den Parkplatz und die Schnäppchen gesetzt. Wie die Geier stürzten die Menschen auf die vermeintlichen Schnäppchen und da ist es auch egal ob man einen anderen weg stößt, verletzt oder ihn ins Regal schubst, ach du Schreck.

Advent, ach ja: Die Unterschiede zwischen Botschaft und Realität ist groß, Zeit der Familie – und für die Familie keine Zeit. Schenken mit Herz, mit Phantasie und aus Liebe – doch was immer es sei, ein I Phone oder I Pad ist dabei, die Frau bekommt die Küchemaschine, die neue, grins,---- Sie wissen ja. Oft scheinen die Geschenke absolut unüberlegt zu sein.
Der Teuro rollt – und im Land des Teuros, na ja, nix isser mehr wert. Und über alles hinaus, was wir in diesen Tagen so beklagen, ist dies ja noch viel schlimmer:
Die Unterschiede zwischen Botschaft vom Frieden – und der Krieg, der im Fernsehen, im Internet und in den Geschäften Tag für Tag, Abend für Abend bis in unsere Wohnzimmer kommt. Es scheint, wir feiern Advent bei verschlossenem Himmel. Ach du Schreck, schon wieder Advent.

2.
Liebe Adventgemeinde,
Advent, ach wie schön! Was ich jetzt sagen will, klingt wie ein Widerspruch zu dem, was ich eingangs sagte. Aber es ist genau so wichtig, merkwürdiger Weise: Advent, ach wie schön!
Trotz aller Hektik, trotz allen Geschenkewahns, trotz aller Friede Freude Eierkuchen- Stimmung: Es ist eine schöne Zeit. Ich möchte sie nicht missen. Die Heimlichkeiten der Familien, wegen der Geschenke, das Plätzchenbacken nicht, das heimliche Naschen schon gar nicht, (grinsen, Bauch reiben), das Schenken nicht und das Beschenkt – Werden und das Vorbereiten von allem. Advent, ach wie schön!
Ich mag Geschichten, und der Advent ist die Zeit der Geschichten. In vielen steckt Weisheit drin und Güte, ein Hauch des Lebens gegen die Kälte. In unserem Alltag zählen Geschichten nicht sehr viel. Da sind Bilanzen wichtiger, Leistungen. Da zählt mehr das Abzocken der Wähler. Für Geschichten ist da wenig Platz. Gut jedoch, dass der Advent uns Geschichten bringt. Sie helfen uns zu unterscheiden, was wichtig ist und was nicht.
Ich denke auch an die Kinder, in 4 Tagen öffnen Sie das erste Türchen am Adventskalender. Aber nicht nur die Kinder tun das, ich mache das auch, immer noch und das sehr sehr gerne, (grinsen).
Ich denke an Weihnachtsmusik, an Posaunenchöre, an Männer, Frauen- und Kinderchöre. An meine eigene Kindheit denke ich zurück, an die gespielte Entrüstung meiner Ur Oma, wenn die Plätzchen merkwürdiger Weise (und natürlich ohne mein Zutun, grinsen) schon wieder weniger geworden waren. Ich denke an die Krippespiele die wir in der Kindergottesdienstgruppe vorbereitet haben und ich musste jedes Jahr den Engel spielen. Aber auch die Adventslieder, ich gebe zu das Gedudel im Supermarkt mit Jingle Bells geht mir auf die Nerven, aber wenn ich Sonntags mit meiner Ur Oma in die Kirche ging und Macht hoch die Tür gesungen wurde war ich glücklich und zufrieden. Jeder von uns hat so seine Lieblings Advent- und Weihnachtslieder. Wie schön das es sie gibt, all die schönen Lieder, die Musik, die uns aus der Kindheit bis heute begleitet, die uns im inneren auch immer wieder Kind sein lässt. Der Advent ist voll mit schönen Dingen, der Advent ist auch gefährdet von viel zu viel Erwartungen. Beides stimmt. Die Kritik ist berechtigt. Und dennoch: Advent, ach wie schön!

3.
Advent: Die Frage ist, wer kommt. Jetzt begegnen sie uns wieder, die Weihnachtsmänner, und Knecht Ruprecht macht sich im finsteren Tann auf den Weg. Der Nikolaus wird’s in ein paar Tagen geschafft haben, sein Verwandter Santa Claus braucht noch länger. Und an Weihnachten kommt dann das Christkind. Advent heißt auf Deutsch, Ankunft, wie wir wissen, Es fragt sich nur, wer da kommt.
Mit dieser Frage sind wir wirklich beim Advent. All die Bräuche und Gewohnheiten dieser Wochen sind ja Zeichen, Hinweise, Gleichnisse. Und es wird darauf ankommen, sie als Zeichen zu erkennen und nicht selbst schon als das Wichtigste zu nehmen. Der christliche Glaube spricht davon, dass Gott zu den Menschen kommt, und das er’s nicht tut mit Glanz und Gloria, sondern menschlich, alltäglich. Gott wird ein Gott zum Lieben und für jeden Tag, für fröhliche und traurige Zeiten, für Arbeit und Ruhe. Weil Gott sich selbst schenkt, beschenken wir uns auch. Zeichen sind die Geschenke; denken sie bitte daran wenn sie Einkaufen gehen. Der Gedanke an die Geschenke wird uns in den nächsten Wochen ja begleiten. Aber lassen wir die Geschenke wirklich auch Zeichen sein, und zwar nicht dafür, dass wir’s uns leisten können, sondern Zeichen für die Liebe Gottes unter uns.
Der Advent ist auch die Zeit der Bittbriefe. In einer Zeit, in der nichts mehr ohne Werbung funktioniert, muss man auch für Gutes Werbung machen. Es gibt viele Gute Organisationen die auch Wirklich helfen wollen. Advent das ist warten auf Gott. Und so gesehen sind diese vier Wochen jetzt selbst ein Zeichen für unser Leben. Die Hektik dieser Tage, Zeichen für unser Umgetriebensein überhaupt; das Kaufen und Protzen mit Geschenken, Zeichen dafür, dass viel zu oft das Geld die Welt regiert.
Aber auch anderes:
- die Kerzen, Zeichen für das Licht, das mit Jesus in die Welt gekommen ist;
- die Lieder, Zeichen für die Melodie des Lebens, gegen allen hass und gegen alle Gewalt, gegen den Irrglaube der rechts orientierten Fanatischen Menschen und gegen allen Kanonendonner;
- die kleinen Freundlichkeiten, Zeichen für die große Freundlichkeit Gottes.

Der Advent, Zeichen für unser Leben. Es kommt nur darauf an, wen wir erwarten, Gott oder den Weihnachtsmann.

4.
Liebe Adventgemeinde,
Vier Wochen haben wir wieder Zeit. Der Advent ist exemplarische Zeit, beispielhaft für unser Leben überhaupt. Güte und Nächstenliebe haben ihre Zeit in diesen Wochen, mehr als sonst im Jahr - ein Beispiel für unser Leben. Wir fragen nach Sinn und Ziel, nach dem, was wirklich wichtig ist und zählt, mehr als sonst. Und wenn wir das Leben als leer empfinden und als >> Alles schon mal dagewesen>>, so wie dieses freie Thema, dann spüren wir auch dass im Advent deutlicher als sonst. Auch die Trauer bedrückt uns mehr in dieser Zeit. In all dem ist der Advent Frage und Aufforderung. Auf wen warten wir?
- Auf den Partner, das er endlich wieder mit uns spricht?
- Auf Freundinnen und Freunde, das sie uns nicht nur gebrauchen,
die Freundschaft als Einbahnstraße sehen, sondern verstehen dass es ein Geben und Nehmen ist.
- Auf die Kinder die schweigen und so tun als wäre alles in Ordnung!
- Auf offene Ohren und Herzen derer die wir Lieben!
- Auf Jesus der uns hilft in unserer Trauer!

Auf wen wartet ihr in eurem Lebe, das ist die Frage. Und Öffnet euch für Gott, erwartet ihn und seht ihm entgegen, das ist die Aufforderung. Wie wir damit umgehen werden, mit der Aufforderung und der Frage, ist noch nicht heraus. Der Advent beginnt gerade, und im Leben, für das er ein Zeichen ist, sind wir mittendrin. Und so denke ich meine
Liebe Adventgemeinde, dass das Lied von dem wir eben den ersten Vers gesungen haben >> Wie soll ich dich empfangen<< setzt nun den Schlusspunkt der Predigt, als Frage und Versprechen zugleich. Ach wie schön, es ist Advent. Ach wie schön, ich darf auf den Herren warten.
AMEN

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

Lied EG 11, 3+4+6 Wie soll ich dich empfangen

Danksagung (Präfation): Inge
Gott, unser Vater,
in der Menschwerdung deines Sohnes
willst du uns Versöhnung schenken
und uns mit dir verbinden.

Durch Jesus Christus sind wir
hinein genommen in deine Liebe.
Zeichen dafür sind uns Brot und Wein,
in denen du uns gegenwärtig sein willst
durch deinen Sohn Jesus Christus,
unseren Herrn und Bruder.
Deshalb wollen wir Dir singen:

Lied EG 185, 3 Heilig, heilig, heilig

Einsetzungsworte: Thomas
Unser Herr Jesus Christus / in der Nacht, da er verraten ward / nahm er das Brot / dankte und brach's / und gab's seinen Jüngern / und sprach: Nehmet hin und esset / das ist mein Leib (+) / der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl / dankte / gab ihnen den / und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus / dieser Kelch ist das neue Testament (+) in meinem Blut / das für euch vergossen wird / zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis.

Vater unser: Thomas
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

Lied EG 190, 2 Christe du Lamm Gottes

Friedensgruß: Thomas
Mit dem Advent warten wir auf die Ankunft Jesu Christi. Der Advent bleibt für uns nicht ohne Konsequenzen. Nehmen wir das Warten an. Vertrauen wir dem Weg, den Jesus für uns gegangen ist. Sind wir bereit ihn in Empfang zu nehmen. Sind wir offen für das große Geheimnis der Liebe in diesem Kind, auf das wir warten. Als Zeichen unserer Verbundenheit wollen wir uns die Hand reichen mit den Worten: Ich warte auf den Gottes Sohn, der andere erwidere, wahrhaftig wir warten.
(Einladung zum Händereichen)

Liebe Schwestern und Brüder in Christo,
Wir laden Sie alle zum Tisch des Herrn zu ein.
Alle sind willkommen: Katholiken, Protestanten, alle Glieder einer Kirche, Erwachsene und Kinder. Sie alle ruft Jesus Christus an seinen Tisch, er schließt niemanden aus.

* Austeilung: Thomas und Inge


* Lobpreis: Thomas
Dankbar will ich sein
und mich von Herzen freuen,
dankbar sein und nicht vergessen,
wie viel Gutes ich erfahren habe:

Meine Schuld wird mir vergeben;
meine Verletzungen werden geheilt;
wenn ich keinen Ausweg mehr sehe,
wird mir das Leben wieder geschenkt.
Den verlorenen Mut gewinne ich zurück
und bin froh, neu beginnen zu können.

* Fürbittengebet:
Inge
Herr, wo du hinkommst, da kehrt Heil ein;
wo du hinkommst, da werden Menschen verwandelt;
da entsteht Hoffnung, Freude, Liebe, Geborgenheit.

Dafür danken wir dir.

Thomas
Komm du zu all denen, die erschöpft und enttäuscht sind
und nicht mehr an deine Liebe glauben können.

Wir warten auf dich.

Inge
Komm du zu all denen, die einsam sind
und sich nicht mehr freuen können, weil sie keinen Menschen haben.

Lass sie nicht allein

Thomas
Komm du zu all denen, die ratlos und verzweifelt sind,
die vor Leid oder vor Krankheit keine Hoffnung mehr haben.
Gib den Menschen die Krank sind, den Mut sich anzuvertrauen, mit jemanden darüber zu sprechen. Breche die Bande der Falschen Verschlossenheit, öffne die Menschen, öffne den Mund und die Augen, die herzen und den Verstand.

Schenke du Kraft und Trost

Inge
Komm du zu all denen, die sich aus der Gemeinschaft ausgestoßen fühlen,
die den Anschluss nicht mehr finden,
die sich nicht mehr zutrauen, einen neuen Anfang zu machen.


Sei Wegbegleiter und der Neuanfang

Thomas
Komm du zu allen jungen und alten Menschen,
die keinen Sinn mehr in ihrem Leben finden,
nichts entdecken, wofür es zu leben lohnt.

Gib Hoffnung in diesen Wirtschaftlich dunklen Wochen und Tagen

Inge
Komm du zu all den Menschen, die in Streit und Unfrieden leben,
die den grausamen Wirren sinnloser Kriege ausgeliefert sind
wie die Menschen in Afghanistan, in Israel und in den Kleinkriegen der Familien, wo Menschen sich anschweigen und nicht die wahren Gründe nennen für das Schweigen, für die Sinnlosen Familienkriege, die meist lapidar sind, Missverständnisse sind aufgrund fehlender Kommunikation.

Setzte ein Zeichen der Gemeinsamkeit

Thomas
Komm du zu deiner Gemeinde, deiner Kirche,
die immer noch uneins und zerstritten ist,
und lass deine Liebe in ihr Gestalt gewinnen.
Lass die Mächtigen der Kirchen erkennen, dass Gott niemals einen Unterschied machet zwischen Evangelisch und Katholisch. Wir sind alle ein Leib, wir haben alle einen Gott und Herrn.

Mach begreifbar dass es nicht um Ämter und Hirachien geht.


* Lied EG 1, 1+4-5 Macht hoch die Tür die Tor macht weit

* Bekanntmachungen: Inge

Kollekte: Aktion „Brot für die Welt“


Nächster Gottesdienst:

2.Advent, Sonntag, 10. Dezember 2017

9.15 Uhr Gottesdienst
10.30 Uhr Gottesdienst
Abkündigungen:


Mittwoch, 06. Dezember 2017

19.00 Uhr Frauenkreis im Gemeindehaus in Lohrhaupten


* Votum: Thomas
Gott segne euch, die ihr warten könnt;
er öffne euch Seine Türen zu Seiner Zeit.
Gott segne euch, die ihr lauschen könnt;
er senke in eure Ohren Sein gutes Wort.
Gott segne euch, die ihr staunen könnt;
er erfülle eure Herzen mit Seinem Licht.
Gott segne euch, die ihr glauben könnt;
er lasse euch Seine Verheißung schauen.
Gott segne euch, die ihr lieben könnt;
er mache euch zu Feuern in Kälte und Dunkelheit.

* Segen: Thomas
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
  Thema: Buß- und Bettag mit Abendmahl am 22.11.2017
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 22.11.2017 21:07   Titel: Buß- und Bettag mit Abendmahl am 22.11.2017
Gottesdienst mit Abendmahl am Buß- und Bettag
22. November 2014 um 19.00 Uhr
In der Ev. Kirche Lohrhaupten
Thema: »Da kommt noch was!«

Lied Komm, Heiliger Geist (EG Bayern)

Begrüßung: Thomas
Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen des Vaters,
der uns durch sein Wort zur Umkehr ruft,
im Namen des Sohnes,
der viele Menschen auf den Weg des echten Lebens führte
und des Heiligen Geistes,
der uns befähigt, selbst das echte Leben zu wagen.

»Da kommt noch was« – so lautet unser Thema heute Abend. »Da kommt noch was« – ob wir uns davor fürchten oder da-nach sehnen – das hängt ganz entscheidend von unserer Sicht auf die Welt ab:
Denken wir an die vielen Krisenregionen, an die Wirtschaftslage oder an den zunehmenden Druck auch auf uns selbst?
Oder hoffen wir auf den, der uns Zukunft und Hoffnung schen-ken will?
Der Buß- und Bettag ist ein Tag der Umkehr: die Chance dar-auf, dass wir unsere Perspektiven umkehren können, dass wir uns umkehren und neue Wege im Leben wagen.
Mit dem Blick auf Gott, der auf uns zukommt, feiern wir diesen Gottesdienst.

Eingangslied EG 473, 1+2 Mein schönste Zier

Eingangspsalm: Inge
Bei dem Herrn ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm.
Und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden.
Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir.
Herr, höre meine Stimme!
Lass deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens.
Wenn du, Herr, Sünden anrechnen willst -
Herr, wer wird bestehen?
Denn bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte.
Ich harre des Herrn, meine Seele harret,
und ich hoffe auf sein Wort.
Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen; mehr als die Wächter auf den Morgen hoffe Israel auf den Herrn!
Bei dem Herrn ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm.
Und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden.
Ps 130,7b-8; 1-7a
(Kommt, lasst uns anbeten:)

Bekenntnis: Thomas
Das Symbol „Sackgasse“ fordert uns heraus. Wer stark, gesund und optimistisch ist, findet leicht Alternativen oder sucht min-destens nach Auswegen. Für alle, die glauben, sie haben ihr Leben im Griff, ist die Sackgasse schwer erträglich. Am liebsten gehen sie mit dem Kopf durch die Wand. Andere resignieren und fallen in Depression. Sie fühlen sich eingeengt, unverstan-den, ausgeliefert – in einer Sackgasse.

Zuspruch: Thomas
»Da kommt noch was!« Das Motiv des diesjährigen Buß- und Bettages kann für uns alle, Jugendliche und Erwachsene, An-stoß und Ermutigung sein: »Da kommt noch was«, das kann man auch so verstehen: »Da geht noch was!«. Ich muss mich nicht dem Sackgassen-Gefühl überlassen, sondern wir können jetzt gemeinsam etwas tun! Hinter dem Horizont geht’s weiter! Da kommt noch was! Denn »Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz werden mehr sein

Tagesgebet: Thomas
Du Gott komm zu uns, wir sehnen uns nach dir.
Du bist es doch, der auf uns zukommt:
Auf dem Weg, von dem ich nicht weiß, wie weit er noch geht;
Aber auch in jedem Sonnenstrahl, der mich wärmt und mich freuen lässt.
Gott, was kommt noch auf uns zu?
Ob es Wirklichkeit wird, was unsere dunkelsten Ahnungen fürchten?
Ob sich noch ändert, was ist und Frieden wird, wo wir nur Waf-fen sehen?

Du Gott kommst und mit Dir ein neuer Himmel und eine neue Erde.
Neue Menschen machst du aus uns.
Neue Wege werden wir gehen, wenn du kommst.
Hilf uns und komm!
Wir bitten dich im Namen Jesu Christi.
Amen.

Lesung: Inge
Wir hören die Zehn Gebote in der Fassung, die Martin Luther im Kleinen Katechismus verwendet:

Ich bin der Herr, dein Gott.
Du sollst nicht andere Götter haben neben mir.

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnütz gebrauchen;
denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Na-men missbraucht.

Du sollst den Feiertag heiligen.

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren,
auf dass dir's wohlgehe und du lange lebest auf Erden.

Du sollst nicht töten.

Du sollst nicht ehebrechen.

Du sollst nicht stehlen.

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh
noch alles, was sein ist.

(Aus Martin Luthers Kleinem Katechismus)


Jesus Christus spricht:
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben
von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Ge-müt.
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.
(Mt. 22,37 40)

So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.
AMEN.

Glaubensbekenntnis: (stehend) Thomas
Ich glaube, dass Jesus war, was wir sein sollten:
Diener und Bruder aller, die ihn brauchten.
Weil er liebte, musste er leiden.
Weil er so weit ging, musste er sterben.
Aber er starb nicht umsonst
und unterlag in Wahrheit nicht.
Er wird das letzte Wort behalten,
und alle, die Toten, die Lebenden
und die Kommenden,
müssen sich messen lassen an ihm.
Ich glaube, dass mit Jesus
ein neuer Geist in die Welt kam,
der die verfeindeten Menschen
eine gemeinsame Sprache lehrt
und sich als Brüder erkennen lässt;
der uns ermutigt,
den Aufstand der Liebe gegen den Hass fortzusetzen;
der unser Urteil schärft,
die Verzweiflung überwindet
und ein verfehltes Leben lohnend macht.
Ich glaube, dass ich
durch Jesus bin, was ich bin.
Durch ihn erfahre, was Gott vermag.
So wie ich verdanken sich ihm alle Menschen,
auch wenn sie es nicht wissen.
So wie mich rief er die ganze Welt ins Dasein.
Ihm gehört sie,
ihm sind wir verantwortlich in allem, was wir tun.
Amen.

Lied EG 584 Meine engen Grenzen

PREDIGT:
- Kanzelgruß: Thomas
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Liebe Gemeinde,
Der Buß- und Bettag lädt dazu ein, sich zu orientieren: Welchen Weg bin ich bisher gegangen? Was „läuft“ in der Gesellschaft? In der Welt? Wo wollen wir eigentlich hin? Hat die Art, wie wir leben, eine Zukunft? Führt mein Weg/unser Weg vielleicht ge-rade in eine Sackgasse? Wir werden uns in diesem Gottes-dienst mit diesen Fragen beschäftigen. Dabei sollen auch Aus-sagen aus der Bibel zur Sprache kommen.

I. Sackgasse – für wen?!

Inge
Das Verkehrsschild „Sackgasse“ bedeutet: „Hier geht es bald nicht mehr weiter.“
Im weißen Schild darunter wird genauer gesagt, für wen (hier für Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 4 Tonnen) es bald nicht mehr weiter geht.
Das Leben wird manchmal auch als »Weg« oder »Straße« be-zeichnet. Manche Art zu leben führt im übertragenen Sinn in ei-ne Sackgasse: »So geht es nicht mehr lange weiter!«
Es gibt so viele Beispiele dafür, wo Leben in einer Sackgasse endet.

Thomas
 In der Situation von Flüchtlingen. Unzählige Menschen flüchten vor Armut und Krieg nach Europa – auch viele Kinder. Sie haben meistens schreckliche Dinge erlebt und tragen tiefe Wunden in ihrer Seele davon. Sie stehen mit dem Rücken zu ihrer Heimat, die ihnen vertraut ist, die ih-nen eine Heimat war. Dorthin können sie nicht mehr zu-rück, denn dort wartet nichts anderes auf sie als Krieg, Leid, Terror, Folter und der Tod.
 In einer Sackgasse stecken auch alles fest, die eine un-heilbare Krankheit haben. Wenn es nichts gibt, kein Medi-kament, keine Therapie, die wenigstens verhindern könn-ten, dass es schlimmer wird, dann ist man hilflos, ganz der Krankheit ausgeliefert und kann selbst nichts dagegen tun.
 Jugendliche verfallen manchmal der Sucht, rund um die Uhr Twitter- oder Whatsapp-Nachrichten über ihr Handy zu verschicken oder zu empfangen. In Facebook immer erreichbar und präsent zu sein. Oder sie sind abhängig von einem Computerspiel. Ihr Problem ist, dass sie sich nicht auf etwas anderes konzentrieren können, dass sie nicht mehr in der Lage sind, am Leben ihrer Umgebung wirklich teilzunehmen. Sie geben ihre Privatsphäre auf und geben anderen Personen Dinge von sich preis, die diese dazu nutzen, um sie fertig zu machen.
Ein sehr privates Bild, das an den Falschen verschickt wird, kann so Anlass dafür sein, dass man gemobbt wird. Jugendliche haben sich deswegen auch schon das Leben genommen.

Inge
 In einer Sackgasse können auch Menschen stecken, die arbeitslos geworden sind. Die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz ist für viele ein Weg, der mit Misserfolg und Frustration gepflastert ist. Zu alt, die falsche Qualifikation, zu teuer als Arbeitnehmer, zu wenig flexibel, so lauten oft die Gründe, warum Arbeitssuchende abgelehnt werden. Oder ihnen wird ein Gehalt angeboten, das nicht reicht – nicht zum Leben und nicht zum Sterben.

II. »Lebenssackgassen«

Thomas
Es gibt Sackgassen, in die gerät man unverschuldet. Eine Fa-milie begibt sich zum Beispiel auf die Flucht, weil ein Feind ihr Land bedroht, oder ihre Stadt angreift. Menschen fliehen vor Armut und Hunger, weil die Politiker in ihrem Land korrupt oder unfähig sind und das Land immer tiefer in den Zerfall treiben. Oder der Weltmarkt gibt den Produzenten aus armen Ländern keine Chance, ihre Produkte zu vernünftigen Preisen zu ver-kaufen.

Inge
Es gibt aber auch Sackgassen, in die gerät man durch das ei-gene Verhalten. Und das Ende der Straße ist auch nicht mit ei-nem Mal erst da. Es gibt einen Weg hin zum Ende, wo nichts mehr geht. Und auf diesem Weg gab es genug Möglichkeiten, noch abzubiegen und neu anzufangen. Sich helfen zu lassen.

Als Beispiel wollen wir ein leider allzu bekanntes Muster vorstel-len, wie es zu der Sackgasse Mobbing in der Schule kommt:
Ein Jugendlicher möchte von anderen akzeptiert werden. Er probiert es erst mit Äußerlichkeiten. Vielleicht kauft er sich Kla-motten von der Marke, die gerade besonders in dieser Gruppe angesagt ist.

Thomas
Vielleicht lässt ihn die Gruppe aber abblitzen und er überlegt sich, wie er sie beeindrucken kann. Oder die Gruppenmitglieder tun so, als ob der Jugendliche dazugehört und animieren ihn zu einer Mutprobe. In beiden Fällen tut er alles, um doch noch da-zu zu gehören, weil er nicht genug Selbstbewusstsein hat, de-nen den Rücken zu kehren und sich nach echten Freunden umzugucken. Stellen wir uns jetzt einmal vor, die Mutprobe be-steht darin, sich selbst mit der Handy-Kamera nackt zu fotogra-fieren.

Er hätte vorher abbiegen können und mit Familienangehörigen oder echten Freunden reden können. Jeder hat doch jeman-den, mit dem er reden kann – wenigstens einen Menschen!

Inge
Der Jugendliche sendet das Bild an einen aus der Gruppe und denken nicht über die Folgen nach. Klar, er will ja dazu gehö-ren. Alles andere verliert für ihn an Bedeutung. Doch jetzt geht der Spuk erst richtig los: einen Tag später hat jeder aus seinem Jahrgang das Nacktfoto auf dem Handy. Das Mobbing nimmt seinen Lauf. Er wird gemobbt. Man lacht hinter seinem Rücken über ihn, macht vielleicht Anspielungen in seiner Gegenwart. Er wird geschnitten, geschlagen, ausgelacht. Der Junge wird im-mer verzweifelter und zieht sich immer weiter zurück. In die Schule möchte er nicht mehr gehen. Seine Eltern wissen nichts von dem Handybild, können sich keinen Reim auf sein Verhal-ten machen.

Thomas
Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, mit ihnen zu reden, ihnen zu sagen, was passiert ist und durch welche Hölle er gerade geht. Aber er lässt es, er schweigt, weil er sich schämt. Dabei könn-ten seine Eltern die Polizei einschalten, mit dem Vertrauensleh-rer und der Schulleitung reden. Die mobbenden Mitschüler könnten im Gespräch mit Lehrern und Polizisten erfahren, wie sehr sie das Leben eines anderen zerstören. Doch das alles unterbleibt, weil der Junge schweigt und stumm leidet. Diese Möglichkeit abzubiegen hat er nicht wahrgenommen, aus Scham, aus Angst.

Was bleibt jetzt noch? Der rote Querbalken, der das Ende der Straße darstellt. Der Junge sieht keinen Weg aus dieser Sack-gasse. Er bricht zusammen, er unternimmt einen Selbstmord-versuch.

III. Da kommt noch was

Inge
Manchmal sieht es nur so aus, als ob nichts mehr gehen würde. Manchmal geht es weiter, wenn man „umsteigt“ – ein langsa-meres Tempo wählt … Eigentlich muss sich – nach unserem christlichen Glauben – überhaupt niemand in einer Sackgasse fühlen.

Thomas
Hinter der Sackgasse geht es weiter. Es ist kein Weg, wie er in einer Straßenkarte eingezeichnet wäre. Aber es gibt ihn. Ich sehe ihn vielleicht nicht mit meinen Augen. Aber ich glaube ihn mit meinem Herzen … »Da kommt noch was.« Ich weiß nicht, was da noch kommt. Aber es klingt verheißungsvoll. Wie die Ankündigung der Nachspeise nach der Hauptspeise. Wie ein Bonusgeschenk bei einem Einkauf. Wie etwas, das ich nicht gesucht, sondern gefunden habe … »Da kommt noch was.« Auf der anderen Seite der Sackgasse. Im letzten Buch der Bibel wird diese Hoffnung so ausgedrückt:

Inge
Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.
2Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.
3Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein;
4und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergan-gen.
5Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!
[Offb 21, 1- 5]

Thomas
Der Weg jenseits der Sackgasse hängt mit dem Kreuz und mit Jesus Christus zusammen: Das Leben Jesu war am Kreuz an-scheinend zu Ende. Eine Sackgasse. Aber der christliche Glau-be sagt: Das stimmt gar nicht! Die Auferweckung Jesu zeigt, dass das Leben weitergeht. Dass keine Lage hoffnungslos ist. Es gibt Grund zu hoffen und Grund, die richtigen Schritte zu tun. „Da kommt noch was.“ Ich weiß nicht, wie wir wirklich aus unseren verschiedenen Sackgasse kommen. Aber ich habe ei-ne Ahnung, dass es immer noch eine Möglichkeit gibt. Für die ganze Schöpfung. Für uns als Menschheit. Für jede und jeden Einzelnen von uns …

Inge
Und weil ich das glaube, hab keine Angst davor, genau hinzu-schauen: auf die Zustände in der Welt; auf mich selbst. „Beich-te“ nennen wir das, wenn wir unser Leben genau betrachten – und wissen, dass wir uns nicht in einer Sackgasse befinden. Es gibt Möglichkeiten umzukehren oder umzusteigen. Es gibt für jede und jeden von uns einen Weg aus der Sackgasse …

Thomas
Gott will uns aus der Sackgasse holen. Wir müssen uns dafür umkehren, uns umdrehen, in eine andere Richtung blicken, weg von uns selbst, den Blick frei bekommen für eine neue Perspek-tive, für Gottes Reich. Da kommt noch was – da bin ich sicher!
AMEN

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eu-re Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

Lied EG 395 Vertraut den neunen Wegen

ABENDMAHL

Sündenbekenntnis : (stehend) Thomas
Als Jesus gefragt wurde,
was denn das wichtigste Gebot ist, antwortete er:
Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben:
von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit all deiner Kraft. Und deinen Nächsten wie dich selbst.
Denn Gott ist Liebe,
und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott. Und Gott in ihm.
An Gott und unseren Mitmenschen aber werden wir schuldig.
Täglich versündigen wir uns an ihnen. Wenn ihr das auch so seht und um Vergebung der Sünden bittet, so sprecht:
Gott vergib mir meine Sünde und Schuld.

G: Gott vergib mir meine Sünde und Schuld.

Absolution: Thomas
Gottes unerschöpfliche Barmherzigkeit heilt eure Herzen. Im Auftrag unseres Herrn, Jesus Christus und als ordentlich Beru-fener Diener der Kirche Jesu Christi verkünde ich euch die Ver-gebung aller eurer Schuld- im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Der Friede des Herrn sei mit euch al-len.
Euch geschehe, wie ihr glaubt.

Danksagung (Präfation): (sitzend)
Inge
Wir essen das Brot des Lebens.
Wir trinken vom Kelch des Heils.

Thomas
Das Stückchen Brot sagt mir:
Gott überlässt uns nicht dem Tod, Gott will, dass wir leben.
Der Schluck aus dem Becher sagt mir:
Gott lässt uns nicht allein,
wir bleiben Reben am Weinstock.

Inge
Wir essen das Brot des Lebens.
Wir trinken vom Kelch des Heils.

Thomas
Das Stückchen Brot sagt mir:
Gott gibt uns ein Zeichen, an das wir uns halten können, wenn wir unsicher sind.
Der Schluck aus dem Becher sagt mir:
Wir können Gottes Nähe sehen und schmecken.

Inge
Wir essen das Brot des Lebens.
Wir trinken vom Kelch des Heils.

Thomas
Das Stückchen Brot sagt mir:
Gott macht wichtig und wertvoll,
was Menschen für gering und erledigt halten.
Der Schluck aus dem Becher sagt mir:
Seid fröhlich und freut euch an diesem Tag, denn Gottes Liebe soll euch durchströmen und es hell um euch machen.

Inge
Wir essen das Brot des Lebens.
Wir trinken vom Kelch des Heils.

Thomas
So lasst uns Gott loben und singen:

Lied EG 185, 3 Heilig, heilig, heilig

Einsetzungsworte: Thomas
Unser Herr Jesus Christus / in der Nacht, da er verraten ward / nahm er das Brot / dankte und brach's / und gab's seinen Jün-gern / und sprach: Nehmet hin und esset / das ist mein Leib (+) / der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächt-nis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl / dankte / gab ihnen den / und sprach: Nehmet hin und trinket al-le daraus / dieser Kelch ist das neue Testament (+) in meinem Blut / das für euch vergossen wird / zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis.

Vater unser: (stehend) Thomas
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

Lied EG 190.2 "Christe, du Lamm Gottes" (stehend)

Friedensgruß: Thomas
Der Friede des Herrn sei mit euch allen. Keiner sei gegen den anderen, keiner in sich verschlossen. Vergebt, wie euch verge-ben ist, nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zum Lobe Gottes.

(Einladung zum Händereichen)

Austeilung: Thomas und Inge

Lobpreis: Inge
Dankbar will ich sein
und mich von Herzen freuen,
dankbar sein und nicht vergessen,
wie viel Gutes ich erfahren habe:
Meine Schuld wird mir vergeben;
meine Verletzungen werden geheilt;
wenn ich keinen Ausweg mehr sehe,
wird mir das Leben wieder geschenkt.
Den verlorenen Mut gewinne ich zurück
und bin froh, neu beginnen zu können.
(nach Psalm 103,1-5)

Fürbittengebet (Franz von Assisi): Thomas
O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich Liebe übe, wo man sich hasst,
dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt,
dass ich verbinde, da, wo Streit ist,
dass ich die Wahrheit sage, wo der Irrtum herrscht,
dass ich den Glauben bringe, wo der Zweifel drückt,
dass ich die Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält,
dass ich ein Licht anzünde, wo die Finsternis regiert,
dass ich Freude mache, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass du mich trachten:
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer da hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, erwacht zum ewigen Leben.
Amen.

Lied EG 170 Komm Herr segne uns

Bekanntmachungen: Inge

Kollekte: Eigene Gemeinde

Nächster Gottesdienst

Sonntag, 26. November 2017 mit Pfrin. Ehlers

9.15 Uhr Gottesdienst zum Ewigkeitssonntag in Lettgenbrunn
10.30 Uhr Gottesdienst zum Ewigkeitssonntag in Lohrhaupten

* Votum: Thomas
Gott,
sei über uns und segne uns,
sei unter uns und trage uns,
sei neben uns und stärke uns,
sei vor uns und führe uns.
Sei du die Freude, die uns belebt,
die Ruhe, die uns erfüllt,
das Vertrauen, das uns stärkt,
die Liebe, die uns begeistert,
der Mut, der uns beflügelt.

Du bist da,
wenn ich mich von allen verlassen fühle;
wenn ich meine,
vor Angst sterben zu müssen;
wenn mich alle verachten;
wenn ich vor Schmerzen weine;
wenn es dunkel wird um mich;
wenn ich arm bin und sich alle abwenden von mir;
wenn ich zu schwach bin,
um zum Gebet meine Hände zu falten;
Du bist da,
und faltest meine Hände zum Gebet.
Gott, halte deine Hand über uns
und behüte uns.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein An-gesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.

Lied EG 487 Abend ward bald kommt die Nacht
  Thema: Gottesdienste am 20. Sonntag nach Trinitatis, 29.10.2017
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 29.10.2017 12:12   Titel: Gottesdienste am 20. Sonntag nach Trinitatis, 29.10.2017
Gottesdienste am 20. Sonntag nach Trinitatis
09.15 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
29.10.2017
Text: 1. Kor. 7, 29-31

* Lied vom Liedzettel: Komm heiliger Geist mit deiner Kraft

* Begrüßung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde,
ich begrüße Sie und Euch alle ganz herzlich zum Gottesdienst heute am 20. Sonntag nach Trinitatis. Thema dieses Gottesdienstes: Von Gott kommt alles her.
Ich wünsche uns allen einen mutmachenden Gottesdienst

*Lied EG 447, 1-3 Lobet den Herren

*Eingangspsalm:
Psalm 119 (EG 748 im Wechsel)
Kommt lasst uns anbeten:

*Aufforderung zum Bittruf:
Wir suchen nach Klarheit, um nicht den rechten Weg für unser Leben zu verlieren. Dein Wort, Gott, ist klar. Aber wir vertrauen dir oft nicht. Stattdessen gehen wir eigene Wege. Oftmals in die Irre.
Wir bitten um dein Erbarmen und rufen:

*Aufforderung zum Lobpreis:
Deinen Sohn hast du, Gott, in diese Welt gesandt,
damit wir verstehen, wie deine Wege mit uns aussehen sollen.
Liebe soll Hass verdrängen, Geduld die Ungeduld
und Licht die Dunkelheit.
Dafür loben wir dich.
Wir finden unseren Weg.
Dir sei Ruhm und Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Lasst uns Gott lobsingen:

*Kollektengebet:
Guter Gott, wenn wir heute hier Gottesdienst feiern,
hören wir auf dein Wort.
Lass es uns hören als Ermutigung, das zu ändern,
was zu ändern ist,
und das zu belassen, was schon Bestand hat vor dir.
Dann wird alles gut.
Gestärkt gehen wir mit dir in die neue Woche.
G: AMEN

* Schriftlesung: Markus 10, 2-9
2 Und Pharisäer traten zu ihm und fragten ihn, ob ein Mann sich scheiden dürfe von seiner Frau; und sie versuchten ihn damit.
3 Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten?
4 Sie sprachen: Mose hat zugelassen, einen Scheidebrief zu schreiben und sich zu scheiden.
5 Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Herzens Härte willen hat er euch dieses Gebot geschrieben;
6 aber von Beginn der Schöpfung an hat Gott sie geschaffen als Mann und Frau.
7 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird an seiner Frau hängen,
8 und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.
9 Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.

(Wahrhaft, würdig und Recht, billig und heilsam ist es, das Wort des gekreuzigten zu hören und zu bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

* Lied EG 630 Wo ein Mensch vertrauen gibt

* PREDIGT:

- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Predigttext 1.Korinther 7,29-31

29 Das sage ich aber, liebe Brüder: Die Zeit ist kurz. Fortan sollen auch die, die Frauen haben, sein, als hätten sie keine; und die weinen, als weinten sie nicht;
30 und die sich freuen, als freuten sie sich nicht; und die kaufen, als behielten sie es nicht;
31 und die diese Welt gebrauchen, als brauchten sie sie nicht. Denn das Wesen dieser Welt vergeht.


Liebe Gemeinde,

ein erstaunlicher Text, oder? Eigentlich möchte man kopfschüttelnd die Bibel Beiseitelegen und sich dem Sportteil der Zeitung zuwenden, wenn nicht beim zweiten Nachdenken der Reiz des Textes sich auftäte. Irgendwie verrückt dieser Text. Es heißt nicht, wie wir es in jeder „Apothekenrundschau“ lesen können: „Lebe Dein Leben!“, „Mach Dein Ding!“. Der Reiz des Textes liegt in den Zumutungen, die uns verwirren.
Lebe so, als hättest du es nicht!
Leben, ja, aber nicht so verbissen!
Gebrauch der Welt, ja, aber aus einer den Überblick verschaffenden Distanz.
Kaufen, ja, aber nicht sich verkaufen.
Eine Frau haben, ja, aber sie nicht besitzen.
Wer soll das verstehen?
Folgen wir dem Denken des Paulus.
Er ist der Grundüberzeugung, dass wir nicht für uns selbst leben, nicht unser eigener Mittelpunkt sind und auch nicht der Mittelpunkt anderer, sondern dass unser Leben im Mittelpunkt der Liebe Gottes steht. Im Umkehrschluss heißt das:
Des Christen Herz gehört allein Gott; und das hat Konsequenzen. Der Glaube justiert alles menschliche Dichten und Trachten neu. Davon spricht Paulus in unglaublichen Sätzen der Freiheit. Sätze aber nicht aus Geringschätzung und Abwertung gegenüber den gegenwärtigen Mühen der Menschen.
Weil Gott diese Welt liebt, darum sollen wir als seine Werkzeuge seine Liebe in dieser Welt auch leben, genau dort, wo Gott uns hinstellt. Vom Lohn der Mühen lesen wir im letzten Buch der Bibel. In der Offenbarung, Kapitel 21, heißt es: „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“
Paulus befreit seine Leser und Hörer von der klein machenden Angst um die tägliche Daseinsvorsorge, von der Selbstverliebtheit und Selbstzentriertheit, von Angst und Gewalt; ja, sogar den Tod überwindet der, der auf Gott vertraut.
Paulus‘ Botschaft ist die einer großartigen Befreiung des Menschen von sich selbst und seinen alltäglichen Nöten zu rückhaltloser Liebe allen, sogar den Feinden gegenüber. Hört auf, um euch selbst zu kreisen. Hört auf mit der Kleinlichkeit eurer Liebe, die mehr Fessel eurer selbst und anderer ist.
Dann nennt er ein Beispiel: Eine Frau haben, als hätte man keine! Wie bitte? Wie soll das gehen? Werden nicht beide eins, sollen sie nicht ein Leben lang zusammenbleiben, bis der Tod sie scheidet? Und dann dieser ärgerliche Satz! Was meint Paulus wohl?

Paulus macht Ernst mit der eigenen Freiheit und der Freiheit des anderen, der - wie ich selbst - nicht irgendjemandes Besitz ist. Ja, Ehe ist nicht Eigentumsanspruch an den jeweils anderen. Ehe ist andauerndes Ausrichten auf die Bedürfnisse des anderen. Liebe braucht Raum, um mit der richtigen Distanz den anderen ganz zu sehen. Ein Liebesklumpen kann keine Bewegung zulassen. Und eine Beziehung braucht Bewegung, sonst erstickt sie. Dauerndes Werben braucht die Liebe. Sie braucht Spannung und Entspannung. Sie braucht das Ja-Wort als Grundsatz, aber sie braucht auch den streitbaren Dialog um den rechten Weg heute und morgen.
Das ist das Geheimnis einer dauerhaften, lebendigen Beziehung, in der nicht einer von beiden untergeht und nach Jahrzehnten bis zur Unkenntlichkeit verheiratet ist. Nur so gelingen wahre Beziehungen zwischen aufrecht bleibenden Menschen. So meint es dieser Satz wohl. Wie finden Sie das, liebe Gemeinde? Noch nicht überzeugend? Nun, dann hören Sie auf folgendes Zitat:
„Lasst Raum zwischen euch. Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel.
Lasst sie ein wogendes Meer zwischen den Ufern eurer Seelen sein. Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich, aber lasst jeden von euch auch allein sein.
So wie die Saiten der Laute allein sind und doch von derselben Musik erzittern.
Gebt eure Herzen, aber nicht in des anderen Obhut. Denn nur Gottes Hand kann eure Herzen umfassen.
Und steht zusammen, aber nicht zu nah; denn die Säulen des Tempels stehen für sich, und die Eiche und die Zypresse wachsen nicht im Schatten des anderen.“
Das finde ich überzeugend! Paulus argumentiert nicht von sich aus. Er schaut auf die Beziehungen von Menschen einzig von Gott her. Er ist das Maß. Gott überwindet menschliches Erkennen und nennt es Stückwerk. Er allein umfasst unser Herz ganz und erfasst deshalb menschliches Streben allein ganz. Wer miteinander recht und glücklich leben will, denke alles von Gott her. Deshalb kann Paulus sagen: Habt einander als Menschen, die Gott gehören. Geht mit euch selbst um als Personen, die Gott gehören. Die Würde des Menschen hat genau darin ihren Grund. Von dort her bekommt alles die Achtung voreinander. Wer die Würde eines Gottesgeschöpfes verletzt, bekommt es mit Gott selbst zu tun. Das war und ist Glaubensgut über Generationen hinweg. Die Achtung vor Gottes Wort und die Hoffnung in die Macht des Heiligen bringt uns doch auch heute hier im Gottesdienst wieder zusammen.

„Gott liebt diese Welt, er rief sie ins Leben.
Gott ist‘s, der erhält, was er selbst gegeben.
Gott gehört die Welt.“

So singen wir gleich. Der Liederdichter Walter Schulz versteht Gottes Liebe so, dass sie uns stärkt und herausfordert, uns für diese vorfindliche Welt einzusetzen, ihr nicht zu entfliehen in den stillen Winkel der Gleichgültigkeit.
Paulus schreibt nicht, um die Menschen zu irritieren. Paulus geht es um die Vollendung der Sache Jesu. Entschiedene Menschen braucht das Land. Deshalb fordert Paulus heraus. Ein Christ lebt in der Welt, aber er geht nicht in der Welt auf. Der Christ bezieht Stellung im privaten wie im gesellschaftlichen Leben. Denn Gleichgültigkeit ist die Sache des Paulus sicher nicht. Haben, als hätte man nicht -, das kann nur der, der von sich selbst absieht, der auf den anderen in neuer Weise aufmerksam wird und dessen Würde entdeckt. Dem anderen Menschen und sich selbst in Würde begegnen, ist Aufgabe der jungen Gemeinde in Korinth damals und der Gemeinden heute.
Unsere Gemeinden können die alten Paulusworte gut gebrauchen. Dass die Glieder der Gemeinde sich von Gott her verstehen, ist der Grund, auf dem sich alles andere aufbaut. Aber was strahlt davon auf den Einzelnen und die Gesellschaft über? Warum muss Paulus ein ums andere Mal dies in Briefen betonen?
Gemeinden sind vergesslich. Verlassen den Gottesweg. Straucheln. Fallen. Geben auf. Zu schwer ist die Umsetzung der göttlichen Wahrheit. Zu klein ist das Gottvertrauen. Deshalb immer wieder der Appell: Glaubt und handelt! Immer wieder mag Paulus Geschichten des gelingenden Gottvertrauens aufschreiben. Gottvertrauen, das Mut macht, scheinbar unmögliche Dinge zu tun, etwa sich zu lösen vom Gelingen-Müssen aus eigener Kraft.

Wir werden die Erde nur im Vertrauen auf Gott bewahren können. Göttliche Weisheit wird uns beistehen, wenn unser kleines Herz mutlos wird. Göttliche Kraft wird uns stärken, wenn wir vor dem Berg der weltweiten Armut stehen und nicht weiterwissen. Gott wird uns so lange um oder auf den Berg tragen, bis uns die Idee kommt, wie wir den Berg abtragen können. Gott verbindet die Bruchstücke unserer Taten der Nächstenliebe zu einem wunderbaren Ganzen, in dem das Versprechen einer gerechten Gesellschaft erfüllt ist. Hier findet jeder sein Glück im Glück des anderen. Aufrecht begegnen sich die Geschöpfe. In Achtung voreinander als Geschöpfe Gottes leben Menschen, lieben einander, lachen und weinen.
Paulus ist überzeugt, dass in Kürze der Herr Jesus wiederkommt, um Gottes Reich zu vollenden. So sind seine scheinbar unzumutbaren Forderungen zu verstehen. Für kurze Zeit wünscht er sich gewaltige Anstrengungen in den Gemeinden. Verweigert euch den Sitten und Gesetzen der Zeit, haltet dagegen mit eurem Vertrauen in Gott alleine. Und er wird euch nicht alleine lassen. Denkt alles, was ihr tut, von Gott her, auch und gerade in der Wartezeit, bis er wiederkommt und sein Versprechen erfüllt, dass alle Menschen wie Brüder und Schwestern angstfrei und in Würde beieinander leben – in der Familie, an der Arbeit, in Staaten und Religionen.
Vertraut auf Gott. Ihm gehört diese Welt. Ihm gebühren Ehre und Ruhm. Worauf noch warten? Gott ist doch mit uns, „am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag“. Ob vor oder nach der Sportseite der Zeitung. Amen.

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 409 Gott liebt diese Welt

* Fürbittengebet:
Lasst uns beten:
Herr, unser Gott, du siehst und hörst uns.
Du kennst uns, einen jeden.
Du liebst uns, eine jede.
Du hilfst uns immer und immer wieder.
Du bist der, der uns fordert und uns Zumutung ist.
Doch immer begegnest du uns als unser Heiland.
Dafür danken wir dir.
Erwartungsvoll sind wir, wenn das Wesen der Welt vergeht und wir schauen dürfen, wozu du uns frei machen willst,
dann, wenn der Glaube diese Welt verzaubert.
Mach uns frei dazu.
Gib uns den rechten, aufrichtigen, tätigen Glauben
an dich, an deine Wahrheit.
Gib ihn allen Menschen.
Da ist keiner, der es nicht nötig hätte,
mit glaubenden Augen zu sehen.
Zu wunderbar wird die Zukunft sein,
auf die wir ungeduldig warten.
Milch und Honig werden fließen und das Leid hat ein Ende.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten unseres Herrn,

* Vater unser:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

* Lied EG 562 Segne und behüte uns

* Bekanntmachungen:
Nächste Gottesdienste

Dienstag, 31. Oktober 2017

16.00 Uhr Reformationsgottesdienst in der SKG Halle in Flörsbach im Anschluss gibt es Reformationswürstchen und Getränke der Erlös ist für die Renovierung der St. Johanneskirche Flörsbach bestimmt

Sonntag, 04. November 2017 mit Lektorin Kempf

9.15 Uhr Lettgenbrunn
10.30 Uhr Lohrhaupten


Abkündigungen

Mittwoch, 01. November 2017
19.00 Uhr Frauenkreis im Gemeindehaus in Lohrhaupten

Samstag, 04. November 2017

16.00 Uhr Kindergottesdienst in Lohrhaupten im Gemeindehaus

* Votum:
Der GOTT der Liebe,
der uns seine Gnade zugewandt hat,
festige in uns die Liebe
zu unseren Schwestern und Brüdern, zu Freundinnen und Freunden.
Herr,
segne meine Hände,
dass sie behutsam seien,
dass sie halten können,
ohne zur Fessel zu werden,
dass sie geben können
ohne Berechnung,
dass ihnen innewohne die Kraft,
zu segnen
und zu trösten.
Herr,
segne meine Augen,
dass sie Bedürftigkeit wahrnehmen,
dass sie das Unscheinbare nicht übersehen,
dass sie hindurchschauen durch das Vordergründige,
dass andere sich wohlfühlen können
unter meinem Blick.
Herr,
segne meine Ohren,
dass sie deine Stimme zu erhorchen vermögen,
dass sie hellhörig seien
für die Stimme der Not,
dass sie verschlossen seien
für den Lärm und das Geschwätz,
dass sie das Unbequeme nicht überhören.
Herr,
segne meinen Mund,
dass er dich bezeuge,
dass nichts von ihm ausgehe,
was verletzt und zerstört,
dass er heilende Worte spreche,
dass er Anvertrautes bewahre.
Herr,
segne mein Herz,
dass es Wohnstatt sei Deinem Geist,
dass es Wärme schenken und bergen kann,
dass es reich sei an Verzeihung,
dass es Leiden und Freude teilen kann.
Lass mich DIR verfügbar sein,
mein Gott,
mit allem, was ich habe und bin.

* Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. AMEN.
  Thema: Dankgottesdienst zum 80. Geburtstag am 07.10.2017
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 07.10.2017 10:51   Titel: Dankgottesdienst zum 80. Geburtstag am 07.10.2017
Dankgottesdienst
zum 80. Geburtstag von Wilfried Simon
10.30 Uhr In der Ev. Kirche Wächtersbach
07.10.2017
Text: Psalm 37, 5

*Orgelmusik und Einzug (Prädikant, Wilfried und Inge)

*Lied EG 329 Bis hierher hat mich Gott gebracht

* Begrüßung: Thomas
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat. AMEN

Lieber Wilfried, liebe Gemeinde,
dass heute ist dein Tag lieber Wilfried. Heute an deinem 80. Geburtstag war es dir wichtig in einem Dankgottesdienst „Gott danke“ zu sagen für dein Leben. Es war dir auch wichtig, dass ich dir diesen Gottesdienst gestalte, was mir eine große Ehre ist und für mich auch selbstverständlich. Seit vielen Jahren bin ich ein guter Freund der Familie Simon und Brill und habe schon viele Familienanlässe mit euch gefeiert. Schön das wir heute hier in meiner neuen Gemeinde, der wunderschönen Wächtersbacher Kirche deinen 80. Geburtstag feiern dürfen.
Ich wünsche uns allen einen mutmachenden Dankgottesdienst.

*Lied EG 331, 1-3 Großer Gott wir loben dich

*Eingangspsalm: Inge
Auszüge aus Psalm 37
Befiehl dem HERRN deine Wege
und hoffe auf ihn, er wird's Wohlmachen
und wird deine Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht
und dein Recht wie den Mittag.
Sei stille dem HERRN und warte auf ihn.
Entrüste dich nicht, damit du nicht unrecht tust.
Bleibe fromm und halte dich recht,
denn einem solchen wird es zuletzt gut gehen.
Der Herr hilft den Gerechten,
er ist ihre stärke in der Not

Kommt lasst uns anbeten

*Bittruf: Thomas
Nicht alles ist mir gelungen in meinem Leben und vieles würde ich anders machen. Manche Wege waren die falschen und manche Menschen habe ich verletzt. Darum bitten wir Gott um Erbarmen und Rufen.

G: Herre Gott erbarme dich

*Lobpreis: Thomas
Dankbar bin ich heute das ich diesen Tag mit meinen lieben feiern darf. Du Gott warst immer mit auf meinem Weg und hast deine Hand nicht von mir genommen. Darum loben wir dich und singen:

G: Ehre sei Gott in der Höhe

*Gebet: Thomas
Lasst uns beten:
Gott, du hast Wilfried bis hierher auf all seinen Wegen begleitet.
In allem guten und in allem bösen warst du bei ihm, wir bitten dich heute Morgen um deinen Segen für Wilfried, der dankbar auch 80 Jahre zurück blickt..
Bleibe du an seiner Seite, stärke und stütze ihn,
nimm deine Hand nicht von ihm.
Segne auch seine Frau, die Kinder, die Enkel, die Schwiegersöhne, alle die in seiner Familie ein und ausgehen und alle die einen Platz in Wilfrieds Herzen haben.
Das bitten wir dich durch deinen lieben Sohn Jesus Christus.

G: AMEN

*Lesungen aus dem Alten Testament: Inge
An vielen Stellen des Alten und neuen Testamentes wird über das Alter gesprochen.

Bei Hiob im 32. Kapitel heißt es:

„Ich dachte: Lass das Alter reden, und die Menge der Jahre lass Weisheit beweisen. Aber der Geist ist es in den Menschen und der Odem des Allmächtigen, der sie verständig macht“.

In den Sprüchen 16 heißt es:
„Graue Haare sind eine Krone der Ehre; auf dem Weg der Gerechtigkeit wird sie gefunden“.

Im 1. Timotheusbrief heißt es:

„Einen Älteren fahre nicht an, sondern ermahne ihn wie einen Vater, die jüngeren Männer wie Brüder, die älteren Frauen wie Mütter, die jüngeren wie Schwestern, mit allem Anstand“.

Im 3. Buch Mose heißt es:

„Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren“.

Selig sind die Gottes Wort hören und bewahren Halleluja


* Glaubensbekenntnis: Thomas
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

*Lied EG 317, 1-3 Lobe den Herren

* Predigt zu Psalm 37 Vers 5 Thomas

Lieber Wilfried,

Über deinen Geburtstag stelle ich einen Vers der in einem deiner alten Gesangbücher hineingeschrieben wurde und der dir, Wilfried sehr viel bedeutet, das hat mir Marianne bei unserem Gespräch erzählt. Und dieser Spruch war auch dein Konfirmationsspruch.
Im Eingangspsalm haben wir ihn vorhin gesprochen. Es ist der 5. Vers aus Psalm 37, da heißt es:

„Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohl machen“

Ein wunderschöner Psalmvers ist das. Und dieser Vers sagt so viel über dich lieber Wilfried und deinen tiefen Glauben aus. In deinem Leben war es dir immer wichtig das der „Herr Gott“ dabei ist und das er in allen Lebenslagen eine Rolle spielt. So war es auch klar, dass es heute diesen Dankgottesdienst gibt. Dir war es wichtig heute „DANKE“ zu sagen und das mit allen die dir wichtig sind.
Wenn ich an Wilfried denke, denke ich sofort an einen Menschen der sich auch in dunklen Tagen von Gott nicht abgewandt hat. Ein Mensch der wie es heute bei vielen leider verloren gegangen ist, das Christentum lebt und prägt.

Als du am 07.10.1937 als 1. Sohn deiner Eltern zur Welt gekommen bist, wurdest du in eine schwierige kriegerische Zeit hinein geborne. Du hast noch einen Bruder Heinz. Es war nicht leicht in den Kriegswirren und das hat dich auch geprägt. Schon früh hast du gelernt zu kochen und zu backen und hast im Haushalt mitgeholfen. Eigentlich wolltest du ja KFZ Schlosser werden, das war dein Traumjob, aber das wollte deine Mutter nicht. So bist du für 2 Wintersemester auf die Landwirtschaftsschule gegangen wo du als Jahrgangsbester geehrt wurdest. Danach bist du in den Polizeidienst gegangen und hast der Allgemeinheit, dem Allgemeinwohl gedient. Von 1957 bis zum Ausscheiden 1997 hast du vierzig Jahre als Polizist gearbeitet und davon 36 Jahre in Bad Orb.
Deine Liebe fürs leben hast du 1956 kennen gelernt und 1960 hast du Marianne geheiratet. Das heißt ihr seid 57 Jahre ein Ehepaar. 1965 kam eure Tochter Elke zur Welt und 1969 eure Tochter Ingrid. Das du deine Töchter liebst spürt man auf jeder Feier und bei jedem zusammen treffen. Aber nicht nur deine Frau und deine Töchter sind dir wichtig. Auch deine Schwiegersöhne Jürgen und Ralf und sind dir wichtig und aus deinem Leben nicht weg zu denken. Und ganz besonders stolz bist du auf deine drei Enkelkinder, Stefan, Doreen und Steven, dass sie alle beruflich so gut gelungen sind. Auch die Partner deiner Enkelkinder Dirk und Aki sind dir ans Herz gewachsen und gehören zu dir so als seien sie deine eigenen Kinder. Ein besonderes Highlight war der Flug mit deinem Enkel Stefan. Familie ist für dich schon immer sehr wichtig gewesen, das ist nicht erst heute so. Deine Schwiegermutter hast du geliebt und es war für dich selbstverständlich dass sie mit in den Urlaub fuhr. Jetzt wartest du sehnsüchtigste auf Urenkel. Also ihr drei…….hahahahahahahaha……..los geht’s…..

Du hast alles in Gottes Hände befohlen und ihm vertraut dass es wohl gelingen wird. Und ja es hat auch geholfen dass Gottvertrauen besonders damals als in eurem Keller ein Schwelbrand herrschte und ihr dank Frau Matz vor schlimmerem bewahrt worden seid. Der eine mag sagen das war Schicksal, du als Christ sagst, da hatte Gott seine hand im Spiel und hat uns diese Frau geschickt. Deine große Leidenschaft ist das schrauben an Autos und das Orgelspielen. Du angagierst dich heute in der Flüchtlingsarbeit und tust somit etwas für andere, so wie in deinem ganzen Leben schon. Du hast auf all deinen Wegen Gott immer an deine Seite gelassen und das hat dir oft Kraft gegeben und Mut gemacht. Auch das du und Marianne vor 8 Jahren euren Lebensmittelpunkt von Steinau nach Aufenau verlagert habt ist im Vertrauen auf deinen Vers aus dem 37 Psalm gegründet. Dein Vertrauen auf Gott ist stark und trägt dich auch heute noch.
Seit 6 Jahren darf ich nun bei euren Feiern und Anlässen Gast sein und da spürte ich immer wieder den starken Zusammenhalt eurer Familie, die Achtung und den Respekt den ihr euch gegenseitig zollt. So wünscht man sich Familie im 21. Jahrhundert.
Ich habe großen Respekt und Achtung vor deiner Lebensleistung und deinem Gottvertrauen lieber Wilfried. Auch wenn die ein oder andere Erkrankung in den letzten Jahren bei dir spuren hinterlassen hat, hast du deinen Glauben als Hilfe, halt und Stärkung gesehen.

Ich wünsche dir noch viele schöne Jahre mit deiner Frau Marianne, deinen Kindern und Enkeln, den Schwiegersöhnen und allen die dir wichtig sind und vor allem Gesundheit. Und Wilfried, bleibe bitte so, wie du bist. Amen.

*Lied EG 407 Stern auf den ich schaue

* Segnung des Jubilars: Thomas
Gott der Liebe und der Barmherzigkeit segne dich heute an deinem 80. Geburtstag. -----FREIE WORTE-----

*Orgelmusik

* Fürbittengebet: Thomas
Liebender Vater, so vieles Bewegt uns heute Morgen an Wilfrieds 80. Geburtstag. Viele Dinge über die wir gemeinsam lachten aber auch über viele Dinge die uns schwer vielen.
Du Herr hast deine schützende Hand nicht von uns genommen und warst immer ein Segen in Wilfrieds Leben.
Wilfried ist dankbar für deine Frau Marianne die ihm uneingeschränkt in all den Jahrzehnten in Liebe zur Seite steht und auch die negativen Eigenschaften von ihm erträgt.
Wilfried ist dankbar für seine Kinder Inge und Elke, deren Männer Ralf und Jürgen die eine Familie sind.
Wilfried ist dankbar für seine Enkel Doreen, Stefan und Steven und deren Partner Dirk und Aki.
Wilfried ist dankbar für die ganze Verwandtschaft und für die vielen Freundschaften die sein Leben prägt.
Guter Gott, dir danken wir das es noch Familien gibt wie diese, die zusammen halten und die ein Vorbild für diese Gesellschaft ist.
Bitte Herr sei du auch weiter bei Wilfried und bekleide ihn auf all seinen Wegen. Segne seine tage im Kreise derer die er liebt und die er gerne um sich hat. Sei du der Morgen und der Abend und gebe ihm die Kraft seinen Weg im Vertrauen auf deine Liebe weiter zu gehen.
Wir wollen heute Morgen auch an die unter uns denken die schwer an der Last der Trauer zu tragen haben und mit denen wir uns vereinen in der Hoffnung das am Ende Gott uns die Kraft gibt neuen Lebensmut zu fassen.

Wir vertrauen uns Gott an mit den Worten des Vaterunsers und beten gemeinsam:

* Vater unser: Thomas
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

*Lied EG 562 Segen und behüte

* Votum: Thomas
Gott,
sei über uns und segne uns,
sei unter uns und trage uns,
sei neben uns und stärke uns,
sei vor uns und führe uns.
Sei du die Freude, die uns belebt,
die Ruhe, die uns erfüllt,
das Vertrauen, das uns stärkt,
die Liebe, die uns begeistert,
der Mut, der uns beflügelt.

Du bist da,
wenn ich mich von allen verlassen fühle;
wenn ich meine,
vor Angst sterben zu müssen;
wenn mich alle verachten;
wenn ich vor Schmerzen weine;
wenn es dunkel wird um mich;
wenn ich arm bin und sich alle abwenden von mir;
wenn ich zu schwach bin,
um zum Gebet meine Hände zu falten;
Du bist da,
und faltest meine Hände zum Gebet.
Gott, halte deine Hand über uns
und behüte uns.

* Segen: Thomas
So gehet hin im Frieden in die kommende Woche.
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.

*Orgelmusik zum Auszug (Prädikant, Wilfried und Inge)
  Thema: Erntedankfest mit Abendmahl am 01.10.2017
-thommy-

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BeitragForum: Predigten   Verfasst am: 01.10.2017 19:44   Titel: Erntedankfest mit Abendmahl am 01.10.2017
Erntedankgottesdienst mit Abendmahl
01.10.2017
09.00 Uhr Ev. Kirche Lettgenbrunn
10.30 Uhr Ev. Kirche Lohrhaupten
Text: Hebräer 13, 15-16

* Orgelvorspiel
* Lied vom Liedzettel: Komm heiliger Geist mit deiner Kraft

* Begrüßung: Thomas
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
AMEN.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Liebe Gemeinde, zum Gottesdienst an Erntedank in dem wir das heilige Abendmahl feiern wollen, heiße ich sie und euch alle ganz herzlich willkommen. Das Thema heute lautet: Wir können Gott danken und seinem Namen loben, auch heute bei all dem was in der Welt passiert.
Ich wünsche uns einen mutmachenden Gottesdienst.

* Lied EG 508, 1+3 Wir pflügen und wir streuen

*Eingangspsalm: Inge
Wir beten mit Worten des Franziskus von Assisi:

Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind die Loblieder,
der Ruhm, die Ehre und alles Preisen.
Dir nur, Höchster, stehen sie zu,
und kein Mensch ist würdig,
deinen Namen zu nennen.

Gelobt sei, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen,
besonders dem hohen Herrn, Bruder Sonne,
der den Tag bringt und durch den du uns leuchtest,
schön ist er und strahlend in großem Glanz,
dein Gleichnis, Höchster.

Gelobt sei, mein Herr, durch Schwester Mond und die Sterne,
am Himmel hast du sie geformt, hell, kostbar und schön.

Gelobt sei, mein Herr, durch Bruder Wind und die Luft,
trübes und heiteres und jedes Wetter,
wodurch du deine Geschöpfe erhältst.

Gelobt sei, mein Herr, durch Schwester Wasser,
sehr nützlich ist sie und demütig, kostbar und rein.
Gelobt sei, mein Herr, durch Bruder Feuer,
durch den du die Nacht erhellst,
schön ist er und lustig, kräftig und stark.

Gelobt sei, mein Herr, durch unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns erhält und regiert,
die vielerlei Frucht bringt mit bunten Blumen und Kraut.

Gelobt sei, mein Herr, durch jene,
die verzeihen durch deine Liebe
und ertragen Schwachheit und Not.
Selig, die dulden in Frieden,
denn, Höchster, du wirst sie krönen.

Lobt und preist meinen Herrn,
danket und dient ihm in großer Demut.
Kommt lasst uns anbeten

*Aufforderung zum Bittruf: Thomas
Wir danken Gott
für die Ernte auf den Feldern,
für den Ertrag unserer Arbeit.
Wir wissen,
dass wir ihm unseren Dank oft schuldig bleiben
und gedankenlos hinnehmen,
was er uns schenkt.
Wir bitten ihn um Vergebung und rufen:

*Aufforderung zum Lobpreis: Thomas
Gott gibt uns, was wir brauchen,
und mehr als wir brauchen.
"Er lässt seine Sonne aufgehen
über Böse und Gute
und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte."
Er beschämt uns mit seiner Geduld.
Wir danken ihm für seine unbeirrbare Liebe
und singen:

*Kollektengebet: Thomas
Gott, du bist Schöpfer,
du hast die Welt weise geordnet,
dass sie Nahrung gibt für alle.
Wir Menschen haben diese Ordnung gestört
und aus dem Gleichgewicht gebracht.
Wir bitten dich:
Verwandle unseren Dank für deine Gaben
in liebende Taten.
Mache unsere Freude an deiner Schöpfung
zur Quelle der Barmherzigkeit.
Lehre uns teilen, solange noch Zeit ist,
durch Jesus Christus.
G: AMEN

* Schriftlesung: Lukas 12, 15-21 Inge
Und er sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Hab-gier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.
Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, dessen Feld hatte gut getragen.
Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle.
Und sprach: Das will ich tun: ich will meine Scheunen abbre-chen und größere bauen, und will darin sammeln all mein Korn und meine Vorräte
und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und ha-be guten Mut!
Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du an-gehäuft hast? So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.

(Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren - Halleluja)

* Glaubensbekenntnis: Thomas
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

*Lied EG 321 Nun danket alle Gott

* PREDIGT: Thomas
- Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN.

Textlesung später : Hebr. 13, 15 - 16

Zielsatz: Wir können Gott danken und seinem Namen lo-ben, auch heute bei all dem was in der Welt passiert.

1. Nichts vergessen, bloß an alles denken

Liebe Gemeinde am Erntedankfest,

Ich überlegte, wie fange ich denn heute an? An Erntedank 2017.
Es ist eine Zeit, in der es für viele Menschen im Arbeits- aber auch im Privatleben ohne Terminkalender nicht mehr geht. Die einen gebrauchen Zettel, die sie überall hinlegen oder kleben und dabei den Überblick verlieren. Andere können ohne ihr ach so tolles Smartphone nicht einmal einen privaten Termin zusa-gen, weil der ganze Misst erst mal überprüft und dann eingetra-gen werden muss. Wann muss ich wohin und warum. Der Mensch heute will und darf nichts vergessen, liebe Gemeinde. Da ist der Geburtstag vom besten Kumpel, von der Tante die wir mal beerben, das Fußballspiel des Lieblingsvereines und so weiter. Es gibt sogar in meinem Bekanntenkreis jemanden, der sich die Sonderangebote von Aldi und Lidl auf sein Smartphone lädt um auch ja kein Schnäppchen zu vergessen.

Nun, liebe Gemeinde, das ist alles keine Erfindung von mir, sondern Realität. In der Tat, gibt es Dinge, die wir nicht verges-sen sollten, an die wir uns erinnern sollen. Nur welche sind das? Die eben alle genannten sicher nicht, oder? Unser heuti-ger kurzer, aber wie ich finde, schöner Predigtext aus dem Brief an die Hebräer im 13 Kapitel, die Verse 14+15 sind für mich das, was wir nicht vergessen sollten. Das sollten wir uns auf-schreiben und ins Smartphon einspeichern. Da heißt es:
„So lasst uns nun durch ihn Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Na-men bekennen. Gutes zu tun und mit andern zu teilen, ver-gesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott“.

2. Erntedank in einer bedrohten Zeit

Liebe Gemeinde,
wirklich wunderschöne Verse die uns da heute für Erntedank vorgegeben sind. Diese Zeit ist eine sehr schwere Zeit. Überall ist Krieg, Terrorismus beherrscht die Welt. Menschen werden entführt, gefoltert und umgebracht. Das Verbrechen ist sehr na-he auch in unserer Gegend. Dauernd lesen und hören wir von Gewalt in unserer Region hier. Die furchtbare Ebola tobt in Südafrika und die Angst, dass es zu uns überschwappt, ist groß. Dauernd neue Naturkatastrophen überall. Hochwasser, Erdbeben und Orkane auch in Hessen. Dafür können wir doch nicht DANKE sagen.

Und trotz alle dem ist es heute wieder Erntedank geworden, lie-be Gemeinde. Und diese schlimmen Dinge, die gab es schon immer in allen Zeiten, damals zur Zeit Jesu, danach und nun auch heute. Der erste Vers unser Predigttext ermutigt uns, bei all dem schlimmen nicht aufzugeben und den Dank nicht zu vergessen. Ich lese ihn uns noch einmal.
„So lasst uns nun durch ihn Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Na-men bekennen“.

Und im zweiten Vers, da wird klar beschrieben dass wir es tun sollen und können. Gutes tun, zu teilen. Ich lese uns den Vers noch einmal.
„Gutes zu tun und mit andern zu teilen, vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott“.
Wir können Gott für diese wunderbare Schöpfung, für diese Vielfalt, die wir haben, allzeit danke. Und das nicht nur an Ern-tedank, liebe Gemeinde. Nein an jedem Tag in unserem Leben. Denn das, was wir haben, haben wir an 365 Tagen im Jahr.

3. Im Alltag fällt es uns schwer, danke zu sagen

Wir müssen ganz ehrlich sein, uns Menschen fällt es zuneh-mend schwer, Gott danke zu sagen und andere Menschen, die etwas Besonders tun, zu loben. Es geht heut nur noch um ei-nen selbst.
Danke zu sagen finde ich, heißt zugeben, dass wir das, was wir haben, nicht von uns selbst erreicht haben, sondern dass es da einen gibt, der für uns sorgt. Dass ich auch andere Menschen brauche, um leben zu können. Jede und jeder trägt in unserer Gesellschaft mit seinem Talent dazu bei, dass es so reichlich von allem gibt. Und das Talent von uns allen haben wir vom Va-ter in die Wiege gelegt bekommen. Nichts erreichen wir aus uns selbst alleine. Das ist nicht leicht wenn wir zugeben müssen das es da einen Menschen gibt, der Recht hat mit dem, was er uns an Kritik äußert, oder wenn er uns einen guten Ratsschlag gibt. Dass ging mir nicht anders, ich wollte das auch nicht hö-ren, das ich auf dem Holzweg war, den falschen Leuten vertrau-te, das wirklich wesentliche aus den Augen verloren habe. Das tut auch weh. Aber heute kann ich denen, die es gut mit mir meinten, Danke sagen und auch Gott danken dass es diese Menschen an meiner Seite gab. Der Dank ist nicht schwer, wenn wir über unseren Schatten springen und ihn zulassen. Und wenn es uns schon schwer fällt danke zu sagen wenn uns ein Mensch etwas Gutes tut und uns hilft, wie schwer ist es dann, Gott zu danken. Das kostet manchmal Überwindung, danke zu sagen. Aber wir können es, ja wir sollen es, dankbar sein. Das heißt, liebe Gemeinde, wir sollen unsere Talente, Be-gabungen und Fähigkeiten nicht aus dem Blick verlieren, weiter daran arbeiten und sie für andere einsetzten. Erntedank heißt: „Beten und Gott danken, für alles das wir haben und für alles das was wir können“.
Liebe Gemeinde, ein Landwirt, der Tag ein, Tag aus seine Ar-beit verrichtet, der Höhen und Tiefen erleben muss; mal ist das Korn zu nass und es gibt deutlich weniger Geld, mal zu trocken. Dann ein Sturm der die Felder ummäht. Dann ein Jahr wo alles gut läuft und der Ertrag stimmt, weiß was es heißt Gott zu dan-ke, zu loben und nicht aufzugeben. Er hat gelernt dass es nicht alleine an ihm liegt wie die Ernte ausfällt. Und das Gott, auch wenn er allmächtig ist, nicht die Schuld trägt, wenn es mal schlechter läuft. Er weiß dass er alles in Gottes gütige und gnä-dige Hand legen kann.

4. Zusammenfassung

Jetzt liebe Gemeinde, sind wir wieder am Anfang angekommen, bei den Zetteln und dem Smartphone. Bei den Dingen, die wir zum Erinnern und zum Terminieren benötigen. Bei den Dingen, die wir alle sicherlich brauchen, sollten wir aber das Wesentli-che nicht vergessen. Dieses getrieben - Sein von den Zettel, dem Terminkalender, da muss ich an mir arbeiten, um das wirk-lich Wichtige nicht aus dem Auge zu verlieren. Das Danken und das dank sagen. Nicht nur an Erntedank, sondern das ganze Jahr hindurch. Ruhig mal danke sagen wenn der Nachbar uns ein Paket angenommen hat. Danke sagen, wenn ein Freund versucht uns, vor einer riesen Dummheit zu bewahren. Den Mut haben, dem Partner zu danken, wenn wir uns entfernt haben und merken dass wir uns verlieren. Gott danke sagen, für das, was er uns jeden Tag aufs Neue gibt. Wenn ich Liebe weiterge-be, dann kann ich sie auch empfangen. Wenn ich Hoffnung ge-be, bekomme ich sie auch. Wenn ich auf Gott vertraue, gelingt uns unser Leben und das Miteinander.
Lasst uns Gott danken, er, der uns das alles, was wir hier se-hen an Gaben gegeben hat. Wenn uns das gelingt, sind wir ein Stück weiter und sind dem, was uns der Predigttext sagen möchte, ganz nah. Ich lese uns noch einmal die beiden Verse.
„So lasst uns nun durch ihn Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Na-men bekennen. Gutes zu tun und mit andern zu teilen, ver-gesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott“.

Gebe uns Gott dazu die Kraft, den Mut, die Liebe und die Hoff-nung. AMEN

-Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
AMEN.

* Lied EG 325, 1+3+6 Sollt ich meinem Gott nicht singen

ABENDMAHL
Sündenbekenntnis: Thomas
Gott, Schöpfer alles Lebendigen,
du hast uns zugetraut,
deine Erde zu bebauen und zu bewahren.
Wie oft scheitern wir an diesem Auftrag.
Wie oft wird dieses Gebot mit Füßen getreten.

Vergib uns unsere Schuld.

Von dir erbitten wir neu die Kraft,
das Leben zu lieben, zu schützen, zu bewahren.

Gott, Schöpfer alles Lebendigen,
deinen Frieden hat Jesus Christus uns gebracht.
Doch Gerechtigkeit und Friede leuchten selten auf unter uns,
unter Unrecht und Hass leiden Menschen und Völker.

Absolution: Thomas
Hört und vertraut auf das Wort der Vergebung:
Gott, der Schöpfer alles Lebendigen,
traut uns viel zu - all unserer Sünde zum Trotz.
Er schenkt uns einen neuen Anfang:
"Solange die Erde steht, soll nicht aufhören
Saat und Ernte, Frost uns Hitze,
Sommer und Winter, Tag und Nacht."
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geis-tes. AMEN.

Danksagung (Präfation): Inge
Unser Gott lädt uns zum Mahl Jesu,
zum Brot des Lebens, zum Trank der Freude.

Wir danken Gott für die ganze Schöpfung
und für alle Menschen,
die uns schützen und helfen.

Wir danken Gott für Jesus,
seinen Sohn, der uns befreit
von Angst und Schuld.

Wir danken Gott für
seinen guten Geist,
der uns Mut macht
zum Glauben und Hoffen.

Wir loben unseren Gott
mit allen seinen Geschöpfen;
mit allen, die vor uns waren, stimmen wir ein
und singen:

* Lied EG 185, 3 Heilig, Heilig, Heilig

Einsetzungsworte: Thomas
Unser Herr Jesus Christus / in der Nacht, da er verraten ward / nahm er das Brot / dankte und brach's / und gab's seinen Jüngern / und sprach: Nehmet hin und esset / das ist mein Leib (+) / der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl / dankte / gab ihnen den / und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus / dieser Kelch ist das neue Testament (+) in meinem Blut / das für euch vergossen wird / zur Vergebung der Sünden . Sol-ches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis.

Vater unser: Thomas
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
AMEN.

Lied EG 190.2 "Christe, du Lamm Gottes"

Friedensgruß: Thomas
Der Friede des Herrn sei mit euch allen. Keiner sei gegen den an-deren, keiner in sich verschlossen. Vergebt, wie euch vergeben ist, nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zum Lobe Gottes.

Liebe Schwestern und Brüder in Christo,
Wir laden Sie alle zum Tisch des Herrn zu ein.
Alle sind willkommen: Katholiken, Protestanten, alle Glieder ei-ner Kirche, Erwachsene und Kinder. Sie alle ruft Jesus Christus an seinen Tisch.
So kommt sehet und schmecket wie freundlich der Herr ist

Austeilung: Inge: Brot und Thomas: Wein

Lobpreis: Inge
Gott, unser Vater,
du bist unser Schöpfer
und lässt das Korn wachsen
für unser Brot.
Wir danken dir und beten dich an.
Jesus Christus, unser Herr,
du teilst das Brot aus,
dass wir leben.
Wir danken dir und beten dich an.
Heiliger Geist,
du gibst uns den Anstoß
zum Teilen des Brotes mit allen Menschen.
Wir danken dir und beten dich an.
Dreieiniger Gott, sei uns nahe
heute und in Ewigkeit.

* Fürbittengebet: Thomas
Großer, guter Gott, Herr allen Lebens.
Wir danken dir für den Reichtum deiner Schöpfung.
Wir danken dir für die Vielfalt der Stoffe und Kräfte der Natur.
Laß uns die Größe der von dir geschaffenen Natur erkennen
und in der Verflochtenheit unseres Lebens mit allem Leben dieser Erde deinen Willen erkennen, dass wir bei der Arbeit für unsere Ernten nicht die Ehrfurcht vergessen.
Wir danken dir für dein Geschenk, dass wir Pflanzen und Tiere nutzen dürfen.
Du hast uns Verstand, Geschicklichkeit und Willen gegeben,
für unser tägliches Brot zu arbeiten.
Hilf uns, diese Gaben sorgfältig zu gebrauchen.
Heute denken wir vor dir an die Menschen,
die für Aussaat, Pflege und Einbringung unserer Ernten arbeiten,
oft unter großen Mühen, und an alle, die ihnen helfen
durch Forschung, Rat und Bereitstellung von Hilfsmitteln.

Schenke sehende Augen und hörende Ohren,
erleuchtete Gedanken und glückliche Entscheidungen,
geschickte Hände und vernünftigen Gebrauch der Hilfsmittel,
Gesundheit und Kraft zur Arbeit.
Herr, laß uns erkennen, wie kostbar unsere Lebensmittel sind,
daß wir sie nicht verschwenden und missbrauchen,
damit alle Menschen auf unserer Erde,
wir und unsere Kinder wie unsere Väter und Mütter
nach deinem Willen leben können. AMEN

* Lied EG 320, 7+8 Wir bitten deine Güte

* Bekanntmachungen: Inge
Kollekte: Für Hungernde in der Welt und Opfer von Katastro-phen

Nächste Gottesdienste

Sonntag, 08. Oktober 2017 mit Pfrin. Ehlers

9.15 Uhr Gottesdienst in Lettgenbrunn
10.30 Uhr Gottesdienst in Lohrhaupten mit Taufe

In Lohrhaupten ist am Mittwoch, 04. Oktober 2017 um 19.00 Uhr Frauenkreis im Gemeindehaus.


* Segen: Thomas
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Ange-sicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
AMEN.
 
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